Brutal aber mit Stil - Devil May Cry 4

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  1. Alte Hasen müssen sich gleich zu Beginn erstmal mit einem neuen Charakter anfreunden. Den Großteil des Spieles steuert man Nero, einen Ritter des Orden des Schwertes. Dieser muss mit ansehen, wie Dante den Führer des Ordens ermordet und macht sich auf den Weg, diesen zur Strecke zu bringen. Das der Orden nicht ganz koscher ist und man als Nero auf so einige dreckige Geheimnisse stößt ist selbstverständlich. Die Story wartet dementsprechend auch mit einigen Wendungen auf, die aber selten wirklich überraschen können.

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    Womit Capcom sich wieder quasi selbst übertroffen hat sind die Zwischensequenzen des Spieles. Diese strotzen oftmals vor Action und wenn Michael Bay hier Schule machen würde, dann könnte er vielleicht mal nen guten Film drehen. Allerdings muss man natürlich dazu sagen, dass vieles wieder arg abgehoben ist, Charaktere die hunderte von Metern in die Luft springen und selbst mit einem 50 Zentimeter breiten Schwert im Brustkorb noch Luft für coole Oneliner haben sind völlig normal in der Devil May Cry Welt.

    Aber kommen wir zum interessanteren, zum Gameplay. Hier hat sich im Grundprinzip wenig geändert, weiterhin läuft man durch, eher kleine, Gebiete, trifft regelmäßig Monster die man verprügelt und löst wenige, einfache Rätsel. Nero hat hier, durch seinen dämonischen Arm, einige neue Kampftricks drauf, so kann er den Arm dazu verwenden Gegner an sich heran zu ziehen oder sie mit Wucht auf den Boden zu befördern. Auch bietet er keine unterschiedlichen Kampfweisen, diese sind Dante vorbehalten, welchen man in der zweiten Hälfte des Spieles steuern darf.

    Die Herausforderung in den Kämpfen liegt darin, dass eigene Style Meter in die Höhe zu treiben. Jeder Angriff steigert dies ein kleines Stück, wiederholte Angriffe des gleichen Types bringen aber nichts mehr. Dies zwingt den Spieler dann zu variieren. Der Sinn des Ganzen: Am Ende jedes Levels werden drei Statistiken, die Zeit die man für das Level gebraucht hat, die Stylepunkte die man erreicht hat und die Anzahl an Orbs die man aufgesammelt hat, zu einer Statistik verrechnet. Um so besser man abgeschnitten hat um so mehr Proud Souls bekommt man aufs Konto und mit diesen lassen sich wiederum neue Angriffe und Fähigkeiten freischalten.

    Die Orbs sind wiederum quasi die Währung des Spieles. Mit diesen lassen sich Lebenspunkterweiterungen, Heilgegenstände und einige Dinge mehr kaufen. Beachten muss man allerdings, dass die Preise hier mit jedem Kauf ansteigen, verbraucht man also besonders viele Heilungen wird es immer teurer diese wieder aufzustocken. Orbs findet man dafür im Spiel an jeder Ecke, sterbende Monster lassen sie fallen, sie platzen aus zerstörter Einrichtung und manchmal findet man einen riesigen Kristall den man zerlegen muss.

    Die früheren Devil May Cry Spiele waren auch für ihren unerbittlichen Schwierigkeitsgrad bekannt. Im vierten Teil stehen einem zu Beginn zwei Grade zur Auswahl, der leichtere ist hierbei größtenteils erstaunlich einfach, aber in späteren Bosskämpfen zieht auch dieser kräftig an. Wobei das Spiel einige Schwierigkeitsspitzen besitzt, während manche Bosse kaum der Rede wert sind erfordern andere relativ komplexe Taktiken. Neueinsteigern sollte man also trotz allem den leichteren Grad ans Herz legen, da ein Wechsel im Spiel nicht möglich ist. Für die ganz Harten lassen sich noch zwei weitere Schwierigkeitsgrade freischalten.

    Technisch kann man dem Spiel wenig negatives bescheinigen. Es läuft mit konstanten 60 fps, lediglich die Zwischensequenzen sind auf 30 fps limitiert. Tearing oder Framerateeinbrüche waren Das Spiel bezaubert mit beeindruckenden Zwischensequenzen nicht zu sehen. Optisch setzt Capcom vor allem auf hochauflösende Texturen, welche größtenteils sehr gut aussehen. Zu bemängeln ist hier lediglich, dass diese oftmals flimmern und so den sehr guten Gesamteindruck etwas schmälern.

    Ein Hinweis noch für die Leute welche kein Englisch verstehen: Die Sprachausgabe des Spieles wurde nicht übersetzt, lediglich deutsche Untertitel und Bildschirmtexte sind enthalten.

    Insgesamt ist Devil May Cry 4 eine grundsolide Fortsetzung der Reihe welches seinen Reiz vor allem aus dem komplexen Kampfsystem zieht, welches einen immer wieder dazu ermutigt Taktiken zu variieren und Kämpfe anders anzugehen. Abgesehen davon bietet das Spiel wenig, die Puzzles sind selten und schwanken zwischen leicht bis nervig und die Story ist zwar toll inszeniert, aber klischeehaft und oftmals vorhersehbar. DMC4 ist ein Spielgewordener Popcornfilm, wer bereits die Vorgänger mochte wird sicherlich auch hier wieder seinen Spaß haben

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