Das ASSA-Prinzip: Ein Vorschlag

Von Yeager · 20. September 2015 · Aktualisiert am 21. September 2015 ·
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  1. Worum geht's?

    Ich finde das neue Bewertungssystem deutlich besser, als das alte.
    Dennoch fehlt mir etwas: Charts.
    Und zwar solche, die den Leser auf einen Blick erkennen lassen, womit er zu rechnen hat, wenn er sich das jeweilige Spiel holt. Also keine Bewertungs-, sondern Typisierungs-Charts, die die Frage "Was steckt drin in dem Spiel?" sofort optisch beantworten.

    Warum das Ganze?

    Natürlich sind die Tests und Previews nach wie vor das A und O, genauer gesagt der Textinhalt. Wer nur das Fazit oder die Wertung liest ist selbst schuld, wenn das Game seinen Erwartungen nicht entspricht. Dennoch gibt es mindestens drei gute Gründe, warum grafische Hilfsmittel nicht überflüssig sind:

    1. Zeitmangel

      Nicht jeder hat immer Zeit eine lange Rezension zu lesen. Vor allen Dingen nicht dann, wenn er viele dieser Art lesen will. Das ist nun mal so.

    2. Verständnis

      Es ist nicht immer leicht den "Geist" eines Games in Worten einzufangen. Und es ist nicht immer und nicht für jeden leicht sich auf Basis dieser Worte ein adäquates Bild vom Game zu machen.

    3. Überraschungen

      Man erwartet einen bestimmten Fokus auf eine bestimmte Wirkung abhängig vom Genre. Doch es kann auch Überraschungen geben, die man ansonsten verpasst hätte.

    Das ASSA-Prinzip

    Man kann, meiner Meinung nach, sämtliche Spiele "runterbrechen" auf vier archetypische Elemente, das "ASSA-Prinzip", wenn man so will:

    • Action
    • Strategie
    • Story
    • Atmosphäre

    "Action" und "Strategie" könnte man auch als "Aktivität" und "Planung" interpretieren. Oder "Tun" und "Tüfteln". Oder "Agieren" und "Überlegen".
    Es sind hierbei also nicht die gleichnamigen Spiele-Genres gemeint, sondern nur wie groß der jeweilige Anteil im Game ist, gemessen an der Gesamtwirkung des Spiels.
    Das passt auch auf alle anderen Genres: Eine Wirtschafts-Simulation wäre demzufolge wohl eher im Bereich Strategie, als bei Action angesiedelt, da mehr wirtschaftliche, also strategische Überlegungen den Kern darstellten, als actionorientierte Handlungen. Bei einem Jump'n'Run wäre wohl eher Action das tragende Element. Doch das käme auf den Einzelfall an, könnte auch umgekehrt sein. Darüber hinaus könnten Atmosphäre oder Story viel mehr das Spiel zu dem machen, was es ist, wie es wahrgenommen wird, unabhängig vom Genre.
    Genau das ist der Grund, warum ich die Charts als fehlend empfinde.

    Im Klartext

    Wie viel Aktivität / Action hat das Spiel / gibt es im Spiel?
    Wie viel macht Planung / strategisches Vorgehen aus?
    Wie viel Wert wurde auf eine Story gelegt, gibt es überhaupt eine?
    Wie viel macht die Atmosphäre des Spiels aus? Liegt auf ihr der Fokus?

    Es soll dabei NICHT um Bewertungen gehen!

    Es soll also nicht darum gehen, wie gut die Atmosphäre z.B. ist, sondern nur um die Einschätzung des Testers, wie groß ihr jeweiliger Anteil am Spiel ist. Liegt auf ihr der Fokus, macht sie einen gehörigen Teil der Gesamtwirkung des Spieles aus? Oder doch eher geplantes (strategisches) Vorgehen? Oder eher sämtliche Action? Oder macht die Story die eigentliche Spielwirkung aus?
    Unabhängig davon, ob zum Guten oder Schlechten hin.

    Wird das nicht schon durch das Genre abgedeckt?

    Nein.
    Rollenspiele legen zwar meistens viel Wert auf Story und Atmosphäre, müssen das aber nicht zwangsläufig tun, siehe z.B. diverse Actionrollenspiele. Doch es kann auch Actionrollenspiele mit sehr dichter Atmosphäre / gut ausgebauter Story geben.
    Actionspiele, wie z.B. Shooter, können durchaus einen hohen strategischen Anteil besitzen. Das trifft auf einige Taktikshooter zu. World of Tanks ist z.B. eher ein Action-, als ein Strategiespiel. Und dennoch ist der strategische Anteil in der Gesamtwirkung kein geringer. Einfach nur rumfahren und irgendwie auf irgendwas ballern ohne sich vorher etwas überlegt zu haben entspricht nicht dem Geist des Spieles. Auch wenn es von einigen Spielern so ausgelegt wird :P
    Es gibt zudem stark actionorientierte Strategiespiele. Starcraft oder League of Legends sind solche Beispiele. Für beide gibt es zwar eigene Bezeichnungen (RTS und MOBA), aber auch diese können nicht verallgemeinern, wie das jeweilige Spiel letztlich wirkt. Ausserdem kennt nicht jeder alle Genres und Sub-Genres mit Namen. Hybride wiederum lassen sich kaum vorhersagen in ihrer Wirkung gemessen an den Gattungen, die sie in sich vereinen. Borderlands ist z.B. sowohl ein Shooter, als auch ein Action-Rollenspiel. Dennoch ist der Action-Part gewichtiger, als der strategische. Doch auch die Atmosphäre und die Story spielen dort eine nicht unwichtige Rolle. Umgekehrt ist Invisible Inc. zwar ein klares Taktik-Spiel (man könnte es also bei "Strategie" subsummieren), hat aber auch genauso starke Anleihen bei Rollenspielen, wirkt nach aussen zudem mäßig bis stark durch seine Atmosphäre und (wenig) durch seine Story. Action im eigentlichen Sinne gibt es dafür keine.
    Wenn es so einfach wäre, das Genre allein alles schon festlegen würde, wären ausgiebige Spieletests nicht notwendig.

    Nur Action und Strategie?

    Wie gesagt, "Action" und "Strategie" sind hier nicht als Genre-Begriffe, sondern als Typisierung dessen zu verstehen, was eher hervorsticht: Das Handeln oder das Überlegen. Man könnte sie entsprechend so nennen: Handeln und Überlegen. Oder Agieren und Nachdenken. Aber dann hätte mein schönes ASSA-Prinzip plötzlich HÜSA, bzw. ANSA geheissen, was mir nicht gefällt und im zweiten Falle sogar einen weiblichen ANSI-Code suggeriert :D.
    Scherz beiseite: Wenn man länger darüber nachdenkt, wird man feststellen, dass man tatsächlich alle Spiele-Genres "down-casten" kann nach den Grundtypen Action und Strategie. Ein grafisches Adventure wie etwa Myst wäre demnzufolge genau auf der Kante, da man viel überlegen muss (Quasi-Strategie), als auch viele Locations absuchen muss (Quasi-Action). Da die Action aber sehr eindimensional ausfällt, würde ich es eher unter "Strategie" zuornden. Was - ich wiederhole mich - nichts mit dem Genre zu tun hat. Natürlich ist Myst kein Strategiespiel, nur die für den Begriff "Strategie" typischen Überlegungen, Tüfteleien, Abwägungen etc. stellen den Kernpart dar, überwiegen hierbei mehr, als die bloße Aktion, also das simple Rumgelaufe, was zudem nur per switchenden Standbildern dargestellt wird.
    War Thunder hingegen wäre eher unter Action angesiedelt, allerdings mit ausgeprägtem strategischen Anteil. Die SIMS fallen unter Strategie, Sim City ebenfalls, EVE Online ebenfalls, Patrizier ebenfalls, ESO hingegen eher unter Action, Star Citizen vermutlich auch, wenn es soweit ist. Und so weiter. Das Ganze ist völlig wertungsfrei. Action bedeutet hierbei nicht Nicht-Denken müssen und Strategie bedeutet nicht Langeweile. Es geht nur um das Hauptmerkmal:
    Agiere ich eher in dem Spiel oder tüftele ich eher?

    Wie könnte so etwas aussehen?

    Ich habe hier mal ein paar Beispiele gemacht.
    Dabei habe ich die erstbesten Spiele genommen, die mir einfielen und die ich auch gespielt habe oder immer noch zocke.
    Btw: Ja, ich weiß, dass die Kreise nicht ganz rund und unterschiedlich groß sind :)
    Über Farben (hier: Standardfarben von Open Office Charts) und auch Einschätzungen lässt sich gerne streiten. Ist alles letzlich subjektiv - wie Spielewertungen ebenfalls ;-)

    [​IMG]



    Legende:

    Rot / Orange = Action
    Blau = Strategie
    Gelb = Story
    Grün = Atmosphäre

    Was heisst das jetzt?

    Was ihr hier seht ist meine Einschätzung der Spiele.
    Wie sie auf mich wirken, wie ich sie typisieren würde gemäß den o.gen. ASSA-Kategorien. Und nochmal: Es ist KEINE Wertung! Und es geht auch nicht darum, ob diese Einschätzung objektiv ist - das kann sie gar nicht sein.

    Gehen wir das mal step by step durch:

    The Witcher 3

    Das strategische Vorgehen macht bei TW3 nur einen winzigen Bruchteil aus. Es beschränkt sich auf Waffenwahl, wann ich welchen Quest mache, wie ich Geralt skille und derlei Dinge. Wesentlich grösser ist hingegen der Action-Part. Grösser heisst hierbei, dass ich letztlich mehr Zeit mit Laufen, Kämpfen, Interagieren usw. verbringe, als damit zu überlegen, welchen Quest ich nun mache. In Einzelfällen kann das anders sein, doch hier geht es um eine Gesamtwirkung. Allerdings spielen auch sowohl die Atmosphäre, als auch die Story eine entscheidende Rolle.
    Fazit: Das bedeutet, dass TW3 für mich ein stark actionorientiertes Spiel ist, das viel Wert auf Atmosphäre und Story legt und wenig auf Strategien gleich welcher Form.

    World of Warcraft (Vanilla)

    Oberflächlich betrachtet sind sowohl TW3, als auch WoW im Kern RPGs. Daher ist es nicht verwunderlich, warum das Chart hier ganz ähnlich aussieht. Auf die Story wurde hier im Vergleich zu TW3 nicht ganz so viel Wert gelegt, dafür ist der strategische Part wichtiger - wann ich welche Skills einsetze, wie ich meinen Char skille, wie ich in meiner Rolle als Tank, DamageDealer oder Heiler mit dem Rest des Teams vorgehe - und so weiter. Atmosphärische Auszeiten, in denen ich über Quests reflektiere findet man eher bei TW3, in WoW gibt es mehr Fokus auf Action.
    Fazit: Stark actionorientiertes Spiel mit etwas Strategie, etwas Story und mäßig / viel Atmosphäre.

    Mass Effect 3

    Die Anteile sind in ME3 ganz ähnlich verteilt wie bei WoW. Wobei hier mehr Gewicht auf die Story gelegt wurde.
    Fazit: Stark actionorientiertes Spiel mit etwas Strategie. Story und Atmosphäre halten sich die Waage und spielen beide eine wichtige Rolle in der Gesamtwirkung (je 25%).

    Crusader Kings 2

    Ganz anders nun das Chart zum Mittelalter-Strategieklotz von Paradox. Wie nicht anders zu erwarten war spielt der blaue Anteil, also Strategie, hier die entscheidende Rolle. Er ist es, der das Spiel zu dem macht, was es ist, wie es wirkt.
    Doch zu gut einem gefühlten Drittel trägt auch die Atmosphäre dazu bei: Das Verheiraten von Prinzessinnen, authentische Historie-Aspekte, das ganze Mittelalter-Feeling. Story und Action hingegen sucht man hier vergebens.
    Fazit: Strategiespielmonster mit ausgebauter Atmosphäre, ohne Story, ohne Action.

    Age of Wonders 2

    Sieht auf den ersten Blick ganz ähnlich in der Wirkung aus, wie CK2.
    Jedoch gibt es hier auch eine Story. Wenn auch nur eine dünne, auf der kein besonderer Fokus liegt, da nicht die Kampagne, sondern die benutzerdefinierten Spiele den eigentlichen Kern des Games darstellen.
    Fazit: Eindeutiges Strategiespiel mit Fokus auf Atmosphäre. Story ist Nebensache und Action gibt es keine.

    Subnautica

    Ein völlig neues Bild liefert das Unterwasser-Abenteuer (das allerdings noch im Early Access und somit noch nicht fertig ist). Strategische Überlegungen halten sich hier stark in Grenzen: Wann baue ich was und wo? Der Aktivitäts-Part ist sehr groß. Story gibt es bisher keine. Doch der eigentliche Fokus liegt auf der Atmosphäre. Sie ist es, die das Game in meinen Augen ausmacht. Wie gesagt, ohne Wertung.
    Fazit: Stark atmosphärisch orientiertes Actionspiel mit sehr wenig Strategie und nicht vorhandener Story.

    Edna bricht aus

    Logisch, dass der Story- den Löwenpart bei einem Adventure darstellt. Logisch ja - aber eben nicht zwingend. Ausserdem, was ist mit dem Rest? Nun, strategi(e/sche Überlegungen) und Atmosphäre empfand ich zwar als vorhanden, aber nicht in besonderem Maße hervorstechend. Action gibt es keine. Jedenfalls nicht, dass ich wüsste. Habe es aber auch nie zu Ende gespielt, da mich Adventures meist schnell überfordern :)
    Fazit: Klassisches Adventure: Storylastig mit vorhandener Atmosphäre und genretypischem Fokus auf's Tüfteln. Vermutlich ohne Action.

    Tetris

    Dieser alte Klassiker ist ein schönes Beispiel, warum solche Charts wichtig sein können. Bei Tetris handelt sich auf den ersten Blick um ein actionorientiertes Casual-Game. Tatsächlich jedoch spielt das Überlegen ("Wo lege ich jetzt dieses %&&§$/!!-Baustück hin?!") - und somit die "Strategie" - die eigentliche Rolle. Atmosphäre ist praktisch nicht vorhanden und eine Story wäre...grotesk :D
    Fazit: Gelegenheitsspiel mit hohem Fokus auf strategischen Überlegungen (unter Zeitdruck), entsprechend viel Action. Ohne Atmosphäre, ohne Story.

    Schach

    So eindeutig wie beim König der Spiele dürfte es wohl selten zugehen. In Schach gibt es weder Atmosphäre, noch Story, noch Action. Es ist...
    Fazit: ...ein reines Strategiespiel. Ohne Wenn und Aber.



    Edit: Korrekturen

    Bei "Edna bricht aus" ist mir ein Fehler unterlaufen: Das blaue Tortenstück müsste grösser sein (typische Adventure-Tüfteleien). Skyrim wäre zudem ein besseres Vergleichsbeispiel zu TW3 gewesen - statt WoW. Bei Skyrim würde ich folgende ASSA-%Werte dotieren:
    Action 50, Strategie 10, Story 5, Atmosphäre 35.

    Was bringt mir das?

    Je nachdem, worauf ihr Wert legt, könntet ihr auf einen Blick sehen, ob das jeweilige Spiel etwas für euch ist oder nicht.
    Zwei Beispiele, erst mal ein "negatives", wenn es keine Charts gibt:

    Nehmen wir an, ihr seid Shooter-Fans, interessiert euch vorrangig für Action.
    Nun wird ein Shooter getestet, doch erst auf der dritten Seite des Testberichts erfahrt ihr das K.O.-Argument für euch: Dass es in dem Spiel vorrangig um Atmosphäre und Story geht, dass der strategische und v.a. der actionorientierte Part nur eine Nebenrolle spielen.
    Mit den Charts wäre das nicht passiert ;-)

    Nun das "positive" Beispiel, also mit Charts:
    Nehmen wir an, ihr seid normalerweise kein Fan von Adventures. Nun ist aber eines im Test, ihr wolltet schon weiterblättern/-klicken, doch im Augenwinkel seht ihr das Chart, dessen grösster Teil zu eurer Überraschung blau gefärbt ist. Aha, hoher quasi-strategischer Anteil also. Euer Interesse als Strategiespieler ist geweckt, ihr lest den Artikel, den ihr ansonsten ignoriert hättet - und findet möglicherweise ein Spiel, das euch brennend interessiert, von dem ihr ansonsten nie etwas erfahren hättet.

    Gibt es Nachteile?

    Na klar, jede Medaille hat zwei Seiten.
    Die grösste Gefahr besteht darin, dass Artikel gar nicht mehr gelesen werden, sondern nur noch auf das Chart geguckt wird. Fairerweise muss man aber zugeben, dass das beim Fazit und der Wertung auch schon zutrifft. Ist also kein echtes Kontra-Argument, wie ich finde.

    Nun seid ihr gefragt!

    Ich habe nur die Idee geliefert - und neu ist sie nicht mal, habe sie nur etwas verfeinert.
    Nun liegt es an euch, sowohl der GameStar-Community, als auch GameStar selbst:

    Ob ihr so etwas wollt - oder nicht.



    Ich freue mich über Feedback, gerne auch seitens der Redaktion und interpretiere die Votes des Blogs als Umfrage-Ergebis:
    Likes als Zustimmung ("Ja, ich will Charts") und Dislikes als Ablehnung ("Nein, ich will keine Charts").
    Wenn ihr euch nicht sicher seid, enthaltet euch einfach beim Vote und / oder nutzt bitte den Kommentar für Details. Wenn ihr zwar schon Charts wollt, aber nicht nach dem ASSA-Prinzip, dann votet bitte mit Like und entsprechendem Kommentar. Trolle (laut einem gewissen Mr. Smart gibt es davon ja jede Menge ^^) voten wie üblich einfach mit Dislike, auch ohne gelesen oder verstanden zu haben, worum es geht :)

    Vielen Dank!

    PS:
    Bitte keine Schlammschlachten darüber, wie ihr eines dieser Games einschätzen würdet. Sie dienten nur als Beispiele. Es soll hier um die Idee der Charts gehen, nicht um das einzelne Game. Das ist IMMER subjektiv, egal, von wem die Einschätzung kommt.
    Und zum wirklich letzten Mal, ich verspreche es:

    Es hat nichts mit einer Wertung zu tun :)

    Über den Autor

    Yeager
    Chuck Yeager durchbrach als erster Mensch die Schallmauer.
    <br/>Ich stolperte über seinen Namen als damals noch kleiner Junge beim Gucken von "Der Stoff aus dem die Helden sind".
    <br/>Sein Name gefiel mir, wurde zum Nick und blieb es.

Kommentare

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  1. Madajnun
    Ok jetzt hab ich's geschnallt =)
      3 Person(en) gefällt das.
  2. Yeager
    Ich respektiere die Kritik, danke.
    Allerdings:
    Es geht nur um Relationen, nicht um qualitative Aussagen.
    Und es geht nur um die Wirkung eines Games.

    Wenn z.B. bei The Witcher der strategische Part genauso stark das Spiel nach aussen charakterisieren würde, wie es schon Action, Story und Atmosphäre tun, dann hätte man tatsächlich ein Chart mit vier gleichen Anteilen. Das bedeutet nicht, dass einer dieser Werte nun "schlechter" wurde. Es würde bedeuten, dass das Game nach Außen hin, zum Spieler hin so wirkt, dass für jeden was dabei ist.
    Theoretisch - denn ob es wirklich so ist, von der Güte her - das zeigt dann der Test(text).

    Ganz simpel ausgedrückt:

    Bei einem Game wie z.B. Sim City: Was machst du da hauptsächlich, wenn du es zockst? Du baust, oder? Du überlegst dir was du baust, warum du es baust, wohin du es baust und so weiter.
    Der Action-Part ist fast Null, Story wäre mir neu, dass es da jemals eine gegeben hätte und Atmosphäre: Kommt darauf an. Allein beim letzten Sim City war die durch den Tilt-Shift Effekt durchaus hervor stechend, machte also einen gewissen Teil der Spielwirkung aus.
    Wenn ich das in ASSA ausdrücken wollte, müsstest du dir ein Chart vorstellen mit den Werten Action 0, Strategie 70, Story 0, Atmosphäre 30. Klar wäre das subjektiv.
    Nur ist das die Wertung erst recht. Und der Test-Text. Und noch vieles mehr.
      3 Person(en) gefällt das.
  3. Yeager
    Danke :)

    Die Gefahren sehe ich eigentlich nicht.
    Die Charts sind letztlich nichts anderes als beschreibender Text des Tests -&gt; Wie WIRKT das Spiel? &lt;- nur als Bild eben.
    Das bedeutet, dass du aus dem Chart alleine nicht wirst erkennen können, wie gut oder wie schlecht das Spiel ist.
    Du wirst "nur" sehen können, worauf der Hauptfokus im Spiel liegt - und das kann eine Einladung für dich werden den Test zu lesen bei einem Game, das dich sonst kalt gelassen hätte.
  4. HAL9000
    Wie geschrieben: Für mich bringt das System so oder so keinen Mehrwert, aber als Problem an dem Chart sehe ich, dass 4 Kriterien in Relation gesetzt werden, die im Grunde nicht voneinander abhängen und teilweise höchst subjektiv sind. Bei dem WOW/Mass-Effect - Beispiel kann ich nicht erkennen, ob WOW jetzt mehr Atmosphäre oder einfach weniger Story hat und aufgrund dessen das Atmosphäre-Stück dominanter ist.
    Die Balken hätten den Vorteil, dass man einzelne Komponenten unabhängig voneinander darstellen könnte. Story/Atmosphäre - Anteile darzustellen ohne diese gleichzeitig zu bewerten, halte ich im Übrigen fast für unmöglich.

    Edit: Mit Prozentwertung meinte ich Prozentwertung, also das derzeitig von Gamestar und vielen anderen verwendete Wertungssystem und nicht die "ASSA"-Klassifizierung per Chart. Das war nur ein Hinweis, der sich gegen den Einwand von Yeager richtete, dass das Prozentsystem bei Spielewertungen ja auch akzeptiert sei.
      1 Person gefällt das.
  5. Yeager
    Exakt.

    Daher habe ich auch darauf verzichtet %-Zahlen zu nennen.
    Habe sie nur im Text genannt, weil...Text eben :) Da kann ich nicht malen :)
      1 Person gefällt das.
  6. Yeager
    Danke für die Kritik, Van Kroenen.
    Ich meine es ernst.

    Dennoch bin ich nicht ganz deiner Meinung:

    Borderlands: Natürlich ist es ein Ego-Shooter, schrieb ich ja bereits. Aber du siehst doch wohl selbst die (gewollten) Analogien zu Spielen wie Diablo: Alle paar Meter ne neue Waffe mit entspr. Attributen, die typische RPG-Skillung, die Quests:
    Das sind allesamt Charakteristika eines ARPGs, keines Shooters.
    Doch egal zu welcher Rubrik man das Spiel einordnet kann man nicht durch die bloße Zuordnung erkennen, worauf das Spiel besonderen Wert legt, wie es vorrangig nach Außen wirkt. Der quasi-strategische Anteil ist allein schon durch die Klassen und die Waffen ein viel höherer, als bei vielen anderen Shootern.

    Es gibt da dieses eine RTS, komme nicht mehr auf den Namen, irgendwas mit "Dark", das besticht in erster Linie NICHT durch Strategie, wie es bei einem RTS zu erwarten wäre - sondern durch Atmosphäre.

    Genre-Bezeichnungen:
    Selbst wenn diese akkurat aufgeführt wären, mit allen Sub- und Unter-Sub-Varianten könnte es immer noch Ausreisser geben. Es geht bei der ASSA-Idee nicht darum Texte zu meiden oder zu ersetzen, sondern im Gegenteil: Leute für ein Game zu interessieren, das zu einem Genre gehört, das sie sonst nie zocken würden. Überschriften und selbst Wertungen (wenn sie nicht exorbitant hoch sind) können das nicht leisten. Die Charts schon.

    Charakterisierung:
    Es geht nicht darum, wo man Darkest Dungeon und FTL (übrigens: in beiden Fällen geniale Games :)) einordnet, sondern grafisch darstellt, was das Game hauptsächlich ausmacht.
    In beiden Fällen ist es sowohl Strategie, als auch Atmosphäre. Wobei FTL wegen der Echtzeit, die man nicht zwingend pausieren muss, auch einen mittelmäßig großen Action-Part hat.
      2 Person(en) gefällt das.
  7. dodo384
    Ich verstehe diesen Kreis nicht als Prozentwertung. Die Anteile sind nur in Relation mit den anderen Anteilen erklärbar. 40% Action in einer Chart ist ev. mehr als 70% Action in einer anderen Chart. Deshalb sollte man auch nicht mit Zahlen arbeiten. Das würde das Ganze wieder ad absurdum führen. Es sind nur relative Anteile, grafisch dargestellt. Und bei Balken hast du wieder dasselbe Problem: Wie gross machst du den Balken? Auch da geht's wieder nur um die Relation.
      1 Person gefällt das.
  8. Yeager
    Sound ist ein Teil der Atmospähre, fällt also darunter.

    KI hast du in fast jedem Spiel und ist kein expliziter Inhalt. Oder willst du sehen WIEVIEL KI es in einem Game gibt? Die Menge ist irrelevant, auf die Güte kommt es an - und damit ist KI ein Teil der Wertung, nicht der Charakterisierungs-Charts.
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  9. HAL9000
    Zunächst Respekt für Deine Auseinandersetzung mit dem Thema und dass Du es so ausführlich erläuterst.

    Das erinnert mich sehr an das System, was die Videogames damals hatte nur ohne Chart. Hier mal auf die Schnelle ein Beispiel: http://www.kultboy.com/index.php?site=t&id=894 5. Im oberen Bereich des Wertungskastens sind neben Spieletyp 3 Symbole, die eine Einordnung nach folgenden Kriterien vornehmen:

    - Strategie/Denken
    - Geschicklichkeit
    - Action
    - Abenteuer/Rollenspiel
    - Sport


    Mir hat es damals rückblickend keinen Mehrwert gebracht, da ich persönlich noch nicht den Fall hatte, dass ich ein Spiel verpasst hätte, weil ich es gedanklich falsch eingeordnet hatte. Wenn mich etwas überhaupt nicht interessiert, würde ich einen Test im Übrigen noch nicht einmal kurz überfliegen.

    Zusätzlich bin ich der Meinung, dass diese Charts eine Objektivität suggerieren, die es logischerweise bei so einer Einstufung kaum geben kann. Die von Dir gewählten Kriterien finde ich auch nicht ganz glücklich. Würdest Du bei Fifa ein Drittel auf jeweils Atmosphäre, Strategie und Action geben? Bei Bioshock Infinite jeweils 25% auf alle 4 Kriterien, weil alles irgendwie zutrifft? Gerade Story und Atmosphäre mit Action/Strategie zusammenzuwerfen halte ich nicht für sinnvoll. Wenn überhaupt wäre wohl ein einfaches Balkendiagramm mit einem Anteil pro Kriterium besser, wenn man es unbedingt machen möchte.

    Ich bin übrigens auch kein Fan der Prozentwertung, die Abstufungen sind mir viel zu fein.
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  10. dodo384
    Da hast du etwas komplett falsch verstanden. Sound/Musik ist in "Atmosphäre" drin und KI in "Strategie". Umso besser die KI desto mehr Strategie wird nötig um das Spiel zu meistern. Wieso der Sound in Atmosphäre ist, muss ich hoffentlich nicht erklären.
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