Die moderne Hexenjagd

Von Reddok · 14. Dezember 2018 · ·
  1. Ich könnte das hier vermutlich auf alle möglichen Themen ausweiten. Da ich aber faul bin, beschränke ich mich auf (vermeintlichen) Feminismus und deren Gegner. Ich bin für Gleichberechtigung, das heißt aber nicht, dass ich alles, was unter dem Deckmantel der Inklusion entstanden ist, gut finden muss. Meine Meinung zu Star Wars EP8 und vor allem den neuen Charakteren der Leinwand ist ziemlich streng, das gebe ich zu - aber von diesem Thema will ich mich erstmal fernhalten, da sich sonst meine Wut in mir aufstaut. Ghostbusters und der Oceans-Ableger sollen ja auch alles andere als Meisterwerke sein, gar regelrecht sexistisch (laut nerdkultur) - habe sie nicht gesehen, auch kein Bedürfnis dazu. Vielleicht wenn es beim Streaming-Anbieter meiner Wahl zu sehen ist...
    Ich bin kein Experte - aber scheinbar muss man in Hollywood so viel Wert auf Diversität setzen, um sein eigenes Ego zu streicheln, dass andere (wichtigere) Dinge darunter leiden. Diversität ist meiner Meinung nach ein Luxus. Soll heißen: Es ist nicht überlebensnotwendig, aber kann eine nette Dreingabe sein. Warum ich das denke? Weil sich Frauen mit Männern identifizieren können, Schwarze mit Weißen und andersrum. Natürlich kommt es auch auf den Charakter an. Ich selbst bin vermutlich so weit vom Macho-sein entfernt, dass ich mich als kleiner, dürrer Kerl eher mit einem dürren Mauerblümchen identifizieren kann, als einem glatzköpfigen, muskelbepackten Actionhelden, der drei X im Nacken tätowiert hat.

    Normalerweise versuche ich den Begriff SJW so gut es geht zu vermeiden... Aber ich schätze, heute komme ich nicht drum herum. SJW, oder Social Justice Warrior sind, wie der Name schon sagt, Krieger für soziale Gerechtigkeit. Dieser Begriff ist zu einem Schimpfwort mutiert mit der Bedeutung, dass derjenige vorgibt für soziale Gerechtigkeit zu kämpfen, dies aber nur für sich selbst macht - um sich selber auf Social Media besser darstellen zu können. So seh' ich das. Also diejenigen, die sich tatsächlich für soziale Gerechtigkeit einsetzen und dabei keinen Murks produzieren, sehe ich nicht als SJW's an.
    Das ist bei Spielen vermutlich um einiges einfacher als bei Filmen - solange das Gameplay einigermaßen Spaß macht. Allerdings sehen (scheinbar) viele inzwischen schon rot, sobald es das geringste Anzeichen von SJW's gibt - ob es nun berechtigt ist oder nicht.


    Fall 1: Battlefield V
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    Ich verwette meinen Hintern: Wäre im Battlefield 5 Trailer die Prothesenfrau nicht zu sehen gewesen, hätte sich kein Schwein darum gekümmert, dass Frauen im Spiel sind. Okay, EA hat sich nicht unbedingt mit Marketing Ruhm bekleckert! Auch wenn für mich "Buy it or not!" keine Beleidigung ist, sondern eine einfache Tatsache, die Grundregel der Wirtschaft. Ob man das jedoch zu seinen Stammkunden sagen sollte...

    Warum aber bin ich so sicher, dass es (fast) niemanden interessieren würde? Weil es schonmal passiert ist. Bzw. eben nicht. Und zwar in CoD WW2. Da kann man auch Frauen im 2. Weltkrieg spielen, komischerweise hat sich jedoch niemand darüber aufgeregt.
    Aber zurück zu Battlefield. Mag ja sein, dass kämpfende Frauen nie wirklich die Regel waren, aber was ist so schlimm daran sie in einem Multiplayer-Shooter einzuführen, der im 2. Weltkrieg spielt? Es ist schließlich nicht so, als ob Frauen damals nicht existiert hätten. Ich bezweifle, dass der Großteil aller BF Spieler die Gegelgenheit nutzen um nur als Frauen zu spielen; ergo: relativ wenige Frauen auf dem Schlachtfeld. Falls das nicht stimmt, scheinen die weiblichen Charaktere jedoch halb so wild zu sein.
    Kleine Anekdote: Ein Verwandter von mir, der konservativ eingestellt ist, ist seit dem Release von BF5 spurlos verschwunden. In den seltenen Gelegenheiten, bei denen ich mit ihm sprechen konnte, hat er sich nicht über die spielbaren Frauen beschwert.

    Aber ich schätze, letztenendes EA ist da etwas spieziell. Der CEO - höchstpersöhnlich - könnte, begleitet von Posaunenklängen, aus den himmlischen Sphären mit Engelsflügeln sowie Heiligenschein herabsteigen, Hunger, Krebs und Krankheiten auslöschen und es würden sich noch immer Leute drüber aufregen. Nicht, dass ich es ihnen verübeln würde.


    Fall 2: Assassins Creed Odyssey
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    Von meinen drei Beispielen, hat dieses vermutlich die meisten Spieler und die leisesten Aufschreie. Aber ich wollte es mitnehmen, schließlich sind aller guten Dinge drei.

    Die griechischen Frauen wurden, nach meiner Laienansicht, in Odyssey korrekt genug dargestellt. Zum Beispiel gibt es keine weiblichen Soldaten oder Politiker (Spartanerinnen hatten von allen Frauen Griechenlands die meisten Rechte). Die einzigen kämpfenden Frauen, sind entweder in der Schiffsmannschaft, Söldner, oder sind Zivilisten, welche zum Besen greifen wenn sie kampfeslustig sind. Nun, ob es in der Realität Söldnerinnen gab? Nicht unmöglich. Wenn ja, dann vermutlich eher wenige (mir fällt nur Xena ein :groundi:)... Aber selbst wenn nicht: In dem Spiel kämpft man gegen Zyklopen, den Minotauren, die Sphinx und selbst gegen die verdammte Medusa! Und das nicht auf einem Trip, oder durch einen Fehler in der Matrix im Animus. Warum sollte ich mich also auf die Darstellung der griechischen Frau versteifen, wenn das Spiel offensichtlich Fantasie mit Geschichte verbindet? Ist ja nicht so, als ob das ein Geschichtsrundgang ist (welcher erst noch nachgeliefert wird).
    Übrigens: Die erste Olympiasiegerin war tatsächlich eine Spartanerin, wenn auch im Streitwagenrennen und nicht im Faustkampf.

    Wenn ich schonmal dabei bin: Far Cry New Dawn. Habe letztens Far Cry 5 durchgespielt, und fand es genial - vor allem das Ende. Ist vielleicht nicht das Befriedigendste, wenn der Hauptbösewicht nicht stirbt, aber von "Die Bösen sterben, die Guten gewinnen"-Enden gibt's genug. Meiner Meinung nach ist FC5 Insgesamt sogar besser als Teil 3 (und vermutlich auch 4 - hab ich nicht gespielt); Vaas ist natürlich cooler als alle Fünfer-Bösewichte zusammen, aber ist auch nur das halbe Spiel über dabei. So, aber nun zu New Dawn: Die Bösen sind diesmal zwei weibliche, schwarze Zwillinge, die auf dem Cover Schießübungen mit einem gefesselten Mann machen. Erstmal: Gut, dass Ubi daran denkt, nicht nur gute Frauen einzubauen, sondern auch an die Fieslinge denkt.
    In den Kommentaren vom deutschen Ankündigungstrailer liest man sowas wie "Großartig, zwei schwarze Frauen, die auf dicke Hose machen." Was ist bitte das Problem? Selbst wenn Schwarze/Frauen zurzeit in keinen Führungspositionen oder ähnlichen zu finden wären - in New Dawn ist die Gesellschaft zerstört und wird in neuer Form wieder aufgebaut. Es gibt also keinen Grund, warum weibliche Zwillinge, die ihren Vater, der vorher Anführer der Gang war, töteten, nicht den Respekt der Highwaymen bekommen könnten.


    Fall 3: Total War
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    Man könnte meinen, nach dem (durch einen missverständlichen Screenshot ausgelösten) Shitstorm um Rome 2 wäre CA vielleicht etwas vorsichtiger. Ha, weit gefehlt! Im nächten "historischen" Titel gibt es eine Banditen-Fraktion, angeführt von der Frau Zheng Jiang, die das vorherrschende System hasst und den Familiennamen nur an Töchter weitergibt. Zugegeben, das war vermutlich schon Ewigkeiten so geplant, lange vor dem Shitstorm. Außerdem ist dieser Charakter eher eine Fußnote, als eine gut dokumentierte Persöhnlichkeit. Aber - auch wenn das Spiel einen historischen Modus hat, basiert es doch zu großen Teilen auf einem Roman, welcher nicht nur auf echten Begebenheiten basiert- das hat zumindest meine kurze Recherche ergeben.
    Aber selbst wenn die Zeit bis auf den letzten umgefallenen Sack Reis dokumentiert wäre: Was ist so schlim an einem von CA geänderter/eigener Charakter, der sich ein bisschen anders spielt als die anderen? Ja, eine Frau als Herrscherin über China ist nicht mehr historisch akkurat (vermute ich als jemand, der keine Ahnung von China hat), aber es ist eben eine Sandbox.
    Ich könnte einen Shitstorm ja (ein wenig) verstehen, wenn man eine Armee aufstellen könnte, die komplett aus Frauen besteht (Es sei denn es handelt sich um die Amazonen, als DLC für Warhammer 2 - welche ich mir vor allem aus Schadenfreude erhoffe, besonders wenn sie anstelle der südlichen Reiche ins Spiel kommen - zusammen mit Araby!), oder es Transcharaktere gäbe oder sowas. Es gibt auch keine Beschwerden, wenn sich die Zwerge mit den Skaven verbünden, weil sie beide gegen die Grünheute kämpfen. Solange also Zheng Jiang keiner wichtigen Persöhnlichkeit den Platz wegnimmt, sehe ich kein Problem. Historische Titel sind weit weniger (Achtung, provokatives Schlagwort!) D I V E R S als die Warhammer-Reihe. In früheren Total War Games hatte man zwar unterschiedliche Völker, aber mehr oder weniger die selben Einheiten und Taktiken. In Warhammer hat man Völker ohne Fernkämpfer, oder ohne Kavallerie, welche die bis zum Tod kämpfen, etc. Wenn also Zheng Jiang etwas Abwechslung in die chinesischen Bauernhorden bringt, bin ich ganz klar dafür.

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    Wir unterbrechen das Programm für Werbung meine Rubrik Reddok's Youtube RecommendationsTM (RYR)! Heute: Der Feministin Liana Kerzener findet die alte Lara Croft besser als die neue:

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    Was sollte das alles?

    Die neue Sabrina-Serie (Um endlich den Bogen zu den Hexen zu bekommen) auf Netflix hat ein Mädel, dass sich wie ein Junge anzieht, was zu 80% gleich (minus Dämonenbesessenheit und Geistervorfahren) in einer anderen 2018er Netflix-Serie dargestellt wurde. Ich glaube es war eine Komödie, in der Hausfrauen einen Supermarkt ausrauben oder sowas. Ich kenne das Ursprungsmaterial nicht und mich stört eher, dass die Nebencharaktere, die keine Hexen sind, auch irgendwelche magischen N00b-Fähigkeiten haben - bis auf Sabrinas Freund, aber der stammt ja von Hexenjägern ab. Ich hätte ja eine Spoilerwarnung geschrieben, aber es war extrem offensichtlich, dass jeder der Freunde irgendwie besonders sein würde. Die Frage, die ich nicht beantworten kann: Wurde dieses "Klischee" zufällig zweimal eingebaut, um Leute zu erziehen, oder kommt sowas heutzutage häufiger vor? Wundern würde mich letzteres überhaupt nicht (auch wenn die Menschen weit weniger individuell sind als sie glauben) - denn nicht jedes Mädel zieht gerne Kleidchen an, oder trägt ihre Haare lang. Außerdem kommt sowas nicht nur in westlichen Filmen/Serien vor und auch nicht erst seit 2018. Ein Beispiel dafür wäre The Witcher 2/3. Wobei CDPR in der Hinsicht ein wenig ins Klo gegriffen und sich darin verheddert hat.

    Kultur verändert sich unaufhaltbar. Genau so ist Politik und Kunst unzertrennlich, wobei nicht in jedem "Kunstwerk" eine politische Nachricht stecken muss. Ihr wollt, dass Spiele als Kunst angesehen werden? Dann solltet ihr auch darauf gefasst sein, dass diese Politik enthalten, die nicht eurem Geschmack entspricht - das Gleiche gilt auch für Serien und Filme.
    Langer Text, wenig Sinn: Ich will nicht, dass ihr aufhört zu kritisieren, zu hinterfragen, etc. Aber bitte, schiebt nicht alles automatisch, ohne nachzudenken den pöhsen, pöhsen SJW's in die Schuhe. Das Problem ist nicht die Politik ansich - sondern die Umsetzung, z.B. sobald Politik wichtiger als die Qualität des Produkts ist. Manchmal sind Menschen aber auch einfach nur dumm. Kindergeschichten im düsteren Warhammer 40k? Ich verstehe ja, dass sich Games Workshop eine neue Generation von Kunden heranzüchten will, aber das klingt schon extrem unpassend und ich bin nicht überrascht, wenn sich 40k Fans auf den Schlips getreten fühlen. Jedoch müsste man erstmal das Ergebnis bewerten können und ich würde mich hüten, von einem Necron mit pinken Schulterplatten Schnappatmung zu bekommen.

    Ich will mich hier nicht als Moralapostel hinstellen. Mir geht es einfach nur auf den Keks, wenn irgendwo direkt das Geschrei losgeht, sobald Diversität auch nur erwähnt wird. Okay: Es ist nicht klar zu erkennen, wie viele sich wirklich darüber aufregen. Ja im Steamforum und auf Youtube sind gefühlt ziemlich viele mit so einer Einstellung unterwegs. Aber wie viele sind es insgesamt? Im Total Wareddit Beispielsweise, werden rants über Creative Assemby zu diesem Thema von den Usern runtergevoted, während Bugs und allgemeine Beschwerden hochgevoted werden.

    Wie dem auch sei: Ein wenig Gelassenheit hat noch niemandem geschadet! (Daran muss ich mich auch manchmal wieder erinnern...)


    So, jetzt hab ich Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben, zum Beispiel wie ein Pokémon Spiel für ein erwachsenes Publikum aussehen könnte.

Kommentare

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  1. TheVG
    Ich sehe das gerne etwas objektiver bzw. weltmännischer und möchte mal behaupten, dass es schlicht an den Statuten des Alten liegt, wenn Neues wie ein Affront gewertet wird und es für Vernunftmenschen eigentlich selbstverständlich erscheint. Ich könnte jetzt den Bogen endlos weiterspannen und bringe mal die religiöse Historie ins Spiel, als etwa die Christen das Heidnische quasi ausgerottet hatten. Heidnische Kulte waren von Frauen dominiert, das Christentum ist stark männlich und hierarchisch geprägt. Es ist also historisch bedingt, dass der Feminismus bzw. die Gleichberechtigung nach Jahrhunderten von alteingesessenen Werteregeln plötzlich skandalträchtig behandelt wird.

    Problem ist nur: die Art und Weise, wie diese Veränderung nun an den "Mann" gebracht wird. Diese "Alles halb so schlimm"-Präsentation und -Argumentation kann man schlecht vermitteln, wenn es sich bei Personen so manifestiert hat. Das muss man generationsübergreifend einschleichen lassen und bringt mit dem Dampfhammer nichts.
    1. View previous replies...
    2. TheVG
      Ich habe lediglich Erklärungen und Fakten dargelegt, was ich selbst darüber denke, steht auf einem anderen Blatt. Es bringt nur leider nichts, die Dampfhämmer auszupacken, weil nämlich genau das passiert, was den meisten so sauer aufstößt: sie lassen sich aus spontanem Trotz nicht auf das Neue ein und wandern dort hin, wo das Alte noch Gültigkeit hat. Hier kann man mMn nur mit Geduld und Spucke argumentieren, bis die Einsicht einkehrt.
    3. Yeager
      Einsicht könnte bei einer rationalen Sache einkehren. Da bräuchte es nur Argumente und Wissen und fertig wäre das Ganze. Rassismus, Chauvinismus, Homophobie und Weiteres, was in diese Rubrik fällt, ist nichts Rationales, sondern eine Glaubensrichtung. Genau wie beim religiösen Glauben auch hat man dabei rational keine Chance. Leider.
    4. Yeager
      Schau dir die USA an. 1865 haben sie ihren Bürgerkrieg beendet und formell Sklaverei und Rassismus abgeschafft. Aber nur scheinbar. Bis heute existiert er in den Köpfen vieler, selbst nach zwei Jahrhunderten. Wie langsam darf's denn sein? Nee, TheVG, ein sanfter Kurs hat nicht funktioniert und wird nicht funktionieren. Rücksicht auf menschenverachtende, uralte Glaubensbilder ist fehl am Platze, selbst, wenn dahinter eine strategische Absicht zur langfristigen, sanften Änderung vorliegt.
  2. Yeager
    2 / 2

    Dasselbe bei Schwulen in Games. Dasselbe bei allen möglichen Dingen. Ein einziger, reflektorischer Gedanke würde reichen. Ein einziger RATIONALER Gedanke - wie etwa die Frage: "Würde ich als Frau wirklich Bock auf ein Hobby haben, mich darin wirklich willkommen geheißen fühlen, wenn 95% dessen, was ich zu sehen bekomme, von Männern geprägt sind - und ich mit den verbliebenen 5%, da hochgradig stereotypisch, nicht identifizieren kann?" Eine extrem simple Handlung in meinen Augen - aber zu viele sind dazu wahlweise nicht fähig oder nicht willens. Oder beides.

    Man kann es drehen und wenden, wie man will, aber es geht immer wieder aufs Selbe hinaus: Es fehlt an Reflektion, es fehlt an Mitdenken, es fehlt an Empathie, aber vor allem fehlt es an Ehrlichkeit - sich selbst gegenüber. Chauvinismus, Rassismus und weitere Dinge, die die Menschheit nicht braucht, stecken fest verankert in mehr Köpfen drin, als man ahnt. Allein schon, dass eine Selbstverständlichkeit, nämlich der Hinweis darauf, dass das Scheiße ist, dass man nicht zu dieser Hirnie-Meute gehört, mit einem abwertenden SJW tituliert wird, zeigt das ganze Ausmaß der Irrationalität. Genau wie bei Religionen bringen rationale Unterhaltung dabei nichts, denn der Auslöser ist kein rationaler. Es geht - wie bei Religionen auch - um Glaubensbilder. Um den Glauben daran, dass der weisse Mann die Speerspitze der Evolution darstellt und das auch gefälligst so bleiben sollte. Ohne zu erkennen, dass durch Abwesenheit der Reflektion damit das Gegenteil dessen präsentiert wird. Wie sagte es der schwule Oscar Wilde mal so schön? "Es gibt nur eine Sünde und das ist die Dummheit."

    Ich bin weiß, ich bin heterosexuell - aber ich gebe Abubakur mit seinem Kommentar Recht. Zu viele von "uns" haben einen ernsthaften Dachschaden, ohne etwas davon zu wissen. Ohne etwas davon wissen zu wollen.
      Nick2000, Abubakur und Reddok gefällt das.
  3. Yeager
    1 / 2

    Du gehst von einem rational denkenden und dann auch noch rational handelnden Menschen aus. Schon mal so jemanden gesehen? Menschen sind hochgradig irrational und handeln auch so. Unser Verstand ermöglicht es uns nur nachträglich scheinbar logisch klingende Argumente zu finden, damit wir unsere emotionale WERTUNGS-Haltung legitimieren, als etwas Rationales ausgeben - was sie nicht ist.

    Zwischen den 70er und frühen 90er Jahren galten Computerspiele als praktisch reines Männer-, noch nicht mal, Jungs-Hobby. Es fehlte nicht mehr viel und die PC Games Leserschaft hätte der damaligen Redakteurin Petra Maueröder (heute Petra Fröhlich) ein Poster abverlangt, wie bei Bravo oder anderen Teenie-Zeitschriften. Der (sabbernde) Gedanke dahinter war klar: "Eine (gutaussehende) Frau! Die! mein! Hobby! teilt! Die mich versteht! Die meine Freundin sein könnte! Schmaaaacht!" Auch später, hier bei der GS, machten sich Jungs und Männer Gedanken, was man tun könnte, um das Hobby Gaming für Frauen attraktiver zu gestalten. Sie argumentierten mit dem scheinbar rationalen Argument, dass Computerspiele doch bitte endlich in der Mitte der Gesellschaft ankommen sollen, dass auch Frauen dabei normal sein sollten. Was aber war die wahre Intention? Dieselbe, wie bei der Poster-Sache. Also: "Frau ja, aber nur, wenn sie MICH bewundert - nicht wenn sie mir Konkurrenz macht, bitteschön!"

    Dieselbe Doppelmoral zeigt sich dann auch bei allen anderen Dingen, u.a. auch bei der Battlefield-Sache. Als ob die BF-Reihe jemals historisch korrekt gewesen wäre, mal gar nicht davon zu reden, dass es immer wieder kämpfende Frauen in der Geschichte gab. Das scheinbar rationale Argument ist: "Ich rege mich auf, weil alles gezwungen in Richtung Inklusion geht. Das macht meine Immersion putt!" Die Wahrheit ist aber: "Bisher war ICH der King, kann nicht sein, dass mir das Frauen nun wegnehmen! Wie stehe ich denn vor meinen Kumpels da, wenn eine Frau mich abgeknallt haben sollte? Das geht mal gar nicht!"
      Abubakur gefällt das.
  4. Abubakur
    Das Hauptproblem ist eigentlich recht simpel.

    (Weiße) heterosexuelle Männer. So plaktiv das auch klingen mag, aber wenn ich an meinen "Gaymer"-Blog erinnere, sind es eben genau diese, die sich angegriffen fühlen.
    Nun, man hat ihnen auch Jahrhunderte gesagt, sie sein die Herren der Schöpfung aber mittleriwele hat sich die Weltanschauung verändert und alle fordern nun ihr Recht ein.

    Z.B. Muss man sich dich nur mal angucken, wer besitmtme politsche Lager wählt.

    Ebenso glauben besagte bis heute noch, es gäbe eine goße breite Masse. Was auch widerlegbar ist.


    Die Leute müssen aufhören zu glauben, man wolle ihnen etwas weg nehmen. Die anderen möchten eben auch mal ran,
      Nick2000 und Yeager gefällt das.
  5. Jeremir
    Meine Meinung hierzu: Der Apell nützt nichts, da er die Hauptverantwortlichen für die vielen Eskalationen bei diesem Thema nicht trifft. Hauptsächlich verantwortlich sind nämlich diejenigen, die z.B. bei den genannten Spielen für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig sind. Wenn z.B. ein Fußballverein Probleme mit randalierenden Fans hat, wird ja auch der Verein zur Verantwortung gezogen. Einfach weil er dafür zuständig ist das Ganze zu managen.
    Und jetzt vergleiche man mal an der Stelle die Reaktion auf Kritik bei der es irgendwie um die Frauenthematik geht mit der Reaktionen auf irgendeine beliebige andere aufgekommene Kritik. Da fällt dann auf: Jedesmal wenn Kritik aufkommt versuchen die PR-Manager, Projektleiter, Produzenten etc. die Gemüter zu beruhigen. Außer bei der Frauenthematik. Da wird in Dauerschleife Öl ins Feuer gegossen und alle Kritiker pauschal in die Ecke AfD und Trump gesteckt.
    Man sollte an der Stelle bedenken: Bei den PR-Verantwortlichen handelt es sich um Profis. Von denen kann man von daher deutlich mehr erwarten als vom durchschnittlichen User. An der Stelle ist dann schon mal die Frage erlaubt woher es eigentlich kommt, dass diese Profis ihr Handwerkzeug fast immer beherrschen es aber jedesmal bei einem ganz bestimmten Thema scheinbar auf Knopfdruck von einen Moment auf den anderen vollständig verlernen. Und warum sich dieses Schema seit ein paar Jahren ständig wiederholt und scheinbar ein extremes Desinteresse daran herrscht aus diesen Fehlern zu lernen.
      Reddok gefällt das.
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