Diskriminierung von Männern in Videospielen!

Von Relix · 17. Juni 2014 · Aktualisiert am 18. Juni 2014 ·
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  1. (Vorsicht: Enthält Spoiler für Mass Effect Bioshock, Castlevania und jede Menge Ironie)



    Habt ihr das nicht auch satt? Ihr kauft euch Mass Effect, Bioshock oder Thief und das erste, was euch von der Verpackung her anglotzt ist ein 100 Prozentiger Bilderbuchheld, der eindeutig der Fantasie weiblicher Entwicklerinnen entsprungen sein muss. Nehmen wir zum Beispiel Commander Shepard: Es reicht nicht, dass unser Held, die für einen Soldaten realistische Fitness an den Tag legt Oh nein! Neben dem obligatorischen Six Pack und dem Prachtkörper wird uns in den Default Einstellungen sofort ein wahres Bild von einem Mann aufs Auge gedrückt, das nicht umsonst dem männlichen Supermodell Mark Vanderloo nachempfunden ist. Doch damit nicht genug, im Verlauf der Spiele müssen wir uns ein stereotypes Rollenbild nach dem anderen gefallen lassen, alles nur um der Spielerin den richtigen Kerl für jeden Geschmack zu bieten. Da wäre Kaidan Alenko: Sensibel, nachdenklich mit Schlafzimmerblick, ein guter Zuhörer mit emotionaler Seite, aber natürlich kein Weichei. Oder wie wäre es mit Garrus, dem einsamen Wolf, unnahbar mit harter Schale aber doch weichem Kern. Oder darf’s was scharfes sportliches sein? Kein Problem: Jacobs durchtrainierter Body sollte mit jedem seiner Sit ups die Herzen höher schlagen lassen. Natürlich ist das nicht alles: Wer die Extraportion Muskeln will ist mit Panzerschrank James Vega bestens bedient oder darfs geheimnisvoll und gefährlich sein? Thane Krios wartet nur auf euch! Der durchschnittliche Mann der vielleicht keine eins neunzig, zu dürr oder zu dick ist hat da keinen Platz.

    Doch auch in anderen Spielen ist der Sexismus den wir Männer uns gefallen lassen müssen unerträglich: Nehmen wir Booker de Witt, seines Zeichens Privatdetektiv und tapferer Held in mittleren Jahren. Kurz und gut der starke Beschützer, für alle die eine Vaterfigur brauchen. Wie selbstverständlich nimmt er es mit einer ganzen Stadt auf um Elisabeth aus den Fängen des Tyrannen zu befreien, wobei er seiner Begleiterin gegenüber steht’s liebevolle Geduld beweist. Der junge Garret ist nicht nur ein Meisterdieb sondern auch ein durchtrainierter Prachtkerl. Wer kann es schon abwarten ihm seine Maske abzunehmen.

    Den Totalen Gipfel der männlichen Sexualisierung erreichen wir jedoch in Castlevania der Lords of Shadow Reihe! Hier hat man als Mann das beklemmende Gefühl in einem Überlangen Fan Service für Frauen gefangen zu sein. Schon im ersten Teil zeigt sich deutlich, dass Gabriel Bellmont nur als Objekt der weiblichen Begierde konzipiert wurde. Seine Ehefrau Marie belügt ihn, Laura möchte ihn als Vaterersatz und später als Werkzeug um ihre Agenda gegen den Verbannten weiter zu treiben. Carmilla sieht ihn als ein Spielzeug um sich die Ewigkeit zu vertreiben. Im zweiten Teil wird das auf die Spitze getrieben. Es beginnt mit der anrüchigen Szene in Draculas Schloss wo er völlig unverständlicherweise ohne Oberbekleidung in den Kampf zieht einzig und allein mit dem Ziel der weiblichen Spielerschaft seine perfekten Bauchmuskeln zu präsentieren. Im Laufe des Spiels ringen dann Marie und Carmilla um seine Zuneigung wobei dem Spieler natürlich völlig klar sein dürfte, dass beide ihn nur als Trophäe wollen, während keine wirklich an seinen Gefühlen interessiert ist. Der kleine dicke Spielzeugmacher, der eigentlich eine Liebenswerte Person mit interessanter Hintergrundgeschichte ist, wird einfach in den Hintergrund gedrängt, weil er nicht in das Idealbild passt. Das Spiel endet dann mit einem Showdown mit dem Satan (halb nackt versteht sich) nur um zum Abschluss noch ein bisschen Eye Candy zu bieten.


    Diese Beispiele lassen sich endlos fortsetzen, doch der Grundtenor in der Spielentwicklung ist ganz eindeutig: Realistische Männer mit durchschnittlichem Körperbau und einem gewöhnlichen Aussehen werden ewig in der Unterzahl bleiben, einfach deswegen weil sie von der weiblichen Spielerschaft nicht gewünscht werden und sich deswegen nicht verkaufen. So müssen Generationen junger Männer mit Heldenfiguren aufwachsen, die ihnen eine völlig überzogenes Schönheitsideal aufzwingen und zugleich unrealistische Erwartungshaltungen fördern.


    Daher fordere ich im Namen aller männlichen Spieler, dass dieser Diskriminierung von Männern als reine Sexobjekte endlich ein Ende gemacht wird! Es kann nicht sein, dass Frauen in Games weiterhin die einzigen vielschichtigen Figuren mit komplexer Persönlichkeitsentwicklung sind (Lara Croft Tomb Raider, Vella Broken Age, Alice Alice Madness Returns, Lillet Blan GrimGrimoire, Mona A Vampyre Story, Liara Mass Effect) Während Männer nichts anderes sind als austauschbare Lustobjekte, die dazu da sind von den Frauen erobert zu werden und sie gut dastehen zu lassen!



    Sorry wegen der Rechtschreibung! Wer Ironie findet, darf sie behalten!





    Anfügung:

    Da nun einige Kommentare eingegangen sind, möchte ich an der Stelle kurz den Hintergrund dieses Blogeintrags genauer erläutern.
    Wie die Ironiewarnung am Anfang und am Ende des Textes deutlich machen soll, geht es hier um einen kleinen Seitenhieb zur erneut aufkeimenden Debatte um Sexismus in Videospielen. Ich fühle mich als männlicher Spieler keineswegs diskriminiert. Ich wollte nur zeigen, wie sehr dieses Thema polarisiert und wie leicht es ist Argumente für eine völlig einseitige Perspektive der ganzen Angelegenheit zu finden Hier ein Beispiel:

    Duke Nukem Forever:
    Das Spiel ist eine Herabwürdigung von Frauen, die als reine Sexobjekte oder Maid in Not dargestellt werden.
    Andere Perspektive:
    Dieses Spiel ist absolut Männerfeindlich:
    Es zwingt den Spieler in die Rolle eines Testosterongesteuerten, aufgepumpten Halbaffens, der nur mit seinem Schw*** denkt. Getrieben wird er von seinem Hang zur Gewalt und primitiver Lüsternheit. Den Männern wird unterstellt sie seien dumm, sexbesessen, kotfixiert, aggressiv und gewaltätig!

    Diskriminierung ist ein echtes Problem, aber eben auch immer eine Frage der Perspektive und man kann sich auch in Probleme reinsteigern wo gar keine sind.

    Ich denke man sollte nicht vergessen, dass Videospiele Fantasiewelten sind, die eben den Spielern, wie den Spielerinnen eine Möglichkeit geben in eine alternative Wirklichkeit einzutauchen und vielleicht bis zu einem gewissen Grad auch ihre Fantasien auszuleben. (Zumindest bei mir kommt es im Alltag nicht so häufig vor, dass ich die Galaxie rette oder auf einem Drachen reite)
    In so einer Fantasiewelt haben großbusige Prinzessinnen ebenso Platz wie strahlende, muskelbepackte Traumprinzen, Jedem/r das seine/ihre.

    In meinen Augen lenkt diese Debatte nur von den echten Problemen ab, die endlich mal in Angriff genommen werden müssen: Ungleichheit bei der Bezahlung, keine Vernünftige Regelung für Männer, die sich um ihre Kinder kümmern wollen, das systematische Ausschließen von Frauen bei gleicher Qualifikation in höheren Posten und nicht zuletzt die religiös/kulturell bedingte Missachtung von Frauen in vielen Ländern der Erde. Das sollten wir anpacken und nach Feierabend genießen wir dann unsere heißen Boys und Girls in den Traumwelten!

Kommentare

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  1. Forsti 13
    Sehr guter Artikel, dem ich mich nur anschließen kann.
    Viele Feministinnen und Feministen vergessen nur all zu gerne, dass auch Männer Menschen sind und unter die Definition von Sexismus fallen und machen sich nur zu gerne selbst des Sexismuses schuldig, weil sie das ja scheinbar für sich gepachtet haben.
    Den Gipfel dieser Diskussion finde ich hat sich ja jetzt in der Sache mit Rainbow Six gefunden. Da wird ernsthaft geschrieben, dass eine Frau als Geisel sexistisch ist, ein Mann aber vollkommen okay wäre.
    Oder anders geschrieben: Gewalt gegen Männer ist okay und sollte nicht verurteilt werden. Das ist absolut pervers wie ich finde.

    @TheQuaktt

    Das ist nicht wahr. Männer werden zum Teil schwer benachteiligt, eben aufgrund von Vorurteilen und Stereotypen, nur ist das nicht so omnipräsent wie die ewig schreienden Marktfrauen, die sich Feministinnen schimpfen.
    Als Mann hat man in fast allen Industrienationen kaum eine Chance bei einer Scheidung das Kind zu bekommen. Egal was man für Argumente hat. Das Argument "Mütter sind besser für Kinder" wiegt nun einmal immer am schwersten.
    40% aller Fälle von häuslicher Gewalt in Deutschland ist gegen Männer gerichtet. Aufgrund des Vorurteils "Männer sind stark und können auch sich schon aufpassen." werden diese aber nur in den seltensten Fällen geahndet. Wenn die Männer überhaupt den Mut dazu haben sich zu melden, eben wegen dieser Vorurteile. Darüber hinaus sind diese Fälle meist nicht physischer Natur, sondern psychischer Natur und sind damit noch schwerer zu beweisen. Dieser Umstand macht ein "sich wehren" von Seiten des Mannes auch noch extrem schwierig. Wenn er sich wehrt, dann wird er, ohne das ihm jemand glauben wird, sofort wegen Misshandlung verurteilt. Wegen Vorurteilen.
    Scheidungs- und Unterhaltsverfahren gehen in der Regel zu Ungunsten des Mannes aus. Auch wieder wegen Vorurteilen. Das führt dazu das 80% der Obdachlosen Männer sind.
    Generell in der Rechtssprechung ist der Mann gegenüber der Frau benachteiligt. Männer bekommen, egal für welches Verbrechen, statistisch eine höhere Strafe als Frauen. Auch wenn die Frau ihren Mann umbringt, ist die Strafe geringer als beim umgekehrten Fall.
    Und auch die Quotenregel führt zu einer Diskriminierung von Männern. Denn nicht in jedem Job ist eine Frau genauso qualifiziert wie ein Mann. Z.B. Möbelpacker oder Bauarbeiter. Es geht einfach genetisch nicht. Trotzdem muss die "Quotenfrau" ins Unternehmen und nimmt dabei einem qualifizierten Mann die Arbeit weg.

    Also bitte sag nichts, dass Männerdiskriminierung Männer im Alltag nicht groß verfolgen würde. Das ist schlichtweg falsch.
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  2. Raet
    Guter Text, der humorige Nachgeschmack dürfte positiv nachwirken.
    Überlege derzeit ob es (wirklich) personen gibt die sich bei Space-Marines einen Röntgenblick wünschen und das die 'Bruderschaft' damit eine ganz andere Bedeutung bekommt.
    Nachdem diese mit Ihren Rüstungen verwachsen sind dürften dabei eher Hygienefragen im Vordergrund stehen; zumal sich die einen Klonen lassen und die anderen (SC) aus Zwangsverpflichteteten besteht die Szenarienbedingt wohl kaum über Freizeit verfügen dürften.

    Abseits der Satire sind die Thesen des Blogs dennoch nicht realitätsfern. Letzendlich lassen sich in den Klischeebehafteten Szenarien meist nur ebenso geprägte Figuren finden. Selbst der Trend realtiätsnäherer, vielschichtigerer Charaktere ist dabei oft nur eine Maskarade um traditionelle Handlungstränge interessanter zu gestalten, ohne im Ergebniss davon abzuweichen.
    Ausnahme
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  3. Relix
    Zu interessieren scheint dich das Thema schon, sonst hättest du dir wohl kaum die Mühe gemacht den Text zu lesen und auch zu kommentieren, dir gefällt nur nicht wie ich es behandle und das ist dein absolut gutes Recht! Ich habe mir absichtlich ein Thema herausgesucht das polarisiert, welchen Sinn hat es schon über etwas zu schreiben, wo sowieso fast alle einer Meinung sind und zustimmen?

    Nun es kommt zwar nicht sehr oft vor, aber doch nicht so selten wie du denkst:
    Beispiel1: Rhapsody a musical adventure:
    Hier wird ein Prinz von einer bösen Hexe (Marjoly) gefangen und aus Versehen in Stein verwandelt, nur weil sie geil auf ihn ist und ihn haben will.
    Zitat der Hexe:
    My heart is burning overheating with a raging fire
    The prince I do admire, he fills me with desire

    Nun muss die Prinzessin losziehen und ihren liebsten retten.

    Beispiel 2: Mugen Souls:
    Die Hauptfigur ist weiblich und versucht die Welt zu erobern. Ihr SideKick Ryuto wird von ihr wie Dreck behandelt und sie amüsiert sich königlich darüber, dass er in sie verknallt ist und lässt ihn am langen Arm verhungern.

    Beispiel 3: Eternal Poison:
    Die Magierin Retica eine der Protagonistinnen versklavt einen anderen Protagonisten ihr gegen seinen Willen zu dienen. (Worüber er sich auch beschwert sie sieht ihn aber nur als Ding an das sie benutzen kann, wie sie will) Retica ist dabei der Spielercharakter und keine ausgwiesene Antiheldin oder ein Bösewicht. Das wird nur einfach so in Kauf genommen!

    Und im Gegensatz zu den anderen Beispielen meine ich die drei hier absolut ernst! Es kommt tatsächlich beides vor, man muss nur die Augen aufmachen.
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  4. Tom_82
    Ich habe ein nicht interessant angeklickt. Da ich das Thema nicht als für eine ironische Betrachtung geeignet halte.

    Es heißt Satire darf alles. Das mag stimmen. Aber sie muss mir nicht gefallen. Bei dem Thema der Darstellung von Frauen, kann man finde ich nicht damit argumentieren, dass ja auch Männer unrealistisch dargestellt werden. Sprich in einem Stereotyp. Da die Männer in eigentlich allen Fällen dennoch positiv dargestellt werden. Wann war der Mann das letzte Mal ein dekoratives Sex-Objekt, das hilflose Opfer das es zu rächen gilt oder hilflos gefangen im anderen Schloss?

    Auch wenn die Gleichberechtigung immer gerne herbeigeredet wird und weit gekommen ist, lebt die Trennung doch immer noch in vielen Darstellungen und im Alltag weiter. Daher finde ich diesen Text nicht interessant.
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  5. fridalein
    Den Blog habe ich ebenfalls mit einem Schmunzeln gelesen, deshalb gabs nen Daumen.


    Aber genau hier liegt das Problem. Diese Debatte lenkt, wenn man genau hinschaut, eben gerade nicht von den "offensichtlichen" Missständen ab.


    Ein Exkurs:
    Es ist doch so, dass wir permanent (ob in Filmen, Märchen, Games, aber auch im "RL") mit Stereotypen konfrontiert werden - seien es jetzt geschlechterspezifische oder z.B. ethnische.
    Wir nutzen täglich Stereotypen, um die Fülle an komplexen Informationen, denen wir täglich ausgesetzt sind, zu kategorisieren und damit leichter zu verarbeiten. Inwieweit uns diese Stereotypen hinsichtlich Vorurteilen oder Diskriminierung prägen, hängt wiederum von jedem selbst ab. Jemand, der tendenziell weniger Vorurteile hat, wird auch positive Stereotypen "zulassen", hingegen wird sich jemand, der sehr vorurteilsbehaftet ist, vermehrt auf negative Stereotypen einlassen.
    Das Verhalten eines jeden Einzelnen wird durch die Nutzung von Stereotypen beeinflusst - mal mehr, mal weniger. So hat sicher jeder schon mal "typische" Männereigenschaften oder "typische" Fraueneigenschaften klassifiziert - oder vielleicht auch gar "typische" ethnische Unterschiede. Bestimmt weiß der geneigte Leser, in welchem Größenverhältnis Geschlechtsmerkmale diverser ethnischer Gruppen in Bezug zu einander stehen ;-) Witzig? Überzogen? Aber irgendwie ist es hängen geblieben, beim ein oder anderen von uns.


    Was ich im Ganzen eigentlich sagen will:
    Es gibt Menschen, die sehr reflektiert mit Stereotypen umgehen - dort haben Vorurteile und Diskriminierung nur wenig bis gar keinen Platz. Um den "echten" Problemen entgegen zu wirken, ist es aber notwenig, genau diese Stereotypen zu minimieren - Vielfältigkeit bei der Besetzung von Vorstellungen und Begrifflichkeiten einzusetzen. Und genau da liegt der Hase im Pfeffer begraben: So lange wir das Eine billigen und müde belächeln, wird sich an der Grundsituation nichts ändern. Deswegen tragen eben auch diskriminierende Witze, Games, Filme, Bücher etc. dazu bei, Stereotypen aufrecht zu erhalten.


    Ich will wirklich keine Gutmensch-Debatte lostreten. Ich möchte nur, dass man im Gesamten mal drüber nachdenkt.

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  6. Relix
    Da nun einige Kommentare eingegangen sind, möchte ich an der Stelle kurz den Hintergrund dieses Blogeintrags genauer erläutern.
    Wie die Ironiewarnung am Anfang und am Ende des Textes deutlich machen soll, geht es hier um einen kleinen Seitenhieb zur erneut aufkeimenden Debatte um Sexismus in Videospielen. Ich fühle mich als männlicher Spieler keineswegs diskriminiert. Ich wollte nur zeigen, wie sehr dieses Thema polarisiert und wie leicht es ist Argumente für eine völlig einseitige Perspektive der ganzen Angelegenheit zu finden Hier ein Beispiel:

    Duke Nukem Forever:
    Das Spiel ist eine Herabwürdigung von Frauen, die als reine Sexobjekte oder Maid in Not dargestellt werden.
    Andere Perspektive:
    Dieses Spiel ist absolut Männerfeindlich:
    Es zwingt den Spieler in die Rolle eines Testosterongesteuerten, aufgepumpten Halbaffens, der nur mit seinem Schw*** denkt. Getrieben wird er von seinem Hang zur Gewalt und primitiver Lüsternheit. Den Männern wird unterstellt sie seien dumm, sexbesessen, kotfixiert, aggressiv und gewaltätig!

    Diskriminierung ist ein echtes Problem, aber eben auch immer eine Frage der Perspektive und man kann sich auch in Probleme reinsteigern wo gar keine sind.

    Ich denke man sollte nicht vergessen, dass Videospiele Fantasiewelten sind, die eben den Spielern, wie den Spielerinnen eine Möglichkeit geben in eine alternative Wirklichkeit einzutauchen und vielleicht bis zu einem gewissen Grad auch ihre Fantasien auszuleben. (Zumindest bei mir kommt es im Alltag nicht so häufig vor, dass ich die Galaxie rette oder auf einem Drachen reite)
    In so einer Fantasiewelt haben großbusige Prinzessinnen ebenso Platz wie strahlende, muskelbepackte Traumprinzen, Jedem/r das seine/ihre.

    In meinen Augen lenkt diese Debatte nur von den echten Problemen ab, die endlich mal in Angriff genommen werden müssen: Ungleichheit bei der Bezahlung, keine Vernünftige Regelung für Männer, die sich um ihre Kinder kümmern wollen, das systematische Ausschließen von Frauen bei gleicher Qualifikation in höheren Posten und nicht zuletzt die religiös/kulturell bedingte Missachtung von Frauen in vielen Ländern der Erde. Das sollten wir anpacken und nach Feierabend genießen wir dann unsere heißen Boys und Girls in den Traumwelten!
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  7. TheQuaktt
    Ich bin sehr zwiegespalten was das Thema angeht... ja auch an Männer werden tw. unrealistische Anforderungen gestellt, aber in meiner Wahrnehmung sind die bei weitem nicht so schwerwiegend. Selbst ich mit meinem Taumbody *Hust Hust* habe momentan eine Freundin und das obwohl ich in wahrscheinlich keinem Punkt dem von Hollywood & Viedospielen gefordertem Ideal entspreche (Diesmal meine ich das ernst). Auf der anderen Seite kenne ich da aber die ein oder andere Person meines Körperformates, die sich nicht unbedingt mit dem Weiblichen Gegenstück gleichen Formats einlassen würden

    Oder um das mal Deutlich zu sagen: Ich kenne mehr Frauen als Männer die über Körperliche nichtperfektion hinwegsehen.

    Und nun zum Zweiten Punkt: Die Charakter mit diesen Maße werden keineswegs ausschließlich von der Weiblichen Zielgruppe verlangt. Sondern im Wesentlich von 15-Jährigen Jungs, die gerne eine Perfekte Version von sich selbst spielen wollen.

    Je länger ich über dieses "Aber Männer werden auch Diskriminiert" Argument nachdenke, desdo dümmer kommt es mir eigentlich vor. Ja in unserer Gesellschaft werden auch Männer Diskriminiert, jedoch hauptsächlich in Berufsfeldern wie Kindergärtner (guter Artikel zu dem Thema: goo.gl/rqRCN3), Krankenschwester, Steward, usw. Und das sind Berufe deren Ausübung ein Großteil der "Aber Männer werden auch Diskriminiert" Argumentatoren nicht ausüben wollen, da sie selbiges als Verletzung des Männlichen Stolzes betrachten würden

    Seit die ersten Prizessinen vor Drachen gerettet wurden wollen Männer vorallem eins sein: Der Strahlende Retter des Hilflosen Mädchens. Diese Geschichte und dieses Rollenbild ist so alt, das Kaum jemand darüber nachdenkt. Die meisten Männer würden gerne Pilot sein, aber welcher Mann will schon als Flight Atendent arbeiten?

    Effektiv hat die Sexistische geprägte Darstellung des Männlichen Geschlechts einen derart geringen Einfluss auf die Berufslaufbahn eines Mannes, das sie vernachlässigt werden kann (Außer im Berufsfeld des Kindergärtners). Bei den Frauen sind die Effekte solcher Darstellungen dagegen deutlich Messbar, und ist hoch signifikant (im Mathematischem sinne Signifikant).

    "Männer werden auch Diskriminiert" ja meinetwegen, aber es hat keinen nennenswerten Effekt auf ihr Leben insofern halte ich diese ganze Argument für vorgeschoben und Schwachsinnig.

    Du bekommst ein Hilfreich
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  8. -zwecki-
    Schönes, kreatives Thema!

    Du nimmst die typische Sexismus-Debatte und drehst sie um, stellst auf ironische Weise klar, dass nicht nur die Frauen unter unrealistischen Idealbildern leiden. Es ist erstaunlich wieviel Wahrheit in diesem Text steckt.

    Du hättest den Text noch in Absätze unterteilen können, damit er lesbarer wird, aber von mir gibts so oder so einen Daumen hoch. Weiter so!
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  9. Yeager
    Verstehe die Dislikes nicht.
    Vermutlich werden sie nur den Anfang gelesen haben und dachten, oh, da will jemand mein Lieblings-Spiel kritisieren.
    Von mir gibt's das erste - und hoffentlich nicht einzige Like, auch wenn ich nicht so richtig unter diesem Phänomen leide - nicht, weil ich selbst ein Six-Pack hätte (momentan nicht mal eines, das aus Bier besteht), sondern weil mir die Darstellung schlichtweg egal ist.
    Ich identifiziere mich nur selten mit den Spielfiguren.
    Schon von daher, weil ich meist weibliche Avatare spiele.
    Soll ich ernsthaft ein paar Dutzend Level lang auf einen behaarten Männerhintern gucken? ;-)

    Das ist auch einer der Gründe für den Legenden-Status von Half Life:
    Gordon Freeman war untypisch, ein Anti-Held, ein Nerd.

    Kritik am Blog habe ich dennoch:
    Ich vermisse Absätze ;-)
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