Ein Schocker Game der anderen Art - ObsCure II

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  1. ObsCure II knüpft an die Handlung seines Vorgängers an und versetzt den Spieler in das Setting einer amerikanischen Universität. Dorthin hat es die Überlebenden verschlagen, die vor zwei Jahren in einer dunklen Nacht schreckliche Dinge an ihrer Highschool erleben mussten. Aber wie so oft sind solche lebenserschütternden Erlebnisse im Leben eines Durchschnittsteenies schnell vergessen und man widmet sich lieber wichtigeren Dingen wie dem Planen der nächsten Party. Stilistisch ist das ganze an typische Hollywood Teenie Horrorklamotten angelehnt, womit sich zumindest eine gewisse Originalität nicht absprechen lässt.

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    Aus diesem Setting leitet sich dann auch direkt das originellste Feature des Spiels ab. Anstatt dass man wie in den meisten Vertretern dieses Genres allein unterwegs ist, läuft man in ObsCure II zu Zweit durch die Gegend. Es gibt mehr als ein halbes Duzend Protagonisten, die nacheinander aufeinandertreffen und darüber hinaus über verschiedene, spielbeeinflussende Fähigkeiten verfügen. So können bestimmte Charaktere schwere Hindernisse verschieben, anderen gelingt das Öffnen von Schlössern, sie können versteckte Botschaften entschlüsseln oder glänzen mit ihren akrobatischen Fähigkeiten.

    Zwischen den beiden Figuren lässt sich jederzeit problemlos hin- und herschalten und auch das Inventar wird auf zugängliche Art von beiden geteilt, egal wie weit sie voneinander getrennt sind. Damit ist klar, wie die diversen Rätsel und Hindernisse des Spiels gelöst und umgangen werden müssen. Gleichzeitig weiss man vor jedem Abschnitt in Abhängigkeit davon welche Charaktere zur Auswahl stehen, mit welchen Rätseln man zu rechnen hat. Der andere Teil des Spiels besteht aus dem üblichen Konflikten mit diversen Monstern. Während diese im Vorgänger vornehmlich mit Licht bekämpfte, auf das sie allergisch reagierten, geht es diesmal brachialer zu und man entledigt sich den Kreaturen mit Hilfe von diversen Schlägern und Schusswaffen.

    Es scheint ein grundlegendes Spielelement bei Survival Horrorspielen zu sein, dass die Steuerung möglichst umständlich ist und man möglichst wenig Übersicht hat. Das ist besonders bei der PC-Version von ObsCure II eine ärgerliche Tatsache, da hier die permanente Unübersichtlichkeit über die Umgebung wie ein aufgesetztes Feature wirkt. Die Kamera pendelt nach Korrekturen ständig zurück, man kann sich nur eingeschränkt umschauen und das Spiel wechselt gerne in dramatische Perspektiven, die einem oftmals die Orientierung rauben. Während des Erforschens ist das ärgerlich, bei den Kämpfen führt das dagegen zur Frustration.

    Anders als im Vorgänger lässt sich das Spiel auch nicht mehr beliebig speichern, sondern man muss mit vorgegebenen Speicherpunkten vorlieb nehmen. Mit den entsprechenden Konsequenzen daraus, dass man im Falle des Ablebens einer der Figuren teils lange Passagen wiederholen muss. Ärgerlich ist in der Beziehung auch die künstliche Intelligenz der vom Computer gesteuerten Figur, die zu oft im Weg steht oder nicht alleine auf sich aufpassen kann und vom Spieler gerettet werden muss. Probleme, die sich aber aufgrund des Koop-Modus, in den man auch jederzeit während eines laufenden Spiels wechseln kann, vermieden werden können.

    Gelungen ist auch die atmosphärische Gestaltung des Spiels. Zwar bietet ObsCure II nichts, was man in den vielen Spielen dieser Art nicht schon mal erlebt hätte, eine überzeugend bedrückende Stimmung bringt das Spiel dennoch rüber. Grafisch bewegt sich ObsCure II im Mittelfeld. Es gibt Details und Momente die überzeugen, so wie die Charaktermodelle und ein paar nette Effektfilter, an anderer Stelle wirkt das Spiel dann aber zu simpel und grau. Vor allem in den Zwischensequenzen sehen die Figuren überdies wie halbe Zombies aus und bewegen sich auch nicht besonders graziös. Bei der Sounduntermalung sieht es ähnlich aus. Besondere musikalische Untermalung bietet das Spiel nicht, die unheimlichen Soundeffekte dagegen gehen in Ordnung.

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