Eine Lanze Brechen: Chronicles of Pern Dragonrider

Von Husky666 · 2. Mai 2018 · Aktualisiert am 7. Mai 2018 ·
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  1. Vorwort:

    Jeder kennt das oder? Man kauft ein Spiel und findet es super. Man liest einen Review dazu und der Tester zerpflückt das Spiel an dem man bis gerade noch Spaß hatte? Oder anders herum, man liest einen Test, der Redakteur zerpflückt das ganze, Jahre später fällt man zufällig dann doch über das Spiel und es ist überraschend gut? Darum soll es in der (sehr) losen Serie „Eine Lanze Brechen“ gehen.

    So ging es mir mit „Chronicles of Pern: Dragonriders“. Das Spiel bekam in einer PCGames eine halbe Seite und fertig. Wobei man da sehr gut sehen kann das der entsprechende Redakteur überhaupt keine Ahnung vom Genre hat und das Spiel wohl kaum über das erste Kapitel (von 4) gespielt hat. Der Test in der PCAction hingegen ist deutlich fundierter und man sieht auch das die Redakteurin (Was macht Tanja Bunke eigentlich mittlerweile?) das Spiel zu mindestens sehr weit gespielt hat. Selbst Mick Schnelle bekommt es hin, in einer halben Seite einen fundierten Test abzuliefern als es PCGames tut. Aber von vorne.

    Um was es geht:

    Das Spiel basiert auf den Büchern von Anne McCaffrey die seit 1968 erscheinen und Bestseller sind. (Achtung, der folgende Abschnitt beinhaltet Spoiler) In ferner Zukunft (um das Jahr 3000) machen sich die Menschen auf das All zu besiedeln, auch Pern im Rubkat System wird besiedelt.

    Da gibt es nur ein kleines Problem. Es gibt dort einen Asteroiden der einen außerirdischen Organismus auf sich trägt und dieser ist, gefräßig, in regelmäßigen Abständen geht ein solcher „Fäden regen“ auf Pern nieder. Ein solcher Zyklus zerstört die noch junge Siedlung auf Pern und die Bewohner werden gezwungen sich was auszudenken. Auf Hilfe von der Erde kann man nicht warten, die würde erst in 50 Jahren eintreffen.

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    Man fand heraus das kleine flugfähige Feuerechsen diese Fäden fressen, nur sind diese halt sehr klein. Was hilft bei so was? DNA Manipulation. Man machte diese Echsen halt größer, und wie nennt man große Echsen? Drachen natürlich. Die ersten Generationen der Drachen waren noch kleiner, beherrschten aber schon Teleportation und Telepathie. Die Drachen können also mit ihren Reitern kommunizieren, und auch mit anderen Menschen, letzteres tun Drachen aber höchst selten. Allerdings waren die Fäden-fälle häufig und so fiel die Bevölkerung Perns in das Mittelalter zurück, inklusive Burgen und Burgherren und sämtliche Technologie kam abhanden.

    Es gibt verschiedene Drachenarten, die blauen und die braunen. Diese sind kleiner und werden meist für Transportaufgaben eingesetzt. Die etwas größeren Grünen und schließlich die Bronze und Golddrachen. Reiter der Grünen, Braunen, Blauen sind beide Geschlechter. Was bei Paarungsflügen der Drachen, die auch auf ihre Reiter abfärben, auch dazu führen kann das es gleichgeschlechtliche Verbindungen gibt. Reiter von Golddrachen sind hingegen weiblich, Bronzedrachenreiter Männlich, da auch nur der Golddrache Eier legt. (Es ist allerdings auch überliefert das andere Drachen ebenfalls Eier legen können)

    Drachenreiter werden natürlich nur auserwählte, immerhin werden Drachen groß wie eine Boeing 737, zu viele davon kann niemand ernähren. Drachen und ihre Reiter leben in sogenannten Weyrn die von den Burgen mit Nahrung und allem anderen nötigen beliefert werden. Die Auswahl der potentiellen Kandidaten machen Drachen und Drachenreiter gemeinsam. Auch dies ist eine Aufgabe im Spiel funktioniert aber ganz simpel. Zenth meldet einfach das es einen potentiellen Kandidaten gibt. Es gibt aber immer mehr Kandidaten als Drachen, denn die frisch geschlüpften Drachen wählen sich ihren Partner selbst aus, es bleiben also immer abgelehnte über.

    So kam auch der Protagonist des Spieles D‘Kor zu seinem Drachen Zenth. Die seltsamen Abkürzungen der Drachenreiternamen stammen daher das Drachen ein verdammt schlechtes Gedächtnis haben und daher Namen abkürzen. So beginnt das Spiel auch mit dem Intro, eine kurze Vorgeschichte. Wobei diese bei D‘Kor etwas anders abläuft, eigentlich will D‘Kor gar nicht und hat ziemliche Angst vor der Zeremonie. Sein Konkurrent um Zenth versucht die Verbindung irgendwie zu Erzwingen scheitert aber. Der Drache entscheidet sich für D‘Kor.

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    Danach findet man sich zuhause in seinem Weyr (also quasi der Wohnung des Drachenreiters) wieder, mit einem dicken Schädel von einer Feier zur Ehren der toten Reiterin des Golddrachens Ramoth. Eigentlich begehen Drachen Selbstmord wenn der Reiter stirbt, im Umgekehrten Fall begeht auch meist der Reiter Selbstmord wenn der Drache stirbt.

    Auch Zenth quengelt herum und will unbedingt gebürstet und geölt werden, seine Schuppen werden sonst stumpf. Totale zicken die Drachen, aber dies fungiert auch als kurzes Tutorial zur Steuerung.

    Diese funktioniert einfach und eingängig, Mehr als die Pfeiltasten, Leertaste und Eingabetaste braucht man nicht. F1, F2, F3, F4, F5 sind Shortcuts für Inventar, Tagebuch, Drache, Karte und Weltkarte, und mit der Umschalttaste kann man zwischen Laufen und Schleichen wechseln. Wichtig ist aber F9, dass ist Schnellspeichern, braucht man öfters mal.

    „Dragonriders“ ist ein 3D-Action Adventure mit Rollenspielelementen. Je nach Szenerie ist die Position der Kamera anders, erinnert an Spiele wie Resident Evil oder Alone in the Dark. Wobei die Kameraposition in Dragonriders nie all zu extrem sich ändert, es besteht also keine Gefahr das man in irgendeinen Abgrund fällt nur weil sich die Kameraperspektive ändert. 170 Orte gibt es zu besuchen, dies sind Städte, Höhlensysteme, Burgen und überall gibt es NPCs. Die alle was zu erzählen haben, sehr viel zu erzählen haben, teilweise laufen die gut vertonten Dialoge mehrere Minuten bis man wieder mal eine neue Gesprächsoption bekommt. Für Fans der Bücher geben die Gespräche sehr viele Hintergrunddetails her. Für nicht Kenner der Bücher eher weniger. Man merkt an vielen Stellen des Spieles durchaus das Anne McCaffrey selbst am Skript mitarbeitete.

    Zudem gilt es den eigenen Charakter aufzuwerten, für besiegte Gegner (meistens irgendwelches Getier, später auch menschliche Gegner) gibt es Erfahrungspunkte die sich in Stärke, Ausdauer etc. investieren lassen. Sammelgegenstände gibt es auch, Feuerechseneier von denen es 5 Stück gibt.

    Später im Spiel erlernt man auch noch den Umgang mit Pfeil und Bogen. Allerdings ist der Einsatz dafür sehr beschränkt stellenweise wirkt es gerne mal das die Entwickler mehr wollten aber aus Zeitgründen nicht konnten.

    Der Plot des Spieles teilt sich in mehrere Bereiche, zum einen gilt es natürlich potentielle Drachenreiter zu finden. Zum anderen eine große Verschwörung aufzuklären die sich um Vergiftungen dreht, denen auch wie Weyrkönigin zum Opfer fiel. Zum dritten gibt es immer wieder kleine Nebenaufgaben, einen Jungen zu Retten, oder einen anderen Drachenreiter, diese muss man nicht erfolgreich lösen, aber es hilft sowohl dem Ansehen als das es auch hilft den Charakter zu entwickeln. Ein stärkerer Charakter ist vor allem im späteren Spielverlauf sehr nötig. Denn da werden die Gegner ziemlich schwer.

    Technisches:

    Grafisch geht das Spiel für 2001 durchaus in Ordnung, zumal es auch noch eine Dreamcast Umsetzung ist der 2001 für Konsolen zwar noch spitze war, aber vom PC längst wieder abgehängt war. Trotzdem haben die Grafiker einige sehr schöne Orte kreiert. Leider gibt es keine Aktionssequenzen mit den Drachen wo man selbst fliegen darf. Dies hätte durchaus in das Spiel gepasst. Leider gibt es nur englische Sprachausgabe, aber immerhin deutsche Untertitel.



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    Warum?:

    Tja, warum der PCGames Autor das Spiel so runter putzt ist schnell erklärt. Er hat es nicht verstanden, wenn man schon liest das er was von Drachenreiten, Feuer spucken etc. schreibt lässt erkennen das er die Romanvorlage nicht kennt. Denn dort ist „Drachenfliegen & Feuer spucken“ auch nur ein Randbereich. PC Action und Gamestar geben eine nachvollziehbare Wertung. Das Spiel ist für Fans von Anne McCaffrey und den Drachenreiter Romanen.

    Klar gibt es Kritikpunkte, die Dialoge sind echt etwas lang, einige Kameraperspektiven sind nicht die übersichtlichsten, aber darüber kann man auch hinweg sehen. „Chronicles of Pern“ ist ein recht gemütliches Spiel, auch wenn einige stellen Zeitkritisch sind, aber auch dort ist genug Zeit.

    Fazit:

    Wer wert auf eine gute Story legt und mit einigen kleinen Macken klar kommt kann gut und gerne 20-30 Stunden Spaß mit dem Spiel haben, die Auflösung der Story am Ende ist nämlich auch klasse. Vorkenntnisse aus den Büchern sind übrigens nicht nötig, dass wichtigste wird erklärt. Das vielleicht nervigste ist das es keine Maussteuerung gibt.

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    Bezug:



    Ja das ist schon ein Problem, „Chronicles of Pern“ gibt es nicht mehr zu kaufen, auf keiner Plattform mehr. Eigentlich ist die Retailfassung nicht einmal selten, trotzdem sind die Preise für die PC Fassung mittlerweile bei ca. 15 Euro angekommen. Mein damaliger Originalpreis für PC war 9,99€. Die Dreamcast Fassung ist gar noch teurer und liegt momentan um 40€. Technisch sind beide Spiele aber identisch.

Kommentare

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  1. belerad
    Ich kann zwar nichts mit dem Spiel anfangen, ist mir sogar gänzlich unbekannt. Die Situation aber, die du am Anfang beschreibst, kommt mir sehr bekannt vor und ich habe da mein eigenes Beispiel. Victory oder auch Polanie international genannt. Das wird wiederum dir wahrscheinlich nichts sagen, aber ich habe diese Spiel geliebt, nachdem ich es blind im Media Markt für damals 20 Mark mitgenommen habe. Als ich ein paar Monate den Test gelesen habe, dessen Ergebnis unter 50 Punkte war, war ich geschockt. Sicher war das Spiel keine 90er, aber ich hatte sehr viel Spaß an dem Spiel und war natürlich saumäßig beleidigt gegenüber dem Magazin. Das Problem war aber, die anderen Magazine waren nicht gnädiger :D

  2. Husky666
    Ja, dass Spiel heißt "...Dragonriders" das S passt aber nicht mehr in die Überschrift
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