Evolution der Hardware - und des Gamers

Von TheRoadwarrior · 11. März 2019 · ·
Evolution - Hardware und Spieler im Wandel der Zeit.
Kategorien:
  1. Die Hardware ändert sich - und der Spieler gleich mit

    Über die Jahre habe ich ziemlich viel Zeit und Aufwand und Geld in unser aller Hobby gesteckt, ich hab' schon immer versucht für mich zu "optimieren". Leider habe ich aus der Zeit vor der Jahrtausendwende nicht mehr wirklich Bilder, die die "Timeline" komplettieren könnten. Aber auch so finde ich ist es ganz lustig und unterhaltsam, wie sich doch meine Ecke immer wieder komplett gewandelt hat. Das erste wirkliche Beweisstück fand schon in einem anderen Blogbeitrag von mir Verwendung...es datiert in der Tag noch vor 2000, und zwar ist es entstanden 1998, als ich mir nach relativ langer PC-Pause einen IBM-PC gekauft habe.

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    1998 - interessant an dem Bild ist neben meiner Frisur vor allem die Tatsache, dass damals noch der Joystick wichtiger war als die Maus beim Spielen - untypisch für moderne Zeiten liegt sie vor der Tastatur und nicht daneben herum. Der Rechner war soweit ich mich erinnern kann ein Pentium mit völlig unfassbaren 266MHz und 3 GB Festplatte. Das "Hauptspiel" damals war "Total Annihilation".

    Dann gibt es eine Art Zeitsprung, ich bin aus der alten Wohnung ausgezogen, habe eine Weile allein gelebt und im Jahr 2002 habe ich dann mit meiner damaligen Freundin eine gemeinsame Bude bezogen. Zu dem Zeitpunkt wurde schon Counterstrike, Unreal Tournament und auch Quake gespielt. Der Rechner war schon ein "Gaming"-PC mit dunklem Gehäuse und die Maus hatte einen Laser - damals quasi ein Novum, wir haben im Freundeskreis eine dicke Sammelbestellung gemacht. Achja, Starcraft war auch angesagt.

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    2002 - schwarzes Keyboard, schwarz-graue Maus, schwarzes Case...der Stick hatte Force Feedback und das Pad war von Everglide - damals ein echtes Topprodukt. Das Internet war quälend langsam aber zum Spielen hat es gereicht.

    Dann vergehen wieder 5 Jahre - es kamen die ersten Flachbildschirme, die Mäuse wurden gamerfreundlicher, man kaufte sich regelmäßig neue Everglide-Unterlagen. Und natürlich wurden auch die Rechner selbst deutlich stärker. Inzwischen mussten ja diverse Battlefield-Spiele damit gezockt werden.

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    2007 - Zur verwendeten Hardware kann ich nur wenig Aussagen treffen, ich weiß nur, dass es ein AMD-Rechner war und die Maus eine von Razer in Kooperation entworfene Lasermaus von Microsoft. Dieser PC samt Bildschirm haben mir nicht nur viele tolle Matches eingebracht, sondern auch meine Ehefrau. Ich lernte sie über's Internet kennen.

    Ich hätte jetzt in der Tat noch einige Bilder, die die Zwischenschritte bis 2009 belegen würden, wirklich was verändert hat sich aber erst in diesem Jahr wieder was. Ich hatte inzwischen geheiratet und war zu meiner Frau nach Landshut gezogen. Sie hat liebevoll ihren kleinen Schreibtisch für mich geräumt und mir Platz gemacht, damit ich mich austoben konnte. Zu meinem neuen Rechner gesellten sich PS3 und Xbox360, damit war nahezu die gesamte Landschaft der Spiele abgedeckt.

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    2009 - Die Konsolenpads und Hardware von Razer und Logitech haben Einzug gehalten, der Bildschirm zum 1. Mal im 16:9-Format. Eine externe Festplatte nahm die Daten auf, die auf dem PC keinen Platz mehr gefunden haben. Gespielt wurde damals hauptsächlich Warhammer Online.

    Mit dem Sprung ins Jahr 2013 nehme ich technisch einige Hürden, nach meinem Examen gönne ich mir einen neuen Rechner - dieser Rechner wurde (bis auf die Grafikkarte, die wurde mal "geupgraded") von mir erst im Januar 2019 in Rente geschickt. Intel 3700 K oder sowas in die Richtung, am Schluss werkelte darin eine GTX770. Zu dem Zeitpunkt hat sich meine Vorliebe für Hardware von Razer manifestiert. Zusätzlich habe ich mir - völlig sinnlos im Grunde - ein 2000 Euro Laptop von MSi nur zum Zocken im Nachtdienst gekauft. Meine Frau wollte mich dafür töten.

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    2013 - der Monitor ist nun von BenQ, die Xbox360 hat sich durchgesetzt, die PS3 dient nur noch als BluRay-Player und steht quasi ständig am Fernseher herum. Es wird eng auf dem Schreibtisch - aber ich fand's damals praktisch.

    2015 schließlich war ein ereignisreiches Jahr, aber zu Beginn des Jahres war das noch nicht absehbar. Es gab eine neue Konsolengeneration - und ich "musste" umsteigen, die meisten Freunde konnten oder wollten sich keine teuren Rechner mehr kaufen, gespielt wurde vor Allem FIFA und Battlefield und ich sprang zwischen PC und Konsolen hin und her, um alle Kumpels "abzudecken".
    Im Herbst 2015 scheiterte meine Ehe und gegen Ende des Jahres starb auch noch meine Mutter nach kurzer aber extrem schwerer Krankheit - Spielen war auf einmal unwichtig, selbst zur Ablenkung taugte es nicht wirklich. Ich war mit mir selbst beschäftigt.

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    2015 - im Jahr der Veränderungen war ich eigentlich göttlich ausgerüstet um zu zocken. Leider konnte ich erst 2016 wieder Schwung holen und mich meinen geliebten Hobbies zuwenden. Alle Geräte am Monitor zu betreiben war in jedem Fall herausfordernd und gelang nur über eine HDMi-Weiche.

    Im Jahr darauf folgten für mich 2 weitere örtliche Veränderungen: erst zog ich in eine WG mit einer Kollegin und nach ca. 6 Monaten zog ich in die Heimat ins Elternhaus. Auf der 1. Station dieser kleinen Reise war ich in einer Trotzphase. Befreit von den Ketten meiner Ehe habe ich mir all die Dinge gekauft, die mit meiner Frau nicht zu machen waren. Einen 4K-TV von Samsung und einen 21:9-Monitor von Dell. Beide besitze ich noch, der TV leistet in der Heimat weiter gute Arbeit. Der Dell ist nach wie vor im Einsatz.

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    2016 - damals gab' es für mich gute Gründe, zwei Monitore laufen zu lassen. Neben dem Spielen zu Chatten oder Twitch zu schauen waren 2 davon. Das recht kleine WG-Zimmer war komplett vollgestopft mit Technik. Auf dem Bild nicht zu sehen ist die Konsolen-Ecke mit dem 55-Zoller von Samsung.

    In der Heimat angekommen konnte ich mich dann besser ausbreiten, sowohl was den örtlichen Raum angeht als auch meine persönlichen Umstände. Außerdem waren mit meinen Geschwistern 2 andere Zocker vor Ort, man hatte also ein anderes Umfeld.
    Die Technik hatte sich kaum verändert, lediglich der BenQ-Screen wurde wegrationalisiert - das Laptop kurz darauf auch. Ein Tablet wurde dafür angeschafft. Der Schwerpunkt beim Spielen lag bei mir inzwischen nahezu vollständig auf der PS4, der PC war nur noch zum Shoppen, Surfen und Kommunizieren da. Für Top-Gaming inzwischen zu langsam verlor' ich das Interesse daran.

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    2017/2018 - Ich saß inzwischen kaum noch am PC, entsprechend wichtiger wurden der TV (inzwischen von Sony, HDR-fähig und so) und die Technik außen herum. Außerdem flammte meine Liebe zu Schallplatten wieder voll auf.

    Anfang 2018 schließlich ging ich aus beruflichen Gründen nach Bayreuth und musste auch dort wieder ein Zuhause "errichten". Nachdem klar war, dass ich hier würde bleiben können - ich wurde entfristet - wuchs in mir die Überzeugung, dass es Zeit wäre, einem neuen Rechner ins Auge zu blicken. Außerdem habe ich mir für die Nachtdienste eine Switch gekauft. Ich bin kein Fan von Nintendo, aber für solche Spiele ist das Ding ok.

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    2019 - die aktuelle Situation ist aushaltbar für mich. Der neue Rechner ist topmodern, die Konsolen rattern weiter fröhlich vor sich hin - wobei ich bereits meine 3. PS4 (Pro) und meine 2. Xbox One (S) im Einsatz habe. Was mich am meisten freut ist aber die Tatsache, dass ich für meine Film-Sammlung endlich eine wirklich brauchbare Lösung gefunden habe: Acryl-Regale. Die sind zwar relativ teuer aber das ist mir die Sache schon wert.

    Das war jetzt natürlich nur ein Ausriss aus meiner Reise durch die Welt der Hardware - und beim Nachdenken über diese Dinge habe ich festgestellt, wie sehr sich der Mensch der ich bin und das Leben um mich herum auch verändert hat. Nur wenige Dinge hängen dabei mit meiner Technik zusammen, aber sie hat mich immer begleitet. Die Zockerei wird auch ein Teil von mir bleiben fürchte ich - bis ich mit meinen Gichtpranken vielleicht kein Pad mehr halt und keine Maus mehr über den Tisch schieben kann. Es ist und war immer ein Kostenfaktor, dieses Hobby zu betreiben - und das war mir auch zu jeder Zeit klar.

    Nicht so ganz klar war mir lange Zeit der soziale Faktor dabei - und auch nicht der Psychologische. Ich habe vor ein paar Tagen einen Artikel gelesen, in dem stand, dass wenn man am WE mehr als 5 Stunden am Tag spielt man dadurch zu den 15% der Spieler gehört, die in die Sparte "Risikogamer" fallen. Das tun hier im Personalwohnheim viele, wir haben uns ziemlich über die Sache amüsiert. Keiner von uns besäuft sich, keiner raucht übermäßig viel oder nimmt Drogen. Ich vernachlässige nicht meinen Beruf, pflege uneingeschränkt meine sozialen Kontakte und auch mich selbst was Körperpflege und Kleidung angeht - ich hoffe, dass mir irgendwann mal jemand erklärt, welchem Risiko ich unterliege. ;)

    Ich hoffe, die kleine Reise war unterhaltsam. So ein klein wenig ist sie ja auch ein kurzer Blick durch ein Fenster in mein Leben.

    Über den Autor

    TheRoadwarrior
    1975 auf die Welt losgelassen bekam ich 1981 von meinen Eltern zu Weihnachten ein Atari 2600 überreicht - seitdem nahm die Spirale ihren Lauf. Ich bin seit inzwischen fast 38 Jahren "ingame". Durch verschiedene Berufe, Beziehungen, eine Ehe, Wohnorte und Weltanschauungen hindurch waren in meinem Leben in den letzten 25 Jahren nur 3 Sachen konstant: Motorräder. Heavy Metal. Gaming.
    Bruchbude, Zwiebo, srsbsns und 3 anderen gefällt das.

Kommentare

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  1. matssa
    Über Geschmack lässt sich nicht streiten, aber dass dies ein sehr cooler Einblick in deine Hardware-Historie ist kann man anerkennen. Habe gleich an meine ganzen Setups gedacht und viele Parallelen entdeckt: Hartplastik-Mauspad, den Everglide Aufkleber, Röhrenmonitor und Joystick. War schon cool. Auch den Trend hin zu immer breiteren Bildschirmen hab ich mitgemacht, nur bei der RGB Beleuchtung im Zimmer mache ich nicht mehr mit. Zwar ist mein PC gut einsehbar, aber nur mit schlichtem weißen Licht erhellt und bei der Peripherie gehe ich mittlerweile den schlichten Weg, möglichst ohne LEDs.
    1. TheRoadwarrior
      Naja das Licht im PC wäre "anpassbar", aber im Moment mag ich es noch bunt.

      Geschmack ist wirklich nicht verhandelbar, da hast Du völlig recht. Ich muss nur im Freundeskreis in die Runde blicken - da sieht keiner Gaming-Ecke aus wie die Andere. Selbst innerhalb meiner Familie gibt's da extreme Unterschiede. Das macht es ja auch so spannend irgendwie. :)

      Thx für die Rückmeldung
  2. Zwiebo
    Schöner Einblick und sehr schön zu lesen. Besonders cool finde ich, das du immer Bilder von deiner Hardware geknipst hast. Ich denke, bei mir sieht man die Hardware höchstens mal am Rand von Fotos, die eigentlich was Anderes zeigen sollen^^
    1. TheRoadwarrior
      Damit hat eigentlich GANZ früher meine Ex-Frau angefangen...um mir quasi unter die Nase reiben zu können, was ich so an Geld ausgebe. Aber nicht "böse", sondern mehr im Spaß. Daraus wurde im Freundeskreis quasi eine Tradition. Es gibt noch viel mehr Bilder mit "Zwischenschritten", aber ich denke ich hab's ganz gut umrissen ;)

      Danke für das Feedback.
      Zwiebo gefällt das.
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