Farbenfrohes Sammelspektakel: Ankh - Kampf der Götter

  1. Ankh - Kampf der Götter ist ein klassisches Grafikadventure der alten Schule. Spielerisch bedeutet das, dass man alles einsammelt, was nicht niet- und nagelfest ist, die Gegenstände untereinander oder mit herumstehenden Inventar kombiniert und so den Grossteil der Rätsel im Spiel löst. Bei Ankh ist der Schwierigkeitsgrad der Rätsel recht einfach ausgefallen, womit sich das Spiel zusammen mit der kindgerechten Story auch an jüngere Spieler oder Einsteiger richtet.

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    Da es manchmal gar nicht so einfach herauszufinden ist, mit welchen Gegenständen auf dem Bildschirm man interagieren kann, wenn man nicht alles punktgenau absuchen will, lassen sich bei Ankh auf Knopfdruck alle Positionen einblenden, an denen man etwas wichtiges finden kann. Das erspart auf der einen Seite unnütze lange Suchaktionen, da man sich immer sicher sein kann, alles relevante angeklickt zu haben, andererseits macht es das Spiel natürlich noch mal um einiges leichter. Wer also nicht mit der Nase auf sein Ziel gestossen werden will, muss bei Ankh etwas Selbstdisziplin an den Tag legen.

    Titelheld Assil Zwar rühmt sich das Spiel damit, logische und faire Rätsel zu bieten, aber das ist in diesem Fall so eine Sache - vermutlich schon deswegen, weil Entwickler und Spieler oftmals eine andere Vorstellung von logisch und fair haben. Vorankommen wird man bei Ankh auf jeden Fall, aber wirklich überzeugen können die Rätsel und ihre Settings nicht immer und das ein oder andere Rätsel wirkt etwas an den Haaren herbeigezogen. Das Spiel bemüht sich sehr, an die Qualität der alten Lucas Arts Adventures anzuknüpfen, was ihm insgesamt aber nicht gelingt. Die Aufmachung, die Detailverliebtheit und die Qualität der Rätsel sind allesamt mindestens eine Stufe unter seinen Vorbildern. Dazu kommt die langweilige Benutzeroberfläche, welche dem Spieler keinen Platz zum herumtüfteln lässt. Die verschiedenen Arten der Interaktion wie Anschauen, Benutzen und dergleichen sind überall vorgegeben und müssen nur noch angeklickt werden. Das lustlose Inventar leidet unter derselben Schwäche, da man hier lediglich Dinge kombinieren kann und die Aufmachung ziemlich billig wirkt.

    Im kalten Norden Nicht ganz durchdacht wirkt auch die 3D-Darstellung von Ankh. Einerseits versucht das Spiel permanent durch überflüssige Kamerabewegungen zu protzen, andererseits zeigt es öfters nicht die Dinge, die man sehen will und verbaut die Übersicht. Zumal die Hardwareanforderungen im Anbetracht der Grafikqualität kaum gerechtfertigt sein können. Der Grafikstil ist nett gemeint, wirkt letztlich aber nicht ganz überzeugend und leidet unter den wenigen Details. Bei einem statischen Spiel wie einem Adventure darf man ruhig etwas mehr Grafikpracht erwarten, aber Ankh wird in dieser Hinsicht schon von deutlich älteren 3D-Engines in seine Schranken verwiesen. Auch die wenigen Animationen sind ziemlich schwach ausgefallen, oft rutschen die Figuren mehr über den Boden als dass sie laufen, zudem stört die alles andere als lippensynchrone Sprachausgabe. Letztere kann dafür mit ein paar bekannten deutschen Sprecher punkten. Die machen ihre Sache ganz gut, können aber über die klischeehaften Dialoge und die vorhersehbare Story nicht hinwegtäuschen.

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