Forgotten Classics: OMF 2097

Von belerad · 23. März 2018 ·
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    Anmerkung: In dem Titelbild sind, inklusive Hintergrund, 36 verschiedene Spiele enthalten. Würde mich interessieren, ob jemand alle zusammen bekommt, bis auf den Jet, der ist ein bisschen zu generisch. Die meisten sind einfach, aber grob fünf harte Nüsse sind meiner Meinung nach dabei ;)





    Wenn man über die guten alten Computerspiele redet, kommen meistens die immer gleichen Titel auf den Tisch. Sei es Baldurs Gate oder Ultima für die Rollenspieler, DOOM oder Wolfenstein für Shooterfreunde, oder X-Com und Command & Conquer für die Strategen unter uns und das natürlich auch zurecht.


    Hier geht es aber nicht um diese Titel, sondern um die Anderen. Die, die scheinbar immer wieder vergessen werden. Damit möchte auch nicht sagen, das die hier kommenden Spiele mit die Creme de la Creme der damaligen Spiele waren, was die meisten auch nicht sind. Es sind aber Titel, die beispielsweise zum falschen Zeitpunkt herausgekommen sind und neben einem absoluten Genre Primus, den kürzeren gezogen haben oder andere Titel, die sich aus diversen anderen Gründen, nicht so in die Köpfe eingenistet haben, aber dennoch nicht in Vergessenheit geraten sollten. Auch wenn das hier die GameStar ist und keine GamePro, kann es passieren, dass sich vielleicht der eine oder andere Konsolentitel mit rein verirrt.



    OMF 2097

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    Vorgeschichte




    Das Jahr 2009: Die größte Firma für Robotertechnik, World Aeronautics and Robots, kurz WAR, hat soeben ihre ersten HAR Prototypen gestartet. Ein Zusammenschluss von Firmen aus Japanamerika haben diese genutzt, um die erste aktive Raumstation zu bauen und in Betrieb zu nehmen.

    Die HAR sind besser als die gewöhnlichen Roboter anderer Firmen. Ein einzelner Mensch kann den kompletten Roboter steuern, indem sein Gehirn direkt mit dem Roboter verbunden wird. Man könnte auch sagen, der Pilot wird zum Roboter, da er mit den Kameras wie mit den eigenen Augen sieht, den Öldruck selbst fühlen kann und der HAR sich so bewegt, als würde der Pilot sich selbst bewegen, mit dem großen Vorteil, dass für den Piloten kein Schaden entstehen kann.

    Heute, das Jahr 2097: WAR ist zu der größten Firma der Welt aufgestiegen, die fast alle Regierungen in ihrer Hand hält. Sie stattet diese mit Systemen für Sicherheit und Verteidigung aus und Du bist ein Teil dieser Firma.
    Ganymede, der dritte Jupiter Mond, soll kolonisiert werden und WAR benötigt einen Repräsentanten um dies zu überwachen. Um diesen auszuwählen, wird es zum ersten mal in der Geschichte der Firma einen Wettkampf geben, in der Pilot gegen Pilot, Metal gegen Metal kämpft. Wähle deinen HAR und werde der Repräsentant von Ganymede.

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    Anmerkung: Die Vorgeschichte von OMF 2097 ist so wunderbar cheesy, das man sie einfach wiedergeben muss, alles andere wäre ein Frevel gewesen.



    Geschichtlicher Hintergrund



    OMF 2097 aus dem Jahre 1994, wurde von Diversions Entertainment entwickelt und von Epic Megagames gepublished. Die Idee zu OMF 2097, kam dem fast alleinigen Entwickler Rob Elam, durch das Spiel Street Fighter. Dabei geholfen hat ihm sein Bruder Ryam Elam und die Musik kam von Kenny Chou, einen damals bekannter Demoszener. 1993 veröffentlichten sie eine erste Demo von dem Spiel, unter den Namen „One Must Fall“, was aber nichts weiter war als zwei kämpfende Karateka, um die Steuerung zu testen und mit dem entgültigen Spiel nichts zu tun hatte.

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    Als das eigentliche Spiel 1994 heraus kam, hatte es für damalige Verhältnisse moderate Hardwareanforderungen. Eine 386er CPU, 4MB RAM und ein VGA Grafikkarte. Das Spiel selbst wurde als Shareware vertrieben. Leider gehörte Divisions Entertaiment zu den vielen Firmen, die durch diesen Verkaufsweg nicht profitieren konnten, da sie nach OMF 2097, von der Bildfläche verschwunden sind.
    Was ebenfalls noch gegen das Spiel gesprochen hat, waren die vielen durchwachsenen Reviews. Während die internationalen Reviews, wie von der PC-Gamer, mit 84 Punkten noch sehr gut ausgefallen sind, ist es in Deutschland leider nicht so gut weg gekommen. Die PC Joker wertete das Spiel mit 72 Punkten und verglich es sogar von der Steuerung her mit „Rise of the Robots“ , was heutzutage noch immer ein Sakrileg ist, während die PC Player damals 71 Punkte gab, das Gameplay sogar lobte, aber dafür die Technik für den Punkteabzug sorgte. Die Gamestar konnte keine Punkte verteilen, die gab es nämlich noch nicht.

    1999 hat man OMF 2097 letztendlich zur Freeware erklärt und es lässt sich einfach mit D-Fend-Reloaded, zusammen im Action Paket kostenlos herunter laden und spielen ohne es konfigurieren zu müssen. Einzig die CPU Cycles sollte man mit Strg-F11 ein paar mal herunterschrauben, da die Kämpfe, zumindest bei meinem Testsystem, einen Tick zu schnell waren.


    Anmerkung zu Shareware: Die kompletten Spiele waren auf einer kostenlosen oder Heft-CD, oder Diskette vorhanden. Man konnte aber nicht weiter als bis zu einem gewissen Level, oder einer gewissen Zeit spielen. Anschließend musste man einen Code eingeben, um weiter zu kommen. Um an diesen Code zu kommen, war der legale Weg, den Händler die verlangte Summe zu zahlen, worauf er den Code und manchmal auch andere Goodies, per Post zukommen lies. Meist ist es aber, wie sich viele denken können anders gelaufen, und ein Code wurde unter vielen Leuten geteilt. Beliebt waren auch Programme wie Serial2k, welches neben den Serials für CDs ebenfalls eine ganze Bibliothek an Sharewarecodes hatte.



    Das Spiel



    Neben den großen Namen der Prügelspielgeschichte wie Tekken, Street Fighter oder der Soul Edge Serie, gibt es viele weitere, relativ unbekannte und gute Serienvertreter, die ich als vergessenen Klassiker hätte auswählen können. Gerade zu der Zeit von OMF 2097, gab es Fighting Games wie Sand am Meer und nur die besten, oder kontroversesten Titel konnten Erfolge verbuchen. Warum also ausgerechnet OMF 2097?



    Startet man den normalen Einzelspieler Modus, welcher die Hintergrundgeschichte des Spiels weiter führt, hat man erst mal die Auswahl zwischen zehn verschiedenen Charakteren. Diese unterscheiden sich jeweils an drei Attributen, Stärke, Agilität und Ausdauer. Jede dieser Figuren hat auch eine eigene Hintergrundgeschichte, die sich auf dem gleichen cheesy Niveau der Hauptstory befindet, doch lassen sich diese nur in der Anleitung nachlesen und auch haben diese keine Auswirkung auf das Ende des Spiels.



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    Nachdem man seine Auswahl getroffen hat, kommt man ins nächste Auswahlmenü, bei dem man einen von zehn HAR auswählen kann. Jeder von diesen Robotern hat seine eigenen Movesets, Stärken und Schwächen. Alleine durch diese Kombinationsmöglichkeiten gibt es einiges an Varietät, was mir bei solchen Spielen immer sehr zugesagt hat und zu dieser Zeit, soweit ich mich erinnere, einmalig war.



    OMF 2097 hatte 1994 grafisch keine Bäume mehr ausgerissen, war aber immer noch ein gut aussehendes Spiel für diese Zeit. Gerade im direkten Vergleich mit Spielen wie UFO oder dem ersten Warcraft, die im gleichen Jahr erschienen sind. Die Midi Music hört sich aber auch heute noch richtig gut an und macht Laune aufs Spiel.


    Was für diese Zeit im Fighting Sektor neu war, waren die „interaktiven“ Schauplätze. Zwar gab es auch zuvor schon in anderen Spielen Arenen, die sich optisch verändert hatten, aber das diese in das Kampfgeschehen eingegriffen haben, war zu dieser Zeit etwas Neues. Es gibt beispielsweise Stacheln die aus dem Hintergrund kommen oder Flugzeuge, die einen abschießen, sollte man vorher nicht ausweichen.
    Soweit ich es in Erinnerung habe, war die Steuerung für damalige Zeiten Ok. Ich war aber nicht in der Lage gewesen, das alte Spielgefühl wieder zu bekommen und die Steuerung fühlte sich, gerade für heutige Verhältnisse, sehr unrund an. Wobei ich dieses Problem mit JoyToKey Spiel habe, das es sich einfach nicht richtig anfühlt.



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    Die Steuerung der Mechs ist sehr simpel. Man hat einen Punch und eine Kick Taste, man springt wenn man nach oben drückt und blockt bei der Rückwärtsbewegung. Die Special Moves sind von der Ausführung ähnlich denen von Street Fighter. Die Kämpfe an sich sind, gerade für heutige Zeiten, nichts mehr herausragendes, aber dennoch hat es viel Spaß gemacht wieder dieses Spiel zu spielen.



    Das was bei OMF aber viel interessanter war und mich neben dem 2 Player Modus am meisten an den Monitor gefesselt hatte, war der Tournament Modus. In diesem wählt man sich nicht einen bestehenden Charakter aus, sondern erschafft sich einen eigenen. Man wählst zuerst einen von vier Avataren aus, wobei die einzigen Unterschiede der Avatare, das Hintergrundbild und die Startlackierung des Roboters ist, die sich aber jederzeit kostenlos ändern lässt. Jeder von ihnen hat die gleichen Startvoraussetzungen und einen „Jaguar“ HAR, ohne jegliche Upgrades im Hangar. Alle Charakterattribute befinden sich auf dem Minimum und man hat ein finanzielles Polster von zwei Millionen Dollar, wovon man aber 1,5 Millionen Startgebühr für das erste Turnier zahlen muss.



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    Im diesem Modus geht es nun nicht mehr nur darum, sich einfach nur nach oben zu prügeln, sondern man muss seinen Avatar trainieren, was um so mehr Geld kostet, je stärker man wird und man kann seinen HAR aufrüsten, oder natürlich auch einen anderen kaufen. Für jeden Kampf den man gewinnt, verdient man Geld, muss aber auch Geld für die Reparatur des eigenen HAR zahlen. Insgesamt muss man so durch vier Turniere kommen, um das Spiel erfolgreich zu beenden. So viel Spaß mir dieser Modus als Jugendlicher auch gemacht hat, muss ich jetzt eingestehen, dass er dennoch sehr flach ist und nicht so viele Möglichkeiten bietet wie ich in Erinnerung hatte. Dennoch war eine Kampagne dieser Art, für Prügelspiele zu dieser Zeit, ein absolutes Novum.



    Neben den zehn Standard HAR die einem zur Verfügung stehen, gibt es im Tournament Modus noch einen Elften, namens NOVA zu kaufen. Dieser taucht ab und zu zufällig im Shop auf, und ist das neueste Model und somit vom Prinzip her auch der beste HAR im Spiel. Im normalen Modus lässt sich dieser aber nur mit einer Codeeingabe spielen.



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    Fazit:




    OMF 2097 holt heutzutage keinen Spieler mehr hinter dem Ofen hervor. Zu veraltet ist die Grafik und zu schlecht fühlt sich die Steuerung für heutige Verhältnisse an. Dennoch war es spaßig gewesen sich nochmal hinzusetzen und Kindheitserinnerungen aufzuwärmen. Aber leider ist es meiner Meinung nach nur der Nostalgiefaktor und der Tournament Modus, der mir heute noch Spaß macht. Für diejenigen die damit Erinnerungen verbinden kann ich empfehlen, diese Erinnerungen wieder aufzufrischen, denn so macht es immer noch Spaß. Alle anderen können es getrost ignorieren oder einfach interessehalber kostenlos herunterladen und ein sicherlich nicht gut gealtertes, aber historisch interessantes Spiel, mal für ein paar Runden ausprobieren und vielleicht packt euch ja wenigstens die Musik.



    Trotz all seiner Schwächen ist OMF 2097 meiner Meinung nach ein Spiel, dass sich einen Platz in der Hall of Fame verdient hat und dennoch von vielen in Vergessenheit geraten ist. Darum ist es ein würdiger Kandidat für meine persönliche „Forgotten Classics“ Liste.



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    Hier der Link zur Freewareversion inklusive D-Fend und DosBox

Kommentare

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  1. sNaKeGTX
    Oh ja, da werden Erinnerungen wach. Super, das Thema hier mal aufzugreifen.
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  2. Husky666
    Wobei das ding überraschend gut war

    Die liste der "Forgotten Classics" ist so dermaßen lang, man hört ja im Grunde ständig nur über so 30-40 Spiele aus der Zeit, wenn überhaupt.

    Mir fallen da spontan auch ein ganzer haufen ein

    Erben der Erde
    Cosmos Cosmic Adventure
    Lost Files of Sherlock Holmes (das 1992er)
    Aces of the Pacific

    ich will jetzt keine Stundenlange aufzählung machen, irgendwann verwurste ich das mal in einem eigenen Blog
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  3. QuackerJack123
    Raptor: Call Of The Shadow war das einzige "Jet-Game" das ich je gespielt habe^^ wobei es ja eher ein "Scroll-Shooter" (mir fällt der richtige Begriff gerade nicht ein) ist! Ach ich schwelge in Erinnerungen wie toll doch die alten Spiele damals alle waren...heute sind manche absolut nicht mehr spielbar. Und das liegt nicht an Windoof ;-)
  4. belerad
    War auch nie der riesige Fan von Prügelspielen. Zusätzlich zu OMF hab ich auf dem SNES Super Street Fighter, auf der zweiten Playsi DoA und vor ein paar Jahren auf der 360 Naruto mit meinem kleinen Bruder. Aber ansonsten war es das.

    Nein, der Jet ist aus F22-Lighnting II, aus dem Jahr 1996 ;) Aber das ist wirklich zu generisch um es zu erraten, da es damals ein richtige Fülle an Militär FlugSims gab.
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  5. QuackerJack123
    Also ich bin ja wirklich kein Fan von Prügelspielen, aber OMF habe ich geliebt. Wie geil ist das denn bitte, sich mit riesigen Robos zu kloppen?
    Zu deinem Beitrag - Top geschrieben, habe ich sehr gerne gelesen =)

    P.S.: Der Jet im Titelbild, ist der von "Raptor: Call of the Shadows" ?
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  6. belerad
    Es gab einen Nachfolger, sogar von der gleichen, aber neu gegründeten Firma, vom selben Typen ca. 10 Jahre später. Aber OMF Battleground es kam leider nicht ansatzweise ans Original ran, weshalb ich es nicht mal erwähnen wollte.
    Es gibt ebenfalls noch ein Fanprojekt das alte Spiel neu aufzulegen, aber ich muss sagen, ich hab es nicht probiert. https://www.openomf.org/

    @freddy123

    Unter dem letzten Bild ist ein Link zur Freeware Version, inkl. DosBox und voreingestellten D-Fend.

    @Astorek86
    @oldirtydufty

    Ich weiß nicht was mich da geritten hat, natürlich war es keine MIDI Musik.
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  7. Sir_Sebbi
    Das Spiel war echt super, vor allem waren die Roboter sehr unterschiedlich und anders als andere Spiele. Wer es kaufte bekam ein Schönes Handbuch mit allen Moves darin, wobei einige echt schwer waren und ohne das Handbuch niemals rausgefunden hätte.

    Das Spiel kann ich jedem empfehlen der sich für diese Genre interessiert. Für damalige Verhältnisse super gemacht und bisher nicht Vergleichbares. Schade das es kein Nachfolger gab.
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  8. Panthe
    ohhja und gleichzeitig denkt man sich...bin ich wirklich schon so alt ? :-P
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  9. Husky666
    Und teilweise ist der Kopierschutz noch drin, bei Summer und Winter Games Challenge z.b.
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  10. Astorek86
    Die Cheesy-Story war damals auch wirklich passend und wurde mit einigen netten Ideen gespeist - eben z.B. beim letzten Screenshot mit einer fiktiven Nachrichtenübertragung. Richtig "tief" war die Story rückblickend ja nicht, hat sich aber an manchen Stellen dennoch erstaunlich ernst genommen, zumindest in meiner Erinnerung^^.

    Die Musik (ich sekundiere übrigens oldirtyduftys Beitrag: Das war keine Midi- sondern Trackermusik) ist so typisch spätes 80er/frühes 90er wie es für ein Spiel nur sein kann und hat für mich enorm zur Motivation beigetragen. Simple, aber treibende Tracks.

    Guter Artikel, und Danke fürs Wiedereinpflanzen der Erinnerung; ich mach jetzt mal einen Ausflug auf Youtube und lasse etwas OMF 2097-Musik im Hintergrund laufen ;D
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