Klasse Strategietitel: Commander - Europe at War

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  1. Dass es sich bei dem Spiel um eine Java Anwendung handelt, merkt man ihm leider allzu deutlich an. Die Benutzeroberfläche ist langsam und schwerfällig und verschlingt trotz der einfachen Aufmachung nicht gerade wenig Ressourcen. Trotz der simplistischen Grafik bedarf es eines ordentlichen Rechners, damit das Ganze wenigstens halbwegs spielbar ist. Inhaltlich handelt sich um ein klassisches rundenbasierendes 2. Weltkrieg Strategiespiel, in dem man die Verbände in Form von repräsentativen Icons über die Hex-Karte Europas schiebt, den Computer die Gefechte auswürfeln lässt und ihm Hinterground ein paar Ressourcen managed.

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    Schon im Text-Tutorial wird klar, dass es sich hier durch und durch um ein kleines Spiel handelt, welches weder in Sachen Aufmachung noch beim Gameplay besonders grossen Tiefgang bietet. Kenner des Genres dürften deutlich komplexere Strategiespiele mit derselben Thematik schon vor zehn Jahren und länger her gespielt haben. Das Gameplay ist einfach und schnell erlernt, lässt aber diverse Standards des Genres vermissen. Eine Runde in Commander - Europe at War sieht ungefähr so aus.

    Der Hauptteil besteht aus dem verschieben seiner Luft-, Land- und Seeeinheiten auf der Karte. Dazu klickt man die gewünschte Einheit an, worauf die begehbaren Felder hervorgehoben werden. Befindet sich eine feindliche Einheit im angrenzenden Feld, kann diese vor oder nach dem Bewegen angegriffen werden, wobei das Kräfteverhältnis in einfachen Zahlen dargestellt und bei einem Gefecht vom Computer die Wahrscheinlichkeit des Ausgangs ermittelt wird. Entsprechend verliert man selber oder der Gegner einen oder mehr von maximal 10 Stärkepunkten, sinken diese auf Null, ist die Einheit verloren. Aktionspunkte gibt es keine und man kann sich nur ein Mal bewegen, egal ob man nur ein Feld weit geht oder die maximale Anzahl an Feldern und auch stets nur vor einem Kampf. Terrain spielt eine Rolle und natürlich um welchen Einheitentyp es sich handelt. Während etwa auf See der Angreifer im Vorteil ist, sind die Verteidiger auf dem Land automatisch im Vorteil. So ergeben sich diverse Boni und Mali, die übersichtlich dargestellt werden und die Siegchancen beeinflussen.

    Zusätzlich kann man die Kampfstärke beschädigter Einheiten reparieren, solange man sie während der laufenden Runde noch nicht bewegt hat, kauft neue Einheiten für Produktionspunkte und entscheidet, in welchem Bereich man die Forschung für verbesserte Einheitenfähigkeiten konzentrieren will. Eigene und eroberte Städte und Ressourcenfelder wiederum stellen die wertvollen Produktionspunkte zur Verfügung, wobei das alles nur statistische Auswirkungen auf die Einheiten hat. Auf Wunsch kann auch mit beschränkten Treibstoffreserven gespielt werden, wonach das verfügbare Öl die Bewegungs- und Angriffsmöglichkeiten der motorisierten Einheiten beeinflusst. Aus strategischer Sicht wichtig ist auch die Möglichkeit, den Nationen Europas zu unterschiedlichen Zeitpunkten den Krieg zu erklären, was besonders auf Seiten der Achsenmächte von Wichtigkeit sein kann.

    Das Spiel ist vorbei, wenn man alle Hauptstädte seiner Gegner erobert hat, wobei das Spiel standardmässig nach 1945 endet und dann die meisten eroberten Städte den Gewinner entscheiden. Oder man spielt darüber hinaus bis zum bitteren Ende. Ist man mit seiner Runde zu Ende, ist der Computer am Zug und das kann aufgrund der allgemeinen Behäbigkeit des Spiels schon ein bisschen dauern. Schon einfache Aktionen wie das verschieben des sichtbaren Spielausschnitts erfolgen zu langsam und fühlen sich sehr indirekt an. Wenn der Computer dann am Zug ist kann man sich jedenfalls erst Mal zurücklehnen und dessen Aktionen bewundern.

    Sieht man von den technischen Mängeln und der einfachen (aber durchaus nicht hässlichen) Grafik und den repetitiven Soundeffekten ab, hat man es spielerisch zumindest mit einem soliden Strategiespiel zu tun, was vor allem gegen menschliche Mitspieler für die ein oder andere Runde gut ist. Allerdings darf man sich von Commander - Europe at War wirklich nicht zu viel versprechen, da es doch deutlich tiefgängigere Vertreter des Genres gibt, die dem Spieler deutlich mehr Möglichkeiten bieten und darüber hinaus in Sachen Aufmachung auch weniger simplistisch daherkommen.
    Black_Ace gefällt das.

Kommentare

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