Warum Schwarzkopierer den Unternehmen schaden...

Von Relix · 22. Februar 2010 · Aktualisiert am 12. April 2010 ·
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  1. Warum Schwarzkopierer den Unternehmen schaden...
    ...und die Unternehmen alles tun um die Leute zum schwarzkopieren zu motivieren!

    Wie der Titel schon sagt, geht es in diesem Eintrag um ein paar Gedanken zum Thema Schwarzkopien Kopierschutzmaßnamen und den damit verbundenen Problemen. Es handelt sich dabei lediglich um meine persönlichen Ansichten und ich bin für alle Argumente offen.

    Der Raubkopierer wird geboren :
    Ich spiele schon sehr lange Computerspiele und kann mich noch gut an die Zeiten erinnern in denen Games auf Disketten verkauft wurden und man mit einem Amiga Pc daheim von den älteren Leuten schon gerne als "Computerfreak" bezeichnet wurde.
    Schon damals waren illegale Kopien Gang und Gebe und das Unrechtsbewusstsein sicherlich noch gleich Null. Anfangs hatten, so denke ich, auch die Firmen noch nicht so viel dagegen, da gerade bei jüngeren Kunden die Verlockung von endlosen Spielen wohl der Hauptgrund für die Anschaffung eines PCs waren. Doch spätestens als man mit Zack Mc Kracken das erste Mal im Gefängnis landete oder mit der Monkey Island Drehscheibe ein Spiel starten musste, wurde einem klar, dass man hier etwas Falsches tat und sich an geistigem Eigentum vergriff, das ganz offenbar geschützt werden wollte. Der Raubkopierer als Verbrecher war geboren.

    Der Konflikt beginnt.
    Am Anfang waren die Fronten klar. Die Firmen belieferten die ehrlichen Kunden und der Raubkopierer war ein Parasit der davon profitierte und das System schädigte. Ich denke viele Spieler waren damals durchaus auf der Seite der Hersteller, da man sich mit den Spieleschmieden durchaus identifizieren konnte und nicht wollte, dass diese wegen Umsatzeinbußen vielleicht Pleite machen würden. Der ehrliche Spieler und die Firma standen auf einer Seite, während der Raubkopierer beiden schadete.

    Eine Kluft entsteht:
    Im Laufe der Zeit begann dann auf einmal der Service nachzulassen. Während früher ein Spiel in großer Schachtel mit einem dicken umfangreichen Handbuch und sonstigen Extras wie Postern Schlüsselanhängern etc. nichts Besonderes war wurde der Inhalt auf einmal weniger, die Schachteln schmäler und die Preise stiegen.
    Ob diese Maßnahmen auf Grund der steigenden Kosten bei der Spieleproduktion gerechtfertigt waren oder nicht kann ich an dieser Stelle nicht beurteilen. Das neue an der Situation war jedoch Folgendes: Auf einmal hatte sowohl der ehrliche Käufer als auch der Schwarzkopierer ein fast identisches Produkt in der Hand. Beide haben eine einfache CD/DVD in einer simplen Verpackung eventuell mit digitalem Handbuch als PDF.
    Das war der Zeitpunkt an dem ich mir (inzwischen als erwachsener Spieler, der sein eigenes Geld verdient) zum ersten Mal als Käufer richtig blöd vorgekommen bin. Wenn ich schon ein Original habe, dann sollte das doch zumindest besser sein als die Raubkopie oder? Unmut macht sich breit vor allem da die Spieleschmieden, sicher auch aufgrund der gestiegenen Produktionskosten, immer mehr zu gesichtslosen Multikonzernen mutieren, die sich eher den Aktionären als den Spielern gegenüber verantwortlich fühlen. Das Unrechtsbewusstsein der Konsumenten schwindet.

    Es kommt zum Krieg

    Eines Tages war dann der Punkt erreicht, an dem es die meisten Konzerne einfach satt hatten und der illegalen Verbreitung ihrer Software gnadenlos den Kampf ansagten.
    Die Fronten verhärten sich. Auf der einen Seite stehen die Schwarzkopierer, denen es an jeglicher Form von Schuldbewusstsein fehlt auf der anderen die Konzerne, die ein durchaus reales Problem völlig überdramatisieren und ihre (sicher vorhandenen Verluste) mit irgendwelchen Fantasiezahlen maßlos in die Höhe treiben. In der Mitte steht der Ehrliche Käufer, der mit Fug und Recht beiden Seiten die Schuld an der Misere geben kann.

    Die Mittel werden radikaler.
    Was war zuerst da, das Huhn oder das Ei?
    Haben die Raubkopierer die Firmen dazu gezwungen immer extremere Kopierschutzmaßnahmen anzuwenden oder treiben die Firmen die Spieler mit steigender Gängelung zunehmend zum Griff zum wesentlich komfortableren Crack?
    Ich weiß es nicht, nur eins scheint mir klar: Wie ein Staat der aus Angst vor Revolution immer brutalere Unterdrückung einsetzt, eben jene Revolution unweigerlich zum Ausbruch bringt, so sind auch die Spielehersteller mit ihren Überwachungssystemen diejenigen, die den Raubkopierern immer mehr Gründe geben ihr Handeln zu rechtfertigen.

    Der Status quo:
    Ohne die Schuldfrage zu stellen sind wir jetzt an dem Punkt angekommen, an welchem keine der Seiten mehr die Sympathie des Kunden verdient.
    Der Patchservice ist bei vielen Firmen im Eimer. SecuRom war schon eine Beleidigung, Registrierungszwang eine Frechheit und dauernder Online Zwang um ein Spiel spielen zu können geht einfach zu weit.
    Die Cracker werden schon einen Weg finden um das zu umgehen, darauf kann man sich verlassen, doch der ehrliche Käufer ist wohl spätestens jetzt an einem Punkt angelangt, an dem die Zwänge der Spielehersteller nicht mehr toleriert werden können und ein Boykott angesagt ist.

    Der Ruf ändert sich.

    Die Spielehersteller sind drauf und dran den Schwarzkopierern ein gefährliches neues Image zu verschaffen. Aus dem einstigen Schädling wird immer mehr ein Rebell, der sich gegen die Vorgehensweisen der Firmen zur Wehr setzt und eine Alternative schafft. Er ist nun nicht mehr der Dieb, der den armen Entwicklern etwas weg nimmt, sondern für Viele eine Art Robin Hood, der den gesichtslosen Megakonzernen die lange Nase zeigt, ihre totalitären Überwachungsmaßnahmen einfach über den Haufen wirft und dann seine Beute großzügig an alle verteilt. Ein Bild das sicherlich falsch ist, doch leider oft und gerne gerade von den Firmen selbst gefördert wird.

    Fazit:

    Leider oder zum Glück kann auch ich keine Patentlösung für diesen Konflikt anbieten, doch nach meiner Meinung können die Firmen nur dann wieder auf einen grünen Zweig kommen, wenn sie den Spielern den Olivenzweig reichen und sich mit ihnen auf eine Seite stellen. Die Raubkopierer werden sich nicht ändern, doch die Firmen können es: Wenn sie aufhören den Spielern die Freiheiten zu beschränken und ihnen ihre Möglichkeiten zurückgeben... wenn sie Kundenservice machen auf den man sich verlassen kann... Wenn sie den Registrierungszwang abschaffen und für eine freiwillige Registrierung echte Vorteile bieten... dann werden sie auch wieder die Mehrheit der Spieler auf ihrer Seite haben.

    Wenn die Firmen für die Spieler spielen, dann spielen die Spieler auch bald wieder für die Firmen

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