Welcome to the Game - Deep Web als Spiel?

Von DanieD00 · 19. November 2016 · Aktualisiert am 5. Januar 2017 ·
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    Immer mal wieder habe ich mich aus Langeweile mal über das Deep Web informiert. Zu meiner Überraschung: Es gibt ein Spiel darüber, welches sich damit explizit beschäftigt, und es ist auch noch ein gutes Horrorspiel. Ich möchte in diesem Blog das Spiel vorstellen und erkläre, für wen das Spiel vielleicht was sein könnte.

    Red Room

    Welcome to the Game hat ein simples Ziel: Den Red Room finden. Jeder, der nichts mit dem Deep Web und dem Red Room anfangen kann, eine kurze Erklärung: Das Deep Web ist der Teil des Internets, welchen Google nicht finden wird. In diesem Teil herrscht Drogenhandel, Aufträgsmörder können angeheuert werden und noch viel abscheulichere Dinge passieren dort. Der Red Room ist eine Seite, auf der ein Livestream läuft, in welchem eine Person gefoltert und schließlich getötet wird. Die Zuschauer dürfen dabei in diesem Livestream mit eingreifen und sagen, was getan werden soll und was nicht. Genau diese Seite wollen wir finden. Klingt einfach, ist es aber nicht.

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    In einem kurzen Tutorial, welches als Quasi-Skypeanruf gehandhabt wird, werden die wichtigsten Elemente des Spiels erklärt.

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    Um den Red Room zu erreichen, müssen wir acht Codes im Deep Web finden. Um das zu bewerkstelligen, haben wir zwei Programme auf dem PC. A.N.N und Notes. A.N.N ist unser Browser, den wir benutzen, um das Deep Web zu erkunden. Notes benutzen wir offensichtlicherweise, um Notizen zu machen, wie zum Beispiel Codes, die wir gefunden haben. Das Deep Web steckt voller üblem Zeug. Wir finden Seiten, auf denen wir Auftragsmörder anheuern können oder Seiten, auf denen wir Waffen bestellen können. Und diese Seiten sind noch harmlos, verglichen zu dem, was man noch finden kann. Um Euch die Überraschung nicht zu nehmen, möchte ich gar nicht erst auf diese Seiten eingehen. Insgesamt gibt es um die 50-60 Seiten im Spiel. Diese Seiten können wir auf insgesamt drei Hidden Wikis finden, von denen die erste unsere Homepage ist. Die restlichen beiden müssen wir durch Rätsel finden und deren Links aufschreiben.

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    Links auf dem Bildschirm sind unsere Notizen und rechts ist A.N.N offen, wo wir uns gerade auf unserer Homepage befinden. All diese Links können angeklickt werden, ob sie funktionieren, ist eine andere Sache.


    Oben rechts auf dem Desktop können wir bis zu fünf weitere Informationen einsehen. Die Uhrzeit, die verstrichenen Tage, der Sound und unsere WiFi-Verbindung. Außerdem kann ein Location-Services Icon auftreten. Da nicht alle Seiten jederzeit online sind, müssen wir manchmal später nochmal auf die Seite zurückgreifen. Als wäre das nicht schon nervig genug, haben wir noch zwei weitere große Probleme im Nacken: Die verstrichenen Tage und unsere Gegner. Wir haben 30 Tage Zeit, um den Red Room zu finden. Schaffen wir das nicht, ist das Spiel vorbei.

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    Eine der harmloseren Seiten: Tango Down, auf der wir Auftragskiller anheuern können.

    Hacker, Russen und Atemprobleme

    Wir haben es in Welcome to the Game mit drei Gegnern zu tun: Hacker, Kidnapper und Serienmörder. Wir können beim Surfen im Deep Web gehackt werden. Passiert das, wird der Bildschirm schwarz und der Hack beginnt. Es gibt insgesamt drei Arten von Hacks: DOS-Attack, Kernelattack und V.A.P.E Attack. Alle Angriffe haben ein bestimmtes Zeitfenster. Blockieren wir den Angriff nicht rechtzeitig, vergehen einige Tage und gesammelte Codes könnten weg sein. Die folgenden Bilder erklären die Attacken.

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    Bei einer DOS-Attacke müssen wir die Pfeile so anordnen, dass die grün leuchtende Node den Ausgang erreicht. Das ist noch einfach, später können diese Felder 6x6 oder 7x7 groß werden.

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    Bei einem Kernelattack bekommen wir mehrere Zeilen Code, die wir korrekt abtippen müssen.

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    Bei einem V.A.P.E Attack müssen wir die Noden so umstellen, dass sie nicht mehr nebeneinander stehen.


    Wir können neben dem blocken der Hacks noch unser Modem neustarten, um für kurze Zeit vor Hacks geschützt zu sein. Die Hacker sind aber verglichen mit dem Kidnapper und dem Serienmörder noch harmlos. Der Kidnapper wird nach einiger Zeit auf uns aufmerksam und wird uns suchen. Erreicht er unser Haus, sollten wir die Ohren aufsperren und darauf achten, ob wir unter Umständen einen Typen hören, der russisch spricht. Wir sollten auch darauf achten, ob wir das Location-Services Icon sehen. Ist das der Fall, hat der Kidnapper unsere Position geortet. Dann ist Schnelligkeit gefragt: Wir müssen die Lichter ausschalten und dürfen nicht auch nur einen einzigen Mucks machen und auch nicht bewegen. Haben wir außerdem ein Mikro am PC angeschlossen, dürfen wir auch nicht reden. Zwar kann man das Mikro ausschalten, ich empfehle aber mit Mikro zu spielen, denn das macht die Sache viel spannender. Glauben wir, der Kidnapper ist weg, machen wir wieder die Lichter an und können weitersuchen. Machen wir die Lichter jedoch zu früh wieder an, heißt es auf nach Osteuropa.

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    Wenn wir den Kidnapper hören, machen wir schnell die Lichter aus. Eventuell können wir ihn sogar sehen, wenn er bereits da ist.

    Der letzte Gegner, der Serienmörder, ist etwas einfacher. Es kann sein, dass wir während des Surfens vom Serienmörder - welcher "Der Atmer" genannt wird - angerufen werden. Wir müssen den Anruf annehmen und hören, was er zu sagen hat... oder wie laut seine Atmungen doch sein können. Hat er uns angerufen, besteht die Möglichkeit, dass er zu uns kommt. Da der Serienmörder sehr höflich ist, wird er nicht so wie der russische Kidnapper durchs Fenster kommen, sondern durch die Haustür, und zwar immer. Ist das der Fall, müssen wir zur Tür rennen und den Türknauf um jeden Preis halten. Sieht er uns dabei, wie wir den Türknauf festhalten, wird er versuchen, die Tür aufzubrechen. Dann müssen wir durchgehend die linke Maustaste drücken, um uns vor dem nächsten Angriff zu wappnen. Nach einiger Zeit verschwindet er dann und wir haben für kurze Zeit Ruhe.

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    Hier wurde das Licht ausgeschaltet, da der Kidnapper in der Nähe war. Kurz darauf ruft der Serienmörder an. Wir sollten annehmen und hören, was er zu sagen hat, sonst gibt es eine unangenehme Überraschung.
    Beim Kidnapper und Serienmörder heißt es also, genau zuzuhören. Wer das nicht tut, der stirbt. Und wer stirbt, darf komplett von vorne anfangen. Das Spiel bestraft Fehler knallhart, ein gutes Gehör ist also Pflicht.

    Grusel trotz Ruhe

    Welcome to the Game hat ein ordentliches Grafikgerüst, die wenigen Musikstücke im Spiel klingen allesamt gut und besonders die Atmosphäre des Spiels sticht heraus. Es sind die kleinen Dinge, die Geräusche machen, um uns Angst einzujagen. Hören wir dann mal ein Geräusch, wollen wir direkt die Lichter ausschalten, immerhin weiß man nicht, ob sich ein Russe verirrt hat. Sind es Schritte im Garten, die wir hören, oder täuschen wir uns nur? Es sind diese minimalistischen Dinge im Spiel, die einem Gänsehaut verleihen und Angst einjagen. Es reicht schon aus, auf einer merkwürdigen Seite zu landen, die Gott und Jesus Christus in Frage stellt und dabei ironischerweise ein Vers aus der Bibel gepredigt wird, um sich zu gruseln. Während im Hintergrund ein brennendes Kreuz ist.

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    Auf jeder Seite gibt es Buttons, die man anklicken kann. Einige leiten uns auf eine weitere Seite weiter, andere funktionieren nicht und nur wenige geben uns die Codes, die wir brauchen.

    Für wen eignet sich nun das Spiel?


    Zu allererst: Welcome to the Game dauert unterschiedlich lange, aber 2-4 Stunden sind für eine Runde üblich, sofern wir vorsichtig vorgehen. Es kostet nur 1,99 auf Steam. Das ist ein echtes Schnäppchen, wie ich finde, denn so bekommt man für wenig Geld ein Spiel mit guter Horroratmosphäre. Besonders spannend: Einige der Seiten im Spiel existieren wirklich! Jeder, der auf gute Horrorspiele steht, muss sich das Spiel einfach mal anschauen. Wer sich zusätzlich dazu fürs Deep Web interessiert, sollte nicht mehr um das Spiel herumkommen können.

Kommentare

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  1. DanieD00
    Den Fehler mache ich immer wieder. :D

    Danke, hab den Fehler korrigiert.
  2. syntax error
    Sehr schön geschrieben. Was es nicht alles gibt.
    Kleiner Fehler im Text "Machen wir die Lichter jedoch zu früh wieder an, heißt es auf nach Westeuropa". Der Russisch sprechende Entführer verschleppt einen doch vermutlich eher nach Osteuropa?
      1 Person gefällt das.
  3. Yeager
    Ist es rundenbas...? Nein, Scherz :)
    Guter Artikel, Dani!
      3 Person(en) gefällt das.
  4. Ritter des Herbstes
    Erstmal danke für deine...Review?
    Größtenteils schön geschrieben (ein paar Sätze sind etwas "buggy", aber das passiert halt im Eifer des Gefechtes) und den Titel kannte ich tatsächlich noch nicht, klingt aber spaßig.

    Du meinst wie mit diesen Schootern, oder?
      3 Person(en) gefällt das.
  5. DanieD00
    Das wusste ich nicht. Danke fürs informieren.
      3 Person(en) gefällt das.
  6. Fensterbank
    Ich muss bei der Begrifflichkeit leider korrigieren.
    Das "Deep Web" ist in der Tat der Bereich, der von den Suchmaschinen nicht indiziert wird.
    Technisch gesehen ist also auch der private Dropbox-Link für die Urlaubsfotos mit meinen Freunden ein Teil des Deep Web.

    Das, um was es in dem Spiel geht, ist das sogenannte Dark Web oder Darknet. Ein Teil des Internets, das nur über Verschlüsselungssysteme wie TOR zu erreichen ist. Die echte IP-Adresse und der Standort dieser sogenannten Hidden Services ist dabei unbekannt und schwer herauszufinden.
    Würde ich im Deep Web (also auf meiner geheimen URL www.asdasfafaf4949.de, die niemand kennt, hahaha!) einen Auftragskiller anbieten, dann wäre ich ratzfatz im Knast.

    tl;dr: Die bösen Dinge sind im Darknet. Dieses ist eine Teilmenge des Deep Webs.
      9 Person(en) gefällt das.
  7. Bwort00
    Schöne Spielvorstellung!
      3 Person(en) gefällt das.
  8. paldon
    für mich ist dieses spiel einfach nur werbung für eben beschriebenes, und ob man schlafende hunde wecken sollte ist die andere frage.
  9. Zahl
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      6 Person(en) gefällt das.
  10. Philipp Elsner
    Starke Spielvorstellung, danke für den Beitrag.
      7 Person(en) gefällt das.
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