Wenn schon Sex, dann bitte richtig!

Von Relix · 15. April 2011 · Aktualisiert am 9. April 2013 ·
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  1. Einleitung

    Sex sells, das ist eine oft genug bestätigte Tatsache. Mit Sex kann man die Leute ködern,
    ich versuche es gerade, in dem ich hoffe, dass möglichst viele Leser durch die provokante Überschrift dazu gebracht werden diesen Artikel zu lesen.
    Aber Sex ist mehr als nur eine Ware, oder besser gesagt es ist überhaupt keine Ware! Es ist ein essentieller Bestandteil des menschlichen Lebens und der Kultur.
    Und da Computerspiele ebenfalls ein Teil unserer Kultur sind, ist es klar, dass man sich auch dort mit dem Thema auseinandersetzen muss. Und auch das Gamestar
    Magazin hat schon Artikel zu dem Thema veröffentlicht. Nach dem Durchspielen der Romance Optionen der letzten Bioware Titel habe auch ich mir einige Gedanken dazu gemacht, die ich hier gerne niederschreiben will.

    Erotik als Blickfang:
    Realismus hin oder her, Computerspiele erzeugen Fantasiewelten und werden von Figuren bevölkert, die nicht real sind. Es ist naheliegend, dass diese Figuren, wenn sie den Spieler ansprechen sollen, eher attraktiv gestaltet werden als abstoßend. Die Frage von unrealistischen Schönheitsidealen ist eine ganz andere und soll hier nicht weiter behandelt werden, es geht viel mehr um die Frage ob es okay ist Figuren zu erschaffen, die unseren Idealbildern entsprechen und ich sehe darin kein Problem. Auch eine weibliche Spielerin möchte, dass ihr Avatar attraktiv aussieht. Das Problem beginnt dann,
    wenn diese Idealbilder instrumentalisiert werden.

    Reduktion auf das Äußerliche:
    Ich sehe, wie schon gesagt, kein Problem darin wenn die männlichen und weiblichen Figuren allesamt äußerst attraktiv sind. Kritisch wird es erst, wenn die Figuren auf diese Attribute reduziert werden. Meist sind es die Frauen, die als Lustobjekt männlicher Begierde hinhalten müssen und kaum mehr sind als willige Gespielinen oder Trophäen, die es zu erobern gilt. Von Titeln wie Duke-Nukem mal abgesehen, die sich was die sexistischen Tendenzen betreffen in gnadenloser Selbstironie suhlen, gibt es genug Spiele in denen Frauen wirklich nur als erotisches Beiwerk hinhalten müssen. Als Mann sehe ich es natürlich gerne wenn sich eine virtuelle Schönheit meinem Helden in die Arme wirft, aber es sollte dennoch klar sein, dass das nicht ganz fair ist.

    Die Gefahr aus der Powerfrau eine Witzfigur zu machen:
    Ich will nicht bestreiten, dass es auch weibliche Videospielfiguren gibt, die sehr wohl Persönlichkeit haben und sich auch durchzusetzen wissen, dennoch wird auffallend oft der Fehler gemacht, dass die weiblichen Protagonisten zu überperfekten Mary Sues mutieren. Mr. Perfekt, der ultimative Siegertyp, der alle Probleme im Schlaf löst, kann genau so wenig ernst genommen werden, wie die einundzwanzig Jährige Topmodell
    Kampfsportweltmeisterin mit Doktortitel in Quantenphsik. Meiner Meinung nach sind sowohl bei männlichen, als auch bei weiblichen Figuren echte Persönlichkeiten gefragt, die eben dadurch liebenswert werden, weil sie ihre Stärken und Schwächen haben.

    Sex ist gut:
    Vielleicht haben die vorherigen Zeilen den Eindruck gemacht ich sei ein verbohrter Spießer, aber ihr könnt euch sicher sein, dem ist nicht so. Videospiele sind keine Pornos!
    (mal abgesehen vielleicht von ein paar japanischen Hentai Games) Und sie sollen auch keine Pornos sein. Aber wenn ich ein Rollenspiel spiele, das ab 18 ist und es zu einer Liebesszene kommt, dann will ich verdammt nochmal etwas sehen! Denn wenn das nicht der Fall ist, dann handelt es sich nicht mehr um Jugendschutz oder Sittlichkeit, sondern ganz einfach um Heuchelei! Dem Spieler wurde zugemutet, dass er sich Detail getreu
    und gerne auch mal in Slow Motion ansieht, wie Leute verstümmelt, enthauptet oder blutspritzend ausgeweidet werden, aber sobald sich zwei Menschen im gegenseitigen Einverständnis lieben wird die Kamera ausgeblendet! Genau genommen ziemlich komisch oder?

    Sex ist für alle da:
    Es muss nicht sein, dass jedes Computerspiel, selbst wenn es keine Jugendfreigabe hat, sexuelle Inhalte enthält, denn wie schon gesagt, Computerspiele sind keine Pornos.
    Aber sollten sich die Entwickler entscheiden sexuelle Inhalte zu bringen, dann verweise ich an dieser Stelle an die Überschrift des Artikels:

    Wenn schon Sex, dann bitte richtig!

    Aber was ist eine richtige Darstellung von sexuellen Inhalten in Computerspielen? Darauf habe ich keine perfekte Antwort, aber dafür eine Meinung:
    Die sexuellen Inhalte sollen für den Spieler im Verlauf der Handlung optional zugänglich sein und sittlich vertretbar dargestellt werden (Keine Vergewaltigung kein Underage!) Aber wenn es so weit ist, dann soll man/frau auch ordentlich etwas geboten bekommen. Es geht nicht darum jede schmutzige Fantasie zu befriedigen, dafür sind andere Medien in anderen Branchen zuständig, doch es braucht beim Angebot von Möglichkeiten auch etwas, mit dem alle etwas anfangen können. Die Spielerin soll eben so auf ihre Kosten kommen, wie der Spieler und zwar gleichgültig ob homo oder heterosexuell eingestellt. (Ja das ist meine Meinung macht mich nur fertig ihr Konservativen)

    Was ich mir wünsche in wenigen Sätzen gesagt:
    Schluss mit der Scheinheiligkeit und weg mit den seelenlosen Charakterhüllen. Schluss mit der Herabwürdigung von Frauen als Objekte, schluss mit lächerlichen Mary Sues!
    Aber auch:
    Weg mit der überflüssigen Zensur und der spießigen "Sex ist Schmutzig" Mentalität. Schluss mit der falschen Doppelmoral zwischen Gewalt und Sexuellen Inhalten.

    Nicht alles ist Sex und nicht überall muss alles sexualisiert werden.

    Aber wenn schon Sex, dann bitte richtig!


    P.S. Sorry wegen Rechtschreibfehlern, habe nicht darauf geachtet

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