WoW Patch 8.2: Wem Rise of Azshara gefallen könnte - und wem nicht

Von Synchro · 16. Juli 2019 ·
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  1. Wie steht es um World of Warcraft? Ein kurzer Einblick in den neuen Patch sowie eine grobe Einschätzung, wen das Spiel nach einer längeren Pause ansprechen könnte - und wen nicht.


    jeupsndz9k6kynklw5sk.jpg Im neuen Update "Azsharas Aufstieg" dürfen wir endlich der namensgebenden Königin gegenüberstehen.

    World of Warcraft geht es nicht gut. Das letzte Update, das am 13. März 2019 das Licht der Welt erblickte, scheint von jedermann dafür verantwortlich gemacht zu werden. Dabei wartete es doch mit einem neuen Raid auf und... naja. Mehr auch nicht. Seit Mitte März hat das Spiel keinen einzigen neuen Inhalt hinzugewonnen, der das MMORPG weiter am Leben erhalten hätte können. Der Content wurde somit über Monate hinweg gestreckt, eine trockene Dürre, vergleichbar mit den aktuellen heißen Junitagen, herrschte in Azeroth. Die Folge: massenweise Spieler springen ab, spielen stattdessen lieber auf den Beta-Servern des anstehenden WoW-Classics oder kündigen gar ihr Abonnement vollständig.

    Nach drei Monaten dann endlich Entwickler Blizzards Antwort: Am 25. Juni wurde der aktuell neueste Patch veröffentlicht: "Azsharas Aufstieg". Dieser möchte mit vielen Neuigkeiten überzeugen, lässt jedoch viele Spieler zweifeln, inwiefern dem Spiel nicht schon längst die Puste ausgegangen ist. Auch stellt sich die Frage, welche Spielergruppen mit dem neuen Update angesprochen werden sollen und ob Blizzard auch die Bedürfnisse und Beschwerden der vielen Spieler stillen kann. Wird "Azsharas Aufstieg" also dem einst so legendären MMO-Platzhirsch World of Warcraft wieder zu altem Glanz verhelfen können?


    Die Sache mit den Spielerzahlen


    Die Frage scheint ein wenig weit hergeholt, denn selbst bei sinkenden Spielerzahlen zählt WoW zu den erfolgreichsten MMORPGS weltweit. Und auch diese Sache mit dem "alten Glanz" ist schwierig zu definieren; seit dem Spielerzahlenhöhepunkt zum Start der Erweiterung "Cataclysm" sinken und steigen die Zahlen mit jedem Add On und jedem Patch. Und da generell die Zahl der Online-Rollenspiele gewachsen ist, lassen sich die alten goldenen 12 Millionen von 2010 kaum mehr erreichen. Die weitaus interessantere Frage wäre dementsprechend, ob der aktuelle Content-Patch die Spieler, die dem Spiel über all die Jahre treu geblieben sind und davon kürzlich aufgrund der fehlenden Kommunikation und Updates abgesprungen sind, überzeugen werden kann. Und für welche Spieler sich das Update besonders lohnt.

    Ein grundsätzlicher Unterschied zu den beiden vorangegangen Patches 8.1 und 8.1.5 stellen die beiden neu hinzugekommen Gebiete dar. Da wäre auf der einen Seite die Insel Mechagon, die von lustigen mechanischen Gnomen bewohnt wird, auf der anderen Seite Nazjatar, ein von den schlangenähnlichen Naga besetztes Gebiet. Besonders letztere gibt vor allem optisch einiges her, da wir es hier mit einer freigelegten Landmasse in der Mitte des Ozeans zu tun haben. Während also die örtliche Flora und Fauna aus Korallen und Fischwesen besteht, bildet eine gewaltige Wassermauer die Grenze des Gebiets, was definitiv eines der Highlights ausmacht. Mechagon wirkt als mit Schrott zugemüllte Insel dagegen fast schon langweilig.

    LONMSXFMSDF11560980994486.jpg Das neue Gebiet Nazjatar wartet mit erfrischendem Ambiente auf.

    Tägliche Aufgaben kehren zurück


    Glücklicherweise besann sich Blizzard mit Patch 8.2 ihrer alten Gewohnheiten und führte die aus früheren Erweiterungen bekannten Täglichen Quests wieder ein. Sowohl in Nazjatar als auch auf Mechagon haben wir es somit neben der normalen Einführungsquests auch mit den täglichen Aufgaben zu tun, die von Tag zu Tag inhaltlich variieren. Dabei haben wir es allerdings nicht zwingend mit Meilensteinen der Aufgabengestaltung zu tun, denn die meisten der Quests bestehen aus einem "Sammle X", oder "Töte Y", so dass die Quests zumeist zwar übersichtlich, aber auch schlicht gehalten sind. Das stört allerdings kaum: denn gemeinsam mit den seit Legion bestehenden Weltquests haben wir es somit jeden Tag mit ungefähr ein bis zwei Stunden an täglichen Inhalten zu tun.

    Und auch die Frage, wofür wir diese letzten Endes überhaupt erledigen sollten, stellt sich nicht wirklich, denn seit der Erscheinung von Battle for Azeroth können Spieler das Fliegen in den aktuellen Zonen kaum mehr erwarten. Und mit den beiden neuen Fraktionen (Ankoan für Allianz bzw. Entfesselten für Horde auf Nazjatar, sowie der Rostbolzenwiderstand auf Mechagon) haben wir auch die letzten Meilensteine, die uns dazu nötig sind, in greifbarer Nähe. Lediglich auf Respektvoll müssen wir beide Fraktionen bringen, um auch die neuen Gebiete endlich mit Flugreittieren bereisen zu können.

    Auch neue Gegenstände kamen mit dem Update dazu. Nazjatar dient vor allem mit der neuen Benthic-Ausrüstung zur Verbesserung des Charakters. Mittels Manaperlen, die wir durch das regelmäßige Erledigen von Quests in dem Gebiet erhalten, können wir uns Gegenstände kaufen, die wir dann wieder mithilfe von noch mehr Manaperlen weiter aufwerten können. Eine nette Idee dabei ist, dass diese Gegenstände meistens noch mit kleineren Boni wie erhöhtem Schwimmtempo in der Zone oder weniger erhaltenem Frostschaden im neuen Raid aufwarten. Bis die Ausrüstung aber raidtauglich aufgewertet werden kann, muss einiges an Farmarbeit investiert werden.


    Von Mechanokatzen und Megadungeons


    Auf Mechagon haben wir es stattdessen mit sammelbaren Ersatzteilen zu tun, die wir bei dem netten Roboter Pascal in diverse Technologien bauen lassen können. So dürfen wir uns dort auch nach einigen Tagen bereits im Sattel einer Roboterkatze wiederfinden, oder können kleinere Geräte benutzen, die unseren Alltag auf der Insel erheblich erleichtern können. Abseits davon können wir die Ersatzeile auch in sogenannte Bauprojekte stecken, die sich überall im Gebiet finden lassen. Diese ermöglichen uns zum Beispiel bestimmte Bosskämpfe oder gar ein Jetpack, mit welchem wir die Insel in der Luft, ohne eigentlich die Fluglizenz zu besitzen, bereisen können.

    operation-mechagon.jpg Die neue Instanz "Operation: Mechagon". Mit satten acht Bossen.

    Ebenfalls auf Mechagon findet sich der neue sogenannte Megadungeon. Wie "Die Rückkehr nach Karazhan" in der letzten Erweiterung Legion handelt es sich bei "Operation Mechagon" um eine acht Bosse beinhaltende Instanz, die nur auf dem mythischen Schwierigkeitsgrad bestritten werden kann. Die regulären Gegner sowie die Bosse haben es allerdings in sich, denn sowohl optisch als auch was den Anspruch anbelangt setzt der Dungeon neue Maßstäbe. Die Ausrüstungsstufe, die wir hier als Belohnung erhalten, entspricht jener, die wir aus dem normalen Schwierigkeitsgrad der Raids erhalten, und macht somit jede Anstrengung wieder wett.


    Die Essenz des Updates



    Das Spiel wurde allerdings nicht nur mit neuen Gebieten, Aufgaben und Gegenständen ausgestattet. Mit den Essenzen hat sogar ein neues Spielelement in das Spiel Einzug erhalten. Diese können wir in unsere Halskette, dem Herz von Azeroth einlassen, und erhalten damit eine neue, klassenübergreifende Fähigkeit. Diese kann ein flächendeckender Laserstrahl sein, oder einen kleinen Helfer zur Hilfe rufen. Ab einer bestimmten Azeritstufe können wir diese Essenzen aber auch in zwei kleinere Flächen unserer Halskette schmieden, woraus sie uns dann um keine aktive, sondern passive Fähigkeit bereichern, die meistens mit simplen, jedoch effektiven Statusverschiebungen spielen. Also nochmal: Wir haben eine aktivierbare Fähigkeit, die uns basierend auf der Essenz, die wir benutzen, zur Verfügung steht, sowie zwei passive, ebenfalls auf Essenzen basierende Fähigkeiten, die unseren Spielstil eher geringfügig beeinflussen sollten.

    Die Essenzen selbst erhalten wir auf jegliche denkbare Art und Weise. Bestimmte Essenzen lassen sich nur über Instanzen, andere wiederum nur durch PvP verdienen. Auch der neue Raid sowie der Dungeon halten eigene Boni bereit. Jede einzelne Essenz kann wiederum - meist auf eine ähnliche Art wie die Beschaffung der Essenz - verstärkt werden, und zwar bis zu dreimal. Ein weiteres, viertes Mal ist möglich, sorgt jedoch lediglich für ein optisches Upgrade. Und diese in die Finger zu bekommen erfordert einiges mehr an Sitzfleisch, da sich auch Experten an vielen von ihnen die Zähne ausbeißen werden. Wie man sehen kann, wartet allein dieses neue Spielelement bereits mit viel Arbeit auf.

    og-image-heart-of-azeroth-essences.jpg Links die Herzschmiede in der bekannten Herzkammer, rechts das neue Interface für erworbene Essenzen.


    Updates an allen Ecken


    Und dabei war das noch lange nicht alles, was mit Patch 8.2 dazukam. Es gibt neue Rezepte und Handwerksmaterialien für alle Berufe, die Mythisch + Dungeons wurden um einen neuen Stufe 10 Affix erweitert und der Raid, der seit dem letzten Mittwoch online ist, wird demnächst wieder Anlass für den sehr erfolgreichen World First Stream sein, der mit großem Eifer verfolgt wird. Um nur ein paar der größeren Inhalte zu nennen.

    Haufenweise Neuerungen also, soweit das Auge reicht. Aber wie war das mit der Ausgangssituation, den sinkenden Spielerzahlen und de gekündigten Abonnements? Gewinnt Blizzard diese Spieler mit dem neuen Update für sich?

    Patch 8.2 punktet definitiv mit seinem Umfang. Die zwei neuen Gebiete sind detailreich und randvoll mit Inhalten, Raid und Dungeon überzeugen und das Essenzsystem ist ein kleines nettes Extra, das trotz seiner klassenübergreifenden Funktionen ruhig positiv bewertet werden kann. Auch bei den täglichen Inhalten schleift Blizzard das Spiel an der Stelle, die bei 8.1 und 8.1.5 besonders negativ aufgefallen war. Neben Instanzen und Schlachtzügen (oder PvP-Kämpfen) bot die offene Spielwelt nicht gerade Beschäftigung an, mit der der eigene Charakter sinnvoll verbessert werden konnte. Mithilfe der neu eingeführten Manaperlen ist dies zwar sehr langsam, dafür kontinuierlich möglich. Das nimmt der täglichen Farmerei zwar das Tempo, erschafft aber gleichzeitig die Langzeitziele, die in dem Spiel bitter nötig waren. Sofern man die nötige Geduld dazu hat.

    Das neue Update "Azsharas Aufstieg" ist - vor allem so kurz nach der Veröffentlichung - schwer zu bewerten. Ist es ein großes, umfangreiches Update? Auf jeden Fall. Wird es die Spieler im Vergleich zu seinen Vorgängern der aktuellen Expansion länger bei der Stange halten? Schon möglich. Wird es aber dafür sorgen, dass die Spieler wieder zu World of Warcraft zurückkehren?

    Ansichtssache. Erwartet ihr Änderungen, die das Spiel aus seinem alten Trott heben und mal frischen Wind in das alte MMO-Genre einhauchen? Dann solltet ihr vermutlich abwarten, oder euch direkt ein anderes Spiel suchen, denn bis wir es mit so einem Update zu tun bekommen, wird sicherlich noch einige Zeit vergehen.

    Sollte euch allerdings in der Vergangenheit die Möglichkeit gefehlt haben, euch um eure eigene Ausrüstung zu kümmern und hart für Upgrades, Reittiere und Erfolge arbeiten zu können, dann seid ihr bei 8.2 perfekt aufgehoben. Natürlich hat das Spiel mit dem Azeritsystem oder mancherlei Klassendesigns weiterhin diverse Schwierigkeiten, aber Blizzard gibt sich mit dem bisher größten Patch des Spieles definitiv Mühe, den Spielern entgegenzukommen. Und das merkt man dem neuen Update definitiv an.
    kleinerkruemelZ, CoDii84 und Kigosh gefällt das.

Kommentare

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