Artikel: Fallout 76 - Mehrere Spieler nach homophoben Ingame-Attacken lebenslang gesperrt

Dieses Thema im Forum "Diskussionen zu Gamestar-Artikeln" wurde erstellt von Mary Marx, 3. Dezember 2018.

  1. Wolfsgesicht

    Wolfsgesicht
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    Das ist immer noch falsch.
    Meine These: Alles was in Spielen gesagt wird, im Rahmen des Spiels und als Rollenspiel, soll nicht belangt werden weil es nicht ernst gemeint ist.

    Wenn jemand dir in League of Legends wünscht dass du Krebs bekommen sollst weil er wütend auf dich ist weil deine Stats mies sind, dann ist das nicht in Ordnung. Denn das bezieht sich tatsächlich auf dich und ist ernst gemeint und in keiner Weise Teil eines Rollenspiels.

    Ja, und es sind auch echte Menschen die du abknallst und denen du Loot klaust, dessen Häuser du wegbombst für die sie sehr sehr viel Zeit investiert haben. Von daher ist im Pool dieser Dinge die man den anderen Spielern antun kann so einiges drin, wo RP-Homojäger, Kreuzritter, Nazis oder andere postapokalyptischen Gruppierungen in keinster Weise schlimmer als die anderen hervorstechen. Entweder man ist bereit sich auf ein PvP Erlebnis einzulassen - was auch bitteböse Feindschaft bedeuten kann - oder man ist im falschen Genre unterwegs.

    In einer Open-World PvP Spielewelt in einem Rollenspiel? Natürlich. Dafür spiele ich das ja, damit alle undenkbaren Ereignisse passieren, schließlich müssen die Spieler hier für dauernd neuen Nachschub sorgen. Und wenn mir einer dann so auf die Nerven geht und mir einen guten Grund gibt gegen ihn zu kämpfen, dann kann ich durchaus meinen Spaß daran haben Mittel und Wege zu finden ihn und seine Fortschritte im Spiel anzugreifen. Was macht wohl mehr Spaß, irgendeinen Random auszunehmen oder jemanden zu verfolgen der einem an's Bein gepinkelt hat? Genau das sind doch die Geschichten, die Open World PvP schreibt. Ich hab echt das Gefühl, einige verstehen gar nicht was dieses Genre von PvE Welten unterscheidet. Aber das war auch schon in WoW so, selbst auf den PvE Servern gab es total getrennte Lager und die PvE Spieler haben das nie verstanden oder genossen.

    Und gerade Fallout ist in so einem dreckigen Setting unterwegs, wie schon oft von anderen Usern ausführlich beschrieben. Es ist doch viel cooler in einer Bar im Spiel andere Spieler zu treffen und zu hören dass da draußen irgendwelche selbsternannten Kreuzritter Brandschatzen, und man im Süden von "der arischen Stahlfront" gehört hat usw. Eben Dinge, die tatsächlich geschehen könnten, wenn das System in sich zusammenbricht und Anarchie übernimmt. Und wem das nicht gefällt, der kann sich mit anderen Spielen für gute Gruppen zusammenraufen die gegen diese Gruppen kämpfen. Das ist 100 mal Spannender, als immer nur zu hören dass sich irgendwo welche abschießen, weil niemand Gründe haben oder böses RP betreiben darf - dann bleibt auch die Spielwelt entsprechend lieblos und harmlos.


    Ja, da ist wieder der Online Chat wo die Leute sich ernst miteinander unterhalten so wie wir hier, und nicht eine Rolle in einem Rollenspiel spielen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. Dezember 2018
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  2. Cika

    Cika
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    "Ja oder Sie erzählen Abends im Pub wie sie alle Polizisten (CTs in Counter-Strike zB) ausgerottet haben und fangen an darüber zu sinieren wie gerne sie dies in echt tun würden.
    Das ist von meinerseite jetzt genauso spekulativ wie von dir das sie sich beim Bier mit der anderen Gruppe blendent verstanden hätten."

    Sicher

    Daraus schließe ich dann mal ganz messerscharf Digital = Real.
    Wenn du das so meinst, willst du dass dann wirklich als allgemeingültig stehen lassen?
    Oder gibt es da doch vielleicht ein paar Abstufungen, was man als real ansehen kann und was nicht?
    Stichwort: "Killerspiele"
    "XY hat mich im Spiel getötet und wenn wir uns sehen würden, würde er das im RL auch machen, das macht mir jetzt (real) Angst"
    ist jetzt nicht so weit weg von
    "XY hat mich im Spiel homophob beleidigt und angegriffen und wenn wir uns sehen würden, würde er das im RL auch machen, das macht mir jetzt (reale) Angst.
    Sicher ist die Hemmschwelle, jemanden zu Töten um ein sehr vielfaches höher, als einfach nur jemanden zu beleidigen, aber wer sagt denn, dass nicht irgendein Spinner doch einfach mal eine Knarre zieht und einfach um sich ballert, weil er eben real und digital nicht mehr trennen kann. Deswegen sollte eigentlich klar sein, dass man real und digital auf jedem Fall trennen sollte, so wie Wolfgesicht es auch tut.
    Was im Spiel passiert -> digital
    Wird man im Spiel privat angeschrieben/angesprochen -> persönlich -> real


    Natürlich kann man nach die "Homojäger" auf Grundlage dieser Regeln bannen. Auf Grundlage dieser Regeln kann man aber so ziemlich jeden Spieler bannen, da man "unerwünschtes Verhalten, das anderen Unannehmlichkeiten berteitet" beliebig auslegen kann.
    Darf man diese Regel aber nur so streng ausslegen, wenn es um Gruppen geht, die auch real existieren?
    Beispiel:
    Eine Gruppe XY macht es sich zur Aufgabe, alle Kinder des Atoms zu töten. Dabei spielt es keine Rolle ob die Spieler, die er tötet, sich in ihrer Rolle wirklich zu den KdA zugehörig fühlt oder nicht (die Spieler im Video wussten ja auch nicht, ob die Charaktere oder die Spieler dahinter schwul sind oder nicht). Den Getöteten wird das wahrscheinlich ziemlich aufn Sack gehen, wenn man sie zB als "Atom-Spinner" bezeichnet und dann umlegt. Sollte man die Gruppe XY dann auch bannen? Sie stören immerhin andere Spieler und bereiten ihnen Unannehmlichkeiten, allerdings sind sie bei ihrem Handeln und auch dem "beleidigen" voll im FO-Lore, wodurch das ganze wohl als Spiel angesehen werden kann. (Niemand wird Atom-Spinner wohl als reale Beleidigung werten)
    Schaut man jetzt auf die Quotes von Donny und soul oder aber die Aussagen von mehreren hier im Forum an, dann muss man diese Spieler sogar perma-bannen:
    "Spieler gehen im Spiele gegen religiöse Minderheit vor" ->
    digital = real ->
    Spieler gewöhnen sich an den Effekt und gehen bal im RL auch gegen religiöse Minderheiten vor.
    Bethesda sollte mal klären, mit welcher Begründung man den nun jemdanden töten darf, und was man sich so als Ziel seiner Gruppe setzen darf, ohne gebannt zu werden

    Das kann man eigentlich doch recht gut in den Lore der Spielwelt übertragen:
    Die "Homojäger" wollen die Erde nach der Apokalypse wieder neu bevölkern. Lebenswichtige Ressourcen sind in der Postapokalyptischen Welt natürlich rar. Homosexuelle können sich (unter normalen Umständen) nicht fortpflanzen, kostet aber Nahrung und Wasser.
    -> alle Homosexuellen ausschalten
    Sicher ist das moralisch eine verwerfliche Einstellung, aber wenn es keine NPCs gibt, muss halt irgendwer die "Arschloch"-Fraktion sein
     
  3. El-Fauxio

    El-Fauxio
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    Aus "A ungleich B" folgt nicht "A gleich B". So ganz messerscharf war das nicht...
    Du baust dein ganzes Argument gegen soulksc auf einer Aussage auf, die er gar nicht getroffen hat, sondern du.

    Du willst dann also das Verhalten damit rechtfertigen, dass Schwulenhass Teil des Lores ist?
    Bethesda hat diese Übertragung aber aus guten Gründen nicht gemacht, sondern du tust das (ich erkenne ein Muster).
    Worauf willst du also hinaus?

    Ansonsten, lies doch mal meinen Beitrag ganz oben auf dieser Seite und ersetze "Synth und Ghule" mit "Kinder des Atoms"

    Das Thema ist auch mal langsam durch
     
  4. Dudin

    Dudin
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    Da dein möglicher Wertebereich aber binär ist, folgt das eben doch.
    Es sei denn du kannst einen dritten Wert neben real und nicht real nennen. Halb real? was soll das sein?
     
  5. El-Fauxio

    El-Fauxio
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    Der "Wertebereich" ist aber eben nicht binär. Die Übergänge zwischen realer und digitaler Welt sind fließend, wie ja auch Cika durchaus weiß.

    Darum geht es hier seit 5 Seiten...
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. Dezember 2018
  6. Cika

    Cika
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    Immer oder nur in bestimmten Bereichen?
    Sprich in Bereich A ist der Übergang zwischen real und digital fließen, in Bereich B ist beides strikt getrennt.
     
  7. Timber.wulf Unsterblicher Forengott Moderator

    Timber.wulf
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    In Absprache mit @Mary Marx wird @Novasul des Threads verwiesen. Grund: Relativismus, Whataboutismus. Das ist auch der Grund, wieso einer seiner Posts ausgeblendet wurde.
     
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  8. Reddok Kommentar-Moderator

    Reddok
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    Meiner Meinung nach sollte man dieses Thema nicht auf die leichte Schulter nehmen.

    Ist beim Mobben manchmal ähnlich. Ist zwar vermutlich selten, aber die Mobber sehen das ab und zu auch nur als Spaß - oder zumindest behaupten sie das.

    Außerdem behaupte ich, es passt nicht ins Setting. Die Leute in F76 haben Jahre lang im Bunker zusammengelebt. Wenn sie sich im eigentlichen Spiel an die Gurgel gehen, dann wohl eher wegen unterschiedlichen Zielen, Machtgier, etc.

    Wenn Hass der Grund wäre, hätten die meisten wohl kaum im Bunker überlebt - oder zumindest hätten sie vor dem Aufbruch nicht zusammen Party gemacht.
     
  9. Chellger

    Chellger
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    Passt zu 100 % ins Setting. Here's why:

    Es ist ja nicht so, dass "HASS" eine Resource ist, die da ist und dann alle zu Monstern macht, die sich nicht selbst kontrollieren können. Auch in einem Bunker wird es Gruppen und Spannungen geben. Menschen neigen dazu, neigen IMMER dazu, sich in Gruppen aufzuteilen. Das kann man doch selbst in Freundesgruppen von 4, 5 Leuten sehen, wo es auch die 2 oder 3 gibt, die besonders gut miteinander können, bzw. Freundesgruppen, wo gewisse Mitglieder als "Bindeglieder" funktionieren, ohne die die Gruppe in noch kleinere Grüppchen zerfällt.

    Kinder ohne Brille mobben Kinder mit Brille, Kinder mit Markenklamotten mobben jene ohne Markenklamotten. Menschen SIND so. Evolutionär darauf ausgelegt das Ähnliche zu suchen und dem "Fremden" ablehnend gegenüberzustehen. Das steckt in uns und darüber müssen wir uns klar sein und aktiv dagegen arbeiten.

    In einer Fallout-Welt, auch im sicheren Bunker, haben die Menschen ganz andere Sorgen. Das "Korrektiv" einer Aufgeklärten Gesellschaft existiert nicht mehr, die Leute haben BESONDERS Angst vor dem Fremden, weil das Fremde, das von außerhalb des Bunkers kommt tatsächlich gefährlich ist. Sich davor zu schützen ist die eigentliche und primäre Aufgabe des Bunkers.

    Zum Thema: Im Bunker war alles fun & giggles, alle hatten sich lieb. Halten wir Leute, die aus kleinen isolierten Bergdörfern kommen, für aufgeklärt? Oder denken wir, dass das Hinterwäldler sind? (Und wieder eine Abgrenzung, interessanterweise eine, die gerne von den Aufgeklärten Menschen getroffen wird, um sich von den Un-Aufgeklärten abzugrenzen)

    "HASS" macht nicht zu einem Monster, der ganze Begriff wurde und wird durch die Medien überstrapaziert. Wir haben in Fallout76 Leute, die sich in Grüppchen und Gruppen zusammentun und wahrscheinlich SEHR xenophob sind. Ich sehe nicht wirklich, warum sie nicht auch homophob sein sollten. Das ist nicht gut! Homosexualität ist VÖLLIG IN ORDNUNG. Aber sie kommt seltener vor als Heterosexualität und ist damit etwas Seltenes und potentiel "Fremdes". Eine ganze starke Abgrenzungslinie, die genutzt werden würde, in einer Fallout76-Welt.

    Die Einstellung gegen Homosexuelle ist dann nicht einfach "HASS! WIR HASSEN SCHWULE" sondern "SCHWULE SIND ANDERS, WIR HASSEN SIE, WEIL SIE ANDERS SIND". Ein kleiner, letztendlich unwichtiger und dann doch wieder SEHR wichtiger Faktor.

    Jedenfalls: Was die Leute da ingame gemacht haben, Spieler im 2018 aus einem relativ ziviliserten und aufgeklärten Land, würde im Jahr (Wann spielt Fallout nochmal?) in einer postapokaltypitschen Welt GANZ BESONDERS so sein.
     
  10. Reddok Kommentar-Moderator

    Reddok
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    @Chellger Du meinst also, leute die ca. 20-30 Jahre zusammen in einem Bunker gelebt haben, plötzlich Jagd aufeinander machen, wegen ihrer Sexualität? Ja klar.

    Edit: Gruppenbildung halte ich nicht für unwahrscheinlich. Aber die haben immerhin 20 Jahre zum Wohle der Menschheit zusammengelebt, und keiner hat (zum Glück) eine Ahnung, ob es in der echten Postapokalypse so läuft wie in Survival-Spielen. Unglücke zeigen immer wieder, dass Menschen sich helfen können. Wenn ich Gründe sehe, warum sich jemand in der Postapokalypse bekriegen sollte, dann sind das entweder Neid, Misstrauen oder Meinungsverschiedenheiten.

    Sei ehrlich: Würdest du, wenn dein Überleben und das der Menschheit auf dem Spiel steht, dich aufmachen um bestimmte Bevölkerungsgruppen auszulöschen? Würdest du dein eigenes Leben dafür aufs Spiel setzten?
     
    Zuletzt bearbeitet: 5. Dezember 2018
  11. Chellger

    Chellger
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    Guck dir mal 2 Leute an, die heiraten, 20 Jahre zusammen sind, sich scheiden lassen und sich dann auf Leben und Tod bekriegen. Wenn man gezwungen ist, zusammenzuarbeiten, funktioniert einiges, was im größeren Rahmen nicht funktionieren würde. Mitarbeiter einer Firma sind Privat auch nicht unbedingt die dicksten Freunde. Wenn der zwingende Rahmen eines Bunkers plötzlich weg wäre, wäre das eine Riesen-Veränderung. Die Leute würden sich nicht von heute auf morgen wegen ihrer Sexualität bekriegen, aber Animositäten würden wachsen.

    Es hänt auch stark von der Bunkergröße an. Ein Bunker von 20 Leuten? Von 50 Leuten? Von 1000 Leuten? Das ist dann schon eine kleine Society. Wenn du Science Fiction magst, guck dir mal die "Silo"-Bücher von Hugh Howey an. Da leben Leute nach dem Weltuntergang auch in großen Bunkern, die sie Silos nennen. Keine Angst, da werden zu keinem Zeitpunkt Homosexuelle gejagt, aber die Bücher zeigen sehr schön, dass selbst in einem Bunker, der allen das Überleben ermöglicht, nicht alles Eitel Sonnenschein ist. Im Gegenteil. Wenn Leute sich nicht riechen können, dann können sie sich von diesem Gefühl scheinbar richtig schwer freimachen.

    "Herr der Fliegen"? Das Buch, wo die Schulklasse auf einer Insel abstürzt und sie quasi sofort eine Art Terrorstaat aufbauen und den Dicken mit Brille zu Todo mobben? Ich glaube das ist eher die Natur des Menschen, als "Lasst-uns-Freunde-sein-und-Zusammenarbeiten". DAS erfordert Aufklärung, Arbeit und Einsicht. Kurz, eine funktionierende Gesellschaft.

    LANGFRISTIG würde sich auch in einer Fallout-Welt die Zusammenarbeit durchsetzen. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Zusammenarbeit im Endeffekt mehr bringt, als reiner Egoismus. Das ist so ein Ding mit der Spieltheorie, aber frag' mich nicht, wo ich das gelesen habe. Aber Fallout ist ja von einer Zivil-Gesellschaft noch weit entfernt. Das ist eher Steinzeit/Wilder-Westen.

    Nein! Die Person die ich JETZT bin würde das nicht machen. Ich kann es mir jedenfalls nicht vorstellen. Aber zu sagen "NIEMALS WÜRDE ICH ETWAS BÖSES TUN", da macht man es sich zu leicht. Der Mensch ist unter den bestimmten Bedigungen zu vielem fähig. Zu sehr viel Schönem aber auch zu sehr viel Hässlichem. Du willst, dass ich ehrlich bin? Ich bin ehrlich. Wir leben in einer behüteten und ziviliserten Zeit, Gott sei Dank! Aber wir sind daher auch behütete Kinder dieser Zeit, und sehen unsere Welt entsprechend. Wenn WIR 2 plötzlich in Fallout wären und ALLES wäre anders, keiner von uns könnte sagen, was dann wäre. Und wir hätten noch den Vorteil in unserer ziviliserten Zeit aufgewachsen zu sein und schon ausgebildete Persönlichkeiten zu sein.

    Ich würde sicher nicht losgehen und bestimme Bevölkerungsgruppen auslöschen. Aber ich bin auch in unserer Zeit geboren, habe in unserer Zeit eine moderne Schulbildung genossen, kann an Medien teilhaben, die mir die Welt zeigen und erklären. Ich bin HALBWEGS "aufgeklärt".

    Wenn ich IM Fallout-Universum geboren wäre? Und keiner sagt mir was gut und was böse ist? Ja woher soll ich denn wissen, wozu ich imstande wäre? Du kannst es auch nicht wissen.

    Also abschließend gesagt, ich sehe das alles SEHR viel "unklarer" als du. Fallout ist Chaos und Chaos ist nicht vorhersehbar. Der Mensch ist nicht grundsätzlich schlecht oder gut, aber dass es Banden gäbe, die Homosexuelle jagen, das halte ich einfach für möglich. (Nicht jetzt "hauptberuflich" im Sinne von "Wir gehen los, suchen und töten Homosexuelle" aber eine Feindlichkeit gegen sie gäbe es 100 %. Gibt's ja heute noch genug.

    Das ist - noch einmal gesagt - NICHT GUT! HOMOSEXUALITÄT IST VOLLKOMMEN IN ORDNUNG. JEDER IST ZUMINDEST EIN BISSCHEN BI. Und why the fuck not?

    Die wegen so was EIN LEBEN LANG zu bannen, das stößt mir einfach sauer auf. Einen Monat, ja. Aber lebenslang? Das geht für mich nicht zusammen. Da muss es doch andere Mittel und Wege geben.
     
  12. Reddok Kommentar-Moderator

    Reddok
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    @Chellger Zum ersten Teil:

    Das ist alles Fiktion. Ich rede von den erwähnten Büchern und von Fallout. Das hast du auch selber im 2. Teil geschrieben.

    Du hast recht - allerdings ist das aber immernoch eine lebensbedrohliche Situation. Komplett andere Umstände. Wenn die selben Mitarbeiter zusammenarbeiten müssen, um am Leben zu bleiben, ist denen die Beziehung untereinander erstmal zweitrangig... Na ja, wenn sie schlau sind.

    Zum 2. Teil:

    Ich glaube du missverstehst. Die Fallout-Welt (damit meine ich die Welt so wie wir sie von den vorherigen Spielen kennen) existiert in F76 noch nicht. Die Leute, welche durch die Spieler verkörpert werden, kennen alle noch die alte Welt - oder wurden zumindest von denen aufgezogen, die sie noch kannten. Wenn ich das vorhin richtig gelesen habe, waren die "nur" 20 Jahre im Bunker. Soweit ich weiß, haben die auch nicht jeden Haswurst in den Bunker gelassen.
     
  13. Chellger

    Chellger
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    Ich hatte wirklich keine Ahnung, wann Fallout76 spielt, aber ich bin einfach eher der Meinung, dass Anarchie sehr schnell, sehr hässliche Blüten treibt. Ich hab' sowas natürlich nicht erlebt. Das ist so eine Thematik, mit der ich mich viel beschäftige und M.E. ist ein großer Teil unserer heutigen Zivilgesellschaft etwas, was wie eine Maske getragen wird. Wirkliche Toleranz ist etwas, was man sich erarbeiten muss. JEDER Mensch hat Vorurteile. Man muss sich dieser bewusst werden, sich mit ihnen beschäftigen und sie hinterfragen. Viele Dinge, die heute für mich okay sind, waren früher für mich zumindest seltsam. Und obwohl ich GLAUBE, dass ich tolerant bin, muss ich es doch immer wieder hinterfragen. Die Leute heute machen es sich zu einfach, indem sie alles "Böse" unter den Teppich kehren und glauben, es beträfe sie ohnehin nicht. Sie haben sich dann mit der Thematik nicht einmal beschäftigt. Ich finde, Toleranz ist dann einfach nur wie eine Maske getragen. Und die kann man ablegen.

    Ich frage mich, sind die Menschen heute "Besser" als 1930? Und meine Meinung ist, wenn du die Bevölkerung von damals mit der gleichen Anzahl von Leuten aus dem heutigen Deutschland austauscht und denen jedes Wissen über den 2. Weltkrieg nimmst, die würden wieder genau gleich handeln. Wir sind nicht "genetisch" besser geworden. Das waren alles keine Monster damals, DAS ist das Unheimliche. Und wir sind AUCH alles keine Monster.

    Ich kann dir erhlich keinen VERNÜNFTIGEN Grund nennen, warum mich der Lebenslang-Bann so unheimlich stört. Aber er stört mich. Es fühlt sich zu einfach an.
     
  14. -GradX-

    -GradX-
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    Lebenslanger Bann klingt sehr drakonisch. Aber wie bereits Anfangs des Threads erwähnt kann derjenige sich das Spiel nochmal kaufen und auf einem neuen Account spielen. Es ist also eher sowas wie eine Idiotensteuer. :groundi:
     
  15. badtaste21

    badtaste21
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    Niemand wird sich das Spiel nochmal kaufen. XD
     
    -GradX- gefällt das.
  16. Reddok Kommentar-Moderator

    Reddok
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    @Chellger Ich meine ja nicht dass die Menschen perfekt sind. Nur dass sie in so einer Lage bessere Gründe für ihre Taten hätten. Vorurteile sind dir Schnuppe, wenn du denkst, dass ein anderer dein Überleben und/oder dass deiner Mitmenschen gefährdet.

    Und was 1930 angeht: Das ganze ist nicht passiert, weil alle/ein Großteil der Deutschen Rassisten (bzw. nicht tolerant) waren. Unter anderem war die Wirtschaft nach den goldenen Zwanzigern im Arsch und es gab viele Arbeitslose und viel Elend. Das ist nur einer von vielen Gründen... die von der NSDAP ausgenutz wurden.
     
  17. Yeager

    Yeager
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    Als ich ein kleiner Junge war, in den 80ern, war eine übliche Standard-Beleidigung "Bist du behindert oder was?". Mir ging damals durch den Kopf, dass Menschen mit einer Behinderung einfach nur Menschen sind. Dass ich selbst jederzeit einen Unfall haben könnte, der mich dasselbe Schicksal erleiden lässt. Ich fragte mich, wie es mir dann gefiele, wenn ich sowas mitkriegte, selbst, wenn ich gar nicht gemeint gewesen wäre. Die Antwort war ganz simpel: gar nicht. Die geistige Leistung, die mir dieser gedankliche Prozess abverlangte, war weniger als nötig ist, um eine Cola-Flasche zu öffnen. Mein Alter: 8.

    Als ich ein Jugendlicher war, in den 90ern, war eine übliche Standard-Beleidigung "Du Schwuchtel!". Mir ging damals durch den Kopf, dass ich genauso gut mit einer sexuellen Präferenz für das eigene Geschlecht geboren worden sein könnte. Ich frage mich, wie es mir dann gefiele, wenn ich sowas mitkriegte, selbst, wenn ich gar nicht gemeint gewesen wäre. Die Antwort war ganz simpel: gar nicht. Die geistige Leistung, die mir dieser gedankliche Prozess abverlangte, war weniger als nötig ist, um ein Bier zu öffnen. Mein Alter: 17.

    Als ich mit ca. 30 Raidleader bei WoW war, sprach ich mit meinen Gildenleuten offen über diese Dinge, weil man im Internet allgemein, aber bei einem MMO speziell immer wieder mit derlei achso "spaßigen", achso "RPGigen" Sprüchen tangiert wurde. Einige waren der Meinung, wie ich sie auch hier las, das sollte man nicht so persönlich nehmen, das wäre doch nur Spaß, das fiele doch in den Rahmen von RPG.

    Dann fiel unser DE-Server aus und wir wechselten kurzfristig auf einen spanischen. Wir eckten nicht an, benahmen uns nicht daneben, trollten nicht rum. Dennoch wurden wir mit "Nazis go home!" beschimpft. Zahlreich, nicht nur von vereinzelten spanischen Spielern. Ich weiß noch, dass einer schrieb: "You guys know, this is just fun. It is RPG. YOU NAZI!!! WE WILL KILL YA ALL!" Keiner von uns lachte. Dieselben Leute, die mir vorher was von "Spaß", "RPG" und "soll man sich nicht so haben" erzählten, drehten nun im Teamspeak am Rad. Sie wollten für sich Respekt, sie wollten keine Beleidigungen, sie wollten nicht mit Stereotypen abgestempelt werden. Sie waren keine Nazis, nicht mal ansatzweise rechts und wollten nicht als solche gesehen werden. Sie waren sauer, vielleicht sogar verletzt. RPG-Feeling, anyone? Denkste.

    Irgendeiner von uns schrieb dann plötzlich, das würden ja gerade die richtigen sagen, die sogar nach dem Krieg noch eine Diktatur hatten, unter Franco. Dann ging's los, Krieg von allen Seiten, keine Spur von RPG. Ich sah zu, dass meine Leute die Füsse still hielten, kam mir vor, wie jemand, der einen Flohzirkus bei Laune halten muss. In meinem Hinterkopf machte irgendwas ständig Facepalm. Wir hatten doch noch über die Dinge gesprochen, sie waren so klar, sie lagen auf der Hand - aber man wollte nicht verstehen. Und nun fühlte man und liess gleichzeitig fühlen. Es war so klar und so schwachsinnig zugleich, von beiden Seiten.

    Also schlussfolgere ich daraus Folgendes:

    1. Ich muss ein Genie sein! :D Kann ich zwar nicht glauben, aber wenn mir diese Dinge so unsagbar leicht fielen in der Verarbeitung, von kleinauf - und gleichzeitig doch relativ vielen Leuten so schwer, erwachsenen Leuten, dann MUSS ich ein Genie sein! :D :D

    oder

    2. Ich bin kein Genie, was sehr wahrscheinlich und irgendwie auch beruhigend ist (weniger Druck auf mir und so ...) sondern ein ganz normaler Typ. Aber was sagt dies dann über die anderen aus, die zu so einer einfachen Verarbeitung nicht imstande waren? Dann müssen sie Vollidioten sein, die zum Kacken zu dämlich sind. Das meine ich wörtlich, denn die besagte Verarbeitung, siehe oben, war wirklich pippi-leicht. Selbst der Akt sich die Hose VOR dem Geschäft auf dem stillen Örtchen runter zu ziehen, ist komplizierter, als die reflektorische Frage: "Wie wäre es für mich, wenn ICH es wäre?"

    oder

    3. Ich bin ein ganz normaler Typ, aber die Tatsache, dass ich über Empathie verfüge, ist KEIN Standard. Was sagt dies dann über die anderen aus? Dann müssen sie Sozio- oder Psychopathen sein. Denn genauso ist so jemand definiert.

    oder

    4. Ich bin ein ganz normaler Typ und die anderen sind es auch. Aber was sagt dies dann über sie aus, als sie plötzlich es selbst erlebten, was sie vorher belächelten - es nun aber NICHT belächelten? Dann müssen sie wieder Vollidioten sein.

    Wir haben also die Möglichkeiten Genie, Vollidioten, Soziopathen und wieder Vollidioten. Genie schließe ich aus. Vollidioten bei den anderen schließe ich auch aus, dann wären viele zu Vielem nicht fähig. Bleibt also noch Sozio- und Psychopath. Ich weiß nicht, da wäre mir sogar der Vollidiot im direkten Vergleich im Kontakt lieber. Denn auch Dämlichkeit kann zuweilen sympathisch wirken, Psychopathie aber nie.

    Das Bekloppte daran bekommt dann noch eine weitere Dimension:
    Aus dem vermeintlichen Spaß wird Gewohnheit, wird Akzeptanz, wird Normalität und schlußendlich Realität. So ähnlich dürfte es auch in den Köpfen der Amokläufer passiert sein. Dass es nicht bei jedem passiert ist, verdanken wir nur der Tatsache, dass es doch noch Empathie, Reflektion und Verstand gibt - oder auch einfach nur Angst vor gesetzlichen Folgen. Selbstverständlich kann unser kognitives Selbst uns daran erinnern, dass alles NUR ein Spiel ist. Aber unser unbewusstes kann es nicht. So, wie wir auch in unseren Träumen nicht erkennen können, ob das Erlebte real ist - andernfalls wären es luzide Träume und dann wäre zumindest ein Teil des Kognitiven "online". Dieser Effekt zeigt, dass Dinge in uns haften bleiben und ein Eigenleben entwickeln. Daher ist es nicht egal mit was für Inhalten wir konfrontiert werden. Weitestgehend egal ist hingegen ob online oder in RL. Das Ganze funktioniert auch umgekehrt: Wäre man nicht homophob, hätte man Empathie, dann würde man nicht dies als vermeintliches Spaß-Mittel genutzt haben. Man hätte Anderes genutzt, aber nicht dieses. Es lässt also tief blicken, selbst wenn derjenige anderer Meinung oder sich dessen nicht bewusst ist.

    Aber das Bekloppte geht ja weiter:
    Irgendwann wandern die Leute mit Empathie weg von den jew. Games. Sie haben kein Bock mehr auf dieses Zeugs und ich habe Verständnis dafür. Es bleiben also im Wesentlichen die Leute übrig, die ihr ganz eigentümliches Verständnis von "Spaß" haben, das, natürlich, nur einseitig gilt. Diese treffen auf andere ihresgleichen, für die dasselbe gilt, mit derselben Einseitigkeit. Jeder von ihnen hat also nun "seinen Spaß", der aber nicht der Spaß des jeweils anderen ist, sondern dessen Groll. So steigern sie sich gegenseitig und vergraulen auch noch die letzten, die halbwegs intakt in der Birne sind, vom Server. Übrig bleibt also nur noch die selbst ernannte "Alles nur Spaaaaß!"-Fraktion soziopathischer Art. Die so lange rum lamentiert, das sei doch alles virtuell, in realo sei man doch anders - in Wirklichkeit das aber nur dann meint, wenn man selbst der Täter ist, aber nie als Opfer. In Letzterem Fall gelten natürlich andere Regeln. Das geht ne Zeitlang so. Dann stirbt das Spiel.

    Wenn ich es recht bedenke, sind es doch Vollidioten UND Soziopathen zugleich.
    Stramme Leistung!

    So etwas in der Art dürfte sich Bethesda auch gedacht und daher aus purem Selbsterhaltungstrieb heraus den Lifeban ausgeprochen haben. Wie man das nennt? Menschlichkeit? Nein. Political Correctness? Nein. Übertreibung? Nein.
    Man nennt es Logik.

    Allerdings eine solche mit Lücken, an denen Bethesda selbst schuld ist.
    Denn Tatsache ist auch, dass GERADE in einem Spiel, das ein Endzeit-Szenario thematisiert, das GERADE dieses in ein, zudem auch noch reines, Multiplayer-Erlebnis steckt, die jeweiligen Spieler weitestgehend ALLEIN für ihr immersives Spielgefühl, das viel gelobte "Environmental Storytelling" verantwortlich sind. Das Environment ist man bei einem Game wie F76 selbst. Man hätte bei Beth ganz von selbst darauf kommen können, dass es unter Garantie Leute geben wird, die verantwortungsvolles, weil Nicht-RL-bezogenes mit nicht verantwortungsvollen, weil RL-bezogenen RPG verwechseln, bzw. die theoretisch vorhandene Auslegungsmöglichkeit einer Schwammigkeit für ihre Zwecke ausnutzten. Da tat man sich sehr leicht mit dem Verweis auf die Regeln. Man nahm es in Kauf, weil das Geld winkte - das vermeintliche. Also sind Beth auch keine Engel, nicht dass ich das je gedacht hätte ;-)

    Dennoch, die Hauptverantwortung liegt beim Spieler.
    Kriegt er einfachste gedankliche Prozesse nicht gebacken, dann halt Ban.
    Wüsste nicht, was daran verkehrt wäre. Ist hier nicht anders.
     
  18. CortiWins

    CortiWins
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    17. Dezember 2016
    Beiträge:
    12
    @Yeager
    Schöner Text, erstmal einen Daumen dafür.

    Ich bezweifle übrigens, dass irgend jemand dieses Verhalten ersthaft als "Rollenspiel" verstehen würde. Natürlich wird das in Diskussionen gebracht um das Verhalten für sich und andere zu rechtfertigen. Ich denke, dass einige Menschen es einfach irgendwie geil finden, anderen eine schlechte Zeit zu bereiten solange sie selbst dafür keine Konsequenzen zu tragen haben. Warum sonst sollte man in MMOs ganken? Jaja, "Red is dead", Herausforderung, Spannung, Rollenspiel, blabla, aber nur im Forum. Im Forum sind es alles Menschen von höchster Ehre und Moral und im Spiel wird alles umgehauen was sich nicht wehren kann und wenn jemand so aussieht als könnte er es, schnell /winken.
     
    Yeager gefällt das.
  19. Teiler Der mit dem V tanzt

    Teiler
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    Ort:
    hographisch völlig inakzeptabel!
    Tja 220 Antworten... war wohl doch ne gute Entscheidung...
     
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