Artikel: Frauen-Kontrolle per App in Saudi-Arabien

Dieses Thema im Forum "Diskussionen zu Gamestar-Artikeln" wurde erstellt von Heiko Klinge, 15. Februar 2019.

  1. Heiko Klinge Chefredakteur Mitarbeiter

    Heiko Klinge
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    Hier findet ihr die Kommentarsektion zum Artikel "Frauen-Kontrolle per App - Saudi-arabische Männer können Reisen ihrer Frauen per offizieller App überwachen und verbieten".

    Den Artikel findet ihr hier.

    Bitte beachtet in diesem Zuge unsere Kommentar - und Forenregeln.
     
  2. Bakefish Kommentar-Moderator

    Bakefish
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    Es herrscht in diesem Land eine andere Kultur als beispielsweise im Westen. Das darf man nicht vergessen. Aber man darf auch nicht leugnen, dass diese App ein Paradebeispiel der Missachtung der Menschenrechte durch das Land darstellt.
    Meines Wissens hat sich das Land nie zu diesen Rechten bekannt. Ich verurteile die App dennoch scharf. Frauen sind damit der Willkür ihres Ehemannes ausgeliefert und werden noch weiter eingeschränkt.
     
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  3. M4gic

    M4gic
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    Na da muss Siri, Alexa und co ja ein feuchter Traum für saudiarabische Männer sein. Tut alles, was man will.

    Traurig, dass sowas heute noch praktiziert wird...
     
  4. Ich kann das Argument "Es ist eine andere Kultur" nicht nachvollziehen. In erster Linie sind wir alle menschliche Wesen. Egal welcher Kultur wir angehören. Nur weil jemand geographisch gesehen bei der Geburt Pech hatte, soll dieser nun mit dieser Unmenschlichkeit leben müssen? Ich denke nicht.

    Auch dass das Regime einen unter Druck setzt, lasse ich nicht gelten. Wie ich bereits unter dem Artikel kommentiert hatte, erinnert mich das zu stark an die NS Diktatur. Viele Menschen gaben nach dem Krieg an, dass sie durch die Öffentlichkeit dazu gezwungen waren, sich dem Kult um den Führer und dem Hass gegen Juden anzuschließen. In sehr, sehr vielen Fällen war dies sicherlich der Fall. Vermutlich sogar in den meisten. Aber ebenfalls eine Großzahl an Menschen standen hinter ihrer Einstellung. Dies wird auch heute noch sichtbar, wenn man sich Interviews von ehemaligen SS-Mitgliedern anschaut.

    Apps wie sie in Saudi-Arabien genutzt werden, sind nichts anderes als ein Werkzeug um Frauen zu unterdrücken. Dies nur aufgrund von einer anderen Kultur zu tolerieren und sogar gut zu heißen, kann ich nicht nachvollziehen. Gerade auf Seiten wie Gamestar wird sich an allen Ecken und Enden darüber beschwert, dass große Konzerne ihre Mitarbeiter auf die Straße setzen. Es wird an die Menschlichkeit appelliert. Auf der anderen Seite werden solche Apps aber akzeptiert. Hier wird meiner Meinung nach unterschiedlich beurteilt.
     
  5. Standeck

    Standeck
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    Ich halte es wie Helmut Schmidt: Wir sollten uns aus den Angelegenheiten anderer Staaten raushalten und uns mit unseren Problemen beschäftigen.
     
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  6. So weise Helmut Schmidt auch immer dargestellt wird, mit zunehmendem Alter hat er dann doch manch merkwürdige Aussage getätigt. Plötzlich konnte er sich auch an vieles nicht mehr erinnern oder hat bestimmte Aussagen und Entscheidungen nur getroffen, weil es die Umstände erforderlich machten.

    Sich beim Thema Menschenrechte nicht einzumischen, ist nichts als Missachtung selbiger. Aber es ist eben auch bequemer andere machen zu lassen was sie wollen, so lange es uns hier gut geht. Ist nichts anderes als kompromissloser Egoismus.
     
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  7. Jens167

    Jens167
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    Ich sehe das genau so wie kartodis! Sehr gut zusammen gefasst.
     
  8. Standeck

    Standeck
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    Die Werte sind ihnen nur wichtig solange sie dadurch mehr Profit machen. Aber wollen wir wirklich Profitorientierte Unternehmen zu Botschaftern der westlichen Werte machen? Ich glaub nicht dass die das leisten können.
     
  9. Vainamoinen

    Vainamoinen
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    Schmidts Aussage zu den Menschenrechten war offensichtlich ein Zeichen von beginnender Demenz.

    Unser Umgang damit ist natürlich traditionell hanebüchen. Erst behaupten wir, diese Dinge wären Rechte jedes und aller Menschen, und dann handeln wir zum eigenen finanziellen Vorteil mit Staaten, welche diese Rechte mit Füßen treten.

    Aber die Einstellung "souveräne andere Staaten müssen ihre eigenen Rechte haben (dürfen)" ist völlig widersinnig. Entweder glaubt man an diese Rechte und an ihre Universalität oder eben nicht.

    Wir haben einen erstaunlich langen Hebel, um diese Rechte in China, Russland, Saudi-Arabien durchzusetzen, aber Merkel ... schweigt und streicht ein.

    Was Schmidt jetzt auch wieder nicht gefallen hätte.
     
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  10. Standeck

    Standeck
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    Schmidt hatte schon Recht und das mit der Einmischung hat er schon immer gesagt seit er was zu sagen hatte. Er hat sich ja als einer der ersten westlichen Staatschefs mit Mao getroffen. Aber was willst du einem Mao oder anderem Chinesischen Politiker von Menschenrechten erzählen? Müssen wir uns immer überall mit unserer Besserwisserei einmischen? Schmidt hat absolut Recht, da kann man nichts dran ändern auch wenn es einen stört also was willst du machen? In blinden Aktionismus verfallen.
     
  11. Sehe ich etwas anders. Als es um den Boykott der Olympischen Spiele 1980 in Moskau ging, hat er sich insofern eingemischt, als dass er am Boykott teilnahm und damit das militärische Vorgehen der UDSSR in Afghanistan verurteilte. Viele Jahre später räumte er ein, dass dies lediglich auf Druck der USA geschah.

    Keiner in der Weltpolitik handelt aus reiner Menschlichkeit. Wenn viele glückliche Umstände zusammen kommen, dann ist eine politische Entscheidung auch gleichzeitig menschlich vertretbar. Darauf wird dann auch nur zu gerne hingewiesen. Dabei ist es auch vollkommen gleichgültig ob diese Entscheidung von Merkel, Schmidt, Gorbatschow, Trump oder Kennedy getroffen wird. Im Hintergrund gibt es immer schwerwiegendere Argumente dafür als die menschlichen Aspekte.
     
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  12. Garm

    Garm
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    Gibt immernoch mehr als genug Männer in der westlichen Welt, die am liebsten auch so eine App haben würden.

    Davon abgesehen, dass wir alle irgendwelchen Großkonzernen längst ähnliche Überwachungsmöglichkeiten eingeräumt haben.
     
  13. Timber.wulf Unsterblicher Forengott Moderator

    Timber.wulf
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  14. Sir_Sebbi

    Sir_Sebbi
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    Schade ist das in diesem Artikel nicht drin steht, dass eine saudische Aktivistin gegen die Sperrung ist. Mit einer Sperrung der App gibt es eine Fluchtmöglichkeit weniger und ob die App gesperrt wird oder nicht ändert sich nicht die Frauenrolle in Saudi Arabien.

    Also alles bloß publicity ohne positive Bedeutung.
     
  15. Garm

    Garm
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  16. Timber.wulf Unsterblicher Forengott Moderator

    Timber.wulf
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    Wie meinen? :hmm:
     
  17. dabba

    dabba
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    Es ist nicht so leicht, da zu hebeln:

    Wie schon in den Kommentaren geschrieben:
    Die Länder leiden unter den Ressourcenfluch. Bodenschätze und ihre Verarbeitung sind normalerweise in der Hand weniger Institutionen, die so einen sehr großen Anteil der Volkswirtschaft kontrollieren und die Regierung sowohl stützen als auch unter Druck setzen können. Zudem machen viele Bodenschätze auch nicht gerade innovativ oder erfinderisch, weil einfach die Motivation fehlt, sich weiter zu entwickeln. Außerdem wird ein Land extrem abhängig von einem einzelnen Exportgut - und des Landes Wohl und Wehe ist abhängig vom Marktpreis des Gutes.

    Die Regierenden in Saudi-Arabien sind darauf angewiesen, eine gewisse Stärke auszustrahlen. Die Ölmilliarden sind verlockend, die würden sich auch gerne andere unter den Nagel reißen, wenn die aktuellen Machthaber Schwächen zeigen. Man sorgt für Unruhe im Land, wenn man Reformen zu schnell (und zu offensichtlich auf Druck von außen!) durchsetzt, das kann irgendwann plötzlich umkippen.

    In Libyen und im Irak hat man einen Umsturz in Kauf genommen bzw. selbst verursacht - und die Länder damit nicht gerade stabiler gemacht.
     
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