Artikel: Gegen Rassismus und Hass - Gaming-Reddit bleibt am 1. April geschlossen

Dieses Thema im Forum "Diskussionen zu Gamestar-Artikeln" wurde erstellt von Dimitry Halley, 1. April 2019.

  1. Yeager

    Yeager
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    Teils, teils.

    Wie ich oben schrieb, kommt es darauf an, was das verursacht hat.
    Wenn Empathielosigkeit, also Formen der Sozio- oder Psychopathie, der Fall waren, ist es zumindest von dieser Seite her in einem zumindest zum Teil pathogenen Kontext zu sehen. Es ist dann sehr schwierig und sehr kompliziert, wenn es um die Eigenverantwortung geht. Wirklich äusserst schwierig, denn man wird sich sehr schwer tun jemanden fehlendes Mitgefühl vor zu werfen, der möglicherweise seit seiner Geburt keins hat, wofür er nichts kann. Aber das betrifft nur diesen Teil, nur so "motivierten" Menschen - und es ist fraglich, wie viele davon wirklich dem entsprechen.
     
  2. Covfefe

    Covfefe
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    Es gibt sicher Millionen von Menschen, die eine Zeit lang in ihrem Leben mit diskriminierenden Ansichten unterwegs waren und diese irgendwann wieder abgelegt oder überwunden haben. Das ist aber ganz sicher nicht dadurch passiert, dass man sie einfach ausgeschlossen und ignoriert hat, sondern weil es Leute gab, die sie nicht abgeschrieben haben.

    Dein Weltbild ist in dem Punkt eigentlich genauso fatalistisch und engstirnig, wie das eines Rassisten oder Homophoben.

    Im Prinzip geht es ja darum, dass jeder Mensch einen gewissen "Hass" (oder negative Emotionen) in sich trägt. Manche Menschen akzeptieren das, arbeiten daran, und versuchen diese Emotionen in eine harmlose Richtung zu lenken (bei mir ist es z.B. der FC Bayern..), machen eine Therapie oder versuchen, diese Emotionen in positive Energie zu verwandeln. Andere Menschen suchen sich als Ventil für diesen Hass Bevölkerungsgruppen, deren Ansichten/Kultur/Geschlecht/Sexualität sie nicht akzeptieren können oder wollen. In der Gruppe befinden sich die Rassisten selbst, genauso wie Leute, die Rassisten das Menschsein absprechen wollen.

    Der Unterschied ist nur, dass du dir eine Gruppe ausgesucht hast, bei der du mit deinem Hass kein allzu großes Risiko eingehst und sogar Applaus dafür erntest, während Rassisten (richtigerweise) in der Breite kritisiert werden.

    Das was du befürwortest, ist im Prinzip Meinungsfaschismus.
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. April 2019
  3. Yeager

    Yeager
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    Hier ist wieder alles verkehrt.

    Es geht nicht um das Abschreiben von Leuten, ein für allemal. Das schrieb ich dir schon in meinem ersten Post, als du der GS implizit unterstelltest, sie würde bestimmte Meinung nicht sehen wollen. Warum schreibe ich dir denn hier? Welchen Sinn würde das machen, wenn ich dich ausschliessen wollte? Das ist doch völlig unlogisch.

    ABER:

    Das heißt nicht, dass man deswegen Ansichten, die gegen Kommentarrichtlinien, gegen geltendes Recht, gegen jeglichen Menschenverstand, gegen die Menschenrechte und letztlich auch gegen das eigene Selbst verstossen deswegen einfach hinnehmen wollte, würde und könnte. Das sind zwei grundverschiedene Paar Schuhe. Es geht auch nicht einfach nur um unterschiedliche Meinungen. Unterschiedlicher Meinung kann man darüber sein, ob ein Spiel gut oder schlecht ist. Wenn man aber anfängt unterschiedlicher Meinung darüber zu sein, ob Menschenrechte nun zutreffen oder nicht, ist das deutlich mehr als nur der Austausch unterschiedlicher Meinungen.

    Warum wird hier unterschieden, mal abgesehen von Gesetzen, die das so regeln?
    Es wird deswegen unterschieden, weil es die Basis des Zusammenlebens aller Menschen betrifft. Da ist nix mehr mit akademischer Leichtigkeit und feuchtfröhlicher Nachmittagsphilosophiererei, weil die Implikationen, die sich daraus ergeben zu schwerwiegend sind.

    Genauso könnte sich auch jemand beschweren, dass er nicht seine Meinung sagen durfte, als man Posts von ihm löschte, in denen er zum Beispiel WIrtschaftsgeheimnisse seines Unternehmens einem anderen mitteilte. Oder eine Motivationsrede für Amokläufer verfasste und sie zu Taten direkt oder indirekt anspornte. Das war keine Unterdrückung seiner Meinung und auch kein Faschismus, sondern eine Notwendigkeit in dem Rahmen, wie wir zusammen leben. Andernfalls wäre ein Zusammenleben nicht möglich.

    Hass ist auch keine Grundeigenschaft des Menschen, sondern eine starke Emotion, die auf etwas ruht. Die Frage ist auf WAS GENAU. Stellt man sich dieser, kann man ihn eventuell abbauen. Stellt man sich ihm nicht, sondern geniesst ihn förmlich, dann nicht. Hier passiert aber ein Denkfehler: Wir HABEN Emotionen, wir SIND sie aber nicht! Jemand, der aber leidenschaftlich hasst, WIRD zu seiner Emotion. Nicht, weil er das müsste, sondern weil er es will. Solange dieser Hass sich gegen Bagatellen richtet, solange er nicht zu menschenverachtenden Sichtweisen führt, die zu menschenverachtenden Taten bei ihm oder Dritten führen kann, solange ist er zwar nicht gerade hübsch und für denjenigen möglicherweise problematisch, vielleicht auch nicht, da er ihn ja geniesst - insgesamt gesehen aber für die Allgemeinheit ohne Relevanz. Erst, wenn sich das ändert, ändert sich auch die Prämisse, wie damit umzugehen sei. Auch hier wieder: Kein Faschismus.

    Bevölkerungsgruppen zu hassen ist zusätzlich zur moralischen Fragwürdigkeit auch noch ein semantischer Denkfehler, denn man impliziert dabei, dass jeder Einzelne davon gleich wäre. Aber das sind sie nicht. Was man also in Wirklichkeit tut ist nichts anderes, als seine negativen Erwartungshaltungen auf jeden in einer solchen Gruppe zu projizieren. Man hasst also nicht diese Bevölkerungsgruppen, sondern das BILD, das man von ihnen im eigenen Kopf gemacht hat. Allerdings unterscheidet man das nicht, obwohl es ein himmelweiter Unterschied ist. Und das kann auch zu entsprechenden Taten kulmunieren, wenn die Straftäter dann überzeugt sind das Richtige zu tun, obschon sie nur ihren inneren Bildern folgen.
     
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  4. Covfefe

    Covfefe
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    Witzig, genau das ist doch deine Meinung zu Rassisten und anderen Menschen mit diskriminierenden Ansichten. Du scherst jeden einzelnen Rassisten über den selben Kamm, genauso wie das Rassisten mit Migranten oder Antisemiten mit Juden machen.

    Wie gesagt, du hast dir für deinen Hass eben nur den einfachsten Applaus in deinem Umfeld ausgesucht, genauso wie ein Rassist auf einer Pegida-Demo in Dresden das tut.
     
  5. Yeager

    Yeager
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    Rassisten sind KEINE Bevölkerungsgruppe!
    Ein Rassist kann ein jüdischer Deutscher sein mit Sympathie für fanatischen Islamismus, schwul, transsexuell, mit dunkler Hautfarbe. Rassismus ist eine DENKWEISE, die jeder - ich wiederhole: jeder Mensch - annehmen kann. Rassismus ist sehr wahrscheinlich zumindest in Grundzügen auch Teil der menschlichen DNA oder wird interkulturell, bzw. inter-gesellschaftlich mit bedingt. Andernfall ist es nicht erklärbar, warum sehr viele Menschen Ameisen mögen, Käfer aber nicht. Warum ein Skorpion auf so manchen eine gewisse Faszination ausübt, eine Vogelspinne aber nicht. Das sind Muster des Abgleichens zwischen "ist so ähnlich wie ich" und "ist mir nicht ähnlich" - und diente wohl seit den Kindheitstagen der Menschheit dem schieren Überleben, da unsere Spezies es nicht überlebt hätte, wenn man erst langwierig nachdenken müsste, ob man dieses lustige, grüne, flexible Geschöpf eher hinreichend genug faszinierend findet oder aufgrund seiner Fremdartigkeit gemessen am eigenen Selbst eher besorgniserregend. Denn die Giftschlange wäre schneller als wir und damit Over and Out für uns. Aber diese archetypischen Mechanismen neigen zur Übertragung auch auf uns selbst - und zack - plötzlich ist der Asiate ein BÖSER! Und warum? Weil er nicht so aussieht, wie wir. Zack - plötzlich muss der Schwarze was Böses im Schilde führen. Warum? Naja, seine Haut ist schwarz, ganz anders als bei uns. Zack - die Lesbe und der Schwule - das geht mal gar nicht. Und warum? Naja, die lieben ja anders, die lieben ja das eigene Geschlecht.

    Der Mensch dahinter ist immer ein Individuum oder biologisch betrachtet ein Dividuum (eine Vielzahl innerer Stimmen). Was genau, das wissen wir noch nicht. Doch in beiden Fällen ist seine Sichtweise, seine partikulare, ihm eigene Art zu denken unabhängig von Klassifizierung ganz gleich welcher Art.

    Wenn du also Probleme mit dem FC Bayern hast, was hälst du eher für wahrscheinlich?

    A) Dass alle Fans des FC Bayern Arschgeigen sind
    B) Dass du dich mit so manchem FC Bayern Fan anfreunden könntest, weil er mehr Gemeinsamkeiten zu dir hat, als du denkst

    Du würdest aufgrund der Klassifizierung zu A) neigen, während dir dein Verstand zu B) raten würde - wenn du ihm Bedenkzeit einräumtest. Und genau hier passiert der "Systemfehler": Denn das tust du nicht. Es gibt keine Bedenkzeit. Es wird an die Schlechtigkeit geglaubt und fertig. Damit ist Rassismus nichts anderes, als eine Religion ohne einen Gott, völlig unabhängig davon, wie man zu Religionen steht. Es ist ein Glaubensgerüst, das zum Selbsterhalt neigt, das auf gar keinen Fall revidiert werden will. Dadurch bleiben Rassisten in der Regel solche und ziehen weitere in ihren Bannkreis. Zögen sie schlussendlich alle Menschen dahin, hätten wir das, was in Endzeit-Spielen immer wieder thematisiert wird. Also ist es Schwachsinn.

    Denk doch einfach mal über diese Dinge nach.
    Denk darüber nach, wie hochgradig kompliziert wir Menschen als solche sind - was auch der wahre und einzige Grund dafür ist, warum man sich mit der KI-Entwicklung so schwer tut. Denk darüber nach, dass kein Mensch, nirgends auf der Welt, sich irgendwas hat vor seiner Geburt aussuchen können. Wirklich rein gar nichts. Wärest du auf die Welt gekommen und hättest du das Gefühl, dass du Männer statt Frauen liebst - würdest du dann hier immer noch so argumentieren? Kämest du dir nicht verarscht vor? Und ich bin noch nicht mal schwul. Wenn ich mich also da hinein versetzen kann und du aber nicht, gibt es nur 2 Möglichkeiten:

    Entweder du willst nicht oder du kannst nicht.
    Womit wir wieder bei dem wären, was ich vor ein paar Kommentaren schrieb.
     
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  6. MeFirst

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    Ich finde eine ganze Menge solcher "Gruppen" scheiße und das wird selten bis nie beklatscht. Es hatte bis jetzt auch in der "Realität" durchaus mal negative Auswirkungen. Im Internet und im Bereich Gaming auf das wir hier uns eigentlich beziehen klatscht so ziemlich niemand. Zumindest niemand der in dem Fall wichtig ist. Da klatscht maximal der Feuilleton. Normal ist dagegen das du eher angefeindet wirst. Da ist dann die Beleidigung als SJW noch das Mindestmaß. Das geht bei anderen Beleidigungen los, geht weiter bei Dingen wie ich reporte den einfach mal grundlos und hört bei Gewaltandrohungen via PM oder Email auf. Geklatscht hat da noch niemand und es wäre auch egal. Letztendlich kann man sich kein Eis davon kaufen und es hilft weder in der Situation noch einem selber. Hilfreich wäre da das Leute nicht klatschen, sondern selber aktiv wären.

    Klar gibt es sicher eine Leute bei denen auch eine psychische Erkrankung mit dabei spielt. Allerdings ist wäre der Umkehrschluss falsch das du psychisch krank sein musst um so drauf zu sein. Ich bin kein Mediziner, arbeite aber indirekt in dem Bereich und habe Kontakt zu Medizinern in dem Bereich. Der Unterschied ist auch das z.B. im Kopf eines Rassisten oder eines Frauenhassers kein Realitätsverlust in dem Sinne vorhanden ist. Sein Weltbild ist in sich geschlossen und ergibt so Sinn. Das ist bei psychisch kranken Personen oft dagegen komplett anders. Die wissen z.B. oft selber nicht was sie tun und haben auch nur sehr geringe Kontrolle über ihr eigenes Handeln in dem Fall.

    Ich habe jetzt auch zumindest von einer Seite noch kein Argument dafür gelesen warum es okay sein sollte Beleidigungen, Hass usw. stehen zu lassen. In vielen Fällen wäre das sogar auch strafrechtlich relevant, hat nur keiner Bock den Aufwand zu machen eine Anzeige zu erstatten.
     
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  7. Onkel Dagobert

    Onkel Dagobert
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    pompompompompom tüdelü *sichimraumumsiehtundmitdenfingernaufdemschreibtischklimpert* pompom tüdelü

    Nur der alltägliche Wahnsinn.

    *kopfnachuntenaufdiebrustlegtundzulachenanfängt*

    Warum auch sollte er mich nur im real life verfolgen.

    *weitermitdenfingernaufdemschreibtischklimpert* pom pom pom lalala
     
  8. Yeager

    Yeager
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    Richtig.

    Richtig, mit einem Aber:
    Das kann so sein, muss aber nicht. Dieses Weltbild unterschlägt viele Faktoren. Für IHN ergibt es einen Sinn, ja, aber es hat nicht per se einen.

    Das ist nur bedingt richtig.
    Zunächst mal ist "oft" schwer zu sagen, dazu bräuchte es Statistiken. Zum Zweiten darf man nicht nur von extremen Formen einer Psychose ausgehen, also z.B. dem, was noch vor ein paar Jahrzehnten als "multiple Schizophrenie" diagnostiziert wurde. Das ist leider heute immer noch das, womit man den Begriff "Psychische Störung" verbindet, dank klischeehaften Filmen. Tatsächlich aber ist das Spektrum gewaltig und lässt nur eine Schlussfolgerung zu: Jeder Mensch hat eine Störung, zwingend!

    Es geht gar nicht anders, da es keinen normierten "Jetzt geistig gesund!"-Zustand gibt. Und selbst wenn es diesen gäbe, wäre das noch verstörender, denn es hieße, dass es keine Interaktion gab mit Umwelt und Menschen, ein weißes Blatt Papier. Es unterscheidet sich also nicht grundsätzlich vom Physischen. Auch da ist man streng genommen nicht gesund oder krank, nicht on / off, auch wenn man es so empfindet. Es gibt nur verschiedene Abstufungen und verschiedene Symptome (die ihrerseits auch wieder Auslöser sein können), die man letztlich nach zwei grundlegenden Gesichtspunkten unterteilt:

    - Leidensdruck der betreffenden Person
    - Leidensdruck der Personen, die mit der betreffenden Person zu tun haben

    Der erste Punkt ist noch relativ einfach, aber der zweite macht es wirklich kompliziert. So kann z.B. im Fall der Psychopathie die betreffende Person keinerlei Probleme empfinden. Sie hat keinen Leidensdruck, es geht ihr gut, sie empfindet keinerlei Störungen, gleich welcher Art. Sie hat keine Wahnvorstellungen, sie agiert nicht irrational und so weiter. Aber jemand, der mit dieser Person zu tun hat, könnte sagen: "Diese Person hat überhaupt kein Mitgefühl! Keine Empathie! Kein Herz! Eiskalt handelnd, dabei auch noch lächelnd! Ich habe gesehen, wie diese Person eine andere Person verletzt hat und es machte ihr Spass. Kein Gewissen. Es ist verstörend!"

    Allerdings muss das keinesfalls heissen, dass Personen, die sich ähnlich wie diese Person verhalten, dieselbe Diagnose bekämen. So einfach ist das nicht.
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. April 2019
  9. MeFirst

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    Ich denke hier wird zu viel Umgangssprache vermischt. Jemand der ein entsprechendes Weltbild hat, der hat umgangssprachlich ein krankes Weltbild oder "mit dem kann doch was nicht richtig sein". Eine krudes und menschenverachtendes Weltbild ist nicht mit einer psychischen Krankheit gleichzusetzen.

    So ein Weltbild "kann" zum Teil Ursache psychischer Erkrankungen sein, dürfte aber auf die schiere Masse gesehen eine sehr kleine Minderheit sein. Simpel gesagt wissen diese Leute was sie tun, sie planen ihr handeln und funktionieren z.B. auch im Alltag bestens. Davon abgesehen sollte eine Pathologisierung auch den Fachleuten aufbehalten werden.

    Wir sind da auch ziemlich abgedriftet und ich glaube das wir da tendenziell Derailing auf dem Leim gegangen sind. Letztendlich ging es ja um die Kommunikation und das Sozialverhalten in der Gaming Szene.

    Dieses Verhalten ist problematisch weil es allen Beteiligten schadet. Spielern, Entwicklern, Publisher, dem Spiel selbst und dem Spieler der sich asozial verhält auch. Unternehmen wie Developer und Publisher oder Content Creator sind da aus zumindest nachvollziehbaren Gründen auch nicht sehr konsequent, denn auch ein toxischer Spieler ist ein Kunde. Dazu kommt noch das eine öffentliche und glaubwürdige Positionierung unweigerlich einen Shitstorm aus den diversen Kloaken des Internets nach sich zieht.
     
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  10. Yeager

    Yeager
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    Liegen dir Daten vor? Mir nicht. Ich widerspreche dir aber auch gar nicht, ich sagte ja, es kann sein, muss aber nicht.

    Achja, die "Fachleute" ... alle überbewertet, wenn du mich fragst! So komische Typen, die Psychologie studierten und sich gleich zu Beginn fragten, ob sie überhaupt jemals über das erste Semester hinaus kommen, dank Stochastik. Oder ob es ein gutes, schlechtes oder neutrales Zeichen für das restliche Studium ist, wenn gleich der erste Professor in der ersten Vorlesung einen Tick hat. Leute wie ich halt :). Nein, eine Ferndiagnostik ist nix, keine Frage, ich zeige nur Möglichkeiten auf, habe aber auch gesagt, dass diese nur eine Option sind, dass es nicht so leicht ist. Und wie gesagt, das Eine schließt das Andere nicht aus, da kursieren oft falsche Vorstellungen.

    Tja, gibt es die noch wirklich, die "Gaming Szene"?
    Ich weiß nicht. Ich zocke seit 1979 und würde behaupten, dass es die schon gab, ja, so ungefähr bis zum Jahr 2000, plus minus. Aber heute ist das zumindest in meinen Augen kaum noch eine Szene, wie ich diesen Begriff verstehe. Die Zeiten sind vorbei, in denen "Spieler", "Nerd" und "Kellerkind" Synonyme für einander waren. Heute zocken so viele so viel Unterschiedliches, dass der heutige Spieler mehr oder weniger ein Spiegel der Gesellschaft ist. Vielleicht irre ich mich da aber, keine Ahnung. Aber ja, du hast Recht, es schadet letztlich allen.
     
  11. MeFirst

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    Klar spielen mehr Leute als früher und es ist auch sozial wesentlich akzeptierter. Allerdings gibt es doch durchaus diverse Szenen und Communities die direkt miteinander kommunizieren oder sich indirekt beeinflussen. Klar gibt es nicht "die Szene" so wenig wie es z.B. auch "den Bayern München Fan" gibt usw.

    Es ist jedoch klar ein gewisser Kosmos der sich munter auf Social Media und ähnlichen Portalen wie Discord, Twitter, Reddit, 4chan und diverse Ableger usw. tummelt.
     
  12. Yeager

    Yeager
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    Eher ein Multiversum, statt ein einziger Kosmos.
    4chan ist z.B. nicht vergleichbar mit hier, der GameStar, zum Glück. GS.de User werden auch nicht alle GS-Facebook User sein, umgekehrt schon eher.

    Ich glaube, dass genau aufgrund dieser Heterogenität das Problem größer ist, als es zunächst aussieht. Dass es eben nicht auf Spieler allein beschränkt ist, also kein Phänomen des Gamings. Eben weil es so viele gibt, weil es auch viel Fragmentierung gibt und weil es dadurch zumindest den Anschein macht ein Spiegel der Gesellschaft zu sein.

    Vielleicht verleitet Gaming - oder bestimmte Genres, die stark auf kompetitives Multiplayer und schnelle Reaktionen (also auch Affekte, wie der "Fachmann" in mir brummelt) aus sind zu einem Groll, der sich dann in den Chats, Foren und Plattformen Bahn schlägt. Vielleicht gibt es aber keinen solchen Zusammenhang und in Wirklichkeit spiegelt es einen Teil dessen wieder, was man in der Gesellschaft vorfindet.

    Da ich selbst Spieler bin, wehre ich mich natürlich instinktiv gegen die Pauschalverurteilung, dass es nun am Gamer läge. Das ist die typische Abwehrreaktion, wie man es v.a. bei der unsäglichen Killerspieldebatte sah. Andererseits frage ich mich, ob das wirklich so ist. Hat man von Vergleichbaren in Literatur-Szenen gehört? Hat es etwas mit dem Durchschnittsalter zu tun, also vorrangig der Pubertät und dem Phänomen der "White Old Men", die aufeinander treffen? Liegt es am Kommunikationsmedium des Internets?

    Ich weiß es nicht.
    Was denkst du?
     
  13. MeFirst

    MeFirst
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    Das Problem dürfte eher sein das eine größere stille Mehrheit gibt die halt nichts unternimmt oder das stillschweigend unterstützt.

    Ich würde es nicht so sehr auf einzelne Spiele festnageln, bin aber der Meinung das gewisse Systeme und deshalb auch Genre's das zumindest unterstützen oder leichter machen.

    Spiele die einen kompetitiven Charakter haben, dürften das begünstigen, das merke ich selber. Besonders wenn es dann in Bereiche wie Ranked geht, wird es oft ziemlich hässlich. Da können Spieler ja etwas "verlieren" (ihren Rang) oder sie erreichen ein Ziel nicht. Da gibt es dann oft ziemlich ungerechtfertigte Beleidigungen (wobei die Personen da oft gerne die Schuld bei anderen Spielern suchen). Das kenne ich zum Teil auch von mir Selber. Das war ein Grund warum ich kein Overwatch mehr Spiele. Das hatte noch andere Gründe die mit dem Spiel selbst zu tun haben, aber einige Spieler können froh sein das ich "push to talk" genutzt habe. Da habe ich auch anderen Spielern ziemlich viel Kram an den Kopf geworfen, sie konnten es halt nur nicht hören. Das war aber leider eher die Seltenheit ich hatte dann keine Lust jedes das 90% der Matches daraus bestehen das Leute sich im VOIP oder im Chat aufs übelste Beleidigen.

    F2P oder "billige" Spiele sind da auch noch wesentlich anfälliger. Ich spiele World of Warships und das ist schon nicht ohne. Jetzt bedenke man das im Vergleich zu World of Tanks die WoWs Community als erwachsen und freundlich gilt. Da wird halt mit sehr viel Schmutz um sich geworfen, weil es letztendlich für viele Spieler ohne Konsequenzen bleibt. Da ist der Spieler eh nicht so involviert das sein Account ihn interessiert, oder es gibt reihenweise Spieler die mehr als einen Account haben und der zweite Account ist dann der Seal Clubbing und Trolling Account.

    Matchmaking ist da meiner Meinung nach auch ein starker Faktor. Früher war ja fast alles auf dezidierten Servern. Da musste man sich schon "normal" verhalten um nicht vom Server zu fliegen oder gebannt zu werden. Dazu gab es auch eine viel stärkere Bindung an die anderen Spieler. Da hat man oft gefühlt auch nicht "gegen" Leute gespielt, auch wenn sie im gegnerischem Team waren. Beim Matchmaking ist die Chance groß das du diese Personen nie mehr wieder sehen wirst und ich denke da liegt die Schwelle ziemlich niedrig sich asozial zu verhalten. Ich habe das zuletzt z.B. bei Titanfall 2 gemerkt. Das benutzt zwar Matchmaking, aber das Spiel hatte ja Probleme was die Spielerzahlen angeht. Kurz bevor ich aufgehört habe das zu spielen war es wegen der Spielerzahl nicht unüblich das du dann immer wieder auf "alte Bekannte" getroffen bist. Mal waren die bei dir im Team und mal nicht. Da war die Kommunikation wesentlich ziviler und oft sogar freundlich.
     
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  14. lnto

    lnto
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    Wenn das so oft vorkommt kannst du uns doch sicher Beispiele verlinken? Danke!
     
  15. naknak77

    naknak77
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    Yep! Der war richtig gut! Typisch geworden, diese Diskussionskultur: "ach, wir sind da nicht (m)einer Meinung? Naja, Nazi eben...die kann man ja eh nicht überzeugen.
     
  16. naknak77

    naknak77
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    Kauf Dir den Spiegel, die taz, die welt, die Bild, google Huff.post und den ganzen Kram dieses Redaktionspooles und einige Titel von Medien, deren Namen man als Bundesbürger niemals öffentlich auch nur hauchen sollte. Du bist derzeit sehr einseitig informiert, ändere das bei guter Gelegenheit.
     
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