Artikel: Life is Strange 2 - Ein Spiel über Donald Trumps Amerika

Dieses Thema im Forum "Diskussionen zu Gamestar-Artikeln" wurde erstellt von Mary Marx, 26. September 2018.

  1. thegutman

    thegutman
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    Was waren denn die Europäer welche Nordamerika besiedelt habe? Vielleicht sollten die Amerikaner das Land wieder den Indianer zurück geben und die entscheiden dann was sie mit den illegalen Einwanderern machen.
     
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  2. 3941

    3941
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    Du vergleichst also die heutigen illegalen Einwanderer mit den Zuständen von damals?
    Deiner Meinung nach also am besten alle abknallen, ja?

    Oder meinst du die Vereinigten Staaten müssen sich jetzt tatenlos hinlegen und ihr Land an illegale Einwanderer aushändigen, weil ihre Vorfahren vor hunderten Jahren was böses getan haben?

    An die Indianer aushändigen find ich ja auch putzig. Dürfen sie vorher alles was sie aufgebaut haben dem Erdboden gleichmachen bevor sie das Land aushändigen, oder gehört das alles auch den Indianern?

    Wenn man nur weit genug zurückgeht hat jedes Volk irgendwas fürchterliches in der Vergangenheit getan. Solche Argumente sind dämlich und überflüssig. Ja, der allseits gefürchtete weiße Mann hält wahrscheinlich die Rekorde, aber das liegt ausschließlich an seinem Technologievorsprung. An Skrupellosigkeit mangelt es keinem auch nur noch so kleinen Stamm von Menschen auf der ganzen Welt.
     
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  3. Fakt 1: 1/3 bis 1/2 der illegalen Einwanderer zahlt indirekte Steuern, wie z.B. mit dem Kauf von Waren und Dienstleistungen. Dazu kommen Einkommensteuern, die bei Barauszahlungen zumeist von Arbeitgeber direkt einbehalten wird.
    Fakt 2: Der Rest (bis auf wenige Ausnahmen) gibt eine Einkommenssteuererklärung ab.Viele Staaten der USA vergeben für illegale Einwanderer Steuernummern, was vermuten lässt, dass man sich aus wirtschatlichen Gründen mit der Einwanderung arrangiert hat und die Behörden auch gern die Steuern einstreichen.
    Fakt 3: Diese Steuerzahler haben hingegen kaum bürgerliche Rechte und auch kaum Ansprüche auf öffentliche Leistungen.
    Fakt 4: Die meisten illegalen Einwanderer zahlen höhere Steuern als reguläre Bürger der USA.

    Also fassen wir zusammen: Die allermeisten Einwanderer arbeiten nicht schwarz, sondern erledigen von der Wirtschaft gewollt Niedriglohnarbeiten und halten so für Verbraucher die Preise niedrig. Dafür zahlen sie im Schnitt mehr Steuern als Einheimische und können weniger öffentliche Leistungen in Anspruch nehmen.
    Zugegeben, das ist ein ziemlich ausbeuterisches System für die Einwanderer. Aber wo genau ist da das Problem für die USA, die sich bananenrepublikmäßig eine Hintertür offen hält, um diese Arbeiter zu behalten, sie aber gleichermaßen nicht mit bürgerlichen Rechten ausstattet?

    Link 1: Die New York Post ist so etwas wie eine regionale amerikanische BILD und vertritt tendenziell regierungsnahe Positionen.
    In dem Artikel wird zum Thema Kosten durch illegale Einwanderer eigentlich nur eine Aussage getroffen und die lautet, dass die Kosten der Mauer sich amortisieren könnte, wenn sie 50% der Einwanderer abhalten würde (was übrigens von den meisten Fachleuten bezweifelt wird).
    Diese Aussage wurde von Steven A. Camarota, Direktor eines Zentrums für Imigrationsforschung getroffen. Klingt voll wissenschaftlich, nicht wahr?
    Ist es aber nicht. Dabei handelt es sich nicht um ein wissenschaftliches Institut, sondern um einen rechtspopulistischen Think Tank, aus dem 2017 John Feere in die Trump-Regierung geholt wurde. Verbindungen zwischen der Regierung und dem Think Tank pflegen, bzw. pflegten auch Jeff Sessions und Stephen Miller. Letzterer verhalf dem im Artikel zitierten Camarota in seine Position dieser privaten Organisation. Camarotas Aussagen und Studien haben schon in anderen Positionen als Forschungsdirektor mehrfach für Aufregung gesorgt, denn er hat dubiose, also unwissenschaftliche Quellen verwendet, Daten verzerrt und Zahlen manipuliert, um einwanderungsfeindliche Politiker und Positionen zu unterstützen.
    Heißt: Eine Trump-nahe Boulevardzeitung interviewte einen von der Trump-Regierung eingesetzten pseudowissenschaftlichen Lobbyisten, der für einen einwanderungsfeindlichen Think Tank arbeitet.
    Ich hoffe mal, das ist jetzt nicht deine Vorstellung von einem sauberen, unabhängigen Journalismus! Wahrheitswert hat dieser Artikel jedenfalls noch weniger als Artikel der BILD.

    Link 2 stammt von einem Senator des Staates New York und widerspricht so ziemlich genau dem, was du schreibst.

    - Illegale Einwanderer bekommen eine Angel- und Sportlizenz
    - Kinder illegaler Einwanderer, die mindesten 2 Jahre eine New Yorker Schule besucht haben, müssen Studiengebühren bezahlen, haben aber kein Recht auf Studienbeihilfen.
    - Illegale Einwanderer haben kein Anrecht auf staatliche Gesundheitsversorgung. Ausnahmen sind Notfälle und schwangere Frauen, die in Krankenhäusern behandelt werden müssen.
    - Sie haben Anrecht auf Abfindungen durch den Arbeitgeber, Mindestlohn und Arbeitsrechte (Stundenzahl, Mindestlohn) nicht jedoch auf Arbeitslosenversicherung.
    - Sonstige Wohlfahrt: Nicht ganz klar, ob sie rechtlich gesehen aus anderen Programmen öffentliche Leistungen erhalten können, vermutlich aufgrund des Bundesgesetzes jedoch nicht.

    Link 3: The Epoche Time wurde im Dunstkreis der (je nach Sichtweise) chinesischen Bewegung oder Psychosekte Falun Gong gegründet und wird heute dem rechtspopulistischen Spektrum zugeordnet. Dies begründet sich sich nicht zuletzt darin, dass Falun Gong in China verfolgt wird und eine entsprechende deutliche Gegenposition zum Kommunismus eingenommen wird. Deren deutsche Fassung ist auf der Facebook-Seite von Pegida übrigens das am meisten geteilte Medium.

    Im Artikel kommt wiederum der alles andere als neutrale oder wissenschaftliche Think Tank aus Link 1 vor. Diesmal äußert sich eine Mitarbeiterin, die ebenso wie ihr vorgesetzter Steven A. Camarota Kontakte zu rechtpopulistischen Kreisen pflegt.
    Auch sie nennt kaum nachprüfbare Zahlen und hantiert mit rhetorischen Taschenspielertricks.
    So nennt sie keine Zahlen, wie hoch das angebliche Problem mit dem Identifikationsdiebstahl durch illegale Einwanderer überhaupt ist, erweckt aber den Eindruck, es wären viele: "There have been some older studies that found that identity theft that was done for the purpose of illegal employment by someone in the country illegally did represent a very large share … we don’t know exactly, but between 30 percent and 60 percent of all identify fraud".
    Nicht etwa 30-60% aller Illegalen klauen Identitäten, sondern laut nicht näher genannter Studien war dies der Anteil illegaler Einwanderer unter den Identitätsdieben - ganz genau weiß sie es aber auch nicht.
    Zur Information: Diese Art von Verbrechen wächst in allen technisierten Ländern rasant und nur in den seltensten Fällen werden sich hier dauerhaft die Daten anderer angeeignet, um unerkannt ein Leben in der Illegalität zu leben, sondern um einmal Kreditkarten- oder Bankbetrug zu begehen.
    Interessant dazu, die Behörde Federal Trade Commission errechnete fürs Jahr 2002 einen Schaden von 37 Milliarden US$ für Geschäftskunden und 4 Milliarden bei Privathaushalten. Von Schäden für das Sozialsystem oder Steuerhinterziehung ist da nicht die geringste Rede.
    Zudem werden Steuernummern in den USA auch an Illegale vergeben.

    Einzig eine Sozialversicherungsnummer kann nicht jeder bekommen - die werden teilweise tatsächlich illegal gekauft und stammen nicht selten von Verstorbenen.
    Das ist tatsächlich ein Problem. Allerdings keines für die öffentlichen Kassen der USA, sondern ein humanitäres. Denn die meisten illegalen Einwanderer arbeiten und zahlen mehr Steuern als Einheimischen - liegen dem Staat also nicht auf der Tasche, sondern fördern die Wirtschaft und bringen Steuern in öffentliche Kassen, beziehen aber zugleich wesentlich seltener Sozialleistungen, weil dies eben nur durch Betrug möglich ist.

    Nee, selbst wenn man die Seriosität deiner Quellen nicht mit einbezieht, tun sie genau dies eben nicht. Es werden kaum Zahlen oder Quellen genannt, sondern nur etwas behauptet, das allein schon bei kurzen Stichproben in sich zusammenfällt.

    Kurzum, zwei von drei "deiner" Texte basieren nicht auf Fakten, bzw. verfälschen Ursache, Wirkung und Fakten und sind alles andere als seriöser Journalismus. Ein weiterer Text widerspricht über weite Strecken deiner These vom teuren Einwanderer, der die Sozialkassen belastet.

    Ich hege Zweifel, dass du diese Texte vor dem Verlinken überhaupt vollständig gelesen hast.
     
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  4. Dudin

    Dudin
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    Wow, nettes Eigentor...
    Es war wohl einer der größten Fehler der Menschheitsgeschichte (aus Sicht der native Americans), die Europäer ins Land zu lassen.
    Außerdem #whataboutism
     
  5. thegutman

    thegutman
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    Hahaha, okay es fehlt der obligatorische ZwinkerSmiley damit auch du verstehst das dies eine leicht überspitzte und satirische Aussage ist. Mir ging es nicht tatsächlich darum das die Amerikaner ihr Land zurückgeben sollen. Vielmehr finde ich diese Argumentation illegal ist gleich illegal etwas bedenkenswert. Es klingt für mich wie eine Rechtfertigung um Humanität zu vergessen...
     
  6. DaHool

    DaHool
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    Nun, was man den Amerikanern definitiv vorwerfen kann ist, dass sie diesen Teil Geschichte nicht aufgearbeitet haben (und es wohl auch nicht wollen).
     
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  7. Blablablubb3000

    Blablablubb3000
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    Frage: Geht das hier eigentlich immer so zu? Euch ist bewusst, dass es ursprünglich um ein kleines Spiel eines französischen Entwicklers ging oder? Euch ist doch auch bewusst, dass es ein Spiel ist, das nur eine geringe Zahl an Menschen erreichen wird oder? Euch ist hoffentlich auch bewusst, dass jedes Spiel eine Zielgruppe hat und man das Ding, wenn man es nicht mag einfach ignorieren kann. Klar kann man es kritisieren, aber was hier teilweise geschrieben wird, ist schon harter Tobak.

    Und wer sein eigenes Weltbild komplett umkrempelt wegen eines kleinen Indie-Games, der hat ganz andere Probleme im Leben...also bitte beruhigt euch ein bisschen und haltet in Erinnerung, dass das hier ein Forum für Videospiele ist und ich dachte eigentlich, dass Spiele vereinen können und nicht wegen irgendwelchen politischen Meinungen spalten.

    PS: ich möchte mich fü meinen alten Beitrag hier im Thread entschuldigen. Da ist mir ein wenig die Sicherung durchgebrannt.
     
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  8. kami

    kami
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    So klein ist das Spiel nun auch nicht, und sicher auch kein Indie-Spiel. Square-Enix ist einer der großen Publisher der Branche und die letzten beiden LiS-Spiele erreichten Millionen von Spielern. Gerade deswegen ist es lobenswert, dass sich die Entwickler bei ihrem amerikanischen Roadtrip-Abenteuer nicht hinter ambivalenten Metaphern und versteckten Anspielungen verstecken, sondern Missstände klar benennen und zeigen.
     
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  9. Blablablubb3000

    Blablablubb3000
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    Habs gerade gespielt und ich muss sagen, dass die Aufregung darüber ziemlich lächerlich ist.

    Der Polizist ist weiß, stimmt. Wie ungewöhnlich für einen in Amerika lebenden Menschen. Dass er schießt hat auch was damit zu tun, dass der Vater nicht das tut, was ihm gesagt wird. Stehenbleiben heißt stehenbleiben und nicht weitergehen.

    Der alte Sack der die Kinder entführt, tut das auch nicht primär weil er Rassist ist, sondern weil die beiden in der Zeitung mit Foto abgedruckt wurden und gesucht werden. Der Rassismus, der nur durch das Gespräch in der Tankstelle mit ihm klar wirt, ist sekundärer Motivationsfaktor.

    Die Tankstellenkassiererin ist ein wenig neugierig, weil da einfach zwei Kinder alleine durch die Welt rennen.

    Solche Leute wie den netten Herrn, der Sean fesselt, gibt es auch im echten Leben. Schon schlimm wenn man damit konfrontiert wird.

    Für mich es ein wenig aufgezwungen, aber wie gesagt: Solche Leute gibt es nun einmal und es ist Dotnods gutes Recht aktuelle Themen zu thematisieren. Denkt vielleicht auch mal daran, dass Daniel Telekinese kann, es ist Fiktion. Dass man sich über so etwas so aufregen kann...
     
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  10. KeV1989

    KeV1989
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    Du tust fast so als wären dass die einzigen "Anzeichen" für DontNods Politik in der ersten Episode. Ich werd mal alles auflisten:

    - Nachrichten im Handy. Sean und Lyla reden drüber, dass sie die Präsidentschaftsdebatte gesehen habe und hoffen dass ER nicht gewinnt.
    - rassistischer Nachbar vor amerikanischer Flagge
    - Weißer Cop erschießt unschuldigen Mexikaner
    - Zeitungsartikel spricht davon, dass die Brüder als "Verdächtige" gesucht werden
    - "Thats why we need to build the wall"

    An allen Ecken und Enden wird dem Spieler vorgekaut, dass die Brüder Mexikaner sind und sie es deshalb ganz schwer in Amerika haben. Es sagt NIEMAND was dagegen, dass man solche Themen anspricht. LiS 1 hat dasselbe getan. Themen wie Gun Control, Pro-Choice, Mobbing, LGBTQ wurden dort thematisiert. Aber sie haben NIE im absoluten Mittelpunkt gestanden.

    In LiS2 ist der einzige Grund, warum die Geschichte so passiert das politische Thema. Gäbe es dies nicht, wäre man noch in Seattle und müsste auf anderem Weg mit Daniels Kräften konfrontiert werden und damit ein Spiel aufbauen. Also sehr viel näher an dem Spiel, welches das Studio erst groß gemacht hat
     
  11. Mal völlig davon abgesehen davon, wie man nun zu den im Spiel vorkommenden Themen steht, verstehe ich nicht so recht, wo genau das Problem für jene ist, die dies kritisieren.
    Seit es Literatur gibt, fließen Themen wie Politik, Gesellschaft und Lebensumstände in Romane ein - mal eher als Rahmen in dem die Handlung spielt und manchmal stehen sie auch im Zentrum der Geschichte. Das gilt auch für Filme und diverse andere Kunst- und Kulturformen. Es gab und gibt sogar Autoren und Regisseure, die sich (zumeist jenseits der Unterhaltungskultur) darauf spezielisiert haben.

    Von daher sollten sich Gamer in erster Linie darüber freuen, dass ihr Lieblingsmedium langsam erwachsen wird und damit auch Schritte in Richtung Ernsthaftigkeit, Geserllschaftskritik und Kunst macht, Es ist ja nicht so, dass man deshalb befürchten muss, dass künftig keine unpolitischen Unterhaltungsspiele mehr erscheinen werden.
    Wer keine Lust auf solche Spiele hat, muss diese weder spielen noch kaufen. In dem Fall ist es ja nicht einmal so, dass eine bestehende Serie politisiert wird, sondern es ist ein völlig neues Spiel.

    Du hast nicht ALLE Kommentare gelesen, die hier geschrieben wurden, oder?
     
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  12. Blablablubb3000

    Blablablubb3000
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    Die Nachrichten im Handy sind offensichtlich gegen Trump. Sean und Lyla sind Teenager und von denen haben wenige Trump gewählt. Und Jugendliche interessieren sich für Politik und schreiben darüber, wie schrecklich.
    Rassistischer Nachbar vor Amerika Flagge ist anscheinend schon länger der Bully und die Ausländerbeleidigung ist nun einmal einfach und unkompliziert für so Leute. Komisch auch das die Flagge an vielen Häusern in den USA hängt und erstmal für Patriotismus steht.

    Deine nächsten zwei Punkte beweisen mir, dass du meinen Kommentar nicht gelesen hast. Ein weißer Cop ist nichts Ungewöhnliches. Der Vater ist nicht ganz unschuldig. Der Polizist wusste offensichtlich nicht wie die Lage einzuschätzen und war in Panik. Wenn er sagt: Stehenbleiben, hat der Vater nicht weiterzugehen. Der Zeitungsartikel spricht von Verdächtige. weil Daniel vielleicht einen Cop getötet hat?! Was sind sie denn dann sonst außer Verdächtige? Und ja es gibt auch Leute, die wollen das die Mauer gebaut wird, auch das ist einfach nur realistisch.

    Wenn man überall irgendwelche Extreme sucht, wird man sie auch finden. Man muss es nicht gut finden, aber man kann es auch übertreiben. Das Spiel versucht relativ realistisch zu sein. Finde dich vielleicht damit ab, dass es im echten Leben solche Leute gibt, aber das wäre halt zu einfach.
     
  13. Maddox Magnus

    Maddox Magnus
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    Ich kann nur für mich sprechen, also versuche ich in Bezug auf meinen vorherigen Kommentar noch einige Dinge klar zu stellen. Eure Kommentare haben mich dazu inspiriert. Ich finde viele davon sehr interessant (gerade auf @Schreibkraft bezogen). Doch mir fällt auf, dass viele aneinander vorbeireden oder den Kern der Diskussion missen.

    Erstens: Es gibt Rechtsextremismus in allen Ländern der Erde und natürlich gibt es rechtsextreme Gruppierungen in den USA, die auch von ausländischen Geheimdiensten oder Millionären und ThinkTanks unterstützt werden (man könnte sogar sagen, sie werden "missbraucht", doch dass würden die meisten hier falsch verstehen). Auch in Deutschland gibt es verfassungsfeindliche Gruppierungen im rechten Spektrum, die unter Beobachtung stehen, aufgrund von staatsfeindlichen oder terroristischen Plänen. Wichtig ist erst einmal, dies zur Kenntnis zu nehmen und zu sehen, dass ich dies auch zur Kenntnis nehme.

    Zweitens: Dass Videospiele politisch sind oder politische Themen ansprechen ist nichts neues. Ich möchte auf GTA4 hinweisen (ich weiß, dass es andere erwähnenswerte Beispiele vorher und nachher gab), das schon 2008 (bevor Obama Präsident wurde!) Themen wie illegale Einwanderung, Polizeigewalt, Staatsterrorismus, Links/Rechts-Spaltung, Politische Korrektheit und mehr angesprochen hat (wichtig zu erwähnen wäre noch der Schein des Amerikanischen Traums, der Einwanderer anzieht, das Bankensystem einschließlich der Kreditvergabe an das Bürgertum und die anziehenden kriminellen Strukturen im Untergrund und mehr, natürlich ist all dies eine sehr oberflächliche Aufzählung). Sei es in Artikeln, die man im virtuellen Internet lesen konnte, die ingame Radiosendungen, die Unterhaltungen zwischen den Charakteren, oder den allgemeinen Vorkommnissen in der Handlung und deren Hintergründe (Niko Bellic, ein illegaler Einwanderer aus Serbien, betreibt Staatsterrorismus um die politische Agenda bestimmter Gruppierungen in Liberty City voranzuschreiten: Z.B. das Ausschalten unliebsamer Personen und die darauffolgende Verkündung in Zeitungen, dass dies ein Terrorakt des Auslands war). Wer sich damit noch nicht beschäftigt hat, sollte dies jetzt tun. GTA4 war seiner Zeit voraus und ist mit seinem politischen Kommentar (der sich satirisch u.a. auf die linksliberale und rechtskonservative Öffentlichkeit in den USA bezieht) auch heute noch hochaktuell!

    Die meisten von euch werden sich jetzt wundern und denken, dass GTA4 keine der Aussagen treffen wollte. Und genau das beweist, wie gut Rockstar mit solchen Themen umgeht! Weil sie subtil mit kontroversen Themen umgehen und den Spieler keine Meinung aufzwängen, ist GTA4 für alle unterhaltsam. Menschen, die sich eher links oder rechts sehen, können alle mit der politischen Satire etwas anfangen. Kurz gesagt: GTA4 hat Klasse, was das Angehen politischer Themen angeht.

    Life is Strange 2 verfehlt leider diese Kunst zu meistern. Dabei ist es auch irrelevant, ob es sich um ein Spiel handelt, dass...
    A: Polizeigewalt, Familientrennung und Rassismus behandelt, oder...
    B: Waffenbesitz zum Schutz vor Tyrannei, sichere Grenzen und kriminelle Einwanderer.

    A und B wären an sich Themen, die es gibt und die im Kern wahr sind: Es gibt Polizeigewalt, das 2nd Amendment schützt vor Diktaturen, es gibt Familientrennung an der Grenze, es herrscht die Tatsache, dass Grenzschutz ein Land sicherer macht, es gibt Rassismus und ja, es gibt auch kriminelle Einwanderer.
    Fatal wäre es, sich nur auf eine Sache zu konzentrieren, z.B. nur auf B. Dadurch werden viele Faktoren ausgelassen, die aber unumstritten mit A zusammenhängen und für eine erwachsene und produktive politische Auseinandersetzung immens wichtig sind. Man stelle sich ein Spiel vor, dass illegale kriminelle Einwanderer zeigt, die zwei Mädchen gruppenvergewaltigen und nur der Grenzschutz dies verhindern konnte, weil bewaffnete Bürger die kriminellen verjagt haben und darauf die Polizei gerufen haben.
    Diese Situation wäre jetzt nicht faktisch falsch, da es solche Ereignisse gibt. Aber es wäre eine naive Schwarz-weiß-Malerei. Kurzum: Politische Propaganda. Life is Strange 2 tut genau das, bloß andersrum, nämlich die totale Fokussierung auf A. Dabei wäre es wichtig, dass LiS2 eine ausgewogene Herangehensweise hätte, um wirklich zum Nachdenken (!) anzuregen, und nicht nur eine Seite in ihrem Denken zu bestätigen.

    Ich hoffe, dass ich damit meinen Standpunkt klarmachen konnte. Wenn es Fragen gibt, bitte Fragen. Und ich nehme auch gerne Kritik an. Bloß denkt dran: Wenn ihr mich kritisiert, dann werde ich höflich und produktiv antworten. Darauf seid ihr vielleicht nicht vorbereitet. ;) (Ich scherze nur)
     
    Zuletzt bearbeitet: 30. September 2018
  14. Joskam

    Joskam
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    Mit der beste Beitrag hier im Thema!
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  15. Freut mich, dass ich zu deinem ausführlichen (und das meine ich im Twitter-Zeitalter positiv) Diskussionsbeitrag indirekt beitragen konnte.

    Wobei ich hier bislang auf zwei verschiedenen Ebenen diskutiert habe. Mein vorangegangener Kommentar bezog sich tatsächlich aufs Spiel, das ich bislang noch nicht gezockt habe und somit keine konkrete Meinung dazu habe, wie gut die politischen Inhalte verpackt wurden.
    Dazu später dennoch mehr...

    Weitaus mehr und auch längere Beiträge habe ich zu anderen Kommentaren geschrieben, die das Spiel nicht nur sekundär kritisieren, sondern vielmehr die im Spiel thematisierten Probleme relativieren, bestreiten oder dem Autor des Artikel unterstellen, Trumps Äußerungen zu Mexikanern aus dem Zusammenhang gerissen zu haben.

    Ich erwähne das, weil dies bei bestimmten Themen und Spieleinhalten eine Entwicklung ist, die eine objektive Bewertung, wie gut diese Themen in die Story eingearbeitet wurden, ebenso erschwert, wie eine sachliche Diskussion.
    Ein wesentlicher Grund übrigens, warum wir hier im Forum und nicht unter dem Artikel diskutieren - eine gute Entscheidung übrigens (@Gamestar), denn die Qualität der Diskussionen ist hier deutlich höher.


    Wie oben bereits gesagt, kann ich nicht beurteilen, wie gut oder wie sinnvoll die Themen ins Spiel eingebettet wurden.

    Allerdings denke ich, dass du dich bei folgender Aussage gleich zweifach irrst:

    Denn erst einmal sind weder Computerspiele, noch Filme oder Romane journalistische Erzeugnisse - wobei man selbst bei denen diskutieren müsste, ob diese a) überhaupt objektiv sein können und b) diese z.B. bei einem Fokus auf das Thema "Opfer von Vergewaltigungen" im Gegenzug auch immer das Thema "Ungerechtfertigte Vergewaltigungsvorwürfe" erwähnen müssen. Ich denke nicht, zumal eine solch umfassende Berichterstattung auch an technischen Gegebenheit (z.B. Längenvorgaben und dem nachweislichen Leserunwillen, lange Berichte zu lesen) scheitern würden.
    Ebenso sind auch fiktiven Geschichten Grenzen gesetzt. Nicht nur durch Filmlänge oder Spielumfang, sondern auch der Glaubwürdigkeit der Story wegen (nochmals: beim besagten Spiel kann ich das nicht beurteilen). Zu jeder in einer Story transportierten Gesellschaftskritik einen Gegenstandpunkt einzubauen, kann man sicherlich mal als interessantes Storyexperiment machen, funktioniert aber keinesfalls immer und überall.

    Ein weiterer Irrtum ist, dass Geschichten, bzw. Kultur im Allgemeinen neutral, unpolitisch oder objektiv sein müssen. Ganz im Gegenteil, Kunst kann, darf und manchmal muss sie auch den mutwillig überspitzten Zeigefinger so tief in eine Wunde drücken, dass es jedem der es sieht, liest oder hört, ordentlich weh tut. Ob es sinnvoll ist, darf man gern diskutieren, aber Kunst darf natürlich auch den moralischen Zeigefinger erheben.
    Was wäre Heinrich v. Kleist ohne "Der zerbrochene Krug? Brecht ohne seinen (wieder aktuellen) "Aufhaltsamen Aufstieg des Arturo Ui"? Orwell ohne "1984" und Huxley ohne seine "Schöne neue Welt"?
    Es geht hier immerhin um Meilensteine der Kulturgeschichte und sie alle haben ihre Zeit und die politischen Umstände thematisiert, kritisiert und ihren Fokus ganz direkt auf Missstände gerichtet, ohne nun auch noch der Objektivität wegen einen Gegenstandpunkt einzubauen.
    Orwell hat nicht zusätzlich zum Stalinismus den Kapitalismus kritisiert, umgekehrt hat Huxley nicht als Gegenpol den Sozialismus kritisiert.
    Will man beides, muss man beide Bücher lesen und sich dann seine eigene Meinung aus den jeweils thematisierten Aspekten bilden.
    Kunst ist (auch) Meinung und das muss so bleiben, denn sonst wird sie unfrei!

    Entsprechend würde ich auch dazu raten, ganz scharf zwischen künstlerisch transportierter Gesellschaftskritik und Propaganda zu unterscheiden - allein schon weil die inflationäre Verwendung des Begriffs Propaganda dazu führt, dass die verbissenen Diskussionen um Banalitäten wie einem Spiel von richtiger Propaganda ablenken oder gar blind macht.

    Und um noch einen Bogen zum Anfang meines Kommentars zu schlagen:

    Ist dir eigentlich schon aufgefallen, dass die Propaganda-Vorwürfe in den letzten Jahren vermehrt zu bestimmten Themen, wie Migration, Feminismus, Gender usw. geäußert werden, diese Kritiker jedoch bei anderen Themen kaum zu finden sind?
    Ghostbusters mit Frauen? Spiele mit einem einzigen kleinen Unisex-Toiletten-Schild? Propaganda! Links-grüne Agenda! Weltuntergang!
    Patriotismus gepaart mit Militarismus in unzähligen Egoshootern? Amerikanische Kriegsfilme, die zum Großteil vom Militär (durch Kriegsgerät und Material) unterstützt werden, das sich natürlich positiv dargestellt sehen will? Boah ey, geil, wie Rambo III da mit einem Bogen den Heli vom Himmel holt! Wer die Hintergründe von Rambo III nicht kennt, einfach mal googeln.
    Und was ist eigentlich mit Spielen wie Deus Ex, die letztlich auch aktuelle Gesellschaftskritik aufgreifen und daraus ein dysthopisches Zukunftsbild zeichnen, ohne dem nennenswert entgegen zu stellen, dass Großkonzerne ja auch Arbeitsplätze schaffen oder technischer Fortschritt auch Gutes für die Menschheit bringt?

    Beziehe das jetzt bitte nicht auf dich, aber ich habe den Eindruck, dass viele Kritiker, die Spiele für bestimmte politische Inhalte kritisieren, sie gar als Propaganda bezeichen oder meinen, Entwickler würden kollektiv irgendeiner geheimen Agenda folgen (und nicht einfach nur dem liberalen Zeitgeist und/oder dem wirtschaftlichen Interesse, neue Käuferschichten zu erschließen), nicht wirklich die storytechnische Verarbeitung meinen, sondern die politischen, zumeist liberalen Themen selbst und das diese nun "ihre" Spiele links-grün versiffen.

    Und genau das macht es zunehmend schwieriger, sachlich und konstruktiv darüber zu diskutieren, ob das nun gut, schlecht, ernsthaft oder kitschig, glaubwürdig oder unglaubwürdig ins Spiel eingebaut wurde.
    Und das nervt (zumindest mich) ganz gewaltig!
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 1. Oktober 2018
  16. KaKiKoKeKu gesperrter Benutzer

    KaKiKoKeKu
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    • Verwarnung wegen Beleidigung

    Ich kann's einem Blödel erklären, das habe ich versucht, ich kann's einem Blödel nicht verstehen.
    Such dir einen Anwalt und verklage deine "Lehrer".
     
  17. Timber.wulf Unsterblicher Forengott Moderator

    Timber.wulf
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    Verwarnung +1. Den Mist lassen wir gleich wieder stecken.
     
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  18. Lian

    Lian
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    Hallo

    Nach dem ich mir nun alle Kommentare durch gelesen habe, stellt sich mir eine frage ... Haben einige ein anderes Spiel gespielt als ich ?

    Ich kann nur sagen Das Spiel hat mir sehr gefallen und diese mini Politischen Themen haben mich höchsten 5 Minuten beschäftigt.
    Lustig ist das man sich darüber beschwert das etwas Politisches (insg. 5 minuten) in eine Spiel erwähnt wird,und das nächste ist sich in ein Forum zu begeben und dann Stunden über Politische dingen Diskutiert und streitet obwohl man doch davon verschont werden möchte ?
    Also man kauft das Spiel nicht weil es zu Politisch ist , Diskutiert dann aber so hart über das Spiel und Politik..... O_o
    Wer weiß vielleicht hat Dontnot genau das erreicht was sie wollten!

    Eine kleine Anmerkung zu der Propaganda Fraktion bitte benutzt keine Worte dessen Bedeutung ihr nicht versteht , nur weil etwas nicht eurer Meinung entspricht ist es keine Propaganda.
    Und Menschen die hinter jeden Kleinigkeiten Propaganda und Verschwörungen vermuten empfehle ich ein Aluhut.


    Lieben Gruß Lian
     
    Zuletzt bearbeitet: 6. Oktober 2018
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  19. Geostar

    Geostar
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    42
    Ohne das ich mir irgendetwas durchgelesen habe:



    muahahahhahaa
     
  20. Doktor Best

    Doktor Best
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    Fänd ich gut :ugly:
     
  21. RedRanger ●-Stein-der-Schande

    RedRanger
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    CPU:
    Eckig
    Grafikkarte:
    Auch eckig
    Motherboard:
    Ebenfalls eckig
    RAM:
    Eher so länglich eckig
    Laufwerke:
    Rund oder solide
    Soundkarte:
    In den 90ern
    Gehäuse:
    Groß und quaderig
    Maus und Tastatur:
    Eckig, klein und ergonomisch
    Monitor:
    Rechteckig
    "Life is Strange 2 - Ein Spiel über Donald Trumps Amerika"

    Schon komisch, ich habe ein Spiel über zwei Brüder gespielt, die versuchen, eine sehr schwere persönliche Situation zu überstehen und zu bewältigen.
     
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