Ist Grafik zu wichtig geworden und haben Spiele das Gameplay verlernt?

Dieses Thema im Forum "Spieleforum" wurde erstellt von Keksus, 9. Mai 2021.

  1. Keksus

    Keksus
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    Da das Thema im "Spiele an denen euer Herz hängt"-Faden aufkam, will ich folgendes Thema mal zur Diskussion geben: Ist Grafik heutzutage zu wichtig und sind Spiele überhaupt noch Spiele?

    Unter all den modernen AAA-Service-Titeln und Bombastgrafikeffekten hat man irgendwie den Eindruck, dass sich Gaming heutzutage gar nicht mehr ums Gaming dreht, sondern nur noch darum ein paar hübsche Bilder auf den Monitor zu zaubern. Das eigentliche Spiel wird dann reduziert auf "Grinde hier 500 Stunden für den Battlepass!" mit belanglosen und wenig tiefgreifenden Mechaniken.

    Die Entwicklung scheint ganz unter dem Motto zu laufen "Früher hatte man ein Spiel mit wenig Grafik, heutzutage hat man Grafik mit ein wenig Spiel."

    Nun ist das alles erst einmal nur ein Empfinden. Aber woher kommt es? Waren Spiele früher in der Tat besser? Oder hat sich nur der Fokus verschoben? Ist das vielleicht alles einfach reine Nostalgie?

    Letzteres würde ich direkt mal verneinen. Weil es ist ja nicht so, dass man nur von den alten Spielen redet und sie in guter Erinnerung hat ... gerade im Anblick der heutigen AAA-Flut, installiert man dann doch einfach mal wieder einen der Klassiker und hat so viel Freude damit, wie bereits seinerzeit. Wäre Nostalgie der einzige Grund, würde man die Titel ja eher anfassen und sich denken: "Wie konnte ich jemals Spaß damit haben?!" Aber das Gegenteil ist der Fall und während man wieder in einem der 20 Jahre alten Schinken versinkt fragt man sich nur noch: "Wozu ist mein Hobby verkommen?"

    Ich will mit Nichten sagen, dass alle modernen Titel schlecht sind. Aber die, die einem im Mainstream pausenlos entgegengefeuert werden, wirken doch schon irgendwie sehr flach. Da hat man Assassin's Creed, das nur noch mit Service und Monetarisierung um sich wirft, und dessen Ursprünge als Attentäterspiel nichtmal mehr mit dem Mikroskop erkennbar sind. Der Fokus ist hier nur noch: Action! Äkschn! Ökschn! Dann das übliche Call of Duty, dessen einzige Besonderheit wohl verschiedene Schadenswerte der einzelnen Waffen sind und wo die Nachfolger so schnell kommen, dass man bereits über den Teil, der 2022 erscheint, reden könnte, bevor überhaupt CoD 2021 draußen ist.

    Klar: Hier und da machen selbst diese Spiele mal ein Weilchen Spaß. Nur wirken sie dabei letzten Endes eher wie Timewaster. Das Pendant zum Popkorn-Kino. Ausgelegt nur darauf, die größte Masse anzusprechen und ja niemanden abzuschrecken. Ganz zum Ärger der Enthusiasten, die bereits seit Jahrzehnten trotz des einst gesellschaftlichen Stigmas in dem Bereich unterwegs sind und für die Grafik stets nur etwas sekundäres war. Ein Mittel zum Zweck.

    Guckt man sich heutzutage jedoch in den Kommentaren größerer Gaming-Medien um, sieht man hingegen pausenlos Leute motzen und behaupten, man könne ein Spiel ja nicht ertragen, wenn es keine gute Grafik habe. Und wenn auch nur eine Farbe falsch gewählt ist, dann ist es direkt unspielbar! Jeder Stil, der nicht direkt ultra-realistisch oder künstlerisch wertvoll ist und wie ein Gemälde wirkt, sollte zudem direkt verbrannt werden, da er ja einen Brechreiz herbeirufe und unerträgliche Kopfschmerzen verursache! Ich wünschte, ich würde hier übertreiben. Aber Kommentare in diese Richtung lassen sich mit einer gewissen Regelmäßigkeit finden. Die Spiele werden auch nie unkommentiert gelassen, weil man will sie ja doch so gerne spielen. Klingt ja immerhin interessant! Aber diese Grafik? Das geht ja überhaupt nicht und muss SOFORT geändert werden. Wenn nicht, dann ist das Spiel der letzte Dreck! Und ich frage mich: Ist jemand, der so eine Meinung vertritt, denn überhaupt noch an dem eigentlichen SPIEL interessiert? Es geht doch darum was man tut, und nicht darum, was man sieht. Und auch im Alltag sieht man doch nicht jederzeit nur bombastische und epische Anblicke. Wieso ist es dann so schwer, mal eine Weile nicht die beste Grafik aller Zeiten auf dem Monitor zu haben, wenn man doch eigentlich am Gameplay interessiert ist?

    Und an sich wirkt es doch in der Tat so, als bieten Spiele mit simplen Grafik häufig viel komplexere Spielmechaniken. Womöglich, weil sie auf andere Art und Weise überzeugen müssen. Oder aber auch, weil sich die Mechaniken einfacher realisieren lassen, wenn man sie nicht so realistisch wie möglich darstellen muss? Ich denke viele Fans von Survival-Spielen hätten zum Beispiel ihre helle Freude an Cataclysm: Dark Days Ahead. Die Menge an Dingen, die man da tun kann, davor erblasst jeder Titel in der Unreal Engine. Aber da es halt nach absolut nix aussieht, wird es halt von den meisten ignoriert. Dwarf Fortress hingegen ist ein wahres Fest für Aufbaustrategen. Aber Ihhh! ASCII-Grafik! Da erkennt man ja nix! Fantasie? Wer braucht das schon!

    Doch picke ich mir hier vielleicht nur Einzelfälle heraus? Möglich. Denn auch heutzutage erscheinen ja noch eine Menge Titel, die manchmal doch richtig gut oder zumindest passabel aussehen, aber dennoch durchaus gutes Gameplay bieten. Hardspace Shipbreaker zum Beispiel. Ein sehr einzigartiges Puzzlespiel. Oder Nioh 2, ein Souls-Like in Japan. Und das berüchtigte Death Stranding, was mit seiner Mischung aus Walking-Simulator mit Aufbauspielaspekten durchaus viele Fans gewinnen konnte. Und die Paradox-Spiele sind bei Fans von Hardcore-Strategie nach wie vor sehr beliebt. Allerdings muss man auch sagen, dass man von diesen Spielen so vergleichsweise wenig hört.

    Woran liegt es nur? Womöglich daran, dass all diese Spiele irgendwo etwas besonderes sind? Sie wissen, wo sie hin wollen. Was sie erreichen wollen. Sie scheren sich offenbar zumindest nicht an erster Stelle darum, wie viele Fans sie anziehen werden. Sie sind nicht auf den kleinsten gemeinsamen Nenner ausgelegt. Viel mehr wirkt es so, als wissen die Entwickler hier, welches Spiel sie machen wollen. Es steht eine echter Gedanke dahinter. Und der wird nunmal auch viele Menschen abschrecken. Denn es muss nicht jedes Spiels für jeden gemacht werden. Wie spannend man jetzt das Zerlegen von Raumschiffen oder die Reise durch die apokalyptische Einöde findet, sei mal dahingestellt. Vielleicht findet man das Gameplay öde. Klar. Darf man. Aber es ändert ja nix daran, dass es dennoch sehr gut umgesetzt ist und der Zielgruppe gefällt. Das macht die Spiele nicht schlecht, auch wenn deren Kritiker das gerne wöllten. Sie sind dann halt nix für die jeweiligen Personen.

    Im Kontrast dazu analysieren die meisten AAA-Publisher im Massenmarkt wohl eher Zahlen und schauen, mit was für einer Art Spiel sie wohl die meisten Kunden anziehen werden und wie sie diese am längsten halten können. Sie kennen keine Action-Fans, Simulations-Fans, oder Sport-Fans. Sie kennen nur eine Zielgruppe: Alle. Und deswegen wird alles nur komplett auf Zugänglichkeit getrimmt und darüber nachgedacht, wie man so wenig Spieler wie möglich abschreckt. Irgendwie wird da nur noch mit Psychotricks gespielt und versucht, menschliches Verhalten vorherzusagen, um ja absolut jeden zu erreichen. Die Bedürfnisse des Menschen als mathematische Formel sozusagen. Denn mehr Spieler bedeutet mehr Geld. Es geht nicht darum, etwas Gutes zu erschaffen, nur etwas profitables. Und Regel Nummer 1: Jeder sieht gern hübsche Grafiken. Fünf Jahre später verkommen die Spiele dann in der Ecke. Weil irgendwie merkt man: Außer guter Grafik war halt nix dahinter. Und jetzt ist der vierte Nachfolger draußen, der unendlich besser aussieht!

    Man bekommt vor allem auch nur noch wirklich etwas von diesen "großen" Titeln mit. Die anderen gehen ja in der Allgemeinheit der Medienlandschaft, ganz egal in welcher Sprache, immer unter. Was wohl das Gefühl, dass es nix andres mehr gäbe, verstärken dürfte. Weil zum nächsten AAA-Blockbuster liest man pausenlos auf jeder Webseite was. Zu einem kleinen Spiel mit interessanten Mechaniken ... kaum noch. Auch das änderte sich irgendwie im Laufe der Zeit. Früher schrieben die Webseiten noch für eine Zielgruppe. Klicks messen? Das ging damals nur mit dem üblichen Counter, den man auf jeder Webseite hatte. Und der war recht unzuverlässig. Aber jetzt hat man ja Google Analytics und kann so dafür sorgen, dass man nur noch den größten Markt bedient. Und in dem gibt es halt nur Ubisoft, Blizzard, Epic und EA.

    Im Großen und Ganzen betrachtet hinterlässt es irgendwie das Gefühl, als sei Gaming nie wirklich gesellschaftlich akzeptierter geworden. Nur die Spiele haben sich geändert. Die Titel, mit denen man aufgewachsen ist und die man wegen ihrer tiefen Gameplaymechaniken liebte, werden heutzutage jedoch noch genauso abwertend betrachtet wie damals. Weil wer sowas zockt, das muss ja ein Nerd sein!
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. Mai 2021
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  2. Gambit.gdf

    Gambit.gdf
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    Wenn man manchen Kommentaren so folgt kann man sicher zu dem Schluss kommen. 4k hier 4k dort um was es in dem Spiel geht ist erstmal egal hauptsache 4k und dann gehts erstmal auf den ersten 100 Forenseiten eher darum wie man bei max details am meisten FPS rausholt.

    Die Branche ist aber eben auch zu einem Medienmarkt geworden. Ich mein verglichen mit damals wo Spiele teilweise in der imaginären Garage entwickelt wurden von einer handvoll Leuten und einer Idee. Dazu kommt noch bessere Technik was denke ich ein Hauptgrund geworden ist das Entwickler teilweise etwas lazy geworden sind. Damals konnte man nicht einfach einen Patch rausbringen der sofort für alle verfügbar war. Heute freigeben und millionen ladens runter warum also sich sorgen machen day one patches ect richten es schon.
     
  3. Blutschinken

    Blutschinken
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    Ich glaube dein letzter Abschnitt trifft es ganz gut. Die Nerds sind eigentlich die gleichen geblieben, aber der Markt hat sich entwickelt und sie sind nicht mehr der Fokus.

    Früher haben die Entwickler Spiele eigentlich am meisten für sich selbst entwickelt - oder für ihre Kinder. Sie hatten eine Idee oder sie wollten etwas bestimmtes zocken und dann haben sie es gebastelt damit sie es konnten - dass sich das dann auch verkauft war mehr ein Afterthought, aber viele Nerds mochten es und so konnte man Geld verdienen, wenn auch nicht übermäßig reich werden, es sei denn man hat einen Jackpot getroffen.

    Es gab aber auch schon damals eine Gruppe, die nicht nach dem obigen Prinzip gearbeitet hat. Damals hat man gesehen, dass Eltern für ihre Kinder mit Atari praktisch jeden Scheiß aus dem Regal mitnehmen und es kam zur ersten Schwämme von seelenlosen Billigspielen die im großen Videospielcrash von 1983 mündete.

    Das obige Prinzip ging natürlich sowieso nur gut, solange praktisch jeder Entwickler ein "Indie" war - nicht im Sinne von "selbst publiziert" sondern was die Größe angeht. Das galt mit Ausnahmen bis Ende der 90er. Sobald man mit seinen Spielen Aktionäre ruhigstellen oder hunderte Familien ernähren muss, ist es schwer zu verantworten einfach das zu basteln, worauf der Chef selber Bock hat. Da muss entweder das entwickelt werden, was am meisten Gewinn verspricht oder auf etwas Altes aufgebaut werden, wo die Käuferschaft sicher ist.

    Hinzu kommt noch, das irgendwann auch die meisten Ideen realisiert wurden. Klar, auch heute noch gibt es Innovationen, aber ein neues Genre wird sich nicht mehr entwickeln, höchstens neue Subgenres. Und selbst bei Indies die, die Freiheit haben alles zu bauen worauf sie Lust haben, egal ob es Geld verspricht oder nicht, erkennt man eine leichte Müdigkeit. Dort wird auch immer mehr Trends nachgelaufen (nach Celeste geht es in jedem dritten Indiespiel um Depression - wohl ein Nachhall der Gefühlswelt der tatsächlichen Entwickler) oder einfach irgendeine Formel um des Neuigkeitswillens verdreht um zu schauen, was an der Wand kleben bleibt. Sachen die wirklich etwas Neues bringen gehen da häufig unter.

    Zu guter Letzt kommt das vergiftete Klima. Bei großen Studios gibt es Crunch oder Industriearbeitermentalität, häufig beides. Bei kleinen Studios gab es eh schon immer selbst auferlegten Crunch und die Ungewissheit ob man in der Masse untergeht niemanden erreicht. Dazu kommen soziale Medien und das moderne Internet an sich, was Spielern selbst ein Sprachrohr gegeben hat - ein furchtbares Sprachrohr in der die toxischsten Stimmen am lautesten sind. Sollte eigentlich kein Wunder sein, dass sich das in den Spielen selbst widerspiegelt.

    Insgesamt ist wie oben Gesagt die Gruppe der Nerds mehr oder weniger die gleiche geblieben, aber die Gaminglandschaft ist gigantisch gewachsen:

    Man hat den AAA-Bereich seit ca. 1999-2001. Das typische von Fokusgruppentests und ähnlichem dominierte Aktionspiel, das in genau dem Bereich optimiert wurde, der sich verkauft und kaum woanders. Wird häufig als der Maßstab herangezogen, an dem alles andere gemessen wird, am häufigsten von Spielern selber. Viele sind Blind für anderes geworden. Die Zielgruppe ist natürlich "absolut jeder" aber größtenteils Leute die entweder "das nächste große Ding" für ihre Konsole/PC wollen oder Spieler die meinen, die natürliche Entwicklung von Spielen hat genau hierher geführt und alles andere kann als minderwertig ignoriert werden.
    Obiges muss dabei nicht zwingend braun-realistisch sein.

    Der Casual Bereich seit ca. 2009 (oder noch viel eher falls die Spielo zählt). Spielen für "deine Mutter" - gerne in der Hoffnung, dass sie ein Wal ist und Unsummen für Microtransactions ausgibt. Häufig werden auch direkt latent süchtige oder einfach zu manipulierende Personen als Ziel genommen ohne den Umweg über deine Mutter.

    Der Online-Multiplayer Bereich seit ca. 1998 (Fighting Games etwas früher auch wenn Arcades nicht online sind). Es gibt inzwischen mindestens zwei Generationen, die in ihrem Leben nie ein Singleplayer-Spiel angefasst und es auch nicht wollen würden, weil der Kick von Multiplayer-Partien oder MMO-Welten größer ist. Auswüchse sind MMOs, eSports. Gelegentlich kombiniert mit "AAA".

    Hipster-Indie Bereich seit ca. 2011. Hier wird den neusten Trends nachgejagt. Roguelites, Survival-Crafting, Retro Pixel, Walking Sims, Depressions-Zeug etc.

    Shovelware. Ist nicht mit dem Crash von 1983 gestorben. Aktuell präsent wie nie in Form von ultra-billigen Asset-Flips mit denen Storefronts geflutet werden. Ziel ist nicht ein gutes Spiel sondern mit jedem Trick der Algorithmus-Manipulation den Spieler zur Storepage zu locken und irgendwie zum Kauf zu bewegen. Kostet ja nur 2€.

    Nischenspiele. Prinzipiell der älteste, ursprüngliche Bereich. Da wo die Nerds geblieben sind, die früher neben Kindern praktisch die einzige Zielgruppe waren. Auch in dem Bereich gibt es Probleme, weil man es sich unter keinen Umständen leisten kann, die wenigen treuen Spieler zu vergraulen - entsprechend ist Innovation eher spärlich.

    Ich mag Titel aus allen obigen Bereichen. Gibt überall gute und schlechte Spiele - ganz selten sogar eine Perle die sich hin Shovelware versteckt. Aber man kann auch irgendwie darauf kommen, dass alles den Bach runtergeht, wenn man sich auf das negative Konzentriert.
     
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  4. mekk

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    Gute Aspekte, die du aufführst, Keksus, aber ich versuche mal das ganze zu widerlegen bzw. zu relativieren.

    Ich glaube nicht, dass bessere Grafik die Spiele verkauft, sondern das Gameplay immer noch wichtig ist. Das zeigen beispielsweise Phänomene wie Valheim oder Loop Hero aus diesem Jahr. Prinzipiell werden solche Phänomene immer durch das Gameplay getragen, die bei großem Erfolg irgendwann den Mainstream erreichen, siehe Soulslike, Rougelike, Survival, Battle Royale. Auch ein Monster Hunter Rise, dass auf schwächerer Hardware läuft, verkauft sich sicherlich nicht wegen der Grafik so gut, sondern wegen des Gameplays.

    Zudem verkaufen sich die FIFAs, Call Of Duties und Assassin's Creeds dieser Welt sicherlich auch nicht wegen der Grafik so gut, da deren grafischer Unterbau über Jahre genutzt und nur leicht verbessert wird.

    Das Problem, wenn man es so bezeichnen möchte, ist, dass Videospiele im Mainstream angekommen sind und börsennotierte Unternehmen wie Ubisoft, EA, ActivisionBlizzard nicht mehr das große Risiko mit Experimenten eingehen und sich lieber auf bewehrte Spielmechaniken und Inhalte verlassen, die den Massenmarkt ansprechen und Investoren nicht verprellen.

    In meinen Augen spielt Geld und Bequemlichkeit/Sicherheit hierbei die größte Rolle.^^

    Edit: Ach ja, hinzufügen möchte ich noch, dass für mich Artdesign in Spielen eine sehr große Rolle spielt. Gefällt mir dieses nämlich nicht, habe ich auch kein Interesse an dem Spiel.
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. Mai 2021
  5. Soldier224

    Soldier224
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    Ansich habe ich schon 2010 gedacht, dass man immer mehr zu sehr versucht Grafikblender zu erschaffen. Klar habe ich nichts gegen Spiele die eine gute Grafik vorweisen, wenn es aber nur Grafik enthält, nutzen mir die Spiele nichts. Gerade heute sieht man doch sehr gut welche Spiele den Durchbruch schaffen. Viele sind mittlerweile Indiespiele oder von kleineren Entwicklerstudios die auf der Treppe ganz nach oben gehen, die nicht z.B. auf eine Frostbite Engine setzen können.

    Hier mal die Spiele die mich in den letzten 10 Jahren am besten unterhalten haben und zum Teil noch unterhalten:

    - Mass Effect Trillogie
    - Minecraft
    - Pillars of Eternity 1+2
    - Divinity Original Sin 2
    - Kingmaker
    - Elex
    - Elder Scrolls Online
    - Stellaris
    - Civ 6
    - Anno 1800
    - Assassins Creed Odyssey/Valhalla
    - Forza Horizon 4
    - Fifa 21
    - Kingdom Come Deliverance.

    Was man hier gut sehen kann. Die meisten Rollenspiele die ich aufgelistet habe, habe ich in einer Zeit gespielt wo sie entweder nicht mehr von der Grafik Zeitgemäß waren oder von Anfang an nicht ganz Zeitgemäß gewesen sind. Und dennoch haben sie weit mehr Spaß gemacht als die ganzen Spiele die fast nur auf Grafik gesetzt haben. Zudem muss alte oder nicht Zeitgemäße Grafik subjektiv nicht schlecht aussehen. Ich denke also.. ja.. die großen Studios haben sich zu viel auf die Grafik konzentriert zu wenig auf Inhalte aus meiner Sicht.

    Aber auch Gameplay muss ich sagen war nie ein Kernargument eins der Spiele zu spielen hinsichtlich RPG´s. Die Story muss gut sein, die Atmosphäre, Die Erzählweise (bei einem Rollenspiel enorm wichtig), Entscheidungen treffen können die Auswirkungen haben spürbar aber sich nicht künstlich anfühlen und das Spieldesign muss ansich rund sein.
     
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  6. Faulpelz II

    Faulpelz II
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    Das glaube ich ehrlich gesagt nicht. Ich find's eher positiv, dass Spiele stärker in die gesellschaftliche Mitte gerückt sind.

    Außerdem ist die Auswahl an qualitativ hochwertigen "Hardcore"-Spielen doch so groß wie nie. Im MP-Shooter-Bereich gibt es neben den CoDs und Battlefields für die Masse eben auch Squad und Insurgency:Sandstorm. Es gibt Spiele wie Factorio oder Rimworld, die weiterhin irre komplex sind. Hinzu kommen beeindruckende Modprojekte wie Enderal, die eine Qualität aufweisen, die man nie von einem kostenlosen Titel erwarten würde.

    Und selbst manche AAA-Produktionen versuchen sich an mehr Tiefe: Anno 1800 ist z.B. komplexer als seine Vorgänger, Battlefield V taktischer als BF1 und BF4. Doom Eternal verbindet Klassisches mit Neuem.

    Ich denke, es ist einfach eine persönliche Sache: In der Kindheit/Jugend war das alles neu und faszinierend, Computerspiele waren ein rares Gut. Deswegen hat auch jede Spielergeneration ihre eigenen "Nostalgiespiele". Ich als Mitdreißiger kann z.B. mit C64 und Amiga-Spielen überhaupt nichts mehr anfangen, habe aber sehr wohl positive Erinnerungen an Spiele wie Dune2, Baldurs Gate 1&2, die beiden Gothics, Master of Orion 2...

    Gefühlt gibt es sowas heute nicht mehr, aber das stimmt eigentlich gar nicht. Gerade die letzten Jahre waren sehr ergiebig.
     
  7. Keksus

    Keksus
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    Ich bin Anfang dreißig und find coole Titel von Amiga und C64-Zeiten, über DOS bis hin zu den Anfängen von Windows und ja gar selbst heute noch. Es ist halt irgendwie so, dass seinerzeit Spiele an sich zu großen Teilen Nerdware waren. Entsprechend konzentrierten sich die Videospielmedien darauf. Heutzutage hast du halt die AAA-Massenware, die hochgejubelt wird und nur selten mal ein spannendes Spiel darunter, das sich wirklich durch Komplexität auszeichnet.

    Weil du Anno als Beispiel nennst: Ich weiß nicht, wie komplex es ist, da ich es selbst nicht spiele. Aber ich nehme an du siehst auch selbst, wie häufig darüber berichtet wird. Zum Release mal kurz und das war es dann auch schon. Eine bleibende Berichterstattung gibt es da wohl nur innerhalb der Anno-Community selbst. Im Fokus stehen solche komplexeren Titel vorne und hinten nicht mehr. Und das find ich einfach sehr bedauerlich. Die Videospiele, die in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind, sind meist jene, die halb versuchen Hollywood-Blockbuster zu sein.
     
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  8. Faulpelz II

    Faulpelz II
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    Also über Anno1800 wird auch nach 2 Jahren noch sehr viel berichtet, u.a. weil es ständig neue DLCs gibt, die es erweitern.

    Es ist allerdings auch kein echtes "Nerdgame" (dafür ist es zu leicht), für mich war es nur ein Beispiel, dass es auch bei AAA-Produktionen Gegentrends gibt.

    Zudem habe ich ja auch einige Beispiele für Spiele genannt, auf die der Stempel AAA gar nicht passt und die trotzdem erfolgreich sind.
     
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  9. acer palmatum

    acer palmatum
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    Mal auf mein Lieblingsgenre RPGs bezogen:
    Ich denke mal das Hauptproblem ist gar nicht die bessere Grafik, sondern das die neue Spielergeneration ihre Spiele auf dem Sofa gammelnd im Halbschlaf spielen möchte.
    Entsprechend anspruchslos in punkto Hirn einsetzen ist dass was angeboten wird dann oft. Statt wirklicher Erfolgserlebnisse hat man dauernd irgendwelche 08/15 Achievements für die man eigentlich wenig bis gar nichts "leisten" musste.
    Auf der Kehrseite ist das auch der Grund warum man die Spiele kurze Zeit später aus seinem Hirn gestrichen hat.
    Man genießt die Spiele nicht mehr, sondern schaufelt sie in sich rein wie Fastfood - viele billige Belohnungen die aber nicht lange anhalten.

    Es gibt ja auch Gegenbewegungen, die Dark Souls Spiele z.B. - leider ist das so gar nicht meine Art von Spiel.
     
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  10. Keksus

    Keksus
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    Auf welchen Seiten? Ich hab so gut 50+ in meinem RSS-Feed. Englische, Deutsche, Japanische. Anno seh ich da seit dem Land-der-Löwen-DLC nie.

    Aber an sich verleugne ich ja die Ausnahmen nicht. Die wird es definitiv immer geben. Es geht mehr um den Umschwung, welche Spiele mittlerweile populär sind, im Vergleich zu welche es mal waren.
     
  11. mekk

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    Resident Evil Village ist ja übrigens ein aktuelles Beispiel dafür, wie der Mainstream der Kernessenz eines Spieles schädigen kann. Nur weil man es dem Massenmarkt recht machen will.
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. Mai 2021
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  12. Keksus

    Keksus
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    Ich rege mich über sowas seit AC: Brotherhood auf. :wahn:
     
  13. Sodekra

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    Naja es gibt sie aber auch heute noch die Spiele die vor allem über ihr Gameplay punkten (und nebenbei auch eine Gute Story liefern).

    Da muss man nur an die From Software Titel der letzten Jahre denken. Absolut delikates Gameplay für eben jene Enthusiasten, aber trotzdem haben sie genug Magie verströmt, dass sie den Massenmarkt erreichen. Oder erst letztlich Returnal. Letzteres habe ich noch nicht gespielt mangels einer Playstation 5, jedoch liest man ja, dass dies genau in diese Kerbe schlägt.

    Wenn man die From-Software Titel oder Returnal nicht zum AAA-Bereich zählen will, fallen mir aber auch da noch Spiele ein die gutes Gameplay bieten. Da wäre zum Beispiel das God of War für die PS4. Hat in meinen Augen alles was es für ein tolles Gameplay (das Kampfsystem ist richtig klasse und hier kann man sich in viele Feinheiten einfuchsen) braucht, sodass man es nur wg. des Gameplays mehr als ein Mal Durchspielen will und bietet aber eben auch eine Filmreife inszenierung und eine tolle Geschichte. Das trifft auch auf andere Playstation exklusive Spiele zu. Die Sony Studios schaffen es nicht selten Massenmarkt und Enthusiasten zu vereinen. Jedenfalls würde ich diese Spiele nicht als seelenlos bezeichnen.

    Zusätzlich gibt es ja noch jede Menge Indie-Titel, welche sich hier ebenfalls ansiedeln. Da fällt mir vor allem die Flut an Retro-Shootern der letzten 2-3 Jahre ein unter denen einige echte Perlen (Dusk, Prodeus, Amid Evil, Warth: Aeon of Ruin) dabei sind.

    Das man nur noch was von diesen großen Titeln mitbekommt liegt aber auch eben daran, dass auch darüber am meisten berichtet wird. Ist ja auch verständlich, die Magazine und Webseiten müssen leider nunmal irgendwie auch finanziell überleben. Und ein Video oder Artikel (beides unter Umständen sehr viel Aufwand) über ein tolles Nischenspiel, klickt sich halt oft nicht so gut, auch wenn es heir Ausnahmen gibt, wie zum Beispiel Hades.

    Ich habe gemerkt, seit dem ich keine Streams mehr gucke und keine Let's Player (mittlerweile gibt es kaum noch welche, denen man ihre Leidenschaft anmerkt, was wahrscheinlich daran liegt, dass auch sie einen gewissen Zwang spüren zu spielen was sich gut klickt) bin ich mit meinem Hobby wieder mehr im Reinen. Denn die Algorithmen der sozialen Netzwerke engen die Wahrnehmung ein und sind in meinen Augen nichts gutes.
     
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  14. g0dehardt der mit dem schönen Haar

    g0dehardt
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    Wohl eher, weil es sich weiterentwickelt.
    Und das es den besten Mix aus allen Spielen bat, jat doch perfekt?
    Aber das würde in den RE Thread gehören.

    Zum Thema: Ich glaube da hängt viel Nostalgie dabei. Die ersten Spiele als neues Medium, Pionier Zeiten wo es vieles halt noch nicht zigfach gab usw.
    Und heute? Es gab halt alles irgendwo schonmal, da bleibt dann halt nur die Grafik um die Kundschaft anzuziehen.
    Und die Kundschaft hat sich, wie hier achonmal erwähnt, auch geändert. Damals musste man sich noch mit der Hardware im Hintergrund beschäftigen. Zumindest auf den PC bezogen.
    Heute legt jeder seine DVD in die PS ein und los gehts. Casual Gameplay halt, vom Medium bis Spieler.
     
  15. HawkS73

    HawkS73
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    Die Grafik ist nur Resultat besserer Technik. Der Haken das es einem so vorkommt, als ob Grafik das A und O ist, ist der Massenmarkt für den diese Spiele gemacht werden. Egal welches Genre heute muss alles mehr oder weniger gleich sein und darf nicht mehr wie vier Knöpfe für aktive Fertigkeiten haben – des Kontrollers wegen. Absolut alles ist auf das Gamepad ausgelegt und das mit den vier Knöpfen zeigt das Problem – alles wurde so runter gebrochen, derart vereinfacht, dass vier Knöpfe in der Regel reichen das Spiel zu spielen. Andere Knöpfe sind dann Inventar, Map, Optionen und KoAG. Einfache Handhabung, damit auch Tante Trude aus Würzburg potentiell das Spiel spielen kann.

    Da Mainstream Spiele im 12 Monatsrhythmus erscheinen müssen, damit die CEOs und Aktionäre ihre Gewinne einfahren können, darf nicht viel geändert werden. Zur Simpel Steuerung kommt Abziehbild Gameplay, das zur Steuerung passen muss. Nicht zu viele Tastenkombinationen. Immer viele „hier entlang“ Anzeigen. Möglichst nur 4 Antwort Optionen für einen Dialog weil – vier Tasten eben (z.B. Fallout 4) und so weiter.

    Die Story muss simpel gehalten werden, da nach Fokusgruppen Tests nachweislich viele die Aufmerksamkeit flöten geht wenn nicht alle ~10min eine Aktion Szene kommt – der Grund warum moderne Filme sind wie sie sind. Der Griff zum Handy ist der Tod und der kommt schnell wenn nicht BUMMM – KRAAAACH kommt, sondern Dialoge und Charakterentwicklung.

    Wie übertüncht man also simple Story mit Pappaufsteller Charakteren in einem „vier Knöpfe reichen“ Spiel? Mit einem Spektakel. Wie muss das Spektakel sein? Optisch aufwendig. Was den Bogen zur Grafik schlägt. Viele Spiele versuchen ihr schlechtes Gameplay, nicht vorhandene Charaktere in Bierdeckel Handlungen mit der Optik auszugleichen. Vor allem die Kaufrelevante Zielgruppe 16 -35 Jähriger Menschen lässt sich mehr mit Optik, als mit Story und Charakteren locken.

    Ich war damals zu Uni Zeiten hoch fasziniert von Extrem Assault, dass die 3D Beschleuniger Ära mit einläutete. Die Optik suchte damals seinesgleichen, das Spiel war eine Effekt Extravaganz – dabei machte man nicht mehr als mit einem Helikopter über dem Schlachtfeld schweben und ballern, ballern, ballern inkl. minimal Story um das „warum eigentlich?“. BUMMM – KRAAAACH war cool, es sah geil aus. Man konnte angeben, dass man ein System hatte, dass das Spiel in angedachter 3d beschleunigter Optik zeigen konnte.

    Doch dann wird man älter und es findet bei vielen ein Umdenken statt. Die Gewichtung verschiebt sich von der reinen Optik und Action weg. Auch weil man BUMMM – KRAAAACH schon sooft hatte. Es reizt nicht mehr wie früher. Been there, done that. Die Vier-Knöpfe Vereinfachung der Bedienung fällt immer mehr auf. Wie sie das Gameplay negativ beeinflussen kann und man sich mehr Optionen wünscht. Ein „geh von A nach B und töte alles dazwischen“ Szenario reicht nicht mehr. Warum geh ich von A nach B? Wer ist der Typ den ich spiele? Gegen wen kämpft er und warum? Je mehr man diese Fragen stellt umso offensichtlicher wird das Schablonenhafte moderner Spiele sichtbar – e.g. UbiSoft Formel die wirklich in jedem Ubi Spiel seit Assassins Creed 1 steckt, mal mehr mal weniger offensichtlich. Und weil die Formel erfolgreich war, wurde sie 1001 mal kopiert und findet sich in anderen Spielen wider. Daher fühlen sich alle Spiele so ähnlich an – weil nur kopiert wird was andere machen und erfolgreich ist. Siehe Witcher 3 – wenn man will das erste Spiel, das Story und Open World gekonnt vereinte. Und siehe da – schon kommt das neue Assassins Creed das seiner Open World mehr Story Fokus geben will. Fortnite und PUBG machen Milliarden – lasst die Battle Royal Formel Kopieren bis zum erbrechen – hier ein Sturm, da ein Feuerring, dort ein Kraftfeld welches das Spielfeld einengt, damit wenigsten etwas ein bisschen anders ist.

    Und dann ist da die andere Seite. Ein Spiel wie Star Citizen. Ja aber das hat doch auch nur Optik!!! Höre ich da. Nein, es wäre hoch unfair SC auf die Optik zu reduzieren. Vergliechen mit den meisten Vier-Knöpfe Spielen ist SC ein Bedienmonster! Es ist unbequem weil es keinen „hier entlang“ Pfeil in einer Minimap oder dem UI hat. Leute rennen wie Kopflos rum und fragen “wo geht’s zur Metro?“ dabei stehen sie direkt unter dem Schild auf dem „Metro Center“ steht. Boah wie langweilig – ich fliege jetzt schon seit 2min nur geradeaus um von Hurston nach Crusader zu kommen. WTF is this game – wait simulator 2021? Voll gefüllte Keybinds teils mit Doppelt und dreifach Belegung, statt simple vier Knöpfe für fast alles überfordern. Viele – vor allem die BUMMM – KRAAAACH Fraktion die das Formularische erwarten hat seine liebe Mühe in SC anzukommen. Und das ist großartig! Denn wenn sie ankommen findet nicht selten ein „AHHHH“ Heureka Moment statt. Die Formel Spiele machen zwar noch Spaß aber – sind jetzt irgendwie auch unbefriedigend. Man möchte mehr. Es soll anspruchsvoller sein.

    Ich etwa spielte Star Wars Rouge Squadron bei einem Freund und ich konnte nur immer denken „der Planet da hinten ist nur eine Grafik. Ich kann da nicht hinfliegen und landen.“ Und wenn Tests und Letsplays wegen der 1st Person Cockpit Sicht ausflippen dacht ich nur „Und? Hatte WingCommander, die X-Wing Spiele, Freespace, I-War auch und atm aktuell ED und SC. Das ist NICHTS neues!“. Ja aber das Upgrade System und die Energie Verteilung – so viel Kontrolle über das Schiff!!!111 - schielt auf den Schiffs Manager des MobiGlass und die Schiffs MFD Menüs über alle Systeme von SC … SW Rogue Squadron war kein schlechtes Spiel, es war mir nur zu simpel. Damit meine ich nicht den Schwierigkeitsgrad, sondern dass Dinge die in ein Space Game mMn gehören so einfach realisiert waren. Wo Tests und LetyPlays verzückt waren wegen der "Komplexität" und "Kontrolle" dachte ich nur - das hatten wir alles schon exakt so. Wo ist das Neue, das komplexere das etwa ein SC / ED bietet und ihr euch abgeschaut habt um den nächsten Schritt zu machen?

    Was ich damit sagen will – Grafik ist wichtig und ist für einige, vor allem jüngere die Abwechslung und Spektakel haben möchten eine Zeit das wichtigste, solange das Spektakel stimmt. Doch irgendwann reicht das nicht mehr. Man will mehr Tiefe in den anderen Bereichen. Das ist wie wenn man sein Leben lang nur Pop gehört und alles andere verpönt hat - und dann Klassik oder Rock für sich entdeckt und dann denkt „warum zum Teufel hab ich das nicht schon früher gemacht?“.
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. Mai 2021
  16. RedRanger ●-Stein-der-Schande

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    Also ich sehe nicht, warum Grafik gute Spiele ausschließen sollte.

    Das ist nur die visuelle Darstellung. Die Probleme kommen eher daher, wie @HawkS73 schon geschrieben, dass die Spiele einfach für den Massenmarkt sind und deshalb auf den kleinsten gemeinsamen Nenner reduziert werden.

    Man könnte Loop Hero auch eine umwerfende photorealistische Grafik mit Raytracing verpassen. Würde es dadurch plötzlich zu einem schlechteren Spiel?
    Man könnte irgendeinem CoD eine Pixel-Optik verpassen. Würde es dadurch plötzlich zu einem besseren Spiel?
     
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  17. Pain553

    Pain553
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    Ich finde den Spieleschaffenden und den Spielern geht es so gut wie noch nie. Es gibt tausende Spieleentwickler, es gibt für jede Nische ein Game. Es gibt Monitore in allen Größen und Formen, VR ist frisch dazugekommen, Controller, Joysticks , Headtracker und andere Eingabegeräte. Es ist für jeden was dabei. :yes:
    Der Preis des Massenmarkts ist natürlich, dass die großen Studios mit ihren bekannten Marken sich immer mehr dem Massenmarkt anpassen, bzw. es versuchen. Dadurch driftet dann zb. Assassins Creed immer mehr von seinem Ursprung ab, das mögen viele Fans der ersten Stunde nicht gut finden, aber meiner Meinung nach gibt es schlimmeres.
     
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  18. Keksus

    Keksus
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    Ich glaube nicht, dass da so viel Nostalgie dabei ist. Bei manchen Titeln. Aber ich find selbst heute noch komplexe Monster ohne Grafik, die ich dann sofort zocken will. Ohne da jetzt irgendwelche Erinnerungen dran zu haben. Sind ja dennoch neue Titel, auch wenn denen das Werbebudget fehlt. Den restlichen Punkten kann ich hingegen zustimmen. Bedienung darf nicht komplex sein, muss ja fauch auf dem Massenmarkt Konsole funktionieren. Wenn ein Spiel eine etwas komplexere Story bietet (Yakuza zum Beispiel) inklusive vielschichtiger Charaktere dann schreckt das auch viele ab. Plötzlich muss man sich ja verschiedene Charaktere merken. Sowas findet seine Fans. Im Massenmarkt geht es aber dennoch unter.

    Star Citizen ist ein echt gutes Beispiel. Ich find es bisher super: Man bekommt einmal angezeigt, wo das Schiff im Hangar steht. Wegbeschreibungen statt HUD ... und dann guckst auf Reddit: "Gebt uns ein HUD, das zeigt in welchem Hangar unser Schiff steht! Ich vergess das immer! So nervig!" Und man kann nur hoffen, dass die Entwickler nicht schwach werden. :uff:

    Was, wenn ich ja sage? Weil ich denke schon, das genau das dann passieren würde. Der Flair der Spiele würde verloren gehen. Man müsste sich nicht mehr seiner Fantasie bedienen, um ein Bild dessen zu kreieren, was da gerade abläuft. man bekommt ja alles direkt angezeigt. und CoD als 2D Pixel-Shooter? Sign me up! Das könnte echt spaßig sein ... aber hey: Das kann ich dank Soldat ja ausprobieren. Es wär aber allen voran wohl einfach mal etwas, was man halt noch nicht jedes Jahr aufs neue gesehen hat und dadurch spannend.
     
  19. Thordir

    Thordir
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    Interessanter Thread, genau solche Gedanken habe ich auch immer häufiger. Ständig liest man davon, wie man die Grafik möglichst bombastisch aufpolieren kann, Morrowind? Ohne Grfikmods unspielbar... Gothic? Auf gar keinen Fall, sieht ja grausam aus. Pathfinder...Altbacken und klobig.

    Sehe ich genauso. Zusätzlich muss halt andauernd etwas passieren, es muss wuchtige Wendungen geben, andauernd knallen und scheppern, sonst geht ja direkt die Aufmerksamkeit flöten. Warum auch sich mit einem Spiel wirklich auseinandersetzen, wenn mir andere Titel schnelle Progression versprechen und mich mit Belohnungen zuschütten.


    Schönere Optik ist natürlich an sich nichts schlechtes ich glaube das Problem liegt hier eher daran, dass das Gameplay immer seichter wird. Es muss halt alles schnell gehen, wie im alltag eben. Lange Rätsel, schwierige Stellen sind halt kacke, weil man halt vielleicht mal meherer Stunden festhängt.
     
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  20. RedRanger ●-Stein-der-Schande

    RedRanger
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    Dann denkst du einfach ganz anders als ich. Für mich sind Spiel und Grafik voneinander getrennt. Es ist immer noch dasselbe Spiel, egal wie die Grafik aussieht.

    Warum ein langweiliger Shooter plötzlich besser werden sollte, weil er Pixel-Optik hat, müsstest du mir ernsthaft erzählen. Du würdest immer noch genau dasselbe machen, nur sähe es anders aus.

    Bist du am Ende vielleicht ein Grafikfetischist? Nur in die andere Richtung? :wahn:
     
  21. mekk

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    Ich beziehe mich mal auf diese News:

    Resident Evil Village soll weniger gruselig werden als RE7 - aufgrund von Feedback • Eurogamer.de

    Das ist keine Weiterentwicklung. Das ist Anbiederung an den Massenmarkt. Spieler beschweren sich und schwups, das Spiel wird wieder actionlastiger. Die Verkaufs- und Spielerzahlen werden es ihnen danken.

    Mehr werde ich in dem Thread aber auch nicht zu schreiben, denn wie du schon schreibst, gehört das in den Resi Thread. :D

    Oh, das ist ja schon eine Weile. :ugly: Jedenfalls bringt es nichts, sich darüber aufzuregen. Dank der Fülle an Spielen findet heutzutage jeder etwas für seinen Geschmack und darüber sollte man froh sein. :)

    Und wo du gerade erneut AC ansprichst. Mit Origins hat AC eigentlich eine sehr gute Weiterentwicklung erfahren, die mit Odyssey viel zu weit getrieben und mit Valhalla zum "schlechtesten" Teil der Neuausrichtung geführt hat.
     
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  22. Keksus

    Keksus
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    Vielleicht denke ich, dass sich zu viel ändern würde. Wenn du wirklich das identische Spiel meinst, nur eben pixel 3D statt "normal", dann vielleicht eher nicht. Obwohl ich bei Loop Hero nach wie vor der Meinung wäre, dass es unter top moderner Grafik leiden würde.

    Also im Falle von AC hab ich noch kein anderes Spiel gefunden, dass auf Social Stealth setzt mit mittelalter Assassinen. :wahn: Aber naja. Das sind Zeiten, die sind seit langen vorbei. Zumindest Unity kam doch recht nah an die ursprüngliche Erwartung ran. Aber der Zug ist wohl einfach abgefahren und niemand anders geht es an.

    Die "Weiterentwicklung" von Origins halte ich nach wie vor für den größten Rückschritt der Serie. Zumal ich mit Unity echt im großen und ganzen zufrieden war. Aber danach von Attentäter Spiel hin zu random 3D Open World Action-RPG mit absoluten Fokus auf Monetarisierung und Grind. Auch wenn das in Origins noch nicht so stark ausgeprägt war wie in Odyssey, merkte man schon, wo die Reise hingeht.
     
  23. HawkS73

    HawkS73
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    Ich habe ja auch nur am Rand von Nostalgie gesprochen. Der Punkt war, dass einem eine Zeit lang, manchen ggf für immer, grafische Opulenz allein wichtig ist, gar mit das wichtigste überhaupt. Aber bei vielen kommt irgendwann der Punkt, wo man zu oft Formel Spiele gespielt hat. Wo man Plötzlich einen "all this has happened before, all this will happen again" Moment hat. Wo man eine Aktion mit den vier Knöpfen macht und denkt - warum ist da nicht mehr? Das Spiel würde es erlauben. Das Problem moderner Spiele ist der Massenmarkt, der aktiv von den Publishern verfolgt wird. Keine Risiko eingehen. So zugänglich wie möglich. Heute zusätzlich – bloß niemanden sozial oder politisch vor den Kopf stoßen oder Angriffsfläche geben. Selbstverständlich kannst du auch einen, bi, gay, non-sex Charakter spielen! Und um das zu erreichen muss der lowest common ground gefunden werden - vier Knöpfe für Hauptaktionen ist einer. Das schränkt die Komplexität ein. CopyCat was erfolgreiche ist, was einschränkt was das Spiel bieten kann. Kein Leerlauf wegen „griff zum Handy ist der tot“. Einziges Aushängeschild das bleibt – opulente Optik und Spektakel. Hallo sämtliche EA, Ubi, ActiBlizz Spiele der letzten 10 - 15 Jahre.
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. Mai 2021
  24. Ghost

    Ghost
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    Das sehe ich in Bezug auf God of War etwas anders. Optik und Inszenierung sind toll, aber das Gameplay ist jetzt für mich nicht unbedingt eine Offenbarung. Das mag allerdings auch am Genre liegen, denn irgendwo ist das natürlich auch limitiert. Ähnlich empfinde ich es auch zum Bespiel bei Last of us oder Uncharted, da ist die Präsentation sehr gut, das Gameplay selber ist jetzt aber nicht viel anders, als bei älteren 3rd Person Shootern, verstärkt wird das bei Uncharted dann auch dadurch, dass es sehr formelhaft aufgebaut ist (Zwischensequenz, ruhiger Moment, Gegnerwelle und wieder von vorne).

    Es ist aber natürlich auch immer ein Risiko, zu viel umkrempeln zu wollen, gerade bei Spieleproduktionen, die viel Geld kosten, wird dann doch meist der sichere Weg gewählt, der dann auch mehr Menschen anspricht.

    Mehr Freude beim Experimentieren findet man entsprechend bei kleineren Projekten, bei denen sich die Entwickler mehr Freiheiten nehmen können; was aber nicht heißt, das kleinere Projekte immer kreativer sind.

    Letztendlich hängt es sicherlich auch mit dem Genre zusammen, wie stark das eigentliche Gamplay ist.
    Bei einem Walking Simulator steht ja hauptsächlich die Geschichte im Vordergrund und das reine Gameplay ist eher dürftig, so ein bisschen das Gegenteil sind für mich oft die Jump'n'Runs von Nintendo, deren Story man im Grunde vergessen kann, die dann aber Gameplay pur sind, und je nach Serie ist das Gameplay dann auch mitunter recht abwechslungsreich.
    Wenn ich mir mal ein It take two anschaue, dann ist die Inszenierung in Ordnung und das Gameplay stimmt auch.

    Ich denke nicht, dass Grafik zu wichtig geworden ist und das Gameplay verlernt wurde, es ist allerdings so, dass viele AAA Spiele ein ähnliches Genre bedienen und um sich da ein wenig herauszuheben, wird dann an der eher Präsentation geschraubt, weil man das in einem Trailer eben auch super nutzen kann, als viel am Gameplay zu verändern, vielleicht auch aus Angst, dass so eine Änderung Spieler abschreckt.
     
  25. HawkS73

    HawkS73
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    Witziger weise ist Dead Space genau das gleich passiert. Teil 1 war vielen zu gruselig, viele haben es nie zu Ende gespielt. Also wurde Dead Space 2 per EA Mandat Action lastiger gemacht - mehr BUMMMM-KRAAAACH, weniger Grusel. Der Plan ging auf, DS2 hat sich iirc besser verkauft als DS1. Aber es kam Kritik von Fans die mehr Grusel wollten. Für DS3 hat man den Grusel noch weiter runtergefahren und mehr Action plus CoOp, weil dass der Hot-Shit atm war, eingebaut. DS3 war ein Flopp. Die Dead Space Serie starb mit dem dritten Spiel, weil man was DS1 erfolgreich machte, Grusel Atmosphäre und Inventar Managment, dem Massenmarkt geopfert hatte der sich nicht gruseln wollte.

    Ähnlich Alien Isolation – zu gruselig, nur wenig haben es zu Ende gespielt. Miese Tests – u.a. von GS – wo die antrainierte KRAACH-BUMMM Herangehensweise des schnellen durch spielen zum raschen Alien Tod führte. Das brachten dem Spiel schlechte Wertungen ein was wieder die Verkäufe drückte.

    Resident Evil macht gerade die exakt selben Fehler - anbiedern an den Massenmarkt, einlenken auf BUMMMM-KRAAAACH schnell, schnell Gameplay der 10s Aufmerksamkeitsspanne auffer Couch mit Handy in der anderen Hand Zocker.
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. Mai 2021
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  26. PaladinX Multifunktionsgamer

    PaladinX
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    Meine Hypothesen:

    1) Alles eine Frage des Budgets. Hollywood sieht auch heute (aufgrund ihres Budgets) noch besser aus, als die deutsche oder russische Filmproduktion.
    2) Einfache Spiele (dolle Grafik) verkaufen sich besser als komplexe (schlechte Grafik).


    Ich zocke seit ich 12 war (1990). Früher hat man sich mit wenigen Games beschäftigt, dafür umso intensiver. Man hatte Zeit, als Schüler, ich hab ca.30-40 h pro Woche zocken können. Auch die Beschaffung war ja nicht immer ganz einfach.
    Heute - 30 Jahre später - bin ich mit Haus und Job und Familie/Kind - happy, wenn ein Shooter halbwegs einfach durch zu ballern ist, nicht zu schwierig, dabei noch doll aussieht. Damit ichs auch irgendwann abhaken und zum nächsten Spiel gehen kann. Ich spiele so ca 3-5h pro Woche.

    damit wären wir bei
    3) Alter, Reife, Zeitmanagement...heute muss alles kurzweiliger sein. Geschmack verändert sich, die jüngere Generation wächst mit Handy-Games auf. Es muss schneller und einfacher sein.
     
  27. Faulpelz II

    Faulpelz II
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    Es stimmt zwar, dass es viele RPGs in diesem Stil gibt. Aber eben auch viele andere. Alleine in den letzten Jahren:

    - Pathfinder
    - D:OS 2
    - das neue Planescape
    - Pillars of Eternity 1&2
    - Enderal
    - Disco Elysium

    So viel Vielfalt gab es doch seit der Blütezeit des Genres um die Jahrtausendwende rum nicht.
     
  28. Cas27

    Cas27
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    Da bin ich dann auch immer verwundert, allerdings waren bei diesen beiden Spielen die Grafik auch immer ein Thema. Gerade bei Loop Hero hast du hier die von Keksus erwähnten Kommentare das so eine Grafik billig, faul, schlecht ist.

    Gute Grafik verkauft aber definitiv Spiele. Mein Bruder ist Gelegenheitszocker und absolut 0 in der Materie, liest also keine Tests oder ist in Foren aktiv etc.. Der hätte sich fast mal Elder Scrolls Online aufgrund des Launch Trailers gekauft weil der so bombastisch war. Nur hat der halt absolut 0 mit dem eigentlichen Spiel zu tun.

    Oder Anthem mit dem Fake E3 Trailer, wo ein Hype ausgelöst wurde mit etwas, was als Spiel zu dem Zeitpunkt gar nicht existierte. Und das Endprodukt war dann auch Meilenweit davon entfernt.

    Andersrum Death Stranding, wo Kojima halt einfach 45 Minuten Gameplay gezeigt hat und sich alle gefragt haben ob das jetzt echt das ganze Gameplay ist. Hätte er einfach einen mehrminütigen Trailer geschickt aus den Ingame Cutscenes gemacht, die dafür ja gut genug aussehen, dann hätte er 100%ig mehr Leute neugierig gemacht.
     
  29. Fiesfee Mitmobsterin

    Fiesfee
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    Die Frage bedingt sich doch eher daraus, ob Loop Hero überhaupt noch wie das aktuelle Loop Hero wäre, wenn man mit einem absoluten Grafikbrett aufwartet und somit auch ganz andere Gewinnmargen anpeilen müsste, aufgrund des gestiegenen Resourcenaufwands.
     
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  30. mirdochegal

    mirdochegal
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    Der Grafische Aspekt war früher genauso wichtig wie heute. Der Unterschied liegt glaub darin, dass die Spielerschaft früher zum großen Teil aus Nerds bestand (egal ob Konsole oder Pc). Und diese Gruppe beschäftigt sich halt etwas tiefer mit einer Materie als nur mit Oberflächlichkeiten.

    Heute hingegen spielen viel mehr Leute Spiele die einfach "nur" unterhalten werden wollen. Wie bei einem Film oder einer TV-Serie. Die wollen die Story eines Spieles genießen und sich nicht mit Gameplaymechaniken - selbst wenn sie im Grunde einfach zu erlernen sind - beschäftigen.
     
  31. Indiana_Bart ༼ つ ◕_◕ ༽つ GIB

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    Das Problem ist, dass sich viele Publisher nur noch "was will die Masse?"-Checklisten anschaut und dementsprechend Gameplay entwickelt (welches neben der Grafik ja auch da eher zweitrangig ist)

    Sieht man schön bei den ganzen großen AAA Grafikkrachern und Cinematic Games (sei es jetzt EA, Ubisoft, Sony oder sonstwer)


    ah gut, da du das positive SC Beispiel als Ausnahme schon gebracht hast, brauche ich das nicht mehr machen ^^

    kleinere Quality of Life Sachen gibt es im HUD ja, so wird unter dem Zielpunkt vom Schiff bereits der "Parkplatz/Hangar" angezeigt. Oder sowas wie Feedback für Aufzüge, damit keine "habe ich jetzt auf den richtigen Knopf gedrückt/fährt der Aufzug schon?" Fragezeichen kommen. Sowas finde ich dann aber auch gut, nicht zu aufdringlich und in die Spielwelt eingebaut.
     
  32. RedRanger ●-Stein-der-Schande

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    Nein. Loop Hero ist so eingeschränkt, da könnten auch ein oder zwei Entwickler mit Unreal Engine die paar Maps und Assets bauen.

    Man sieht doch immer wieder, wie Einzelpersonen irgendwelche Sachen in UE nachbauen.
     
  33. hunter7j

    hunter7j
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    Ich muss ehrlich sagen. Finde Gaming gerade so vielfälltig wie noch nie. Selbst im Triple A Bereich gibt es Titel die klar auf Gameplay setzten, wie Resident Evil, Jedi Fallen Order, Doom, Souls Games, Returnal oder ein God of War 4.

    Meiner Meinung nach gab es da bis Dark Souls ein Problem, weil Games wirklich absurd auf den Massenmarkt zugeschnitten wurden und jeglichen Anspruch rausgeflogen ist und genau das sich nach Dark Souls massiv geändert hat und wir sind eigentlich mittlerweile bei einer sehr guten Mischung sind, wo für jeden was dabei sein sollte.

    TOp Beispiel aus der Zeit wäre für mich Splinter Cell: Conviction, dass hat einen für so dumm gehalten, dass es dir 3 mal gleichzeitig angezeigt hat, dass du E zum Waffen aufheben nutzten solltest.

    Resident Evil hat ja damals mit Teil 6 auch versucht jeglichen Anspruch rauszunehmen und das Spiel zu einem filmischen Actionbombast mutieren lassen.

    Während Teil 8 und die Remakes eher wieder klar auf Gameplay ausgelegt sind.


    Selbst von EA gab es Star Wars Squadrons,w as wirklich mal wieder ein richtig anspruchsvolles Flugsimulations Game ist, wo die halbe Tastatur mit Tasten belegt ist :yes: Da gehst nicht rein und fliegst einfach los, sondern schaust dir erstmal die Flugschule bei Youtube an.
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. Mai 2021
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  34. RyuDragon

    RyuDragon
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    Hmm, das ist schwierig. Grundsätzlich denke ich nicht, dass bessere Grafik an sich ein Problem ist, im Gegenteil, sie hilft bei der Immersion. Das Problem liegt in meinen Augen mehr an anderen Stellen, die aber durchaus auch mit der Grafik zu tun haben.

    Zum einen wären da natürlich die Käufer an sich und die Tatsache, dass sie die Vermarktung der Spiele immer mehr in die sozialen Medien verlagert. Bei den Käufern kommen dann natürlich diejenigen ins Spiel, die unter den ersten Trailer die erwähnten Kommentare schreiben: "Man muss schon dumm sein, um für ein Spiel mit so mieser Grafik Geld auszugeben", etc. Ich glaube nicht mal unbedingt, dass der Großteil der potentiellen Käufer so denkt, aber die kommentieren halt oft nicht, so dass der Eindruch entsteht, dass die Mehrheit auf Grafik setzt und das das Wichtigste ist. Und das wiederum lesen dann die Entwickler und Publisher und ziehen daraus ihre Schlüsse, was den Schwerpunkt zukünftiger Projekte angeht.
    Hinzu kommt halt noch, dass sich gute Grafik am einfachsten Vermarkten lässt, gerade in den sozialen Medien. Wenn da die Videos aufgrund der genialen Grafik in aller Munde sind, ist das kostenlose Werbung.

    Allerdings hat Grafik natürlich ihren Preis, also in der Entwicklung, und umso teurer Spiele in der Entwicklung werden, desto weniger können es sich Entwickler leisten Risiken einzugehen, die den Verkaufserfolg gefährden könnten. Was dann halt dazu führt, dass man lieber bekanntermaßen beliebte Sachen einbaut, siehe "Ubi-Formel", auch wenn diese Formel mittlerweile von unzähligen anderen kopiert wird. Das ist dann halt der Grund, warum sich im AAA-Bereich nur wenige trauen mal etwas Neues zu versuchen. Wenn es in diesem Marktsegment mal soetwas gibt dann nur, wenn ein großer Name dahintersteht, der dieses neue verkaufen kann, z. B. der Name Kojima bei Death Stranding. Man kann getrost davon ausgehen, dass dieses Spiel nie erschienen wäre, hätte es ein anderer, weniger bekannter, Entwickler eingereicht, denn nur der große Name gleicht in solchen Fällen das Risiko aus.

    Es ist aber nicht nur der Schrei der lauten Spieler nach Grafik, die diesen Effekt hat. Auch andere Trends, z. B. Open World, haben den exakt selben Effekt. Sie treiben die Kosten nach oben und sorgen so dafür, dass Entwickler weniger Risiken eingehen können. Open World + Topgrafik ist also quasi der Super-GAU für Innovation bei großen Publishern und Entwicklern. Und Open World wird inzwischen ja genauso beschrien wie Grafik, habe auch schon oft genug negative Kommentare über "Schlauchlevels" oder "keine richtige Open World, nur größere Areale" gelesen. In gewisser Hinsicht sind die Spieler mit ihrem Verlangen nach Größer und/oder Besser also nicht unschuldig daran, dass Sachen wie Formeln und Service-Mechaniken einzug gehalten haben.

    Wobei man natürlich nicht nur auf die Spieler zeigen kann, denn die Tatsache, dass vor allem die Publisher mittlerweise riesige Börsenunternehmen sind und dementsprechend Gewinne erwarten, spielen eine mindestens ebensogroße, wenn nicht gar sogar gravierendere Rolle. Denn dadurch reicht es mittlerweile oft nicht mehr, wenn ein Spiel seine Kosten wieder reinholt und dazu einen kleinen Gewinn einfährt, die Spiele müssen schon ein Vielfaches ihrer Kosten wieder reinholen um die Aktionäre zufriedenzustellen, sonst gelten sie als Misserfolg, und das ist nicht gut für den Börsenkurs. Ist wie in anderen Bereichen auch, wo 20000 Leute entlassen werden weil man statt der erwarten 30 Mrd nur 28 Mrd Gewinn im Jahr gemacht hat. Und somit müssen die Publisher Wege finden mehr Geld aus Spielen rauszuholen, und da sind Shops und Pässe natürlich ideal. Kaum zusätzliche Kosten aber enormes Gewinnpotential. Aber um dieses Potential voll auszuschöpfen muss man natürlich erstmal möglichst viele Spieler dazu bringen das Spiel zu kaufen, und wie macht man das? Mit Grafik und bekannten und beliebten Formeln natürlich, und damit, dass man beliebte Schlagwörter vermarkten kann, "Open World" z. B.

    Ein weiteres Problem ist, ironischerweise, dass Spiele inzwischen recht erfolgreich sind. Es kommen aktuell im Monat glaube ich mehr Spiele raus als jemals zuvor, und nicht nur im billigen Indiebereich. Dadurch wird es für einzelne Spiele aber auch schwerer Aufmerksamkeit zu erzeugen, die Sachen, die sich bekannterweise gut vermarkten lassen werden also umso wichtiger, was den oben genannten Trend noch weiter verstärkt.
    Hinzu kommt noch, dass diese Spieleflut dafür sorgt, dass immer weniger Spieler es sich leisten können alles zu kaufen, was sie interessiert, was wiederum dazu führt, dass die Spiele schneller im Preis sinken und sehr schnell in Sales sind. Man kann sich also immer weniger auf die Vollpreisverkäufe verlassen, was andere Einnahmequellen, wie Shops und Pässe umso wichtiger macht.

    Der Trend zu diesen "Grafikblendern" kommt also aus verschiedenen Richtungen: Den Spielern selbst, den sozialen Medien und dem Wachstum der Branche und somit gesteigerten Gewinnerwartungen, was auch andere Konsequenzen mit sich bringt. Allerdings denke ich nicht, dass dies unbedingt etwas so schlechtes sein muss, denn es wird in vielen Bereichen durch die AA, A, B und Indieproduktionen wieder ausgeglichen. Man muss sich als Fan bestimmter Genres oder wenn man gewisse Ansprüche an die Komplexität hat nun halt woanders umsehen, abseits des AAA-Marktes. Die ehemalige Nische Videospiel ist nun keine Nische mehr, hat dafür aber wiederum eigene Nischen entwickelt, die von kleineren Studios gefüllt werden. Man darf halt nur nicht die eierlegende Wollmilchsau erwarten, also das Spiel, das die Bedürfnisse nach Komplexität erfüllt gleichzeitig aber grafisch mit AAA-Produktionen mithalten kann, sondern muss sich in einigen Punkten auch mal mit etwas weniger zufriedengeben. Dann kann man nach wie vor ne Menge guter Spiele, die den eigenen Geschmack treffen, finden. Ist zumindest meine Meinung und Sicht der Dinge.
     
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  35. Oi!Olli Vollzeitskinhead

    Oi!Olli
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    Wieso nicht?

    Das Spiel, spielt in der Zukunft, aber man soll sich wie in den 90ern einen Stadtplan beiseite legen?

    Wieso kein HUD; wenn es die Bedienung vereinfacht? (Und es würde ja zum Genre passen).

    Komplex heißt nicht, alle Erleichterungen konsequent auszuschließen, weil es dadurch ja auch Noobs einfacher haben.

    Hätte man so gedacht könnte man sich bei jedem größerem Spiel wieder Zettel und Stift beispringe legen, da man sich die Karte selber zeichnen muss.
     
  36. DarkSora

    DarkSora
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    Sehr interessantes Thema

    Die Grafikdiskussion gibt es übrigens schon länger und allgemein kommt es bei mir immer darauf an, was das Spiel überhaupt sein möchte. Wenn ein neues Assasins Creed die neuste Grafik bieten möchte, dann fallen halt Clipping Fehler und schlechte Texturen an manchen Stellen sehr stark auf.
    Spiele ich dagegen ein Elex, das von vornerein aus Budgetgründen nicht den Anspruch hat ganz oben dabei zu sein, fallen kleinere Grafikfehler weniger ins Gewicht. Gerade weil die ganze Technik vielleicht hier und da kleinere Macken hat, aber das Kerngameplay halt einfach funktioniert.

    Hinzu kommt noch eine psychologische Komponente, die ich an mir selbst in letzter Zeit auch bemerkt habe. Man hat vor 20 Jahren Spiele gezockt, die heute teilweise schlecht gealtert sind, mit denen wir aber damals riesen Spass hatten, weil es einfach nichts anderes gab. Heute haben die Leute den Luxus einfach auf "was Besseres" zu wechseln.
    Die ganze Spielebranche ist gewaltig gewachsen, aber die Masse an Leuten, die den Geschmack "der Nerds" hat nicht. Und das kann auch ein gewisses Gefühl erzeugen, dass man sich nicht verstanden fühlt. Um einen herum finden immer mehr Leute den Weg zu Spielegeräten und Zocken wird in allen Gesellschaften Alltag. Aber den Nerdgeschmack von den Leuten, die überhaupt so lange sich dafür begeistern konnten, dass das ganze Thema den Massenmarkt anspricht, der ist noch immer auf diese Nerds verteilt und wuchs dagegen kaum.
    Es enstand also neben dem Nerdgeschmack eine neue Casualrichtung, die heute viel größere Ausmaße annimmt und die aktuell den Großteil der Gamer widerspiegelt.
    Hinzu kommen dann auch Nerds, die einfach mehr Casual werden, weil sie älter werden und es besser in ihre Lebensgestaltung passt.
     
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  37. RedRanger ●-Stein-der-Schande

    RedRanger
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    Vielleicht sollte man auch nicht den Fehler machen, "komplex" und "kompliziert" zu verwechseln.

    Weil ein Spiel umständlich zu bedienen ist und wenige Hilfen bietet, wird es dadurch nicht komplex.
     
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  38. HypNo5

    HypNo5
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    Ich würde in 10 Jahren gerne "Ist KI zu wichtig geworden und haben Spiele das Gameplay verlernt?" lesen. Ich hätte gerne nur die halbe Entwicklung im Hinblick auf Grafik gehabt, wenn die KI auch nur ein bisschen schlauer geworden wäre.
     
  39. dieMausss

    dieMausss
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    Ich würde mal sagen die Grafik ist hier ein Nebenthema, gibt ja durchaus viele Serien die trotz "alter" bzw. lang gleichbleibender Grafik vorne dabei sein.

    Meiner Meinung nach ist das eigentliche Thema der Mainstream/Massenmarkt, da sind wir schon länger angekommen. Leute die länger dabei sind und deren Geschmack teilweise oder komplett neben dem Massenmarkt liegt, die empfinden nun dass das Gameplay nicht mehr so ist wie früher.
    Viele (nicht alle) Spiele setzen in dem Bereich mehr oder vorrangig auf Grafik, das Gameplay ist entweder zweitrangig oder auf Casual ausgelegt. Speziell Serien wollen hier Kosten niedrig halten und eine breite Massen ansprechen (oder müssen, sind ja mittlerweile alle AGs: selbst gleichbleibender Gewinn ist da nicht gut genug) - Wenig Änderung im Gameplay, starker Fokus auf "Casual". Eventuell setzt hier das Empfinden "kein/wenig Gameplay" ein, Casual bedeutet nun mal oft "einfacher.

    Ich würde hier aber eines entgegenhalten: Das alles mag auf den AAA Sektor zutreffen (keine Ahnung, da hab ich mich bis auf Ausnahmen bzw. Top Spiele die hier nicht vollständig in das Schema fallen schon länger entfernt), der Markt daneben ist aber auch sehr viel breiter geworden.
    Hier sehe ich eher das Problem der Sichtbarkeit. Fürher war der Fokus einerseits nicht der Massenmarkt (welcher MAssenmarkt :D ) und gleichzeitig gab es viel weniger Spiele, d.h. die Sichtbarkeit war mehr gegeben. Es gibt aber heutzutage so viele Titel die auch alles abseits des Massenmarktes bedienen, die Spiele kennt man aber (leider) oft nicht.
    Die Werbekampagnen (und damit auch die großen Influencer) werden von den riesigen Marketingbudgets der AAA-Dampfer dominiert, hier gehen die kleineren Spiele wohl unter.

    Aber aus meiner Sicht war die Auswahl trotzdem nie größer, man muss halt mehr suchen und die interessanten Spiele abseits des Mainstream kommen nicht mehr wirklich auf dem Präsentierteller.

    Sollte sich das ändern? Ich würde fast sagen besser nicht, der Mainstream funktioniert nun mal so, dort kommen dann die Einnahmen um alle die kleineren AA Projekte durchzuführen. Gab ja schon einige Versuche hier bei Titeln man neue Wege zu gehen (oft bei Fortsetzungen "alter" Serien, das ging aber meist in die Hose da man dann keine Partei erreicht hat. Besser man konzentriert sich jeweils auf eine Zielgruppe und macht dann mehr Spiele, dann haben alle was davon....

    Und die Miniprojekte von kleinen Teams sind davon ja unberührt, da gibt es auch mehr als je zuvor.
     
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  40. VisionFlare

    VisionFlare
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    Mich stört eigentlich eher das andere Extrem - prinzipiell coole Spielideen, die
    durch grässlichen Pixel-Look oder Anime-Optik zunichte gemacht werden. Beispiel: Hades.
     
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