Linksextremismus-Diskussionsthread

Dieses Thema im Forum "Smalltalk" wurde erstellt von SpeedKill08, 19. Juli 2017.

  1. SpeedKill08 DEMODIVIERT in BERLIN Moderator

    SpeedKill08
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    Da ja immer Mal wieder diskutiert wird, ob Linksextremismus im Vergleich zu Rechtsextremismus heruntergespielt oder gar ignoriert wird, hier der entsprechende Thread über das Thema.

    Discuss, aber seid lieb zu einander. :timber:

    Meine Meinung zum Thema: Jede Form von Extremismus gehört gleichermaßen verfolgt und entsprechend der konkreten Handlung bestraft.
     
  2. Timber.wulf Unsterblicher Forengott Moderator

    Timber.wulf
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  3. LightEmUp

    LightEmUp
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  4. acer palmatum

    acer palmatum
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    Meddlfranken (tatsächlich)
    Die vulgäre Analyse - lustiger Typ. :D

    Ansonsten

    gibts da von meiner Seite nichts hinzuzufügen. Passiert nur leider viel zu selten.
     
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  5. Yash

    Yash
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    Der ist mir sowas von unsympathisch. Die ersten paar Videos fand ich auch witzig, aber wenn man mal ein paar Videos von ihm gesehen hat, ging es zumindest mir so, dass ich von seinen reaktionären und menschenfeindlichen Ansichten ziemlich angewidert war.

    Zum Thema: Linksextremismus ist ein Problem, aber mMn keines, dass man höher bewerten müsste. Vor allem nicht höher als Rechtsextremismus und Islamismus. Vor allem seit der Flüchtlingskrise haben die rechtsradikalen schweren Straftaten (Brandstiftung, Körperverletzung usw.) sehr stark zugenommen.
     
    Makekith gefällt das.
  6. legal 》der die Waage hält《 Moderator

    legal
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    Das versteht sich, geht aber am Problem vorbei. Das beginnt in der Prävention, wo zB viele Ausstiegsprogramme gegen Rechts laufen und durchaus erfolgreich sind, es aber kaum Nachfrage nach Angeboten für den Ausstieg aus der linksalternativen/autonomen Szene gibt.
    Vermutlich, weil diese eben gesellschaftlich akzeptierter ist bzw. in weiten Kreisen nicht aneckt, vermutlich aber auch, weil viele Linksextreme, wenn sie älter werden, von selbst gemäßigt werden (ihr kennt den Spruch mit "Wer mit 16 nicht links ist..." oder so).
    Auf der extremen Rechten, zieht man das eher mal bis ins hohe Alter durch, so mein Eindruck.
     
  7. ancalagon Alarmarzt Meier-Wohlfühl

    ancalagon
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    das muss "aus" heíßen nich "von" :p
    nur.. braucht man das auch für Links? Rechte Gruppierungen sind nachweislich streng, bis hin ins militärische organisiert. Dazu kommen Attribute wie Familie, Volk, Treue, Ehre, blah.. der inhärente Drang zum Zusammenhalt ist da massiv.

    Allerdings sind all das Attribute, die Linke ja ablehnen. Dazu kommt mein subjektiver Eindruck (aus Bekanntschaften mit sehr linken Personen), dass die Masse der Anhänger eher lose organisiert ist.. ein Ausstieg also viel einfacher als Rechts.

    Ka.. gibt's da Zahlen/Analysen zu.
     
  8. abelian grape Normalteiler

    abelian grape
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    einer nicht orientierbaren Mannigfaltigkeit
    Wobei das auch in den unterschiedlichen Strukturierungen innerhalb der Szenen begründet liegen könnte. Ich könnte mir vorstellen, dass rechtsextreme Gruppierungen viel stärker strukturiert und hierarchisiert sind; eine hierarchisch und mit militärischer Disziplin organisierte linksextreme Gruppierung klingt für mich erstmal wie ein Widerspruch in sich. Daher stellt sich die Frage, wie schwer es überhaupt für potenzielle Aussteiger ist die linksautonome Szene zu verlassen. Werden die aktiv verfolgt oder müssen die irgendwelche anderen Repressalien befürchten? In meiner naiven Vorstellung sieht das bei den Rechtsextremen doch etwas dramatischer aus; bei den Linksextremen würde ich jetzt einfach mal deutlich weniger gefühlten Zwang vermuten.

    Edit: Zwei Doofe ein Gedanke. :ugly:
     
  9. legal 》der die Waage hält《 Moderator

    legal
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    Das gilt fürs heutige Deutschland eventuell. Historisch waren linke Gruppen genau so organisiert. Bei uns überwiegt vermutlich das Linksautonome über dem organisierten Linken.
     
  10. Terranigma

    Terranigma
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    Extremismus beschreibt erst einmal eine politische Haltung auf einer gedachten Skala und Haltungen sind in Deutschland per se kein Strafbestand, sondern ausschließlich Verhalten. Aufgrund ihres Denkens sind Linke genauso wenig zu verfolgen wie Rechte oder sonstwer.

    Um das geht es ja.
     
  11. rollendetonne gesperrter Benutzer

    rollendetonne
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    In dem Bericht wird wenigstens korrekt benannt, dass Gewalttaten von beiden Gruppen sich quasi die Waage halten. Es unterstreicht meine Annahme, dass ein großer Teil der dort registrierten Straftaten irgendwelche Propagandaschmierereien und Hitlergrüße sind. Sorry aber mich jucken Antifa und Hakenkreuzgraffittis nicht als dass es sich lohnen würde mit den Zahlen da irgendwas aufzubauschen.

    Ich kann mich noch an meine Schulzeit erinnern, da gab es ständig irgendwelche Hakenkreuzschmierereien am Schulgebäude. Und von wem kamen die? Am Ende wurden die Bengels erschwischt. Es waren paar 12-14 Jährige Türken, die einfach albern waren und sich nen Spaß erlauben wollten. Die hatten von links und rechts usw nicht den blassesten Schimmer, die waren einfach nur doof und mitten in der Pubertät ;) Sie wussten, dass sie damit schocken. Ich wette in die Statistik kamen diese Schmierereien aber dennoch in die rechte Datenbank.

    Genauso dürfte es sich mit den Antifas verhalten. Diese Grafittis kommen doch hauptsächlich von paar harmlosen kleinen Kiffern, die gerade in ihrer pubertären, rebellischen Phase einen auf Che Guevara machen und in ihrer Selbstfindungsfase etwas schocken wollen. Daher fällts mir so schwer diese Statistiken allzu ernst zu nehmen und weigere mich in Schnappatmung zu verfallen. Da können die ÖR noch so böse Hintergrundmusik beimischen.

    Was wirklich von Relevanz ist, sind die gefährlichen Straftaten -> Gewaltdelikte, Brandstifung, Körperverletzung und gar Mord.
     
  12. Scipio Neoliberal

    Scipio
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    Hm...Für mich ist Extremismus die Art und Weise, wie man seine Ideologie durchsetzen und durchgesetzt haben will. :nixblick:
     
  13. legal 》der die Waage hält《 Moderator

    legal
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    Wäre das nicht "radikal"? :ugly:
    Laut Wiki ist das aber ein Synonym. :D
     
  14. Scipio Neoliberal

    Scipio
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    Meiner Meinung nach nicht. Radikal ist für mich, wie stark man eine gewisse Ideologie vertritt. Aber ich glaube, selbst die Experten sind sich da uneinig. :ugly:
     
  15. rollendetonne gesperrter Benutzer

    rollendetonne
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    Mal so nebenbei: Ist es wirklich sinnvoll einen Rechtsextremismus und Linksextremismusthread getrennt zu haben?
    Ich habe den Eindruck, dass sich die Themen sowieso ständig vermischen :hmm:
     
  16. Terranigma

    Terranigma
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    DIe Experten in der Wissenschaft sind sich diesbezüglich einig, dass sowohl der Radikal- als auch Extrem-Begriff als Analysewerkzeug nicht zu gebrauchen ist und die Begriffsbildung vor allem über die Gerichte stattfand, welche sozusagen den legitimen Rahmen des Sagbaren abstecken wollte. Pi mal Daumen bezeichnet Radikalismus heute polit. Haltungen die grundsätzliche Zweifel oder Kritik an bestehenden Strukturen äußern, d.h. radikal vom lat. radiz - Wurzel, kennt man wohl aus der Mathematik - also einer kritische Position, die sozusagen ganz unten ansetzt. Was das im Einzelnen genau heißen soll und was eine radikale Haltung nun auszeichnet, weiß ich auch nicht. Extremismus seien wiederum jene Haltungen und Bestrebungen, welche die Freiheitliche demokratische Grundordnung(tm) beseitigen wollen, ohne dass nun wiederum klar würde, was die Freiheitliche demokratische Grundordnung(tm) eigentlich im Einzelnen sei.

    All diese Überlegungen und Definitionen spielen in alltäglicheren Diskussionen natürlich keine Rolle, weil Radikalismus und Extremismus i.d.R. Synonym verwendet wird, niemand genau weiß, was er eigentlich meint, wenn er diese Worte benutzt und sie als Pejorative zumeist nur die Funktion erfüllen bestimmte Personen oder Personengruppen die Legitimität abzusprechen, indem man sie als radikal oder extremistisch klassifiziert. Um allerdings zu verargumentieren, warum Gewaltanwendung gegen Menschen i.d.R. moralisch abzulehnen sei, o.Ä. muss ich auf diese Begriffe allerdings nicht zurückgreifen.

    Naja, weil alles in einen Topf geworfen wird und das moralische Werturteil "Ich finde das alles gleichermaßen doof" auch schon die Analyse "Ist das alles gleich?" ersetzt. Differenzierter wird es i.d.R. selten. Aber um den Vorwurf zu entgehen, linke Gewalt würde ignoriert werden, kann man's wohl schon trennen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. Juli 2017
  17. Bremer Roland gesperrter Benutzer

    Bremer Roland
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    http://www.rp-online.de/panorama/au...ntrale-einkaufsstrasse-in-athen-aid-1.6955959
    Da hat die Mönckebergstraße nochmal Glück gehabt.
     
  18. gfd_gfd

    gfd_gfd
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    Anhand dieser Diskussion über die Begriflichkeiten von Extemismus und Radikalität könnte man auch die Frage einwerfen, ob es nicht auch einen Extremismus der Mitte geben kann. Ich habe das Gefühl, dass in Deutschland häufig ein Bild vorherrscht, in dem es die gute Mitte gäbe und dann eben die Skala nach rechts und links, in denen alles was rechter und linker als die im Bundestag vertretenden Positionen radikal und abzulehnen ist.
    Häufig wird dabei das Grundgesetz fast wie eine heilige Instanz hochgehalten und Kritik an dieser als radikal und damit unseriös oder gar potentiell gefährlich abgetan.
    Dabei wird selbstverständlich auch Gewalt zur Erhalt unserer Gesellschaftsordnung eingesetzt (Freiheitsentzug).
    Ich weiß auch gar nicht, ob ich das falsch finde, wüsste auch gar nicht, was besser wäre. Aber ich finde es teilweise geheuchelt, wenn immer von den radikalen Rändern gesprochen und dabei die Radikalität der Mitte außer Augen gelassen wird.
    Wobei ich, wie gesagt, gar nicht zwangsläufig der Meinung bin, dass diese Radikalität der MItte falsch sein muss.
     
  19. endmaster

    endmaster
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    Ist das der Zweitaccount von Juliensblog?
     
  20. legal 》der die Waage hält《 Moderator

    legal
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    Menschenwürde, Demokratie, Rechtsstaat. Laut BuVerfG.
     
  21. Terranigma

    Terranigma
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    Das reduziert die Gruppe der Extremisten allerdings sehr stark, denn ob die Mehrheit derer, die man gemeinhin als Extremisten bezeichnet, tatsächlich die Demokratie abschaffen wollen? Da hätte ich meine Zweifel. Die Begriffe sind doch sehr allgemein gehalten. Manch einer empfindet z.B. die H4-Gesetzgebung als Ankratzen der Menschenwürde. Aber das könnte man sicherlich als Maßstab nehmen, gleichwohl ich mich frage, wie man z.B. die G20-Gegner - oder sonstwen - auf dieser Grundlage als Extremisten bezeichnen will.

    Dass der Extremismus-Begriff in seiner Verwendung nicht darauf basiert, das erscheint mir eindeutig. Genauso wie nicht jeder, den man als "Nazi" bezeichnet, ein Anhänger der NSDAP ist, o.Ä. Meiner Einschätzung nach sind es Kampfbegriffe, die im polit. Diskurs auch genauso verwendet werden. Ehe klar war, was z.B. die Gewalttäter bei G20 wollten, stand fest, dass sie Linksextremisten sind, dabei hat sie niemand zu ihrem Demokratieverständnis befragt.
     
  22. Shintaro - Modliebling Liebt einen Baum

    Shintaro - Modliebling
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    Schlagworte. Frag mal die CDU, warum sie dann unbedingt allen Ausländern ihre Kultur aufzwingen will :ugly:
     
  23. Amoreli3 gesperrter Benutzer

    Amoreli3
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    Warum noch nen Thread? Nen Linksextremismusthread gibts doch schon? G20.

    Weil nur die westliche Lebensweise die einzig richtige ist.:teach: Wir sind zivilisiert, wir haben Kultur.

    Und aus subjektiver Perspektive ist das sogar nachvollziehbar. Die Beschneidung von Mädchen mag aus unserer Sicht falsch sein. Wenn ich aber täglich eingeredet bekomme, durch die Berührung der weiblichen Klitoris werde ich unfruchtbar oder verliere meine Seele, dann würde ich mich schon dafür aussprechen "weg das Ding".

    Genau deshalb ist Bildung mit wissenschaftlich erwiesenen Fakten so wichtig.
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. Juli 2017
  24. Scipio Neoliberal

    Scipio
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    Naja, wenn man legals Punkte nimmt, dann wären die gewaltätigen Ausschreitungen ein Verstoß gegen den Rechtsstaat. :hmm:

    Wie meinst du den Fett makrierten Satz?
     
  25. Terranigma

    Terranigma
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    Rechtsstaatlichkeit bezieht sich auf den Staat selbst, nicht auf die Bürger. Ein Rechtsstaat ist ein Staat, der selbst seinen eigenen Gesetzen unterworfen ist. Nur der Staat selbst - d.h. die staatstragenenden Organe - kann die Rechtsstaatlichkeit angreifen. Insofern kann ich aus den G20-Ausschreitungen auch keinen Angriff auf die Rechtsstaatlichkeit erkennen und rechtsstaatliche Prinzipien wie z.B. die Gewaltenteilung erkennen. In Polen kann man derzeit besser beobachten, wie ein Angriff auf den Rechtsstaat aussieht - er wird nämlich vom Staat selbst verübt.

    Dass wenn hier im Forum, in Talkshows, oder sonstwo in der Öffentlichkeit eine Person oder Personengruppe als extremistisch bezeichnet wird, diejenigen, die sowas sagen, wohl i.d.R. nicht die Definition des Bundesverfassungsgerichtes im Hinterkopf haben, sondern die Gruppe nur als Pejorativ benutzen. Ob und wer der Gewalttäter bei G20 nun also tatsächlich die Demokratie oder die Rechtsstaatlichkeit beseitigen wollte, kann ich nicht erkennen. Die Gewalt selbst sagt mir ja nicht, was die Täter sonst noch so im Hinterkopf haben, dennoch stand sofort das Urteil fest, dass es Linksextremisten waren, ohne dass überhaupt geklärt werden konnte, ob die Definition des BvfG zutreffend ist oder nicht. In der Verwendung erscheint es mir kein analytischer Begriff zu sein, der etwas erklären soll, sondern ein wertender Begriff zu sein, der eben Abwertung und Empörung zum Ausdruck bringen soll.
     
  26. Scipio Neoliberal

    Scipio
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    Dem kann ich nicht zustimmen. Der Staat darf die Rechtstaatlichkeit nicht angreifen. Sonst würde genau das wie in Polen geschehen.

    Ich meinte auch, dass gegen Gesetze, die auf eine vom Rechtsstaat geschaffene legitime Weise zustande gekommen sind, vorgegangen wird.


    Du meinst, dass "Extremismus" pejorativ verwendet wird?
     
  27. Shintaro - Modliebling Liebt einen Baum

    Shintaro - Modliebling
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    Du verstehst in falsch.

    Wenn ich jemand erschieße, ist das kein Angriff auf den Rechtsstaat. Wenn der Innenminister einen Verfassungsrichter bedroht dagegen schon.

    Nur der Staat kann den Rechtsstaat bedrohen. Denn unsere Verfassung regelt eben explizit das Verhältnis von Staat zu Bürger.
     
  28. Terranigma

    Terranigma
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    Ich sagte ja nicht, dass der Staat das dürfen soll, ich meinte nur, dass der Staat als einziger die Rechtsstaatlichkeit angreifen kann. Rechtsstaatlichkeit ist über das Verhalten staatlicher Institutionen definiert und wenn bei G20 Steine, Molotov-Cocktails, u.Ä. fliegen so ist das kein Angriff auf die Rechtsstaatlichkeit. Wenn hingegen die Gewaltenteilung per Mehrheitsbeschluss wie derzeit in Polen aufgehoben wird, so ist das ein Angriff auf die Rechtsstaatlichkeit - eben seitens des Staates selbst.

    Ja, aber das hat ja nichts mit Extremismus. Wenn du bei Rot über die Ampel fährst, bei den Steuern betrügst oder dem Ex-Freund deiner besten Freundin eine knallst, verstößt du auch gegen Gesetze, die auf eine vom Rechtsstaat geschaffene legitime Weise zustande gekommen sind. Damit greifst du ja aber die Rechtsstaatlichkeit nicht an.

    Ich würde sagen, dass dies der ganze Erkenntnisgehalt dieses Begriffes ist. Als analytisches Instrument taugt er nicht, weshalb er in der Wissenschaft i.d.R. auch nur Kritik findet.
     
  29. Scipio Neoliberal

    Scipio
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    Den Angriff auf den Rechtsstaat kann auch von der Bevölkerung erfolgen. Zum Beispiel, wenn Demonstrationen das Parlament angreifen.
     
  30. Shintaro - Modliebling Liebt einen Baum

    Shintaro - Modliebling
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    Nein, das wäre eine Straftat.

    Du kannst niemand aufgrund der Verfassung verurteilen. Aber das VerfG kann Gesetze aufgrund der Verfassung für verfassungswidrig erklären.
     
  31. Faulpelz II

    Faulpelz II
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    Ja, weil sonst auf jeden Post gegen Rechts zwei "Aber die Linken!!11"-Whineposts kommen.
     
  32. Scipio Neoliberal

    Scipio
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    Aber was ist die Bedrohung des z.B. Gerichts durch den Innenminister anders? Das ist auch eine Strafttat.

    Ich sehe das eben nicht so. Ein Angriff auf die Institutionen des Rechtsstaats ist für mich ein Angriff auf den Rechtsstaat an sich - egal von wem.
     
  33. Terranigma

    Terranigma
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    Es geht aber nicht um Angriffe auf den (Rechts-)Staat, sondern um Angriffe auf das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit. Ein G20-Demonstrant kann mit Steinen nicht das Prinzip der Gewaltenteilung angreifen, ein Mehrheitsbeschluss im Parlament hingegen schon. Das ist auch keine Straftat und dennoch eine Gefahr.

    Gemäß Definition des BVerfG müsste man eigentlich das polnische Parlament dementsprechend als extremistisch bezeichnen.
     
  34. Butterhirsch Der mit dem Hirsch tanzt

    Butterhirsch
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    Hab die Tage einen Artikel gelesen warum es das kaum in Anspruch genommen wird und warum fiese Linksextremisten das auch nicht wirklich brauchen:

    Erstens sind das quasi alles Buergerkinder, und tendenziell keine doofen. Gerade die Radikalen :wahn: Dann neigen die auch eher dazu, im spaeteren Leben Parteiposten zu bekleiden, die ganz und gar nicht links sind. Kretschmann hat mal bei den Maoisten mitgespielt, Fischer Steine auf die Cops geworfen.

    Bei den Rechten/Neonazis geht die Karriere oftmals steil in die Arbeitslosigkeit und den Alkoholismus. Das Versagen setzt sich also fort.

    Last but not least sind die Aussteigerprogramme bei den Rechten oftmals auch Sozialprogramm, um die Leute zu resozialisieren. Auch das braucht es bei den Linken eher weniger - wer statt mit Hauptschulabschluss und abgebrochener Schweisserlehre mit Abitur und Germanistikstudium dasteht, findet trotz aller Unkenrufe einen besseren Einstieg in den Arbeitsmarkt - oder geht eben in ex-linke Parteien wie die Gruenen oder die SPD :ugly:

    Afaik gibt es so ein Aussteigerprogramm seit 2011, und die linke Szene lacht sich darueber schief. Wer da keinen Bock mehr auf Kommunismus und bessere Welt hat, sucht sich halt einfach nen Job :ugly:
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. Juli 2017
  35. Shintaro - Modliebling Liebt einen Baum

    Shintaro - Modliebling
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    Musste lachen :hoch: :ugly:
     
  36. Scipio Neoliberal

    Scipio
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    So ist es verständlich. Danke.
     
  37. Oi!Olli Vollzeitskinhead

    Oi!Olli
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    Vielleicht, weil man in den seltensten Fällen von seinen ehemaligen Genossen monatelang verfolgt wird? Oder gar Morddrohungen bekommt?

    Die linke Szene hat sich schon öfters über geplante Ausstiegsprogramme lustig gemacht.
     
  38. Butterhirsch Der mit dem Hirsch tanzt

    Butterhirsch
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    Das war laut dem von mir gelesenen Artikel in der rechten Szene aber auch eher selten als die Regel.
     
  39. legal 》der die Waage hält《 Moderator

    legal
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    Wie Butterhirsch schrieb, ich denke, wir reden in beiden Fällen nicht von Sekten.

    Eher wird es sein, wie er im von mir gelikten Post schreibt, wenn er von dem gelesenen Artikel spricht.
     
  40. VeronikaMars

    VeronikaMars
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    du meinst, so wie man anfangs auch über hilfsprogramme und beratung für von häuslicher gewalt betroffene männer lachen "musste"?

    das zeigt eigentlich nur die unreife einstellung dieser vermeintlich aufgeklärten und gebildeten szene :fs:
     
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