Mausreview: Logitech G Pro

Dieses Thema im Forum "Hardwareforum" wurde erstellt von captain_drink, 1. September 2017.

  1. captain_drink

    captain_drink
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    Beiträge:
    7.441
    Die G Pro stellt gewissermaßen den Nachfolger zur G100s dar, welche vor allem bei Quake-Spielern einen hervorragenden Ruf genießt. War in der G100s noch der AM010 (Logitechs Low-budget-Sensor) verbaut, verfügt die G Pro über den aktuell besten Sensor am Markt, den PWM3366, der bis zum Maximalwert von 12.000 CPI ohne relevantes Smoothing arbeitet. Der Sensor ist mittig platziert.

    Verarbeitungs-/Fertigungsqualität:
    Die G Pro wiegt ca. 85g, was leicht, aber nicht so leicht wie die G100s ist (~72g nach Entfernung des Gewichts im Inneren). Im Gegenzug fühlt sich das Gehäuse äußerst stabil und solide an. Zum Einsatz kommt ein textilummanteltes Kabel, welches eher steif ist, weshalb sich der Einsatz eines Maus-Bungees empfiehlt. Wie bei Logitech üblich sind die Maustasten (M1/M2) vom sonstigen Körper baulich getrennt, wodurch der Druckpunkt über die gesamten Fläche hinweg uniform ausfällt. Anders als bei vielen anderen Mäusen fühlen sich die Klicks der rechten und linken Maustasten zudem fast völlig gleich an; die Klicks selbst sind leicht, aber dennoch taktil (verwendet werden Switches von Omron). Trotz symmetrischer Form hat die G Pro nur auf der linken Seite Seitentasten, welche kaum pre-travel und einen guten Druckpunkt aufweisen. Die Platzierung ist allerdings nicht optimal, so dass bei gewissen Griffarten zuweilen der Daumen auf die hintere Seitentaste rutschen kann. Das Scrollrad verfügt über ausgeprägte Stufen und verursacht weder beim Hoch- noch beim Runterscrollen Geräusche, was ebenfalls eine Rarität ist. Insgesamt ist die Verarbeitungsqualität faktisch makellos.

    Praxiseinsatz:
    Zuerst einmal ist zu bemerken, dass die G Pro eine wirklich kleine Maus ist. Meine Hände messen 19x10cm, was ich als oberste Grenze für einen sinnvollen Einsatz der G Pro ansehen würde. Das liegt allerdings weniger an den Abmessungen, sondern vielmehr an der Form der G Pro. Die Seiten sind nämlich im Unterschied zu der (ebenfalls kleinen) G100s oder G302/G303 nicht gerade, sondern angewinkelt, wodurch der Daumen keinen rechtem Halt findet und des Öfteren auf die Seitentasten abrutscht. Für einen wirklich stabilen Griff bietet die G Pro an den Seiten zu wenig Platz.

    Deshalb war ich gezwungen, die G Pro mit einem Griff zu halten, der äußerst locker ist, was durchaus angenehm ist, aber zuweilen Stabilität missen lässt. Wer gerne mit hoher Sensitivität spielt, wird aufgrund der Form der G Pro wahrscheinlich Mühe haben, seine Bewegungen zu kontrollieren. Nichtsdestotrotz war mein Aim insgesamt nicht unbedingt schlechter als mit anderen Mäusen, nur weniger konstant.

    Alles in allem ist die G Pro eine sehr gute Maus mit bestechender Verarbeitungsqualität; mit geraden Seiten wäre sie sogar faktisch perfekt.

    Hinweis: Unter dem Namen 'G203' (bzw. 'G102' im asiastischen Markt) wird die G Pro mit einem anderen, aber im Vergleich zum 3366 kaum schlechteren Sensor (Mercury), mit weniger haltbaren Switches für M1/M2 (10 statt 20 Millionen Klicks) und einem nicht textilummanteltem Kabel für ca. 35€ angeboten. Der Aufpreis für die G Pro lohnt sich m.E. nicht, weshalb ich jedem, der Interesse an der Form der G Pro hat, stattdessen die G203 empfehlen würde. Aufgrund des hervorragenden Scrollrads und der exzellenten Klicks eignet sich die G203 auch blendend als Büromaus.
     
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