Political Correctness Sammelthread

Dieses Thema im Forum "Smalltalk" wurde erstellt von abelian grape, 7. März 2019.

Status des Themas:
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
  1. Hank J.

    Hank J.
    Registriert seit:
    13. Mai 2009
    Beiträge:
    20.924
    das ist ein sehr interessantes statement, gerade in bezug auf deinen vorherigen als auch nachfolgenden post. ich könnte jetzt hämisch nachfragen, ob deine beleidigungen und unterstellungen teil der berühmten kritischen reflexion sind, mit der du dich so sehr rühmst. oder ob das ein beispiel für sowohl-als-auch ist, wenn du sagst, du würdest dich nicht an bashing beteiligen, es aber trotzdem machst. mir einerseits unterstellst, ich würde blöd mit der rassel spielen aber andererseits behauptest, ich würde das alles clever verschachteln, so dass es niemand mitbekommt.

    aber nein, das ist mir zu dumm. ich habe keine grosse lust, mich an sinnlosen schlammschlachten zu beteiligen, aber wenn du möchtest, tu' dir keinen zwang an, you do you.
     
    Bot=of=Nod und Vicarocha gefällt das.
  2. Hank J.

    Hank J.
    Registriert seit:
    13. Mai 2009
    Beiträge:
    20.924
    nein, bitte, Olli. gier war eins der themen. daneben eben auch rücksichtslosigkeit, feigheit, hinterlist sowie das ausnutzen der amerikanischen plutokratie. gerade die bezeichnung "amerikanische plutokratie" wurde auch von Goebbels benutzt, verlinkt habe ich das ja schon. dazu eben noch, dass Bret Weinstein ein jude ist. also, wer sich vom wortschatz her in die nähe des propagandaministers des dritten reichs begibt, während das ziel dieser 'stilblüten' auch noch ein jude ist, der sollte kurz innehalten. das heisst nicht, dass die betreffende person selbst antisemit ist, man kann sich auch unbewusst antisemitischer stereotype bedienen. das kann passieren, keine allzu grosse sache. aber wer dann auf den hinweis, dass man sich hier auf sehr, sehr dünnes eis begibt mit einem tobsuchtsanfall reagiert, tja. dessen ego lässt es nicht zu, fehler einzugestehen. ich denke im übrigen nicht, dass Vainadingens ein antisemit ist.

    du kannst dir ja mal das hier durchlesen, wenn du magst: https://www.bpb.de/izpb/9714/antisemitismus?p=0
    antisemitismus ist natürlich ein breites feld, da hast du recht. antisemitische stereotype sind ein teil davon, wie z.b. dass juden raffgierig oder rachsüchtig sind. nicht jeder, der an diesen ressentiments festhält ist allerdings ein beinharter antisemit im sinne von jemandem, der juden aufrichtig hasst, aber deswegen ist das ganze nicht weniger wichtig.
     
    Bot=of=Nod und Vicarocha gefällt das.
  3. Joss Filousoph

    Joss
    Registriert seit:
    25. Dezember 2015
    Beiträge:
    3.781
    Ort:
    Deadwood
    Mein RIG:
    CPU:
    AMD Ryzen 7 3700X (Scythe Mugen 5 PCGH)
    Grafikkarte:
    MSI RTX 2070 Super Gaming X
    Motherboard:
    MSI MEG X570 Unify
    RAM:
    32GB 3600-18 Corsair Vengeance LPX
    Laufwerke:
    2 x SSD 1TB Samsung 970 EVO PCIe M.2,
    1 x SSD 1TB Samsung 860 QVO
    Asus DRW-24D5MT
    Soundkarte:
    Creative Sound Blaster X7 (Q Acoustics 3030)
    Gehäuse:
    Fractal D. Define R6 Solid PCGH (Fractal Design Ion+ Platinum 760W, 3 x 140 mm Fractal Venturi)
    Maus und Tastatur:
    Razer Naga
    Logitech K800
    Betriebssystem:
    OEM Windows 10 Pro
    Monitor:
    Alienware AW3821DW
    Rasseln ist ein (schlechter) Diskussionsstil. Jemand, der immer nur so tut als ob er Bälle aufnehmen würde, die aber nur dazu benutzt, das eigene Spiel (seinen Monolog) am Laufen zu halten.
     
  4. Fiesfee Mitmobsterin

    Fiesfee
    Registriert seit:
    30. Oktober 2017
    Beiträge:
    9.917
    Du hast diese Bewegung offenbar nicht mal ansatzweise verstanden.
    Deine ominöse Vermutung ergibt sich bereits aus dem ersten Satz des engl. Wikis oder alternativ aus dem ersten Absatz des deutschen Wikis:
    Es ist jetzt wahrlich kein Hexenwerk zu erkennen, dass "Notebook auf die Hand geschlagen" dort jetzt eher nicht so der große Aufhänger ist.

    Ich würde auch nicht in eine Selbsthilfegruppe sexuell misbrauchter Männer platzen und rufen: "Männer, ich fühle mit euch, bin eine von euch: Mich hat gestern jemand 'Blöde Kuh' genannt". Setzt natürlich voraus, dass ich dieser Gruppe Männer ein Minimum an Respekt entgegenbringe und deren Erlebnisse nicht durch mein schwächeres Erlebnis bagatellisieren möchte.

    Mir erscheint dein Verweis wie der übliche Delegitimierungsversuch á la "#Alllivesmatter".

    Es gibt an jeder Bewegung sicherlich genug zu kritisieren und die ersten Teile deines Beitrags enthalten ja auch durchaus sinnvolle Themen, aber dies #metoo anzulasten empfinde ich irgendwie merwürdig.

    Oder würdest du in gleichem Maße einen Interessenverbund aus Männern angehen, der auf den besonders schlechten Umgang mit männlichen Opfern sexueller Gewalt in Deutschland aufmerksam machen möchte, weil diese nicht gleichwertig z.B. muslimische Frauen thematisieren?
     
    Oi!Olli gefällt das.
  5. Sace

    Sace
    Registriert seit:
    12. Dezember 2018
    Beiträge:
    1.012
    Ich bin ja froh, dass die Doppelmoral auch anderen aufgefallen ist. Manchmal hinterfragt man sich schließlich, ob man nicht zu pedantisch mit seinem Gegenüber umgeht.
    Bin ich absolut bei dir. Besser finde ich in diesem Fall allerdings, den "Antwort erstellen"-Knopf erst nach reiflicher Überlegung und endgültiger Ausformulierung zu drücken. Ansonsten gehen Änderungen teilweise unbemerkt in der Diskussion unter. Dann lieber nachgeschobene Antworten, damit das Benachrichtigungssystem nicht kaputt geht.
    Abwegig ist höchstens die Behauptung, Gerechtigkeit kann nur dank Coverstory erfolgen, nicht durch Beweissicherungsverfahren.
    Wir dürfen natürlich alle gespannt sein, ob die Geschichte von Avellone eher den Cosbyweg, oder aber den Depp-Kachelmann-Weg nehmen wird.

    Bevor Twitter den Platz der Geschworenen einnimmt, würde ich eher am Gewaltmonopol des Staats festhalten und stattdessen Feinjustage an den rechtsstaatlichen Prozessen vornehmen.
    Das Buzzword passt nicht, wenn der Kern meiner Aussage eigentlich war, dass rechtzeitig eröffnete Verfahren deutlich sinnvoller sind als viele Jahre alte Geschichten auf Twitter rauszuhauen, weil der mutmaßliche Täter 30+ Jahre unbehelligt seine Taten verüben kann, wenn entsprechend lange mit Untersuchungen gewartet wird.
    Übrigens eine Position, die Barbara Bowman ebenso vertritt.

    Andrea Constand hat Cosby 2005 vor Gericht gezerrt, mit 13 Frauen als Zeuginnen in der Hinterhand. So ganz ohne Twitter. Und statt #MeToo, also Gerechtigkeit, hat sie die #MoneyToo-Variante gewählt. Warum auch nicht, gab ja gut Cash.

    Barbara Bowman hingegen hat laut dieser Story gar keinen Anwalt gesucht, sondern wurde von ihrer Freundin zu einem einzigen geschleppt und hat direkt danach aufgegeben. Ab diesem Punkt fangen dann schon die Mutmaßungen an, denn problematisch für die Wahrheitsfindung ist, dass sie nie zur Polizei ging.

    Davon abgesehen bin ich überzeugt, dass Cosby Dreck am Stecken hat (auch wenn er, entgegen deinen Ausführungen, nie auch nur eine Vergewaltigung gestanden hat). Um den Bogen zurück zum Thema zu spannen: Cosby ist ein denkbar schlechtes Beispiel, um Vigilantismus als Heilsbringer der Gerechtigkeit zu predigen oder gar als geeignete Blaupause für die hier kritisierten Vorgänge bei Avellone und entsprechenden Personen zu werten. Die Vorgänge waren gänzlich andere, die Anschuldigungen ebenfalls.

    Konkrete - im besten Fall unmöglich beweisbare - Anschuldigungen in die Öffentlichkeit zu ballern, um damit den Mob an wenig vernünftigen Leuten zu mobilisieren und größtmögliche Konsequenzen zu erzwingen, weil "Gerichtsverfahren bringen nichts" ist für mich mit einem Rechtsstaat nicht vereinbar.

    Nochmal als Erinnerung: Es ging mir immer um die stattfindende Vorverurteilung. So dämlich ich die Beschaffenheit mancher Anschuldigungen aus #metoo auch finde ist das im Großen und Ganzen weniger ein Problem der entsprechenden Individuen, sondern ein Problem des Umgangs damit von der Gesellschaft. Nicht umsonst handeln Unternehmen oft mit vorauseilendem Gehorsam, obwohl die Anschuldigungen im schlimmsten Fall lächerlich und diffus, garantiert aber noch völlig unbewiesen sind.

    Ein letzter Gedanke, besonders zu Avellone, noch: Auch die guten alten Steinigungen, bei denen das Dorf Judge, Jury and Executioner spielt, trafen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit viele Menschen, die sich eines groben Fehlverhaltens schuldig gemacht haben. Die Vorgehensweise ist damit trotzdem nicht per se erstrebenswert.

    Selbst, wenn jetzt herauskommt, dass er heimlich Kinder isst, rechtfertigt das nicht die Vorverurteilung und Ächtung gänzlich ohne Beweise bereits im Vorfeld. Wie gesagt, ein gesellschaftliches Problem.
     
    Emerald, Bot=of=Nod, ElementZero und 2 anderen gefällt das.
  6. Hank J.

    Hank J.
    Registriert seit:
    13. Mai 2009
    Beiträge:
    20.924
    https://www.psypost.org/2021/06/lar...f-psychological-and-behavioral-outcomes-61318
    hufeisentheorie wissenschaftlich untersucht. anzumerken bleibt aber, dass es sich bei der sozialpsychologie um ein gebiet innerhalb der wissenschaft handelt, welches selbst recht oft durch unwissenschaftlichkeit glänzt. man möchte damit auch keine äquivalenz zwischen rechts- und linksextrem herstellen:
    “Our study doesn’t mean that left-wing authoritarianism and right-wing authoritarianism are equally prevalent or equally dangerous (in the U.S. or elsewhere),” Costello said. “It doesn’t mean that there is a moral equivalence across the far-left and far-right. We simply show that (1) left-wing authoritarianism exists and (2) left-wing authoritarianism and right-wing authoritarianism seem to overlap quite a bit. Readers should not use our paper to score political points (though, sadly, they almost certainly will). ”
     
    Sace, Bot=of=Nod und Vicarocha gefällt das.
  7. Oi!Olli Vollzeitskinhead

    Oi!Olli
    Registriert seit:
    7. Mai 2005
    Beiträge:
    52.378
    Ort:
    Essen
    Mein RIG:
    CPU:
    Ryzen R7 5800X
    Grafikkarte:
    AMD Radeon 6900XT
    Motherboard:
    Asus B 550 Strix F Wifi
    RAM:
    2x16 GB G.Skill Ripjaws V 3600
    Laufwerke:
    Viele SSD
    Soundkarte:
    Soundblaster Z
    Gehäuse:
    Raijintek Zofos Evo Silent
    Maus und Tastatur:
    Tastatur leuchtet
    Betriebssystem:
    Windows X
    Monitor:
    Acer Predator XB253QGP
    Der gute alte Weinstein konnte übrigens nur dank CC so lange "unbemerkt" bleiben. Schließlich wäre damals jeder der sich geweigert oder gar danach beschwert hätte ganz schnell weg gewesen.

    Nur zur Erinnerung, ein Mann konnte dafür Sorgen, dass Schauspieler sich komplett umorientieren müssen, weil sie zum ihm nein sagen.
     
  8. Oi!Olli Vollzeitskinhead

    Oi!Olli
    Registriert seit:
    7. Mai 2005
    Beiträge:
    52.378
    Ort:
    Essen
    Mein RIG:
    CPU:
    Ryzen R7 5800X
    Grafikkarte:
    AMD Radeon 6900XT
    Motherboard:
    Asus B 550 Strix F Wifi
    RAM:
    2x16 GB G.Skill Ripjaws V 3600
    Laufwerke:
    Viele SSD
    Soundkarte:
    Soundblaster Z
    Gehäuse:
    Raijintek Zofos Evo Silent
    Maus und Tastatur:
    Tastatur leuchtet
    Betriebssystem:
    Windows X
    Monitor:
    Acer Predator XB253QGP

    Ich kenne mich mit dem Thema aus. Ich kenne sogar noch mehr Stereotypen. Heißt aber nicht, dass sie in diesem Fall genutzt wurden, weil er Jude ist.

    Klar kann es darauf hinauslaufen, aber da der betreffenden User sich nie auch nur ansatzweise antisemitisch geäußert hat, ist das mehr als nur eine Unterstellung. Joseph Goebbels dann noch zu erwähnen, rückt das ganze noch in mal in die andere des nationalsozialistischen Antisemitismus und das wird dann noch mal eine Stufe härter.
     
  9. Joss Filousoph

    Joss
    Registriert seit:
    25. Dezember 2015
    Beiträge:
    3.781
    Ort:
    Deadwood
    Mein RIG:
    CPU:
    AMD Ryzen 7 3700X (Scythe Mugen 5 PCGH)
    Grafikkarte:
    MSI RTX 2070 Super Gaming X
    Motherboard:
    MSI MEG X570 Unify
    RAM:
    32GB 3600-18 Corsair Vengeance LPX
    Laufwerke:
    2 x SSD 1TB Samsung 970 EVO PCIe M.2,
    1 x SSD 1TB Samsung 860 QVO
    Asus DRW-24D5MT
    Soundkarte:
    Creative Sound Blaster X7 (Q Acoustics 3030)
    Gehäuse:
    Fractal D. Define R6 Solid PCGH (Fractal Design Ion+ Platinum 760W, 3 x 140 mm Fractal Venturi)
    Maus und Tastatur:
    Razer Naga
    Logitech K800
    Betriebssystem:
    OEM Windows 10 Pro
    Monitor:
    Alienware AW3821DW
    Als würde das den üblichen Verdächtigen hier im Thread auch nur irgendwas bedeuten. Empowerment ist bei denen doch komplett unterreflektiert. Der Move #metoo zu dissen läuft unterm Strich so gut wie immer auf dasselbe heraus, den Neid auf eine Form der Ermächtigung gegenüber Herrschaftspositionen und -interessen, die man selbst nicht in der Lage und auch aufgrund egozentrischen Denkens (Bilanzieren, Aufrechnen) gar nicht gewill ist, zu realisieren. Man muss nur mal die Probe machen, welche "Argumente" sich schlicht und einfach mit "Und ich/wir?" übersetzen lassen.
     
    Vainamoinen gefällt das.
  10. Vicarocha gesperrter Benutzer

    Vicarocha
    Registriert seit:
    26. Juni 2009
    Beiträge:
    204
    Wir brauchen Bias, Bias, wir brauchen Bias
    Was geht'n, Alder?
    Bias, Bias, wir brauchen Bias
    :topmodel:

    Ideologischer kann der Duktus kaum mehr sein, prägnanter die Projektion nicht werden - egozentrisches Denken und Selbstdarstellung noch und nöcher vor, nach und wãhrend man selbiges verdammt und sich im gleichen Atemzug als moralisch erhaben und Mr. Selbstreflexion inszeniert, garniert mit Selbstbeweihräucherung im Herrschafts- und Befreiungssprech, vulgo der kritisierten "Und ich/wir?"-Attitüde in quasi jedem einschlägigen Beitrag, voll mit Unterstellungen und ad hominem-Angriffen... Das Glasperlenspiel, das Monologisieren. Chapeau, again!

    Oi!Olli... das ist die unreflektierte Doppelmoral (nicht deinerseits), die mich amüsiert und ein weiteres Beispiel für das, was du belegt haben wolltest.
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. Juli 2021
    Bot=of=Nod gefällt das.
  11. Hank J.

    Hank J.
    Registriert seit:
    13. Mai 2009
    Beiträge:
    20.924
    das stimmt, cancel culture war lange ausschliesslich ein werkzeug des establishments.

    ich habe das mit Goebbels doch belegt. "amerikanische plutokratie" wurde von ihm als kampfbegriff benutzt. das heisst natürlich nicht, dass der begriff jetzt auf alle zeiten ein tabu sein muss, aber man sollte mal kurz innehalten, ob man diesen wortschatz unreflektiert benutzen sollte, gerade auch dann, wenn man einem juden vorwirft, dieses system auszunutzen, weil er ein gieriger, feiger lügner ist der ein mindestmass an rücksicht nicht aushalten könne und deswegen mit der ganzen macht des korrupten systems auf seine angeblichen peiniger einschlägt. ich denke, er hatte es einfach nicht auf dem schirm, dass Bret Weinstein ein jude ist.

    antisemitische stereotype lassen nicht zwangsläufig auf antisemitismus schliessen, aber wie gesagt - innehalten kann und sollte man aber schon, statt dann vergrämt die beleidigte leberwurst zu mimen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. Juli 2021
  12. Hank J.

    Hank J.
    Registriert seit:
    13. Mai 2009
    Beiträge:
    20.924
    ich denke, es ist wichtig, vom partikularen hin zum allgemeinen zu kommen. #meToo bezieht sich spezifisch auf sexuellen missbrauch innerhalb von machtstrukturen, genauer auf sexuellen missbrauch, den frauen erfahren. der für mich interessante punkt sind hier die (korrupten) machtstrukturen, die das überhaupt erst ermöglichen. menschen an der spitze (meist männer) nutzen ihre position aus, um sich das zu nehmen, was sie wollen bzw. ungestraft und im verborgenen nach ihrem gusto menschen auszunutzen. das hat oft auch etwas mit sexismus und misogynie zu tun, aber die debatte darauf zu verkürzen macht mMn. wenig sinn, weil das in meinen augen nicht der kern des problems ist. mit Kevin Spacey gab es ja auch viele anschuldigungen von männern, Spacey habe sie sexuell belästigt und schlimmeres. daraus zu schlussfolgern, Spacey müsse männer hassen, wäre absurd.

    um es kurz zu machen, das system, was es höhergestellten menschen ermöglicht, ihre untergebenen zu misshandeln (notebook auf die hand, schläge usw.) ermöglicht es denselben menschen auch, untergebene sexuell zu missbrauchen. natürlich ist die qualität eine gänzlich andere, da stimme ich dir völlig zu. es geht hier nicht um ich oder du, wir oder ihr, wer hat es schlimmer. sondern darum, die dahinterliegenden machtstrukturen und die kultur des schweigens, des ertragens aufzubrechen, die das alles von vorne bis hinten durchziehen. und das fehlt mir vorallem im linken diskurs, das auseinandernehmen, analysieren und kritisieren von systemen und gesellschaftlichen zuständen statt von einzelpersonen oder gruppen oder dem blossen umkehren von machtverhältnissen.
     
  13. Fiesfee Mitmobsterin

    Fiesfee
    Registriert seit:
    30. Oktober 2017
    Beiträge:
    9.917
    Ich bin mir gerade nicht sicher welcher Teil sich hier unmittelbar an mich richtet, da einiges enthalten ist, was ich überhaupt nicht aufgriff (z.b. Sexismus und Misogynie)

    #metoo ist eine Bewegung die untereinander Solidarität und auch Sichtbarkeit verschaffen soll und dies mit einem sehr klaren Fokus. Wird das die Probleme grundsätzlich lösen? Wohl nicht. Kann sich vielleicht schon mal ein wenig bewegen, wenn die ehemals "Unantastbaren" nicht mehr unantastbar sind? Vielleicht.

    Ich kann mir überdies auch sehr gut vorstellen, dass eine Schauspielerin - insb. wenn sie nicht über Weltruhm verfügt - sich nicht unbedingt zutraut ein ganzes System zu Fall zu bringen und sich daher erstmal auf den Täter in ihrem Fall konzentriert (das "mutmaßlich" entfällt an dieser Stelle, da hier die Sicht der Person entscheidet, welche sich als Opfer sieht).

    Ich weiß dass du mit Partikularinteressen nicht wirklich viel anfangen kannst, aber ich teile eben nicht die Annahme dass man sich grundsätzlich um alles zu kümmern habe, gerade wenn man sich als besonders betroffene Gruppe/Person wähnt.

    Gibt es ähnliche Bewegungen seitens der Männer? Ernstgemeinte Frage, da ich nicht auf twitter und co. unterwegs bin. Wenn es solche geben sollte könnten ja beide abseits ihrer eigenen, unmittelbaren Interessen zusammen agieren. Das wäre eventuell eine ziemliche Machtposition, mit der man den Strukturen gegenübertreten könnte.

    Aber ich habe durchaus den Verdacht - und in diesem speziellen Punkt kann ich @Joss durchaus zustimmen - das ganz viele Menschen (Männer wie Frauen) keinen Bock auf Eigeninitiative haben und wenn sie dann feststellen müssen, dass eine Gruppe durchaus mit ihren Anliegen Erfolge verbuchen kann, ziemlich muksch werden und anklagend auf jene Gruppe zeigen und fragen "Und wir?", weiterhin aber selbst keinen Handschlag tun wollen (das sollen z.b. die Weiber von metoo bitte übernehmen).

    Ich hab Scott Rudin nur mal kurz überflogen und da scheint ja offenbar noch weit übleres als 'Notbook auf Hand' im Raum zu stehen. Aber die Frage "wo ist hier metoo?" scheint mir die völlig falsche Reaktion zu sein.
     
    NisRanders gefällt das.
  14. Joss Filousoph

    Joss
    Registriert seit:
    25. Dezember 2015
    Beiträge:
    3.781
    Ort:
    Deadwood
    Mein RIG:
    CPU:
    AMD Ryzen 7 3700X (Scythe Mugen 5 PCGH)
    Grafikkarte:
    MSI RTX 2070 Super Gaming X
    Motherboard:
    MSI MEG X570 Unify
    RAM:
    32GB 3600-18 Corsair Vengeance LPX
    Laufwerke:
    2 x SSD 1TB Samsung 970 EVO PCIe M.2,
    1 x SSD 1TB Samsung 860 QVO
    Asus DRW-24D5MT
    Soundkarte:
    Creative Sound Blaster X7 (Q Acoustics 3030)
    Gehäuse:
    Fractal D. Define R6 Solid PCGH (Fractal Design Ion+ Platinum 760W, 3 x 140 mm Fractal Venturi)
    Maus und Tastatur:
    Razer Naga
    Logitech K800
    Betriebssystem:
    OEM Windows 10 Pro
    Monitor:
    Alienware AW3821DW
    Insofern hier motiviert durch schlichte Neigung und Dünkel mein Standpunkt des Sowohl-als-auch karikiert wurde nutze ich die konkrete Gelegenheit der aktuellen Proteste Indigener und deren Unterstützer in Kanada gegen die Diskrminierung durch die britischen und römisch-katholischen Mächte, das einmal mehr zu exempflifizieren, warum ich diesen Zusammenhang aus Maß und Solidarität für wichtig halte.

    Mich als happy old men bestürzen solche gestürzten Denkmäler, weil ich sie nicht einfach als einen Ausweis an und für Herrschaft sehe, sondern immer schon als komplexere Amalgame für historische Situationen und Entwicklungen. Zumal dann, wenn Statue und Plakette das auch ausdrücken, was sehr oft jedoch leider nicht der Fall ist. Statt also Denkmäler zu stürzen wäre mein Plädoyer sie umzugestalten und aufzuwerten oder zu alternieren, Aufstellung einer Statue oder Stauengruppe, die das Denkmal kommentiert. Z.B. ein Denkmal von General Lee mit einem Mahnmal an die Motivation des Bürgerkriegs und den Horror der Sklaverei, das ökonomische Kalkül des Südens. Das wäre mein Weg.

    Und nun kommt das Aber. Aber ich verstehe den Furor der Nachkommen. Ich habe den distanzierten und dadurch bequem-reflexiven Blick. In mir tobt kein Feuer eines blutigen Erbes, ich habe keine Opfer in der Familie (eher schon Tätergeschichte). Daheraus, also aus vergangener und gegenwärtiger Ohnmachtserfahrung, schreibt sich jedoch die Wut der Betroffenen. Die hier immer wieder praktizierte bequeme Distanzierung halte ich darum für wohlfeil. Entsprechend folgen dann auch die Betrachtungen zu diesen Fragen sämtlich aus der Distanz, empathielos, verschlossen und ignorant. Die hieraus entstehenden Diskussionen haben den Charakter des Scheins, weil sie letztlich durch ihren Ausgangs- und Fluchtpunkt unvereinbar sind. Aus diesem Grunde entsteht auch nie eine Klärung, sondern stets nur oberflächliche Scharmützel. Es fehlt der Zugang.

    Ich selbst muss mit diesem Abgrund meines Abers leben, ich würde es mir anders und besser wünschen, aber für mich besteht eine fortwährende Pflicht, ein Aufruf, den Opfern Gehör zu schenken und ihre Taten vor dem Hintergrund der Geschichte zu verstehen. Solange bis das möglich wird, was die Kanadische Bischofskonferenz fordert, Dialog und Heilung. Solange keine Menschen zu Schaden kommen betrachte ich gewisse Aktionen jedenfalls als gerechtfertigt. Ob es nun um eine Hausbesetzung in Deutschland oder einen Denkmalssturz in Kanada geht.

    Es ist wie mit vielen Fragen des Lebens und Zusammenlebens, sie sehen aus der Distanz anders aus als aus der Nähe. Wer mal einen Beziehungsstreit live an und mit sich selbst und einen aus dem Beobachterstandpunkt erlebt hat, sollte das wissen. Es mangelt den üblichen Verdächtigen aber schon an solchen simplen Erkenntnissen, darum bleiben ihnen diese Diskussionen und Diskurse auch verschlossen. Das gilt in Teilen auch für die andere Fraktion, angesichts bestehender Distanzen, aber hier mutet man sich eben zumindest die Anstrengung der Empathie und Reflexion zu. Weil man nicht nur an der eigenen Haltung, sondern an der Sache, der Geschichte und den Menschen interessiert ist. Und darum finden z.B. reaktionäre Betrachtungen nahezu gar nicht an den Universitäten statt, weil man dort diese Vernageltheit aus dem zugrundeliegenden Anspruch gegenüber Wissenschaft und Forschung selbstverständlich ablehnt. Das kann man übrigens auch gut an den Reaktionen aus der Akademie beobachten, wenn eigentlich renommierte Fachleute wie beispielsweise Rüdiger Safranski sich reaktionär äußern. Ganz ohne viel Aufheben entsteht daraus eine Art Abnabelung und Distanzierung der wissenschaftlichen Gemeinschaft gegenüber solchen Leuten. Und es sind genau diese, die dann auch irgendwann auf den Hund kommen, dass es eine CC gibt und sie doch selbst ein Beispiel dafür abgeben. Kassiert dabei wird jedoch, dass man selbst die dazu erforderlichen Schritte der Abkehr von der Arbeit des Begriffs (Reflexivität und Kritik im eminenten Sinne) gegangen ist.
     
  15. Hank J.

    Hank J.
    Registriert seit:
    13. Mai 2009
    Beiträge:
    20.924
    sexismus/misogynie geht oftmals hand in hand mit meToo, da bin ich etwas über das ziel hinausgeschossen, weil ich das einfach angenommen habe. mir persönlich geht es gar nicht darum, von meToo zu verlangen, alle probleme zu lösen oder ähnliches, ich finde es nur schade, dass daraus keine diskussion entstanden ist, die ein breiteres feld abdeckt. was meToo anspricht, sind letzten endes dieselben strukturen, die missbrauch und misshandlungen ganz allgemein ermöglichen - undurchsichtige hierarchien, die vom rest der welt abgekapselt operieren, in denen es keine öffentlichkeit gibt, auf die man von aussen überhaupt keinen zugang findet sondern darauf angewiesen ist, dass sich entweder ein täter oder opfer zu wort meldet um die korruption aufzudecken. ob das gefängnisse, polizei, politik, wirtschaft, unterhaltungsindustrie, bildungseinrichtungen oder religiöse vereinigungen sind, ist dabei recht austauschbar.

    das beste wäre, hier eine transparenz und öffentlichkeit herzustellen, statt die machtverhältnisse in sehr spezifischen situationen umzudrehen. blinden gehorsam und vertrauen einzufordern, wie z.b. mit dem meToo verwandten hashtag #believewomen halte ich für absolut kontraproduktiv. es gab und gibt immer wieder fälle, wo dieses movement und die sozialen spannungen von einzelpersonen als vorwand genutzt wurden, um persönliche rachefeldzüge zu starten und offene rechnungen zu begleichen. diese fälle haben nichts mit empowerment, befreiungskampf und solidarität zu tun, dafür aber viel mit korruption und machtverhältnissen. diesbezüglich ist auch die US-amerikanische geschichte sehr interessant, weil anschuldigungen von weissen frauen ggü. schwarzen männern oft zu einem lynchmob mit tödlichem ausgang für den beschuldigten geführt haben. ich zumindest habe den eindruck, vielen 'linken' geht es heute vorallem darum, den schlechten könig mit einer guten königin auszutauschen statt den feudalismus selbst anzugreifen.
     
    Vicarocha gefällt das.
  16. Oi!Olli Vollzeitskinhead

    Oi!Olli
    Registriert seit:
    7. Mai 2005
    Beiträge:
    52.378
    Ort:
    Essen
    Mein RIG:
    CPU:
    Ryzen R7 5800X
    Grafikkarte:
    AMD Radeon 6900XT
    Motherboard:
    Asus B 550 Strix F Wifi
    RAM:
    2x16 GB G.Skill Ripjaws V 3600
    Laufwerke:
    Viele SSD
    Soundkarte:
    Soundblaster Z
    Gehäuse:
    Raijintek Zofos Evo Silent
    Maus und Tastatur:
    Tastatur leuchtet
    Betriebssystem:
    Windows X
    Monitor:
    Acer Predator XB253QGP
    Frauen zu glauben ist doch erstmal nicht falsch.

    Es ist zur Zeit eher umgekehrt, eine Frau vertraut sich jemandem an und bekommt erstmal zu hören, nein, xyz macht so was nicht.
     
  17. Dawizard

    Dawizard
    Registriert seit:
    29. Januar 2015
    Beiträge:
    4.567
    Aber die anderen sind diejenigen die irgendwelche "Keulen" schwingen :ugly:


    Metoo begann mit diesem Tweet:

    Es ging darum zu zeigen, dass sexuelle Belästigung und Übergriffe für Frauen so verbreitet sind, dass (fast) jede "me too" sagen konnte. NIcht nur in der Schauspielbranche oder generell im Beruf sondern immer und überall.
    Das ist ein Geschlechterproblem und sich zu beschweren, dass die Debatte nicht auf einen Teilaspekt verengt wurde ist schon...kreativ
     
  18. Avior

    Avior
    Registriert seit:
    24. Mai 2017
    Beiträge:
    416
    Soweit ich das verstanden habe, lesen sich Mods nur dann Beiträge duch, wenn jemand diese explizit meldet.
     
  19. Hank J.

    Hank J.
    Registriert seit:
    13. Mai 2009
    Beiträge:
    20.924
    die lösung für blindes misstrauen ist nicht blindes vertrauen. dieselbe dynamik hast du auch bei allen anderen fällen von missbrauch, wie z.b. in bildungseinrichtungen, mobbing, religiösen gemeinschaften uvm. auf der einen seite macht, autorität und ansehen, auf der anderen seite angst, dass eine öffentlichkeit noch mehr probleme bedeutet, auch für diejenigen, die selbst nicht betroffen sind, weil man sich dadurch unter umständen eine zielscheibe auf den rücken malt. wenn es konflikte gibt, bedeutet blindes vertrauen auf der einen blindes misstrauen auf der anderen seite. die missbrauchsfälle innerhalb der kath. kirche beispielsweise, die ja durch das bedingungslose vertrauen in die kirche als solche überhaupt erst in dem ausmasse entstehen konnten löst man nicht dadurch, indem man die verhältnisse umdreht.

    anschuldigungen müssen mit der nötigen sorgfalt untersucht werden, zudem wäre es sinnvoll, eine ganz grundsätzliche öffentlichkeit und transparenz herzustellen. die gruppen zu vertauschen, denen man ver- bzw. misstraut führt nur dazu, dass wieder undurchsichtige verhältnisse entstehen, auf die man als aussenstehender keinen zugriff hat. das dasein als täter bzw. opfer ist einem ja nicht in die DNA geschrieben, sondern hängt immer von den gegebenen möglichkeiten ab. so ist ein unschuldiger mann, der von einer frau zu unrecht beschuldigt wird, durch eine öffentliche vorverurteiling aber schon empfindliche konsequenzen zu tragen hat, trotz der historischen herrschaftsdynamik zwischen mann und frau hier das opfer, während die frau den täter stellt.
     
    Bot=of=Nod und Vicarocha gefällt das.
  20. Hank J.

    Hank J.
    Registriert seit:
    13. Mai 2009
    Beiträge:
    20.924
    ich habe das entsprechende ja belegt, zitiert und verlinkt. da kann sich jeder selbst ein bild davon machen, ich habe keine leere behauptung in den raum gestellt. es ist aber schon erstaunlich, wie die sonst hellhörigen auf einmal taub werden. wer antisemitismus bei worten wie 'globalisten' oder 'finanzeliten' sieht, aber plötzlich ins straucheln kommt, wenn's um die 'amerikanische plutokratie' geht, den kann ich nicht so recht ernstnehmen.

    meToo begann mit Tanya Burke in 2006.
     
    Bot=of=Nod gefällt das.
  21. Oi!Olli Vollzeitskinhead

    Oi!Olli
    Registriert seit:
    7. Mai 2005
    Beiträge:
    52.378
    Ort:
    Essen
    Mein RIG:
    CPU:
    Ryzen R7 5800X
    Grafikkarte:
    AMD Radeon 6900XT
    Motherboard:
    Asus B 550 Strix F Wifi
    RAM:
    2x16 GB G.Skill Ripjaws V 3600
    Laufwerke:
    Viele SSD
    Soundkarte:
    Soundblaster Z
    Gehäuse:
    Raijintek Zofos Evo Silent
    Maus und Tastatur:
    Tastatur leuchtet
    Betriebssystem:
    Windows X
    Monitor:
    Acer Predator XB253QGP
    Vielleicht weil der entsprechende User nie mit Antisemitismus aufgefallen ist? Ist das nicht gerade das, was man immer so an PC beklagt? Das man jedes Wort auf die Goldwaage legen muss?
     
  22. Jeremir

    Jeremir
    Registriert seit:
    7. Juni 2017
    Beiträge:
    116
    Du hast nicht verstanden was ich geschrieben habe (oder willst es nicht verstehen). Das erkennt man schon daran, dass ich explizit darauf aufmerksam gemacht habe, dass die Debatte in den ersten Tagen in Deutschland völlig anders thematisiert wurde als in den USA.

    In Kurzform: Meine Kritik lautet nicht, dass man sich um Opfer sexueller Gewalt kümmert sondern dass man ein Symptom zur Ursache umgedeutet hat.


    Und damit war #metoo aber letztlich nur die dutzendfache Wiederholung von zig anderen Sexismusdebatten vorher und somit ein Paradebeispiel dafür wie die Frauenbewegung auf der Stelle tritt.

    Davon abgesehen hat #metoo ja gerade nicht gezeigt, dass sexuelle Gewalt aktuell derartig radikal weit verbreitet ist. Aktuelle Fälle kamen nämlich fast gar keine vor (so wie sich auch nicht alle Frauen gemeldet haben sondern nur solche mit Twitter-Account, welche eine nicht repräsentative Minderheit darstellen). Was #metoo geliefert hat war eine Summe von Taten aus einem Zeitraum von mindestens 50 vergangenen Jahren.

    Was denkst du was herauskommt, wenn man z.B. bei Diebstahlsdelikten nicht auf aktuelle Fallzahlen zurückgreift sondern stattdessen Zahlen aus einem Zeitraum von einem halben Jahrhundert unterschiedslos summiert (und nicht darauf schaut ob sich in dieser Zeit irgendetwas verändert hat)? Da erhält man Fallzahlen höher als die Menge an Einwohnern.
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. Juli 2021
  23. Oi!Olli Vollzeitskinhead

    Oi!Olli
    Registriert seit:
    7. Mai 2005
    Beiträge:
    52.378
    Ort:
    Essen
    Mein RIG:
    CPU:
    Ryzen R7 5800X
    Grafikkarte:
    AMD Radeon 6900XT
    Motherboard:
    Asus B 550 Strix F Wifi
    RAM:
    2x16 GB G.Skill Ripjaws V 3600
    Laufwerke:
    Viele SSD
    Soundkarte:
    Soundblaster Z
    Gehäuse:
    Raijintek Zofos Evo Silent
    Maus und Tastatur:
    Tastatur leuchtet
    Betriebssystem:
    Windows X
    Monitor:
    Acer Predator XB253QGP
    Bitte was? Nicht verbreitet? Weißt du wie viele meiner weiblichen Freunde und Bekannte damals mitgemacht haben? Durschnittalter übrigens 25.
     
  24. Jeremir

    Jeremir
    Registriert seit:
    7. Juni 2017
    Beiträge:
    116
    ]
    Dir ist schon bewusst, dass an feministischen Aktivitäten (vor allem auf Twitter) nur eine kleine Minderheit der Frauen teilnimmt und sich daher aus deinem Kommentar in erster Linie ergibt, dass dein Freundeskreis nicht repräsentativ ist (das fehlende Beweusstsein dafür erklärt wahrscheinlich deine Weltanschauung). Ich könnte dir jetzt im Gegenzug erzählen, wieviele Frauen ich kenne, die sich über diese Sexismusdebatten nur lustig machen können. Das wäre dann genauso kein Argument.

    Du hast hier gerade nur versucht, eine Debatte argumentationslos durch Aufbauen von emotionalen Druck zu beenden.

    Mal so gefragt: Wenn die Realität so ist wie du sie beschreibst, warum wird dann überhaupt auf die Methode zurückgegriffen, dass man aktuelle Fälle und solche die mehrere Jahrzehnte alt sind unterschiedlos summiert? Das wird ja nicht nur bei #metoo so gemacht.

    Weil ich eine bestimmte Reaktion schon ahne: Aus dem was ich geschrieben habe ergibt sich überhaupt nicht, dass man sich nicht um Frauen kümmern soll, die tatsächlich Opfer von sexueller Gewalt geworden sind.
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. Juli 2021
  25. Oi!Olli Vollzeitskinhead

    Oi!Olli
    Registriert seit:
    7. Mai 2005
    Beiträge:
    52.378
    Ort:
    Essen
    Mein RIG:
    CPU:
    Ryzen R7 5800X
    Grafikkarte:
    AMD Radeon 6900XT
    Motherboard:
    Asus B 550 Strix F Wifi
    RAM:
    2x16 GB G.Skill Ripjaws V 3600
    Laufwerke:
    Viele SSD
    Soundkarte:
    Soundblaster Z
    Gehäuse:
    Raijintek Zofos Evo Silent
    Maus und Tastatur:
    Tastatur leuchtet
    Betriebssystem:
    Windows X
    Monitor:
    Acer Predator XB253QGP
    Es war nicht Twitter sondern Facebook und Frauen aus diversen Weltanschauungen.

    Deine Behauptung war übrigens aktuelle Fälle gäbe es so gut wie Keine. Was du übrigens nicht belegt hast. Wer im Glashaus sitzt.

    Wieso man das macht? Weil Menschen komischerweise bei sexueller Belästigung gerne mal nachtragend sind und weil man ein Bewusstsein dafür schaffen will.

    Es ändert sich auch gerne mal die Art der sexuellen Belästigung. In den sozialen Medien verschicken die Leute gerne mal Penisbilder. Und werden dort übergriffig. Ist auch kein Problem?
     
  26. Jeremir

    Jeremir
    Registriert seit:
    7. Juni 2017
    Beiträge:
    116
    Als die Debatte gerade auf Hochtouren lief, gab es in Deutschland eine Umfrage welche Themen aktuell besonders wichtig sind. Sexismus wurde nur von einem Prozent genannt (Trendbarometer vom Umfrageinstitut Forsa).

    Da das Argument sicherlich kommt: Es gab auch Umfragen, wonach Debatten wie #metoo von Vielen als wichtig empfunden werden. Der Unterschied: Solche Ergebnisse kamen nur bei Umfragen zustande, bei dennen explizit nur nach #metoo gefragt wurde. Das bei den Umfragen wo gezielt nur nach #metoo gefragt wurde plötzlich ein ganz anderes Ergebnis herauskommt dürfte mit dem Effekt der sozialen Erwünschtheit erklärt werden (der in Medienberichten über Studien oft vernachlässigt wird).


    Meine Aussage war: "#metoo ja gerade nicht gezeigt, dass sexuelle Gewalt aktuell derartig radikal weit verbreitet ist". Zwischen der Aussage "nicht derartig radikal weit verbreitet" und der Aussage "es gibt fast keine Fälle" besteht ein deutlicher Unterschied. Meine Kritik geht an der Stelle dahin: durch das unterschiedlose Summieren von Fällen aus mehreren Jahrzehnten wird darüber hinweggesehen, inwieweit es bereits eine Entwicklung gibt. Und die Kriminalforschung hat bereits vor #metoo bei Sexualstraftaten eine steigende Anzeigebereitschaft und gleichzeitig sinkende Fallzahlen festgestellt.

    Und damit tritt die Frauenbewegung auf der Stelle. Das Bewusstsein dafür wurde schon vor Jahrzehnten geschaffen. Einige der Schauspielerinnen, die #metoo unterstützen haben selber schon vor über 20 Jahren in Filmen mitgespielt, die genau solche Vorkommnisse in ihrer Branche zum Thema haben.

    Es war ja auch zu beobachten: je stärker der femistische Stempel in einem Land, desto größer die Menge der genannten Fälle. So trendete #metoo nirgendwo so stark wie in Schweden, während es gleichzeitig in arabischen Ländern kaum zu sehen war.
     
    Vicarocha gefällt das.
  27. Rakato

    Rakato
    Registriert seit:
    15. Januar 2021
    Beiträge:
    268
    Ort:
    Dark Side of the Moon
    Es ist aber auch nicht richtig, weil ich als hörende Person keinen Wertungsrahmen haben kann. Welchen Zugang außer, das ich Kenntnis von einem Umstand nehme hab ich in dem Moment also wirklich? Richtig keinen. Selbstreflexion würde auch Reflexion meines eigenen Standpunktes als Zuhörer bedeuten. Meiner persönlichen Meinung muss man sich hier überhaupt nicht in einer Kategorie von " falsch" oder " richtig " bewegen man kann ja auch einfach zuhören. Deswegen sollte man auch keinen generalisierenden Kontext in die Welt setzten wie " Believe Woman".
     
    Vicarocha gefällt das.
  28. unreal ..hat nun HSDPA :ugly:

    unreal
    Registriert seit:
    6. Mai 2005
    Beiträge:
    24.055
    Anekdotische Evidenz zählt als Beweis? :ugly:
     
    Jeremir gefällt das.
  29. Oi!Olli Vollzeitskinhead

    Oi!Olli
    Registriert seit:
    7. Mai 2005
    Beiträge:
    52.378
    Ort:
    Essen
    Mein RIG:
    CPU:
    Ryzen R7 5800X
    Grafikkarte:
    AMD Radeon 6900XT
    Motherboard:
    Asus B 550 Strix F Wifi
    RAM:
    2x16 GB G.Skill Ripjaws V 3600
    Laufwerke:
    Viele SSD
    Soundkarte:
    Soundblaster Z
    Gehäuse:
    Raijintek Zofos Evo Silent
    Maus und Tastatur:
    Tastatur leuchtet
    Betriebssystem:
    Windows X
    Monitor:
    Acer Predator XB253QGP

    Eine Umfrage aufgeschlüsselt nach Männern und Frauen? Oder 49 % Frauen und 51 Prozent Männer?

    Welche Themen waren noch im Angebot?

    Das Argument mit der sozialen Erwünschtheit kann man auch bei der von dir favorisierten Umfrage nehmen.

    Was die Kriminalforschung angeht. Bei sexueller Gewalt generell, oder bei sexueller Gewalt durch Vorgesetzte? Die Sache mit den Penisbildern hast du übrigens ignoriert, gehört das auch dazu?

    https://www.spiegel.de/kultur/aktio...frauen-a-fd7e8358-baae-420f-9f30-841419e923cd

    https://www.spiegel.de/kultur/dick-...bilder-a-32f16306-ef91-489a-96a7-142364cef77f

    https://www.spiegel.de/netzwelt/web...m-netz-a-df00d7cc-8970-475a-8120-9e021fc00654

    Oh metoo trendet in arabischen Ländern, in denen das Netz zensiert und Frauen weniger zu sagen haben, oft sogar bei einer Vergewaltigung verurteilt werden, weil sie sich zu nicht genug gewehrt haben, weniger?
     
  30. Jeremir

    Jeremir
    Registriert seit:
    7. Juni 2017
    Beiträge:
    116
    Seit wann führt Forsa solche Studien in nicht repräsentativen Gruppen durch?

    Inwiefern gibt es bei einer Themenauswahl einen vergleichbaren emotionalen Druck wie bei einer gezielten Umfrage zu nur einem Thema das gerade emotional debattiert wird?


    Sowohl als auch und ich denke das weißt du selbst. Es dürfte wohl Niemanden überraschen, dass die Kriminalforschung Forschung zu verschiedenen Formen sexueller Gewalt betreibt. Es wäre eher eine gewaltige Überraschung wenn das nicht der Fall wäre.

    Ich komme gerade nicht darauf aber es gibt glaube ich eine speziellen Begriff für die Strategie in einer Diskussion Belege zu etwas zu fordern, das so allgemein bekannt ist, dass es eigentlich keinen Beleg benötigt. Und der allgemeine Kriminalitätsrückgang (der alle Formen von Gewalttaten umfasst, also auch sexuelle Gewalt) gehört eigentlich zum Allgemeinwissen.

    Davon abgesehen scheint man sich ja hier im Forum auch nicht einig zu sein, ob es bei #metoo nun um sexuelle Gewalt im Allgemeinen oder um Machtmissbrauch durch Vorgesetzte geht. Bei meinem ursprünglichen Kommentar ging es nämlich um Letzteres, da bis dahin im Zusammenhang mit #metoo auch darüber diskutiert wurde. Die Aussage dass es um ein gesamtgesellschaftliches Problem in allen Kreisen gehen würde folgte erst als Reaktion auf meinen Kommentar und widerspricht daher dem Diskussionsverlauf bis dahin.

    Und was soll eigentlich das Argument mit den Penisbildern? Wann genau waren die ein zentrales Thema von #metoo? Das ist doch jetzt die nächste Themenhopperei.

    Mal wieder den zentralen Kern meiner Aussage ignoriert. Ich hatte erörtet, dass es unglaublichwürdig erscheint, dass ausgerechnet im powerfeministischen Schweden angeblich besonders viele Frauen sein sollen, die sich vor #metoo nichts getraut haben.
     
  31. Oi!Olli Vollzeitskinhead

    Oi!Olli
    Registriert seit:
    7. Mai 2005
    Beiträge:
    52.378
    Ort:
    Essen
    Mein RIG:
    CPU:
    Ryzen R7 5800X
    Grafikkarte:
    AMD Radeon 6900XT
    Motherboard:
    Asus B 550 Strix F Wifi
    RAM:
    2x16 GB G.Skill Ripjaws V 3600
    Laufwerke:
    Viele SSD
    Soundkarte:
    Soundblaster Z
    Gehäuse:
    Raijintek Zofos Evo Silent
    Maus und Tastatur:
    Tastatur leuchtet
    Betriebssystem:
    Windows X
    Monitor:
    Acer Predator XB253QGP
    Du meintest es gäbe da eine Studie, sagst aber nicht welche.

    Wie man Studien manipulieren kann, sollte auch dir bekannt sein. Ich gebe mal ein Beispiel. Was macht ihnen mehr Sorgen, ein Irrer mit Waffe vor ihrer Wohnungstür, oder der Klimawandel. Zack eine Studie in der, der Klimawandel kein Problem darstellt.

    Kriminalstudien unterteilen gerne noch mal. Sollte das hier nicht der Fall gewesen sein, wird es schwer zu belegen, dass ja auch sexuelle Gewalt durch Vorgesetzte gesunken ist. Dann wäre das reine Spekulation.

    Es ging ursprünglich um sexuelle Belästigung durch Vorgesetze. Bzw geht es immer noch. Die Sache mit den Dickpics bezog sich auf die Behauptung die Zahl sexueller Gewalt würde generell sinken. Ich sage, sie hat sich eher verlagert.
     
  32. Jeremir

    Jeremir
    Registriert seit:
    7. Juni 2017
    Beiträge:
    116
    Entweder hast du nicht richtig gelesen oder du lügst. Schau nochmal in meinen Kommentar.

    In den Usa gab es 2014 eine Studie vom General Social Survey an der University of Chicago die gegenüber 2002 einen Rückgang von 6 Prozent der sexuellen Belästigung am Arbeitsplatz festgestellt hat.

    Also kannst du dich gegen die Aussage einer rückläufigen Entwicklung nur mit einer Behauptung stemmen.

    Da man ja in feministischen Kreisen solche Argumente häufiger hört: Ist euch eigentlich bewusst, dass ihr damit die Erfolge früherer Frauenbewegungen negiert? Auf die Weise macht ihr selber frauenpolitisches Engagement unattraktiv, den die vielen Kämpfe in über Jahrzehnte hinweg haben ja offenbar kaum etwas bewirkt.
     
  33. Oi!Olli Vollzeitskinhead

    Oi!Olli
    Registriert seit:
    7. Mai 2005
    Beiträge:
    52.378
    Ort:
    Essen
    Mein RIG:
    CPU:
    Ryzen R7 5800X
    Grafikkarte:
    AMD Radeon 6900XT
    Motherboard:
    Asus B 550 Strix F Wifi
    RAM:
    2x16 GB G.Skill Ripjaws V 3600
    Laufwerke:
    Viele SSD
    Soundkarte:
    Soundblaster Z
    Gehäuse:
    Raijintek Zofos Evo Silent
    Maus und Tastatur:
    Tastatur leuchtet
    Betriebssystem:
    Windows X
    Monitor:
    Acer Predator XB253QGP

    Du hast von einer Studie geredet, aber nicht welcher. Auf einen Link warte ich noch.

    #metoo war 2017. Aber wow 6 % in 14 Jahren.

    Nicht nur mit einer Behauptung.

    https://yougov.co.uk/topics/politic...our-ten-female-millennials-been-sent-dick-pic

    Also eigentlich negierst du hier sexuelle Belästigung. Die Erfolge werden übrigens immer wieder torpediert durch neue Felder, oder wie bei dir durch kleinreden.
     
  34. Jeremir

    Jeremir
    Registriert seit:
    7. Juni 2017
    Beiträge:
    116
    Ich hatte explizit das Trendbarometer von Forsa genannt. Hier jetzt noch der Link: https://www.presseportal.de/pm/72183/3779295


    Zunächst mal: In dieser Größenordnung bewegt sich der allgemeine Kriminalitätsrückgang in vielen Bereichen, nicht nur bei sexueller Gewalt. Und auf einen größeren Zeitraum ausgedehnt, macht das wesentlich mehr aus.

    Und was soll die Aussage "#metoo war 2017"? Es ging mir doch darum zu zeigen, dass die gewünschte Entwicklung vorher schon da war.

    Wo steht dort, dass dies den generellen Rückgang bei sexueller Gewalt torpediert?

    Hier kann man übrigens auch fragen inwieweit hier das Thema Frauendiskrimminierung noch passt. Wenn man nicht speziell auf Dickpics sondern allgemein Nachrichten mit pornografischen Inhalten thematisiert, sind Männer nämlich häufiger betroffen als Frauen:
    https://www.wiwo.de/erfolg/beruf/sexuelle-belaestigung-maenner-haeufiger-von-uebergriffen-im-job-betroffen-als-frauen/11450472.html

    Mir fällt gerade noch eine Sache zu deinem vorherigen Kommentar ein:
    Es ging bei meiner Aussage der sinkenden sexuellen Gewalt um das, was #metoo zeigt. Da Dickpics bei #metoo kaum eine Rolle spielten, sind Dickpics kein Gegenargument, da #metoo den Eindruck von radikaler Häufigkeit eben der klassischen Formen von sexueller Gewalt erweckt hat. Dein Argument der Verlagerung funktioniert daher nicht als Verteidigung von #metoo und ist somit Themenhopperei.
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. Juli 2021
  35. Dawizard

    Dawizard
    Registriert seit:
    29. Januar 2015
    Beiträge:
    4.567
    Aha. Wenn man sich über ein nach wie vor bestehendes Problem (auch wenn es graduelle Besserung gibt) kümmert tritt man also auf der Stelle. Was sollte die "Frauenbewegung" denn deiner Meinung nach tun?

    Tipp für die Zukunft: Keine schlechten Versuche von Zusammenfassungen lesen sondern die Studie selbst.

    Die 49 bzw. 56 Prozent beziehen sich auf die Frage "Eine der im Gesetz genannten Belästigungssituationen schon einmal selbst erlebt". Zum Beispiel: Wenn jemand in Gegenwart von zwei männlichen Kollegen einer Kollegin sagt, dass sie wohl mal wieder ordentlich gefickt werden muss, haben zwei Männer und eine Fraue sexuelle Belässtigung erlebt.
    Bei den tatsächlichen Opfern "gewinnen" die Frauen dagegen deutlich mit 17 zu 7 Prozent.


    Ich nehme an dafür hast du eine bessere Studie als die letzte?
     
  36. Sace

    Sace
    Registriert seit:
    12. Dezember 2018
    Beiträge:
    1.012
    Das stimmt nicht, dann würde schon die nächste Folie nämlich keinen Sinn mehr ergeben. Dort wird unterschieden zwischen "Belästigung beobachtet" und "Belästigung selbst erlebt". Aber netter Versuch.
     
  37. Dawizard

    Dawizard
    Registriert seit:
    29. Januar 2015
    Beiträge:
    4.567
    Hank lernt Dinge. Heute: Sprache braucht Kontext. Dass das Konzept von den USA als Plutokratie in der aktuellen Politikwissenschaft diskutiert wird kannst du im Wikipediaartikel nachlesen den du selbst verlinkt hast.

    Technisch ja, als "Bewegung" die diesen Namen verdient aber noch nicht.
     
  38. Hank J.

    Hank J.
    Registriert seit:
    13. Mai 2009
    Beiträge:
    20.924
    und der kontext ist, dass es sich bei Bret Weinstein um einen juden handelt, der sich der amerikanischen plutokratie bedient, um eine täter-opfer umkehr zu erzielen. ich habe das alles zusammengefasst, wenn du da keine antisemitischen stereotype erkennen kannst, dann ist das halt so. ich bin mir aber recht sicher, dass das thema an sich völlig irrelevant ist. es geht ums rechthaben und darum, daran sein selbstwertgefühl festzumachen. mir in irgendeiner form ein zugeständnis machen zu müssen würde am eigenen selbstbild kratzen, weswegen das schon von vornherein ausgeschlossen wird. eine unterhaltung ist demzufolge absolut sinnlos. das sieht man auch an der kleinigkeit hier:
    selbst bei einer recht unwichtigen korrektur siehst du dich gezwungen, dein gesicht wahren zu müssen, um am ende als rechthaber aus der sache rauszukommen. deine ständigen infantilisierungsversuche bezüglich deiner gesprächspartner einerseits und das positionieren als patron der vernunft deiner selbst andererseits sprechen da eine deutliche sprache. dumm, ungebildet, ignorant und/oder rechts. was anderes scheinst du gar nicht mehr zu kennen. es gibt nur zwei seiten, die richtige, auf der du dich zwangsläufig selbst verortest und die falsche, die aus all jenen besteht, die deine gedanken in irgendeiner weise nicht teilen, weswegen widerspruch, egal wie inkonsequent, unwichtig oder gar unsinnig, zum imperativ wird. wie sollte es auch anders gehen.
     
    Bot=of=Nod und Vicarocha gefällt das.
  39. Dawizard

    Dawizard
    Registriert seit:
    29. Januar 2015
    Beiträge:
    4.567
    Wenn die Studie tatsächlich mit "Belästigungssituationen schon einmal selbst erlebt und "schon einmal am Arbeitsplatz sexuell belästigt" das gleiche meint aber diese komplett unterschiedlichen Formulierungen in direkt aufeinanderfolgenden Fragen verwendet hat ist das Studiendesign einfach Mist. Und damit ebenso kein Beleg für die behauptete Aussage.
     
  40. Sace

    Sace
    Registriert seit:
    12. Dezember 2018
    Beiträge:
    1.012
    Ich würde eher sagen, dass in dieser Folie der Unterschied zwischen

    "Eine der im Gesetz genannten Belästigungssituationen schon einmal selbst erlebt"

    und

    "Nach eigenem Begriffsverständnis schon einmal am Arbeitsplatz sexuell belästigt"

    hervorzuheben ist. Also, ob die Leute sich überhaupt im Klaren sind, was alles per Gesetz als Belästigung durch gehen würde vs. wo sie persönlich die eigene Grenze zur Belästigung ziehen.

    Die Aussagen, die sich von dieser Folie ableiten lassen sind übrigens interessant:

    Männer werden viel häufiger, nach Gesetzesdefinition, belästigt, als ihnen klar ist. Frauen ebenso, hier ist die Diskrepanz aber um ein Vielfaches niedriger.
    Mit anderen Worten: Die Frauen haben kein sonderlich gutes, aber ein viel besseres Verständnis dafür, welches Verhalten ihnen gegenüber okay ist und welches nicht.

    Mit der Definition ergeben auch alle anderen Folien wieder Sinn.
     
Status des Themas:
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Top