Political Correctness Sammelthread

Dieses Thema im Forum "Smalltalk" wurde erstellt von abelian grape, 7. März 2019.

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  1. Joss Filousoph

    Joss
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    Insofern hier motiviert durch schlichte Neigung und Dünkel mein Standpunkt des Sowohl-als-auch karikiert wurde nutze ich die konkrete Gelegenheit der aktuellen Proteste Indigener und deren Unterstützer in Kanada gegen die Diskrminierung durch die britischen und römisch-katholischen Mächte, das einmal mehr zu exempflifizieren, warum ich diesen Zusammenhang aus Maß und Solidarität für wichtig halte.

    Mich als happy old men bestürzen solche gestürzten Denkmäler, weil ich sie nicht einfach als einen Ausweis an und für Herrschaft sehe, sondern immer schon als komplexere Amalgame für historische Situationen und Entwicklungen. Zumal dann, wenn Statue und Plakette das auch ausdrücken, was sehr oft jedoch leider nicht der Fall ist. Statt also Denkmäler zu stürzen wäre mein Plädoyer sie umzugestalten und aufzuwerten oder zu alternieren, Aufstellung einer Statue oder Stauengruppe, die das Denkmal kommentiert. Z.B. ein Denkmal von General Lee mit einem Mahnmal an die Motivation des Bürgerkriegs und den Horror der Sklaverei, das ökonomische Kalkül des Südens. Das wäre mein Weg.

    Und nun kommt das Aber. Aber ich verstehe den Furor der Nachkommen. Ich habe den distanzierten und dadurch bequem-reflexiven Blick. In mir tobt kein Feuer eines blutigen Erbes, ich habe keine Opfer in der Familie (eher schon Tätergeschichte). Daheraus, also aus vergangener und gegenwärtiger Ohnmachtserfahrung, schreibt sich jedoch die Wut der Betroffenen. Die hier immer wieder praktizierte bequeme Distanzierung halte ich darum für wohlfeil. Entsprechend folgen dann auch die Betrachtungen zu diesen Fragen sämtlich aus der Distanz, empathielos, verschlossen und ignorant. Die hieraus entstehenden Diskussionen haben den Charakter des Scheins, weil sie letztlich durch ihren Ausgangs- und Fluchtpunkt unvereinbar sind. Aus diesem Grunde entsteht auch nie eine Klärung, sondern stets nur oberflächliche Scharmützel. Es fehlt der Zugang.

    Ich selbst muss mit diesem Abgrund meines Abers leben, ich würde es mir anders und besser wünschen, aber für mich besteht eine fortwährende Pflicht, ein Aufruf, den Opfern Gehör zu schenken und ihre Taten vor dem Hintergrund der Geschichte zu verstehen. Solange bis das möglich wird, was die Kanadische Bischofskonferenz fordert, Dialog und Heilung. Solange keine Menschen zu Schaden kommen betrachte ich gewisse Aktionen jedenfalls als gerechtfertigt. Ob es nun um eine Hausbesetzung in Deutschland oder einen Denkmalssturz in Kanada geht.

    Es ist wie mit vielen Fragen des Lebens und Zusammenlebens, sie sehen aus der Distanz anders aus als aus der Nähe. Wer mal einen Beziehungsstreit live an und mit sich selbst und einen aus dem Beobachterstandpunkt erlebt hat, sollte das wissen. Es mangelt den üblichen Verdächtigen aber schon an solchen simplen Erkenntnissen, darum bleiben ihnen diese Diskussionen und Diskurse auch verschlossen. Das gilt in Teilen auch für die andere Fraktion, angesichts bestehender Distanzen, aber hier mutet man sich eben zumindest die Anstrengung der Empathie und Reflexion zu. Weil man nicht nur an der eigenen Haltung, sondern an der Sache, der Geschichte und den Menschen interessiert ist. Und darum finden z.B. reaktionäre Betrachtungen nahezu gar nicht an den Universitäten statt, weil man dort diese Vernageltheit aus dem zugrundeliegenden Anspruch gegenüber Wissenschaft und Forschung selbstverständlich ablehnt. Das kann man übrigens auch gut an den Reaktionen aus der Akademie beobachten, wenn eigentlich renommierte Fachleute wie beispielsweise Rüdiger Safranski sich reaktionär äußern. Ganz ohne viel Aufheben entsteht daraus eine Art Abnabelung und Distanzierung der wissenschaftlichen Gemeinschaft gegenüber solchen Leuten. Und es sind genau diese, die dann auch irgendwann auf den Hund kommen, dass es eine CC gibt und sie doch selbst ein Beispiel dafür abgeben. Kassiert dabei wird jedoch, dass man selbst die dazu erforderlichen Schritte der Abkehr von der Arbeit des Begriffs (Reflexivität und Kritik im eminenten Sinne) gegangen ist.
     
  2. Hank J.

    Hank J.
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    sexismus/misogynie geht oftmals hand in hand mit meToo, da bin ich etwas über das ziel hinausgeschossen, weil ich das einfach angenommen habe. mir persönlich geht es gar nicht darum, von meToo zu verlangen, alle probleme zu lösen oder ähnliches, ich finde es nur schade, dass daraus keine diskussion entstanden ist, die ein breiteres feld abdeckt. was meToo anspricht, sind letzten endes dieselben strukturen, die missbrauch und misshandlungen ganz allgemein ermöglichen - undurchsichtige hierarchien, die vom rest der welt abgekapselt operieren, in denen es keine öffentlichkeit gibt, auf die man von aussen überhaupt keinen zugang findet sondern darauf angewiesen ist, dass sich entweder ein täter oder opfer zu wort meldet um die korruption aufzudecken. ob das gefängnisse, polizei, politik, wirtschaft, unterhaltungsindustrie, bildungseinrichtungen oder religiöse vereinigungen sind, ist dabei recht austauschbar.

    das beste wäre, hier eine transparenz und öffentlichkeit herzustellen, statt die machtverhältnisse in sehr spezifischen situationen umzudrehen. blinden gehorsam und vertrauen einzufordern, wie z.b. mit dem meToo verwandten hashtag #believewomen halte ich für absolut kontraproduktiv. es gab und gibt immer wieder fälle, wo dieses movement und die sozialen spannungen von einzelpersonen als vorwand genutzt wurden, um persönliche rachefeldzüge zu starten und offene rechnungen zu begleichen. diese fälle haben nichts mit empowerment, befreiungskampf und solidarität zu tun, dafür aber viel mit korruption und machtverhältnissen. diesbezüglich ist auch die US-amerikanische geschichte sehr interessant, weil anschuldigungen von weissen frauen ggü. schwarzen männern oft zu einem lynchmob mit tödlichem ausgang für den beschuldigten geführt haben. ich zumindest habe den eindruck, vielen 'linken' geht es heute vorallem darum, den schlechten könig mit einer guten königin auszutauschen statt den feudalismus selbst anzugreifen.
     
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  3. Oi!Olli Vollzeitskinhead

    Oi!Olli
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    Frauen zu glauben ist doch erstmal nicht falsch.

    Es ist zur Zeit eher umgekehrt, eine Frau vertraut sich jemandem an und bekommt erstmal zu hören, nein, xyz macht so was nicht.
     
  4. Dawizard

    Dawizard
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    Aber die anderen sind diejenigen die irgendwelche "Keulen" schwingen :ugly:


    Metoo begann mit diesem Tweet:

    Es ging darum zu zeigen, dass sexuelle Belästigung und Übergriffe für Frauen so verbreitet sind, dass (fast) jede "me too" sagen konnte. NIcht nur in der Schauspielbranche oder generell im Beruf sondern immer und überall.
    Das ist ein Geschlechterproblem und sich zu beschweren, dass die Debatte nicht auf einen Teilaspekt verengt wurde ist schon...kreativ
     
  5. Avior

    Avior
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    Soweit ich das verstanden habe, lesen sich Mods nur dann Beiträge duch, wenn jemand diese explizit meldet.
     
  6. Hank J.

    Hank J.
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    die lösung für blindes misstrauen ist nicht blindes vertrauen. dieselbe dynamik hast du auch bei allen anderen fällen von missbrauch, wie z.b. in bildungseinrichtungen, mobbing, religiösen gemeinschaften uvm. auf der einen seite macht, autorität und ansehen, auf der anderen seite angst, dass eine öffentlichkeit noch mehr probleme bedeutet, auch für diejenigen, die selbst nicht betroffen sind, weil man sich dadurch unter umständen eine zielscheibe auf den rücken malt. wenn es konflikte gibt, bedeutet blindes vertrauen auf der einen blindes misstrauen auf der anderen seite. die missbrauchsfälle innerhalb der kath. kirche beispielsweise, die ja durch das bedingungslose vertrauen in die kirche als solche überhaupt erst in dem ausmasse entstehen konnten löst man nicht dadurch, indem man die verhältnisse umdreht.

    anschuldigungen müssen mit der nötigen sorgfalt untersucht werden, zudem wäre es sinnvoll, eine ganz grundsätzliche öffentlichkeit und transparenz herzustellen. die gruppen zu vertauschen, denen man ver- bzw. misstraut führt nur dazu, dass wieder undurchsichtige verhältnisse entstehen, auf die man als aussenstehender keinen zugriff hat. das dasein als täter bzw. opfer ist einem ja nicht in die DNA geschrieben, sondern hängt immer von den gegebenen möglichkeiten ab. so ist ein unschuldiger mann, der von einer frau zu unrecht beschuldigt wird, durch eine öffentliche vorverurteiling aber schon empfindliche konsequenzen zu tragen hat, trotz der historischen herrschaftsdynamik zwischen mann und frau hier das opfer, während die frau den täter stellt.
     
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  7. Hank J.

    Hank J.
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    ich habe das entsprechende ja belegt, zitiert und verlinkt. da kann sich jeder selbst ein bild davon machen, ich habe keine leere behauptung in den raum gestellt. es ist aber schon erstaunlich, wie die sonst hellhörigen auf einmal taub werden. wer antisemitismus bei worten wie 'globalisten' oder 'finanzeliten' sieht, aber plötzlich ins straucheln kommt, wenn's um die 'amerikanische plutokratie' geht, den kann ich nicht so recht ernstnehmen.

    meToo begann mit Tanya Burke in 2006.
     
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  8. Oi!Olli Vollzeitskinhead

    Oi!Olli
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    Vielleicht weil der entsprechende User nie mit Antisemitismus aufgefallen ist? Ist das nicht gerade das, was man immer so an PC beklagt? Das man jedes Wort auf die Goldwaage legen muss?
     
  9. Jeremir

    Jeremir
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    Du hast nicht verstanden was ich geschrieben habe (oder willst es nicht verstehen). Das erkennt man schon daran, dass ich explizit darauf aufmerksam gemacht habe, dass die Debatte in den ersten Tagen in Deutschland völlig anders thematisiert wurde als in den USA.

    In Kurzform: Meine Kritik lautet nicht, dass man sich um Opfer sexueller Gewalt kümmert sondern dass man ein Symptom zur Ursache umgedeutet hat.


    Und damit war #metoo aber letztlich nur die dutzendfache Wiederholung von zig anderen Sexismusdebatten vorher und somit ein Paradebeispiel dafür wie die Frauenbewegung auf der Stelle tritt.

    Davon abgesehen hat #metoo ja gerade nicht gezeigt, dass sexuelle Gewalt aktuell derartig radikal weit verbreitet ist. Aktuelle Fälle kamen nämlich fast gar keine vor (so wie sich auch nicht alle Frauen gemeldet haben sondern nur solche mit Twitter-Account, welche eine nicht repräsentative Minderheit darstellen). Was #metoo geliefert hat war eine Summe von Taten aus einem Zeitraum von mindestens 50 vergangenen Jahren.

    Was denkst du was herauskommt, wenn man z.B. bei Diebstahlsdelikten nicht auf aktuelle Fallzahlen zurückgreift sondern stattdessen Zahlen aus einem Zeitraum von einem halben Jahrhundert unterschiedslos summiert (und nicht darauf schaut ob sich in dieser Zeit irgendetwas verändert hat)? Da erhält man Fallzahlen höher als die Menge an Einwohnern.
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. Juli 2021
  10. Oi!Olli Vollzeitskinhead

    Oi!Olli
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    Bitte was? Nicht verbreitet? Weißt du wie viele meiner weiblichen Freunde und Bekannte damals mitgemacht haben? Durschnittalter übrigens 25.
     
  11. Jeremir

    Jeremir
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    ]
    Dir ist schon bewusst, dass an feministischen Aktivitäten (vor allem auf Twitter) nur eine kleine Minderheit der Frauen teilnimmt und sich daher aus deinem Kommentar in erster Linie ergibt, dass dein Freundeskreis nicht repräsentativ ist (das fehlende Beweusstsein dafür erklärt wahrscheinlich deine Weltanschauung). Ich könnte dir jetzt im Gegenzug erzählen, wieviele Frauen ich kenne, die sich über diese Sexismusdebatten nur lustig machen können. Das wäre dann genauso kein Argument.

    Du hast hier gerade nur versucht, eine Debatte argumentationslos durch Aufbauen von emotionalen Druck zu beenden.

    Mal so gefragt: Wenn die Realität so ist wie du sie beschreibst, warum wird dann überhaupt auf die Methode zurückgegriffen, dass man aktuelle Fälle und solche die mehrere Jahrzehnte alt sind unterschiedlos summiert? Das wird ja nicht nur bei #metoo so gemacht.

    Weil ich eine bestimmte Reaktion schon ahne: Aus dem was ich geschrieben habe ergibt sich überhaupt nicht, dass man sich nicht um Frauen kümmern soll, die tatsächlich Opfer von sexueller Gewalt geworden sind.
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. Juli 2021
  12. Oi!Olli Vollzeitskinhead

    Oi!Olli
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    Es war nicht Twitter sondern Facebook und Frauen aus diversen Weltanschauungen.

    Deine Behauptung war übrigens aktuelle Fälle gäbe es so gut wie Keine. Was du übrigens nicht belegt hast. Wer im Glashaus sitzt.

    Wieso man das macht? Weil Menschen komischerweise bei sexueller Belästigung gerne mal nachtragend sind und weil man ein Bewusstsein dafür schaffen will.

    Es ändert sich auch gerne mal die Art der sexuellen Belästigung. In den sozialen Medien verschicken die Leute gerne mal Penisbilder. Und werden dort übergriffig. Ist auch kein Problem?
     
  13. Jeremir

    Jeremir
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    Als die Debatte gerade auf Hochtouren lief, gab es in Deutschland eine Umfrage welche Themen aktuell besonders wichtig sind. Sexismus wurde nur von einem Prozent genannt (Trendbarometer vom Umfrageinstitut Forsa).

    Da das Argument sicherlich kommt: Es gab auch Umfragen, wonach Debatten wie #metoo von Vielen als wichtig empfunden werden. Der Unterschied: Solche Ergebnisse kamen nur bei Umfragen zustande, bei dennen explizit nur nach #metoo gefragt wurde. Das bei den Umfragen wo gezielt nur nach #metoo gefragt wurde plötzlich ein ganz anderes Ergebnis herauskommt dürfte mit dem Effekt der sozialen Erwünschtheit erklärt werden (der in Medienberichten über Studien oft vernachlässigt wird).


    Meine Aussage war: "#metoo ja gerade nicht gezeigt, dass sexuelle Gewalt aktuell derartig radikal weit verbreitet ist". Zwischen der Aussage "nicht derartig radikal weit verbreitet" und der Aussage "es gibt fast keine Fälle" besteht ein deutlicher Unterschied. Meine Kritik geht an der Stelle dahin: durch das unterschiedlose Summieren von Fällen aus mehreren Jahrzehnten wird darüber hinweggesehen, inwieweit es bereits eine Entwicklung gibt. Und die Kriminalforschung hat bereits vor #metoo bei Sexualstraftaten eine steigende Anzeigebereitschaft und gleichzeitig sinkende Fallzahlen festgestellt.

    Und damit tritt die Frauenbewegung auf der Stelle. Das Bewusstsein dafür wurde schon vor Jahrzehnten geschaffen. Einige der Schauspielerinnen, die #metoo unterstützen haben selber schon vor über 20 Jahren in Filmen mitgespielt, die genau solche Vorkommnisse in ihrer Branche zum Thema haben.

    Es war ja auch zu beobachten: je stärker der femistische Stempel in einem Land, desto größer die Menge der genannten Fälle. So trendete #metoo nirgendwo so stark wie in Schweden, während es gleichzeitig in arabischen Ländern kaum zu sehen war.
     
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  14. Rakato

    Rakato
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    Es ist aber auch nicht richtig, weil ich als hörende Person keinen Wertungsrahmen haben kann. Welchen Zugang außer, das ich Kenntnis von einem Umstand nehme hab ich in dem Moment also wirklich? Richtig keinen. Selbstreflexion würde auch Reflexion meines eigenen Standpunktes als Zuhörer bedeuten. Meiner persönlichen Meinung muss man sich hier überhaupt nicht in einer Kategorie von " falsch" oder " richtig " bewegen man kann ja auch einfach zuhören. Deswegen sollte man auch keinen generalisierenden Kontext in die Welt setzten wie " Believe Woman".
     
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  15. unreal ..hat nun HSDPA :ugly:

    unreal
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    Anekdotische Evidenz zählt als Beweis? :ugly:
     
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  16. Oi!Olli Vollzeitskinhead

    Oi!Olli
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    Eine Umfrage aufgeschlüsselt nach Männern und Frauen? Oder 49 % Frauen und 51 Prozent Männer?

    Welche Themen waren noch im Angebot?

    Das Argument mit der sozialen Erwünschtheit kann man auch bei der von dir favorisierten Umfrage nehmen.

    Was die Kriminalforschung angeht. Bei sexueller Gewalt generell, oder bei sexueller Gewalt durch Vorgesetzte? Die Sache mit den Penisbildern hast du übrigens ignoriert, gehört das auch dazu?

    https://www.spiegel.de/kultur/aktio...frauen-a-fd7e8358-baae-420f-9f30-841419e923cd

    https://www.spiegel.de/kultur/dick-...bilder-a-32f16306-ef91-489a-96a7-142364cef77f

    https://www.spiegel.de/netzwelt/web...m-netz-a-df00d7cc-8970-475a-8120-9e021fc00654

    Oh metoo trendet in arabischen Ländern, in denen das Netz zensiert und Frauen weniger zu sagen haben, oft sogar bei einer Vergewaltigung verurteilt werden, weil sie sich zu nicht genug gewehrt haben, weniger?
     
  17. Jeremir

    Jeremir
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    Seit wann führt Forsa solche Studien in nicht repräsentativen Gruppen durch?

    Inwiefern gibt es bei einer Themenauswahl einen vergleichbaren emotionalen Druck wie bei einer gezielten Umfrage zu nur einem Thema das gerade emotional debattiert wird?


    Sowohl als auch und ich denke das weißt du selbst. Es dürfte wohl Niemanden überraschen, dass die Kriminalforschung Forschung zu verschiedenen Formen sexueller Gewalt betreibt. Es wäre eher eine gewaltige Überraschung wenn das nicht der Fall wäre.

    Ich komme gerade nicht darauf aber es gibt glaube ich eine speziellen Begriff für die Strategie in einer Diskussion Belege zu etwas zu fordern, das so allgemein bekannt ist, dass es eigentlich keinen Beleg benötigt. Und der allgemeine Kriminalitätsrückgang (der alle Formen von Gewalttaten umfasst, also auch sexuelle Gewalt) gehört eigentlich zum Allgemeinwissen.

    Davon abgesehen scheint man sich ja hier im Forum auch nicht einig zu sein, ob es bei #metoo nun um sexuelle Gewalt im Allgemeinen oder um Machtmissbrauch durch Vorgesetzte geht. Bei meinem ursprünglichen Kommentar ging es nämlich um Letzteres, da bis dahin im Zusammenhang mit #metoo auch darüber diskutiert wurde. Die Aussage dass es um ein gesamtgesellschaftliches Problem in allen Kreisen gehen würde folgte erst als Reaktion auf meinen Kommentar und widerspricht daher dem Diskussionsverlauf bis dahin.

    Und was soll eigentlich das Argument mit den Penisbildern? Wann genau waren die ein zentrales Thema von #metoo? Das ist doch jetzt die nächste Themenhopperei.

    Mal wieder den zentralen Kern meiner Aussage ignoriert. Ich hatte erörtet, dass es unglaublichwürdig erscheint, dass ausgerechnet im powerfeministischen Schweden angeblich besonders viele Frauen sein sollen, die sich vor #metoo nichts getraut haben.
     
  18. Oi!Olli Vollzeitskinhead

    Oi!Olli
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    Du meintest es gäbe da eine Studie, sagst aber nicht welche.

    Wie man Studien manipulieren kann, sollte auch dir bekannt sein. Ich gebe mal ein Beispiel. Was macht ihnen mehr Sorgen, ein Irrer mit Waffe vor ihrer Wohnungstür, oder der Klimawandel. Zack eine Studie in der, der Klimawandel kein Problem darstellt.

    Kriminalstudien unterteilen gerne noch mal. Sollte das hier nicht der Fall gewesen sein, wird es schwer zu belegen, dass ja auch sexuelle Gewalt durch Vorgesetzte gesunken ist. Dann wäre das reine Spekulation.

    Es ging ursprünglich um sexuelle Belästigung durch Vorgesetze. Bzw geht es immer noch. Die Sache mit den Dickpics bezog sich auf die Behauptung die Zahl sexueller Gewalt würde generell sinken. Ich sage, sie hat sich eher verlagert.
     
  19. Jeremir

    Jeremir
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    Entweder hast du nicht richtig gelesen oder du lügst. Schau nochmal in meinen Kommentar.

    In den Usa gab es 2014 eine Studie vom General Social Survey an der University of Chicago die gegenüber 2002 einen Rückgang von 6 Prozent der sexuellen Belästigung am Arbeitsplatz festgestellt hat.

    Also kannst du dich gegen die Aussage einer rückläufigen Entwicklung nur mit einer Behauptung stemmen.

    Da man ja in feministischen Kreisen solche Argumente häufiger hört: Ist euch eigentlich bewusst, dass ihr damit die Erfolge früherer Frauenbewegungen negiert? Auf die Weise macht ihr selber frauenpolitisches Engagement unattraktiv, den die vielen Kämpfe in über Jahrzehnte hinweg haben ja offenbar kaum etwas bewirkt.
     
  20. Oi!Olli Vollzeitskinhead

    Oi!Olli
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    Du hast von einer Studie geredet, aber nicht welcher. Auf einen Link warte ich noch.

    #metoo war 2017. Aber wow 6 % in 14 Jahren.

    Nicht nur mit einer Behauptung.

    https://yougov.co.uk/topics/politic...our-ten-female-millennials-been-sent-dick-pic

    Also eigentlich negierst du hier sexuelle Belästigung. Die Erfolge werden übrigens immer wieder torpediert durch neue Felder, oder wie bei dir durch kleinreden.
     
  21. Jeremir

    Jeremir
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    Ich hatte explizit das Trendbarometer von Forsa genannt. Hier jetzt noch der Link: https://www.presseportal.de/pm/72183/3779295


    Zunächst mal: In dieser Größenordnung bewegt sich der allgemeine Kriminalitätsrückgang in vielen Bereichen, nicht nur bei sexueller Gewalt. Und auf einen größeren Zeitraum ausgedehnt, macht das wesentlich mehr aus.

    Und was soll die Aussage "#metoo war 2017"? Es ging mir doch darum zu zeigen, dass die gewünschte Entwicklung vorher schon da war.

    Wo steht dort, dass dies den generellen Rückgang bei sexueller Gewalt torpediert?

    Hier kann man übrigens auch fragen inwieweit hier das Thema Frauendiskrimminierung noch passt. Wenn man nicht speziell auf Dickpics sondern allgemein Nachrichten mit pornografischen Inhalten thematisiert, sind Männer nämlich häufiger betroffen als Frauen:
    https://www.wiwo.de/erfolg/beruf/sexuelle-belaestigung-maenner-haeufiger-von-uebergriffen-im-job-betroffen-als-frauen/11450472.html

    Mir fällt gerade noch eine Sache zu deinem vorherigen Kommentar ein:
    Es ging bei meiner Aussage der sinkenden sexuellen Gewalt um das, was #metoo zeigt. Da Dickpics bei #metoo kaum eine Rolle spielten, sind Dickpics kein Gegenargument, da #metoo den Eindruck von radikaler Häufigkeit eben der klassischen Formen von sexueller Gewalt erweckt hat. Dein Argument der Verlagerung funktioniert daher nicht als Verteidigung von #metoo und ist somit Themenhopperei.
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. Juli 2021
  22. Dawizard

    Dawizard
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    Aha. Wenn man sich über ein nach wie vor bestehendes Problem (auch wenn es graduelle Besserung gibt) kümmert tritt man also auf der Stelle. Was sollte die "Frauenbewegung" denn deiner Meinung nach tun?

    Tipp für die Zukunft: Keine schlechten Versuche von Zusammenfassungen lesen sondern die Studie selbst.

    Die 49 bzw. 56 Prozent beziehen sich auf die Frage "Eine der im Gesetz genannten Belästigungssituationen schon einmal selbst erlebt". Zum Beispiel: Wenn jemand in Gegenwart von zwei männlichen Kollegen einer Kollegin sagt, dass sie wohl mal wieder ordentlich gefickt werden muss, haben zwei Männer und eine Fraue sexuelle Belässtigung erlebt.
    Bei den tatsächlichen Opfern "gewinnen" die Frauen dagegen deutlich mit 17 zu 7 Prozent.


    Ich nehme an dafür hast du eine bessere Studie als die letzte?
     
  23. Sace

    Sace
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    Das stimmt nicht, dann würde schon die nächste Folie nämlich keinen Sinn mehr ergeben. Dort wird unterschieden zwischen "Belästigung beobachtet" und "Belästigung selbst erlebt". Aber netter Versuch.
     
  24. Dawizard

    Dawizard
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    Hank lernt Dinge. Heute: Sprache braucht Kontext. Dass das Konzept von den USA als Plutokratie in der aktuellen Politikwissenschaft diskutiert wird kannst du im Wikipediaartikel nachlesen den du selbst verlinkt hast.

    Technisch ja, als "Bewegung" die diesen Namen verdient aber noch nicht.
     
  25. Hank J.

    Hank J.
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    und der kontext ist, dass es sich bei Bret Weinstein um einen juden handelt, der sich der amerikanischen plutokratie bedient, um eine täter-opfer umkehr zu erzielen. ich habe das alles zusammengefasst, wenn du da keine antisemitischen stereotype erkennen kannst, dann ist das halt so. ich bin mir aber recht sicher, dass das thema an sich völlig irrelevant ist. es geht ums rechthaben und darum, daran sein selbstwertgefühl festzumachen. mir in irgendeiner form ein zugeständnis machen zu müssen würde am eigenen selbstbild kratzen, weswegen das schon von vornherein ausgeschlossen wird. eine unterhaltung ist demzufolge absolut sinnlos. das sieht man auch an der kleinigkeit hier:
    selbst bei einer recht unwichtigen korrektur siehst du dich gezwungen, dein gesicht wahren zu müssen, um am ende als rechthaber aus der sache rauszukommen. deine ständigen infantilisierungsversuche bezüglich deiner gesprächspartner einerseits und das positionieren als patron der vernunft deiner selbst andererseits sprechen da eine deutliche sprache. dumm, ungebildet, ignorant und/oder rechts. was anderes scheinst du gar nicht mehr zu kennen. es gibt nur zwei seiten, die richtige, auf der du dich zwangsläufig selbst verortest und die falsche, die aus all jenen besteht, die deine gedanken in irgendeiner weise nicht teilen, weswegen widerspruch, egal wie inkonsequent, unwichtig oder gar unsinnig, zum imperativ wird. wie sollte es auch anders gehen.
     
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  26. Dawizard

    Dawizard
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    Wenn die Studie tatsächlich mit "Belästigungssituationen schon einmal selbst erlebt und "schon einmal am Arbeitsplatz sexuell belästigt" das gleiche meint aber diese komplett unterschiedlichen Formulierungen in direkt aufeinanderfolgenden Fragen verwendet hat ist das Studiendesign einfach Mist. Und damit ebenso kein Beleg für die behauptete Aussage.
     
  27. Sace

    Sace
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    Ich würde eher sagen, dass in dieser Folie der Unterschied zwischen

    "Eine der im Gesetz genannten Belästigungssituationen schon einmal selbst erlebt"

    und

    "Nach eigenem Begriffsverständnis schon einmal am Arbeitsplatz sexuell belästigt"

    hervorzuheben ist. Also, ob die Leute sich überhaupt im Klaren sind, was alles per Gesetz als Belästigung durch gehen würde vs. wo sie persönlich die eigene Grenze zur Belästigung ziehen.

    Die Aussagen, die sich von dieser Folie ableiten lassen sind übrigens interessant:

    Männer werden viel häufiger, nach Gesetzesdefinition, belästigt, als ihnen klar ist. Frauen ebenso, hier ist die Diskrepanz aber um ein Vielfaches niedriger.
    Mit anderen Worten: Die Frauen haben kein sonderlich gutes, aber ein viel besseres Verständnis dafür, welches Verhalten ihnen gegenüber okay ist und welches nicht.

    Mit der Definition ergeben auch alle anderen Folien wieder Sinn.
     
  28. Dawizard

    Dawizard
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    Der Kontext ist, dass amerikanische Zivilverfahren massiv zugunsten von Parteien gewichtet die es sich leisten können erstmal eine Klage einzureichen. Weil die USA allgemein massiv zugunsten von Menschen mit "plutos" gewichtet sind und daher im wissenschaftlichen Diskurs zumindest als Kandidat für eine Plutokratie genannt werden. Das sollte für jemanden der die ganze Welt auf Klassenunterschiede reduzieren will jetzt keine Sensation sein.
    Soweit ich es überblicke hat Vainamoinen Weinstein nicht mehr als vorgeworfen als einer von Millionen Nutzern dieser altbekannte Tatsache zu sein. Keine ungleiche "Aufmerksamkeit", keine sonstigen Codes und Verschwörungserzählungen, nix :nixblick:

    Selbst wenn jemand etwas widerspricht das du selbst als "unwichtig" bezeichnest musst du eine TIrade schreiben, dass die anderen ganz doll gemein zu dir sind :trost:
     
  29. Hank J.

    Hank J.
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    die unwichtigkeit des ganzen ist das entscheidende, weil es entlarvend wirkt. für dich ist die jeweilige sache nur eine bühne, auf der du dein einstudiertes theaterstück abspulen kannst, in welchem du gleichzeitig als akteur und publikum fungierst, das am ende tosend applaudiert. das hat nichts mit gemeinheit zu tun, denn deine versuchten anfeindungen sind ja teil des programms. und wie das bei einem theaterstück eben so funktioniert, ist alles schon festgelegt - wie es anfängt, wie es verläuft, wie es endet. deine aufgabe besteht also lediglich darin, unbekannte variablen jedweder art, wie z.b. einwände, widersprüche u.ä. dergestalt zu verarbeiten, dass sie wieder ins drehbuch passen.
     
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  30. Dawizard

    Dawizard
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    Das mag das Ziel gewesen sein. Aber wenn sehen will welchen Unterschied die Änderung eines Parameters macht, sollte man nicht den Rest des Experiments verändern. Erst recht nicht zu einem Begriff der auch das Erleben als unbeteiligter Dritter einschließt.
     
  31. Dawizard

    Dawizard
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    Nochmal zur Erinnerung: Es ging um einen Satz in dem ich darauf hingewiesen habe, dass #meToo als wahrnehmbare Bewegung erst später entstand. Das ist für den tapferen Kämpfer gegen übersensible SJWs und ihre "Grievances" schon eine Anfeindung :ugly:
     
  32. Hank J.

    Hank J.
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    deine infantilisierungsrhetorik ist die anfeindung, dein zwanghaftes widersprechen hat damit nur insofern etwas zu tun, als dass beides zum programm deines stücks gehört. was mich persönlich angeht, so kannst du in allen möglichen und unmöglichen variationen 'du dumm, ich schlau hehe' schreiben, bis dir die finger bluten. selbst wenn ich wollte, so könnte ich das gar nicht persönlich nehmen, weil deinem modus operandi nicht ein funken persönlichkeit innewohnt.
     
  33. Dawizard

    Dawizard
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    Na wenn du das sagst...
     
  34. Sace

    Sace
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    Neues Geweine aus dem "Bezahlt mich für MEINE Kultur"-Land: https://taz.de/Kulturelle-Aneignung/!5780305/

    Highlight:
    Kurzfassung:
    Autor*in (lol) beschwert sich, dass Menschen Jogginghose tragen. "Ihre" Kultur? Leider auch von einem Weißbrot erfunden, so ein Mist aber auch.

    Auch die anderen Beispiele sind nicht von schlechten Eltern, mit dabei natürlich wieder der Dauerbrenner: Essen.

    Ich persönlich würde nicht auf viele Annehmlichkeiten des modernen Lebens (Erfindungen kulturloser Weißbrote oder anderer Ethnien) verzichten wollen, um kulturelle Segregation voranzutreiben. Immerhin hätte sich dann auch der Protest schwarzer User auf TikTok erledigt, die Plattform kommt nämlich aus China.
     
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  35. Avior

    Avior
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    Fast. Es geht der Autorin darum, dass erst auf Menschen hinabgesehen wurde, die als Teil ihrer Kultur eine Jogginghose getragen haben und nun andere Menschen sich dafür feiern lassen, dass sie das tragen in die breite Masse gebracht haben.

    Auch die anderen Beispiele dienen dazu daraufhinzuweisen, dass es früher schick war, auf Menschen die von der Norm abweichen herabzusehen und nun das selbe Verhalten an den Tag legen und sich dafür feiern lassen.

    So zumindestens würde ich diesen Artikel zusammenfassen.

    Der Fall von TikTok ist, in meinen Augen, eine klare Urheberrechtsverletzung. (Sofern die Aussage stimmt natürlich.)
     
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  36. Hank J.

    Hank J.
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    die lösung liegt auf der hand: segregation und getrennte lebensräume nach herkunft, schnittmengen müssen auf jeden fall verhindert werden. wusste gar nicht, dass sich die taz für ethnischen nationalismus einsetzt. :ugly:
     
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  37. Sace

    Sace
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    Deren Kultur basiert dann bereits auf einem gestohlenen kulturellen Gut, wenn man es so genau nehmen muss. Somit gäbe es in diesem konkreten Fall von vornherein keinen Anspruch, auf den sie sich berufen könnten.

    Klar kann man das generelle Aufbrechen der Normen und breitere Akzeptanz von Vielfältigkeit bzw. das einfache "die Zeiten ändern sich" ablehnen. Wirkt halt nur ziemlich infantil. Das strikte Trennen von Kultur funktioniert sowieso nicht, dazu bräuchte es schon einen Trump für jeden Staat der Welt.

    Das Thema gab es ja schon mal bei Fortnite. Scheiterte da aber, glaube ich, schon an schöpferischer Höhe.
     
  38. Fiesfee Mitmobsterin

    Fiesfee
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    Ok, aber was soll denn hier das Ziel sein?

    Anzuprangern, dass Gruppe A für Tätigkeit X angefeindet (oder Ähnliches) wurde, während später Gruppe B dies als Trend für sich entdeckt kann ich ja noch nachvollziehen. Mann könnte dabei auch den zweiten Teil weglassen und grundsätzlich anprangern, dass Menschen, die von der gewohnten Norm in Region X abweichen, besonders negativ aufgenommen werden.

    Einen gesonderten, kulturellen Anspruch Bosnier auf ein französisches Produkt aus den 1920ern sehe ich hier jetzt nicht unbedingt gegeben.
     
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  39. Avior

    Avior
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    Echt? Ich dachte bisher, dass sich Epic Games einfach alle Recht im Vorfeld hat übertragen lassen.

    Ich glaube du verstehst das Problem nicht wirklich, welches die Autorin anspricht.
    Es geht um Doppelmoral. Während die Menschen ausgelacht wurden, weil sie eine Jogginghose getragen haben, werden andere Menschen, die ebendfalls eine Jogginghose tragen dafür gefeiert.
    Das hat nichts mit Trennung von Kultur oder sonstwas zu tun.
     
  40. Avior

    Avior
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    Genau darum geht es mir und, so wie ich es lese, auch der Autorin.
     
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