Political Correctness Sammelthread

Dieses Thema im Forum "Smalltalk" wurde erstellt von abelian grape, 7. März 2019.

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  1. Sace

    Sace
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    Erinnert an die Story mit McNeil und der NYT. Schade, dass die Amerikaner bei "verbotenen" Wörtern sofort in eine empörte Schockstarre verfallen.
     
  2. Vainamoinen

    Vainamoinen
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    Ist das schön. Da entfällt auch diese ganze unangenehme Situation für das Personal und die Mitreisenden. Wie ich das hasse, wenn neben mir ein sehbehinderter Passagier die große Lügengeschichte vom defekten Fahrkartenautomat, bösen Kindern oder seinem ewigen Kampf gegen den ÖPV-Großkapitalismus auspackt.


    Neiiiineineinein, vergiss es. Diskutiert hier keiner. Das war ein linkes Gedicht, das er seinen Schülern vorspielte. Ging um White Privilege. Eltern haben sich beschwert, ein vom Lehrer verlinkter Artikel würde Trump schlecht aussehen lassen. Das ist doch keine Cancel Culture, begreift doch bitte endlich das Konzept. Rechte canceln nicht, Rechte nutzen ihr Recht auf freie Rede, um die Eignung eines Menschen für seinen Job in Frage zu stellen, bis andere auf die Idee kommen, aus davon völlig unabhängigen Erwägungen (Gedicht enthielt schlimme Wörter) diesen Job einem würdigeren Anwärter zu geben. Außerdem ist die Story von Ende Mai, uralt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. Juli 2021
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  3. unreal ..hat nun HSDPA :ugly:

    unreal
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    Deswegen wurde der Link ja gepostet. Warum kommst du wieder mit dem "es gibt keine rechte Cancelculture"-Unsinn?
     
  4. Vainamoinen

    Vainamoinen
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    Du scheinst 89% dieses Threads verpasst zu haben.
     
  5. unreal ..hat nun HSDPA :ugly:

    unreal
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    Nein, du scheinst aber immer noch an den Mythos zu glauben.
     
  6. Hank J.

    Hank J.
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    cancel culture von rechts ist doch die absolute norm. verstehe ich wirklich nicht - im thread hier wird so viel über CC von links diskutiert, weil immer wieder versucht wird, diese feststellung an sich zu untergraben. von 'cancel culture gibt es nicht' bis hin zu 'rechte verschwörungstheorien', zur not wird dann das offensichtliche versucht zu dekonstruieren, man kommt nicht voran, weil man sich einer gemeinsamen diskussionsgrundlage verweigert und so ewig seine kreise zieht, was natürlich durchaus gewollt ist. CC wird dann auf einmal ganz real, wenn's von rechts kommt. vielleicht projiziert man ja auch, weil man selbst oft realitätsverweigerung praktiziert.
     
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  7. Sace

    Sace
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    Er verfolgt den Thread halt nicht und glänzt dadurch regelmäßig mit Halbwissen. Doppelt gleich, wenn man sich den Artikel mal ansieht:
    Es ging also um die Frage, ob ein Artikel, der Trump nebenbei als "orcish reality-tv-star" bezeichnet und auch sonst nicht mit einseitigen Anschuldigungen spart - mithin ein arg eingefärbter politischer Artikel - etwas im Unterricht zu suchen hat. Wahlwerbung durch Lehrer sieht man in Amerika wohl nicht gern.

    Andererseits ging es um ein Gedicht, das zwar nicht direkt Wahlwerbung macht, dafür aber gern mit "fuck", u.a. mit "fucking my brain out" um sich wirft.

    Was also bei Donald "OMG he didn't say N-Word!!1" McNeil kein Problem war, ist hier plötzlich eine Verschwörung rechter Freimaurer.
     
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  8. Hank J.

    Hank J.
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    der artikel: https://archive.is/VAAbB (archiv weil die zugriffe aus der EU blockieren)
    mehr kontext: https://twitter.com/karlbykarlsmith/status/1413617811025432579

    also mehr oder minder "du WIRST dir das anschauen und du WIRST dem zustimmen."
     
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  9. Vainamoinen

    Vainamoinen
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    Wenn hier die üblichen Verdächtigen anfangen, @NisRanders letzten Post im Kontext einer rechten Cancel Culture gegen links zu diskutieren, sehe ich ggf. einen Kratzer in dem Mythos. Vorher müsste ich mir vorwerfen, dieses Elend hunderte von Seiten nicht mitverfolgt zu haben.

    Dass ich das aktuell grassierende "Argument", das sei ja gar keine Cancel Culture, weil der Lehrer ja tatsächlich seine Schüler schlimmen Inhalten ausgesetzt habe, die in diesem Kontext zweifelsohne zensurwürdig seien, in meinem letzten Post vorweggenommen habe, wirst du mir sicherlich hoch anrechnen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. Juli 2021
  10. unreal ..hat nun HSDPA :ugly:

    unreal
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    Der Mythos ist allgemein zu glauben Cancel Culture wäre seitenabhängig.

    Diffarmierung, beleidigen, lügen ... sind es ja auch nicht.
     
  11. Vainamoinen

    Vainamoinen
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    Hey, ich lese wikipedia wenigstens zu Ende.

    Nur ein r in Diffamierung, und bitte wikipedia zu Ende lesen.
     
  12. unreal ..hat nun HSDPA :ugly:

    unreal
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    Sorry Handy. Aber wenn außer Rechtschreibung nichts kommt ist der Fall klar.
     
  13. Vainamoinen

    Vainamoinen
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    Es kommt wie angekündigt wikipedia:

    Cancel Culture ist ein politischer Begriff, der von den Gegnern dieser Tendenz popularisiert wurde. Der Begriff gilt als ambivalent, ist umstritten und häufig negativ konnotiert und steht in der Tradition der Auseinandersetzungen um Political Correctness.[4][5] Oftmals richtet sich der Begriff gegen linke Politik bzw. gegen die Unterdrückung unpopulärer Meinungen an Universitäten und in sozialen Medien, wohingegen der Begriff seltener für rechte Politik gebraucht wird.[6] Die Washington Post stellte im Januar 2020 statistisch fest, dass der konservative Fernsehsender Fox News den Begriff seit 2017 fünfmal so oft verwendete wie CNN und siebenmal so oft wie MSNBC.[7] Auch wenn das Phänomen „Proteste gegen andersartige Meinungen“ an sich nicht neu ist, so erlaubten es insbesondere die sozialen Medien stärker als zuvor, Debatten über die Angemessenheit von beispielsweise Handlungen und Kulturdenkmälern zu führen, die eine internationale Beachtung erreichen können, während Berichte über umgeworfene Statuen und Proteste offenbar den Eindruck einer „neue[n] Form von linker Aggression“ erweckten.[8]


    https://de.wikipedia.org/wiki/Cancel_Culture

    Und dazu das Argument aus den letzten Posts gerade nochmal, weil du das auch nicht wahrnehmen willst und "da kommt/kam nichts" unseren Gedankenaustausch in keiner Weise sinnvoll abbildet: Schau dir bitte an, was die üblichen Verdächtigen hier gerade argumentativ abziehen. Ich habe das Punkt für Punkt heute Morgen bereits vorweggenommen und sie versuchen es trotzdem. Sie verwahren den Cancel-Culture-Begriff vor einer mittigen bis linken Vereinnahmung, indem sie die Entlassung von Matthew Hawn in einem anderen Kontext rechtfertigen. Da interessiert es mich doch nicht die Bohne, ob sie eine allseitige Gültigkeit theoretisch vertreten, wenn sie jedes einzelne Beispiel für rechte "Cancel Culture" sofort und mitunter gleichzeitig zerpflücken, dass es nur noch peinlich ist.

    Sei so lieb, wenigstens du, einfach mal hinkucken.
     
  14. unreal ..hat nun HSDPA :ugly:

    unreal
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    "oftmals" ist nicht "ausschließlich".
     
  15. Sace

    Sace
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    Geschichten aus der Twilight Zone. :huch:
     
  16. Dawizard

    Dawizard
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  17. casadechrisso

    casadechrisso
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    Okay, zumindest sehe ich seit meinem letzten Besuch hier kleine Fortschritte - das letzte Mal gab's Cancel Culture noch gar nicht (reine Erfindung der Rechten), jetzt sind wir immerhin dabei warum Cancel Culture von Rechts nicht als genau das bezeichnet wird. Vielleicht dreht sich der Thread dann doch nicht total im Kreis. :)
    Anscheinend ist die Woke-Culture Titelthema des aktuellen Spiegels, nicht daß ich den schon gelesen hätte oder mir deshalb kaufen würde, aber auf die Reaktionen freue ich mich schon, ging auch scholn bei FB los wo wahrscheinlich niemand den Spiegel+-Artikel lesen konnte.

    Ich muss allerdings sagen, so viel Kritik ich auch an gewissen Woke-Phänomenen habe, wenn die Diskussion dann doch bei Gendersternchen-Hysterie und Z*-Soße endet ist das Jammern auf hohem Niveau, so weit ist die Gesellschaft (und leider auch einige im Thread hier) nicht und wird es auch nie sein, da bezeichne ich mich lieber selbst als woke und weine leise in mein Kopfkissen wenn mal wieder jemand lustig vorschlägt irgendwelche Gegenstände zu gendern oder, gröhl, haha, die doofen Linken, den Schwarzwald umzubenennen.
     
  18. Sace

    Sace
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    Dabei werden hier allerdings offene Türen gestürmt. Siehe auch die endlosen Diskussionen, warum Konsequenzen für nicht ordnungsgemäß zensierte Wörter aus meiner Sicht dumm sind, was natürlich nicht für McNeil gelten sollte, weil "Amerikaner sind halt so, ist deren Kultur", siehe Lindsay Ellis, deren Schicksal hier breit diskutiert wurde, siehe die unzähligen anderen hier geposteten Beispiele rechter Bestrebungen, brandaktuell auch gern Post #11329.

    Und das alles, obwohl wir hier eigentlich im Political Correctness-Thread sind.

    Hier habe ich lediglich die eigentlichen Gründe aufgezählt, die zu mehreren Abmahnungen und schließlich der Kündigung des Lehrers führten. Natürlich von @Vainamoinen vorsorglich aufgezählt (denn die eigentlichen Fakten hatte er ja schon) und dann zugunsten einer Verschwörungstheorie über die Absetzung durch Rechte und Einsetzen eigener Funktionäre als völlig abwegig verworfen, als ob dieses Vorgehen seinen Behauptungen auch nur ein µg Gewicht verleihen würde. Das Argument, die Vorgänge seien keine Cancel Culture oder hier würde die Kündigung gar gerechtfertigt? Existiert nur in seinem Fiebertraum.

    Das Thema hatten wir schon vor ziemlich genau drei Monaten, doch er ist und bleibt in seiner Zeitschleife gefangen. Dazu verdammt, immer und immer wieder durch die gleiche offene Tür zu stürmen und sich darüber zu beschweren, dass in einem PC-Thread nicht unisono (mutmaßlich) Rechte gebasht werden.
    :hypno:
     
  19. casadechrisso

    casadechrisso
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    Ich habe viel verpasst, auch nicht alles nachgelesen (wenn jetzt alle Lindsay Ellis' essay geguckt haben, können wir das Problem innerhalb der Linken dann jetzt wenigstens "The Beast" nennen?).

    (Edit: Ach, in den aktuellen Wendungen der causa Avellone muss ich jetzt nicht auch noch aktiv - Link-postend- mitmischen bevor ich mich eingelesen habe, aber was ich gerade jetzt erst sehe tut, muss ich sagen, schon ziemlich weh.)
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Juli 2021
  20. Avior

    Avior
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    Wenn ich so blöd nachfragen darf, CC ist, wenn ich Person X einer (schlimmen) Sache Y beschuldige und deshalb zum Boykott/Zensur/wasauchimmer aufrufe, aber Y nicht beweisen kann (nach meinem Wissen ist vor allem der letzte Punkt der entscheidene)?

    Oder gilt es schon als CC, wenn ich weiss (und auch beweisen kann), dass Firma X Kinderarbeit unterstützt, ich das öffentlich mache und dafür sorge, dass ich und andere die Produkte von X meide?
     
  21. Sace

    Sace
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    Für mich ist CC, wenn sich Menschen zusammenraufen, um in bester Vigilantismus-Manier anderen ihre eigenen Ansichten aufzuzwingen. D.h. also zum Beispiel, die eigene Kränkung mit Todesdrohungen "zu rächen", Konsequenzen für unbewiesene Anschuldigungen zu fordern oder eben anderen Meinungen nicht mit Kritik, sondern mit Beleidigungen, Doxxing und Bedrohung zu begegnen. Eben ein gesellschaftliches Phänomen, das auf dem Vormarsch ist, darum Kultur. Super Beispiel ist, wie gesagt, Lindsay Ellis. Erst wurde von rechts versucht, sie mundtot zu machen, dann von links.
     
  22. Vainamoinen

    Vainamoinen
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    Leute erst taggen, und dann in der dritten Person abfällig von ihnen reden? Deine rhetorischen Register möchte ich nicht haben.


    Nehmen wir an, du "wüsstest", dass Firma X Kinderarbeit einsetzt / Uiguren aus Umerziehungslagern in seinen Werken in China einsetzt / Vergewaltiger in seiner Firma duldet etc. pp. – dann kannst du das ja nicht "beweisen". Du bist eine unbeteiligte Person, die Dinge gehört hat, vielleicht sogar nur über Social Media. Warst du jemals da? Hast du mit den Leuten jemals gesprochen? Dann kannst du nichts wissen, und die Presse lügt dich an, so jedenfalls hat es mir mein Ex-Schulfreund und AfD-Wähler vermittelt.

    Rufst du nun zum Boykott auf (das ist das gleiche wie "dafür sorgen, dass ich und andere die Produkte von X meiden), dann ist das aus Sicht von Kanälen wie Fox News definitiv Cancel Culture von deiner Seite aus. Du als unbeteiligte Person kannst keinen Prozess anstreben, nichts beweisen, und dein Wissen fußt auf Hörensagen. Du betreibst also Rufschädigung, wenn du Informationen weiterverbreitest, über deren Faktenlage du keine absolute Sicherheit gewinnen kannst.

    Soweit steht die Definition der Cancel Culture meines Wissens jedoch nicht außer Frage, noch nicht einmal für Menschen wie Sace oder Hank, die sich mit persönlichen Angriffen und infantilen Seitenhieben der weiteren Diskussion entziehen. Denn: Beschuldigst du eine Firma einer Straftat oder moralischer Abgründe, versuchst du deine moralischen Maßstäbe über den Boykott durchzusetzen, ungeachtet der Dinge, welche die entsprechenden Firmen für die Wirtschaft leisten. Also: Antikapitalistischer Frontalangriff unter Missachtung jeglicher "Realpolitik", das dürfte im Gros der Fälle als "linke Störaktion" zur Erhalt einer "Political Correctness" im Sinne der Fox-News-Cancel-Culture durchgehen.

    Ändern wir hier die Faktoren, sehen wir, wie es um den Kampfbegriff Cancel Culture bestellt ist.

    Nehmen wir an, es geht nicht um Kinder- oder Zwangsarbeit. Nehmen wir an, auf einer simplen Käsepackung werden christliche Kreuze von einigen griechisch anmutenden Häusern wegretouchiert, und auf Twitter kriegen Leute deswegen einen Herzinfarkt und drohen mit Boykott, weil "Political Correctness". Nehmen wir an, eine Stadt will sich von abstößigen Straßennamen verabschieden. Nehmen wir an, ein Entwicklerstudio wird en masse angefeindet, weil seit dem letzten Teil die Brüste der Hauptdarstellerin um drei Körbchengrößen geschrumpft sind. Nehmen wir an, eine Entwicklerin bekommt seit sieben Jahren Todes- und Vergewaltigungsdrohungen, weil ihr Ex-Freund 2014 über 9000 Worte komplett unbewiesener Behauptungen über sie veröffentlicht hat.

    Nehmen wir an, ein Lehrer wird entlassen, weil er seinen 17-jährigen Schülern eine "linke" Rede/Gedicht verlinkte. Dann ist jedes Mittel Recht, um die Entlassung zu rechtfertigen, damit es nur ja keine Cancel Culture gewesen sein kann. Ignorieren wir die Rechtfertigung des Direktorats (da waren unangebrachte Wörter drin, White Privilege könnte man an ihrer Schule durchaus diskutieren), und erfinden wir eine neue Rechtfertigung: Das eindeutige Faktum weißen Privilegs sei als absolute Wahrheit dargestellt worden. Man hätte da eine diametral entgegengesetzte andere Wahrheit dazuerfinden müssen, selbst wenn man sich dann bei rassistischen Lehren bedienen müsste, immerhin gilt in Amerika das Prinzip der Ausgewogenheit.

    Dieses Herumlavieren habe ich mir im Thread jetzt locker an die fünfzig Mal angesehen. Ich führe das natürlich auf eine stark ausgeprägte rechts-links-Dichotomie zurück, aber das kommt hier bei einigen natürlich nicht gut an, während die anderen, die diese Dichotomie nur zu gut begriffen haben, langsam den Thread verlassen.

    Entkoppelter Vorschlag für diese Dichotomie: Für einige hier kann der Kampf gegen die Political Correctness nicht im Sinne einer Cancel Culture wirken.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Juli 2021
  23. NeM

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    Usus im GSPB, stört dich aber heute zum ersten Mal ;)
     
  24. Joss Filousoph

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    Ich sehe CC nach wie vor als ein funktionales Instrument um Diskurse zu manipulieren. Dass ich weniger Ausdauer als die üblichen Verdächtigen mich zu wiederholen habe, kann man als Fortschritt betrachten. Ich sehe es eher als eine Maßgabe der Vernunft. Ich halte meinen Standpunkt für gut begründbar, aber ich diskutiere ihn nicht mit Leuten, die lediglich Glasperlenspiele betreiben und damit nur ihre Befindlichkeiten ausdrücken wollen. In der akademischen Welt gibt es diesen CC-Diskurs eh nicht, es handelt sich um ein mediales Empörungsphänomen, das vor allem reaktionären Kräften dazu dient, eine Opfermythologie in den Köpfen zu verewigen, aus der dann wiederum Feindbilder abgeleitet und zementiert werden: Frauenbewegung bzw. Queers, liberale Linke, Emanzipations- und Empowermentbewegungen.
     
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  25. Hank J.

    Hank J.
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    jogginghosen: beim sport oder im haus, der bequemlichkeit wegen.
    zusammenkünfte im freien: mit familie oder freunden sitzend oder liegend bei angemessener lautstärke, picknick eben.
    bier: irgendwelche hipsterplörre zu exorbitanten preisen in homöopathischen mengen.

    das framing der frage ist aber auch sehr infantil - du setzt den doppelstandard voraus, wer auf deine frage eingeht, muss also scheinbar doppelstandards verteidigen. ist natürlich völliger quatsch, denn ein doppelstandard wäre es nur, wenn dieselbe handlung anhand des handelnden und nicht der handlung bewertet wird. es geht ja gerade um die frage, ob überhaupt ein doppelstandard vorliegt.
     
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  26. Sace

    Sace
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    Seitenweise wurde dies bereits gesagt, seitenweise wurde es ignoriert.
     
  27. Hank J.

    Hank J.
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    die hintergründe zu nennen ist kein 'zerpflücken'. besonders ironisch, weil du zu denjenigen gehörst, die zwischen 'CC gibt es nicht' bzw. 'CC ist ein rechtes schreckgespenst' und 'CC von rechts! aber jetzt kommen wieder die üblichen verdächtigen und behaupten, CC gäbe es nicht' herumeiern. satanic panic, killerspieldebatte, rockmusik usw. war schon öfters thema hier, Olli hat letztens auch die evangelikalen erwähnt, die den biologieunterricht in den USA untergraben wollen. da gab es keine widerrede und keine diskussion, warum auch, wenn da alle zustimmen.
     
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  28. Avior

    Avior
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    Also, und das ist mir wichtig, ist es notwendig, dass die Anschuldigungen, Kritik oder was auch immer eine persönliche Note hat ("Ich finde Gelb doof, deshalb sollte man alle Firmen mit gelber Farbe boykottieren!", "Mir gefällt deine Meinung nicht, deshalb boykott!"), es darf nicht überprüfbar sein ("Ich habe gehört, dass die Firma Kinder für sich arbeiten lässt!") oder sie müssen schon widerlegt worden sein ("Es ist mir egal, ob Kachelmann unschuldig ist, der soll trotzdem gefeurt werden, sonst Boykott!" (nur ein Beispiel kein Grund für eine Diskussion)).
    Was demnach nicht als CC gilt ist wenn ich einen nachweisbaren Grund habe ("U. a. Ferrero nutzt die eigene Machtposition aus, um Kakaobauern auszunutzen, die deshalb Kinderarbeiter einsetzen."), oder?

    Wie sieht es mit folgendem Beispiel aus. Ein (ehmaliger) Freund von mir hat indirekt gesagt, dass mein Vater entweder sterben oder seine Arbeit verlieren soll, damit er im Dartverein wieder an Turnieren teilnehmen darf (ging um Corona). Daraufhin habe ich die Freundschaft beendet. Die Frage, die ich mir jetzt stelle, geht das als CC durch oder habe ich ein Recht darauf, selbst zu entscheiden mit wem ich meine Zeit verbringe?

    Ich stelle diese Frage, da für mich CC nicht existiert, da jeder Mensch sagen darf, man sollte Firma/Person X meiden, weil...
     
  29. Sace

    Sace
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    So eine ähnliche Frage gab es hier schon. Für mich sind derlei persönliche Fehden keine Cancel Culture, das Aufkündigen einer Freundschaft ist ja keine Bestrafung oder versuchte gesellschaftliche Ausgrenzung. Etwas Anderes wäre es, wenn du diese Story jetzt zum Anlass nimmst, um unter einem stark frequentierten Hashtag bei Twitter zu versuchen, möglichst viele Leute auf deine Seite zu ziehen, um genannte Person unter Umgehung rechtsstaatlicher Mittel "zu bestrafen". Z.B. durch Nutzung von Morddrohungen, Rufmord oder Drohungen an Familie/Arbeitgeber/usw.

    Dazu habe ich dann folgende Frage:

    Dein Beispiel mal weitergesponnen, will dir besagter ehemaliger Freund (jetzt zur Veranschaulichung mal Angehöriger einer beliebigen Minderheit) eins auswischen, weil er meint, du hättest ihn ja missverstanden und überhaupt sei dein Verhalten ihm gegenüber rassistisch gewesen. Er beschuldigt dich also auf Twitter, im gemeinsamen Freundeskreis und bei deinem Arbeitgeber des Rassismus und tatsächlich explodiert seine Story, dein Arbeitgeber zieht auf Grund der negativen Publicity sofort Konsequenzen. Für dich wäre das in Ordnung, weil jeder alles sagen darf?
     
  30. Hank J.

    Hank J.
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    das kommt immer darauf an, würde ich sagen, pauschal kann man da kein schwarz-weiss urteil fällen. cancel culture gibt es ja auch von institutionen wie den medien oder regierungen (Kachelmann und Bild, Snowden/Assange und USA + verbündete, China und dissidenten etc.)
    was aber meist mit CC gemeint wird sind unbewiesene vorwürfe inklusive die forderung nach vorauseilendem gehorsam. in deinem konkreten beispiel wäre es z.b. cancel culture, hätte dein ehemaliger freund deinem vater vorgeworfen, er hätte seine schwester/mutter/freundin vergewaltigt oder sonst eine abscheulichkeit begangen. fragen bzgl. der glaubwürdigkeit würden damit abgeschmettert, dass du die opfer nicht ernstnehmen würdest, patriarchalische strukturen verteidigst oder was es eben sonst noch so gibt.

    daneben gibt es noch das dämonisieren von bestimmten positionen. wer in diesem zusammenhang beispielsweise auf die rechtsstaatlichkeit verweist, der ist im besten falle ein law and order-fetischist, der von tuten und blasen keine ahnung hat oder ein rechter brunnenvergifter, der ja "nur fragen stellt". das ist eine entweder-oder position, dazwischen gibt es nichts, entweder man ist dumm oder rechts. die diskussion diesbezüglich geht oft mit vielen unterstellungen, vorwürfen und persönlichen angriffen einher, ist ja bei der oben genannten dichotomie dumm/rechts auch kein wunder.
     
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  31. Vainamoinen

    Vainamoinen
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    Wenn du nichts mehr mit deinem Freund zu tun haben willst, "cancelst" du ihn im Wortsinn ja nicht. Wenn du allerdings sein soziales Umfeld demontierst, indem du jedem erzählst: "Dieser Mann hat das und das über meinen Vater gesagt und du solltest ihn lieber meiden", dann würde ich da schon ein gewisses Canceln am Werk sehen. Stell dir vor, das kommt wegen deiner Warnungen bei seinem Arbeitgeber an.


    Setz mich bitte auf deine Ignorierliste. Du hast einen Minderwertigkeitskomplex und einen großen Neid auf die rhetorischen Fähigkeiten anderer. Deshalb stellst du hier hasserfüllte Goebbels-Vergleiche an, unterstellst Nutzern dieses Forums Antisemitismus und allerlei Rechts- und Staatsfeindlichkeiten. Nach Torpedierung des Diskussionsfundaments sollen Leute dann wieder auf deine Argumente eingehen, und wenn sie es nicht tun, haben sie halt Unrecht. So funktioniert das Leben aber nicht. Mit dieser kleinen Kinderschreibe willst du ja auch niemanden provozieren, und das ist auch kein Unvermögen. Du machst das als Akt der Selbstsabotage im Kontext des Minderwertigkeitskomplexes, damit du dir nach jedem Post sagen kannst: Den habe ich ja absichtlich beschissen geschrieben. Geh bitte, ernsthaft, zu einem Psychotherapeuten.
     
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  32. Hank J.

    Hank J.
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    ich nutze die ignorefunktion aus prinzip nicht. einerseits, weil ich auch hin und wieder mit menschen übereinstimme, mit denen ich das üblicherweise nicht tue, andererseits weil ich ja sonst perlen wie diesen signaturwürdigen post gar nicht sehen würde.
     
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  33. Avior

    Avior
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    Danke für die Antworten.

    Hier habe ich mich missdeutlich (lies falsch) ausgedrückt. Ich meinte jeder hat das Recht eine Firma oder Person keine Beachtung zu schenken, weil Gründe.
     
  34. unreal ..hat nun HSDPA :ugly:

    unreal
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    Das stimmt. Manche meinen dann dieses Recht auch für andere erzwingen zu müssen.
     
  35. Sace

    Sace
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    Ich gehe fest davon aus, dass du hier niemanden finden wirst, der dir überzeugt widerspäche.
     
  36. Fiesfee Mitmobsterin

    Fiesfee
    Registriert seit:
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    Ok, weitergesponnen:
    Gemeinsamer Bekanntenkreis. Die kriegen irgendwann mit dass du den Anderen meidest, bzw. nichts mehr mit ihm zu tun haben willst.
    Du wirst nach den Gründen gefragt.
    a) Gründe mitteilen - canceln? Könnt sich ebensogut rumsprechen.
    b) Verschweigen/Ausweichen - Selbstzensur? Du hältst das für eine persönliche Sache die niemanden etwas angeht und hältst daher die Klappe. Eventuell wirst du dann der Merwürdige, der Freundschaften ohne relevante Gründe beendet oder evtl. ist gar etwas über dich im Umlauf, weil der Andere sich nicht bedeckt hält und ggf. sich selbst in besserem Licht darstellen will.

    Mir persönlich verschwimmen die Grenzen zwischen Meinungsäußerung und Cancel Culture zu oft, auch bei den Themen die hier reingetragen werden.
     
    Vainamoinen gefällt das.
  37. Hank J.

    Hank J.
    Registriert seit:
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    je nachdem, wie weit man den begriff fassen will, könnte auch intrigieren und lästern darunter fallen. wenn wir jetzt überschneidungen bei unseren sozialen kreisen hätten, z.b. durch arbeit oder freunde und ich über dich irgendwelche geschichten erzählen würde, wie 'Fiesfee fährt jedes wochenende ins tierheim um da kranke hunde zu treten' oder ähnliches, dann wäre mein ziel ja auch irgendwo, dich zu canceln. persönlich würde ich das nicht als CC bezeichnen, einfach weil's dann alles und nichts beschreibt.

    ich denke, CC zeichnet sich vorallem dadurch aus, durch eine öffentliche anschuldigung einerseits eine öffentlichkeit herstellen, andererseits durch ausschluss des beschuldigten den diskurs bestimmen zu wollen. um das o.g. beispiel wieder aufzugreifen: ich würde dich öffentlich beschuldigen, tiere zu quälen und darauf hoffen, dass der vorwurf so schwerwiegend bzw. das soziale klima so einseitig ist, dass die forderung nach indizen oder beweisen für meine anschuldigung automatisch eine verteidigung für die tat selbst darstellt. wenn sich jemand auf deine seite stellt, hat er in so einer situation viel zu verlieren, aber wenig zu gewinnen.

    wieder eine andere variante wäre die verhandlung über die frage, was innerhalb einer gewissen in-group zu tolerieren ist. tierschützer würden ihres selbstverständnisses wegen wohl kein mitglied in ihren reihen akzeptieren, welches selbst tiere quält. das würde ich nicht als cancel culture verstehen, denn das ist ja was völlig normales. der prozess kann aber in eine schieflage geraten, wenn immer mehr eigenschaften gefordert werden und der kreis derer, die sich überhaupt als tierschützer verstehen dürfen, immer kleiner und 'reiner' wird. um den bogen zu einer aktuellen debatte zu schlagen: wenn sich nur tierschützer nennen darf, wer alle seine texte konsequent gendert, dann würde ich diesbezüglich schon von CC sprechen.
     
  38. unreal ..hat nun HSDPA :ugly:

    unreal
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    Hmm eventuell bei israelischen Firmen.
     
  39. legal Möge der Markt mit dir sein! Moderator

    legal
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    Moderation

    Bitte achtet auf eine angemessene Wortwahl und einen an der Sache orientierten Diskussionsstil. Insbesondere bringt es nichts den Diskussionspartner direkt, indirekt oder angedeutet zu beleidigen.

    Danke
     
  40. Makney

    Makney
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    Wenn du von deinen Bekanntenkreis gefragt werden würdest und du es denen dann erklärst würde ich es nicht als canceln sehen, zur Cancel Cultur gehört für mich das man Aktiv Proaktiv vorgeht. Also das du ohne das die Fragen ihm Sachen vorwirfst und ihn dabei auch in einen Stereotyp, Rechts/Links Vergewaltier/Kinderschänder usw. drängst mit den Anschuldigungen.

    Für mich gehören 3 punkte zur Cancel Cultur:
    1. Anschuldigungen die nicht direkt bewiesen werden können
    2. Forderung nach Konsequenzen ohne Anhörung des Beschuldigten oder gar urteilen des Rechtsstaats.
    3. Möglichst große Community hinter sich versammeln die auf den Beschuldigten Druck ausübt mit Beanspruchung das man die einzige gültige Wahrheit besitzt.
     
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