Political Correctness Sammelthread

Dieses Thema im Forum "Smalltalk" wurde erstellt von abelian grape, 7. März 2019.

  1. PredatorGER

    PredatorGER
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    Wo ich dir recht geben muss ist, dass es eine recht kleine laut schreiende Gruppe ist, deren Fieberfantasie das Gillette Universum ist, in dem jeder weisse Mann nur auf den nächsten Moment wartet, eine Frau sexuell zu belästigen. Aber diese kleine Gruppe bestimmt momentan den Zeitgeist. Sie bestimmt, was ganze Konzerne machen.
     
  2. Terranigma

    Terranigma
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    Setzen wir es doch einmal in einen Kontext: in einem Unternehmen auf dieser Welt hat sich eine Person über diese Begriffe beschwert und eine handvoll Personen hat sich der Beschwerde wohl angeschlossen. Begriffe wie "Ehefrau", "Ehemann" oder "Familie" sind nicht plötzlich diskriminierend. Es geht im besagten Fall darum, dass eine Person sie als diskriminierend empfand. Eine vernünftige Reaktion darauf scheint mir zu sein, mit den Schultern zu zucken, den Kopf zu schütteln über was sich Menschen so alles echauffieren können und es halt wieder zu vergessen. Würde alles, über das sich einzelne Menschen je beschwert haben, im Internet nachzulesen und von Medien aufgegriffen und kolportiert werden, so müsse man über allerlei Dinge den Kopf schütteln. Das ist nicht einmal ein Sturm im Wasserglas.

    Daraus lässt sich nichts ableiten, außer halt dass es auf diesem Planeten irgendwo einen Menschen gibt, der es doof findet wenn jemand "Familie" sagt. Ein komischer Typ, würde ich sagen. Aber solche komischen Typen gibt's halt. Fast nur noch eigenartiger finde ich es, wenn man solch eine Banalität als Diskussionsgrundlage nimmt und versucht sie im Kontext von Political Correctness zu verallgemeinern. Der gesamte PC-Diskurs findet fast ausschließlich im Internet statt, weil es nur dort möglich ist, dass ein Furz vom anderen Ende der Welt global kolportiert wird, damit man in Deutschland den Kopf darüber schütteln kann, worüber sich ein Mitarbeiter bei Google scheinbar aufregt. Außerhalb des Internets kocht dieses ganze Thema nicht derart hoch. Der ganze Diskurs findet fast nur virtuell statt, aber scheint mir kein tatsächlich wahrnehmbares Problem zu tangieren.


    Oder hat irgendwer hier je negative Erfahrungen mit Political Correctness im Alltag gemacht?
     
  3. Miriquidi ehemals OERST :wahn:

    Miriquidi
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    Und sie hat das auch explizit so gemeint. Und von mir aus kann sich da auch jemand brüskiert fühlen, das kann ich sogar nachvollziehen.

    Worüber wir aber grad sprechen sind Beispiele ala Rundmail 300 Mitarbeiter und da muss ich mich nicht verbiegen wenn ich ganz normale Begriffe verwende nur weil sich jemand diskriminiert werden könnte.

    Das man dem Mitarbeiter mit Beinamputation nicht schreibt "Herzliche Einladung zum Sackhüpfen" sollte jedem klar sein, dass ich aber nicht Familie oder Ehefrau oder -mann schreiben kann ohne das mir Ungemach droht...sorry, aber fehlt mir die Empathie.
     
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  4. Oi!Olli Vollzeitskinhead

    Oi!Olli
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    Die neuen Folgen hab ich noch nicht gesehen aber Doctor Who war schon immer sehr trashig und der Doctor war schon immer mehr oder weniger von oben herab (dass der 9. die Menschen gerne mal als Affen bezeichnet hat, hat man wohl wieder vergessen).

    BSG fand ich auch später relativ schlecht, die Dummheit der Chars und diese teilweise faschistische Grundhaltung ging mir so auf den Sack. Da tat die Esoterik ihr übriges. Die Romanzen waren gerne auch mal komplett Klischeegeladen. Das fing schon mit der ersten Episode an.
     
  5. Oi!Olli Vollzeitskinhead

    Oi!Olli
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    Vor allem sind es immer noch Männer. Nicht Frauen greifen dort ein, sondern Männer.
     
  6. Firderis

    Firderis
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    Ich nehme an, es geht mehr um den Shitstorm in Sachen Gilette-Werbung. Allerdings weiss ich weder um was es in der Werbung geht, noch wie die Kritik daran aussieht. Das Medienecho damals war so gewaltig, dass ich mich von Beginn weg dem Ganzen entzogen habe. Ich bin den ganzen Dauerprotesten einfach langsam müde.

    Man kann schon fast darauf wetten, dass es mindestens einmal in der Woche zu einem grossen Shitstorm kommt, sei es weil etwas angeblich rassistisch, oder eben sexistisch sei. Gewisse Werbeleute rechnen dies vermutlich sogar fest ein. NIKE mit seinem politischem Statement damals hat zumindest langfristig damit gewonnen. Dort ging es zwar um den Kniefall, aber auch der ist ja eher mit einem rassistischem Hintergrund (Polizeigewalt gegen Farbige) zu werten.
     
  7. King of K!ngZ gesperrter Benutzer

    King of K!ngZ
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    Ist für das Thema doch irrelevant. Es gibt Beispiele wo übertriebene PC das Leben von Menschen geschadet hat (qipao-mädchen, Afrika aids Witz Frau).
     
  8. abelian grape Normalteiler

    abelian grape
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    Das ist ein schönes Beispiel dafür, wie das Internet möglich macht, Dinge fernab der eigenen Lebenswelt als "nah" zu erleben. Gerade dann, wenn man mit sich mit einer Gruppe solidarisiert und dann viele News über diese Gruppen liest - dann wird die gelesene Realität ganz schnell zur eigenen.
    Ein etwas ähnlicher Effekt tritt ja bspw. dann ein, wenn wir uns durch vermehrte Berichterstattung von Krisen und Konflikten am anderen Ende der Welt unsicherer fühlen.
     
  9. Firderis

    Firderis
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    Falls da die Gilette-Werbung drin ist (ich glaube da einen Rasierer zu erkennen), tut mir leid, werde ich nicht anschauen. Ich will wirklich mit der besagten Werbung überhaupt nichts zu tun haben. Wenigstens ein Shitstorm, den ich von Beginn weg ignorieren konnte und der mir deshalb völlig egal ist. Mir reichen all die anderen, bei denen ich oftmals am Verstand der Beteiligten zweifle.
     
  10. Terranigma

    Terranigma
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    Das würde ich ähnlich einsortieren. Würde ich keine News, o.Ä. im Internet lesen, würde ich fast nichts von diesem Thema mitbekommen. Im Fernseh findet es nur sehr begrenzt statt, aber wird wohl auch dort nur aufgrund der Präsenz im Internet aufgegriffen, während es in der Zeitung gar nicht existent ist. Das Thema scheint mir überwiegend aus einer Vielzahl von Banalitäten aus aller Welt zu bestehen, über die niemand ja berichten müsste, wenn man dafür Papier, Tinte und Seitenplatz investieren müsste. Aber im Alltag bekomme ich davon gar nichts und ich sehe auch nicht, was es mit der deutschen Gesellschaft oder meinem Alltag zu tun hat, wenn irgendein Mitarbeiter bei Google sich an dem Wort "Familie" stört. Das ist in etwa so, als würde ich um meine eigene Sicherheit bangen, weil es in Kambodscha zu einem Banküberfall kam.

    Ja, und es gibt Beispiele, wo keinerlei Political Correctness ebenso Schaden anrichtet. Was soll das jetzt Aussagen? Es gibt Beispiele für alles, wenn man im Internet danach sucht. Das ist doch keine Diskussionsgrundlage. Da das Thema hier im Forum sehr energisch diskutiert wird, war meine Frage nur, ob hier überhaupt jemand außerhalb des virtuellen Raums - also so im echten Leben - jemals mit dem Thema irgendwie spürbar in Berührung kam.

    Woran sich irgendein Mitarbeiter bei Google stört ist mir doch egal. So what?
     
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  11. Miriquidi ehemals OERST :wahn:

    Miriquidi
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    Die beiden Punkte widersprechen sich doch auch irgendwie? Nicht alle sehen den traditionellen Begriff Familie so wie er ist, sondern es können auch Partner, Tiere usw. gemeint sein.
    Bei den Kindern die keine Familie haben, wird der Begriff dann aber wieder im engeren Kontext gesehen.

    Aber genau sowas ist es was mich die Haare raufen lässt, was soll das? Jeder kann doch den Begriff "Familie" für sich interpretieren wie er will, ohne dass es dazu einen Eintrag im Duden geben muss...das ist so eine Dünnhäutigkeit irgendwie.

    "Oh nein, sie haben bei mir nicht 'Familie' geschrieben, dabei sind doch meine drei Hamster wie eine Familie für mich"
     
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  12. JFK

    JFK
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    Aus diesem Internetz:

    Wenn ich mich auf den Marktplatz stelle und [XYZ] mache, dann finden mich manche Menschen vielleicht blöd und andere toll. In welcher Welt ist das irgendetwas anderes als ganz normales gesellschaftliches Zusammenleben? :ugly:
     
  13. King of K!ngZ gesperrter Benutzer

    King of K!ngZ
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    Das Internet ist für viele hier ein grosser Teil des Lebens. Persönlich kriegt auch niemand hier was von Rassismus gegen Muslime in Taiwan mit, trotzdem kann man doch darüber diskutieren?
     
  14. Firderis

    Firderis
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    Müsste ich raten, würde ich sagen, dass es mit den Nachrichten-Bots zusammenhängt. Die kosten den betreffenden Seiten wenig, und so kommen halt auch Nachrichten, die eigentlich keine richtige Relevanz haben, dafür aber auch keine Mitarbeiter oder Arbeitszeit kosten. Beim Fernsehen ist dies halt anders, da muss jemand den Text anpassen, ihn in den Prompter programmieren, dann muss jemand Filmmaterial dazu schneiden, die Moderation muss ihn präsentieren und es kostet Sendezeit.

    Ich hatte die leise Hoffnung, dass mein Gehirn es irgendwann vergisst, da ihm weitere Informationen fehlen. Leider ist dem nicht so, "Gilette" triggert ihn bereits, womit die Kampagne offensichtlich einen Teil der Aufgabe erfüllt hat.
     
  15. Rainer ZufaII

    Rainer ZufaII
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    Na, gut, dass du dann darauf geantwortet hast, wenn du 1. nicht angesprochen wurdest und 2. die Gilette-Werbung eh nicht kennst^^
     
  16. Ixalmaris

    Ixalmaris
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    In einem Thread über politische Korrektheit willst du also nicht über die Auswüchse der politischen Korrektheit reden...
    Anstatt einfach zu sagen das man mit diesen Auswüchsen "umgehen" muss, wie wäre es wenn du die konkreten Ereignisse, Forderungen und Reaktionen kommentierst?
    Am Besten dann auch noch zu Cultural Approbation und dessen Sinnhaftigkeit im allgemeinen.

    Und nur weil das Leben in US Unis reglementierter ist bedeutet das nicht das man zwanghaft für alles Regeln braucht. Lies dir einfach mal den offenen Brief der das alles ausgelöst hat durch.

    Wilkommen in der Welt der Mikroaggressionen in der alles eine Beleidigung sein kann solange es der Gegenüber so auffassen will, inklusive wenn man mit dem falschen Geschlecht angesprochen wird weil man sich als was anderes fühlt.
    An manchen US Unis gibt es daher auch schon Listen was man nicht mehr sagen darf, darunter auch Dinge wie "Der Bestqualifizierte bekommt die Stelle" oder "Ich sehe keine Rasse" (englisch: "I don't see race" als Ausdruck dafür das einem die Hautfarbe egal ist).

    Jetzt noch Trigger Warnings und man hat alle PC mal erwähnt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. März 2019
  17. Firderis

    Firderis
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    Weil ich wissen wollte, ob es darum ging. Hätte ja auch sein können, dass es ein ganz anderes Thema war. Dein Posting gerade ist ja auch nicht nahrhafter, oder?
     
  18. acer palmatum

    acer palmatum
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    Meddlfranken (tatsächlich)
    Homosexuelle im Mittelalter sind, wenn es jemand merkte und diejenigen keine Position von großer Macht hatten, hingerichtet worden. Das lief genau auf einer Stufe mit Sex mit Tieren und war Teufelswerk.
    Mit anderen Worten: Klar gab es die auch Mittelalter, aber Du wirst abseits von Hinrichtungsstätten keinem begegnen. Weil er sich sicherlich nicht vor einem Fremden outet.
     
  19. Terranigma

    Terranigma
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    Sicherlich kann man, aber ich sehe in dem Umstand, dass es auf diesem Planeten dünnhäutige Menschen gibt, die sich durch Banalitäten gestört fühlen, nicht weiter diskussionswürdig. Mein Eindruck ist, dass auch hier im Forum einige eher dünnhäutig unterwegs sind, wenn sie sich dadurch tangiert fühlen, dass irgendwer bei Google offenbar das Wort "Familie" diskriminierend findet. Natürlich kann man darüber diskutieren, aber ich habe in der hiesigen Diskussion das Gefühl, dass einige aus einer gewissen Betroffenheit heraus diskutieren. Daher die Frage, ob dieser rein virtuelle Diskurs überhaupt irgendeine spürbare Signifikanz besitzt.

    Rassismus gegen Muslime in Taiwan ist ein reales Phänomen, das in der Welt da draußen existiert, auch wenn wir davon nicht betroffen sind. Aber der gesamte Political Correcntes-Diskurs scheint mir keinerlei Fundament in der realen Welt zu haben, sondern ausschließlich virtuell zu existieren und sich darin zu ergehen, dass einige Aggregatoren im Internet über kuriose Fälle berichten, in denen sich irgendwer, irgendwo an irgendwas stört. Das ganze Thema scheint mir quasi ausschließlich im Internet zu existieren, weil nur dort Banalitäten aus aller Welt zusammengetragen werden können.

    Das ist nicht korrekt. Es gibt einige Berichte zu dem Thema, z.B. was "innige Beziehungen" zwischen Ordensschwestern in Klöstern angeht. Die Vorgehensweise der Kirche war im Prinzip jene, wie bei moralischen Verstößen 2019: man hat es unter den Teppich gekehrt, von ihnen Buße verlangt, aber es ansonsten eher geheim gehalten. Wenn man mit ausschließlich Frauen oder ausschließlich Männern in einem Gebäude lebt, bleibt sowas nicht aus. Auch im Mittelalter nicht. ;)
     
  20. Fiesfee Mitmobsterin

    Fiesfee
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    Ich zucke bei vielen Dinge auch nur mit den Schultern oder wundere warum wieso weshalb.

    Allerdings zeigt das Beispiel hier doch wunderbar wie die Aufregung zustande kommt: "OMG, die wollen "Familie" verbieten!!!111einself"
    Und mit diesem Informationsgehalt startet man dann in eine Diskussion.
    Es geht hier um ein paar Leute, denen der Begriff "Familie" zu eng von Google gefasst war. Da muss man nicht den Untergang der Kultur herbeischreien.:nixblick:
     
  21. JFK

    JFK
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    Ich gehe ohnehin davon aus, dass genau darin das eigentliche Problem liegt.
     
  22. abelian grape Normalteiler

    abelian grape
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    Nicht nur an Bots. Das Thema polarisiert und emotionalisiert, weil es große Gruppen betrifft und man beide Seiten leicht missbräuchlich mit deren Extremen identifizieren kann. Siehe https://bildblog.de/107986/indianer-kostueme-an-fasching-bild-verwechselt-bitten-und-verbieten/. Dort wird gezielt eine provinzielle Belanglosigkeit auf Seite 1 gebracht und mit den Begriffen "verbieten" und "Erste Kita" der nötige Empörungsspin erzeugt. Das ist billig, einfach und erzeugt starke Emotionen auf allen Seiten - also perfekt für die Bild.

    Jetzt kann man die Geschichte natürlich in einem Zusammenhang sehen, wo "uns viele Dinge aufgrund von PC weggenommen werden". Mein Problem bei diesem Narrativ ist, dass er oft genug eben auch durch die Aufbauschung von Possen entstanden ist, welche bei nüchterner Betrachtung den Aufschrei nicht wert waren. Insofern ist ein Abgleich durch Erfahrungen im persönlichen Umfeld ganz sinnvoll, meiner Meinung nach.

    Japp und der Umgang damit. Ich glaube es ist dieser Widespruch, der im Kommunizieren via Internet innewohnt: Wir empfinden die Kommunikation als privat in einer kleinen Gruppe, dabei ist sie öffentlich und prinzipiell jederzeit einsehbar. Damit umzugehen ist nicht einfach und die Diskussion über PC ist für mich auch Teil des Lernprozesses.
     
  23. MW_

    MW_
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    vielem enttäuscht.
    Nur weil etwas hauptsächlich im Internet existiert, heißt das doch nicht, dass sich das nicht auf die nicht-virtuelle Realität auswirkt? Das Internet ist Teil der Realität. Die Grenze virtuell/nicht-virtuell ist zwar hilfreich, aber insgesamt doch eher konstruiert.
     
  24. mike81

    mike81
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    Ou mann. Ich will ja gar nicht sagen, dass manche political correctness nicht gerechtfertigt sei, aber für mein Verständnis grenzt es sehr stark an Unverständnis, wenn Begriffe wie "Ehefrau" / "Ehemann" "Familie" bereits diskriminierend aufgefasst werden können und diesen Meckerern auch noch eine Bühne dafür gegeben wird. Im Zuge der Political Correctness wird das dann auch noch an die große Glocke gehängt und schön drüber diskutiert. Man muss nunmal nicht jedem Schwachsinn eine Bühne geben (meine bescheidene Meinung).

    Gottseidank lebe ich privat und auch beruflich in einem Umfeld, wo so ein Quark erst gar nicht zum großen Thema wird.
     
  25. Wie gesagt: Ich musste mich letztens mit meinem Seminarleiter(ix) anlegen, weil er/sie/es verlangte, dass die Hausarbeit durchgehend gegendert sein müsste.

    edit: Meiner Frau wurde sogar letztens eine Hausarbeit zur Korrektur wiedergegeben, weil sie nicht durchgehend gegendert hatte...Da hört bei mir der Spaß auf. Ich wäre an ihrer Stelle ja zum Dekan gegangen, aber sie ist da eher etwas zurückhaltender.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 7. März 2019
  26. Terranigma

    Terranigma
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    Natürlich wirkt es sich aus, das sieht ja u.a. auch daran, dass auch in Diskussionsrunden im Fernseh darauf verwiesen wird. Die Frage ist ja nur, worauf basiert der Diskurs überhaupt? Doch nur auf die Aggregation von Banalitäten im Internet. Da muss man dann schon zu irgendwelchen US-Universitäten schauen, wo irgendwelche Studenten sich an irgendwas gestört haben, um in Deutschland eine Diskussion über Political Correctness anzuschauen. Oder man greift tief in die Kuriositätenkiste und sucht sich einen Fall, wo irgendeine Stadt in Deutschland das Ampelmännchen durch ein Ampelfrauchen ersetzen will - in der Sache ist das sicherlich Unfug, aber halt auch eine Banalität.

    Die Unterscheidung erscheint mir darum sinnvoll, weil in der Diskussion ja latent der Eindruck erweckt wird, es gäbe hier eine gesamtgesellschaftliche Entwicklung, die unsere Freiheit - "Redeverbote", "Männerfeindlichkeit", o.Ä. - beschränkt. Und da frage ich insofern schon nach, wo man im Alltag irgendwelche Indizien erkennt, dass es diese Entwicklung gibt.

    Ist blöd, finde ich. Mit Blödheiten aller Art muss man sich wohl rumärgern. Ich habe ins Vorwort immer geschrieben, das ich aus Gründen der Lesbarkeit den generischen Maskulin verwende und damit war's gut. Wenn der eine Dozent das so will, dann würde ich's halt so machen. Genauso hatte auch jeder Dozent eigene Vorlieben was Zitation, Literaturangaben, usw. angeht. Fand ich auch blöd, aber dann macht's man halt. Da würde ich mich jetzt nicht weiter dran stören.

    Aber das tust du doch, indem du über so eine Banalität überhaupt diskutierst ...


    Das ist doch so, als würde ich einen Brief an meinen Vermieter schicken, weil meine Nachbarn die Resttonne mit Müll für'n gelben Sack vollstopfen und mein Vermieter diesen Brief auf Englisch übersetzt, auf Reddit stellt, er doch von US-Websites aufgegriffen wird und sich US-Amerikaner in einem US-Amerikanischen Gaming Forum darüber unterhalten, dass irgendein Nachbar aus Deutschland die Resttonne zumüllt. Ich meine, who cares?
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. März 2019
  27. Gibt halt Menschen, denen die deutsche Sprache wichtig ist und die sich nicht in ein ideologisches Korsett zwängen lassen, denn nichts anderes ist das. Wer gendern will, soll gendern. Ich bin da wesentlich liberaler, als die "Gegenseite". ;)

    Was ich mich gerade frage: Müsste im Kosmos der Transgenderideologen nicht gegenderte Sprache völlig inakzeptabel sein, weil hier schließlich ein abgeschlossener Katalog an Geschlechtern aufgeführt wird, während das generische Maskulinum noch wenigstens alle mitmeint? Binnen-I, Genderstern etc. ist im Grunde also schon völlig veraltet, was kommt als nächstes?
     
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  28. Son_of_the_Suns

    Son_of_the_Suns
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    Du weißt nichts über gegenderte Sprache, oder? Gibt da durchaus einige Formen, die tatsächlich alle mit einschließen, und eben NICHT einen abgeschlossenen Katalog an Geschlechtern darstellen. Und selbst für die meisten LGBTQ-Aktivisten ist es okay, wenn mit dem Gendersternchen "Frauen, Männer und alles andere" gemeint ist.

    PS: "Was kommt als nächstes?", der Schlachtruf der Reaktionären.
     
  29. Yash

    Yash
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    Bescheuert, aber ich hatte im Studium auch so einige Profs, die irgendwelche Besonderheiten verlangt haben bei den schriftlichen Arbeiten oder bei Vorträgen. Denen hat man dann entweder entsprochen um eine gute Note zu bekommen oder hat es ignoriert und wurde dafür abgestraft. Ist ja nichts neues und gehört mMn mit zum Studium um damit zu lernen umzugehen.
     
  30. Ulsterman Madden des GSPB

    Ulsterman
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    Oft genug sind das Leute, die keinen einzigen Satz in deutscher Sprache fehlerfrei schreiben können (falls du dich davon angesprochen fühlen solltest: du bist nicht gemeint ;) ).
     
  31. MW_

    MW_
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    vielem enttäuscht.
    Ich finde auch nicht, dass das gesamtgesellschaftlich so drastisch abläuft und ich stimme zu, dass im Internet der Diskurs viel extremer ist, vor allem auf Seiten wie Twitter, die nochmal eins draufsetzen. Das ist mir schon oft aufgefallen, wenn ich Nachrichten aus Österreich im internationalen Twitter gesehen hab. Aus dem Zusammenhang gerissen, die Hälfte falsch und dann noch eine ordentliche Portion Sensationalismus, weil eh alles immer sofort der Weltuntergang ist. Das Internet verzerrt stark.

    Aber zu sagen, es sei nur die Irrationalität und Überzogenheit des Internets, wird dem Ganzen nicht gerecht, meiner Meinung nach. Zumal: Auch wenn das Ganze eher im angloamerikanischen Raum gesellschaftliche Auswirkungen hat, ist es doch angesichts der dominierenden kulturellen Rolle dieser Sphäre doch eher unwahrscheinlich, dass das nicht auch im deutschsprachigen Raum Fuß fasst.

    Dass das Internet nicht im Internet bleibt, sollte spätestens seit dem Schanzenfest bekannt sein :ugly:
     
  32. SolemnStatement

    SolemnStatement
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    Auf die Frage, wen PC schon einmal geschadet hat, werfe ich einfach mal Rotherham (oder wie der Ort heisst) in den Raum. Dort hatte man zahlreiche Indizien, wollte aber nicht hinschauen, weil man Angst hatte als rassistisch zu gelten. Das ist eine direkte und nicht zu leugnende Folge der allseits gegenwärtigen PC in UK. Natürlich ist PC nicht für die Taten verantwortlich, aber dafür, dass man nicht hingeschaut hat.

    Auch die Wahl von Trump und das erstarken der rechten fast überall im Westen hat, neben aller sozialen Verwerfungen, in jedem Fall mit den zuvor drastisch gestiegenen Aktionen von PC zu tun. Aktion/Reaktion und so.

    Die ruinierten Karrieren ehemals solider Professoren usw. wurden bereits genannt.

    Auch hat jede Frau und jede Minderheit, welche durch Quoten, affirmitive Action und Co. bevorteilt wurde immer auch jemand anders benachteiligt, der ansonsten die Stelle bekommen hätte.

    Jetzt muss jeder für sich bewerten, in wie weit das für das here Ziel gerechtfertigt ist oder nicht, aber so zu tun als hätte die allgegenwärtige PC keinerlei Einfluss über Twitter hinaus, ist eine glasklare Lüge.
     
  33. Welche gibt es denn so? Erzähl mal. ^^

    Üblich sind, zumindest im akademischen Betrieb, nun einmal Sternchen und Binnen-I (eher Binnen-I). Was genau meint beim * denn alle mit? Das * selber?
     
  34. King of K!ngZ gesperrter Benutzer

    King of K!ngZ
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    Hier wird so getan als wären wir ein Senat der eigentlich irgendnen Haushalt verabschieden müsste, aber statt dessen über belanglosigkeiten diskutiert :ugly: dabei sind wir in nem gaming Forum wo 100 Seiten über Drachenlord geschrieben wird
     
  35. Von unabänderlich hat keiner was gesagt, aber normaler Weise geschieht die Sprachentwicklung auf natürliche Weise durch ihre Sprecher und wird nicht von oben per Befehl durchgedrückt (außer in Szenarien wie 1984 natürlich). Zudem neigt Sprache zur Ökonomie, also zur Vereinfachung. Hier geschieht das genaue Gegenteil.

    Natürlich war es auch ein politisches Statement gegen die Tyrannei einzelner Dozenten.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 7. März 2019
  36. Also da würde ich mich von einem generischen Maskulinum immer noch mehr (als Mensch) angesprochen fühlen, als von einem Sternchen, in dessen direkter Nachbarschaft zwei Geschlechter korrekt flektiert sind. Aber jeder wie er will.

    Wie spricht man das Sternchen denn überhaupt aus?
     
  37. Terranigma

    Terranigma
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    Affirmative Action hat allerdings nichts mit Political Correctnes in diesem Kontext zu tun, wo ich es ja zumeist - zumindest bisher in der Diskussion - um den Sprachgebrauch geht. Affirmative Action basiert auf der Annahme, dass bestimmte Ethnien in den USA strukturell benachteiligt sind, z.B. aufgrund des Einzugsbereichs der Schule, und dass dieser Benachteilung entgegengewirkt werden soll, indem die entsprechenden Ethnien bei den Einstellungen bevorteilt werden. Ich kann die Idee nachvollziehen, sehe es in der Umsetzung ebenfalls kritisch, aber ich würde das nicht in einen Topf mit "Political Correctnes" werfen, weil es dort nicht darum geht, besonders nett zu sein, sondern weil man damit auf strukturelle Bildungsbenachteiligungen reagiert. Damit will ich nicht sagen, dass ich unbedingt ein Fan von Affirmative Actions bin.

    Es wäre doch eine Vereinfachung, würde die deutsche Sprache endlich die Unterscheidung der Geschlechter aufgeben. Dass sprachliche Veränderung normalerweise von unten vollzogen werden ist so nicht richtig: die Etablierung von Orthographien ist nur über Multiplikatoren - Lehrer, Dozenten, Autoren, usw. - möglich. Dass wir die "Richtigkeit" von Sprache überhaupt mit einem normierten System abgleichen können, ist ja nur möglich, weil uns von Oben herab überhaupt so ein System vermittelt wurde. Orthographie kann nur von Oben herab etabliert werden. Obwohl es ja keinerlei Zwang von Oben gibt, die eigene Sprache zu gendern. Diese Veränderung ereignet sich ja von Unten, eben auf der Ebene einzelner Dozenten, usw.

    Du befindest dich als Student halt in einem Abhängigkeitsverhältnis von deinem Dozenten und bist an Leute geraten, die offenbar die Einhaltung bestimmter Formalitäten erwarten, zu denen für sie das Gendern der Sprache gehört. Wurde von mir nie verlangt, dafür musste ich für jeden Dozenten meine Zitation anpassen. Aber es gibt ja keinerlei staatliche Vorgabe, dass du Gendern musst oder so.
     
  38. Da geht es immer um Rechtschreibung und Zeichensetzung, wobei der Nukleus relativ unangetastet bleibt. Der Eingriff in die Sprache ist in diesem Fall wesentlich tiefer. Das sollte selbst dir klar sein.

    Zur Aussprache: Tiefer nicht, nein. Eben nur was man so mitbekommt. z.B. die übertriebene Betonung des Is oder eine kurze Pause beim Sternchen. Hört sich immer reichlich umständlich und bescheuert an. Wie viele Romane kennst du, die gegendert sind? Richtig! Hat seinen Grund. Man könnte den Schriftstellern ja auch mal vorschreiben zu gendern (vielleicht gar per Gesetz). Mal sehen wieviele Autoren dann noch veröffentlichen würden.

    Und du gehst mir mit deinem ad hominem-Diskussionsstil (typisch für Deinesgleichen...siehste, kann ich auch) schon ziemlich auf dem Sack, um das mal salopp zu sagen. Bin hier jedenfalls erstmal raus.
     
  39. Faulpelz II

    Faulpelz II
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    Ich meine ja nicht, dass es sie nicht geben darf. Sondern dass sie ihre Homosexualität offen zeigen würden (Händchenhaltend nach Hause laufen). Das wäre wahrscheinlich damals hart sanktioniert worden.
     
  40. Legion(CD) Memory Alpha

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    So viele Dinge gleichzeitig, so wenig Lust sie alle zu tackeln. Was tun? :D
     
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