Political Correctness Sammelthread

Dieses Thema im Forum "Smalltalk" wurde erstellt von abelian grape, 7. März 2019.

  1. NisRanders

    NisRanders
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    :ugly:³
     
  2. Makekith

    Makekith
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    Was ist dein Problem mit dieser Aussage? Willst du nicht mit Respekt behandelt werden?
     
  3. Vainamoinen

    Vainamoinen
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    Ein Arzt würde hier "biologisch" argumentieren, und das ginge an der Realität der Trans-Identität vorbei (!). Ich habe das an anderer Stelle im Forum schon in viel zu langen Posts ausgebreitet, deshalb die Kurzversion: Trans-Männer und Trans-Frauen versuchen, eine sozial bedingte Geschlechterrolle ('gender' im Unterschied zu 'sex') anzunehmen und dieser auch äußerlich zu entsprechen. An diesem Wunsch ist erstmal nichts falsch und nichts unmöglich, vor allem jedoch nichts "krank". Krank ist die Reaktion einiger Ewiggestriger auf diesen Wunsch. Wir nennen auch Adoptiveltern (welche die soziale/gesellschaftliche Rolle biologischer Eltern angenommen haben) schlicht und einfach "Eltern", obwohl das aus biologisch-medizinischer Perspektive vollkommener Schwachsinn ist. Trans-Menschen haben denselben Respekt verdient.

    Von dir war der gut.
     
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  4. Terranigma

    Terranigma
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    Es ist nur so eigenartig, dass hier zwischenzeitig die Plätze getauscht wurden. Einige von uns sind noch in dem Modus drin erklären zu müssen, weshalb einige es unangenehm empfinden wenn man soziale Minderheiten stereotyp darstellt, weshalb "Neger" als diffamierend empfunden wird und weshalb "Zigeneuer" ein problematischer Ausdruck ist. Diese Art von Sprachkritik war bis vor wenigen Monaten die Aufgabe der "Sprachpolizei." Das war - eine übrigens diffamierende - Bezeichnung für jene im Forum, welche gefordert haben, man möge den Sprachgebrauch so regulieren, dass man andere nicht wissentlich beleidigt. Das nun die Gegenseite die Rolle der Sprachpolizei übernimmt ist schon, ... nun ... ja. Halt so: :ugly:³.

    Das ist ein bisschen so als würde man jemanden jahrelang gegens Bein treten und dies als Ausruck der persönlichen Bewegungsfreiheit verkaufen, aber schockiert "Ich bin gegen jedwede Form der Gewalt!"" schreien, sobald er erstmalig zurücktritt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. November 2019
  5. Vainamoinen

    Vainamoinen
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  6. Dawizard

    Dawizard
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    WED: Rechtsextreme Parolen von einer "Völkerwanderung" und absolut unfähig auf Kritik einzugehen

    Komisch, ich dachte die Leute würden sich nicht mehr trauen ihre von den Gutmenschen abweichende Meinung zu äußern, jetzt sagst du man könnte einfach auf die Straße gehen und Leute fragen, um solche Meinungen zu hören? :D
     
  7. Dawizard

    Dawizard
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    Wie schonmal geschrieben, trotz unklarer bis manipulativer Fragestellung glauben mehr Leute an Wunder als an die angeblich gravierenden Probleme mit der Meinungsfreiheit. "X% der Leute glauben daran" ist also offensichtlich kein verlässlicher Beleg für die Existenz von etwas. Und tatsächliche Belege dafür versuchen manche Poster hier seit über 90 Seiten zu liefern, ohne irgendwas substanzielles vorweisen zu können.

    Es gibt natürlich in diesem Thread zahllose Beispiele von Personen und Gruppen, die nicht mit abweichenden Meinungen klarkommen, am liebsten die ganze Welt zu ihrem Safe Space machen wollen, und jede Kleinigkeit die sich irgendwie mit ihrem Weltbild beißt zu einen Skandal aufblähen -- nur eben nicht von linksgrünversifften Gutmenschen, ganz im Gegenteil :ugly:
     
  8. Oi!Olli Vollzeitskinhead

    Oi!Olli
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  9. Innozenzz

    Innozenzz
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    Du hast dich da ziemlich drauf eingeschossen oder? Die heutigen Neo-Nazis unterscheiden sich dann doch von den richtigen Nazis von vor 80 Jahren. Daneben ist die Bevölkerung dahingehend gefestigt, dass selbst wenn die AfD irgendwann mal regieren sollte, dass es dann keine Massenvernichtung etc. geben wird! Das von den Neo-Nazis eine Gefahr ausgeht, dazu gibt es ja genug Belege.

    Gerade diese Gruppe sieht das Böse doch überall! Guck dir an was da für ein Trara gemacht worden ist bei dem OK-Zeichen in einem Vergnügungspark. Da werden doch tatsächlich die eigenen Urlaubsfotos nach vermeintlichen Nazi-Symbolen und Gesten durchsucht...

    Was die Meinungsfreiheit betrifft, ich finde es gut, wenn man nicht mehr hinter vorgehaltener Hand redet sondern offen seine Meinung sagt. Schmeckt so manchem Politiker nicht, ist aber egal :)
     
  10. Makekith

    Makekith
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    Wie gesagt es geht mir nicht um freundliche Umgangsform. Man kann auch harsch diskutieren und trotzdem Respekt bewahren voreinander.
    Ich bin in der Hinsicht aber auch sehr von Idealen der japanischen Kultur geprägt.

    Aber nochmal ausdrücklich, jemanden mit Respekt behandeln heißt nicht ihn mit Samthandschuhen anfassen!!!
    Das scheinen hier viele zu verwechseln.
     
  11. JFK

    JFK
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    Ja, ich sehe da die Ideale der japanischen Kultur golden am argumentativen Horizont leuchten. :ugly:
     
  12. Fipse

    Fipse
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    Ich persönlich mag es ja wenn meine Diskusions"partner" mal richtig aggressiv und persönlich werden. Dann zeigt sich oft das wahre Gesicht. Was habe ich gefeiert wenn ich in einem gewissen politischem Forum als pädophiler, schwuler grünversiffter Arsch bezeichnet wurde :ugly:
     
  13. Makekith

    Makekith
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    Ich sage meine Meinung, sage dass mir deine Meinung nicht gefällt. Aber weder beleidige ich dich direkt noch versuche ich dich vor allen lächerlich zu machen.
    Ich versuch mich nicht als was besseres da zu stellen. Ich versteh jedoch paradoxe Gedankengänge nicht da sie der logik widersprechen. Und ich mag Heuchelei nicht.
     
  14. JFK

    JFK
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    Da bin ich bei dir. Erzähl doch mal, wann diese Zeit war, in der man noch so viel mehr sagen durfte als heute, und wie sich das geäußert hat.
     
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  15. Terranigma

    Terranigma
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    Japaner diskutieren nicht.
     
  16. Fiesfee Mitmobberin

    Fiesfee
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    Dann hättest du dich aufgrund deiner ganzen Fakenews und falschen Behauptungen schon längst demütigst entschuldigt. :fs:
     
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  17. Oi!Olli Vollzeitskinhead

    Oi!Olli
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  18. Makekith

    Makekith
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    Hat nicht mit nix sagen dürfen zu tun, mir geht es in erster Linie darum dass Respekt mit Füßen getreten wird.


    Übrigens



    Richtig SO!!!
     
  19. blurps

    blurps
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    Du bist ja genau der Richtige, um von Respekt zu reden :ugly:
     
  20. abelian grape Normalteiler

    abelian grape
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    Da muss man etwas trennen und ich sollte meine Meinung nach den Einwürfen von Terra nochmal etwas klarer machen. Ich will mich gar nicht dafür aussprechen, dass man andere Menschen in Diskussionen beleidigen oder herabwürdigen sollte, ich bin da durchaus ein Verfechter der PC. In dem Sinne finde ich auch unsere Gesetze gut, welche Beleidigungen, üble Nachrede und sowas unter Strafe stellen.
    Aber es gehört für mich zur Meinungsfreiheit dazu, dass man zu anderen Meinungen auch durchaus klare Aussagen treffen darf - bspw. darf man dann eben auch explizit andere Meinungen herabwürdigen. Warum? Erstmal gibt es keinen Konsens darüber, was nun genau eine Herabwürdigung der anderen Meinung darstellt - manche Menschen sind da sehr dünnhäutig, andere nicht. Das Herabwürdigen einer Meinung kann auch darin bestehen, dass man sie einfach ignoriert, weil das implizit bedeutet, dass man sie für nicht diskutabel hält. Wenn man andere Meinungen nicht herabwürdigen sollte, müssten wir dann in politischen Talkshows nicht auch Islamisten, Nazis, Stalinisten und sonstige Extremisten einladen und mit ihnen diskutieren? Andernfalls wären sie ja von einem Teil des Diskurses ausgeschlossen und das wäre ja auch eine Herabwürdigung ihrer Meinungen.
    Zweitens muss es möglich sein, nicht akzeptable Meinungen nicht nur zu ignorieren sondern auch sich aktiv davon zu distanzieren. Wenn jemand der Meinung ist, der IS ist ganz dufte und man sollte Ungläubige köpfen - wie sähe da eine angemessene Reaktion drauf aus, wenn man diese Meinung nicht herabwürdigen sollte? Es gibt gesellschaftliche Grenzen dessen, was als akzeptabel betrachtet wird und von nicht akzeptablen Dingen müssen wir uns auch deutlich distanzieren können. Das ginge in meinen Augen nicht, wenn man sich per se gegen alle Herabwürdigungen ausspricht.

    Was heißt denn "Respekt"? Du merkst ja selbst, dass hier einige bestreiten würden, dass du dich immer respektvoll in einer Diskussion äußerst. Damit haben wir also schon unterschiedliche Vorstellungen von Respekt. Wo sollen wir nun die untere Grenze hinlegen? Dahin, auf Begriffe zu verzichten, die bestimmte Gruppen als beleidigend auffassen und auf die man ohne jede Probleme verzichten kann? Dahin, Menschen in den Diskurs aufzunehmen, bspw. indem man auch explizit Frauen in Texten erwähnt - was ja auch wieder völlig problemlos möglich ist? Dahin, alle anderen Meinungen, egal wie menschenverachtend sie sind, als gleichwertig zu der eigenen zu betrachten?
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. November 2019
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  21. Trypto

    Trypto
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    Zunächst mal setzt das die Einsicht voraus, dass heutzutage bestimmte (negative) Bewertungen vorschnell vorgenommen und sachlich unangemessen sind.


    Wollte damit einfach nur sagen, dass "Nazi" heute die ultimative diskursausgrenzende, jegliche Legitimation absprechende Bewertung ist. Darüber sind sich diejenigen, die das Wort gebrauchen (wie gesagt, vorschnell und unangemessenerweise - was, wie gesagt, natürlich nicht heißt, dass es grundsätzlich unangemessen ist) auch vollkommen bewusst. Deswegen nutzen sie es ja. Wer "Nazi" ist, steht außerhalb jeder vernünftigen Diskussion und ist quasi zum (verbalen) Abschuss freigegeben.

    Damit beschreibst du doch im Kleinen, was im Großen gang und gäbe ist und eben die Meinungsfreiheit in der Praxis einschränkt: Du hältst dich mit deiner Meinung zurück weil du negative Reaktionen (und damit ist einfach nur Widerspruch gemeint) fürchtest und um die gute Stimmung nicht zu versauen. Es besteht ein Klima der Angst (z.B. die Angst "Nazi" zu sein), weswegen man glaubt, Dinge nicht mehr sagen zu dürfen oder nur noch im Flüsterton im Vertrautenkreis. Das ist doch genau das, was diejenigen, die glauben, dass es mit der Meinungsfreiheit nicht zum Besten steht, meinen.

    "Rechter" ist mMn kein gutes Beispiel. "Rechts" ist erst mal nur wie "Links". Beides sind Pole eines politischen Meinungsspektrums. Schwierig wird es erst, wenn es extrem wird. Das Problem dabei in Deutschland: Wir haben verlernt, "rechts sein" zu akzeptieren bzw. setzen "rechts" mit "rechtsextrem" gleich. Natürlich ist es historisch verständlich, dass man gegenüber der rechten Seite besonders aufmerksam und sensibel ist, aber eine Stigmatisierung einer Meinung als "rechtsextrem" oder eben "Nazi" hat eben einen ausgrenzenden, delegetimierenden Charakter. Wir dämonisieren durch den vorschnellen Gebrauch von Begrifflichkeiten wie "Nazi" oder "rechtsextrem" eine ganze eigentlich legitime politische Haltung. Folge ist, dass die Menschen sich zurückziehen und glauben, nichts mehr sagen zu dürfen.

    Versetz dich doch mal in die Lage, wie es wäre, wenn jede linke Meinung gleich als linksextrem gelten würde. Wäre das etwa einer von Meinungsfreiheit geprägten Diskussion zuträglich?
     
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  22. Hank J.

    Hank J.
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    das ist nicht sehr aussagekräftig, würde ich meinen, da wahrnehmungen unterschiedlich sind und das nicht zwangsläufig etwas mit einer verzerrten (eigentlich ist es dem menschen unmöglich, die ungefilterte realität wahrzunehmen but I digress) wahrnehmung zu tun haben muss, das wird teilweise einfach durch unterschiedliche perspektiven ausgelöst. ich würde z.b. argumentieren, dass jemand aus der arbeiterklasse wahrscheinlich einen gänzlich anderen blick auf immigration hat als das ein bürgerlicher tun würde, ganz unabhängig der politischen gesinnung. in der arbeiterklasse herrscht die angst vor, dass es wegen der vielen migranten eng wird, was hilfsleistungen und ähnliches angeht. ein explosives beispiel hatten wir ja mit der essener tafel, die zeitweise migranten den zugang verwehrt hat.

    es wird not gegen elend aufgewiegelt und die fühlen sich von der politik im stich gelassen. es ist kein zufall, dass das erstarken der rechten ironischerweise auf die arbeiterklasse zurückzuführen ist, weil die klassisch eher links-angehauchten parteien - die sich historisch eher für arbeiter stark gemacht haben - sowohl in deutschland als auch anderswo eher ins bürgerliche gedriftet sind. Hillary Clinton hat ja die Trump-wähler als basket of deplorables bezeichnet, ein klares indiz dafür, wie das linke (und ich benutze den begriff links hier sehr, sehr grosszügig) establishment über die arbeiterklasse denkt. mit diversity und PC kann man halt bei wohlhabenden liberalen punkten, die breite masse hat aber wenig zeit, sich über solche dinge gedanken zu machen weil das eigene existenzminimum auf dem spiel steht. das merkt man dann auch in den forderungen:

    quoten für beispielsweise frauen werden oftmals nur für gehobene tätigkeiten gefordert (politik, wirtschaft, industrie, wissenschaft etc.), nicht etwa, weil dahinter eine kulturmarxistische verschwörung steckt, sondern weil die leute, die das fordern, selbst teil dieser gesellschaftlichen sphären sind. aber auch wenn die führung der verschiedenen sparten sich jetzt repräsentativ zusammensetzen würde, würde sich an der realität, z.b. dass frauen überdurchschnittlich von altersarmut betroffen sind, rein gar nichts ändern. aber das persönliche umfeld der salonprogressiven verändert sich halt zum positiven, und das ist ja alles, was zählt. mit den ungebildeten, vulgären spacken aus den unteren schichten will niemand was zu tun haben. laut Walter Benjamin steht hinter jedem aufbegehren des faschismus eine gescheiterte revolution, und ich bin geneigt, dem zuzustimmen. das klein-klein der identitätspolitik hilft hier auch nicht, da es sinnvoller wäre, z.b. die arbeiterklasse als solche zu einen, damit man etwas verändern kann, statt alle gegeneinander auszuspielen.
     
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  23. Vainamoinen

    Vainamoinen
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    Das tust du, ja. Indem du u. A. deine "Meinung" über Trans-Menschen zum Besten gibst, hinter dem allerhöchstens die "Recherche" xenophober Deppen steht. Egal, ob es sich dabei um juristische Einzelfälle handelt, über die sich die Öffentlichkeit dank mangelndem Einblick erst in über einem Jahrzehnt ein Urteil bilden kann, oder ob es sich um munter aus rechten Tweets geklauten pseudowissenschaftlichen Behauptungen über die alarmierend hohe Selbstmordrate handelt.

    Mit dieser geballten Ladung an Respektlosigkeit wird dein Stammtisch nicht zivilisiert.

    Also hauptsächlich bist du akut dummen rechten Verschwörungstheorien erlegen. Du weißt schon, die Art von Überlegung, nach welcher die Religion von unter sechs Prozent der Bevölkerung den gesamten Rest "umvolken" wird. Nach welcher Kriegs-, Wirtschafts- und bald auch Klimaflüchtlinge mit dem koordinierten Plan einer Neubesiedelung zu uns kommen. Und nach welcher die "westliche Kultur" eine so erbärmlich schwächliche Angelegenheit ist, dass sie im Gegensatz zu so ziemlich jeder anderen Hochkultur das Fremde konsequent ablehnen und ausgrenzen muss, um sich nicht in Wohlgefallen aufzulösen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. November 2019
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  24. Hank J.

    Hank J.
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    transphobie mit xenophobie verwechseln klingt schon hart nach freudschem versprecher
     
  25. Terranigma

    Terranigma
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    Wie gesagt: Ich widerspreche dir im Prinzip nicht, ich bin nur sehr irritiert, dass ein größere Teil der deutschen Bevölkerung derzeit offenbar realisiert, dass bestimmte Verhaltensweisen, die Offenlegung bestimmter Ansichten, Präferenzen, u.Ä. je nach Kontext und Millieu problematisch sein kann - oder "soziale Folgenkosten" nach sich zieht. Um es krasser zu sagen: Im Hinblick darauf, dass wir in den letzten Jahren regelmäßig Diskurse über die Einschränkung der Freiheit von Minoritäten gesprochen und es Identitätsdiskurse über die Darstellung von Minoritäten gab, bin ich perplex, dass es derzeit in genau die andere Richtung umschlägt. In vergangenen PC-Diskussionen waren Streitthemen u.a. die Darstellung von Minderheiten - ethnisch, sexuelle, o.Ä. - in Videospielen und Filmen. Die eine Seite argumentierte, dass es gut sei diesen Minoritäten eine größere Sichtbarkeit zu geben und dass man stereotype Darstellungen reduzieren sollte. Die Gegenseite argumentierte, sie empfände den Abbau von stereotypen Darstellungen als Einschränkung der Freiheit und möchten umgekehrt nicht im höheren Maße mit Minoritäten konfrontiert werden. Stichworte waren da "Token"-Charaktere und "Einschränkung der Freiheit". Nun geht's genau in die andere Richtung: nun kommt aus rechter - gemeint: nicht rechtsextrem, o.Ä. - die Forderung, man solle stereotype und diffamierende Darstellungen von ihnen unterlassen und fordert für sich mehr Respekt, den ich in den vergangenen Jahren im Bezug auf Minoritäten nicht sehen konnte.

    Ich meine, ich sage es mal so: Wilkommen in der Realität. Meine Meinungsfreiheit ist seit jeher eingeschränkt, etwa in der basalen Freiheit ohne Angst um soziale - oder auch gesundheitliche - Folgekosten mit meinem Ehemann abends Hand in Hand durch die Innenstadt zu laufen. An meinem (schulischen) Arbeitsplatz muss ich's mir ebenso gut überlegen, inwiefern ich "Mut zur Wahrheit" beweise. Im hiesigen, recht konservativen Münsterland sind allerlei linke Positionen, die hier im Forum Mehrheiten finden, dort eine Minderheitsposition. Wenn größere Teile der deutschen Gesellschaft nun ihr Erstes Mal haben - ja, das tut anfangs mal weh - und damit konfrontiert werden aufgrund ihres Verhaltens, ihrer Ansichten, o.Ä. Widerspruch oder auch Anfeindungen zu erleben, dann mag das auch Anlass zur Selbstreflektion sein, wie die Diskurse der letzten Jahre abliefen, in denen insb. Minoritäten zu mehr Respekt aufgefordert haben. Aber das wurde unter Labeln wie "Political Correctnes" oder "Social Jusice Warriors" - komisch: der Begriff fällt heutzutage kaum noch - als überzogen, moralisierend, u.Ä. abgelehnt. Kämpfte man vor einigen Monaten noch gegen Hypermoral, Social Justice Warriors, u.Ä. kämpft man nun für Respekt, Anstand und Political Correctnes.

    So gesagt: ich bin echt angepisst, dass größere Teile der deutschen Gesellschaft sich nun als "Opfer" von "Unterdrückung" empfinden, wo sie nur im Ansatz mal erstmalig das erleben, womit andere Menschen seit jeher im Alltag umgehen müssen, aber über deren Belange in der Vergangenheit teils gesagt wurde, die sollen sich mal nicht so anstellen und "Zigeneuer" sagen zu dürfen sei Ausdruck der persönlichen Meinungsfreiheit, "Nazi" zu sagen aber diffamierend und somit unzulässig. Wer Praxistipps sucht, wie man mit "sozialen Folgekosten", "Angst", u.Ä. umgeht, kann sich mal bei ortsansässigen Kanaken, Schwuchteln, Zigeneuern und Negern erkundigen, wie die das seit Jahrzehnten so lösen. Meine Empathie hält sich da mittlerweile in Grenzen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. November 2019
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  26. Fiesfee Mitmobberin

    Fiesfee
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    Die "rechten Deppen" kann man sicherlich als xenophob bezeichnen.
     
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  27. Skabus

    Skabus
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    Genau da sehe ich aber das Problem. Jeder Mensch geht anders mit solchen Dingen um. Wie du richtig sagst, sind manche Menschen dünnhäutiger als andere. Ich z.B. reagiere sehr empfindlich darauf, wenn ich das Gefühl bekomme, mein Gegenüber veralbert meine Meinung oder würdigt diese als solche herab. Ich finde persönlich dass das eine der schlimmsten Formen der Beleidigungen ist. Und weil es solche Menschen wie mich gibt, finde ich, dass wir darum soziale Normen brauchen(nicht unbedingt Gesetze) damit diese Problematik vermieden wird. Aber das erfordert auch Einsicht von den Menschen, dass jeder Mensch anders ist und auch eine unterschiedliche Gemütslage hat. Natürlich sind Doppelstandards ein no-go. Selbst pöbeln aber sich dann bleidigt fühlen, wenn man dann hart angegangen ist, sowas geht gar nicht. Darum sollte es mMn ohne wenn und aber die Regel sein, dass man bei Meinungsäußerungen auf die gegenseitigen Gefühle Rücksicht nimmt. Das das nicht immer klappt, weiß ich selber. Ich bin auch jemand, der sich manchmal im Ton vergreift oder emotional werde und dann auch schon mal verbal agressiv werde, aber ich bin dann jemand mit dem man immer sprechen kann, der auch einsieht, wenn mein Gegenüber sagt: "Ey das hat mich persönlich sehr beleidigt/verletzt, das geht gar nicht." Das größte Problem habe ich mit Menschen die dann aber völlig ignorant gegenüber der Gefühle anderer sind.

    Ich denke es ist IMMER legitim eine Meinung zu ignorieren. Niemand kann gezwungen werden, sich zu äußern. Ich würde das nicht als Herabwürdigung ansehen. Höchstens wenn dann noch andere Dinge wie Mimik, Gestik, etc. dazu kämen, die man als beleidigend werten könnte.


    Wäre ich dafür ja. Ich habe persönlich schon mit vielen Extremisten diskutiert. Nazis, extreme Antifaschisten, etc. Solange diese Menschen immerhin noch bereit und fähig sind, in einen Dialog zu treten, geht das auch. Es gibt natürtlich Nazis, Linksextreme, Islamisten, etc. mit denen Reden wirklich unmöglich ist. Aber es wäre auch eine Pauschalisierung zu behaupten, dass man mit politischen oder religösen Extremisten generell nicht reden kann. Diese Leute werden sich nicht unbedingt überzeugen lassen, aber man lernt immerhin viel darüber wie solche Personen so ticken. Darum habe ich da oft das Gespräch gesucht.

    Wo ich natürlich dagegen wäre, wäre z.B. bei einer Talkrunde wo es z.B. um das Gedenken des 2. Weltkriegs geht oder bei Holocaust-Themen, dass man dort dann keine z.B. jüdischen Überlebende und Nazis einläd. Das wäre dann einfach respektlos und unmenschlich gegenüber den Opfern des 2. Weltkriegs.

    Naja kommt immer drauf an. Du gehst jetzt von Extrembeispielen aus. Aber nehmen wir mal ein etwas alltagstaugliches Beispiel. Jemand behauptet "Ich finde alle Flüchtlinge sollen Deutschland verlassen. Wir sind kein Asylheim der Welt." oder was die Leute halt so von sich geben. Dann kann man sich davon eindeutig distanzieren. Etwa in dem man sagt: "Das ist eine empathielose, menschenverachtende Ansicht, die gegen den Gedanken von Solidarität und Mitgefühl geht. Sowas zu sagen finde ich extrem schändlich!" Das ist mMn eine Meinungsäußerung. Aber über oben genannte Person zu sagen: "So eine dumme rechte Sau. Bestimmt keine Bildung, kommt aus irgendeinem Hinterwälderdorf, dieser Nazi!" Das ist für mich keine Meinungsäußerung, zumindest keine akzeptabele. Aber genau wird teilweise z.B. über AfD-Wähler gesproche. Oft unter großen Applaus von Menschen die das ähnlich sehen. Aber was hier ja gemacht wird, ist gleiches mit gleichem zu vergelten. Aber dadurch wird es ja nicht richtig. Die Person die obigen Satz sagt könnte ja auch eine gebildete Person aus einer Stadt sein, der aber ansonsten mit nationalsozialistischen Ansichten nichts am Hut hat. Jemanden aber dermaßen pauschal zu verurteilen ist rein rational betrachtet aber eine Beleidigungen bzw. eine Herabwürdigung seiner Meinung. So sehe ich das. Und ich will einfach nicht, dass die Menschen, die sich zum Glück dieser Sichtweise nicht anschließen, aber dadurch "berühmt" machen, dass die Meinungen von Andersdenkenden auf eine solche Weise begegnen. Ich denke, es ist unsere Aufgabe gerade diesen Leuten zu zeigen, wie man es besser machen kann und uns nicht auf deren Niveau zu begeben. Ich denke das ist der deutlich bessere Weg.

    MfG Ska
     
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  28. Makekith

    Makekith
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    Naja von dir hab ich leider auch keine ernst zu nehmende Auseinandersetzung erwartet. Du kommst wieder nur mit Vorurteilen. Und herbei gedichteten Attributen und Vorwürfen.
    Ich hab keinerlei Tweets gepostet, oder darüber geschrieben.
    Ich hab ein Interview und mehrere Artikel, unter anderem BBC und Guardian, gepostet. Es ging mir mit den Umgang von Eltern mit ihren Kindern, nicht meine Meinung über Transgender per se. Denn ich hab keine wirkliche Meinung darüber, weder negativ noch positiv. Es ist nun mal ein Umstand mit den manchen Menschen leben müssen, und es ist garantiert nicht einfach, das Gefühl im falschen Geschlecht zu sein. Aber dank Therapie und OPs etc kann man das ja zumindest visuell doch sehr gut anpassen.

    Ich hab ausserdem mit Logik versucht darzulegen /erklären weshalb die Suizid Rate so hoch sein könnte. Ich meine, fur mich ist das eine logische Theorie, wer sich selbst und seinen Körper hasst, weil man eben im falschen Geschlecht geboren wurde. Ist natürlich anfälliger für starke Depressionen und Suizid Gedanken. Hier strahle ich Empathie aus und finde es durchaus wichtig dass man diesen Menschen so gut es geht hilft. Ob nun durch, Therapeuten, Hormon Therapien oder Geschlechtsumwandlung. Aber halt erst in einem gewissen Alter.
    Und wenn dir deine Mutter schon in jungen Jahren einrichtert, dass du armes Kind im falschen Körper geboren bist und dir das derart mit in deiner Erziehung mit eher negativen Folgen mit einbringt, anstatt es dich eben von selbst zu erforschen und zu entdecken. Kann dir das ganze ziemliche Schäden zu fügen. So etwas gehört für mich schon zur Selbstfindung, so etwas sollte von dir aus passieren. Auch wenn es schwierig sein kann, so ist es doch der beste Weg sich selbst zu akzeptieren und zu lieben mit den jeweiligen Umständen mit denen man konfrontiert wird.
    Klar ist es gut wenn deine Eltern dich unterstützen, dich akzeptieren wie du bist, und bin auch voll dafür. Jedoch sollte da ein gesundes Mittelmaß gefunden werden.
    Beide Eltern hier scheinen jedocj genaue Gegenteil voneinander zu sein, ein Vater der es nicht akzeptieren kanm und eine Mutter die aktiv versucht den Prozess schnellst möglich voran zu bringen.
    Hier muss irgendwie eine Mitte gefunden werden.
     
  29. Makekith

    Makekith
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    Genau meine Gedanken, danke
     
  30. Dawizard

    Dawizard
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    Die Bedeutung von Wörtern und Gesten ist genau jeder andere Aspekt einer Sprache nicht ein Stein gemeißelt. Aus diesem völlig normalen Vorgang provozieren besorgte Bürger regelmäßig ein gigantisches Tara, weil sie nur auf den nächsten Anlass zum Aufregen warten.

    Man könnte sagen, sie führen sich auf wie nice girls (= einfältige Kinder ohne bestimmtes Geschlecht) und nicht im geringsten senile (=alt und weise).


    Die Nazikeule ist auch so eine Sache, die angeblich permanent passiert, aber nie zitierbare Beispiele liefert...
     
  31. Legion(CD) Memory Alpha

    Legion(CD)
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    Allerdings muss ich auch sagen, dass es nicht schlimm sein sollte, wenn man gewisse Dinge nicht gleich erkennt. Das mit dem OK Zeichen weiß ich z.b. erst seit kurzem, und was zum Teufel sind schon wieder nice girls, und senile? :ugly:

    Das Problem ist eher, wenn man sich beratungsresistent zeigt.
     
  32. Fiesfee Mitmobberin

    Fiesfee
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    Hör auf permanent Unwahrheiten und haltlose Anschuldigungen hier rauszuhauen und man wird irgendwann aufhören dich als dümmlichen Idioten wahrzunehmen.
    Respekt erarbeitet man sich, aber nicht so wie du es hier machst.

    Vielleicht schaffst du es ja mal eine Meinung zu vertreten ohne dir allen möglichen Zusatz ausdenken zu müssen. Probier's mal.
     
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  33. Makekith

    Makekith
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    Was für Anschuldigungen denn bitte? :) ich hab hier niemandem was unterstellt.
    Deine Ansichten sind jedenfalls interessant und verraten mir ein gutes Bild von dir. Sorry aber evtl mal selbst an die Nase fassen bevor du jemanden dümmlich nennst.
     
  34. Klatsch

    Klatsch
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    Sowas muss wirklich nicht sein.

    :rolleyes:
     
  35. Fiesfee Mitmobberin

    Fiesfee
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    Sowas zum Beispiel:
    Du versuchst hier immer noch dein Narrativ von der manipulativen Mutter aufrecht zu erhalten.
    Entschuldige, es war wirklich nicht politisch korrekt hier noch freundlich zu formulieren welchen Eindruck er hier über dutzende Posts hinweg bei mir hinterlassen hat.
    Aber für jemanden, der seitenlang erklärt warum Vergewaltigungsvorwürfe im Internet so furchtbar seien und dann selbst nichts anderes tut als haltlose Unterstellungen zu nahezu jedem Thema zu bringen, habe ich nunmal nicht mehr übrig.

    Das wird man doch wohl noch sagen dürfen.:teach:
     
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  36. Fiesfee Mitmobberin

    Fiesfee
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    Aber was ist das denn für ein Dialog?
    Die Extremisten zeichnen sich ja nicht gerade durch gemäßigte Ansichten aus und werden diese auch kaum kritisch betrachten wollen. Welche Erkenntnis zieht man aus sowas?
     
  37. Klatsch

    Klatsch
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    Das war halt einfach ne plumpe Beleidigung.

    Ich mache da eigentlich keinen Unterschied. Wenn mich jemand beleidigt, so ist es für mich kein Grund selbiges zu tun. Bringt am Ende ja eh nichts und heizt die Stimmung nur weiter an.
     
  38. Hank J.

    Hank J.
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    es gibt immer wieder extremisten, die sich vom extremismus abwenden.
     
  39. Vainamoinen

    Vainamoinen
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    Nach 20 Jahren Dialog mit Extremisten im Netz (anno dazumal noch bei "infokrieg" und Konsorten) ist meine Erkenntnis, dass sich Extremisten gerade dadurch auszeichnen, dass sie sich nicht im klassischen Sinne "überzeugen" lassen. Ich diskutiere de facto nicht mehr mit Extremisten, "damit sie sich vom Extremismus abwenden", das wäre ein Selbstbetrug. Selbst wenn du es in Teilaspekten schaffst, dein Gegenüber auf den Boden der Tatsachen und der Menschlichkeit zu ringen – der schläft eine Nacht drüber und am nächsten Morgen sind die zerebradikalen Werkseinstellungen wieder da. Ich widerspreche deren "Meinungen" aus dem einzigen Grund, damit sie im öffentlichen Raum niemals unwidersprochen stehen bleiben.

    Hinweis: Mit "diese Gruppe" referenzierst du auf das von Dawizard hochironisch verwendete "linksgrünversiffte Gutmenschen", das ist ursprünglich bereits die Formulierung eines rechtskräftig verurteilten Volksverhetzers, keine existierende "Gruppe".

    Der Grund, warum Menschen überall Nazisymbolik/Kennzeichen bzw. 'Dog Whistles' sehen, ist doch ebenso einfach wie verständlich und im Verhalten der Neonazis begründet. Ebenso wie die Ideologie der Nazis wandelbar ist, wandeln sie auch die Kennzeichen, mit denen sie sich untereinander erkennen. Sie führen den Krieg nicht mehr öffentlich, sie biedern sich heute ans Bürgertum an, das ist das Prinzip einer Unterwanderung. Folgerichtig sind Glatze und Springerstiefel, eindeutige Insignia in der Öffentlichkeit verpönt. Es herrscht das Prinzip der Uneindeutigkeit. Auf dem Nummernschild steht jetzt nicht mehr "HH-88". Da steht jetzt irgendwas mit "886" und auf dem kleinen Schild darunter in Fraktur steht "Der Osten rockt".

    Ja: Das "OK"/"Excellent"-Zeichen war und ist eine Nazi-Kennung, zumindest im US-Amerikanischen Raum. Die 88 ist es. Aber auch jede Art nordischer Rune ist von Nazis für ihr Augenzwinkern an Kollegen zweckentfremdet worden.

    Über das Red Thread Games-Forum hatte ich mit vielen Norwegern zu tun. Einer davon – mit dem ich mich schon häufig über H. R. Giger ausgetauscht hatte – zeigte stolz in Fotos seine neue Tätowierung entsprechender Runen. Er schrieb mich per Personal Message an, um vorwegzunehmen, dass er kein Nazi sei. Ich wäre auf die Idee niemals auch nur im Traum gekommen, selbst wenn mit Sicherheit irgendwo ein Nazi mit derselben Tätowierung rumläuft und sie für ihn eine Nazi-Kennung ist.

    Die Uneindeutigkeit ist hier gewollt. Nazis zweckentfremden Symbole wie anno dazumal das Hakenkreuz. Nur lassen wir uns heute diese Symbole nicht so einfach wegnehmen. Wer mit dem Finger zeigt, sollte lieber einen konkreteren Hinweis darauf haben, dass der Sender eines solchen Signals zur rechtsextremen Szene gehört. Eine Eindeutigkeit eines solchen Signals ist absichtlich nicht gegeben. Nichts machen Nazis lieber, als mit den Schultern zu zucken und zu behaupten, das wäre ja ein ganz normales OK-Zeichen. Nur eine nordische Rune. Eine willkürliche Zahlenfolge.
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. November 2019
    Oi!Olli gefällt das.
  40. swbi

    swbi
    Registriert seit:
    16. Juli 2015
    Beiträge:
    124
    Das Ok Zeichen ist ein standartisiertres internationales Zeichen nach ISO Norm 24801-2 und wird u.A. z.B. auch bei allen Tauchern verwendet.
     
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