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Dieses Thema im Forum "Medienforum" wurde erstellt von Spartan117, 23. Februar 2016.

  1. HypNo5

    HypNo5
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    Ah okay. Stand ich ein bisschen auf dem Schlauch. Es war ein gutes Buch dafür, als ich eine Nacht nicht schlafen konnte, da nur mit Iso-Matte der Boden viel zu hart war. Es liest sich halt gut runter.
     
  2. Helli LI-LA-LAUNELÖWE Moderator

    Helli
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    Ich habe heute Andromeda oder Tod: Echo der Avatar von @IvanErtlov beendet.

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    Der letzte Band der Avatar Reihe, das große Abenteuer am Ende aller Zeiten!

    Unser Spiralarm der Galaxie ist im Jahr 2785 nicht mehr wiederzuerkennen. Fast alles Leben ist verschwunden, die Sterne sind erloschen. Energieabsorbierenden Wesenheiten aus einer anderen Welt zum Opfer gefallen, schwarzen, beseelten Schiffen, die von den wenigen Überlebenden nur "Schatten" genannt werden. 800.000 Menschen, Gouch, Rosh und einige wenige Vertriebene anderer Rassen sind noch übrig, harren auf aus alten Schiffen zusammengeschusterten mobilen Stationen aus. Ständig auf der Flucht, in immerwährender Angst vor den Schatten, zum Aussterben verdammt.

    Nur einer will das nicht hinnehmen: Borst von Schwein, direkter Nachfahre von Fredderick und ein begnadeter Techniker. Sein Plan: Ein gigantisches Sprungtor, das die Überlebenden bis in die Andromedagalaxie bringen kann - weit weg von den Schatten. In Sicherheit. Doch die Alten haben längst aufgegeben, nur eine Handvoll junger Menschen, Gouch und Rosh scharen sich um den Tüftler und begeben sich auf die Suche nach den letzten Energiereserven, die noch nicht den Schatten zum Opfer gefallen sind. Die Erinnerung an ein legendäres Schiff aus grauer Vorzeit birgt neue Hoffnung und ungekannte Gefahren...

    Was für ein krönender Abschluss (?) der Avatar-Reihe! Den Einstieg fand ich schon richtig gut gelungen. Auch, wenn man direkt neue Protagonisten vor die Nase gesetzt bekommt, viel Zeit vergangen ist und das ganze Universum nicht mehr das ist, was es mal war - man fühlt sich direkt total heimisch. Sehr schnell wird alles Neue in das Altbekannte eingeflochten, wir erleben Twist auf Twist auf Twist, nur unterbrochen von den bewährten humorvollen Einlagen und immer wieder dem "sich selbst auf die Schippe nehmen".

    Für mich ist die Trennung zu "Kriegerehre: Der letzte Flug der Avatar" ein absolutes Muss - die beiden Teile in einen Roman zu packen hätte sich nicht richtig angefühlt. Und das eine Buch kann nicht ohne das andere existieren. Zu kurz fand ich beide Romane nicht, auch wenn Ivan selbst das Gefühl hat, dass seine Leser so denken könnten.

    Ich bin rundum zufrieden - mit den letzten beiden Bänden, mit der gesamten Reihe - und danke @IvanErtlov für seine Werke.


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    Lieblingsstellen:
    "600 Jahre. Sechs Jahrhunderte. Achtundzwanzig Generationen. Mein Kopf brummte. Das war Wahnsinn, mehr als eine gefühlte Ewigkeit, mehr als drei Seminare Vergleichender Literaturwissenschaft hintereinander."

    "Auf dem Steam-Hulk gibt es einen Kult rund im einen gewissen Gabe Newell. Seine Jünger glauben, dass er einst aus einer Dampfwolke erscheinen und ihnen ihr drittes Halb-Leben schenken wird, was auch immer das sein mag. Komplett gaga."

    "Ich sehe die Sternstunden der Menschheit, Leif Eriksson auf seiner Überfahrt über den Atlantik, Mozart am Klavier, die erste Landung von Menschen auf dem Mars.
    Aber auch das namenlose Grauen.
    Ich sehe den schwarzen Tod über Europa hinwegfegen, Hitlers Truppen in Polen einmarschieren, Modern Talking ihr erstes Studioalbum aufnehmen."
     
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  3. IvanErtlov

    IvanErtlov
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    Nein, ich danke für die lobenden Worte!
    Wie schon hier und auf der FB Seite gesagt - Im Moment kann ich außer meinem Brotjob und dem Schreiben nicht viel machen, der Lockdown hier hat ein anderes Kaliber als in good old Europe. Aber ich habe sehr wohl bedenken, ob bei dem Output die Qualität noch passt. Offenbar tut sie es, und das freut mich.


    Da gibt es diese magische Grenze - 40.000 Worte. Keine Ahnung, warum, aber jedes Mal, wenn die Story darunter landet, habe ich das Gefühl, dass es "zu kurz" ist. Aber wenn die Geschichte damit erzählt wurde, will ich auch nicht nachträglich "Füllstoff" reinbasteln.
     
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  4. Helli LI-LA-LAUNELÖWE Moderator

    Helli
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    Und das spürt man. Nichts wirkt gestreckt, das ist alles knackig. Gut so. :yes:
     
  5. HypNo5

    HypNo5
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    Herr der Ringe

    Meine Meinung zu den ersten beiden Bänden habe ich schon geteilt, nachfolgend dann ein bisschen was zum dritten Band, vielleicht noch andere Sachen die mir noch einfallen oder die ich schon erwähnt habe und dann ein Fazit. Einfach mal drauflos schreiben, aber so kurz nach dem Aufstehen sind meine Finger noch zu müde.

    Insgesamt hat es sich auf jeden Fall gelohnt. Auf der einen Seite, weil es immer gut ist einen Klassiker von der Liste streichen zu können. Auf der anderen Seite weil das Buch gut ist, sonst hätte ich es auch nicht beendet und gestern zwei Stunden am Stück bis in die Nacht die letzten Seiten gelesen. Ein Fan bin ich aber jetzt plötzlich nicht geworden, dafür gefällt mir die Art der Fantasy von Tolkien zu wenig. In meinen Augen ist er - selbstverständlich - ein hervorragender Weltenbauer, aber als Geschichtenerzähler funkt er bei mir nicht, was unter anderem daran liegen kann, dass es einfach nicht nach meinem Geschmack ist, man das Alter eben doch merkt oder andere Gründe. Darum ist für mich auch, wie bereits gesagt, der erste Band ganz klar der beste Teil des Buchs, da dort schön gemächlich in die Welt eingeladen wird und man alle Charaktere zusammen in einer Storyline begleitet. Als sich dann die Gefährten trennen und somit auch die Geschichten, fällt es für mich etwas auseinander. Vor allem die Erzählweise, dass die Storylines nicht ineinander verwoben, sondern so stark getrennt sind, hat mir wenig gefallen. Vor allem weil, wenn dann die Perspektive gewechselt wurde, wieder direkt an den Anfang gesprungen wurde, wo man sich trennte und wenn sich Charaktere getroffen haben, erst wieder erzählt werden musste, was ihnen widerfahren ist. Da hätte man dem Leser etwas mehr Gehirn zurechnen können, dass ein bisschen was selbst zusammenreimen muss, es später in Nebensätzen erklärt wird, oder so ähnlich. Außerdem bin ich einfach kein Fan von langen Beschreibungen und Tolkien steht da so richtig drauf. Ab dem zweiten Buch haben mich aber auch mehrere inhaltliche Sachen gestört. Unter anderem auch deswegen, weil meiner Meinung nach zu viel Inhalt in diesen wenigen Seiten steckt. Saruman ist für mich zum Beispiel relativ unnütz. Die Wiederbelebung von Gandalf antiklimaktisch. Der Pfad der Toten wird als fürchterlich angekündigt und dann marschieren die da einfach durch und nichts passiert. Die Entzauberung von Theoden wurde nicht richtig aufgebaut. Der Tod des Nazgulkönigs. Der Konflikt am Ende des Buchs. Wie fast immer war auch recht klar - nicht nur weil man die Filme kennt - wie der ganze Konflikt ausgeht. etc etc etc.

    Es hat sich also, wie gesagt, gelohnt. Aber in vielen Bereichen mag ich andere Fantasy deutlich mehr - die Realität bei Martin, die Komplexität bei Eriksson. Obwohl das alles dann doch nicht so schablonenhaft war wie ich erwartet habe - der Konflikt zwischen Elfen und Zwerge wird eher kulturell begründet, die Orks sind nicht von Grund auf böse, es wird immer das Böse geben etc - ist es trotzdem sehr schablonenhaft: der Zwerg mag Höhlen, der Elf Wälder, sie werden aber beste Freunde, die ehrenhaften Menschen, der prophezeite König, der alles kann, die Frau die halt da ist um zu lieben und geliebt zu werden usw. Insbesondere auf die Entscheidungen, Saruman, Gollum, Grima etc leben zu lassen, komme ich persönlich nicht klar. In der Welt gibt es vielleicht Sinn und in der Geschichte tut es das tatsächlich, aber die Leute laufen zu lassen mit der Begründung "Joa, vielleicht machen sie in Zukunft mal was gutes" ist schon sehr naiv. Auch wenn der Satz von Gandalf dazu eine der besten Stelle im Buch ist und es immer gut beschrieben wird. Auch die ganze Moral im Sinne von "Die kleinen Leute, denen niemand etwas zutraut, retten die Welt" und "Hey, ich kann dir nicht sagen wann ich komme, aber erwarte das Unerwartete und genau dann komme ich" ist wenig überzeugend.

    Im letzten Kapitel war ich aber dann doch so: Och, eigentlich will ich die Welt nicht verlassen. :(:runter:
     
  6. IvanErtlov

    IvanErtlov
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    In all dem gebe ich dir recht, und wenn man aus heutiger Perspektive mehrere Fantasy Epen miteinander vergleicht, kommt Tolkien zumindest in manchen Aspekten nicht gut weg, keine Frage.
    Allerdings sollte man in der Kritik an der Kritik zwei Punkte berücksichtigen:

    1. Die Rolle als Wegbereiter:
    Wenn wir heute, wenn auch manchmal unter Naserümpfen, einen rassistischen, narzistischen Misantrophen wie H.P. Lovecraft respektieren, weil er das Grundkonzept eines kosmischen Horrors erschuf, eine völlig neue Ebene des Grusels, dann müssen wir Tolkien als den Wegbereiter aller heutigen Fantasy verehren. Natürlich hat er auf bestehenden Fabeln und Legenden aufgebaut, aber die von ihm erschaffenen Archetypen sind aus der heutigen Fantasy nicht wegzudenken. Von Martin bis Brooks, von Shadowrun bis Witcher, überall findet sich seine Handschrift.

    2. Sein persönliches Setting, seine Umgebung und seine Erfahrungen:
    Man geht davon aus, dass die ersten Grundzüge während seiner Zeit im Schützengraben des 1. Weltkriegs, ein Großteil der tatsächlichen Arbeit an HdR während des zweiten Weltkriegs erschaffen wurden. Eine Zeit der Paradigmenwechsel, als Kriege wirklich wie "Das Ende eines Zeitalters" empfunden wurden. Die Desillusionierung Tolkiens im ersten Weltkrieg zeigt sich in einem Brief an seine Frau, in dem er schrieb: "Gentlemen are rare among the superiors, and even human beings rare indeed."
    Der zweite Weltkrieg sorgte zudem - den Nazis sei "Dank" - für ein generelles, globales Schwarz-Weiß Denken, das sicher auch seine Spuren in Herr der Ringe hinterließ.
    Was das oft als hoffnungslos romantische, kitschige und von boshaften Kritikern auch chauvinistisch genannte Bild von Liebe & Ehe betrifft, da muss man entgegenhalten - das war Tolkiens ureigenste Lebenserfahrung, die ihn vom Teenager bis zum Tode begleitete.
    Er verliebte sich als 16jähriger Katholik in eine ältere Protestantin, war von ihr einige Jahre getrennt, sie verlobte sich anderweitig - und löste diese Verlobung nach einem einzigen Brief von Tolkien an sie und einem darauf folgenden Gespräch. Es folgte eine Liebesheirat und eine Ehe, die 50 Jahre, bis zum Tod seiner Frau andauerte, und von allen Verwandten und Zeitzeugen als jenes Idealbild skizziert wird, dass wir heute unrealistisch nennen.
    In his 1941 letter to Michael, Tolkien expressed admiration for his wife's willingness to marry a man with no job, little money, and no prospects except the likelihood of being killed in the Great War.
    Kann man es ihm verdenken, dass er bis an sein Lebensende ein hoffnungsloser Romantiker blieb?

    Wie gesagt, das alles hilft Tolkien und seine Werke zu verstehen - es ändert nichts daran, dass man aus heutiger Perspektive einiges an seiner Erzählung kritisieren kann, oder sich von anderer Fantasy besser unterhalten fühlt, diese logischer und stimmiger findet.
    Aber er war ein Weltenbauer, dessen Konstruktionspläne Autoren aus aller Welt und allen folgenden Dekaden benutzten und immer noch benutzen.
    Und davor ziehe auch ich meinen Hut.
     
  7. Helli LI-LA-LAUNELÖWE Moderator

    Helli
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  8. Lurtz lost

    Lurtz
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    Nunja, immerhin hat Tolkien es geschafft, seine Geschichte schlüssig zu Ende zu erzählen... Das kann man von vielen Kollegen nicht behaupten.

    Man kann an seinem Werk auch heute viel Gutes finden: https://en.wikipedia.org/wiki/J._R._R._Tolkien:_Author_of_the_Century

    Nicht zu vergessen, dass Der Herr der Ringe in vielen Leserbefragungen zum beliebtesten Buch des 20. Jahrhunderts gewählt wurde. Das kommt nicht von ungefähr. Vor allem wenn man die Entstehungsgeschichte bedenkt, und dass es erst lange Zeit nach Erscheinen wirklich zu Ruhm kam.
     
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  9. HypNo5

    HypNo5
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    Gestern noch Der Richter und sein Henker. Sehr konzentrierte Kriminalgeschichte von Dürrenmatt. Als Geschichte nicht so toll, da kurz, klassisch und vorhersehbar. Aber typisch für Dürrenmatt ist das Buch auch Kritik des Genres und Auseinandersetzung mit dem Menschen. Gelesen habe ich es jetzt, lesen hätte ich es aber nicht müssen. Der Verdacht mit dem gleichen Kommisär war besser.

    Danke für die Hintergründe. Ich versuche Werke eigentlich immer im Kontext ihrer Zeit zu lesen, anders geht es auch gar nicht. Bei HdR habe ich dann zwar wahrgenommen, dass die Frauen größtenteils Liebesobjekte sind - aber nicht sexualisiert! - und kaum wichtige Rollen spielen - mehr Screentime für Arwen in den Filmen - sowie dass der Feind aus dem Süden und Osten kommt und unzivilisiert und dunkel ist, aber das kann man gut einordnen und es ist nicht offensichtlich sexistisch oder rassistisch, falls es das überhaupt unterschwellig ist. Aber ich habe das Buch ja nicht nur gelesen, weil es ein Klassiker ist, sondern es hat mir tatsächlich gefallen, was man definitiv hervorheben muss. Vor allem ist die andere Fantasy die ich kenne - abgesehen von ein paar Sachen wie Narnia oder Alice - wesentlich jünger und, wie es Lurtz sagt, teilweise gar nicht abgeschlossen. Ein kompaktes Werk wie HdR ist da schon schön, insbesondere weil es sich so anders liest: wie ein Geschichtsbuch oder ein Mythos. Es hat also gepasst. Man muss auch erst einmal Schablonen aufbauen, bevor man sie dann einreißen und umdrehen kann.

    Es ist sicherlich eines der einflussreichsten Bücher des 20. Jahrhunderts (oder überhaupt) und dass es dabei noch heute unterhaltsam, originell, spannend etc ist, würdigt es noch mehr. Die Tage mehrere Interviews mit Martin geshaut, der gar nicht mehr aus dem Schwärmen entkommt. Es wäre eine andere Sache, wenn in anderen Büchern diese klassische Fantasy besser gelöst worden wäre, aber dem ich nicht so. Witcher, Malaz, GoT & Co sind einfach so anders und moderne klassische Fantasy ist bestimmt nicht so gut wie HdR. Es ist halt eine Geschmacksfrage. Ich kann verstehen, wenn man das Buch auch heute noch als die beste Fantasy bezeichnet.
     
    Zuletzt bearbeitet: 14. Juli 2020
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  10. Kibou

    Kibou
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    Toller Beitrag! Was ich noch ergänzen würde ist, dass Tolkiens Setting eine Tiefe und einen Detailreichtum hat, den ich noch bei keinem seiner Nachfolger gesehen habe. Seine Welt ist nicht aus der Luft gegriffen, sondern fest in der keltischen Mythologie verwurzelt, und bis ins Detail ausgearbeitet - so umfangreich, dass sein Sohn Christopher aus den Notizen und Fragementen zur Vorgeschichte nochmal ein komplettes Buch kompilieren konnte, das Silmarillion. Wenn es z.B. in den Hügelgräberhöhlen über Orkrist und Glamdring heißt: "diese Schwerter wurden in Gondolin für die Orkkriege geschmiedet", dann steht da wirklich eine komplexe Geschichte dahinter. Und neben der Geschichte sind da noch die Sprachen, und die Geographie, und und und. Gerade wenn man Tolkiens Welt mit typischen Rollenspiel-Settings wie D&D, DSA etc. vergleicht, geht Mittelerde auch schon fast in Richtung "Low Fantasy", das finde ich auch in der Verfilmung stellenweise ganz gut getroffen - Magie kommt beispielsweise sehr sparsam zum Einsatz und hat wirklich etwas geheimnisvolles und mystisches. Das macht die Welt für mich sehr glaubwürdig - Geschichtsbuch oder Mythos, wie HypNo5 es genannt hat, trifft es ganz gut.
     
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  11. IvanErtlov

    IvanErtlov
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    Natürlich, für mich ist es immer noch eines der besten Werke, dass ich je gelesen habe. Aber wenn man einen "Jim Sterling der Buchkritik" mimen will, kann man einzelne Teile davon zerlegen und anderen Werken so gegenüberstellen, dass HdR vergleichsweise schlechter davonkommt.
    Was mit kontext wiederum nicht so leicht fällt.
     
  12. Captain Morgan

    Captain Morgan
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    Bisher ganz spannend. Passt gut da ich ja zur Zeit AC Syndicate zocke.
     
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  13. IvanErtlov

    IvanErtlov
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    Kenn ich nicht, aber hinter Bowden steckt ja Anton Gill. Und der hat einige sehr feine Non-Fiction Werke geschrieben. "Last talons of the eagle" sollte man gelesen haben, bevor man sich an Nick Cooks "Hunt for zero point" wagt.
     
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  14. KellogsFrosties

    KellogsFrosties
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    Aktuell den Thriller "Der Menschenmacher" von Cody McFadyen

    Ziemlich kranker Scheiss :topmodel:
     
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  15. Terranigma

    Terranigma
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    Germanische Mythologie, nicht keltische.
    :yes:


    Ich steh mit'n Herrn der Ringe ja auch dezent auf Kriegsfuß. Und habe die Reihe angefangen, aber nie beendet - und ich verspüre auch keinen Drang sie in die Hand zu nehmen. Allerdings höre ich's nebenher als Hörbuch, und das ist die für mich weitaus angenehmere Erfahrung. Wie @HypNo5 schreibt: Tolkien steht auf Beschreibungen. Mit der Einführung einer Figur wird auch gerne seine Geanalogie ausgeführt. Ein Tisch ist nicht nur ein Tisch, sondern wird ausgeführlich dargestellt, sowie auch Wetter, Landschaft, etc. pp. Teils mag es nett sein, ich empfinde es auf Dauer aber sehr ermüdend, weil weite Teile der Seiten mit Beschreibungen, aber nicht mit Plot gefüllt sind. Mit dem Ergebnis, das ich damals teils ganze Absätze übersprang weil ich dachte "Öde, öde, öde." Aber so wollte ich's dann aber auch nicht lesen, und legte die Bücher weg. Als Hörbuch funktioniert's für mich allerdings wirklich gut: vorgelesenen von Rob Inglis mit wunderbar starken Akzent und getragener Stimme. Könnte mir vorstellen, dass ich die Trilogie auf diese Art sogar mal eines Tages beende, aber Eile verspüre ich da nicht.

    Interessanter als die eigentliche Erzählung, finde ich das Viele, was man über das Werk sagen kann. Tolkien schürft eben nicht nur in der germanischen Mythologie, sondern insb. auch in der angelsächischen Literatur. Etwa das Motiv des Ringträgers ist der angelsächischen Literatur entnommen, u.a. Beowulf. Königen war es vorbehalten Ringe als Belohnung auszugeben, insb. als Würdigung für Kriegstaten - der König wurde so als "ring-giver" bezeichnet, die Träger umgekehrt als "ring-bearer." Alleine der Titel "Lord of the Rings" greift dieses angelsächische Motiv auf und inszeniert Sauron, welcher ja der ursprüngliche "ring-giver" ist, als höchsten König der Völker in Mittelerde - immerhin ist er's, welcher allen Völkern überhaupt Ringe geben kann. Und durch das Annehmen der Ringe akzeptierten die Völker anfangs auch den Status von Sauron, da sie sich in die Rolle der "ring-bearer" begaben.

    Das ist an sich ne' Kleinigkeit, und ... nun, an sich nicht weiter relevant. Aber es zeigt, dass Tolkien teils sehr gezielt Motive der angelsächischen Literatur als Instrumente in seine Geschichte einbaute.

    Die Schrift der Zwerge ist das angelsächische Futhark, z.B. auf der Karte von Thor im Kleinen Hobbit - und auch lesbar. Allerlei Namen im Herrn der Ringe sind wiederum teils dem Altwestnordischen entnommen, teils auch Homophone aus dem Englischen, die unabhängig von ihrer Bedeutung nur auf Grund ihres Lautbildes verwendet wurden: Gandalf etwa setzt sich aus den beiden altwesnord. Begriffen "gandur" (Zauber/Magie) und "alfr" (Elf) zusammen - wörtlich also: "Zauber-Elf." Edoras, die Stadt von Rohan, stammt wiederum vom angelsächischen Wort "edor" (umzäunt; von Umzäungungen umgebenes Gebiet) ab. Das Gros der Zwergennamen ist wiederum der Edda entnommen, wo in der Völuspá u.a. die Rede ist von:

    Þar var Móðsognir mæztr of orðinn
    dverga allra, en Durinn annarr;
    þeir mannlíkun mörg of gerðu
    dvergar í jörðu, sem Durinn sagði.

    Nýi, Niði, Norðri, Suðri,
    Austri, Vestri, Alþjófr, Dvalinn,
    Nár ok Náinn Nípingr, Dáinn
    Bívurr, Bávurr, Bömburr, Nóri,
    Ánn ok Ánarr, Óinn, Mjöðvitnir.

    eggr ok Gandalfr, Vindalfr, Þorinn,
    Þrár ok Þráinn, Þekkr, Litr ok Vitr,
    Nýr ok Nýráðr, nú hefi ek dverga,
    Reginn ok Ráðsviðr, rétt of talða.


    Unter anderem etwa Durin, Gandalf oder Thorin sind direkt der Edda entnommen.


    Und die für mich mit Abstand schönste Hommage an wiederum die angelsäschische Literatur ist die Wehklage von Aragorn in The Two Towers in Helm's Deep - im Film hat man dies ja Theoden zugeschrieben.

    "Where now the horse and the rider? Where is the horn that was blowing?
    Where is the helm and the hauberk, and the bright hair flowing?
    Where is the hand on the harpstring, and the red fire glowing?
    Where is the spring and the harvest and the tall corn growing?
    They have passed like rain on the mountain, like a wind in the meadow;
    The days have gone down in the West behind the hills into shadow.
    Who shall gather the smoke of the dead wood burning,
    Or behold the flowing years from the Sea returning?
    "

    Diese Wehklage ist dem angelsäschischen Gedicht "The Wanderer" entlehnt, wo u.a. auch der Name "Theoden" - nämlich þeodnes - herkommt.

    "Hwær cwom mearg? Hwær cwom mago? (Where is the horse gone? Where the rider?)
    Hwær cwom maþþumgyfa? (Where is the treasure-giver?)
    Hwær cwom symbla gesetu? (Where are the seats at the feast?)
    Hwær sindon seledreamas? (Where are the revels in the hall?)
    Eala beorht bune! (Alas for the bright cup!)
    Eala byrnwiga! (Alas for the mailed warrior!)
    Eala þeodnes þrym! (Alas for the splendour of the prince!)
    Hu seo þrag gewat, (How that time has passed away,)
    genap under nihthelm, (dark under the cover of night,)
    swa heo no wære. (as if it never were.)
    "

    Diese "Where is...?"-Fragen werden als ubi sunt bezeichnet, und sind typisches Merkmal angelsäschischer Literatur. Als die Angelsachsen sich in Britannien niederließen stießen sie auf die Ruinen und Hinterlassenschaften der römischen Kultur, insb. imposante Gebäude aus Stein - welche die Angelsachsen zu bauen nicht fähig waren. Ihre Hütten bestanden aus Holz. Für sie muss es sich teils angefühlt haben, als wären sie in einer post-apokalyptischen Welt eingetaucht - nur dass es nirgends Audiologs gibt, welche die Hintergrundgeschichte erklären. Die Steinbauten wurden als Werk von Riesen begriffen, etwa im Gedicht "The Ruin."

    Wrætlic is þes wealstan, wyrde gebræcon; (This masonry is wondrous; fates broke it)
    burgstede burston, brosnað enta geweorc. (courtyard pavements were smashed; the work of giants is decaying.)
    Hrofas sind gehrorene, hreorge torras, (Roofs are fallen, ruinous towers,)


    Mit der Wehklage von Aragorn - bzw. Theoden im Film - zitiert Tolkien dem Sinn nach "The Wanderer" auf großartigste Art und Weise. Auch wenn ich kein Fan der Reihe bin, zeigen sie, wie sehr sich Tolkien in der germanischen Mythologie, angelsäschischen und altwestnordischen Kultur, Literatur und Sprache auskannte - und wie reichhaltig der "Herr der Ringe" ist.


    Ich finde das alles so viel faszinierender als die Bücher selbst.
    :immertot:


    PS: Hier ne' zeitgenössischere Umsetzung des ubi sunt, die wohl jeder kennen dürfte.
     
    Zuletzt bearbeitet: 16. Juli 2020
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  16. Kibou

    Kibou
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    @Terranigma: Schöner Beitrag, danke für die Korrektur!

    Wo es gerade so viel um den Herrn der Ringe geht, bei Youtube bin ich vor einer Weile auf eine großartige Umsetzung des Durin-Lieds gestoßen:

     
  17. Lurtz lost

    Lurtz
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    Wie gefällt dir der Sprecher nach längerer Zeit? In den Hörproben kommt mir die Stimme eher immer dünn und anstrengend vor, zudem sind nicht alle mit seiner Interpretation von Charakteren zufrieden.
     
    Zuletzt bearbeitet: 16. Juli 2020
  18. Captain Morgan

    Captain Morgan
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    Zur Zeit die aktuelle Ausgabe von GameStar (keine Ahnung ob es hier dafür irgendwo einen Extra-Thread für die Themen des aktuellen Heftes gibt). Besonders spannend fand ich bisher die Artikel zu Crusader 3 und die Spielewelt von The Witcher 3.
     
  19. HypNo5

    HypNo5
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    Who Fears Death (Nnedi Okorafor, 2010)

    Afrikanische postapokalyptische Fantasy Science-Fiction Coming-of-Age Geschichte über "weaponized rape", Beschneidung von Mädchen, Rassismus, religiösen Fanatismus, patriarchale Gesellschaften, Steinigungen & Co. Die Geschichte ist relativ simpel gestrickt, die Charakterzeichnung und Welt hingegen in meinen Augen überraschend komplex und definitiv grau-grau-grau. Es ist nicht besser als das erst kürzlich gelesene Herr der Ringe, auch weil ich sie nicht vergleichen möchte und kann, aber für mich definitiv wesentlich interessanter. Vor allem die Abwesenheit von Beschreibungen hat mir sehr gut gefallen. Man könnte über die verschiedenen Themen des Buchs sicherlich lange diskutieren und im Internet ist die Meinung auch recht zwiegespalten, manche Teile haben mir auch weniger gefallen, aber darauf habe ich wenig Lust und bin auch nicht der richtige Typ dafür. Ich kann es auf jeden Fall empfehlen, man sollte aber Gewalt ertragen können. Bei der Szene der Beschneidung, die kaum beschrieben wird, hätte ich das Buch gerne weggelegt.

    Komisch: Das Buch ist ein drei Teile geteilt und im dritten Teil haben die Kapitel plötzlich keinen Titel mehr, sondern nur noch eine Nummer. Ich könnte mir ein paar Erklärung aus dem Ärmel schütteln, aber es war trotzdem verwirrend.

    Da ihre anderen Bücher besser bewertet sind, werde ich sie auf jeden Fall mal auf dem Schirm behalten. Eine HBO-Serie kommt anscheinend auch. Als nächstes dann wieder was ohne Hokuspokus.
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. Juli 2020
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  20. Mephisto275

    Mephisto275
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    Mit den "Gesetzen" des Platon habe ich nun die Sammlung zum 2400-sten Geburtstag des Schreibers abgeschlossen.

    Kurz zu den Gesetzen selbst:

    Es drängt sich der Vergleich zu "Der Staat" auf, wobei mir "Der Staat" deutlich besser gefallen hat. (Daher habe ich auch die 2- Zitate aus dem Buch in meiner Signatur)

    "Gesetze" scheint eine weiter"Entwicklung" vom "Der Staat" zu sein. Es geht mehr ins Detail und ist deutlich ausführlicher
    Was ich aber da gelesen habe, fand ich - aus heutiger Sicht - teilweise sehr Radikal: Mord würde mit Verbannung bestraft werden , Diebstahl von Staatseigentum mit der Todesstrafe! Glaubte jemand nicht an die Götter, oder verleugnete sogar deren Existenz: Tod! Auslandsreisen: Nur für jemanden der sich sehr um den Staat verdient gemacht hat, und zwischen 50-60 Jahre Alt ist!
    Beleidigungen: Nicht gestattet, Musik und Schriften sowie Freizeitgestaltung : Überwacht. Schlaf: So wenig wie nur möglich, da Schlaf ungenützte Zeit ist und der Körper an nicht zu viel Schlaf gewöhnt werden sollte

    Was ich für die damalige Zeit gut fand, war dass wie Platon den Umgang mit den Sklaven vorgeschrieben hat: Denn jemand welcher einen Sklaven misshandelt hat, der war auch nicht für den Staat geeignet: Wenn er schon so einen Leibeigenen behandelt, dann wird er sich nicht anders zu seinen Mitbürgern verhalten, wenn er einmal an die Macht gekommen ist. Allerdings hätten die Sklaven damals bei vergehen auch nicht sehr viel zu lachen. Meistens stünde der Tod an der Tagesordnung, das gnädigste waren viele Peitschenhiebe. Auf der anderen Seite: Wenn ein Sklave ein Verbrechen gemeldet hätte, wäre er freigelassen!

    Einiges fand ich allerdings auch sehr Inspirierend, und ich hätte nichts dagegen wenn auch in der heutigen Zeit Verwendung finden würde (Was aber niemals passieren wird!). zB alles was mit Reichtum und Geld oder Ausbildung zu tun hatte.


    Abschließende Worte zur Sammlung:
    100€ für die Sammlung dieser Schriften war mehr als ein Schnäppchen(Vergliechen mit den Tusculum Ausgaben würde diese Sammlung mindestens das 3-fache kosten!). Zumal die Ausgaben in Griechisch und Deutsch sind, qualitativ Perfekt verarbeitet wurden (keine Fehldrücke, oder verrutschte Zeilen) und mit Hardcoverband sich sehr gut im Regal machen!
    Ich werde verschiedene Schriften bestimmt noch einige male lesen...

    Zum Schluss:
    Dies sind alle Schriften von Platon welche in der Sammlung enthalten sind:

    Buch 1 - Ion, Hippias II,Protagoras, Laches, Charmides, Euthyphron, Lysis, Hippias I, Alkibiades I
    Buch 2 - Apologie des Sokrates, Kriton, Euthydemos, Mexexenos, Gorgias, Menon
    Buch 3 - Phaidon, Smyposion, Kratylos
    Buch 4 - Der Staat
    Buch 5 - Phaidros, Parmenides, Briefe
    Buch 6 - Theatetos, Der Sophist, Der Staatsmann
    Buch 7 - Timaios, Kritias (Atlantissaga), Philebos
    Buch 8.1 - Die Gesetze I-VI
    Buch 8.2 - Die Gesetze VII-XII, Minos


    Wenn ich eine Wertung vergeben sollte: 10/10 Absoluter Pflichtkauf!
    Als nächstes folgt (mal zur Abwechslung): Der Gilgamesch Epos und danach Solon: Dichtungen, gefolgt von der Sammlung von Aristophanes (Ich nenne das jetzt schon, weil Gilgamesch und Solon sehr kurze Bücher sind.)
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. Juli 2020
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  21. Helli LI-LA-LAUNELÖWE Moderator

    Helli
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    Klingt ja sehr abgefahren. Weißt du noch, wie du darauf gestoßen bist?
     
  22. HypNo5

    HypNo5
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    Es müsste eine Empfehlung von amazon gewesen sein. Ich hatte überlegt, was ich kaufe und bei mehreren Fantasy Büchern die in Frage kamen die Empfehlungen durchgeklickt. Titel und Cover klangen interessant, Bewertungen gut, Preis günstig: zack, bei der Bestellung dabei. Ich hatte es zusammen mit HdR und dem dritten bisher noch ungelesenen Fantasy-Buch gekauft.

    Ich hatte mich aber vor ein paar Wochen auch ein bisschen über afrikanische Literatur informiert. Ich glaube aber, dass war danach.
     
  23. Helli LI-LA-LAUNELÖWE Moderator

    Helli
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    ...und das liest du als nächstes? :wahn:
     
  24. HypNo5

    HypNo5
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    Ne. Als nächstes wieder etwas ohne Fantasy. Aber mal schauen, einfach heute Abend wieder in etwas reinlesen und schauen was mich interessiert. Ich würde auch mal wieder etwas kürzertreten, aber ich habe keine richtige Alternative.
     
  25. Terranigma

    Terranigma
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    Passend. Er klingt so wie'n alter Onkel, der es sich mit'ner Decke auf dem Stuhl bequem macht, den Kamin anheizt, einen Tee neben sich stellt und dann aus einem Buch vorliest. Ein paar der Figuren würde ich wohl auch nicht so sprechen, wie er's tut - dann wiederum: ich würde sowas eh nicht machen, und dank der Filme habe ich mittlerweile recht fixe Vorstellungen von den Figuren im Ohr. Dass er's anders umsetzt stört mich daher nicht. Finde seine Stimme für so'n Buch sehr passend.
     
  26. Mephisto275

    Mephisto275
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    Und wie gestern geschrieben habe ich schon SOLON : Dichtungen und Das Gilgamesch Epos durch.

    Kurz zum Solon:
    Von den ursprünglich über 5000 Versen sind nur sehr wenige übrig geblieben. Diese lassen sich auch leider nicht Chronologisch einordnen.(Das steht so im Nachwort) Das was aber übrig ist, das zeigt wie es damals um Athen bestellt gewesen ist. Gottlosigkeit und Raub/Diebstahl stand wohl an der Tagesordnung. Solon ist sich dessen sehr bewusst gewesen und wusste dass er sich sowohl mit dem Volke als auch mit den Aristokraten verscherzen wird, wenn er an die Macht kommt, um die Dinge in Ihr Richtigkeit zu rücken. (dies wird in einem Bruchstück deutlich sichtbar)

    Er hat es auch dann geschafft aber, wie Plutach beschreibt, war sein Fehler dann Athen sich selbst zu überlassen, und auf Reisen zu gehen. Dadurch hat er es in die Arme eines weiteren Tyranen getrieben, und seine Gesetze, auch wenn viele unangetastet, wurden misachtet und er selbst wurde soz. zur "Persona Non-Grata", auch wenn Ihn keiner etwas angetan hat.

    Das Gilgamesch Epos ist eigentlich der Ursprung der Geschichte nach dem Jungbrunnen, und scheinbar die frühste Beschreibung der Sinnflut. Auch wenn hier nicht Noah derjenige ist, welcher die Arche baut (Das haben sich wohl die Christen zugedichtet) sondern Utnapischtim, welcher mit seiner Frau überlebt , und von den Göttern das Ewige Leben geschenkt bekommen hat. Im Grunde geht es um den Verlust der lieben und den Wunsch diese wieder ins Leben zu holen. Um die Eigene Sterblichkeit und den Wunsch dieser zu Entkommen.

    Einige der Steintafeln sind leider zum Großem Teil zerstört, aber im großem und ganzem laß sich die Geschichte sehr leicht und flüssig. Die 120 Seiten hatte ich in wenigen (1-2)Stunden durch
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. Juli 2020
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  27. Terranigma

    Terranigma
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    Aus aktuellem Anlass gefragt: Wie lest ihr momentan?


    Ich greife in den letzten Woche - trotz vorhandener Zeit - recht selten zum Buch, was vor allem eine Frage der Bequemlichkeit ist. Wenn ich vor'm Schlafen gehen versuche zu lesen fehlt mir meist die Konzentration und bis auf ein paar Seiten komme ich da nicht weiter. An sich würde ich lieber tagsüber oder abends lesen, - im Wohnzimmer hängt da aber mein Freund ab und hat'n Fernseher laufen. Da kann ich nicht lesen. Überlege mir jetzt ein <Möbelstück> für's Arbeitszimmer so kaufen, wo man halt bequem lesen kann für längere Zeit. Aber keine Ahnung was.

    Sessel? Hocker? Schaukelstuhl? Liege? Sitzkissen? ...


    Wie und wo lest ihr eigentlich, und irgendwelche Empfehlungen?
    :hmm:
     
  28. HypNo5

    HypNo5
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    Sessel mit ausfahrbarer Fußstütze finde ich (bisher) ideal. Ich habe nur leider meist keinen und es ist mein oberstes Ziel, irgendwann an einem Ort zu wohnen und mir den besten Leseplatz einzurichten. Primär lese ich daher abends im Bett, was zu schnell müde macht, und nachmittags entweder auf einer Liege im Garten (zu laut und sonnig) oder auf einem Sessel ohne Fußstütze.

    Wichtig ist auf jeden Fall, dass man die Arme ablegen kann und die Füße gestützt werden. Ebenso sollte man den Nacken nicht zu sehr neigen müssen um das Buch zu sehen, aber das Buch sollte auch abgelegt sein.

    Mein Problem ist eher, dass ich keinen guten Platz für Filme habe. Ich wüsste, wie ich das Problem beheben könnte, aber mir fehlt Platz und Hardware.
     
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  29. Helli LI-LA-LAUNELÖWE Moderator

    Helli
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    Ich habe heute Tannöd beendet.

    [​IMG]

    In der tiefsten bayerischen Einöde: Eine ganze Familie wird in einer Nacht ausgelöscht, mit der Spitzhacke erschlagen. Jetzt heißt er nur noch Mordhof, der einsam gelegene Hof der Danners in Tannöd, und vom Mörder fehlt jede Spur...

    Ein spannender Krimi basierend auf einem wahren Mordfall aus dem Jahr 1922, 2007 mit dem Deutschen Krimi Preis ausgezeichnet, 2009 verfilmt. Eine Sammlung von Zeugenaussagen führt, häufig chronologisch durcheinander gewürfelt, langsam auf das gute Finale hin und damit auf die Auflösung der ganzen Geschichte.
    Gut geschrieben, mir hat es gefallen.


    Lieblingsstellen:
    "Manchmal treffen in stürmischen Zeiten Menschen aufeinander, die unter anderen Bedingungen nie zusammengefunden hätten. Viele dieser Bindungen bleiben bestehen, trotz der Widrigkeiten des Alltags, andere zerbrechen an eben diesen."

    "Kannst du in die Köpfe, in die Herzen schauen? Eingesperrt war ich doch mein ganzes Leben, eingesperrt.
    Und auf einmal öffnet sich mir eine neue Welt, ein neues Leben. Weißt du, wie das ist?
    Ich sage dir, jeder ist einsam sein ganzes Leben lang. Alleine ist er, wenn er zur Welt kommt, und alleine stirbt er. Und dazwischen, gefangen war ich in meinem Körper, gefangen in meinem Verlangen."


    [​IMG]
     
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  30. Helli LI-LA-LAUNELÖWE Moderator

    Helli
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    Im Moment: Gar nicht. :ugly:

    Gelesen:
    Januar 1 Buch, Februar 6, März 12, April 12, Mai 4, Juni 0, Juli bis jetzt 3.

    Ich lese meistens am Wochenende.
    Wenn ich richtig im Flow bin: Auch direkt vor und nach der Arbeit, wenn es mich RICHTIG packt auch in der roten Ampelphase, die ich in- und auswendig kenne.
    Daheim sitze ich im Sessel. Grundsätzlich trägt meine Frau Kopfhörer, so kann ich tagsüber in Ruhe lesen. Selbst auf dem Balkon wäre es mir da manchmal zu laut. Dennoch versuche ich es immer mal wieder, aber halte es nie lange aus.
    Vorm Schlafen gehen geht nicht. Ich gehe erst ins Bett, wenn ich quasi nicht mehr gehen kann. Keine zwei Zeilen würde ich dann noch schaffen.

    Früher hatte ich auch einen Sessel mit Fußstütze, so wie @HypNo5 - das war sehr angenehm.
    Heute fehlt mir häufig ein Hocker, aber dann gehe ich halt vom Sessel auf die Couch.
     
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  31. HypNo5

    HypNo5
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    :ugly:²
     
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  32. Helli LI-LA-LAUNELÖWE Moderator

    Helli
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  33. Kibou

    Kibou
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    Ich lese primär Abends vor dem Schlafen im Bett, versuche aber, mehr auf dem Sofa und am Tisch zu lesen. Vor allem, weil ich dann bei Fachbüchern leichter Notizen machen kann. Ich hab letzte Woche ein Video zu "Reading in the Brain" gemacht, ohne irgendwelche Notizen zu haben, das war nicht ohne :ugly:

    Ich hätte auch gerne so einen Sessel wie HypNo5, hab aber leider keinen Platz.
     
  34. HypNo5

    HypNo5
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    So einen habe ich auch nur, wenn ich mal bei meinen Eltern bin (so wie derzeit, weil Corona im Haus angenehmer ist als in der kleinen Wohnung). In meiner Wohnung habe ich keinen Platz für nicht-essenzielle Möbel. Wenn die Wohnung aber mal größer sein wird, werde ich mir vermutlich so einen anschaffen (oder ein bequemes Sofa).
     
  35. felico schrecklich unkreativ

    felico
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    Vorwiegend abends im Bett. Oder morgens im Bett, wenn ich keine Lust habe aufzustehen :ugly:

    Ansonsten zur Zeit häufig draußen auf dem Balkon auf einem Liegestuhl (ohne Fußablage). Hin und wieder auf der Couch liegend.
     
  36. HypNo5

    HypNo5
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    Ich musste gerade tatsächlich Liegestuhl googlen, da für mich ein Liegestuhl immer eine Fußablage hat. Ansonsten wäre es nur ein Stuhl. Aber so etwas hat dann doch keine Ablage für die Füße:
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  37. felico schrecklich unkreativ

    felico
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    Ja Liegestuhl ist auch nicht so wirklich richtig... wie heißen diese mit verstellbarer Rückenlehne und etwas größerer Sitzfläche? Gartenklappsesselstuhl.

    Halt sowas hier:
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  38. Helli LI-LA-LAUNELÖWE Moderator

    Helli
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  39. HypNo5

    HypNo5
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    Das habe ich bisher sehr selten gemacht, weil ich entweder keine Wanne hatte oder sie zu klein war. Oder ... weil mir ein neues Buch direkt in die Wanne gefallen ist und jetzt richtig runzelig aussieht. :ugly:
     
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  40. MrBurns

    MrBurns
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    Ich lese es zwar nicht, habe aber das Buch mit dem besten Titel aller Zeiten entdeckt:

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