An die Historiker: Atombombenabwurf Hiroshima/Nagasaki

Dieses Thema im Forum "Smalltalk" wurde erstellt von MadMaxMKII, 6. Mai 2012.

  1. MadMaxMKII

    MadMaxMKII
    Registriert seit:
    30. Juni 2007
    Beiträge:
    7.662
    Die Zahlen sind aber mit Vorsicht zu genießen. Wikipedia (was du hier ja eindeutig benutzt hast :D...was auch nicht schlimm ist) wiederspricht sich hier innerhalb von 2 oder3 Artikeln zum Thema der Opferzahlen. Hinzu kommt, dass bereits damals die Bevölkerungsdichte Tokyos bedeutend höher als jene Hiroshimas war.
     
  2. SturmHitman

    SturmHitman
    Registriert seit:
    14. Oktober 2008
    Beiträge:
    1.790
    Bei den Amerikanern auf jeden Fall, dass muss man schon sagen. Da wären sonst deutlich mehr US-Soldaten gestorben.

    Solche Luftangriffe gegen Zivilisten sind aber ganz klar Kriegsverbrechen. Egal ob Deutsche, Briten, Amerikaner oder Japaner.

    Ich kann nicht verstehen, das solche Angriffe zum Teil als Kollateralschaden, militärische Ziele oder als notwendig gesehen werden. Das sind ganz klar Kriegsverbrechen.

    Und diese zwei Atombombenangriffe werden ja immer als notwendige Opfer für den Frieden gesehen, damit die Amerikaner sich nicht rechtfertigen müssen. Zu der Zeit wusste noch keiner so richtig, ob das wirklich den Frieden bringt. Vielleicht hat es ja wirklich vielleicht doppelt so viele Menschenleben gerettet, aber sag das mal den Menschen aus Hiroshima oder Nagasaki. Stell dir vor, du kommst aus dieser Stadt, dann sieht die Welt nämlich ganz anders aus. Besonders wenn man eigentlich mit den Krieg selber nicht viel zu tun hat.
     
  3. Je mehr ich mit dem Thema auseinander gesetzt hab, desto weniger sehe ich die glorreiche Rettung der Welt vor den bösen Axenmächten. Eher ein sinnloses Schlachten von Millionen von Menschen, an denen sich beide Seiten fröhlich beteiligt haben. Natürlich kann man noch verschiedene Qualitäten von Verbrechen ausmachen, wenn einen das denn interessiert. Aber sobald man bewusst versucht soviele Zivilisten wie möglich zu töten, ist eh jegliche Rechtfertigung sinnlos.

    Die USA hatte viele Gründe die Bombe abzuwerfen und das einzige was sie aufgehalten hätte, wäre ein Respekt vor Menschenrechten/leben, der schon lange nicht mehr vorhanden war. Wenn man mit Brandbomben Tokyo niederbombt, mit dem Ziel möglichst viele Menschen zu töten, dann braucht man sich über den Einsatz von Atombomben als Mittel des Terrors auch nicht wundern.

    Einen Konsens wird man wohl nicht finden, dazu müsste jemand ja ein Interesse daran haben pro-Kriegsverbrechen zu argumentieren und es schaffen die übliche Geschichtsschreibung zu verändern. Klingt auch nicht sehr warscheinlich...
     
  4. Vögelchen Baumwolldealer des Vertrauens

    Vögelchen
    Registriert seit:
    13. Januar 2005
    Beiträge:
    94.662
    Von Wikipedia habe ich das nicht und ich meine auch nur die direkt gestorbenen und nicht die, die Jahre später an Krebs und dergleichen gestorben sind. Die Zahlen sind zwar nicht eindeutig, aber das sind sie bei keinem der Angriffe auf Japan. Tendenzen kann man trotzdem erkennen. :nixblick:
     
  5. "Axenmächte" und Relativierungen, die die NPD unterschreiben würde. Scheinst dich ja sehr ausführlich mit dem Thema auseinandergesetzt zu haben.
     
  6. M1cha84 gespeerter User

    M1cha84
    Registriert seit:
    2. Juli 2002
    Beiträge:
    1.898
    Ort:
    Essen
    Den unprovozierten Angriff auf Pearl Habor, bei dem ca. 2500 Menschen starben und de facto die komplette US-Pazifikflotte vernichtet wurde, würde ich schon als böse bezeichnen. Jedenfalls sahen das die Amerikaner damals so ;)
     
  7. Vögelchen Baumwolldealer des Vertrauens

    Vögelchen
    Registriert seit:
    13. Januar 2005
    Beiträge:
    94.662
    Ich dachte es wäre inzwischen Konsens, dass die Amerikaner den Japanern kaum eine andere Wahl gelassen hatten?
    Sie haben Japan mit Embargos lahmgelegt, der Öl-Import ging z.B um knapp 90% zurück und Japan wollte die Abhängigkeit beenden. :nixblick:
     
  8. Wenn man sich überlegt, wie die Japaner im asiatischen Raum gewütet haben, dann sind Embargos wohl die logische Folge.

    Nur mal so als Beispiel, das Massaker von Nanking 1937, über 200 000 ermordete Zivilisten und Kriegsgefangene.

    Beim 3. Reich regt sich jeder über die Appeasement-Politik auf, obwohl die bis dato kaum noch was gemacht hatten, aber bei den Japanern, die China als ihr Schlachthaus betrachtet haben, ist der Angriff auf die USA nur Selbstverteidigung?

    Ich bitte euch.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 8. Mai 2012
  9. Vögelchen Baumwolldealer des Vertrauens

    Vögelchen
    Registriert seit:
    13. Januar 2005
    Beiträge:
    94.662
    Klar, die Embargos sind auch nur eine logische Reaktion und eine weitaus bessere als direkt mit dem Hammer drauf zu hauen. Aber die japanische Ideologie spricht auch ganz klar dagegen, wegen Embargos aufzugeben. Ein Angriff war nicht sooo unwahrscheinlich. Okay, sagt sich jetzt im Nachhinein leicht. :ugly:
     
  10. Deutschland hat Menschen in Fabriken vernichtet, Japan hat China niedergemetzelt und Arbeitssklaven sich zu Tode arbeiten lassen. Massenhaft wurden Frauen verschleppt und als Sexobjekt benutzt.

    Die andere Seite hat fröhlich gezielt Städte mit Brandbomben ausgelöscht. Hat zum ersten Mal in der Geschichte Atombomben abgeworfen, um den größtmöglichen Terroreffekt zu erzielen.

    Klar kann man da einen großen Unterschied sehen. Diese Unterscheidung wäre durchaus begründet, das bestreite ich keineswegs. Ich persönlich sehe einfach massive und nicht-begründbare Angriffe gegen Unschuldige, begründet in dem faschistischen Weltbild der einen Seite und der moralischen Verrohung der anderen Seite.

    Das mag einem Historiker nicht angemessen sein, aber ich bin keiner und behaupte auch nicht einer zu sein.

    Ich finde das Bild der "guten Allierten" und "bösen Axenmächte" etwas platt. Beide Seiten haben in diesem Krieg Kriegsverbrechen verübt und das nicht zu knapp. Nur die eine Seite hat gewonnen, daher wird das (außerhalb eines Dialogs zwischen Historikern? Keine Ahnung wie der Stand der wissenschaftlichen Diskussionen genau aussieht.) faktisch weniger thematisiert.


    @M1cha84:

    2500 Tote, hauptsächlich Soldaten. Atombomben auf Nagasaki/Hiroshima, über 100.000 Tote. Brandbomben auf Tokyo, ~100.000 Tote. Meistens Zivilisten.

    Ich weiß nicht, ich finde einen nicht angekündigten Angriff auf militärische Ziele weniger schlimm als gezieltes Töten von Zivilisten.

    Aber nicht so als würde ich behaupten irgendwer wäre der Held dieses Kriegs. Beide Seiten sind abartig dreckig gewesen bei ihrem Versuch die Gegenseite zu schlagen.
     
  11. Die objektive Wissenschaft sagt also A, aber Dende bleibt lieber dumm und sagt B, weil Subjektivität (die auf was jetzt basiert? Deinem Bauchgefühl beim Holocaust?). Soso, kannst ja gleich schreiben, dass du ein dummer Trottel bist, der der Argumentation der NPD nicht abgeneigt ist.:yes:
     
  12. Bitte? Japan hätte auch einfach die Invasion Chinas einstellen können.
    Das ist jetzt das zweite Mal, dass du dieses Wort verwendest. Vielleicht pflegst du ja einen ebenso laxen Umgang mit der Sprache wie mit der Geschichte, ich weiss es nicht, aber das ist schlicht falsch. Die andere Seite hat diesen Krieg nicht aus lauter Fröhlichkeit geführt, sondern weil ihr der Krieg aufgezwungen wurde. Aufgezwungen, indem z.B. die Achse in der Sowjetunion mit ein paar Millionen Mann einmarschierte und gleich darauf hinwirkte, einige Millionen zu vernichten.

    Eine Sichtweise, die den Zweiten Weltkrieg bloss als allgemeines Massenschlachten behandeln möchte, ist keine produktive Perspektive mit Erklärungspotential. Das ist eine Perspektive, die nicht einmal klären kann, warum der Krieg begonnen hat. Von der Genese von Einzelereignissen wie den Luftangriffen auf Dresden 1945, die nicht einfach auf "Verrohung" zurückgingen, mal ganz zu schweigen. Es ist bloss eine Perspektive, die gerade deutsche Verbrechen relativiert. "Über die Verbrechen der anderen wird weniger geredet." - ja, da kannst du genau so gut mit Holger Apfel einen seriös-radikalen Heulzirkel gründen. Viel Spass dabei.
     
  13. Ulsterman Madden des GSPB

    Ulsterman
    Registriert seit:
    7. September 2000
    Beiträge:
    55.296
    Ort:
    79 Wistful Vista
    Bitte was? Wie Pompejus kurz, aber richtig sagt, sind die Embargos vor allem wegen Japans Vorgehen in China zustande gekommen - mit dem 'Angebot', die Embargos aufzuheben, wenn Japan seine Invasion in China einstellt.

    Man darf dabei auch nicht vergessen, dass die japanische Invasion Chinas schon 1931 begonnen hat (Manchuria) und dabei alles andere als zimperlich vorgegangen ist (Massaker von Nanjing, um mal nur das bekannteste zu nennen). Die USA haben lange unbeteiligt zugesehen und sich um eine diplomatische Lösung bemüht (selbst nach der Versenkung amerikanischer Schiffe durch japanische Marineflieger im Dezember 1937!), aber irgendwann hat man in den USA erkannt, dass man damit nichts erreicht.
    Also hat man die nächste Stufe rausgeholt: Embargos (Öl und Metallschrott waren die wichtigsten, aber nicht die einzigen), dann Drohgebärden (Verlegung der Pazifikflotte nach Pearl Harbor.
     
  14. Vögelchen Baumwolldealer des Vertrauens

    Vögelchen
    Registriert seit:
    13. Januar 2005
    Beiträge:
    94.662
    War etwas zu forsch geschrieben, aber ich habe danach ja schon versucht zu erklären.
    Natürlich waren die Japaner für die Embargos, die Verlegung der Flotte und dergleichen verantwortlich. Keine Frage, bestreite ich überhaupt nicht.

    Japan war de facto eine Militär-Diktatur und keiner der Leute an der Spitze hatte Bock seinen Job zu verlieren, wie das halt so ist. Das Volk war egal, der Tot von Millionen Japanern bei einer möglichen Landung der Amerikaner wurde ja mit einberechnet gegen Ende. Die geben nicht einfach auf, wenn sie in die Enge getrieben werden. Nicht solange sie noch eine Möglichkeit haben den Feind zu treffen und eine bessere Ausgangslage für Verhandlungen zu schaffen. Die Möglichkeit des Waffenstillstands nach der Einführung der Embargos wäre ein viel zu großes Zeichen der Schwäche gewesen, die Führung musste aber gegenüber dem Volk Stärke zeigen. Angriff war die einzige Option die die Führung für sich realistisch sah - und auch da gab es genug kritische Stimmen, muss man fairerweise sagen.

    Ich denke die Amerikaner haben die Ideologie der japanischen Führung nicht richtig verstanden - tue ich auch nicht, aber wir sehen ja nun die Folgen und können sie daher etwas besser einschätzen - und haben damit einen Angriff provoziert, auch wenn ihr Ziel ganz anders aussah. Eine Alternative zum Embargo sehe ich auch nicht, die Entscheidung war richtig.
     
  15. BaVoBa

    BaVoBa
    Registriert seit:
    29. August 2007
    Beiträge:
    3.851
    Nein, die Amerikaner hatten genau zwei Möglichkeiten: Krieg gegen Japan oder kapitulieren und sich besetzen lassen. Die Japaner waren glasklar auf gewaltsame Expansion ausgerichtet und wollten sich die Welt mit Nazideutschland teilen, und das war auch damals kein Geheimnis. D.H. auf lange Sicht hätten sie sich so oder so mit den USA angelegt.
     
  16. Vögelchen Baumwolldealer des Vertrauens

    Vögelchen
    Registriert seit:
    13. Januar 2005
    Beiträge:
    94.662
    Ich habe doch gesagt, die Entscheidung war richtig? :nixblick:
     
  17. MadMaxMKII

    MadMaxMKII
    Registriert seit:
    30. Juni 2007
    Beiträge:
    7.662
    wo hast du das denn her? eine Besetzung der USA durch jap. Streitkräfte war zu keiner Zeit in Erwägung gezogen worden.
    Territoriale Gewinne waren nur im asiatischen Raum vorgesehen, gefolgt von der schnellen Etablierung von Marionettenstaaten und deren (zwanghafte) Einbindung in einer Greater East Asia Co-Prosperity Sphere mit Japan an der Spitze (und natürlich befreit von westlichen Kolonisatoren).
     
  18. Vögelchen Baumwolldealer des Vertrauens

    Vögelchen
    Registriert seit:
    13. Januar 2005
    Beiträge:
    94.662
    Amerika hat die West-Küste aber entsprechend eingerichtet. Die haben ganze Fabriken unter fake Städten versteckt und dergleichen, teilweise haben die damit sogar die eigenen Piloten verwirrt. :ugly:

    http://einestages.spiegel.de/static...64/amerikas_werke_und_hollywoods_beitrag.html
     
  19. MadMaxMKII

    MadMaxMKII
    Registriert seit:
    30. Juni 2007
    Beiträge:
    7.662
    Ist ja auch in Ordnung, dass sie das gemacht haben. Es gab trotzdem zuvor keinen konstruktiven Dialog über die Kriegsziele alla: "Hey Uncle Sam, wir überfallen jetzt ca 15 Nachbarstaaten. Das Problem ist, eure Jungs sitzen in einem dieser Staaten (phillippinen). Die werden wir vertreiben, aber dann ist auch schon Schluss":D
     
  20. http://en.wikipedia.org/wiki/Greater_East_Asia_Co-Prosperity_Sphere#Japanese-governed

    Ich finde gerade den Link nicht, aber gab es nicht auf Pläne für Bündnis bzw. Invasion von Mexiko? Nach knapp 70 Jahren Forschung kann man das natürlich gelassen betrachten, aber 1942 sah es anders aus.
     
  21. Ziemlich euphemistische Umschreibung der Kriegsziele Japans. Japan ging es darum, Ressourcen und Menschen in möglichst großen Teilen des asiatischen und pazifischen Raumes auszubeuten. An dem Wohlergehen der anderen asiatischen Völkern war den Japanern mit Sicherheit nicht gelegen. Die "Großostasiatische Wohlstandssphäre" ist nichts anderes als eine propagandistische Wortfassade gewesen, um Krieg zu rechtfertigen.

    Mir scheint ohnehin, dass du die Abartigkeit des japanischen Imperialismus völlig unterschätzt.
     
  22. dyex

    dyex
    Registriert seit:
    9. September 2011
    Beiträge:
    3.617
    Desto öfter ich hier lese, desto öfter fällt mir auf dass wir so grundlegende Themen in der Schule nicht machten. Z.b. der Einmarsch der Japaner in China haben wir noch nie durchgenommen. :/
     
  23. dyex

    dyex
    Registriert seit:
    9. September 2011
    Beiträge:
    3.617
    -Doppelpost- Sorry
     

  24. Das ist zwar ohne Frage interessant, es gibt aber verdammt viel, was im Geschichtsunterricht nicht gemacht wird.

    Aber das ist auch nachvollziehbar, man kann einfach nicht alles machen, daher liegt der Schwerpunkt auf der deutschen Geschichte bzw. Weltereignisse.

    Das zählt da nicht zu.
     
  25. MadMaxMKII

    MadMaxMKII
    Registriert seit:
    30. Juni 2007
    Beiträge:
    7.662
    Wie du darauf kommst erschließt sich mir nicht.

    Dein restlicher Post ist richtig und nichts anderes habe ich geschrieben. und wo ich etwas euphemistisch umschreibe, müsstest du mir auch zeigen. ich schrieb von "zwanghafter einbindung" und habe im weiteren wertneutral geschrieben.
     
  26. BaVoBa

    BaVoBa
    Registriert seit:
    29. August 2007
    Beiträge:
    3.851
    Glaubst du, die Japaner hätten einfach aufgehört, sobald sie sich den Pazifikraum und Südostasien in der Tasche gehabt hätten?

    Das Achsenbündnis war auf lange Sicht eine massive Bedrohung für die USA. Andersrum war es ebenso. Wenn die USA passiv überall zugesehen hätten, wären die Achsenmächte früher oder später bei denen auf der Matte gestanden.

    @Vögelchen

    Mir ging's darum, daß du sagtest, daß die USA den Angriff provoziert hätten und sie nicht verstanden hätten. Das war aber beides meiner Ansicht nach nicht der Fall. ;)

    Eigentlich sind wir einer Meinung, ist glaub ich eher eine Formulierungsfrage.
     
  27. Vögelchen Baumwolldealer des Vertrauens

    Vögelchen
    Registriert seit:
    13. Januar 2005
    Beiträge:
    94.662
    Ist glaube ich echt eine Formulierungsfrage. :ugly:
     
  28. Zauberpilz

    Zauberpilz
    Registriert seit:
    30. April 2008
    Beiträge:
    4.618
    Was MadMaxMKII schreibt dem stimm ich zu.
    1000 Bomber zerstören in einer Nacht vielleicht eine Stadt und töten hunderttausende. 1000 Atombomben können in einer Nacht ganze Nationen vernichten und Millionen töten.

    Das Gewaltpotenzial ist also um ein vielfaches höher. Auch wenn ethisch gesehen die gezielte Tötung von Zivilbevölkerung grundsätzlich falsch ist. Egal mit welchen Mitteln oder aus welchen Gründen man das macht.

    Zudem könnte man bei Bomberangriffen zumindest noch so "human" sein und nur militärische Ziele angreifen wie zb. Pearl Harbor. Eine Atombombe selektiert ihre Ziele dagegen nicht, sie zerstört weiträumig alles.
     
  29. Oi!Olli Vollzeitskinhead

    Oi!Olli
    Registriert seit:
    7. Mai 2005
    Beiträge:
    82.101
    Ort:
    Essen
    Mein RIG:
    CPU:
    Ryzen R7 9800X3D
    Grafikkarte:
    Palit GeForce RTX 5070 Ti GamingPro
    Motherboard:
    GIGABYTE X870 Eagle WIFI7
    RAM:
    2x 32 GB CORSAIR Vengeance DDR5 RAM 6000MHz CL30
    Laufwerke:
    Samsung 990 Pro 4 TB, Samsung 980 Pro 2 TB, Samsung 970 1 TB
    Soundkarte:
    Soundblaster Z
    Gehäuse:
    Fractal Design Meshify 2 XL Black
    Maus und Tastatur:
    HyperX Alloy Elite 2, Logitech G403
    Betriebssystem:
    Windows XI
    Monitor:
    Odyssey OLED G6 (G61SD)
    @ Dende Ich will das ganze nicht schönreden aber die Luftangriffe hatten zumindest laut dem Blog Amerika erklärt auch den Grund die dezentralisierte Infrastruktur zu vernichten die in Japan wohl überall anzutreffen war nicht nur in Industrievierteln.


    Apropos Luftangriff wie vielen Juden hat eigentlich der Angriff auf Dresden noch mal das Leben gerettet?

    Da sieht man auch mal wieder das gut böse zumindest in Teilen passt. Vor allem Deutsche haben noch kurz vor der Kapitulation eine Menge Ressourcen aufgewendet nur um noch so viele Juden wie möglich ermorden zu können.

    Mit der Euthanasie hat man sogar nach Kriegsende weiter gemacht.
     
  30. Ohne das Vorgehen der Japaner aus einem moralischen Blickwinkel relativieren zu wollen, aber die Logik hinter dem Expansionsdenken der Japaner ist die selbe mit der der Westen angefangen hat Kolonien zu erobern. Und ich finde es ist eine berechtigte Frage wieso westliche Staaten so etwas durften, Japan das aber nicht zugestanden wurde.

    Das das nun eine Veränderung der Machtpositionen mit sich brachte und daher andere Staaten reagieren (mussten?), ist eine andere Frage.

    Ich entschuldige mich für meine laxe Wortwahl, die deinem sehr ernsten Ansatz nicht genügt. Ich hatte nicht viel Zeit und bin etwas außer Übung was Deutsch betrifft.

    Natürlich war dieser Krieg aufgezwungen. Sowohl in China, als auch in Europa haben die Faschisten diesen Krieg begonnen. Und ich glaube auch nicht, dass sie nach einer netten Bitte aufgehört hätten. Genauso waren ihre Ziele in ihrer menschenverachtenden Art bekannt und offensichtlich. Auch der Kriegsbeginn, die Motivationen dahinter und der Kriegsverlauf ist gut bekannt.

    Nur hätte ich gerne eine Erklärung wieso man Brandbomben auf Wohnhäuser wirft und dabei versucht einen möglichst großen Feuersturm zu erzeugen, wieso man Atombomben ohne Warnung auf Städte wirft? Du nennst das Einzelereigniss. Das mag sein. Aber diese Einzelereignisse haben vielen vielen Menschen das Leben gekostet oder sie für immer gezeichnet. Dafür sollte man besser eine gute Begründung haben. Nur die existiert meiner Meinung nach nicht.

    Es war ein "lieber die als wir!" denken, kombiniert mit machtpolitischen Hintergedanken (UDSSR würde bald den Krieg gegen Japan beginnen). Es ist kein Geheimnis, dass auch auf Seiten Amerikas eine ordentliche Portion Rassismus vorhanden war. Mit diesen Begründungen Menschen zu ermorden verdient meiner Meinung nach keine Schonung, genausowenig wie man die Verbrechen der Japaner und Deutschen irgendwie Entschuldigen kann.

    Ich war sowohl in Hiroshima als auch auf Okinawa, in den entsprechenden Friedensmuseen, die eine sehr gute (zugegebenermaßen etwas einseitige) Dokumentation der Ereignisse gezeigt haben.

    Ich habe keinerlei Interesse daran die Verbrechen der Deutschen und Japaner klein zu reden. Genau genommen bin ich über die Dimensionen der Verbrechen in China immer noch ziemlich erstaunt, da in meiner Schulzeit kein Wort darüber verloren wurde.

    Nur wüsste ich gerne wieso man Verbrechen automatisch relativiert, wenn man zeigt, dass die andere Seite auch ordentlich Dreck am Stecken hat? Was bei wiederrum aus meiner Schulbildung kaum angesprochen wurde. Das ist meiner Erfahrung nach kaum bekannt, weil eben nie besprochen.

    Als Historiker mag das für dich altes Eisen sein und diese Tendenz das zu erwähnen kommt tatsächlich oft aus rechten Kreisen. Einen Heulzirkel will ich auch nicht aufmachen. Aber ich finde es etwas respektlos, das Bestreben offensichtliche Verbrechen an Menschen zu besprechen, als "Heulzirkel" herabzuwürdigen.

    @Oi!Olli:

    Ja, die japanischen Produktionsanlagen waren ziemlich dezentral aufgebaut. Insofern mag man das als Argument anführen. Faktisch war der Krieg an diesem Punkt aber schon längst gewonnen.

    Die Japaner hatten z.B. den Bomber mit der Atombombe über Hiroshima längst entdeckt. Aber dank Spritmangel haben sie sich gegen ein Abfangmanöver entschieden. Auch ansonsten mangelte es massiv an allem um diesen Krieg zu gewinnen. Ohne Rohstoffe kann man nicht gegen die USA gewinnen, die gerade den Krieg in Europa erfolgreich abgeschlossen hat, besonders wenn man die UDSSR noch im Nacken hat.

    Die Japaner haben auf Zeit gespielt um einen möglichst guten Friedensvertrag rauszuschinden (auf Kosten der eigenen Bevölkerung). Nach Okinawa haben die Amerikaner dieses Spiel nicht mehr mitgemacht und deutlich gezeigt, was sie von diesen Bestrebungen halten. Und das war sehr offensichtlich ohne Bedenken was die "feindliche" Zivilbevölkerung angeht. Ansonsten kann man Atombomben und massiver Brandbombeneinsatz auf Städte aus Holz kaum erklären. Zumal die Amerikaner zu dem Zeitpunkt die völliger Luft- und Seehoheit hatten.
     
  31. Herzlichen 9. Mai euch allen.
    Ich nenne die Bombardierung Dresdens 1945 ein Einzelereignis. Natürlich war es Teil einer Strategie. Meine Kritik ist, dass du das nicht einfach zusammen mit der Politik der Achsenmächte als Massenschlachten abhandeln kannst. Die Bombardierung Dresdens wurde in einem Entscheidungsprozess getroffen, in dem die oft zitierten Überlegungen aus der Area Bombing Directive genau so eine Rolle spielten wie die Funktion Dresdens als einer der Verkehrsknotenpunkte im Osten. Die Angriffe wurden wiederum von Staaten durchgeführt, in denen sich auch Opposition gegen diese Entscheide artikulieren konnte. In deinem ersten Beitrag wolltest du das zusammen mit der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik unter Massenschlachten abhandeln. Das geht einfach nicht auf. Das ist schlicht eine Frage der Erklärungsreichweite. "Was ist geschehen?" ist auch eine Frage, die man nicht aus lauter Betroffenheit über tote Zivilisten überspielen sollte. Zumal sich nun wirklich auch aus einer klassisch-ethischen Perspektive andere Fragen stellen lassen: Wäre es gerechter gewesen, wenn das Dritte Reich noch länger hätte Vernichtungskrieg führen können? Wäre es besser gewesen, wenn deutsche Flak und deutsche Piloten stattdessen im Osten sowjetische Flieger getötet hätten? Andererseits: Wäre es nicht besser gewesen, sich 1943 länger als fünf Monate auf das Ruhrgebiet zu konzentrieren? Komplexe Entscheidungen kontextunabhängig in einem klebrigen Verständnis vom Weltkrieg als sinnlosem (Die Handelnden sprachen selbstverständlich ihrem Handeln auf höchst unterschiedliche Weise Sinn zu.) Massenabschlachten alle gegen alle aufzulösen, halte ich jedenfalls schlicht und ergreifend für falsch. Denn das war es eben genau nicht.

    Aufzuzeigen, wo amerikanischer Rassismus eine Rolle spielte, ist hilfreicher als im Ungefähren rumzusuggerieren.

    Entschuldige mal, aber in den letzten paar Jahren gab einen Haufen abendfüllender Spielfilme im deutschen Fernsehen, die sich mit solchen Themen beschäftigt haben. Vom Bund der Vertriebenen, der seit Jahrzehnten öffentlichwirksam seine Ansichten verbreitet, mal ganz zu schweigen. Die Vorstellung, die Wehrmacht sei eben nicht sauber, hat dagegen deutlich länger gebraucht, um in der Öffentlichkeit durchzudringen und der Prozess ist noch nicht abgeschlossen. Die Atombombenabwürfe gehören zu den meistbesprochenen Ereignissen des Zweiten Weltkriegs, während, wie du selber sagtest, die japanische Politik in China selten thematisiert wird. Dann hinzustehen und zu behaupten, hier würde nicht über die Frage alliierter Kriegsverbrechen gesprochen, ist bloss inszenierter Tabubruch.
     
  32. M1cha84 gespeerter User

    M1cha84
    Registriert seit:
    2. Juli 2002
    Beiträge:
    1.898
    Ort:
    Essen
    Ich hab das Gefühl, Dende, du steckst in einem falschen Denkprozess fest. Setz dich mal hin und überleg dir ganz in Ruhe wie du als Großmacht einen dir aufgezwungenen Krieg führen würdest, gegen einen zuerst nicht offensichtlich unterlegenen Gegner!

    Du fängst an Stück für Stück die Gebiete zurückzuerobern, die der Feind besetzt hat, aber verlierst dabei viel mehr Soldaten als nötig, warum? Du marschierst mit 15.000 Soldaten auf eine Insel ein, wo etwa 1.000 Japaner sind und die geben nicht etwa auf, sonder kämpfen einfach bis der letzte(!) gefallen ist.
    Dann fängst du an Städte zu bombardieren, um die Bevölkerung zu zermürben und kriegsmüde zu machen. Das machst du monatelang/jahrelang und die Gegner geben einfach nicht auf.
    Du weißt mittlerweile, dass du völlig überlegen bist, wirfst Flugblätter über japanischen Städten ab und bittest die Bevölkerung ihrer Regierung zu sagen, dass sie endlich aufgeben soll, doch du verlierst an der Front weiterhin massiv Soldaten, weil die Gegner sich in den irrationalsten Situationen einfach nicht ergeben.
    Du drohst ihnen mit dem Einsatz einer neuen, nie dagewesenen Massenvernichtungswaffe, wirfst sie ab, vernichtestet de facto eine Großstadt wie Dortmund damit und die Gegner geben immernoch nicht auf sondern beharren weiterhin auf ihren unerfüllbaren Forderungen für einen Friedens(!)vertrag...wie würdest du reagieren?

    Zugegeben, das war jetzt in aller Kürze verfasst und nicht 100%ig exakt, aber so in etwa kann man sich das vorstellen. Du kämpfst quasi gegen jemanden, der am Boden liegt, aber einfach nicht aufgeben will. Das kannst du ja nicht ewig weitertreiben, weil du ja zuhause auch erklären musst, warum du weiterhin Soldaten verlierst obwohl der Krieg schon lange gewonnen ist! Eine etwas holprige Analogie: Die "Mission accomplished" Rede von Bush junior.
    So genug geschrieben, jetzt wird Mittag gegessen^^
     
  33. Der Herr hat wohl auch vergessen, dass die amer. faschistische Bewegung die in den 20ern aufgetaucht ist, Isolationismus und Faschismus gepredigt hat.
     
Top