Schramberg plant Killerspiele-freie Schulen

Dieses Thema im Forum "Spieleforum" wurde erstellt von Gelöscht 110222, 20. September 2009.

  1. Folgender Link stammt zwar von Gulli, aber die Meldung hat mich grad trotzdem von den Socken gehauen:

    http://www.gulli.com/news/games-schramberg-plant-2009-09-20/

    Zitat:
    Ziel der Kampagne ist es, "in der Schule ein Bewusstsein" zu schaffen, dass "Killerspiele schädlich sind und deswegen auch geächtet werden sollen."

    Was soll man noch dazu sagen...
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 20. September 2009
  2. So eine Kampagne wird das Verhalten der Schüler wahrscheinlich ähnlich stark beeinflussen wie der Nichtraucherwettbewerb, den es bei uns vor 7 oder 8 Jahren mal gab - nämlich garnicht.

    Wenn die Aktion aber dazu führt, dass Eltern mehr darauf achten, was ihre Kinder spielen, wäre das doch schön.


    [EDIT]
    Unschön ist, dass der Schulleiter Zusammenhänge unterstellt ohne irgendeine Basis dafür zu haben, aber der wollte wahrscheinlich einfach mal in die Zeitung.

    http://www.schwarzwaelder-bote.de/wm?catId=7832298&artId=14252181
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 20. September 2009
  3. Ulsterman Madden des GSPB

    Ulsterman
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    Äußerst ungeschickt formuliert und mit fragwürdigen Zielen, aber die Idee an sich ist zumindest in eine andere Richtung sinnvoll. Auf diese Weise kann man die Eltern dazu bringen, genauer darauf zu achten, was ihre Kinder eigentlich am PC machen. Es kann helfen, dass der PC-Spiele-Konsum allgemein eingeschränkt wird (und das ist grundsätzlich ein Vorteil, wer das bestreitet, kann gleich in die Klapse).
    Es kann auch dafür sorgen, dass Kinder für sie nicht freigegebene Spiele nicht mehr spielen oder gar nicht mehr drankommen.

    Im Rahmen der Suchtprävention ist die Maßnahme durchaus sinnvoll - aber mit "Killerspielen" mit dem falschen Motiv dahinter.

    Schulen selbst sind übrigens ohnehin meist "killerspielefrei" - Informatiklehrer achten üblicherweise darauf, was auf die Festplatten ihrer PCs kommt.
     
  4. kylroy HartKernSpieler

    kylroy
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    mir aus... ☣
    wie immer werden auch hier nur symptome bekämpft.

    die flucht in die spiele bis hin zur sucht liegt (auch wie bei drogen) an fortschreitenden fehlentwicklungen in der gesellschaft welche zur perspektivlosigkeit für einen grossen teil der jugendlichen führt.

    aber das ist ja nun wirklich nichts neues...
     
  5. ShacBH

    ShacBH
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    Medienkompentenz an den Schulen wäre nicht schlecht ebenso das Ziel die Sucht bei den Kindern zu bekämpfen aber Spiele jetzt wieder in die Ecke zu schieben das sowas nicht normal seie heutzutage und das sie hauptsächlich schuld daran seien(wobei net mal nachgewiesen ist das er überhaupt welche hatte) zeigt doch nur wieder das um die eigentlichen Probleme drumherum gelenkt werden soll. Wie wärs das man mehr auf die Schüler eingeht wegen ihrer Probleme,Vorurteile bekämpft und jeder der meint sich über einen lustig zu machen mal ganz dezent beiseite nimmt und mal ein 6 Augen Gespräch mit denen führt.
    Aber das ist ja schon vergebene Hoffnung wenn Lehrer nicht besser sind als die Schüler wie man an der einen Umfrage sah mit der Beurteilung nach Schülernamen.
     
  6. Natürlich wäre Medienkompetenz an der Schule nicht schlecht. Schließlich sollen die Schüler ja im Umgang mit für sie altersgemäß geeigneten Medien geschult werden. Vor allem sollte auch darauf geachtet werden, wie und warum Onlinespiele suchtauslösend sind.
    Ich habe aber auch nichts dagegen, wenn Jugendliche "kontrolliert" diese Spiele spielen und wissen, wann sie aufhören müssen.
    Aber anstatt mit Medienkompetenz zu kommen, heißt es in Deutschland wie fast immer "Verbot!".
    Und was ist mit Schülern die stets gemobbt wurden, alles in sich hinein fressen und es irgendwann mal "ordentlich" heraus lassen? Sind das automatisch gleich "exzessive Spieler"? Ich glaube denen ist am Abend nicht unbedingt nach Spielen zumute, sondern nach dem Zusammenhauen ihres Zimmers und vielleicht auch ihres Computers.
     
  7. Aber nicht darauf was die Schüler auf ihren USB Sticks installiert haben :ugly:. Da gabs ernsthaft bei mir an der Schule schon CS LANs ohen das die Lehrer es gemerkt haben. Außerdem wird an meiner Schule der Schulserver (auf den halt alle Schüler Zugriff haben) eig nur am Ende eines Schuljahres aufgeräumt, sodass man da jede Menge Stuff (zB Warcraft 3, CS, Nintendo64 Emulator + Spiele, GTA 2 etc.) speichern und abrufen kann.
     
  8. Ach am Berufskolleg haben wir regelmäßig UT gezockt :ugly:
    Hat damals keine Installation gebraucht und war dementsprechend beliebt :D
     
  9. Mich stört an dem ganzen Artikel eigentlich nur eine Aussage, nämlich:

    [...] ,dass "Killerspiele schädlich sind und deswegen auch geächtet werden sollen."

    Ich leugne nicht, dass diese Spiele bereits bestehende Fehlentwicklungen eines Charakters (insbesondere eines Jugendlichen) bestärken können, aber muss man gleich wieder fordern sie zu "ächten"?
    Sind sich diese Leute eigentlich bewusst, was sie da fordern?

    Eine gesellschaftliche Ächtung hieße doch, dass es für die gesamte Gesellschaft als schädlich gebranntmarkt wird!

    Dies wiederum bezweifle ich doch stark, denn wer als Erwachsener mit gereifter und gefestigter Persönlichkeit spielt, der sollte damit umgehen können.
    Einen Erwachsenen mit gereifter und gefestigter Persönlichkeit zu "schaffen", bis man ihn "Volljährig" nennt, DAS wiederum ist die Aufgabe der Gesellschaft!



    Noch eine kleine Anekdote am Rande:
    "Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt."
    - Friedrich von Schiller -



    EDIT:
    Als Fazit hieße dies also:

    1.)
    Die Idee der "Killerspiel"-freien Schule ist gut.
    Sie kann helfen Kindern und Jugendlichen einen gesunden Charakter für ihr späteres Erwachsenenleben mit auf den Weg zu geben. Ebenso kann sie helfen die Medienkompetenz - auch die der Eltern - zu fördern-

    2.)
    Gelingt der Gesellschaft annährend (eine völlige Sicherheit gibt es nunmal nicht im Leben) sicherzustellen, dass Volljährige tatsächlich verantwortungsvoll handelnde und charakterlich gefestigte Menschen sind, dann reicht unser momentanes Recht aus.
    Wenn man es so sehen möchte, darf man gerne auch eine Indizierung als "Ächtung" gewisser Titel betrachten.
    Die Parallelen sind immerhin verblüffend. Der Titel wird zwar noch nicht verboten, jedoch auch nicht mehr beworben, schwerer zu erwerben und ist offensichtlich für Kinder und Jugendliche ungeeignet.

    Mehr ist meiner Meinung nach jedoch nicht erforderlich.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 21. September 2009
  10. "killerspiel-freie schulen".. was soll das bitte sein?
    es ist mir überhaupt neu, dass an schulen gespielt wird, sollte man da nicht lernen? oO

    und was man zuhause nun an filmen, bücher oder spielen konsumiert geht dem staat echt nichts an und entsprechend auch den schulen nicht.
     
  11. Hey, fox. Sieht mal die Beiträge über dir an, dann wirst du bemerken, dass sehr wohl in der Schule gezockt wird.^^
    Nya, es ist immer wieder toll zu sehen, wie sich Menschen die Leben von Anderen einmischen. Aber hey, wie schon erwähnt was soll dieser Schulleiter denn machen, was irgend wen vom Zocken abhält?
     
  12. Erziehung heißt nuneinmal sich in die Leben anderer Menschen einzumischen. :ugly:


    Wenn die Schule sich z.B. Zeit nähme für ernsthafte Diskussionen zu dem Thema, mit Schülern UND Eltern!

    Wenn hier das Ziel ist aufzuklären und die Medienkompetenz von BEIDEN zu erhöhen.

    Wenn vielleicht sogar vernünftige alternative Freizeitbeschäftigungen für Schüler geschaffen würden (in Zusammenarbeit mit der örtlichen Kommunalverwaltung eben),...


    ...DANN ist so ein Programm meines Erachtens nach sogar sehr löblich.



    Wenn ich mir zudem diverse Vorposts angucke, dann sollten die Lehrer vielleicht auch mal wieder im Klassenzimmer umhergehen, während unterrichtet wird und die Schulnetzwerke besser im Auge haben.
    Das ist aber nur ein Grund mehr, warum sich Eltern, Schüler und auch die Lehrer selbst vielleicht etwas mehr mit dem technisch Möglichen beschäftigen sollten.


    Dass dieses "Projekt" natürlich einmal mehr erst nach einem weiteren Amoklauf in die Medienwelt posaunt wird erweckt auch bei mir den Eindruck eines wenig durchdachten Versuches öffentliche Aufmerksamkeit zu erheischen.

    Aber reißerische Reden sind wir doch mittlerweile gewöhnt. ;)
     
  13. Es sollte sich erst Mal was im Schulsystem ändern, dieses muss sehr viel sozialer/menschlicher werden, dann hat man entspanntere Schüler und Lehrer, was die Gefahr von Amokläufen schon mal sichtlich senken dürfte.

    Die Forderung nach einer Killerspiele-freie Schule ist blanker Populimsus, die meisten Jugendlichen spielen diese Spiele zu Hause und nicht in der Schule.
    Die typisch deutsche Mentalität des Wegschauens, statt sich aktiv mit dem Medium auseinanderzusetzen, verbietet man es, um es aus dem eigenen Blickwinkel zu schaffen. Das kann selbst Leuten, die solche Spiele für schädlich halten, nicht gefallen.
     
  14. Musikus

    Musikus
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    "Dem Staat" geht das durchaus was an - nämlich da, wo etwas verbotenes geschieht. Und da dürften 12-jährige, die Titel ab 18 spielen, durchaus dazugehören.

    "Den Schulen" geht es insofern auch etwas an, weil es - wie schon einer über mir sagte - dabei um Erziehung geht. Und a) hat die Schule da von Natur aus einen wesentlichen Anteil - und b) verweigern immer mehr Eltern die Erziehung total. (Meine Freundin ist Lehrerin - und ich hab auch sonst paar Lehrer in der Bekanntschaft. Was die erzählen, was ihnen an absolut unerzogenen Kindern begegnet - das kann man sich kaum vorstellen.)

    C) ist übrigens, daß Lehrer auch Selbsterhaltungstrieb haben dürfen. Und auch, wenn hier der Zusammenhang zwischen gewalttätigen Spielen und gewalttätigen Schülern konsequent bestritten wird - mir haben schon sehr viele Menschen, die Kinder haben oder mit ihnen zu tun haben, bestätigt, daß sich gewalttätige Spiele unmittelbar auf die Kinder auswirken. Natürlich merken die nur die direkten Folgen unmittelbar danach - aber ich kann es keinem Lehrer verübeln, der um seines Überlebens willen lieber Kinder hätte, die nicht vom Spielen aggressiv werden. (Und nochmal: Die unmittelbare Aggressionssteigerung ist mittlerweile anerkannt. Daß es noch keinen stichhaltigen Beleg für eine Langzeitwirkung gibt, heißt nicht zwangsläufig, daß sie nicht existiert.)

    Übrigens ist keiner meiner Bekannten im Lehrerkreis der Meinung, daß "Killerspiele" allein schuld sind an Amokläufen. Die Möglichkeit eines Auslösers sehen sie aber durchaus.
     
    Zuletzt bearbeitet: 22. September 2009
  15. Ludwig

    Ludwig
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    Deutschland Raum Köln-Bonn
    Ach herrlich, jetzt wird wieder mit dem Bekanntenkreis argumentiert, während internationale wissenschaftliche Studien immer noch keinen Kausalzusammenhang sehen können. Tja, dann muss man sich eben auf die Subjektivität zurückziehen, wenn man keine besseren Argumente hat.

    In meinem Bekanntenkreis glauben übrigens ein paar Spinner an Ufos, da ist bestimmt was dran.

    Zur Kenntnisnahme :
    http://www.4players.de/4players.php/spielinfonews/360/4888/1882398/Spielkultur.html

    http://www.4players.de/4players.php/kommentar/Spielkultur/1976448/0/index.html


    Vielen Dank für die Aufmerksamkeit !
     
    Zuletzt bearbeitet: 22. September 2009
  16. Musikus

    Musikus
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    1.172
    Zu Deiner Kenntnisnahme: Ich schrieb selbst, daß es bislang keine einzige Erkenntnis gibt, daß es langfristig einen Zusammenhang zwischen Spielen und Gewalt gibt. Den kurzfristigen Zusammenhang gibt es jedoch, das belegen auch Eure so geliebten Studien.

    Rein wissenschaftlich gesehen können übrigens Känguruhs nicht springen und Vögel nicht fliegen.
     
  17. Ähnliche Phänomene kann man übrigens bei Fußball, Spielzeugautos und Bauklötzen beobachten :teach:
     
  18. Sich einzugestehen, dass Kids die den ganzen Tag vor der Glotze hocken, statt draußen zu toben und sich auszulasten, ihre überschüssige Energie einfach nur anderweitig nutzen, wäre auch zu einfach gedacht. :fs:

    Das Gewaltpotential der Kinder hat mit dem Charakter und der Erziehung zu tun, dass Kinder die gerne Videospiele zocken gewalttätiger als ihre gleichaltrigen Mitschüler sind, konnte noch nirgends bewiesen werden.
     
  19. gspa

    gspa
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    411
    Es geht den Staat und damit auch die Schule nichts an, was seine/ihre Bürger/Schüler in ihrer Freizeit tun, solange damit nicht gegen geltendes Recht verstoßen wird. Übrigens ist es wohl erlaubt, dass ein von mir aus 10jähriger ein Game ab 18 zockt, wenn es ihm seine Eltern geben. Denn die wissen wohl besser als der Staat, in welcher Verfassung ihr Kind ist ;).
     
  20. Erstens ist es argumentativ nicht legitim, die Diskussion auf "12-jährige die Titel ab 18 spielen" abzulenken, denn darum geht es weder im ursprünglichen Thema noch in Sp00kyFox's Antwort. "Killerspiele" gibt es auch ab 16, und Schulen werden auch von 18-jährigen besucht.

    Zweitens dürfte es im Regelfall höchst unwahrscheinlich sein dass hier etwas "Verbotenes" geschieht. Solange man den Eltern keine grobe Verletzung ihrer Erziehungspflicht nachweisen kann, ist das in Ordnung. Und wenn man bei 12-jährigen *vielleicht* noch darüber diskutieren kann, ist es strafrechtlich nicht zu beantstanden wenn ein 15 jähriger GTA spielt.

    Es ist nicht mal ohne weiteres möglich, "Aggression" empirisch überhaupt klar zu definieren. "Aggression" lässt sich nicht messen wie Blutdruck. Das ist schon mal Problem Nr. 1 an der ganzen Sache: Es gibt eine natürliche Dissonanz zwischen dem, was du vielleicht unter Aggression verstehst, und wie Aggression in einer beliebigen Studie durch die jeweilige Methodik definiert wurde.

    In wieweit die "unmittelbare Aggressionsteigerung" anerkannt ist, darüber kann man streiten. Auf keinen Fall kann man die Ergebnisse aber in irgendeiner Form langfristig interpolieren. Man mag etwa Aktivitätsmessungen in gewissen Hirnregionen mittelbar als "Aggression" interpretieren; die Agressivität einer Person im allgemeinen kann man so nicht definieren.
     
  21. Nein, das ist nicht zu beanstaden, selbst wenn es sich um GTA IV handelt, das wieder ab 18 Jahren frei gegeben wurde, weil die "Gewaltschraube" wieder angezogen haben soll.

    Also was ich als Aggression verstehe, das kommt der allgemeinen Definition von Aggression und Aggressivität in der medizinischen Fachliteratur ja schon sehr nahe. Und damit meine ich mehr als nur irgendwelche Spam-Mails, sondern auch körperliche Gewalt.

    Natürlich ist es schwer, Aggressionssteigerung im Hirn mittels eines EEG zu messen, denn das misst vor allem, ob man Epileptiker ist oder schlaganfallgefährdet ist.
     
  22. Der Aussage, das Eltern wissen in welcher Verfassung ihr Kind ist kann ich nur teilweise zustimmen. Es stimmt schon das es Eltern gibt die die Psychische Verfassung ihres Kindes einschätzen können, aber dann ist da noch der teil Eltern die Erziehung komplett verweigern. Jeden Tag begegnen mir Kinder in der Schule die weder Respekt noch Tollerranz zeigen. Meiner Meinung nach liegt das an mangelnder Erziehung.
     
  23. @Ezio Auditore De Firenze: Richtig. Mein Vater hat weder geahnt, dass ich mit dem Jugendamt komme, noch sonst irgendetwas von meiner Verfassung. Man muss bei Eltern differenzieren, ob sie ihre Kinder verstehen, sich mit ihnen beschäftigen oder eben nicht.
     
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