Deutsch-Verbesserung

Dieses Thema im Forum "Smalltalk" wurde erstellt von pfui, 8. Februar 2010.

  1. pfui

    pfui
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    Ich bin gerade dabei, die Fehler in meinen Deutsch-Klausuren zu verbessern. Da die Verbesserung benotet wird und exorbitant in die mündliche Note einfließt, frage ich doch hier mal nach. Einige Fragen werden etwas dämlich erscheinen, bei insgesamt drei Fehlern in einer Arbeit kann ich mir allerdings keinen einzigen falsch Korrigierten erlaubten (skaliert mal drei mögliche Fehler in der Verbesserung auf 15 Punkte). :ugly:

    Fehler 1:
    Während seiner Italienreise arbeitete Goethe an seinem "Urfaust", woraus dann "Faust - ein Fragment" entstand.

    Das rote Komma habe ich nicht gesetzt gehabt, allerdings muss ich dazu auch die Regel erläutern, die das Komma bedingt. Mir ist nicht ganz klar, ob sich das Komma jetzt auf den Temporalsatz ("während") bezieht, oder ob das "woraus" einen Relativsatz einleitet.

    Fehler 2:
    Mephisto wettet, dass er es schaffe, Faust von seinem Streben zu erlösen und ihn in den Zustand des "sinnlichen Genuss" zu bringen.

    Bei dem Unterstrichenen soll sich der grammatikalische Fehler befinden. Ich gehe wohl richtig in der Annahme, es handelt sich dabei um ein Genitivobjekt, wonach dies dann "Genusses" heißen müsste? Irgendwie hört sich das seltsam an. :ugly:

    Vielen Dank für die Hilfe, es könnte noch etwas aus der zweiten Klausur folgen. :D
     
  2. Natürlich muss es "Genusses" heißen, was hört sich daran komisch an?
     
  3. http://canoo.net/services/OnlineGra...2D48977F6B4BF99B8BBBE77ED54E6#Anchor-wo-49575

    Da spricht eigentlich recht wenig für eine Interpretation als Temporalsatz. Das ist einfach ein Attribut zum Urfaust und damit ein verkappter Relativsatz. :hmm:
     
  4. deine Spezialfreundin MY BODY IS READY

    deine Spezialfreundin
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    der Palme
    Wahrscheinlich zu trivial für die 13. (?) Stufe:

    Komma trennt Hauptsatz von Nebensatz (Relativsatz).
     
  5. Suzi Q. kuschelt mit Mallory

    Suzi Q.
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    Nee, Genuss klingt völlig kaputt. :ugly:

    Karl sprang vom Hochhaus und befand sich im Zustand des freien Flug.
    :ugly:
     
  6. Er hätte auch Genuss' schreiben können. :) :ugly:
     
  7. pfui

    pfui
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    Vielen Dank für Eure Hilfe. Habe das jetzt so begründet:

    Das Komma steht vor und/oder nach Nebensätzen: Attributsatz. In diesem Fall leitet das Pronominaladverb "woraus" einen Relativsatz ein, weshalb davor ein Komma gesetzt werden muss. :teach:

    Nun noch zwei Fragen zur Verbesserung der zweiten Klausur:

    Fehler 1:
    Sich von solch einer Hilfe überzeugen zu lassen, wäre die sichere Verurteilung, der ich [lt]mir[/lt] mich natürlich entziehen möchte.

    "Mich" wird meines Wissens bei einem Akkusativ-Objekt angewandt, "mir" bei einem Dativ-Objekt. Irgendwie stehe ich grade total auf dem Schlauch, wo hier überhaupt ein Akkusativ-Objekt sein soll. Wie soll ich denn nach "wen" fragen? :ugly:

    Fehler 2:
    Das Verhalten K.s wird auch kurz angesprochen, Leni wirft ihm vor, zu "unnachgiebig" zu sein, und empfiehlt, wie bereits oben gesagt, ein Geständnis zu machen.

    So, warum muss hier vor das "und" ein Komma? Das mag mir überhaupt nicht einleuchten. :D

    Ach ja, bitte gewinnt nicht den Eindruck, dass ich euch alle Arbeit machen lassen wollte. Ich bin auch schon die ganze Zeit dabei zu recherchieren, alles finde ich aber auch nicht heraus; eine Mehrheit der Fehler habe ich auch allein korrigiert. Nur möchte ich dieses mal sicher gehen, dass meine Erklärungen auch wirklich korrekt sind, und nicht ein Desaster ergeben, wie die letzten male.
     
  8. Kaiza

    Kaiza
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    Zuletzt bearbeitet: 8. Februar 2010
  9. pfui

    pfui
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    "Woraus" ist dann das Pronominaladverb, das wiederum aus dem Relativpronomen "aus dem" gebildet wird. :teach:
     
  10. Alter, ist das eigentlich ein Förderkurs oder sowas?

    Holy moly, wenn ich sowas in Deutsch machen müsste. :no: :ugly:
     
  11. Kaiza

    Kaiza
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    Okay, hast du vollkommen Recht, habe zu kurz nachgedacht.

    Zu dem allerletzten Satz: Kann's dir bloß ohne korrekte Fachbegriffe erläutern. Das Komma umschließt einen Nebensatz mit einem "zu"-Infintiv, dieser muss durch zwei Kommata abgetrennt werden. Vor einem "und" steht sogar erstaunlich oft ein Komma.
    Aber warte vielleicht doch mal lieber auf die Leistungskursler. :ugly:
     
  12. Kugelfisch

    Kugelfisch
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    Wen möchte ich dieser Verurteilung entziehen? Mich!
     
  13. Ich bin im LK und wir machen keine verfluchte Grammatik. :ugly:

    Gott sei Dank. Ab einem gewissen Punkt kann man gefälligst ein halbwegs zuverlässiges Sprachgefühl haben. Und nahezu alle Rechtschreibfehler, die ich in Klausuren mache, könnte ich bei späterem Durchlesen selber finden.

    (Bis auf irgendwelchen zurückgezogenen Rechtschreibreformkram)
     
  14. Kaiza

    Kaiza
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    Ich bin auch im LK bzw. dem Pendant der Profiloberstufe. Grammatikalisch erklären kann ich aber kaum, wird auch bei uns nicht gemacht.
    Fehlerfrei schreiben tu ich trotzdem. :yes:

    /Dabei fällt mir dann auch gleich auf, wie widersprüchlich meine Aussagen dann sind. Warte auf die Leistungskursler der 13. Klasse trifft es eher. :ugly:
     
  15. Ich studier ja Germanistik, wenn auch unter großer Missachtung der Linguistik und insbesondere unter Missachtung der Grammatik. Und deswegen muss ich mich eigentlich auch nie mit solchen Sachen beschäftigen. Hauptsache ich schreibe meine Hausarbeiten fehlerfrei, mehr interessiert die nicht.

    Ich würde einfach zu dem ersten Satz sagen, dass hier das Komma Hauptsatz von abhängigem Nebensatz trennt.

    Beim zweiten...

    Zustand erfordert hier ein Genitivobjekt, da eine Eigenschaft weiter ausgedrückt wird. Und wenn der Artikel im Genitiv ist, muss auch das dazugehörige Substantiv in den Genitiv. Und die Genitivform Singular von "der Genuss" ist "des Genusses". (Vergl.: der Mann - des Mannes. )
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 8. Februar 2010
  16. Ich glaube, du solltest dich mal mit dem Prinzip hinter Pronomen beschäftigen. :ugly:

    Viel interessanter ist die Frage, ob das wirklich ein reines Attribut ist, weil Relativsätze sich wohl auch auf den ganzen Satz beziehen können. :KO:

    Mein Lieblingsfehler. Die Leute schauen echt nie, was vor dem und steht. :ugly:

    Genitivattribut. :wahn:
     
  17. Hm...könnte stimmen. :ugly:

    Edit: dafür war doch noch ein dass-das-Fehler drin...das ärgert mich viel mehr...:ugly:
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 8. Februar 2010
  18. Und an einer Stelle, an der man es nie erwarten würde. :hmm: :ugly:
     
  19. Rubilein H/\TS(H!

    Rubilein
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    vor einem "und" muss doch seit einiger Zeit nicht mehr zwingend ein Komma stehen, oder?
    Das ist doch nach einer der Rechtschreibreformen geändert worden, nicht war?
     
  20. § 73 Bei der Reihung von selbständigen Sätzen, die durch und, oder, beziehungsweise/bzw., entweder – oder, nicht – noch oder durch weder – noch verbunden sind, kann man ein Komma setzen, um die Gliederung des Ganzsatzes deutlich zu machen.

    Aber:

    § 74 Nebensätze grenzt man mit Komma ab; sind sie eingeschoben, so schließt man sie mit paarigem Komma ein.

    €: In dem Fall eher zutreffend: :ugly:
    § 75 Infinitivgruppen grenzt man mit Komma ab, wenn eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist. [...]
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 8. Februar 2010
  21. Ja. Vor den wenigsten und steht imho ein Komma.
     
  22. Kaiza

    Kaiza
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    Nein. Wie Lovo schon gesagt hat.
    Und man kann vor wirklich sehr vielen "und"s ein Komma setzen, gibt aber auch einige Fälle, in denen es zwingend erforderlich ist.
     
  23. Ich bin Leistungskursler der 13. Klasse. :ugly:
     
  24. Deshalb kann man auch den meisten Germanisten nicht vertrauen. :yes: :ugly:
     
  25. Jetzt hab ich erst geschnallt, wo dein Problem lag. Das Verb "entziehen" kann sowohl mit Akkusativ als auch mit Dativ als Patiens konstruiert werden und hat dementsprechend unterschiedliche Bedeutungen.

    http://canoo.net/services/Controller?input=entziehen&MenuId=Search&service=canooNet&lang=de

    Dativ: jemandem (Dat.) etwas (Akk.) wegnehmen
    Akkusativ: sich (Akk.) vor einem Genitiv drücken

    In deiner Version hast du also gesagt, dass du dir irgendwas nicht genanntes wegnehmen willst. :hmm: :ugly:


    Merkt man, dass ich das Thema wieder anheizen will? :wahn: :ugly:
     
  26. Ich glaube, daraus wird nichts. Ich kann gerade noch nachvollziehen was du meinst und damit was der TE mit seiner Konstruktion versucht hat. Aber irgendwie reicht es nicht aus, um über das Thema zu diskutieren. :ugly:

    Zu meinen Dass-Das-Fehlern: Ich schreibe leider erstmal instinktiv so, wie man die Wörter spricht und da sind bei mir "dass" und "das" leider absolut identisch und werden lustig ausgetauscht.
    Ich muss ständig mithilfe des gedanklichen Austausches von "dass" durch "dieses" öä. überprüfen, welches nun richtig ist. Aber da ich noch in der 9. Klasse eine 6 beim Diktat gehabt habe und nun ohne nennenswerte Fehler durch Hausarbeiten der Uni komme, kann ich mich eigentlich nicht groß beklagen. *g*

    Aber warum hast du so ein Fabel für Grammatik und woher hast du das Wissen? :ugly::ugly:
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 9. Februar 2010
  27. Du musst einfach ein Gefühl dafür entwickeln, dass das zwei vollkommen verschiedene Satzarten sind. Relativsätze mit das sind eigentlich immer nur Attribute zu einem Nomen im Satz und können dementsprechend auch recht häufig ohne Probleme rausgelassen werden. Ein dass-Satz entspricht bzw. ersetzt üblicherweise ein Objekt des Satzes und ist dementsprechend direkt und absolut vom Verb des übergeordneten Satzes abhängig.

    Ich weiß etwas.
    Ich weiß, dass du die Wahrheit sagst. => Objekt
    Ich weiß etwas, das du nicht glauben wirst. => Attribut zum Objekt

    Als simpler Artikel mitten in einem Satz kommt dass allerdings nie vor, die Stelle kannst du bei deinen Überlegungen vollkommen ausschließen. :ugly:

    Ich hab halt nicht viel mit Inhalt am Hut, also muss ich auf die Form ausweichen. :nixblick: :ugly:
     
  28. Crusha K. Rool der komische Kauz

    Crusha K. Rool
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    Du wirst aber langsam alt. :ugly:
     
  29. Mir stellen sich manche Fragen einfach nicht mehr. :( :ugly:
     
  30. angel

    angel
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    Meine Güte... wo in meinem Gehirn sind bloß die ganzen Grammatikregeln abgelegt - dass man sowas mal bewusst konnte. :ugly:
     
  31. Der Fehler ist ja entstanden, weil ich nicht direkt nochmal Korrektur gelesen habe, sondern einfach nur getippt und gesendet habe. Die Unterschiede kenne ich natürlich und verstehe sie auch. Aber sie sind nicht immer instinktiv umgesetzt, dabei schreibe ich ja nicht gerade wenig. Ärger mich ja selbst drüber.




    Dass macht dein Grammatikfaible sympatisch. In der Linguistik wärest du bestimmt glücklich. Arbeit mit riesigen Textdokumenten und keiner interessiert sich für den Inhalt des Dokumentes, außer man versucht gerade ein Wort zu paraphrasieren um seine grammatischen Beziehungen aufzudecken. :ugly:
     
  32. Kugelfisch

    Kugelfisch
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    Nein, seine Version ist schon in sich sprachlich so unlogisch, dass damit nichts richtig ausgedrückt ist – nicht einmal dann, wenn du das "nicht Genannte" ergänzt ;)
     
  33. pfui

    pfui
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    Nun ja, das ist Teil eines selbstgeschriebenen Monologs Josef K.s aus dem Prozess. Da ist doch ganz klar, dass ich vollkommen bewusst ein kafkaeskes Element einbringe. :wahn:

    Ach ja, eigentlich verstehe ich nicht wirklich, was daran unlogisch sein soll. :ugly:
     
  34. Weil das eben mit einem Reflexivpronomen im Akkusativ und einem Genitivobjekt (hier sogar mal wirklich eins) gebaut wird, während deine Version eine Mischung aus den beiden Konstruktionsweisen ist, weswegen es keinerlei Aussage hat. :wahn:
     
  35. Kugelfisch

    Kugelfisch
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    An deiner ursprünglichen Version?
    Ist einfach sinnlos, selbst mit Kasanians scherzhafter Deutung ließe sich nichts retten. Denn worauf sollte sich dann das entziehen beziehen? Der Verurteilung etwas entziehen oder dir etwas entziehen?:nixblick:
     
  36. pfui

    pfui
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    Was ich sagen wollte:

    Ich möchte mich der möglichen Verurteilung entziehen.
     
  37. Und warum schreibst du dann, dass du dir der möglichen Verurteilung entziehen möchtest? :ugly:
     
  38. pfui

    pfui
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    Darum geht es ja nicht. Ich dachte es geht um die korrigierte Version. :ugly:
     
  39. Nein, es geht um die unkorrigierte Version. :ugly:

    Übrigens hab ich Scheiße erzählt, die reflexive Variante wird nicht mit Genitiv, sondern mit Dativ gebildet: http://www.wissen.de/wde/generator/wissen/services/suche/wbger/index.html

    Dabei hab ich mich so über ein Genitivobjekt gefreut. :( :ugly:
     
  40. Kugelfisch

    Kugelfisch
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    Die korrigierte Version ist natürlich richtig (siehe auch mein Beitrag #12).
     
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