Vorwort:
In diesen Blog möchte ich Analysieren was es mit den Massenmarkt Anpassungen auf sich hat. Ich beziehe mich dabei hauptsächlich auf dinge wie Quest Kompass, Dauerbelohnungen wie Archivements oder die anzeigen von alles und jeden egal wie selbsterklärend es ist etc. Da ich nicht weiß ob es dafür ein ober begriff gibt nenne ich sie einfach mal "Zugänglichkeits" Features. Ich versuche dabei die Situation so Objektiv wie möglich zu analysieren und zu bewerten es handelt sich hier also keineswegs um einen Hate block.
1: Massenmarkt Anpassung was ist das Eigentlich?
Die Massenmarkt Anpassung ist wie der Name schon vermuten lässt die Vorkehrungen die von Entwicklern (Meistens die von AAA titeln) Getroffen werden damit ihr Werk eine Möglichst große Zielgruppe ansprechen kann. Und damit diese möglichst leicht und ohne Große Probleme ins Spiel Kommen ohne bspw. vorher noch groß Handbücher etc. lesen zu müssen. Klingt ja Erstmal garnicht schlimm und für einige, besonders Leute die nach 8-10h Arbeit eben keine große Lust haben noch den Umgang mit einen Spiel zu lernen, sogar sehr gut. So einfach ist es aber nicht dazu aber Später.
2: Wie Sieht Massenmarkt Anpassung überhaupt aus und wie erkennt man sie?
Anfangen tut das ganze eigentlich schon am Anfang der Entwicklung wenn sich entschieden wird wie das Allgemeine Gameplay überhaupt abläuft. So werden halt die Dinge genommen die sich schon mal gut verkauft haben. Das ist auch so ziemlich der Grund warum viele AAA Spiele sich ähnlich spielen und viele den Mangel an Abwechslung beklagen. Aber auf das Thema möchte ich hier nicht Weiter eingehen das haben schon andere getan. Die Massenmarkt Anpassung hat noch ein anderes Merkmal auf das ich hier näher eingehen will. Einige nennen es "Zugänglichkeit" andere abfällig "Vercasualisierung" der Spiele. Es geht darum das den Spieler alles Möglichst auffällig Erklärt und angezeigt wird selbst wenn es sich eigentlich selbst erklärt und das manchmal auch doppelt und Dreifach und darum bei den Spieler andauernd zu belohnen für so ziemlich alles.
Um ein Paar Beispiele zu nennen:
- Der Klassiker der Quest Kompass: also ein Pfeil der Ständig anzeigt wohin man gehen muss.
- Ingame Marker: direkt in der ingame Grafik schwebende Icons die anzeigen womit man interagieren kann oder soll(manchmal ergänzend zu denn zu den Quest Kompass wie bspw. in Skyrim).
- Schritt für schritt Anleitung in Quests: Anstatt den Spieler bspw. eine Quest zu geben und denn machen zu lassen wird er in möglichst kleine schritte aufgespalten und lässt sich denn schritt für schritt durchgehen ohne das der Spiele großartig selbst denken muss.
- super leichte Rätsel: Also Rätsel die so einfach sind das man sie eigentlich garnicht so bezeichnen kann. Bspw. Schalter Rätsel dessen Lösung im selben Raum oder ein Raum weiter in der Wand gemeißelt sind *hust* Skyrim *hust*. Oder das Malen nach Zahlen artige Stern Zeichen Spiel von Dragon Age Inquisition.
- Archivements für alles und jeden: Diese Netten Titel (auch gerne mit Icons) die man für sehr viele dinge bekommt. sogar für so unbedeutende wie den ersten kill, das öffnen eines Menüs oder der Klassiker das Archivement für das abgeschlossenes Tutorial.
und noch viele mehr...
3: Warum machen die das?
Im großen und ganzen natürlich um Mehr Leute zu erreichen und somit bessere Einnamen zu generieren zumindest glauben die Entwickler/Publisher das scheinbar. Evt. noch um besonders "Seriös" und "Professionell" zu wirken indem man alles aufwendig anzeigen lässt. Oder die Publisher haben einfach nur den Draht zu ihren Kunden verloren. aber das ist alles Spekulation genau kann man das wohl nur sagen wenn man selbst da Arbeitet.
4: Machen diese ganzen Massenmarkt Anpassungen überhaupt Sinn?
Und schon sind wir bei der 1 Million Euro frage! Bei der Wahl des Generes und den Konzept des Grundlegenden Gamplay ist es noch logisch man hat sich angeguckt was sich besonders gut verkauft und haben so ihr Konzept geschrieben. Würde ich ein Spiel mit den ziel möglichst viel Geld zu verdienen Entwickeln würde ich es auch nicht anders machen. Allerdings bei dieser sogenannten "Zugänglichkeit" erschließt sich mir der Sinn nicht so ganz. Außer eventuell Aberglaube, man hält die Zielgruppe für sehr sehr dumm, oder Naivität und man denkt es könnte ja sein das irgendwo doch jemand dumm genug ist so das er so extreme Markierungen etc. braucht und da man ja so Seriös wirken will hat man das natürlich berücksichtigt und sieht dabei die Nachteile nicht(zu den komme ich noch).
Vielleicht hat man ja schon raus gelesen das ich kein besonders großer Fan dieser Art der Massenmarkt Anpassungen bin aber da ich mich für die Branche im allgemeinen interessiere wollte ich auch wissen wer so was brauch, welche Art von Mensch wirklich nicht durch ein lineares Level finden kann ohne ein bis mehrere Kompasse und wer bekommt eigentlich Erfolgserlebnisse wenn er für ein abgeschlossenes Tutorial ein Archivement bekommt? Um das nachzugehen habe ich mir viele Rezessionen etc. auf verschiedenen Seiten durchgelesen von Spielen die diese Zugänglichkeits Features Aggressive einsetzen und zum Vergleich Spiele die das nicht tun. Rein Theoretisch müssten AAA Spiele ja oft dafür gelobt werden und die Spiele die nicht so "zugänglich" sind ja regelrecht zerrissen werden oder? Das Resultat meiner suche war fast niemand hat bei Spielen einen Quest Kompass vermisst(und die wenigen die es taten nicht so sehr das sie das Spiel dafür verteufelt hätten und den kauf bereuten), niemand hat die ganz Aggressiven dinge wie bspw. schwebende ingame Marker gelobt oder wenn nicht vorhanden vermisst eher noch kam es vor das sogar sehr positive Rezessionen diese dinge sogar auch kritisiert haben(Bei DA:I wurde bei einer 5 Sterne Rezension bspw. kritisiert das man die Attribut punkte nicht selbst verteilen kann) . Auch habe ich keinen gefunden den es glücklich macht für praktisch nichts belohnt zu werden. Im allgemeinen sah es immer so aus das einige die AAA Spiele unter anderen wegen diesen Zugänglichkeits Features Kritisierten und die die diese Spiele Feierten und glücklich damit sind es schlicht nur nicht stört das sie da sind. Keine Ahnung ob ich irgendwas übersehen oder nicht bedacht habe wenn ja lass ich mich gerne berichtigen aber bis dahin bleibt die final Antwort:
Für die Wahl des "Mainstream" Genere und Gameplay: ja ein Sinn ist erkennbar
Für die "Zugänglichkeits" Features: Kein Sinn erkennbar und zu ~99% scheinbar Überflüssig
5: Gut macht stellenweise keinen Sinn aber wo ist denn das Problem?
Das Zauberwort hier heißt Immersion gerne auch Atmosphäre. Ich Spiele schon länger und habe viele Alte Klassiker regelrecht geliebt und das weil man in einigen diesen Spielen immer so schön eintauchen konnte und sie so mehr zu einen Erlebnis wurden als nur einen Spiel. Wenn ich aber bei einen heutigen Spiel versuch mich darin zu verlaufen wird man ständig durch diesen "Zugänglichkeits" Features wieder raus gerissen bspw. wenn man gerade mit der Story mitfiebert und plötzlich "Archivement unlocked: THE ORK SLAYER" 1/10" o.ä kommt und schon war´s das mit den eintauchen oder weil irgendwelche Logik Lücken entstehen bspw. man bekommt eine Quest das man ein Monster erschlagen soll aber es werden ein nahezu keine Details verraten und trotzdem scheint man durch den Quest Kompass den genauen weg zu kennen der einen nie erklärt wurde. Im großen und ganzen fühlen sich Heutige Spiele irgendwie "Aufgesetzt" und "Künstlich" an und nicht so glaubwürdig wie viele alte Spiele mit Pixel Grafik. Klar viele Stört das einfach nicht aber diese wären mit den Spielen auch zufrieden wenn es eben nicht so Aggressiv auf Zugänglichkeit getrimmt worden wäre.
Hinzu kommt das es sich so auch herum spricht das man so Professionell Entwickelt. Was dafür sorgt das evt. neue und unerfahren Entwickler anfange solche Features einzubauen (die großen machen einen das ja so vor warum sich also nicht an große und erfolgreiche Studios Orientieren). Somit kann man schon davon sprechen das diese pseudo Zugänglichkeit die Branche auf eine gewisse Art schädigt.
6: Aber die Spiele sind doch so Erfolgreich?
Ja aber nicht wegen diesen Features auch wenn man andauernd zu hören bekommt das das es gerade deswegen so ist. Das kann man an zwei Spielen eigentlich auch ganz besonders gut erkennen.
Beispiel 1: Herokon Online
Seines Zeichens DSA (Das Schwarze Auge) Browser MMO. Hörte sich anfangs für DSA´ler sehr vielversprechend an doch wurde von Anfang an gesagt "DSA´ler alleine reichen nicht aus um das Projekt zu finanzieren es muss also Massen tauglich sein" gut wurde so akzeptiert sie wollten ja auch weiterhin die DSA´ler berücksichtigen. Es kam wie es kommen musste die wünsche der DSA´ler wurden großflächig ignoriert und man hat stattdessen so alles an "Zugänglichkeits" Features eingebaut was man finden konnte. so hat man einen Quest Kompass, ergänzend noch einen Richtungs Pfeil ingame beim Spiele Charakter, man Wird sofort Stufe 2 nach dem ersten Gegner und bekommt bspw. ein Archivement wenn man zum ersten mal das Inventar öffnet. Laut den Predigten über die Massenmarkt Anpassungen hätte es ja ein Hit werden müssen aber Pech gehabt das Studio dahinter hat ein Insolvenz verfahren am laufen und im Forum hat man schon seit Monaten nichts mehr von den Betreibern gehört. Das Spiel wird Höchst wahrscheinlich in näherer Zukunft abgeschaltet dabei ist noch nicht einmal die Beta vorbei.
Beispiel 2: Minecraft
Das Flaggschiff der Indie Scene es hat eigentlich nur das Archivement System dieser sogenannten "Zugänglichkeits" Features und das ist nicht so aggressive wie die der AAA Spiele. Der Spieler wird nicht an der Hand genommen, es wurden nie Features gestrichen um es "zugänglich" zu machen, der Tot hat Konsequenzen, es wird nichts grafisch hervor gehoben damit der Spieler auch ja nichts übersieht, es wird ein nicht ständig angezeigt welche Taste man zum interagieren drücken muss und selbst die Crafting Rezepte stehen nirgends und man muss sie sich entweder selbst aus dem Internet hohlen, sie sich von jemanden sagen lassen oder selber knobeln. Und trotz allen hat das Spiel Umsätze erwirtschaftet die sich vor AAA titeln nicht verstecken brauch obwohl Minecraft gerade mal 1/3 dessen kostet was für ein AAA Titel verlangt wird und DLC´s sowie Microtransaction gibt es auch nicht. Würde man dagegen bei einen AAA Titel diese "Zugänglichkeits" Features Kritisieren würde es nicht lange dauern bis Fans mit Begründungen wie "ja ich brauch das zeug ja auch nicht aber es flopt denn wen sie es nicht machen" oder "ja denn ist es ja nur was für Hardcore Gamer und es wird ein Nischen Produkt was sich kaum verkauft" um sich geworfen. Komisch bei Minecraft war das fehlen dieser auch nie ein Problem warum sollte das denn nicht auch für bspw. ein Skyrim oder Dragon Age gelten?
Fazit:
Wenn Features keinen was bringen und einigen den Spielspaß wiederum sogar vermiesen kann man eigentlich auch Objektiv von einer Verschlechterung sprechen. Leute die sie brauchen sucht man mit einer Lupe und das in der Regel vergeblich. Ich persönlich hoffe das die Indie Szene noch den ein oder anderen Erfolgstitel wie Minecraft hervor bringt und die Branche denn endlich aufwacht sowie es sein lässt ihre Spiele so penetrant auf Zugänglichkeit zu trimmen. Würden sie das tun und gesparte Ressourcen in wirkliche Probleme wie eine bessere PC portieren oder bugfixing stecken würde das den AAA Entwickler weniger schlechte presse, einen etwas besseren Ruf und somit auch mehr Verkäufe bringen.
Sinn und Unsinn der Massenmarkt Anpassungen
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