Die Bedeutung des Außergewöhnlichen

Von Nimlod · 13. Oktober 2014 · Aktualisiert am 27. Februar 2015 ·
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    Sind Hintergrundinformationen und Zusatzinhalte noch zeitgemäß? Oder steht der Nutzer von heute nur noch auf schnelle und billige Information? In diesem Blog möchte ich dieses Thema unter die Lupe nehmen.

    Die GameStar hat sich verändert. Das ist natürlich nichts Neues und es ist nicht das erste Mal. Und doch scheint es mir gerade jetzt erwähnenswert. Als ich mir vor kurzem den neuesten, sehr guten Plus-Report von André Peschke durchgelesen habe,fragte ich mich wieder einmal, warum ich meine News-Gelüste seit Jahren gerade auf dieser Seite befriedige. Was lockt mich ein ums andere Mal in die Arme einer bisweilen etwas schrägen Truppe wie dieser?

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    Ich denke, es ist das Besondere, das Außergewöhnliche. Es sind die Themen, die Beiträge und die einzigartigen Menschen, die hinter diesen stehen.

    Doch wem erzähle ich das? Und noch viel wichtiger, warum?

    Ich möchte wohl einfach nur ausdrücken, was mir wichtig ist, was ich mir wünschen würde und dabei eine Hommage mit einem Appell verknüpfen, der niemanden aufzurütteln braucht, sondern die Erinnerung an etwas lebendig halten soll, das nicht in Vergessenheit geraten sollte und vielleicht dem ein oder anderen zeigt, was neben den Klicks wirklich wichtig sein kann.


    Also dann. Es gibt natürlich viele Möglichkeiten sich anderweitig im Netz mit den gleichen Nachrichten und denselben Tipps einzudecken, jedoch wollen viele Nutzer unterhalten werden neben der bloßen Gier nach Information. Darüber hinaus soll es sogar einzelne Verrückte geben, die auf Hintergründe und Meinungen – eigene Meinungen – stehen. Die oft zu Recht gestellte Frage ist leider, ob man sich mit dieser Minderheit wirtschaftlich über Wasser halten kann. Auch ich kann diese Frage nicht allgemein beantworten. Es kommt immer auf den Einzelfall an. In diesem Zusammenhang sollte man das neueste Beispiel von Microsoft anführen, die sich bei ihrem Minecraft-Kauf nicht um die aktuelle Rentabilität kümmerten, sondern sich in erster Linie die riesige Community, die dahinter steht (oder sitzt), sichern möchten.

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    Die GameStar (all das gilt natürlich genauso für GemaPro) hat sich ihre treuen Kunden vielleicht nicht erkauft, aber auch nicht nur durch News-Artikel und Testvideos gewonnen. Und schon gar nicht durch besonders gut gelungene Werbestrategien auf der Online-Plattform. Über die Jahre hinweg unterschied sich für mich die GameStar von anderen immer durch das einzigartige Flair, durch diese Familie von Redakteuren und Mitarbeitern, die einfach ein sympathisches Umfeld geschaffen haben. Hier fühlte man sich immer gut aufgehoben - fachlich wie emotional.

    Doch Umstände verändern sich und Charakterköpfe kommen und gehen. Und manchmal gehen mehr, als sich auf kurze Zeit erneut etablieren können. Auf diese Weise fiel – nicht nur meiner Meinung nach – die GameStar in ein kleines Identitätsloch. Jahr und Tag verging und man erfand sich langsam neu. Jedoch schienen nun Klicks und Mainstream das Maß der Dinge zu sein. Verständlicherweise könnte man sagen, denn diese sind die Wirtschaftsdaten unserer Zeit. Dennoch glaube ich, dass mehr hinter Erfolg oder Siechtum steht. Ich vermisse Formate wie „Die Redaktion“ oder „Raumschiff GameStar“. Solche Formate bringen vielleicht kein Geld ein, aber sie binden Menschen an eine Gemeinschaft. Klicks und Mainstream hingegen sind kurzlebig und vergänglich, ihre Treue gehört niemandem. Das Diktat der Masse macht uns nur für den Augenblick stark, die Individualität trägt uns durchs Leben. Deshalb begrüße ich es immens, dass Formate wie der Plus-Report nun wieder gefördert und ausgebaut werden. Diese stiften Identität in hohem Maße. Wenn ich heute an GameStar denke, dann zuallererst an „Die Redaktion“. An Menschen wie Heiko Klinge, Fabian Siegismund, Michael Graf und viele andere – noch nie aber an News-Artikel oder Testberichte.

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    Ja, ich würde mir wünschen, dass ein Comedy-Format der alten Schule fortgesetzt oder neu aufgebaut würde. Für den Anfang jedoch bin ich glücklich, dass sich die GameStar wieder traut, die ausgetreten Wege zu verlassen. Und für alle Nostalgiker habe ich noch ein kurzes Video, das ich vor einiger Zeit spaßeshalber erstellt habe.





    Hat dieser Artikel einen informativen Wert? Eher nicht. Aber dafür einen emotionalen. Lasst mich wissen, wie ihr über dieses Thema denkt. Teilt ihr meine Meinung oder haltet ihr sie für Unsinn, da sich die GameStar in euren Augen vielleicht genau richtig entwickelt hat. Schreibt es in die Kommentare! Habt ihr ein Format, das ihr vermisst oder besonders schöne Erinnerungen, die ihr teilen möchtet? Schreibt auch das in die Kommentare!

    Zuletzt hoffe ich natürlich, dass dem einen oder anderen dieser Artikel gefallen hat. :)


    Über den Autor

    Nimlod
    Fußball, Computerspiele, Lesen, Politik und was weiß ich noch alles

Kommentare

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  1. Ryuzaki
    Ich erinnere mich an ein einen Moment im Jahre 2008, als ich eines Nachmittags vor dem Zeitschriftenregal stand. Ich las zu dieser Zeit gerade die "PC Games" und wollte mir die aktuelle Ausgabe kaufen. Und da passierte es...

    Ein anderes Spiele-Magazin erregte meine Aufmerksamkeit. Auf dem Cover war groß "Die Sims 3" abgebildet: Seitenweise Preview zu einem Spiel, dass ich schon seit dem ersten Teil kannte und auch begeistert spielte.
    Kurz entschlossen ließ ich meine übliche Lektüre links liegen und kaufte jenes andere (und mir damals noch unbekannte) Spiele-Magazin. Ich kaufte meine erst "GameStar".

    Daniel Matschijewsky hatte damals mit seinem Artikel zu "Die Sims 3" ganze Arbeit geleistet. Seine Preview war interessant und packte mich und weckte meinen Hunger auf den neuesten Teil der Serie. Allein dafür hatte sich der Kauf der "GamesStar" gelohnt. Und dann sah ich mir die beiliegende DVD an...
    Ab diesem Zeitpunkt war es um mich geschehen. Beiträge wie "Die Redaktion" oder den Rückblick waren für mich erfrischend neu. Plötzlich hatten die Redakteure nicht nur einen Namen, sondern auch Profil. Sie hatten Charakter.

    Du siehst, ich kann dein Empfinden gut nachvollziehen. Auch mich haben in erster Linie die Menschen hinter dem Magazin gefesselt.
    Natürlich vermisse auch ich "Die Redaktion" und so mancher Weggang hat mich bekümmert. Aber es kommen auch stets neue Redakteure dazu, die genau so viel Persönlichkeit besitzen. Und auch die Artikel der letzten Monate, wie "Was ist GamerGate?" oder der Gastkommentar von Christian Schmidt "Erst das Testen, dann die Moral" haben mich erfreut. Die "GameStar" entwickelt sich weiter. Und so wie ich finde, in die richtige Richtung.

    Seit dem Kauf meiner ersten "GameStar" sind mittlerweile sechs Jahre vergangen. Sechs Jahre, in denen ich mir Monat für Monat die aktuelle Ausgabe kaufe. Meine spontane Entscheidung von damals habe ich bis heute noch nie bereut.


    Gruß
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    Ja da ist was dran, es sind die Persönlichkeiten an die man sich irgendwie gewöhnt hat. Nicht zuletzt durch "Raumschiff Gamestar" und "Die Redaktion". Bei der PC Player früher gab es schon den Vorläufer davon, die "Multimedia Leserbriefe". Tatsächlich war das Erste was ich all die Jahre nach Erhalt der Zeitung getan habe, mir diese Videos anzuschauen bevor ich den ganzen Rest angeschaut / gelesen habe. Und wenn man dann von diesen Personen Testberichte liest mit ihrem persönlichen Touch (nichts ist langweiliger als total neutrale sachliche Tests) quasi mit Wiedererkennungswert dann kommt fast schon etwas wie familiengefühl auf ;).
    Das Schwierige ist dann die bekannten Gesichter bei Bedarf zu ersetzen und neue Persönlichkeiten aufzubauen. Eine Gamestar mit lauter neutralen Gesichtern die keiner "kennt" ist eben nur eine Publikation unter Vielen.
    Was die Gamestar braucht sind solche Persönlichkeiten mit Wiedererkennungswert und ein klein wenig schauspielerischem Talent neben dem Fachwissen um sich von der Masse abzuheben.
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  3. Takamisakari
    Für mich ist GameStar im Wesentlichen nur eine News-Seite. Die Blogs und die werktägliche News-Sendung ergänzen den für mich relevanten Umfang. Die "gute alte Zeit" kenne ich hingegen nicht, dafür aber das ehemalige Format von Anredé Peschke: Krawall. Schade, dass davon quasi nichts in die GameStar mit eingeflossen ist.

    Manchmal würde mich auch ein Plus-Report reizen, aber so, wie sich GameStar den Gratis-Lesern gegenüber gibt (bestenfalls befriedigende News-Qualität, der besch...eidener Umgang mit der Werbung und diverse andere Dinge) spricht mein Ego ein Veto gegen die Plus-Mitgliedschaft aus, da ich auch dann noch immense Nachlässigkeiten befürchten muss. Überzeugung beginnt halt schon beim Gratis-Angebot (= eigene Visitenkarte)!
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