Deutschland - Politik- und Wahlsammelthread (Nächste Wahl: Bayern - 2018)

Dieses Thema im Forum "Smalltalk" wurde erstellt von SpeedKill08, 10. Januar 2017.

  1. legal der die Waage hält

    legal
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    Wir werden sehen. Aber vermutlich werden sie für die Arbeitgeber eher steigen, trotz voller Kassen :D
     
  2. Rhaegar

    Rhaegar
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    Dank meines guten alten Bausparvertrags leider nicht ganz so unerheblich... :huch:
     
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  3. Rhaegar

    Rhaegar
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    Naja, ich sage jetzt nicht nein zu weniger Abgaben, aber so wirklich sinnvoll hört sich das alles nicht an. Zumal die Beiträge dann in ein paar Jahren wieder steigen... alleine schon bei der Rentenversicherung.
     
  4. Blup

    Blup
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    Da in einem freien Markt jeder frei und seinen eigenen Nutzen maximierende Entscheidungen trifft, gibt es im Auge eines Liberalen so etwas wie "wirtschaftsgetriebene Repression" nicht.

    Sicherlich nicht.

    Aber die Lösung ist doch hier mehr Bildung und nicht mehr Umverteilung. Und rate mal, was die FDP fordert.

    Es gibt in Deutschland keinen Arbeitszwang. Du wirst vor kein Gericht gestellt, wenn du dich der Arbeit verweigerst. Du kannst tun und lassen, was du willst. Du darfst nur nicht erwarten, dass die Gesellschaft dir ein schönes Leben finanziert.
     
  5. Jdizzle

    Jdizzle
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    Glaubt das denn wirklich jemand?^^
     
  6. Jan Shepard

    Jan Shepard
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    Solche Fälle mag es geben, aber in der Regel wird es schon akzeptiert wenn man einen Job nicht annimmt weil die Bezahlung nicht passt. Und es gibt auch die Möglichkeit sich eine Umschulung, berufliche Weiterbildung oder Qualifizierung vom Amt finanzieren zu lassen.

    Das Problem liegt eher am Arbeitsmarkt, der in manchen Branchen fast nur noch Zeitarbeitsjobs anbietet.
     
  7. Oi!Olli Vollzeitskinhead

    Oi!Olli
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    Ich bin angetrunken, deswegen kurze Umreißung. Die Zwangsarbeit im 3. Reich war Krieg, völlig andere Voraussetzungen. Und da spielten auch die Kosten keine Rolle, auch dort war die Zwangsarbeit extrem teuer.

    In der Regel? Nein. Wo hast du das denn her?
     
  8. Blup

    Blup
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    Ehm, ja.
     
  9. SpeedKill08 "Downgrade?" - "No."

    SpeedKill08
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    Und wie möchte die FDP für Bildung sorgen? "Bildungssparen"? :ugly:
    Ohne Geld zum Sparen, bringt einem diese Idee leider nichts.

    Ich denke wir brauchen viel mehr und eine bessere Bildung und Umverteilung.
    Des Weiteren wäre in Bezug auf Bildung bräuchten wir ein besseres Konzept, mehr und qualifizierteres Lehrpersonal und mit am wichtigsten: Zeit.
     
  10. Butterhirsch Der mit dem Hirsch tanzt

    Butterhirsch
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    Die Kritik geht hier weit ueber das einzelne Beschaeftigungsverhaeltnis hinaus und trifft den allgemeinen Lebensumstand der prekaer Beschaeftigten. Dass das die FDP natuerlich weniger stoert verwundert kaum, ist der Lohnarbeiter doch nun sogar doppelt frei :ugly:

    Das ist dummes Geschwaetz und das weisst du auch. 'Natuerlich koennten sie sich rein technisch ein Haus kaufen. Ja gut, leider waren ihre Eltern schon AlgII Empfaenger und wir scheissen auf die Foerderung solcher Leute, aber... wenn sie sich mal angestrengt haetten, dann koennten sie es'.
    Solltest du ernsthaft dieser Meinung sein, dann gib deinen Kindern kein Taschengeld. Das waere schliesslich leistungsloses Einkommen und auch noch Korruption - oder gibst du jedem Kind Geld?, und du hast im Haushalt genug Jobs auf die man sich bewerben koennte.

    Das ist nun voellig offensichtlicher Schwachsinn.
    Wir haben mit dem Jobcenter und dem AlgII eine ganze Sparte wo genau das nicht der Fall ist, und arbeiten zu laecherlich geringen Loehnen als 'Qualifizierungsmassnahme' gilt.

    Ich haette damals z.B. fuer - nach Abzug der Kosten - 2,50 pro Tag Pakete stapeln duerfen, damit ich ueberhaupt AlgII bekommen haette. Ich habe dann halt schwarz gearbeitet und die drei Monate so ueberbrueckt.
    Entweder ist sie es nicht oder sie hat es in der Regierungsbeteiligung immer vergessen. Saemtliche sozialen Programme der FDP beguenstigen entweder ueberproportional die Besser verdienenden, oder aber treffen massivst und ohne Folgenabschaetzung die Arbeitslosen bzw. prekaer Beschaeftigten. Andernfalls nehme ich gern ein Beispiel von dir an, wo die FDP immerhin mal eine Aenderung vorgeschlagen haette, die sich gezielt damit beschaeftigt, Erwerbslosen oder alleinerziehenden Muettern den sozialen Aufstieg zu ermoeglichen.

    Du kannst das ja gern weiter behaupten, nur glaubts dir halt niemand :ugly: Und wenn alle um dich herum sagen 'nein das stimmt nicht', dann solltest du ggf. mal anfangen nachzudenken, anstatt weiter 'dochdochdoch' zu rufen.

    Dich zitier ich hier nur damit du den Link zum doppelt freien Lohnarbeiter mitbekommst.
     
    Zuletzt bearbeitet: 13. Januar 2018
  11. itistoolate

    itistoolate
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    Aber der staatliche verordnete Arbeitszwang geht klar?
     
  12. Butterhirsch Der mit dem Hirsch tanzt

    Butterhirsch
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    Sie haetten doch die Freiheit ihre Wohnung zu verlieren und in ein Obdachlosenasyl zu gehen :nixblick: Und von dort im Selbststudium der oeffentlichen Bibliotheken sich das Wissen aneignen mit dem sie dann eine Firma gruenden und selbst reich werden?

    Man muss sich halt mal anstrengen und Leistung zeigen. Fuer spaetroemische Dekadenz haben wir hier keinen Platz, genauso wenig wie fuer Leute, die ein Recht auf Faulheit und das Ausruhen in der sozialen Haengematte planen.
     
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  13. Standardabweichung

    Standardabweichung
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    Ach. Du hast die Lösung? Bildung kann höchstens ein Teil der Lösung sein, solange den Arbeitnehmern der Staat vor Auszahlung ihres Gehaltes in die Tasche greifen darf - und die Steuergelder dann erst noch kriminellen Bankern hinhält - während ohne eigene Leistung gescheffeltes Geld sich steuerfrei vermehrt.
    Im Moment ist das System so grotesk das "Bildung" alleine nur ein Tropfen auf die Herdplatte ist...
    MannMannMann. Reichstes Land in €uropa, größter Niedriglohnsektor. Aber klar... der (lächerlich geringe) Mindestlohn ist die Geissel der deutschen Wirtschaft (die Wirtschaft wo ein Konzern 6 Milliarden Gewinn macht um daraufhin paar 1000 Arbeitsplätze zu killen? :hoch:).

    Wie das unendliche Wirtschaftswachstum mit endlichen Ressourcen funktionieren soll hat sich auch noch keiner die Mühe gemacht zu erklären. Die Frage stellt sich ja nur seit 1972 :fs:.
     
  14. Butterhirsch Der mit dem Hirsch tanzt

    Butterhirsch
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    Und womit bezahlst du die Lehrer dann? Mit dem eingesparten Soli? Oder heisst die Bildungsoffensive der FDP nicht wieder 'mehr qualitativ hochwertige Privatschulen, deren Besuch dann 300 aufwaerts im Monat kostet'? Und ein verkuerztes Abitur, damit das Humankapital frueher dem Arbeitsmarkt zur Verfuegung steht (die sich dann ueber fehlende Reife beschweren :ugly:).

    Das Land, das atm. an allen Fronten mehr Lehrer einstellt und verbeamtet ist RRG-regiert.
     
  15. UrbanForest

    UrbanForest
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    Funktioniert solange, wie es ausreichend Menschen mit sich machen lassen. Gewisse Auswirkungen sieht man ja mittlerweile unter den Flüchtlingsströmen (unter anderem hausgemachte Probleme, und damit meine ich nicht die Menschen als solche, kommen nach Europa) und dem Rechtsruck in etlichen Ländern, die USA als mächtiger Weltplayer mit einem Rassisten und Verschwörungstheoretiker wie er im Buche steht allen voran. Diese Entwicklungen beruhen auf Unzufriedenheit und Ängsten, die mitunter in diesem System verschuldet sind. Das heißt nicht, dass ich hier irgendeinen zeitnahen Untergang befürchte ( :ugly: ), ich bin aber der Meinung dass es da durchaus Zusammenhänge gibt. Auf der einen Seite ein auf den Selbsterhalt ausgerichtetes System (Wachstum um des Wachstums Willen), auf der anderen Seite immer mehr hineingezwängt und damit abgehängte Menschen. Warum wohl nimmt man Arbeitslose derart in die Mangel? Weil ansonsten zu viele keinen Bock auf Ausbeuterei in Form schlechtbezahlter Niedriglohnjobs haben. Das ist aber notwendig, sonst klappt das ja mit dem Wachstum nicht mehr.
     
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  16. Standardabweichung

    Standardabweichung
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    Eben :nixblick: Warte mal ab bis der Klimawandel Afrika richtig trifft. Dazu die Unmöglichkeit gewisse Regionen zu stabilisieren (im Kongo liegen die Hälfte der weltweiten Lithium Vorräte :ugly::hoch:).
    Wenn ich Politiker von einem "Marshallplan für Afrika" fabulieren höre während die europäische Fangflotte illegal deren Küsten abfischt weiß ich nicht ob ich lachen oder weinen soll...

    Ich war vor 2 Jahren länger im Osten Ds... was da gärt hat mir richtig Angst gemacht - und ich kann die Leute teilweise verstehen...
    (nicht falsch verstehen, ich meine nicht die Wehrsportgruppen. Aber ich habe genug Einzelschicksale dort gesehen um nachzuvollziehen wie sich da eine ungeheure Wut anstaut...)
     
  17. DuskX

    DuskX
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    Was für ein Liberalismus Begriff hast du den? Die Freiheit des einen endet dort, wo er die Freiheit des anderen einschränkt. So etwas wie Arbeitnehmer.- und Menschenrechte sind daher zutiefst Liberal. Menschen in Ihrer freien Entfaltung, Chancengleichheit und Selbstbestimmung einzuschränken, weil man die Macht ungleich stärker auf Unternehmen verteilt ist hingegen Anti-Liberal, das ist warum die FDP für mich nicht Liberal ist und für eine Mehrheit nie Mehrheitsfähig sein wird. Da kommen doch nur neoliberale Ansätze die erwiesenermaßen auch einfach falsch sind, siehe die Weigerung der FDP gegen Mindestlohn entgegen jeder Vernunft.

    Die FDP gehört mit Ihren Anti-Sozialen Untaten auf den Scheiterhaufen der Geschichte, niemand braucht eine Partei welche die Regeln des Zusammenlebens für den Profit des Einen ausetzt.
     
  18. SpeedKill08 "Downgrade?" - "No."

    SpeedKill08
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    Sein Argument war vor kurzem, dass Unternehmen die gleichen Freiheiten haben und den selben Schutz wie ein Individuum haben sollte, weil jedes Unternehmen aus Menschen besteht.

    Was ich mich da immer frage ist, was man mit den "Abgehängten" machen soll?
     
  19. Standardabweichung

    Standardabweichung
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    Anhängen? Es wird früher oder später eh unmöglich sein den Schein der "Vollbeschäftigung" aufrechtzuerhalten (das ist ja jetzt schon eine grobe Lüge...). Wieso nicht, sagen wir mal, ehrenamtliche Tätigkeiten von Hartz4 Empfängern finanziell unterstützen?

    Das größte Problem das wir haben/ bald haben werden ist diese Tendenz Dinge als "alternativlos" darzustellen. Es ist schon lange Zeit Alternativen wenigstens mal zu bedenken - bzw denen zuzuhören die das tun statt sie reflexhaft als Spinner abzustempeln.
    Ansonsten wird sich herausstellen das der Neandertaler ein wesentlich erfolgreicheres Modell war als der Homo Sapiens, erdgeschichtlich gesehen :D
    Seine richtige Würdigung wird der Neoliberalismus eh erst posthum bekommen - in den letzten Geschichtsbüchern der Menschheit vermutlich...
     
  20. Butterhirsch Der mit dem Hirsch tanzt

    Butterhirsch
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  21. UrbanForest

    UrbanForest
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    Man könnte wieder mehr Freiheiten gewähren und zeigen, dass man proaktiv etwas dagegen tut, wenn etwas schlechter wird. Was macht man? Man beschönigt, relativiert, argumentiert wie gut es uns (richtigerweise) doch geht und. Das alles hält die Veränderungen und die Nachteile die eine zu starke/dominante Wirtschaftsriege mit sich bringen, die auch bei uns allmählich ankommen, aber halt nicht auf. Viel zu häufig wird nicht mehr die Frage gestellt was denn für den Menschen gut wäre, sondern was das Minimum ist, damit es für ihn okay ist. Man könnte ja Ressourcen verschwenden, die gar nicht unbedingt notwendig sind, damit es dem Durchschnitt ausreichend gut geht. Daraus schöpfen AFD & Co nun Kapital, in dem sie vor allem Fremde als Sündenböcke präsentieren.
     
  22. Butterhirsch Der mit dem Hirsch tanzt

    Butterhirsch
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    Naja, wenn wir halt alles auf Optimierung trimmen, dann auch dort. Das ist letztendlich kapitalistische Logik :nixblick: Die Frage ist ja, wo ziehst du die Grenze? Optimierst du der Putzfrau schon jegliche Annehmlichkeit im Job weg oder erst dem Arbeitslosen. Wachstum generieren koennte ja zumindest theoretisch beides.

    Ich glaube, wir muessen uns mal wieder darum Gedanken machen, was eigentlich unser gesellschaftliches Ziel sein soll, wo wollen wir mit all unserer Entwicklung denn hin? Die Antwort des kapitalismus ist 'Wachstum' - aber wachsen tun auch Tumore :wahn:
     
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  23. legal der die Waage hält

    legal
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    Das geht direkt an meinem Schrieb vorbei. Aber heute Abend mehr, bin leider grade unterwegs.

    Ich schrieb ja grade, dass es je Lage andere Optionen gibt. Nicht jeder wird sich ein Haus leisten können.
    Willst du jedem eines staatlich garantieren?
     
  24. legal der die Waage hält

    legal
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    Das ist wohl vom Grundsatz klar. Das bedeutet aber nicht, dass man mit seinen Lebensentscheidungen nicht auch anderen Menschen Optionen nimmt. Wenn ich mich auf eine Stelle bewerbe und gut vorstelle, geht die die anderen drei Bewerber nunmal eine Türe zu.

    Wenn ich jemanden meines Grundstücks verweise, nehme ich ihm einen kleinen Teil seiner Bewegungsfreiheit. Meine Freiheit des Hausrechts geht vor.

    Freiheiten zu haben, bedeutet nicht, auch alle Optionen zu haben. Die Gestaltungsaufgabe ist es, stets einige Optionen für jeden zu eröffnen. Die sehen für jemand in H4 natürlich anders aus als für jemand der gut verdient.
     
    Zuletzt bearbeitet: 13. Januar 2018
  25. itistoolate

    itistoolate
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    Wieso? Wenn sich Liberalität ausschließlich auf die Regierung bezieht und es keine Gesetze dazu gibt, wäre das doch liberal :nixblick:
     
  26. legal der die Waage hält

    legal
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    Der Liberalismus bezieht sich natürlich auf Gesetze. Und kennt Grundrechte.

    Hier wird gegen den Liberalismus geholzt und gleichzeitig der Begriff für sich in Anspruch genommen. Bitte entscheiden. :D
     
  27. itistoolate

    itistoolate
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    Spätrömische Dekadenz?
    Stimmt, es gibt keinen Zwang. Du kannst entweder den letzten Drecksjob machen, am besten unterhalb des Mindestlohns oder du kannst betteln gehen damit du dir was zu essen kaufen kannst.
    Was das die Liberalität der fdp ist, finde ich sie gleich noch viel toller.
     
  28. Garm

    Garm
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    Der Kapitalismus hat die Demokratie längst ausgehöhlt. Früher oder später werden wir eh ein System, wie in den USA haben. Da werden eben Steuersenkungen für die Reichen und Unternehmen durchgesetzt, die ein gigantisches Haushaltsloch erzeugen und noch am gleichen Nachmittag stellt man sich dann hin und behauptet, das Haushaltsloch käme durch die Ansprüche und Anrechte der unteren Einkommensschichten und damit müsse schleunigst Schluss gemacht werden.
     
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  29. Terranigma

    Terranigma
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    Verstehe ich nicht. Wenn Armut - oder allgemeiner: die finanzielle Grundlage - keinerlei Zwang darstellen kann, warum sollte Recht einen Zwang darstellen können? Du sagst, jeder sei frei tun und zu lassen was er will. Dem ist natürlich nicht so, weil diese Entscheidungsfreiheit gewisse Voraussetzungen bedarf. Nur weil du studieren möchtest heißt dies nicht, dass du studieren kannst, selbst wenn du eine Hochschulzulassung hast. Sofern deine Familie von deinem Einkommen abhängig ist, stellt es kaum eine Option dar die Lohnarbeit auf einige Jahre zu verschieben und zu studieren.

    Das lässt du als Einschränkung nicht gelten. Warum sollte dann Recht eine Einschränkung sein? Auch in der DDR - so ließe sich analog argumentieren - waren die Menschen prinzipiell frei. Zwar galt es die Pflicht zur Arbeit und ein Arbeitszwang konnte ausgesprochen werden, aber das hätten diese ja analog ebenso einfach ignorieren können, wie Liberale von hiesigen Menschen erwarten, dass sie ihre finanzielle Situation bei ihren Entscheidungen ignorieren. Wenn "Er kann nicht frei entscheiden, weil ihm die finanzielle Grundlage dazu fehlt" keine Einschränkung ist, dann ist "Er kann nicht frei entscheiden, weil ihm die rechtliche Grundlage dazu fehlt" nicht viel überzeugender.

    Beides sind Einschränkung der Entscheidungsfreiheit. Dass Liberale bei Freiheit mehrheitlich an rechtliche und nicht unbedingt tatsächliche Entscheidungsfreiheit denken, das glaube ich auch. Darum würde ich da auch Lafontaine zustimmen, dass der liberale Freiheitsbegriff sehr beschränkt ist. Es gibt mehr Faktoren, welche die individuelle Entscheidungsfreiheit beschränken, als den rechtsprechenden Staat. Wie wird diese Fokussierung auf Einschränkungen durch den Staat aus liberaler Sicht begründet? Würde mich interessieren.
     
    Zuletzt bearbeitet: 13. Januar 2018
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  30. Qua'KenTe

    Qua'KenTe
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    Die Ausnahme von Langzeitarbeitslosen vom Mindestlohn gilt afaik nur in den ersten 6 Monaten, und in der Zeit dürfte es weiterhin staatliche Unterstützung geben. Zudem gibt es nicht automatisch und zwangsläufig Sanktionen, dass kommt immer auf den Einzelfall an. Als ich selbst für ein gutes halbes Jahr Arbeitslosengeld 2 bekommen habe, gab es keinerlei Probleme Angebote abzulehnen. Aber natürlich nur in dem Rahmen in dem es andere Perspektiven gibt.
     
  31. Standardabweichung

    Standardabweichung
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    Er hat sich vor allem gut getarnt. Die "Gründerväter" des Kapitalismus würden sich nachträglich vermutlich erhängen wenn sie sehen könnten was daraus geworden ist.

    Wenn Legal hier vom "Unternehmen" als Leistung des "Unternehmers" erzählt, klingt das wie ne Märchenstunde... damals, vor 100 Jahren...
     
  32. UrbanForest

    UrbanForest
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    Man muss ja gar nicht alles in Frage stellen. Warum man mit dem Wachstumsgedanken aber krampfhaft an etwas festhält (dafür sogar in Kauf nimmt, dass es Menschen schlechter geht), von dem jeder weiß, dass es in einer endlichen Welt nicht dauerhaft funktioniert, ist mir ein Rätsel.
    Im Endeffekt läuft das wie die Geschichte zeigt alles zyklisch, wir hatten so (nicht die gleichen(!)) Situationen ja schon (viel extremer) zu Zeiten der Industrialisierung, der Weimarer Republik und und und. Die Lage spitzte sich zusehends zu und es wurde weitergemacht oder sogar noch alles weiter verstärkt als würden damit die Probleme verschwinden. Dann gabs den Knall, mit dem "man" nach viel viel Lernblut irgendwie wieder zur Besinnung kam. Warum müssen solche Fehler, das unhinterfragte Festhalten bis hin zur Eskalation, wieder und wieder wiederholt werden? Wir bekommen ja nur richtig mit was gerade in Deutschland so abgeht, unruhige politische Zeiten usw., uns geht es immer noch super. Der Blick über die europäischen Grenzen hinaus zeigt aber, was auch uns blüht wenn einfach so weitergemacht wird. Und daran ändern auch irgendwelche Mauern gegen Menschen, die selbst nur Opfer sind, nichts.
     
    Zuletzt bearbeitet: 13. Januar 2018
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  33. Standardabweichung

    Standardabweichung
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    aktueller Zwischeinschub: Es hagelt Kritik seitens der Wirtschaft an den Sondierungsergebnissen? Evtl heißt das ja was gutes... doch mal die Zeitung ausm Briefkasten holen.
     
  34. UrbanForest

    UrbanForest
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    Wundert dich das, wenn die Lohnnebenkosten steigen? :ugly:
    Ich bin mal gespannt wie die nächsten Tarifabschlüsse so aussehen und was von den 0,5-1% wirklich bei den Arbeitnehmern hängen bleibt.
     
  35. SpeedKill08 "Downgrade?" - "No."

    SpeedKill08
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    -2 % :ugly:
     
  36. legal der die Waage hält

    legal
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    Das Problembewusstsein hierfür ist vorhanden. Später dazu vielleicht mehr wenn ich nicht mehr unterwegs bin.
     
  37. Garm

    Garm
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    Es ist halt, wie beim Klimawandel ja auch, einfach zu bequem, nichts zu unternehmen. Man rast auf den Abgrund zu, aber Bremsen kostet halt Kraft...
     
  38. DuskX

    DuskX
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    Ja, wenn alle aber grundsätzlich erstmal die gleichen Chancen haben und der bessere gewinnt, ist das ja auch vollkommen in Ordnung. Wenn du aber allein dadurch, dass deine Eltern weniger verdienen schon in der Grundschule benachteiligt und aussortiert wirst, und du am Ende nicht zu dem besagten Bewerbungsgespräch eingeladen wirst, weil studieren zu teuer war, dann ist das allerdings etwas anderes.

    Die Antwort der FDP ist allerdings so ein Quatsch zu befeuern anstatt zu beschränken.
     
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  39. blurps

    blurps
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    Bildung ist als Antwort auf Probleme im Niedriglohnsektor auch nicht ausreichend. Man kann eben nicht jeden Lagerarbeiter mit 40+ zum KI-Ingenieur oder Biotech-Experten umschulen - Solche menschen werden überwiegend im Bereich der wenig wertschöpfenden Dienstleistungen bleiben und maximal Miniaufstiege darin hinlegen können.

    Die deutsche Unkultur, Leuten, die es im ersten Anlauf nicht geschafft haben, keine zweite Chance zu geben, hilft auch nicht gerade.
     
  40. UrbanForest

    UrbanForest
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    Man sieht es ja auch in Pflegeberufen: Das Lohnniveau ist im Keller, gleichzeitig hat man viel zu wenig Pfleger. Eigentlich würden die Marktprinzipien in diesem Fall vorsehen, dass die Löhne steigen um den Beruf wieder interessanter zu machen. Was passiert stattdessen? Ausbildungskriterien werden aufgeweicht, Ausbildungen zu anderen Berufen auch für dieses Berufsfeld anerkannt, Pfleger aus Osteuropa importiert.
     
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