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Alt 20.06.2008, 10:49   #29
Fabian Siegismund
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Also erstmal, Theo, die Thread-Überschrift finde ich ausgesprochen frech. Natürlich unterstellst Du mit »Gekaufter AitD-Test«, dass unser Test gekauft war, denn genau das steht nunmal da.

Und wenn ich dann hier reinkomme und finde keine Begründung für diese These, sondern letztlich nur die Eröffnung einer Diskussion, die beim Thema 4Players-Wertung zu erwarten war und auch angebracht ist, dann wünsche ich mir, die Überschrift wäre anders.

Egal.

Ich finde es nach wie vor immer noch komisch, dass Online-Redaktionen scheinbar als Hort der Unbestechlichkeit angesehen werden - immerhin haben Online-Magazine ja keine zahlende Kundschaft und sind damit ausschließlich von Werbeeinnahmen abhängig. Da ist es natürlich völliger Unfug, wenn Jörg Luibl behauptet: »Und sind sich die Herren von Atari darüber im Klaren, dass man mit Klicks auf einen Test keinen blöden Cent verdient?« Denn natürlich verdient 4Players mit jedem Klick auf einen Test Geld, denn je mehr Klicks, desto interessanter werden sie für Werbekunden, desto mehr Geld.

Daher auch meine persönliche Theorie zum Thema Alone in the Dark und 4Players, Codename: »Der kritische Sommer«:

Man nehme ein Spiel, das kein Spitzentitel ist und von einem Publisher herausgebracht wird, der zum einen dafür bekannt ist, auf schlechte Wertungen bissig zu (über)reagieren, und zum anderen finanziell so angeschlagen ist, dass er sich keine großen Kriege leisten kann. Dann gebe man dem Spiel eine schlechte Wertung und ziehe nochmal fünf bis zehn Punkte ab, um das Signal noch deutlicher zu machen.

Um noch einen oben drauf zu setzen, mißachte man ein Embargo, das einem verbietet, den Test vor einem bestimmten Datum online zu stellen, damit man sich des Zorns des Publishers auch wirklich sicher sein kann.

Der lässt nicht lange auf sich warten, und nun suhle man sich in der angeblichen Unterdrückung und werfe mit Schlagworten wie »Pressefreiheit« herum, um richtig rebellisch zu wirken. Wer nicht genau weiß, wie das geht, der schaue sich »Die Ritter der Kokusnuss« an. Die Stelle mit dem Bauern, der von König Arthur geschubst wird und daraufhin lauthals schreit: »Hilfe! HILFE! Ich werde unterdrückt!«

Um die Rebellenkrone noch ein wenig prunkvoller zu gestalten, schließe man mit den Worten: »Publisher XY, Ihr könnt uns mal!«

Die Folgen:
Die Leser denken: »Wow, die trauen sich was, die sind auf unserer Seite!« Daraus folgt: »Hmm, alle Magazine, die eine höhere Wertung geben, müssen dem Druck des Publishers nachgegeben haben...« Woraus wiederum folgt: »Ich lese jetzt nur noch 4Players, die sind so rebellisch und unabhängig!« Und aus dem Mahnverfahren des Publishers wird natürlich nichts, denn das ist, wie zu erwarten war, völlig haltlos.

Das Ergebnis:
Mehr Klicks, mehr Geld.

Beaten paths are for beaten men.

Geändert von Fabian Siegismund (20.06.2008 um 10:51 Uhr)
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