Heroes of a broken Land - HoMM, Civ und Dungeons

Von belerad · 6. Juni 2018 · Aktualisiert am 6. Juni 2018 ·
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  1. Heroes of a broken Land

    Eine interessante Mischung aus Civilization, Heroes of Might and Magic und Dungeon Crawler, entwickelt von nur einer Person, die leider nur viel zu wenig Zeit in die Präsentation des Spiels gesteckt hat.



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    Der Hintergrund




    In der Welt in der wir spielen gibt es ein magisches Kristallherz. Dieses spendet den Bewohnern Magie, wobei nur einige Menschen diese auch nutzen können, um daraus Zauber zu weben. Einige wenige der Zauberwirker wurde mit der Zeit mächtig genug, um selbst Kontrolle über das Herz auszuüben und gründeten der Zirkel der Magier. Sie schafften es schließlich mit dem Herzen der Welt so zu verschmelzen, dass sie mächtig und unsterblich wie Götter selbst wurden. Diese Magier taten ihr bestes um die Welt in Einklang zu halten und es brach für eine schiere Ewigkeit eine friedvolle Zeit, ohne Hunger oder Krieg an. Doch auch die mächtigsten Magier waren im Herzen nur Menschen und so kam es, dass das Kristallherz allein durch die Verbindung mit den menschlichen Magiern verdorben wurde. Nach und nach wurde die Energie immer negativer und letztendlich barst der Planet und zerbrach in unendlich viele Scherben, die jetzt durch die endlose Leere schweben. Ein paar Magier haben jedoch überlebt und versuchen die Welt nun wieder zu zusammenzufügen und einer davon sind wir. Jedoch sind wir stark geschwächt und in einer kristallinen Form gefangen, so das wir selbst nicht viel tun können, außer die Geschicke anderer zu lenken. Darum starten wir das Spiel, mit einer Gruppe von vier Abenteurern.



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    Der Zirkel der Magie hat uns diese ganze Suppe, trotz bester Absichten eingebrockt. Können wir die Zerstörung wieder Rückgängig machen?
    Aller Anfang ist schwer



    Vor dem eigentlichen Spielstart können wir erst mal die Größe der Welt und den Schwierigkeitsgrad bestimmen, den man auch ganz individuell feintunen kann. Dabei sollte man vor der kleinsten Welt Abstand nehmen, da es sein kann, dass diverse wichtige Gebäude nicht mit generiert werden. Beim Schwierigkeitsgrad sollte man den Normalen nicht unterschätzen, da HobL nach den ersten paar Dungeouns erheblich schwerer wird.



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    Der Schwierigkeitsgrad lässt sich bei Bedarf, völlig nach belieben modifizieren.


    Nachdem wir unsere Einstellungen und die Einführung hinter uns haben, stellt uns das Spiel vor die Wahl, welchen der überlebenden Magier wir verkörpern. Jeder dieser sechs Magier gibt einen individuellen Bonus, wie einen prozentualen Boni auf Attribute, eine bessere Chance magische Items zu finden, oder ein Plus an Erfahrungspunkten. Haben wir schließlich unsere Wahl getroffen, kommen wir endlich dazu unsere Party auszuwählen, wobei wir dabei stark beschränkt. So wird uns Stück für Stück einer unserer vier Helden vorgestellt und wir können auf Basis der zufälligen Attribute, eine der vier Grundklassen für ihn auswählen. Für unsere Gruppe haben wir insgesamt acht mal die Möglichkeit diese Werte zurück zu setzen. Sollten wir mit den Werten nicht zufrieden sein, bleibt uns nur das Spiel neu zu starten. Das kann sehr unbefriedigend sein, gerade für nicht Hardcore Rollenspieler, die meist mit diesen zufälligen Werten nichts anfangen können. Dennoch ist auch ein Neustart zurück zur Heldengenerierung schnell geschehen, da man die Einführung schnell durchklicken kann. Aber auch wenn die Werte am Anfang nicht perfekt sind, macht das für den Spielverlauf nur wenig Unterschied, da man beim ersten Level Up schon genügend Punkte verteilen kann, um dies wieder auszugleichen.

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    Mehr Möglichkeiten als die Auswahl der Klasse und dem neuen Auswürfeln der Attribute haben wir beim erstellen der ersten Heldengruppe nicht.


    Die ersten Schritt in der zerbrochenen Welt




    Erblicken wir anschließend zum ersten mal den Spielbildschirm, befinden wir und auf der Weltkarte, einem der drei Hauptansichten in unserem Spiel. Hier können wir, ganz im Stile eines Heroes of Might and Magic, mit unseren Truppen nach und nach die Welt erkunden. Der erste Weg führt uns aber in unsere eigene Stadt, bei der man verschiedene Gebäude bauen und ausbauen kann, jedoch auf Sechs Bauplätze beschränkt ist. Dabei können wir zwischen elf verschiedenen Gebäuden wählen, von der Schmiede über die Taverne bis hin zu Tempeln, alle mehr oder weniger nützlich.
    Der wichtigste Anlaufpunkt für uns ist jetzt aber die eigene Statue, das Wahrzeichen der Stadt. Mit einem Klick auf dieser können wir neue Helden anwerben. Da unsere Gruppe derzeit nur mit vier von maximal sechs Helden besetzt ist, würde ich vorschlagen, dass erste Geld in die beiden vorhandenen Freischärler zu investieren, anstatt wie vorgeschlagen in die Alchemistenhütte, die uns nur ein paar Heiltränke verkauft, von denen wir zum Start normalerweise eh genug finden. Haben wir all unser Vermögen ausgegeben, schlägt es uns auch wieder zurück auf die Abenteuerkarte. Hier können wir jetzt die Welt erkunden und überall Dungeons die darauf warten erkundet zu werden, Questgeber, die uns in neue Dungeons schicken, Städte anderer Fraktionen, für die wir Ruf aufbauen können, um zusätzliche Bauplätze freizuschalten und vieles mehr finden. Für alles was wir abschließen, erlangen wie einen höhere Bekanntheit, was neue und bessere Helden in unsere Stadt lockt. Aber wir machen uns erst einmal auf den Weg in den Anfängerdungeon.

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    Auch wenn wir alle Bauplätze ausnutzen, haben wir unserer Stadt nur Platz für sechs der elf verschiedenen Gebäude.


    Into the deep dark




    Im Dungeon angekommen, ändert sich die Kameraperspektive zur Crawler typischen Egoperspektive. Der erste Dungeon stellt uns dabei noch vor wenige Probleme. Ratten, Fledermäuse und Bären sind unsere ersten Gegner und es gibt auch nur eine einzige Ebene, auf der sich Schalter, Teleporter und Geheimräume verstecken können. Jedoch steigt der Schwierigkeitsgrad sehr schnell an und schon auf normal, kann man ein paar Dungeons später, schon relativ schnell ins Gras beißen. Dabei werden die Gegner nicht einfach nur stärker, sondern bauen relativ schnell Resistenzen auf, so dass nur gewisse Angriffe auch wirklich effektiv sind. Auch werden die Verliese immer tiefer, haben mehrere Ebenen und mehr Geheimgänge die man finden muss. Richtig interessant sind die Gebiete, bei denen man mit zwei bis vier Heldengruppen gleichzeitig durch die Dungeon laufen muss und die Gruppen in ihren eigenen Bereichen Schalter finden müssen, um das Weiterkommen zu ermöglichen oder man gemeinsam besonders starke Bossgegner besiegen muss.



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    In den ersten paar Dungeons treffen wir auf die üblichen Feinde aus Rollenspielen, Zombies und Geister, wobei man etwas später darauf achten sollte, das die Gegner trotz gleichen Aussehens nicht den Namen gewechselt haben, was bei Autokampf schnell der Helden führen kann.


    Trotz der kruden Optik, bietet das Spiel uns hier einige Komfortfunktionen, die das Erkunden der Verliese viel angenehmer machen. Dazu gehört einerseits eine Autokampf Funktion und die Automap, die ebenfalls als Wegepunktesystem funktioniert. Dabei werden wir aber nicht direkt an die gewünschte Stelle teleportiert, sondern unsere Heldengruppe macht sich im Zeitraffer auf, den Weg abzulaufen. Das ist insofern praktisch, da man des öfteren noch einen Schalter vorbeihuschen sieht und einem auch Gegner, die man vielleicht übersehen hat, über den Weg laufen, da wir meist alle Gegner eines Dungeons töten müssen.

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    Am Ende eines Dungeons warten zu meist ein Berg an Schätzen auf unsere Heldengruppe.


    Die Heldengruppe(-n)




    Wie schon angedeutet, spielen wir nicht nur mit einer Heldengruppe, sondern mit mehreren. Während wir ein paar Helden einzeln losschicken, um die Welt zu Erkunden und Schätze zu erbeuten, kämpfen wir uns mit den anderen durch die Dungeons. Dabei stehen uns zu Beginn zwar nur die vier rollenspieltypischen Klassen, Kämpfer, Schurke, Priester und Magier zur Verfügung, doch lassen sich diese in eine von zwei Klassen weiterentwickeln. Aus dem Kämpfer wird so entweder ein Gladiator oder Ritter und aus dem Priester ein Mönch oder Bischof. Dies erhöht nicht nur die Attribute, die der jeweilige Held pro Levelaufstieg erhält, sondern schaltet auch neue Skills und Fähigkeiten frei die man nutzen kann. Aber man ist nicht nur an die üblichen Skills gebunden, man kann auch so, sollte man die richtigen Bücher finden, einem Krieger Heil und Schadenzauber beibringen. Neben den erweiterten Klassen, kann jede Klasse noch zu einem Abenteurer weiter gebildet werden. Dieser bekommt dann zwar weniger Attribute pro Level, darf dafür aber alles an Ausrüstung benutzen, Skills von anderen Klassen lernen die ihm ansonsten verwehrt bleiben und behält auch alle gelernte Skills der vorherigen Klasse. Gerade für den späteren Spielverlauf ist es eine gute Option, bei manchen Klassen diesen Weg zu gehen, um noch ein bisschen mehr Schaden, oder Utility heraus zu kitzeln.



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    Man sollte die Augen auch immer nach Geheimwegen und Schaltern offen halten. Dieser hier ist beispielsweise noch gut sichtbar.



    Neben diesen menschlichen Klassen, haben wir auch ab und zu die Möglichkeit einen Lizard, eine Fee oder später einen Golem zu Rekrutieren, die alle drei ihre ganz eigenen Spielstil haben. Die Echse ist eine Art Berserker der nur Angreifen kann, aber dem keine Zauber zur Verfügung stehen, dafür hat er den höchsten Angriffs Wert im Spiel und regeneriert Lebenspunkte außerhalb der Kämpfe. Die Fee ist das genaue Gegenteil, das sie nur Magie nutzen kann, aber keine Angriffe ausführt und sich ihre Magie außerhalb der Kämpfe automatisch regeneriert. Gerade am Anfang, wenn Mana noch Mangelware ist, ist es ein Segen eine Fee in der Gruppe zu haben, gerade wenn viele Gegner physische Resistenzen haben.

    Der Golem ist kein Held in dem Sinne, sondern man kann diese Ungetüme ab einem gewissen Zeitpunkt im Spiel kaufen. Man muss vor dem Kauf alle Attribute und Skills bestimmen und dafür bezahlen, da der Golem selbst nicht im Level aufsteigen kann. Die Skills die er lernen kann, sind meist defensiver Natur und nebenbei kann er noch einige offensive Zauber lernen. Obwohl er keine Zauber verstärkenden, passiven Skills, wie der Magier lernen kann, reichen die rohen enormen Attributwerte aus, um einen Magier, rein vom Schaden, alt aussehen zu lassen.



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    Mit der Zeit bekommen wir mehrere Heldengruppen, bauen die Stadt weiter aus und erforschen die Weltkarte immer weiter.



    In welchem Jahr sind wir noch mal…



    Von der Qualität des Designs, ist das Spiel nicht nur einfach ein Schlag ins Gesicht moderner Spieler, sonder eher ein Tiefschlag dahin, wo es besonders weh tut. Das kommt von mir, einem der immer noch gerne Spiele aus den 90ern oder in reinem ASCII oder als Tabellenkalkulation spielt und sich damit wohl fühlt. Dabei schaut das Spiel stellenweise gar nicht so schlecht aus. Die Portraits der Charaktere und diverse Grafiken im Dungeon sind wirklich gut gelungen, während aber das Design der Weltkarte und der Stadtbildschirm eher an Kinderbilder erinnern. Technisch erinnert HobL einen sehr stark an Spiele von Mitte der 90er Jahre, nur das damals das Design sogar noch besser war, wie beispielsweise beim ersten Heroes of Might & Magic (1995). Dazu kommt, dass das Spiel keinen wirklichen Vollbild Modus unterstützt, sondern der Spielbildschirm immer im 4:3 Modus, mit schwarzen Balken außen herum dargestellt wird. In Ermangelung eines höher auflösenden Monitors, kann ich nicht sagen, wie sich das auf einem 4k Bildschirm auswirkt, da die Auflösung des Spiels statisch zu sein scheint. Fast noch schlimmer ist aber das Gegnerdesign. Nicht nur die mangelnde Abwechslung an gegnerischen Ungeziefer dass man niedermetzelt ärgert einen, sondern auch, dass stärkere Gegner des gleichen Typs häufig gleich, oder fast gleich ausschauen, so dass man häufig ohne es zu bemerken in einen noch unbekannten, stärkeren Gegner läuft und den automatischen Kampf anschaltet.

    Als Musikuntermalung läuft ein Klavierstück im Hintergrund, welches sich ständig wiederholt und einem relativ schnell zu den Ohren heraus hängt. Auch bei diesem Spiel gilt, neben dem Spiel einen guten Podcast zu hören, als die perfekte Lösung.

    Zu gute halten muss man dem Spiel aber dennoch, dass ich keinen einzigen Bug bemerkt habe und das in über 100 Stunden, die ich schon gespielt habe.



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    Trotz der Möglichkeit die Auflösung einzustellen, bleibt das Spiel starr in 4:3 und packt Balken um den Spielbildschirm. So wie auf dem Bild, schaut das Spiel bei einer Auflösung von 1600x900 auf dem Monitor aus.



    Fazit



    Vom Ersteindruck hat mich Heroes of a broken Land nicht vom Hocker gehauen. Zu angestaubt und und schlecht wirkt die optische Präsentation. Jedoch verfliegt das wie fast immer nach einiger Zeit die man im Spiel verbringt und man konzentriert sich auf das Wesentliche, das Gameplay. Hier punktet es für mich gewaltig und das nicht nur wegen seinem gelungenen Genremix aus Civ, HoMM und Dungeon Crawler, sondern auch weil die Spielmechaniken an sich sehr gut funktionieren. Der Schwierigkeitsgrad ist knackig, wird aber nie unfair, die Dungeons sind trotz der zufälligen Generierung meist interessant und machen Spaß beim erkunden. Die Heldenklassen fügen sich sehr gut in die Spielmechaniken ein und laden einen ein mehrere verschiedene Builds ausprobieren, da man immer mehrere Gruppen zur Verfügung hat und Helden keine Mangelware sind. Für all die, denen die Präsentation nicht stört und Old School Dungeon Crawler, wie ein moderneres Legend of Grimrock mögen, können hier gerne zuschlagen, oder auch erst einmal die kostenlose Demo ausprobieren. Die 15€ die das Spiel kostet, finde ich zum probieren erst einmal zu happig, aber mit über 100 Stunden Spielzeit und weiteren die Folgen werden, hat sich dieser Betrag, zumindest für mich gelohnt.

    Als Wertung würde ich dem Spiel objektiv dennoch nur eine 67 geben. Auch wenn es rein von den Spielmechaniken her sehr gut ist, ist es dennoch nur etwas für Liebhaber des Genres und kann mit anderen Modernen Vertretern leider nicht mithalten.

    Editiert: Mit dem Blick auf den Agonie Test, vielleicht sollte ich die Wertung doch auch 72 hochschrauben.



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Kommentare

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  1. xtrat
    Wäre irgendwie nett, wenn die Redaktion gefeaturete Leserartikel Korrekturlesen würde...
  2. Stonehighisback
    Beeindruckend, was Leute so alles spielen.
      1 Person gefällt das.
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