Zweiklassengesellschaft

Von -zwecki- · 24. Juni 2014 · Aktualisiert am 24. Juni 2014 ·
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  1. Deutschland, ein Land voller Reichtum und glücklicher Menschen. Uns geht es gut, das lässt sich nicht bestreiten, aber ein oder zwei Dinge stören mich dann doch. Nicht die Schere zwischen Arm und Reich ist es, die mich sorgt, sondern die Schere zwischen Jung und Alt.

    Bist du alt, dann bist du wichtig! Du bist viele und viele bringen wichtige Stimmen im Wahlkampf. Deswegen möchten wir dich beschenken mit Geld, das nicht unseres ist. Feiert noch eine letzte große Party auf den Schultern der Jugend von heute.

    Bist du aber jung, bist du uns egal, deine Zukunft schenken wir den Rentnern. Du bist wenige und von den Wenigen gehen noch weniger wählen. Du bist nur ein Arbeitstier, ein Feldsklave, darfst ackern bis du umfällst, aber sei doch bitte so nett und stirb, bevor du ins Rentenalter kommst.

    Das klingt zwar sehr schön nach Stammtischgelaber, ist aber bittere Realität. Die Rentenkasse wurde unlängst geplündert und die Erträge den aktuellen Rentnern und älteren Müttern geschenkt.

    Die haben es sich sicherlich verdient, mehr Geld zu bekommen, ohne Frage. Ich bin dafür, dass meine Eltern mehr Geld bekommen, aber muss das unbedingt so extrem zu meinen Lasten sein? Die Rentenbeiträge schnellen in die Höhe und trotzdem wird laut aktuellen Schätzungen etwa die Hälfte von uns an Altersarmut leiden müssen.

    Man nimmt uns unsere Zukunft und auf die Frage, was denn mit den jüngeren Generationen sei, hört man nur, dass man das ja in ein paar Jahren entscheiden könne.

    Na klar, politisch betrachtet ein cleverer Schachzug: So hat man nochmal ordentlich Stimmen einkassiert und den schwarzen Peter schön der nächsten Regierung zugeschoben.

    Die Plünderung der Rücklagen wird uns vermutlich innerhalb einer Legislaturperiode etwa 30 Millarden Euro kosten. Das ist (fast) alles, was noch da ist. Man sagte uns, dass die Rentenbeiträge sinken würden, aber mit dieser Maßnahme dürften sie spätestens in 5 Jahren sogar wieder enorm ansteigen.

    Um das ausgegebene Geld wieder hereinzuholen, so liest man derletzt, müsste eigentlich die Rente mit 76 kommen. Nun, ob das wirklich der Wahrheit entspricht, kann ich so genau nicht sagen und nur auf die Aussagen von Spiegel, BILD und co. möchte ich mich dann auch nicht verlassen.

    Fakt ist dennoch, was in diesem Staat passiert, ist eine Riesensauerei! Das ist sicherlich nicht erst seit heute so, trotzdem wird es in letzter Zeit immer schlimmer.

    Es gibt noch viele andere Beispiele, ich verweise an dieser Stelle nur mal auf die Abkommen CETA und TISA. Wenn man sich das so durchliest, kann einem schon schlecht werden.

    Demnächst gibt es dann Chlorhuhn und privatisiertes Leitungswasser mit verschiedenen Qualitätsstufen von "mach beim Duschen lieber die Augen zu, das ist besser für die Schleimhäute" bis Trinkwasser.

    Uns geht es gut, wir dürften uns doch gar nicht beschweren. Dennoch frage ich mich, ob man wirklich alles mit sich machen lassen sollte oder ob man nicht doch eine effektive Möglichkeit hat, sich der negativen Entwicklung entgegen zu stellen.

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    -zwecki-
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Kommentare

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  1. Raet
    Nein, auch 'die Alten' sind für die Politik uninteressant. Ein Blick in eines der typischen Seniorenwohnheimen/Altenheimen sollte hierfür mehr als genügen. Gibt zudem viele Mittelständische welche im Alter abrutschen und als Renter unwiederufflich von Staatlicher Unterstützung abhängig werden.
    Auch hier kommt es auf das Klientel an, Einfluss und Einkommen.
    Ragt man in beiden nicht oben heraus ist es egal ob alt oder jung. Wer aber darüber hinausragt und berücksichtigt wird, der kümmert sich eher um eine eigenen Massgeschneiderte Lösung und dürfte die politischen Lösung wohl eher als abschätzigen Notnagel sehen. Eine welche jene Unsummen steuern kostet für jene die hierzu fast nichts beitragen - so die Meinung einiger wirtschaftliberaler.
    In einer der diesjährigen Folgen der Anstalt (ZDF Politisches Kabarett) wurde der ganze Generationskonflikt aufgerollt und, wie du bereits mit Wasserprivatisierung und Chlorhuhn erwähnst, als reiner "Wirtschaftsliberalismus vs. Sozialstaatsrest" erklärt.
    Natürlich sind auch hier Fehler zu finden, wie beim Medienliebling Fuleco und der ominösen Gossensprache die sich natürlich in keinen portugisischen Wörterbuch findet das man schnell mal zur Hand hätte ...
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  2. fhukd
    Ich finde deine Sichtweise sehr interessant, und finde es auch gut solche Themen hier mal zu lesen.
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  3. -zwecki-
    Das wäre teilweise richtig, wenn das Rentenproblem nicht nur ein Manko von vielen wäre.

    Als es noch nicht üblig war, sich bewusst gegen Kinder zu entscheiden, hat das Rentensystem in der jetztigen Form auch noch einigermaßen Sinn ergeben. Heute fragt man sich, warum die Kinder derjenigen, die Kinder großgezogen haben, auch diejenigen Rentner durchbringen müssen sollten, die bewusst keine Kinder wollten.

    Zur Zeit kommt das noch nicht vor, wird aber in der Zukunft vermutlich ein großes Problem werden.

    Nichtsdestoweniger liegt es sicher nicht nur an mir, weil ich noch keine Kinder hab. Ich sehe es mit 23 im Übrigen auch noch nicht als so dringend an, auch wenn ich Kindern grundsätzlich nicht abgeneigt bin.

    Der Rentenbeitrag ist eine Zwangsabgabe, genau wie die Rundfunkbeitrag zum Beispiel auch, mit dem Vorwand, dass mir ein Mehrwert daraus entsteht. Im Endeffekt nimmt man mir das Geld aber ab und macht damit, was immer man gerade möchte.

    -------

    Ich verstehe ehrlich gesagt nicht ganz, was die Leute an diesem Blog zu stören scheint. Es geht hier um ein ernstes Thema, ich möchte in keinster Weise gegen den Staat hetzen. Fakt ist aber, dass hier die Zukunft der jüngeren Generationen auf dem Spiel steht.

    Ich habe auch absolut nichts dagegen, die Rente der älteren Generation zu finanzieren, immerhin haben diese dasselbe für die Rentner vor ihnen getan, aber wenn es um meine eigene Existenz geht, dann hört der Spaß eben auch irgendwann auf. Und da möchte ich den Rentnern auch in keinster Weise einen Vorwurf machen, sondern eben eher der aktuellen Regierung, die genau weiß, dass dieses Loch, das man da gräbt, im Leben nicht mehr zu stopfen sein wird.
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  4. Jabor08
    Effektive Möglichkeit (langfristig) dem entgegenzuwirken ist es Kinder zu bekommen und somit die Gesellschaft zu verjüngen.
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