Artikel: Klage wirft Activision Blizzard toxische Kultur am Arbeitsplatz vor

Dieses Thema im Forum "Diskussionen zu Gamestar-Artikeln" wurde erstellt von Mary Marx, 22. Juli 2021.

  1. species-521

    species-521
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    Da Activison/Blizzard vor wenigen Stunden von Microsoft aufgekauft wurde, wünsche ich allen Angestellten ein wesentlich ruhigeres Leben und den Einzug einer gesunden Arbeitsplatzkultur. Ich hoffe wirklich sehr, dass die Idioten ausgesiebt werden und man in Zukunft ganz einfach "nur arbeiten" kann. Das kreative Potential ist ja gottseidank noch völlig intakt.
     
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  2. Plutonium Virus

    Plutonium Virus
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    Solche Boykotts schaden weniger den verantwortlichen, als den Menschen, die ohnehin schon unter der Situation leiden. Sowohl die direkt Betroffenen von bspw. Harrasments etc. als auch die anderen Mitarbeiter, stehen neben dem öffentlichen Druck und Scheinwerferlicht dann auch noch Boykotts gegenüber... das ist doch einfach nur Scheiße und trifft die völlig falschen, die dann vielleicht noch von anderen herunter gemacht werden, wie sie dort überhaupt arbeiten könnten oder wie?

    Das ganze läßt sich auch anders, vor allem aber menschlicher angehen! Vieles ist da schief gelaufen und tut es immer noch, aber Hetze und Boykotts müssen echt nicht sein.
     
  3. Schraubenzieher

    Schraubenzieher
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    (Song Beginner - Hammerhart)

    Da kauft Microsoft, mal eben Activison/Blizzard, für fluffige 68,7 Milliarden US-Dollar und ich schreibe noch wenige Stunden vorher, dass der liebe CEO Bobby Kotick seinen Stuhl nicht räumen muss. Trotz der neusten Vorwürfe.
    Haha, jetzt werden die Karten neu gemischt und jetzt hat der für fluffige CEO Bobby Kotick einen neuen Chef. Phil Spencer und alles wird gut?

    Richtig, CEO Bobby Kotick führt die Geschäfte weiter und nach der Migration in die MS Familie sehen wir weiter.
    Die Migration soll angeblich nur 18 Monate dauert, ja nee, is klar. Wer einmal so eine Fusionierung bei einem großen Konzern mit erlebt hat, weis das so etwas gerne auch mal eine Dekade und länger dauern kann. Es müssen nur einige neue ungeplante Herausforderung auftauchen.

    Wenn es auch nur 2 Jahre dauern sollte, geht der liebe Herr Bobby Kotick, wahrscheinlich mit einer Abfindung, die sich gewaschen hat.
    Es wird sich nix ändern, solange solche Führungsköpfe an der Macht sind. Ich würde mir wünschen, dass ich unrecht habe. Aber das glaube ich leider nicht.
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. Januar 2022
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  4. Veged immer Fünfter

    Veged
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    Mal tief durchatmen, würde ich anraten.
     
  5. Yeager

    Yeager
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    Ich nehme mal an, dass du keine besonders gute Meinung von Linken und Grünen hast und zumindest etliche von uns für Heuchler hälst, zumal du auch Begriffe wie "woke" nutzt. Vielleicht interessiert es dich dann, so hoffe ich jedenfalls, dass meine Meinung als Linker, was das angeht, sich in keiner Weise von deiner unterscheidet. Ich sehe es exakt genauso.

    Nein, ist es nicht.

    Was @Vainamoinen damit (vermutlich, er möge mich korrigeren, wenn ich falsch liege) meint ist, dass jeder Art von Konsum früher oder später zu einer negativen Folge führt, wenn nicht direkt, dann über Bande - und gleichzeitig kein Konsum nicht möglich ist, wenn man leben möchte. Das macht das Ganze so unwahrscheinlich schwierig, im Sinne von kompliziert.

    Beispiel:

    Ich kaufe mir eine Pizza. Warum tue ich das? Weil mir Pizzen schmecken. Ist eine Pizza etwas Böses? Nö, oder? Was ich (nicht) wissen kann: der Pizzahersteller unterstützt rassistische Gruppierungen. Wenn ich eine Pizza bei ihm kaufe, unterstütze ich ihn und damit Rassismus - und zwar direkt. Jetzt hat der aber einen Konkurrenten und der unterstützt solche Gruppierungen nicht. Also kaufe ich dort meine Pizza. Was ich (nicht) wissen kann: dieser legt sein Geld bei einer Bank an, die damit Geschäfte betreibt, an denen Leute beteiligt sind, die Rassismus unterstützen. Kaufe ich also bei ihm nun eine Pizza, unterstützte ich ebenfalls Rassismus - nur indirekt.

    Was habe ich jetzt also erreicht? Doch eigentlich "nur" etwas Symbolisches, richtig? Hätte ich das in irgendeiner Form ändern können, also dafür sorgen können, dass es nicht nur bei Symbolik bleibt? Wie denn? Indem ich auf Pizzen verzichte? Dann wiederholt sich das Ganze beim Döner, oder Brot, oder Apfel oder was auch immer. Einiges kann ich wissen, wenn ich informiert bin, aber das Meiste nicht. Ich kann aber wissen, dass sämtliche Prozesse in einer globalisierten Welt auf die eine oder andere Art und Weise miteinander zu tun haben. Auf was also habe ich letzten Endes Einfluss, wenn ich nicht gerade ein Spitzenpolitiker oder Miliardär bin? Doch "nur" auf besagte Symbolik. Das ist die einzige Möglichkeit für mich zu zeigen, was ich wovon halte. Aber - und das ist wichtig das im Hinterkopf zu behalten - ehtisch einwandfrei wird mein Konsum dadurch trotzdem nicht, dafür ist die Welt zu komplex. Es spielt also eine Rolle, wofür ich mich entscheide, indem ich damit ein Zeichen setze. Es spielt aber keine Rolle im Sinne des Versuches ein "Engel" zu sein, das ist schlichtweg nicht möglich, so bitter das auch klingen mag. Meine Entscheidung ist also gleichermaßen wichtig und unwichtig zugleich, die logische Folge aus einer Welt, in der alles zusammen hängt. Und die weitere Folge hat Vainamoinen genannt: "Es gibt keinen ethischen Konsum".


    Hier kann ich nicht für Vainamoinen sprechen, nur für mich. Ich als Linker stehe dem Kapitalismus kritisch gegenüber, aber nicht weil ich links bin, sondern weil dieser einige ganz ausgemachte Probleme hat, die sehr weit gehen. Ich stehe aber auch dem klassischen Sozialismus kritisch gegenüber, aus den gleichen, wenn auch nicht denselben Gründen:

    Das Gute am Kapitalismus ist - wenn er nicht gerade massive Angebots- und Lieferprobleme hat, wie jetzt, siehe z.B. Grafikkarten - dass Angebot und Nachfrage im Optimalfall schon ihr eigenes Ding machen, die Nachfrage versorgt wird, das Angebot stimmt und durch die Möglichkeit sich zu bereichern Motivation gegeben ist, die in einem wirtschaftlich gleichgeschalteten Modell, wo jeder dasselbe verdient, unabhängig von der Leistung, nicht existiert. Also ist z.B. für technische Progressivität und Innovation gesorgt, Dinge werden weiter entwickelt, Neues kommt auf den Markt, Stagnation ist nicht der Fall. Das Schlechte am Kapitalismus ist dafür der gesamte Rest: Unendliche Gier ohne jedes Maß, Rücksichtslosigkeit, Ausbeutung, Zerstörung der Natur und Lebensumstände, massive Zunahme von Krankheiten, v.a. psychischen, Unfairness, Kinderarbeit, moralische Verkommenheit, keine wirkliche Autarkie des freien Marktes, da bei systemrelevanten Dingen der Staat und damit der Steuerzahler eingreifen muss, aber trotzdem nicht beteiligt wird, Aushebelungsgefahren seiner selbst durch z.B. Monopolbildung (daher Kartellämter) oder den unerschütterlichen und gleichzeitig unabdingbaren Glauben an unendliches Wachstum, das in einer endlichen Welt mit endlichen Ressourcen schon physikalisch nicht möglich ist, gleichzeitig aber bitter nötig ist, da Börsen wie Wettbüros das vermutete Potenzial eines Unternehmens bewerten und nicht die Realität. Zusammengefasst kann man also über den Kapitalismus sagen, dass er enorm nützlich und absurd gemeingefährlich zugleich ist. Nun verdrehe man im Wesentlichen die Kritik und man kann Entsprechendes über den Sozialismus sagen. Der einzige "Ort", wo dieser bisher gut funktioniert hat, war Star Trek - und auch das nur durch die Energie-Materie-Konversion des Replikators, sodass Güter frei erhältlich waren, die aber in der echten Realität spätestens an der Heisenbergschen Unschärferelation der Quantenmechanik scheitert und es solch ein Gerät daher vermutlich niemals geben wird. Es ist also ein Ideal, das aber entweder a) von einer Welt ausgeht, die nicht unsere ist oder b) von einem Menschenbild ausgeht, das in den meisten Fällen so nicht existiert. Machen wir uns da nichts vor, das gilt auch für andere Linke.

    Was machen wir also in einem solchen Fall, wo Schwarz scheiße ist und Weiß aber auch? Wir versuchen einen Kompromiss, der nennt sich soziale Marktwirtschaft und die funktioniert dann leider aber auch eher schlecht, da sie regelmässig unterwandert wird. Gibt es also eine goldene Lösung? Ich wüsste keine und man sucht verdammt lange nach einer solchen. Vielleicht kommt sie irgendwann, vielleicht auch nicht, ich weiß es nicht. Ist deswegen aber keine Kritik mehr möglich? Doch, unbedingt! Alleine schon, um an die Probleme zu erinnern, damit es immer wieder Leute gibt, die versuchen, dass diese erst gar nicht entstehen. So wie es auch Miliardäre in den USA gibt, die von sich aus sagen, dass sie gerne Steuern zahlen möchten und zwar nicht so sehr aus altruistischen Gründen, sondern weil sie schon eine ziemlich gute Ahnung haben, dass grenzenlose Gier ihrer "Kaste" früher oder später alles zum Kollabieren bringt, worunter sie dann selbst auch zu leiden hätten. Also wieder eine ganz ähnlich komplexe Angelegenheit wie oben bei den Pizzen.

    Das ist wieder nicht so einfach. Vainamoinen hatte z.B. in seiner Liste Hemingway genannt. Ich habe Einiges von ihm gelesen und auch viel über sein Leben. Es war eine einzige, fortlaufende Kontroverse, eine ewige, verzweifelte Suche nach sich selbst, nach einem Weg, nach einer Art "richtig" zu leben, was auch immer das sein mag. Es ging für ihn nicht ohne Kampf, er war sein Leben lang geprägt davon und letzten Endes fand er auch für sich keine Lösung, sein Leben beendete er selbst. Man kann über ihn sehr geteilter Meinung sein, auch über das, was er schrieb, was zumindest manchmal durchaus reflektiert war und nicht ohne Selbstkritik auskam, wenn auch etwas versteckt zwischen den Zeilen. Jemanden mit soviel Tiefgang gleichzusetzen mit jemanden, der einfach einem Idioten wie Trump hinterher läuft, kann nicht richtig sein.

    Ich verstehe zwar, was du damit sagen willst, aber nein. Man kann auch sich selbst gar nicht helfen können und trotzdem eine große Hilfe für andere sein. Das trifft z.B. auf ziemlich viele Psychologen zu, ich würde sogar sagen alle. Ich wiederhole nur, was sie sagten, als ich das selbst studierte. Ich war jedenfalls so blöd nicht daran zu glauben und gab das Studium vorzeitig auf. Ich dachte also im übertragenen Sinne, ich müsse selbst erstmal imstande sein für ein aufgeräumtes Zimmer zu sorgen, bevor ich mich mit schwerwiegenden Problemen anderer Leute beschäftige. Doch das ist falsch, ich erkannte es nur zu spät. Das Eine hat mit dem Anderen nichts zu tun.

    Lös dich bitte mal von dieser Greta-Aversion, bzw. der Annahme, sie hätte lauter Jünger und jeder Pups von ihr würde in einen heiligen Schrein wandern. Thunberg ist aussergewöhnlich, denn sie hatte den Mut aufzustehen und das Offensichtliche zu sagen und darin auch gnadenlos konsequent zu sein, als dies sonst niemand tat. Ein transzendentales Wesen wird dennoch nicht aus ihr. Sie hat aber letzten Endes nur einer ganzen Generation aus dem Herzen gesprochen - und nein, deswegen sind noch lange nicht alle Widersprüche dabei geklärt. Z.B. die hohe Affinität gerade jüngerer Menschen, wenn es um das neueste Handy-Modell geht, gleichzeitig aber Augen zu, wenn die Frage aufkommt, was die Beschaffung seltener Erden mit der Natur anstellt, die dafür nötig sind.

    Auch hier wieder: die Welt ist eine komplexe.
    Ich kann junge Menschen sehr gut verstehen, wenn sie sich von den gewesenen Generationen verarscht fühlen. Sie redeten ihnen jahrelang ein, sie täten alles für sie, es wäre ihnen wahnsinnig wichtig, dass diese es mal besser hätten als sie - und als es nun schlecht bestellt ist und man sich nicht rausreden kann, ziehen sie den Schwanz ein, kommen mit Sprüchen wie "Leiste du erstmal, was ich ...!!!111" und so weiter. Klar, dass man da mega-angepisst ist, wäre ich auch. Doch Greta Thunberg nennt konkrete Forderungen, konkrete Ziele - nicht mal ihre eigenen. Sie erinnert nur an das, was auch ohne sie, vor ihr, längst ratifiziert wurde, z.B. das Pariser Klimaabkommen. Sie hat in der Welt der Politik und Wirtschaft etwas getan, was nicht üblich war: das einfach mal ernst zu nehmen, so zu tun, als hätten jene, die es verfassten, es selbst auch für voll genommen - was sie nicht taten. Kritik an Thunberg wäre also Kritik an jedem, der nicht auf Lügen steht - und was wäre dann eine Definition des Heuchlers? Doch genau diese, nicht wahr?

    Guter Punkt, stimme zu.

    Stimme bedingt zu. Das ist zwar nicht falsch, aber wenn dahinter der Gedanke steht, wir müssten gar nichts machen, bevor nicht China was macht, kann diese Logik so nicht aufgehen, denn die denken dasselbe von uns. Auch hier wieder: die Welt ist eine komplexe und Angebot und Nachfrage geben, trotz aller Schwierigkeiten, immer noch den Ton an. Wenn also die Nachfrage europäischer Art nach chinesischen Produkten, die mit hohen CO2-Aufkommen verbunden sind, nachlässt, bleibt China nichts anderes übrig, als sich diesem veränderten Nachfrageverhalten anzupassen. Alles, was man dafür tun muss, ist nur die Mechanismen des Kapitalismus zu nutzen, ausnahmsweise mal nicht aus Gründen grenzenloser Gier.
     
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  6. Bothka

    Bothka
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    Also erstens mal nach deinem geschriebenen Rest: Man muss auch mal die Kuh im Dorf lassen und irgendwie auch leben im Leben. Das nimmt manchmal echt krankhafte Züge mittlerweile an. Getreu dem Motto: ,,Dem CEO liegt nen Furz quer, deswegen dort bitte nicht kaufen.. Autorin J.K. Rowling ist gegen die Bezeichnung von Frauen als ,,menstruierende Frauen" als transfeindlich (früher bezeichnete man wirklich feindliche Äußerungen als feindlich) - kauft ihre Bücher nicht"..

    Manchmal nimmt das ganze echt Dimensionen an (nicht jetzt im Falle von Blizzard, aber das ist eine Ermessensfrage). Und da muss jeder entscheiden, was er tut. Blizzard Spiele zu boykottieren oder nicht. Ich hingegen glaube, dass dort der Großteil der Blizzard Mitarbeiter nicht so eingestellt sind und es schwarze Schafe in jeder Firma gibt. Wenn der Fisch beim Kopf in dem betreffenden Fall anfängt zu stinken und von der Führungsebene ausgeht, halte ich das auch für kritischer. Dennoch würde ein Boykott auch die tausenden Angestellten treffen, die damit überhaupt nichts zu tun haben mit der Affaire.

    Pauschalisierungen funktionieren meiner Meinungn nach -nie-. Ich würde sogar behaupten, dass eine Vielzahl der Führungspersönlichkeiten (vielleicht sogar vermehrt) ethisch handeln (warum? dazu nachfolgend mehr). Und auch Personen mit den gleichen Werten wie du eine Firma leiten und eben jene Unternehmenskultur haben wollen. Sei es Diversität, Nachhaltigkeit und co., welche in vielen zukunftsweisenden undnprogressiven Unternehmen sowieso schon geteilt wird. Ich glaube, dass du hier die Brille des ,,bösen bösen Kapitalismus" auf.

    Denn per se hat die toxisch archaische Unternehmenskultur (als Beispiel) nichts mit Kapitalismus zu tun. Sexismus im eigenen Unternehmen führt ja nicht zu gesteigerten Unternehmenserfolg oder dazu, dass mehr Geld gescheffelt würde. Denn dann könnten wir davon reden, dass es der ,,Kapitalismus" wäre, der hervorruft, dass es in Unternehmen wie Blizzard Sexismus gibt.

    Dabei sieht es doch geradezu anders aus, ethische Grundsätze einer Gesellschaft werden immer mehr mit dem Erfolg eines Unternehmens verflochten. Weswegen viele Unternehmen sich divers und nachhaltig und damit progressiv und zukunftsorientiert aufstellen. Der Sexismus bei Blizzard führte dazu, dass die Aktien fielen - also ein harter Werteverlust im kapitalistischen System, weil Führungspersonen und einige andere unethisch handelten.

    Natürlich gibt es Schwächen im System des freien Marktes, wenn etwas zugunsten von Kosteneffizienz weniger ethisch durchgeführt wird (z.B. das Schreddern von Küken, Massentierhaltung). Wohingegen auch hier Entwicklungen stattfanden in Richtung Bio, Haltungsnorm 4 und die Abschaffung des Kükenschredderns. Mühlenwalder, welches nun von Würstchen auf vegane Produkte sich ausweitet. Aber das eben auch nur, weil sich unsere ethischen Standards in der Gesellschaft hierzulande verändern. Ein Stück weit ist der Kapitalismus mit der Entwicklung der Gesellschaft verflochten. Jemand, der rassistisch auftritt, als ,,Umweltsau" handelt, nicht divers ist und ungleichberechtigt handelt, wird (zumindest vorwiegend im ,,reichen Westen") im Kaptialismus nach heutigen gesellschaftlich ethischen Standards weniger Erfolg haben im Kapitalismus. Der Kapitalismus ist daher von ethischen und gesellschaftlichen Standards daher nicht zu entkoppeln und auch teils ein Spiegel der Gesellschaft. Und je reicher eine Gesellschaft ist, umso mehr verschiebt sich auch das ethische Gefälle. Wenn ich (überspitzr foŕmuliert) in der Wildniss ums Überleben tag täglich kämpfe und nach Nahrung und trinken suche, werde ich mir weniger Gedanken darüber machen, ob ein Tier bei der Jagd artgerecht getötet wird. Oder, dass mein Essen immer vegean ist, weil ich nichts anderes als Fleisch als Futterquelle finde. Es ist daher auch immer wichtig, auf welcher Stufe sich eine Gesellschaft befindet. Können wir uns im ,,Westen" es leisten auf Tiere als Nahrungsquelle zu verzichten, auf CO2 ausstoßende Autos etc? Dorthin werden sich dann entsprechend die ethischen Standards verschieben.. als auch die der freien Wirtschaft. Zumal wir auch in keinem gänzlichst.freien Wirtschaftssystem leben, hierzulande in einer freien *sozialen* Marktwirtschaft. Wirtschaft findet also immer auch spätestens auch (als weiterer Faktor) ihre Schranken in der Politik und geltenden Gesetzen. (Stichwort sexuelle Belästigung)

    Wurden damals Frauen schlecht von Männern behandelt in der Gesellschaft, gilt dies heute in der gesellschaft als auch in den Unternehmen mit nichten so und wird auf den Märkten entsprechend abewatscht. Führungspersonen, die dem zu wider handeln sind eben auf vielerlei Ebenen schlechte Führungspersonen. Einerseits ethisch aber andererseits auch geschäftlich, da der CEO bei Blizzard geschäftsschädigend gearbeitet hat. Es gibt Studien, die ganz klar belegen, dass Diversität und Mitarbeiterzufriedenheit etc. zu höheren Unternehmenserfolg führen. Wer also nur auf den Rubel immer schaut oder sich sexistisch gibt, handelt eben auch nicht wirklich zukunftsweisend für das eigene Geschäft.

    Aber zu sagen alle Unternehmen wollen nur das böse, ist letztlich zu falsch gedacht, denn auch dort führen Personen wie du und ich Unternehmen an. Stellenweise wird sogar zu wider der kosteneffizienz gehandelt. Aber auch hier gilt: gesellschaftliche und ethische Fragen sind nicht vom Unternehmenserfolg zu entkoppeln, im Gegenteil zeigt ein Gros im Markt, dass jene Unternehmen, die sich progressiv aufstellen, höhere Unternehmensgewinne einfahren. Dies gilt nicht unbedigt für alle Branchen, denn der Markt ist wie das Leben eben hochkomplex, daher ist eine Pauschalisierung auch hier schwierig. Zumal z.B. der Markt an vielen Stellen krankt, z.B. Oligopolen und Monpolen - wobei zwangsläufig ein Monopol nicht automatisch unethisch handeln muss. Daher in die eine oder andere Richtung alles am Kapitalismus auszumachen, wäre falsch. Selbst, wenn wir zu alten ,,Tauschgeschäften" zurückkehren würden ohne jegliches Geld, wüsstet du auch nicht immer mit was für einer Person du tauschst, was diese denkt und wie ihre Einstellungen zu Themen sind, bei denen du ggf. andere ethische Standards setzt.

    Wenn man diese Denke auf die Spitze treiben wollte. Und auch finde ich es von (wie Sarah Wagenknecht jene bezeichnet) auch immer ziemlichst abgehoben von sogenannten ,,Lifestyle Linken" (meist finanziell abgesicherte Menschen aus der ersten Welt), die eigene Lebensweise oder die eigenen ethischen Ansichten als Ultimaten auf den Scheffel zu stellen. Was meist sogar dazu führt, dass selbst Menschen aus dem gleichen Lager schon der Diskriminierung und ähnliches angegriffen werden. Vieles schießt dort schon über das Ziel hinaus. Aber das ist wieder ein anderes Thema.

    Der abschließende Punkt (um auf das von dir abgestoßene Thema zurückzukommen) ist, dass meiner Meinung nach der freie Markt immer auch zum Großteil die ethischen Werte der eigenen Gesellschaft widerspiegelt und Unternehmenserfolg nicht gänzlich von geltenden sozialen ethischen Standards zu entkoppeln ist - in vielen Fällen kann das Gegenteil der Fall sein.
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. Januar 2022
  7. Yeager

    Yeager
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    Nein, du beziehst dich auf Dinge, die ich dazu gar nicht in Zusammenhang stellte und redest somit an mir vorbei.

    Es ging in dem Teilabschnitt, aus dem du mich zitierst, um die (philosophische) Frage, ob Konsum ethisch sein kann und nicht darum, in welchem Wirtschaftssystem er das wäre. Ich zeigte nur den Grad der Verflechtung auf, der aber weniger mit dem Kapitalismus zu tun hat, dafür umso mehr mit einer stark globalisierten Welt, in der man über die Folgen des eigenen Handelns letzten Endes keinen finalen Überblick mehr hat, selbst wenn man das möchte. Daher das Pizzenbeispiel.

    Wäre die Welt eine komplett sozialistische, der Rest aber gleich, wären diese Effekte trotzdem noch da, weil es vom Grad ebendieser Verflechtungen abhängt. Die Zeiten, in denen der Satz "Man lasse mal die Kirche im Dorf" nicht nur als Sinnbild taugte, sondern einen realen Hintergrund hatte, als die eigenen Handlungen sich in direkten Folgen überschauberer Art im unmittelbaren Umfeld auswirkten und sonst gar nicht, sind lange vorbei. Und auch diese waren nicht die tollsten, was jeder der auf dem Land lebt und weiß, wie "schön" es im Zweifelsfalle sein kann, wenn dort jeder jeden kennt, bestätigen wird. Deswegen kritisiere ich aber auch nicht die Globalisierung, denn diese hat auch positive Seiten. Es ist wie der FB-Beziehungsstatus: kompliziert. Oder um ein anderes Sinnbild zu nutzen: jede Medaille hat zwei Seiten.

    Trotzdem gehe ich mal auf die These von dir ein:

    Ja, das ist altbekannt. Doch wie kommst du darauf, dass eine Sache befolgt wird, bloß weil man sie kennt? Seit wann das denn? Wann soll dieser Moment gewesen sein, als der Mensch rational handelt und man die Uhr danach stellen konnte?

    Das ökonomische Prinzip der VWL gliedert sich auf in das Maximun- und das Minimumprinzip. Also die Idee mit feststehenden Mitteln ein möglichst gutes Ergebnis einzufahren oder alternativ ein fest stehendes Ergebnis mit geringst möglichen Mitteln. Doch die Realität ist im Modell nicht erfasst, man könnte sie auch das Optimumprinzip nennen, das aber den Modellcharakter wissenschaftlicher Art verlässt: das beste Ergebnis mit geringsten Aufwand. Das ist es, was gemacht wird. Es ist auch altbekannt, dass Rationalismus den Ton angeben würde - angeblich - das sich wirtschaftlich z.B. so auswirkt, das allein der Preis im idealen Markt die einzige Entscheidungsgröße wäre und falls doch nicht, da selbst das Internet trotz seines Näherungscharakters immer noch kein idealer Markt der Wirtschaftstheorie ist, dann wenigstens weitere, als rational empfundene, in Zahlenform erfassbare Nenngrößen. Doch wie sieht die Realität aus? Gekauft wird bei jemanden, den man gut kennt, also Vitamin B. Oder die teure Cola vom Späti statt die günstige aus dem Supermarkt, weil der Weg ein kürzerer ist oder man die nette Kassiererin wieder sehen will. Unausgewogene Ernährung und ihre Folgen sind allgemein bekannt, aber der Geschmack vom Burger kann das ganz leicht toppen. Es ist allgemein bekannt, dass Fahren im Suff nicht nur bei der Polizei schlecht ankommt sondern auch mit dem Ende des eigenen Lebens enden kann und dem Weiterer. Wird trotzdem gemacht. Es ist allgemein bekannt, dass der Mensch in Industriestaaten sich zu wenig bewegt, aber um das zu ändern, müsste man sich ja bewegen und dazu ist man dann doch zu faul, kann mich nicht völlig frei davon sprechen. Es ist allgemein bekannt, dass Chauvinismus nicht allzu gut ankommt und trotzdem muss man mit der Lupe gucken, um mal keinen zu finden. Und dann ist selbst dieser garantiert nur kein geäusserter, hinter der vorgehaltenen Hand, unter sich, wenn keiner hinguckt, existiert er so, als wäre gar nichts passiert oder zumindest nicht viel. Das tollste Unternehmen mit den tollsten, propagierten Werten, mit den freundlichsten Mitarbeitern ist kein tolles, wenn der CEO ein charakterliches Arschloch ist, denn dieser hat das erste und letzte Wort. Nicht umsonst sagt man, dass der Fisch vom Kopfe her stinkt. Und die Wahrscheinlichkeit, dass jener ein solches ist, ist erhöht, denn man muss über einen gewisse Ellenbogenmentalität verfügen, um an solche Positionen zu kommen, was besonders jenen leicht fällt, die diese in jeglicher Hinsicht mangels Empathie haben. Auf Deutsch: die Wahrscheinlichkeit auf Sozio- und Psychopathen in obersten Riegen der Wirtschaft zu stossen, ist arg erhöht, ganz gleich, ob Studien diesen Unternehmen attestieren, dass dies nicht besonders zukunftsweisend wäre. Dann macht man eben eine PR-Kampagne des social-, gender-, green- oder sonstwas Washings, Otto Normalo ist glücklich und will nicht mehr darüber wissen und später ist man wieder sehr überrascht, wenn Details an die Oberfläche kamen. Wie war das noch, christliche Nächstenliebe und dann die Kindesmissbrauchsfälle in einer der größten Firmen der Welt, der Kirche? Wasser predigen, Wein saufen, wirklich nix Neues.

    Der Mensch wird als Sinnbild des Rationalen dargestellt, der sich vom Verstand allein leiten ließe - und daher auch den Erkenntnissen solcher Studien. Doch seit wann ist er das? Schau dir die Impfgegnerschaft mitten in einer Pandemie an, wo ist da Ratio? Schau dir an, wie lange man die Klimakatastrophe kennt, mindestens seit den 1950er Jahren. Und was hat man die letzten 70 Jahre gemacht, wo hat man das ernst genommen, wann danach gehandelt, wann dafür gesorgt, dass am Ende nicht alles überstürzt laufen muss?

    Nix, nada, niente. Der Mensch ist nicht rational, Ratio ist beim Menschen ein bitter umkämpftes Nice-to-have, ein optionales Addon, aber gesteuert ist er emotional und daher sind solche Studien das Eine, aber ob und inwieweit sie wirklich umgesetzt werden und dann noch aus einer intrinsischen Überzeugung heraus, etwas vollkommen Anderes.
     
  8. MegaVolt456

    MegaVolt456
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    Na endlich ist der Weg. Gut er bekommt sicher noch massig Geld hinterher geworfen undk ann sich zur Ruhe setzen, dennoch finde ich es gut das der Kerl da endlich weg ist und MS hoffentlicheinen Vernünftigen Menschen dort hinsetzt.
     
  9. bigspid

    bigspid
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    Ist ja kein Geheimnis, dass er die aktuelle Skandalwelle eh nicht übersteht. Gott sei Dank ist der Typ weg vom Fenster!!!!!!
     
  10. Maestro84

    Maestro84
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    Typen wie Kotick gibt es doch überall: In den Schulen eurer Töchter, als Brüder eurer Frauen oder Chefs eurer besten Freundin, auch bei Microsoft. Kotick hingegen fällt sehr weich.
     
  11. avidemus

    avidemus
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    Es ist erschreckend,dass er so weich fällt. Einmal abgesehen von den moralischen Verwerflichkeiten, hat sein Handeln zu einem massiven wirtschaftlichen Schaden geführt, eigentlich müsste man erwarten, dass man ihn in Grund und Boden verklagt.
     
  12. Soldier224

    Soldier224
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    Der wird noch einige Gerichtstermine haben. Nur weil er eine Abfindung kassiert und raus aus dem Unternehmen dann ist, heißt das nicht er ist dann unantastbar. Im Gegenteil.
     
  13. Agent.Smith

    Agent.Smith
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    Huh? Das geht aus dem zitierten Text überhaupt nicht hervor. Da steht, dass Bobby Kotick weiterhin CEO von Actiblizz bleibt und nach dem Merger wird Actiblizz an Phil Spencer berichtet. Da steht nix davon, dass er geht. Nur dass er einen neuen Chef über sich drüber bekommt.
     
  14. Bergentrückung

    Bergentrückung
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  15. Agent.Smith

    Agent.Smith
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    Danke, da steht es genauer drin. Nur ist der Teil eben nicht in der Newsmeldung (also auf Gamestar.de) zitiert worden. Edit: und es ist ja auch nicht so als wäre das no offizielle Ansage. Es ist ein Gerückt "according to people familiar with those plans.".
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. Januar 2022
  16. Vainamoinen

    Vainamoinen
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    Genau das meint "es gibt keinen ethischen Konsum im Kapitalismus". Über Bande tust du immer irgendjemandem was an mit deinem ganz normalen Leben, wenn du in den westlichen Industrienationen lebst. Die Folge darf natürlich nicht sein, dass du dich überhaupt nicht einschränkst. Die Folge darf aber natürlich auch nicht sein, dass du dich so weit einschränkst, dass du am normalen gesellschaftlichen Leben de facto überhaupt nicht mehr teilnehmen kannst. Oder es sogar deinen Kindern verbietest.

    Da hast du etwas sehr gründlich miss- oder eben falsch verstanden. Rowling lehnte die Bezeichnung "menstrierende Menschen" bzw. "Menschen mit Uterus" ab, weil diese vollsynonym mit "Frau" sei. Das wurde ihr zweifelsohne deswegen als transfeindlich ausgelegt, weil einziges Ziel ihrer Ablehnung des Begriffs war, Trans-Frauen aus der Definition von "Frau" auszuschließen. Letzteres ist unbestritten, sie hat das auch wiederholt.

    Wenn du Trans-Menschen ihre Identität absprichst und ihre Existenz verleugnest, dann bist du transphob im Wortsinn.

    Joanne Kathleen Rowling ist transphob im Wortsinn.

    Mit dieser einen Äußerung ist das Gesamtpaket Rowling jedoch nicht mal zu einem Prozent umrissen. Englischkundigen sei das entsprechende Video von Contrapoints / Natalie Wynn zum Thema sehr ans Herz gelegt.

    https://www.youtube.com/watch?v=7gDKbT_l2us

    Es ist sehr lang, und der Stil mag nicht jedermanns Sache sein, aber es ist dafür zumindest sehr fair. Auch da, wo Rowling es aus meiner Sicht nicht verdient gehabt hätte. Es vermittelt eine klare Vorstellung davon, wo in Rowlings Denke der sich ständig wiederholende Wurm drin ist.


    Das ist jedoch nicht die Argumentation von Wagenknecht. Sie selbst stellt ja ihre ziemlich absoluten Ansichten vor ihre Partei, während die Mitglieder ziemlich unisono eben nicht der Ansicht sind, dass wir nur durch eine radikale Umverteilung von reich zu arm alle unsere Probleme auf einen Schlag lösen, einschließlich solcher Lifestyle-links-Lappalien wie autokratische Herrscher, Klimawandel, Hassverbrechen oder Pandemie.

    Ich persönlich siedele das, was Wagenknecht als Lifestyle-Linke bezeichnet, prall in der Mitte der Gesellschaft an. Also die Klientel, um die sich absolut alle anderen Parteien reißen und deren Anwalt sein wollen. Das findet Frau Wagenknecht irgendwie peinlich, diese ganzen normalen Leute, die ihren Müll trennen und sich impfen lassen. Für sie kann das nicht echt links sein.
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. Januar 2022
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  17. Agent.Smith

    Agent.Smith
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    Das ist eine Falschdarstellung dessen was sie tatsächlich sagt. Sie verbirgt es aber auch recht geschickt. Sie sagt so dinge wie "sex is real" und meint damit aber "nur biologisches Geschlecht ist relevant, abweichende Geschlechtsidentität ist irrelevant". Und dann hat sie auch noch die Chuzpe sich hinzustellen und zu behaupten, sie würde mit Transmenschen mitmarschieren, wenn sie denn diskriminiert werden würden (lies: sie werden nicht diskriminiert). Rowling ist da ziemlich perfide.

    Man muss aber imo auch Werk und Künstler trennen können. Ich kann an den Herry Potter Büchern noch immer Spaß haben, auch wenn Rowling eine A-Geige ist.
     
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  18. Yeager

    Yeager
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    Ich weiß nicht, was Wagenknecht will, ausser das Übliche, also Macht. Was ist denn bitte ein Lifestyle-Linker in ihren Augen? Jemand, der die Maxime, dass der Wert menschlichen Lebens in allen Fällen gleich ist, zum Lifestyle ersonnen hat? Ähm, ja, genau das wäre ja das Ziel linken Denkens, dass man für etwas eigentlich Selbstverständliches nicht mehr kämpfen müsste, es im Idealfall einfach normal wird. Oder sie setzt implizit "Lifestyle" mit "Doppelmoral" oder "Teilzeit" gleich. Also linkes Denken ja, aber nur von Nine to Five? Oder mal sieht man keine Unterschiede im Wert, dann aber mal wieder doch, aber nur wenn Feiertag ist? Oder in der hippen Gruppe darüber philosophieren, dann aber mit Ultrarechten "spazierengehen", wenn keiner hinguckt? Oder sie hat ihre ganz spezielle Vorstellung von Links, aka Che Guevara zum Frühstück, Marx zum Mittagessen und Sowjethymne zum abendlichen Ausklang in Ihrem teuren Hotelzimmer bei gediegenem Wein. Ziemlich klischeehaft und ehrlich gesagt primitiv, sogar doppelt, weil die einzige Lifestylerin dabei, die linkes Denken vorschiebt, eigentlich aber nur Macht will, sie dann selbst wäre.
     
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  19. CortiWins

    CortiWins
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    Edit: Gelöscht weil später gemerkt, dass ich auf politische Diskussionen überhaupt keine Lust habe. Ich wünsche euch allen einen wunderschönen Dienstag. <3
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. Januar 2022 um 23:19 Uhr
  20. Vainamoinen

    Vainamoinen
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    Das hat sie überdeutlich gemacht.
    https://www.focus.de/kultur/gesells...inke-die-mehrheit-zu-rechten_id_13283120.html

    Habe den Text gerade, vermutlich nicht zum ersten Mal, gelesen und bin immer wieder schockiert, wie Wagenknecht mit so einer rechtspopulistischen Grütze durchkommt. Klar kannst du für LGBTQ sein, aber nicht so viel, dass das am Ende noch die "normalen" Lebensentwürfe verdrängt oder gar als normal wahrgenommen wird. Klar kannst du für Flüchtlinge sein, aber nicht so ernsthaft, dass diese Leute am Ende noch eine Wohnung/Job/Frau/Leben/Chance bekommen, die einem Biodeutschen gehört hätte. Ach so, und Nationalismus ist gut, wir sind ja alle stolz drauf, in f*cking Deutschland zu leben.

    Entlarvend ist vor allem Wagenknechts Gegenentwurf zu den Lifestyle-Linken, das ist ein keinesfalls rechter "ganz normaler Bürger", der nur eben, wer könnte es im verleiden, dem Sammelsurium rechter Verschwörungsmythen anhängt und, natürlich alles faktenbasiert, nationalistisch, islamophob, schwulen- und ausländerfeindlich sowie misogyn ist. Ist ja normal, für seine eigenen Belange einzu- und auf die anderen draufzutreten, gerade wenn's weniger sind, da ist nichts Phobisches dabei für Sahra. Schwuppdiwupp, einmal mit dem Schwurbelzauberstab geweidelt, schon werden aus Rechtsextremisten wieder besorgte Bürger. It's the Wagenknecht magic.

    Entweder wird Die Linke Wagenknecht los, darf ruhig ein hässlicher Rosenkrieg werden, oder die Partei wird sich politisch erübrigen. Im Bundestag steht sie ja für nichts mehr, denn im Weg steht Wagenknecht. Vor allem muss die Linke aufhören, Wagenknecht nach dem Mund zu wählen (oder sich zu "enthalten", was auf dem Papier ja das gleiche ist). Diese Frau hat die Ergebnisse der Partei halbiert und dann der Welt ein Interview gegeben, dass dieses katastrophale Ergebnis den falschen Idealen der Menschen zuzuschreiben sei, die immer noch links wählen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 25. Januar 2022 um 20:36 Uhr
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  21. Yeager

    Yeager
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    Kann jedes Wort unterschreiben - also von dir jetzt, nicht ihr.

    Was Wagenknecht da macht, lässt sich ganz einfach zusammenfassen: sie hat in Buchform und -länge "Ich bin ja kein Nazi, aber ... " geschrieben. Und das "aber" ist nichts anderes als ein "doch", egal ob als Buch oder kurzer Kommentar.

    Es ist also kein Buch über Lifestyle-Linke, denn die einzige dieser Art ist sie selbst. Es ist ein Buch darüber, wie man Rechts so verpacken kann, dass es plötzlich angenehm wirkt, nicht so bedrohlich, schrieb sie ja selbst. Und völlig an der Realität vorbei, auch historisch.

    Die Nazis waren ursprünglich mal eine kleine Gruppe unbeachteter Schreihälse, die niemand für voll nahm. Zur Gefahr wurden sie erst, als genau diese Akzeptanz, genau dieses "aber" eingetreten ist, von dem Wagenknecht schreibt und es - wieder einmal - verharmlost. Wie die Geschichte ausging, wissen wir, weiss auch sie. Das macht es gleich doppelt schockierend.

    Nein, sie ist keine Linke und mittlerweile glaube ich auch nicht mehr daran, dass sie jemals eine solche war. Und ihre Intelligenz wird auch überschätzt, denn die Logik ihres Buches namens "Rechte Parteien werden nicht gewählt, weil es so viele Rechte gibt sondern weil die Rechten bisher nicht rechts genug waren" ist keine.
     
    Zuletzt bearbeitet: 26. Januar 2022 um 01:09 Uhr
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