Artikel: Studie von EA: Großteil der Spieler wünscht sich mehr Inklusion

Dieses Thema im Forum "Diskussionen zu Gamestar-Artikeln" wurde erstellt von Mary Marx, 18. März 2019.

  1. Yeager

    Yeager
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    Beiträge:
    328
    Ort:
    Berlin
    Mich als alten Sack erinnert das an die Diskussionen rund um die Emanzipation in den 80er Jahren. Genau wie damals macht man heute denselben Logikfehler. Man denkt, man hätte etwas zur Normalität gemacht, wenn man es gesondert heraus stellt. Nein, Normalität ist etwas erst dann, wenn kaum noch jemand darüber spricht.

    Inklusion muss so normal werden, dass keine Umfragen dazu nötig sind und auch keine Diskussionen. Es gibt nichts zu diskutieren bei der Tatsache, dass Menschen keine Stereotypen sind. Bis dahin ist die Inklusion eine ungewollte Bestätigung der Exklusion, da sie immer wie etwas Aufgesetztes wirkt - wie etwas unterschwellig Ungewolltes, aber zähneknirrschend Akzeptiertes - und damit in ihrem Ansinnen akzeptierte Normalität zu sein, über die wünschenswerter Weise kein Hahn kräht, logisch widerspricht.

    Absurd, aber wahr, sie wirkt also wie eine Exklusion im Hinterkopf, in Klammern. Sie wirkt nicht echt und in diesem Kontext hier fast schon geheuchelt. Was wäre nämlich gewesen, wenn das Umfrage-Ergebnis anders ausfiele? Würde man sich danach richten? Würde man es beschämt unter den Teppich kehren? Würde man auf den Tisch reihern und die Firma dicht machen, wenn man sähe, für wen genau man Spiele macht? Oder würde man es hinnehmen, abnicken und die Exklusion gezielt umsetzen, weil Monetas winkten? Diese Frage bleibt im Hinterkopf und solange lebt die Exklusion in der Gesellschaft weiter auf Kosten der scheinbaren Inklusion. Als Thema schafft sie zwar ein Bewusstsein für die Realität, wie sie wirklich ist, aber als aufgesetzter Zwang wirkt sie wie eine Selbstverleugnung. Als würde sie sich selbst nicht so recht trauen. Akzentuierte Authentizität ist gut, hingeklatschter Zwang, damit man es es abhaken (und insgeheim vergessen) kann ist schlecht.

    Das heisst konkret für BioWare:
    Nicht fragen, machen!

    Nicht künstlich drauf kleben, kein politisch korrektes Abhaken, keine Abteilungen, die sich gesondert damit beschäftigen, keine Wettbewerbe oder gegenseitiges auf die Schulter Klopfen, keine Preisverleihungen mit einer eigens dafür geschaffenen Medaille, keine konstruierten Inhalte, wenn man schon generell mit Inhalten Probleme hat, kein "Schau da! Wir haben User befragt. Die waren dafür. Gebt uns keine Schuld, wenn euch was nicht gefällt!", kein ängstliches Schielen auf Schlechtmenschen, die auf ihren geistigen Dünnpfiff auch noch stolz sind - sondern authentische Inhalte schaffen, Vielfältigkeit nicht künstlich erzwingen, sondern beiläufig einstreuen und damit Normalität werden lassen, dazu stehen, Spielern ungefragt vor die Nase setzen, sodass die Selbstverständlichkeit, dass es mehr gibt, als nur einen Menschen auf der Welt und der Rest Klone von ihm wären, auch rüber kommt als das, was es sein sollte, als Normalität.

    Also wirklich machen!
    Und zusehen, dass es gut wird, was man bei BioWare mal hoffen durfte, heute aber fast schon davon überrascht wäre.

    Erst wenn Inklusion es erreicht, dass der Begriff sich selbst eliminiert und aus dem Wörterbuch wegen Veralterung gestrichen wird, ist sie wirklich da. So, wie heute der Begriff der Emanzipation zunehmend antiquiert wirkt und heutige Misogyne und Chauvinisten nicht nur Frauen und Softie-Männer zum Feind haben, wie noch in den 80ern. Zum Glück.
     
    Tsuran, der.Otti und DaronLaible gefällt das.
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