3D-Pornos, Holodeck und Überwachung - Was Experten von einem Gigabit-Internet erwarten

Weit verbreitetes Internet mit hohen Geschwindigkeiten ab 1 Gigabit/s würde laut Experten vieles verändern - aber im Grunde doch gleich bleiben.

von Georg Wieselsberger,
10.10.2014 12:45 Uhr

Gigabit-Internet wird vermutlich vor allem Eines sein: schnell.Gigabit-Internet wird vermutlich vor allem Eines sein: schnell.

In einer Umfrage wollte das Pew Research Center von mehr als 1.400 Internet-Experten wissen, welche Vorteile und Nutzungsmöglichkeiten sie für den Fall sehen, dass Gigabit-Internet weit verbreitet wäre. Die meisten Experten gehen davon aus, dass die hohe Geschwindigkeit der Datenübertragung und die damit mögliche Kommunikation die sozialen Kontakte unter Menschen weiter stark verändern würde. Spiele, Filme, Einkaufen oder auch die Auswahl eines Urlaubsziels würden dann komplett in 3D von zuhause aus erledigt und könnten so einen ersten Schritt in Richtung »Holodeck« aus Star Trek darstellen. Immer mehr Menschen könnten ihre Online-Tätigkeiten dann für »besser als das echte Leben« halten.

Allerdings sahen sich viele Experten nicht in der Lage, neue Anwendungen vorherzusagen, aber es liege quasi »in der Luft«, dass neue »Killer-Apps« entwickelt und genutzt werden würden. Auch 3D-Pornografie gehört laut PC-World zu den Dingen, die mit schnellem Internet laut der Umfrage wahrscheinlich stark verbreitet würden. Doch dieser Punkt wurde in einer Diskussionsrunde zu den Ergebnissen der Umfrage elegant umgangen, indem beispielsweise über die Auswirkungen auf Gesundheitsvorsorge oder Bildung gesprochen wurde.

Mit schnellem Internet sei die Überwachung der Gesundheit auf umfangreiche Weise möglich und Systeme könnten Menschen vor ungesundem Verhalten warnen. Bedenken, dass eine solche Rundum-Überwachung auf Widerstand stoßen könnte, würden Versicherungen durch finanzielle Anreize ausräumen. Außerdem würden schon »Schuldgefühle« dafür sorgen, dass sich die Menschen gesundheitlich überwachen ließen und Kinder würden ihre »alternden Eltern« dazu drängen. Letztlich werde aber auch das Internet in 10 Jahren nur beim Einkaufen oder bei menschlichen Kontakten helfen und weiterhin nicht überall verfügbar sein, so die Ansicht anderer Experten.


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