AMD XP/2200+

Der Athlon XP/2200+ arbeitet in Spielen schlappe 4 Prozent schneller als sein Vorgänger XP/2100+ und braucht noch leistungsfähigere Kühler.

29.07.2002 13:47 Uhr

Mit dem Athlon XP/2200+ erhöht AMD den Takt seines Primus auf 1,8 GHz. Wir lassen die CPU gegen Intels Pentium 4/2,53 GHz antreten und übertakten sie auf 2 GHz. Hersteller AMD brachte den Palomino-Kern mit 1.733 MHz an das physikalische Limit - Übertaktungsversuche gelangen nur mit extrem aufwändiger Kühlung. Jetzt reduziert die Chipschmiede die Strukturbreite von 0,18 auf 0,13 Mikrometer und nennt den Thoroughbred. Durch die schmaleren Leiterbahnen misst der Kern statt 128 nur noch 80 mm2. Der neue Athlon XP/2200+ taktet mit 1.800 MHz, also nur 66 MHz schneller als der Vorgänger XP/2100+. Wie dieser hat auch der XP/2200+ 128 KByte L1- und 256 KByte L2-Cache sowie einen Frontside Bus mit 133 MHz DDR (FSB266). Seine sank von 1,75 auf 1,65 Volt. Unterstützt Ihre Hauptplatine diese Spezifikationen nicht, verweigert der Rechner den Dienst. Laut Firmen wie MSI oder Asus sollen die meisten Mainboards mit VIA KT266A und KT333 sowie Nvidia Nforce-Chipsatz Thoroughbred-kompatibel sein; entsprechende Listen finden Sie auf der Homepage Ihres Mainboard-Herstellers.

2 GHz Taktfrequenz

Das kleinere Die verringert die Kontaktfläche zum Kühler. AMD empfiehlt daher Geräte mit Kupferbodenplatte wie den AX7 von Thermalright; billige Aluminiumkühler genügen nicht. Trotz des AX7 wurde der XP/2200+ rund 10° C wärmer als sein Vorgänger. Um herauszufinden, wie weit man den Thoroughbred übertakten kann, bestückten wir den AX7 mit einem 80-mm-EHE-Lüfter von Delta. Dieser Ventilator rotiert 5.700 Mal in der Minute und schaufelt währenddessen satte 2,245 m3 Luft (134,7 m3/h). So erreichten wir mit einer auf 1,95 Volt stark erhöhten Kernspannung knappe 2 GHz Taktfrequenz (1997,25 MHz) - das war bis Redaktionschluss Rekord.

Klare Niederlage gegen Intel

Während unserer Tests liefen XP/2200+ und XP/2100+ auf dem Epox 8K3A+-Mainboard mit 256 MByte PC2700-Arbeitsspeicher von Corsair. Um die Grafik kümmerte sich die Sparkle SP7000T5 (Geforce 3 Ti 500). Der Pentium 4/2,53 GHz steckte in der Intel-Platine D850EMV2 (siehe Artikel »Pentium-4-Mainboards« in dieser Ausgabe), nutzte 256 MByte PC1066-Rambus-Speicher und die gleiche Grafikkarte wie die AMD-Prozessoren. In den Benchmarks setzt der XP/2200+ seinen knapp 4 Prozent höheren Takt gut um und rechnet rund 4 Prozent schneller als der XP/2100+. Gegen Intels Flagschiff, den Pentium 4/2,53 GHz, allerdings macht AMDs »Neuer« außer in Comanche 4 keinen Stich.

Ernüchterndes Fazit

Der Thoroughbred ist eine Enttäuschung: 66 MHz mehr als der Vorgänger ergeben magere 4 Prozent mehr Spieleleistung. Offenbar hat AMD Probleme, bei normaler Kühlung höhere Taktraten aus dem Athlon XP zu quetschen. Im Gegensatz zur Konkurrenz von Intel fehlt dem XP/2200+ ein , der die Wärme schnell an den Kühlkörper weitergeben würde. Wenn Sie einen Mainboard-Wechsel planen, sollten Sie zu einem Pentium 4 mit FSB533 greifen. Der allerdings kostet schon mit 2,226 GHz 100 Euro mehr als der Athlon. Möchten Sie stattdessen Ihre Sockel-A-Plattform aufrüsten, erhalten Sie den 2200+ für preiswerte 265 Euro - zuzüglich 50 Euro für einen leistungsfähigen Kühler.


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