Apple - Krieg gegen Google? (Update2)

Nachdem Apple und Google in mehreren Feldern zu Konkurrenten geworden sind oder bald werden, hat sich Eric Schmidt, CEO von Google, dazu entschlossen, den Aufsichtsrat von Apple zu verlassen. Droht nun ein Wirtschaftskrieg?

von Georg Wieselsberger,
21.09.2009 14:12 Uhr

Eric Schmidt, CEO von Google und bisher auch Aufsichtsratmitglied bei Apple, hat seinen Posten bei dem Mac-Hersteller aufgegeben. Die Entscheidung für den Rücktritt sei in gegenseitigem Einvernehmen getroffen worden. Google und Apple sind in immer mehr Bereichen Konkurrenten, was im Mai 2009 auch die US-Wettbewerbsbehörde auf den Plan rief, die die Verbindungen beider Firmen untersucht. Zuletzt hatte Apple diverse Google-Programme wie Google Voice aus dem App-Store entfernt, was vor allem bei deren Programmierern für großen Unmut gesorgt hatte. Hier untersucht nun die Federal Communications Commission die Ablehnungen der Google-Programme und die Verstrickung des Telekomanbieters AT&T, der das iPhone in den USA exklusiv vertreibt und gegen die Nutzung von Voice-over-IP auf den iPhone ist.

GoogleGoogle

Mit Android für Handys ist Google ein direkter Konkurrent des iPhones, mit seinem Chrome-Browser ein Konkurrent von Safari und mit dem geplanten Chrome OS tritt der Marktführer bei Suchmaschinen auch im Bereich Desktop-Betriebssysteme an. Ob der Ausstieg von Schmidt bei Apple tatsächlich der Auftakt zu einem Wirtschaftskrieg der beiden Firmen ist, wie manche Beobachter vermuten, bleibt abzuwarten.

Update 10. August 2009

Nachdem Apple das Voice-over-IP-Programm Google Voice für das iPhone abgelehnt hat, will Google laut ZDNet die Software als Web-Applikation anbieten und so Apple einfach umgehen. Die Software bietet die Möglichkeit zum Versenden günstiger SMS-Nachrichten und für billigere Telefonate, vor allem in das Ausland. Allerdings kann eine Web-Applikation nicht alle Features eines installierten Programmes bieten.

Nun muss man abwarten, ob und wie Apple darauf reagiert und ob es bald auch blockierte Webseiten auf dem iPhone gibt. Google könnte mit seinem Schritt zum Vorbild für andere Entwickler werden, deren Programme abgelehnt wurden. Das könnte durchaus für eine Reaktion von Apple sorgen.

Update 21. September 2009

Wie mehrere Webseiten melden, hat Google Dokumente (PDF, Englisch) freigegeben, die belegen sollen, dass Apple im Zusammenhang mit der Untersuchung der FCC nicht die Wahrheit gesagt haben soll. Während Apple behauptet, Google Voice sei überhaupt nicht abgelehnt worden und werde noch immer geprüft, zeigen die Unterlagen von Google das Gegenteil.

Apple habe das Programm abgelehnt, da es Funktionen des iPhones dupliziere und dies nicht gewünscht sei. Apple steht nach wie vor zu seiner eigenen Aussage, doch nur eine der beiden Firmen kann in diesem Fall Recht haben. Die Entscheidung der FCC dürfte auf die Zukunft des App-Store von Apple großen Einfluss haben.

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