Apple und Google als Kriegsgegner - Kaffee statt »3. Weltkrieg«

Was einst eine enge Partnerschaft und fast eine Freundschaft zwischen Apple und Google war, wird nun eine immer verbitterte geführte Auseinandersetzung.

von Georg Wieselsberger,
27.03.2010 14:40 Uhr

Wie die New York Times meldet, habe man mit zwei Dutzend Marktbeobachtern, Investoren und aktuellen sowie ehemaligen Angestellten beider Unternehmen gesprochen. Laut deren Aussage fühlt sich Apple-Chef Steve Jobs von Google verraten.

»Wir sind nicht in das Suchgeschäft eingestiegen. Sie sind in das Telefon-Geschäft eingestiegen«, soll Jobs auf einer Betriebsversammlung im Januar gesagt haben. Es sei ganz klar, dass Google das iPhone »umbringen« wolle, doch das werde man nicht zulassen. Ein Investor mit guten Kontakten zeigte sich erstaunt über das Ausmaß an Verbitterung, das er erlebt habe. »Das ist der dritte Weltkrieg. Unglaubliche gegenseitige Ablehnung motiviert zwei der mächtigsten Menschen der Branche. Das ist die größte Egomanen-Schlacht der Geschichte«, so der Investor.

Inzwischen hat Apple HTC, den Hersteller des Google-Handys Nexus One wegen Patentverletzungen verklagt, die ganz klar auf Google abzielen. Steve Jobs soll Google im Jahr 2008 davor gewarnt haben, im Handy-Betriebssystem Android Multitouch zu unterstützen und genau das kann das Nexus One nun nach einem Software-Update. Auch iPad-Konkurrenten seien geplant. Laut Ansicht des Harvard-Professory David B. Yoffie muss Google auch sehr aggressiv vorgehen, um gegen Apple bestehen zu können.

Apple hingegen könnte Google von der Websuche auf seinen Geräten ausschließen und zu Microsoft und deren Suchmaschine Bing wechseln. Statt mit Google und Eric Schmidt säße Apple dann mit Microsoft und Steve Ballmer in einem Boot. Dabei hatte Eric Schmidt vor Jahren die Zusammenarbeit mit Apple als so eng bezeichnet, dass man die Unternehmen fusionieren und »AppleGoo« nennen könnte.

Update 27.03.2010

Ab und zu kann man solchen Auseinandersetzungen auch etwas Amüsantes abgewinnen. So reicht schon die Tatsache, dass Steve Jobs und Eric Schmidt in Palo Alto öffentlich einen Kaffee getrunken und sich unterhalten haben, aus, um diverse Berichte und Spekulationen auszulösen. Natürlich ist auch dieses Update in diesem Zusammenhang zu sehen.

Doch Gizmodo geht noch einen gewaltigen Schritt weiter und ließ eine Expertin für Körpersprache, die unter anderem die CIA und Scotland Yard beraten hat, die Fotos der beiden Firmenchefs bei diesem Treffen analysieren. Resultat: Jobs und Schmidt vertrauen sich nur zu 33% gegenseitig und Eric Schmidt habe aufgrund seiner Schulterhaltung eindeutig Angst vor Steve Jobs. Polizisten würden darin geschult, derartiges Verhalten und damit Verdächtige zu erkennen.

Der Grund für das Treffen ist übrigens nicht bekannt, einige Kommentare gehen aber davon aus, es sei eine PR-Aktion gewesen, da sich Milliardäre sonst nicht öffentlich auf einen Kaffee treffen würden.

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