Die Weste für Spieler - Simuliert auch fließendes Blut

Eine Weste, die beim Spielen getragen wird, soll den Spieler noch mehr in die virtuelle Umgebung integrieren.

von Georg Wieselsberger,
24.04.2010 12:45 Uhr

Die sogenannte Tactile Gaming Vest (TGV, Fühlbare Spiele-Weste) ist vor allem für Ego-Shooter gedacht und enthält neben viel Elektronik auch Motoren und Peltier-Elemente. Letztere werden beim Anlegen einer Spannung an einer Seite heiß, an der anderen kalt. Gesteuert wird die TGV durch den PC.

Wenn die Spielfigur verletzt wird, soll der Spieler das an der korrekten Stelle des Körpers spüren können, indem dort Druck, Hitze oder Vibrationen erzeugt werden. Wie iRoboticist schreibt, soll die Technik aber auch in anderen Spielen, die nicht nur virtuell stattfinden müssen, oder sogar beim Ansehen von Filmen nutzbar sein.

Getestet wurde die Weste mit Half Life 2. Bisher konnten 250 Personen die TGV ausprobieren, darunter auch einige Spieler, die sich direkt in die Weste »verliebt« hätten. Noch haben die Entwickler aber viel zu tun. So ist beispielsweise der Einbau von Lautsprechern geplant, die die Geräusche von Schüssen direkt an der Trefferstelle wiedergeben sollen. Auch soll der Spieler fühlen können, von welcher Waffe er gerade verletzt wurde.

Update 24.04.2010

Die Tactile Gaming Vest kann neben den beschriebenen Möglichkeiten sogar das Gefühl fließenden Blutes simulieren. Diese Empfindung wird mit Wärme simuliert, die nacheinander an den Stellen erzeugt wird, wo das Blut entlang fließen würde.

Laut Tests ist das so erzielte Gefühl realistischer als beispielsweise fließendes Wasser an den gleichen Stellen. Letzteres wäre wohl in einem Kleidungsstück mit Elektronik, Motoren und Hydraulik wohl auch schlecht direkt in Kontakt mit der Haut zu bringen. Bei Wärme besteht dieses Problem nicht.

Nach wie vor ist die Tactile Gaming Vest aber nur ein Projekt, dessen eventuelle Kommerzialisierung noch in den Sternen steht.


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