Facebook & YouTube - Maßnahmen gegen Fake News und Verschwörungstheorien

Facebook und zuletzt auch YouTube stehen in vielen Ländern wegen der Verbreitung von Fake News oder Verschwörungstheorien in der Kritik. Neue Maßnahmen sollen das ändern.

von Georg Wieselsberger,
06.10.2017 11:43 Uhr

Facebook und YouTube gehen gegen Fake News und Verschwörungstheorien vor.Facebook und YouTube gehen gegen Fake News und Verschwörungstheorien vor.

Vor einigen Tagen hatten wir bereits berichtet, dass Facebook-CEO Mark Zuckerberg in einem Beitrag um Vergebung gebeten hatte, dass das soziale Netzwerk genutzt wurde, um Menschen auseinander zu bringen. Facebook wolle ja das Gegenteil erreichen und Menschen weltweit verbinden. Im Kampf gegen Fake News, die über das soziale Netzwerk verbreitet werden, testet Facebook nun laut Techcrunch eine neue Schaltfläche bei Meldungen, die geteilt werden.

Facebook verlässt sich auf Wikipedia

Ein kleines »i«, das über der Nachricht eingeblendet wird, führt zur Wikipedia-Seite, auf der die Nachrichtenquelle beschrieben wird. Damit sollen die Nutzer einfacher entscheiden können, ob es sich um eine Quelle handelt, der sie vertrauen können und ob die Meldung glaubwürdig ist.

Es gebe zwar Fälle, bei denen Wikipedia-Seiten verunstaltet und falsche Informationen in die dortigen Artikel eingebaut würden, doch üblicherweise reagiere Wikipedia schnell auf solche Vorfälle. Aber nicht nur Facebook steht im Zusammenhang mit der US-Wahl oder zuletzt der Attacke in Las Vegas in der Kritik, sondern auch YouTube.

Auch YouTube in der Kritik

Dort war beispielsweise laut Wall Street Journal schnell ein Video weit oben in den Suchergebnissen zu finden, in dem behauptet wurde, es sei gar nicht von dem angeblichen Täter auf die Menschenmenge in Las Vegas geschossen worden. Stattdessen habe es sich um einen »False Flag«-Angriff gehandelt und die Schüsse seien auch aus dem 4. Stock abgegeben worden. Das Video von »End Times News Report« war in vier Stunden 370.000 Mal abgerufen worden.

Inzwischen hat YouTube das Video entfernt und dem Ersteller die erste von drei Warnungen vor einer kompletten Sperre erteilt. Allerdings hatte das Video bis zu diesem Moment schon 2,5 Millionen Abrufe. YouTube will nun wegen solcher und anderer Vorfälle Videos in den Suchergebnissen markieren, die von zuverlässigen Quellen stammen. Wie genau das erkannt wird, ist noch unklar.

Für die Änderung ausschlaggebend war wohl auch, dass Werbekunden durch das Verbreiten von Verschwörungstheorien oder Videos mit extremistischen Inhalten auf YouTube abgeschreckt werden.


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