„Filesharing ist wie Radio“ - Studie von PRS for Music

Eine Studie der Organisation PRS for Music, die ähnlich wie die GEMA arbeitet, hält Filesharing für ein Sendenetzwerk, dass die Musikindustrie wie Radio oder Fernsehen akzeptieren soll.

von Georg Wieselsberger,
15.05.2009 11:23 Uhr

Eine Studie, die von der Organisation PRS for Music, einer Art GEMA und damit durchaus nah an der Musikindustrie, ausgeführt wurde, kommt zu einem erstaunlichen Schluss: Filesharing-Netzwerke seien im Grunde nichts anderes als ein alternatives Sendenetzwerk, vergleichbar mit Radiosendern für Musik. Die Lieder, die in P2P-Netzen am meisten getauscht würden, seien gleichzeitig auch die ohnehin populärsten Songs.

Die Online-Tauschbörsen wären also nichts anderes als ein Spiegelbild der offiziellen, legalen Angebote. Dies bedeutet allerdings auch, dass kleinere, unbekannte Bands keinen echten Vorteil durch Filesharing haben. Das Angebot sei so groß, dass die meisten Nutzer kein Interesse oder keine Zeit haben, nach Liedern zu suchen, die ihnen vielleicht gefallen könnten. Stattdessen würden sie sich nach anderen Medien oder Empfehlungen von Freunden richten.

Da Musik in den P2P-Netzen aber nichts koste, bestehe immerhin die Möglichkeit, dass Nutzer gelegentlich auf eine Band stoßen, von der sie zuvor nie gehört hatten. Wer bezahlen müsse, kaufe nur bereits bekannte Produkte. Insgesamt macht Filesharing laut der Studie populäre Musiker noch populärer. Daher sollte die Musikindustrie Filesharing als Sendenetzwerk wie Radio oder TV ansehen.

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