Google - Erste Schritte zur Suchmaschinen-Zensur?

Google hat angekündigt, stärker gegen Urheberrechts-Verletzungen und »schlechte Webseiten« vorgehen zu wollen.

von Georg Wieselsberger,
03.12.2010 14:22 Uhr

Da das Internet wächst und nicht nur kreativen Menschen viele Chancen bietet, sondern auch die Möglichkeit, gegen das Urheberrecht zu verstoßen, wächst auch die Anzahl der Forderungen nach Löschung von urheberrechtlich geschützten Inhalten, beispielsweise auf YouTube.

Google kündigt daher neue Maßnahmen an. So will man innerhalb von 24 Stunden »zuverlässigen« Forderungen nach Löschung entsprechen und dafür neue Tools bereitstellen. Auch die Adsense-Werbung soll besser nach illegalen Angeboten durchsucht werden. Die Suchresultate von Google sollen künftig mehr legale Vorschau-Möglichkeiten bieten und das Finden von legalen Angeboten erleichtern.

Außerdem wird Google Begriffe, die »eng mit illegalem Kopieren« in Verbindung stehen, in seinen automatischen Suchvorschlägen »so gut es geht« unterdrücken. Erst einen Tag vorher hatte Google aufgrund eines Artikels in der New York Times einen neuen Algorithmus in seine Suchmaschine eingebaut, der Webseiten, auf denen Nutzer »extrem schlechte Erfahrungen« machen, in den Suchergebnissen automatisch schlechter einstuft. Schlechte Erfahrungen von Webseiten-Kunden bedeuteten auch ein schlechtes Geschäft für Google.

Für viele Beobachter sind diese Maßnahmen weitere Schritt von Google in Richtung einer privaten Internet-Polizei mit Quasi-Monopolstellung, die nach eigenem Gutdünken und zum eigenen wirtschaftlichen Vorteil das Internet zensiert. Kurioserweise hat Google durch seine Ankündigung vermutlich auch die Vorwürfe der Manipulation von Suchergebnissen, die die EU gerade untersucht, mehr oder weniger bestätigt. Zumindest dürfte es recht schwer fallen, nun noch das Gegenteil zu behaupten.


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