Google Glass - Anzeichen für ein Scheitern (Update: Neue Version mit Intel-CPU)

Die Datenbrille Google Glass scheint für Nutzer und Entwickler immer uninteressanter zu werden.

von Georg Wieselsberger,
02.12.2014 08:30 Uhr

Google Glass könnte von einem ARM- auf einen Intel-Prozessor wechseln. Google Glass könnte von einem ARM- auf einen Intel-Prozessor wechseln.

Update: Laut einem Bericht des Wall Street Journal arbeitet Google an einer neuen Version von Google Glass, in der nicht mehr wie bis jetzt ein recht betagter ARM-Prozessor von Texas Instruments arbeiten soll. Stattdessen soll die neue Version eine neue CPU von Intel verwenden. Außerdem scheint Google die Ausrichtung der Datenbrille auf professionelle Zwecke voranzutreiben und arbeiten mit Software-Entwicklern aus den Bereichen Gesundheit, Bau und Produktion zusammen.

Trotzdem sieht Google das Gerät nach wie vor als Produkt für Verbraucher. Von den über 300 Angestellten, die mit dem Projekt bei Google beschäftigt sind, sollten nur fünf Prozent an professionellen Einsatzgebieten arbeiten. Auch der angebliche Einstieg von Intel soll daran nichts ändern. Welchen Intel-Prozessor Google für die neue Datenbrille nutzen will, geht aus dem Bericht nicht hervor. Bisher war selbst mit einem ARM-Prozessor die Akkulaufzeit ein Problem für die Datenbrille.

Originalmeldung: Eigentlich wollten Google und vor allem der Mitgründer des Unternehmens, Sergey Brin, mit der Datenbrille Google Glass die Art und Weise, wie einem Nutzer Informationen bereitgestellt und Fotos oder Videos aufgenommen werden, revolutionieren. Doch das seit Jahren in Entwicklung befindliche Projekt zeigt nun erste Anzeichen des Scheiterns. So war Brin selbst seit zwei Jahren auf Technik-Veranstaltungen stets mit Google Glass gesehen worden, hatte die Brille jedoch zuletzt »im Auto vergessen«, so die Nachrichtenagentur Reuters. Allerdings war er vor kurzem erst noch am Strand mit Google Glass gesehen worden.

Wesentlich bedeutender dürfte jedoch sein, dass immer mehr Entwickler und auch die als »Explorer« bekannten frühen Nutzer der Datenbrille das Interesse zu verlieren scheinen. Reuters hat laut eigener Aussage 16 Entwickler von Apps für Google Glass kontaktiert. Davon hätten neun inzwischen ihre Arbeit pausiert oder ihre Projekte eingestellt, weil das Gerät zu viele Einschränkungen habe und es einfach zu wenig Nutzer gäbe. Von den verbleibenden sieben Entwicklern wollen sich drei auf Projekte für Geschäftskunden konzentrieren und keine Apps für Endkunden schaffen. Auch Twitter hat vor kurzem die Unterstützung beendet, während Facebook noch dabei ist. Doch auch bei Google selbst gibt es Veränderungen, die das Projekt Google Glass zumindest nicht einfacher machen.

So haben unter anderem der Glass-Chefentwickler Babak Parviz, der für die Technik zuständige Leiter Andrian Wong und der für Kontakte zu Entwicklern verantwortliche Ossama Alami den Konzern in den letzten sechs Monaten verlassen. Eine Gruppe von Investoren hat außerdem ihre Webseite zur Unterstützung von Glass laut Reuters kommentarlos gelöscht und leitet nun einfach auf die Projektwebseite um. Auf Ebay kostet Google Glass nur noch halb so viel wie bei Google und auch das Unternehmen selbst soll Geschäftskunden Angebote von zwei Datenbrillen zum Preis von einer machen. Während Google gegenüber Reuters betonte, dass das Unternehmen noch immer plant, eine Endkunden-Version zu veröffentlichen, wenn das Produkt so weit sei, melden Marktforscher, dass so gut wie alle Startups, die Google Glass unterstützen wollten, inzwischen entweder aufgegeben oder sich anderer tragbarer Hardware zugewendet haben.

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