IDF: 64-Bit-Pentium im 3. Quartal - Kompatibel zum Athlon 64?

von Daniel Visarius,
18.02.2004 10:37 Uhr

Wie vorab bereits durchgesickert war, stattet Intel seine 32-Bit-Prozessoren demnächst auch mit einer 64-Bit-Erweiterung aus. Dies bestätigte Intel-Chef Craig Barrett am Dienstag in San Francisco während seiner Eröffnungsrede zum Intel Developer Forum (IDF). Er bezeichnete die Technologie als "das am schlechtesten gehütete Geheimnis in San Francisco".

Als erstes soll der Xeon-Prozessor für Workstations und Server die Erweiterungen erhalten. Mit dem neuen Kern Nocoma kommt dieser Xeon bereits im zweiten Quartal 2004 als 64-Bitter auf den Markt. Überraschenderweise bestätigte Barrett auf Nachfragen auch, dass die 64-Bit-Funktionen schon im Pentium 4 mit Prescott-Kern enthalten sind: "wir werden diese Funktionen im Prescott in etwa dem selben Zeitraum freischalten". Später präzisierte Barrett, dass ein entsprechender Pentium 4 im dritten Quartal verkauft werden soll.

Auf einen Spiele-Prozessor mit 64-Bit von Intel darf man sich indes noch nicht freuen. Beide neuen CPUs sind zunächst für Server und Workstations gedacht und werden entsprechend teuer sein. Dennoch liegt es auf der Hand, dass Intel sehr bald einen Desktop-Chip nachschieben wird - vermutlich zu Weihnachten. Gezeigt wurde der 64-Bit-Xeon mit einer CAD-Anwendung in einer Workstation von Dell.

Gelöst ist auch die Frage nach dem Betriebssystem für Intels 64-Bitter: Microsoft-Chef Steve Ballmer kündigte ein 64-Bit-Windows für Intels neue Prozessoren per Video-Zuspielung an. Noch heute sollen 5000 Entwickler eine Beta-Version von Windows Server 2003 und sogar Windows XP Professional erhalten.

Damit sind die Weichen für Intels 64-Bit-Zukunft auch bei Desktop-PCs gestellt. Bleibt allein noch zu klären, ob Intels Lösung kompatibel zu AMD64 ist. Dazu wand sich Barrett sichtlich, er meinte, dass die Hardware gänzlich unterschiedlich sei, die Software aber "in den meisten Fällen" auf beiden Plattformen laufen würde. Microsoft hatte bereits zuvor angekündigt, keinesfalls zwei 64-Bit-Versionen von Windows für kleinere Server und Workstations herstellen zu wollen. (Nico Ernst)


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