Illegales Filesharing - Harte Strafen und einbrechende Musik-Verkäufe in Japan

In Japan wurden vor einem Jahr harte Strafen für illegale Downloads eingeführt, die bis zu zwei Jahren Haft vorsehen. Der Erfolg dieser Maßnahme darf bezweifelt werden.

von Georg Wieselsberger,
04.10.2013 12:25 Uhr

Harte Strafen gegen illegales Filesharing scheinen nicht zu helfen - im Gegenteil.Harte Strafen gegen illegales Filesharing scheinen nicht zu helfen - im Gegenteil.

In Japan hat die Musikindustrie die härtesten Strafen weltweit für illegale Downloads erreicht, die eigentlich dafür sorgen sollten, dass mehr Musik legal online gekauft wird. Bis zu zwei Jahre Haft drohen nicht nur demjenigen, der illegal Musik anbietet, sondern auch den Nutzern, die sie herunterladen. Tatsächlich sind die Nutzer der drei von Japanern am häufigsten genutzten Filesharing-Netze seit Inkrafttreten des Gesetzes vor einem Jahr schlagartig gefallen und haben sich seitdem kaum erhöht.

Doch wie Torrentfreak meldet, zeigen die Verkaufsdaten nun, dass die Musikverkäufe auf CD in den ersten acht Monaten des Jahres 2013´im Vergleich zum Vorjahr um 7 Prozent gesunken sind. Die digitalen Verkäufe brachen in den ersten beiden Quartalen des Jahres sogar um 26 Prozent ein. Dafür werden in Japan aber 50 Prozent mehr CDs ausgeliehen, während die Verkäufe von Singles um 34 Prozent fielen. Das Gesetz scheint also nicht unbedingt den Erfolg gehabt zu haben, der erwartet worden war.

Auch eine neue Studie der London School of Economics and Political Science ruft laut Torrentfreak die Regierung in Großbritannien dazu auf, nicht nur auf Lobbyisten zu hören, wenn es um Anpassungen des Urheberrechts geht, sondern sich auch objektive Daten anzusehen. Es gäbe den von Lobbyisten beschworenen drastischen Einbruch in der Musikindustrie nicht und die Filmindustrie Hollywoods habe 2012 mit Umsätzen von 35 Milliarden US-Dollar weltweit einen neuen Rekord aufgestellt.

Laut den Forschern hilft File-Sharing durch seinen Werbeeffekt den Künstlern sogar., während 3-Strikes-Regeln wie in Frankreich ohne Wirkung bleiben. Aus diesem Grund lautet die Empfehlung der Studie auch, die Möglichkeiten für faire Nutzung und privates Kopieren auszubauen und nicht gegen Einzelpersonen vorzugehen.


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