Instant-Messaging - ICQ nach Russland? (Update)

Nach der Voice-over-IP-Software Skype soll nun auch ICQ verkauft werden, das 1996 für die Verbreitung des heutigen Instant-Messaging sorgte.

von Georg Wieselsberger,
14.12.2009 15:08 Uhr

ICQ gehört nach wie vor zu den bekanntesten IM-Programmen. In Deutschland, Israel und vielen anderen Ländern ist ICQ nach wie vor der meistgenutzte IM-Service, wie All Things Digital im Zusammenhang mit den neuen Verkaufsabsichten meldet. Doch es gibt inzwischen starke Konkurrenz im IM-Bereich, mit teilweise offenen Standards, die keine Client-Software anderer Hersteller ausschließen oder die Übertragung sicher verschlüsseln, um nur zwei der vielen Kritikpunkte an ICQ zu nennen.

AOL will ICQ im Rahmen von weiteren Verkäufen, Einsparungen und Entlassungen wieder zu einer eigenständigen Firma machen. Deren Kaufpreis soll dann bei ungefähr 300 Millionen Dollar liegen. Das Hauptquartier von ICQ befindet sich übrigens noch immer in Israel, denn ICQ verdankt seine Existenz nur dem Umstand, dass vier Studenten dort keine Arbeitsstelle hatte und nicht auf Job-Angebote warten wollten.

Es entstand das Unternehmen Mirabilis mit dem Produkt ICQ. Aufgrund des Erfolges wurde Mirabilis, nur 17 Monate nach Veröffentlichung von ICQ, im Juni 1998 von AOL für insgesamt 407 Millionen Dollar aufgekauft. Danach erfolgte eine interneAnpassung mit dem AOL-eigenen IM-Dienst AIM. 2005 sollem AIM und ICQ noch über 56 Prozent Marktanteil gehabt haben, wie heise damals meldete.

Update 14. Dezember 2009

Der Medienkonzern AOL soll sich in Verhandlungen mit dem russischen Unternehmen Digital Sky Technologies über den Kauf von ICQ befinden. Noch handle es sich nur um erste Gespräche, für die es allerdings keine offizielle Bestätigung gibt.

Über den Verkauf von ICQ war bereits länger spekuliert worden, da der Mutterkonzern AOL sich neu strukturieren will. Digital Sky Technologies ist im Bereich Online-Kommunikation allerdings kein unbekannter Partner, denn im Sommer dieses Jahres erwarb das Unternehmen 3,5 Prozent am sozialen Netzwerk Facebook für 200 Millionen US-Dollar.

AOL selbst sieht seine Zukunft eher als Online-Anbieter von diversen Medien und will sich von allen anderen Unternehmensteilen trennen.

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